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Rezensionen von peedee:
Ein Auf und Ab
Sonnwendmord von Fanny Svoboda
Horvath, Band 2: Die Sonnwendfeier führt dazu, dass das ganze Wachauer Dorf auf den Beinen ist. Doch dabei wird die Leiche der Arzthelferin Christel Hulatsch im Feuer entdeckt! Krimiautor Horvaths Ehrgeiz, diesen Fall zu lösen, ist geweckt. Jemand hat jedoch etwas gegen seine Ermittlungen, wie er wiederholt zu spüren bekommt.
Horvath und seine Freundin Mimi übernehmen den Arzthelferinnen-Job, bis Dr. Freilich einen Ersatz bekommt. Ganz im Zentrum des Geschehens lässt sich prima ermitteln…
Erster Eindruck: Ein farbenfrohes, dynamisches Cover – gefällt mir ausgezeichnet!
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Da es bei mir noch nicht lange her ist, seit ich Band 1 gelesen habe, waren mir die Protagonisten noch bestens bekannt. Hach, diese Truppe ist mehr als illuster: Der mittlerweile erfolgreiche Schriftsteller Horvath und seine esoterische Freundin Mimi, die Pachamama feiert und gerne Schulmedizin-Bashing betreibt. Maria, Horvaths Ex-Schwägerin, ist neu mit Guru Shaman, der sich mit Mimi selbstständig gemacht hat, verbandelt. Dieses Mal muss Horvath körperlich viel einstecken, aber auch seelisch erlebt er schwierige Zeiten, da er immer wieder an der Liebe seiner Mimi zweifelt. Ist er gut genug für sie? Ist er zu alt für sie? Horvath und Mimi sind so gegensätzlich, dass es für mich ein Wunder ist, dass diese zusammengefunden haben. Nun gut, das ist sicherlich für eine Krimödie wichtig, aber in echt würde mich Mimi wohl in den Wahnsinn treiben.
Der folgende Dialog von Horvath und seiner Liebsten hat mir gefallen: „Es gibt nur zwei Dinge, die nach Rauch schmecken dürfen: eine Marlboro und ein Stück Speck. / Speck verursacht Tierleid, Hase. / Aber Tofu verursacht mir Leid.“ Dem gibt es wohl nichts hinzuzufügen, oder?
Mobbing, Rache, Leben auf dem Dorf – dies sind einige der behandelten Stichworte. Durch die Dialektausdrücke fand ich mich erneut gut in der Region eingebettet. Die Spannung glich für mich jedoch den Gezeiten: Ebbe, dann wieder Flut. Mich konnte dieser Band leider nicht im gleichen Masse begeistern wie der vorherige – 3 Sterne.
Ausschliesslich für die Arbeit leben?
Nordseefunkeln von Tanja Janz
Arbeiten, arbeiten, arbeiten. So heisst es lange Zeit für die Berliner TV-Moderatorin Lucia. Sie könnte sonst einen wichtigen Job in der Promiwelt verpassen. Dann wird sie von einem Schwächeanfall ausgebremst und zu einer Auszeit gezwungen. Auf einem Wohnungstauschportal lernt sie Felke aus St. Peter-Ording kennen und tauscht mit ihr das Zuhause.
Sie hofft auf Ruhe und Erholung. Und erhält so viel mehr, auch von Felkes Oma, die unten im Haus wohnt, und von Wilko, dem attraktiven Nachbarn mit den abenteuerlustigen Rotbunten Husumer Schweinen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover, das mich gleich in Urlaubsstimmung versetzt.
Als Rettungsschwimmerin ist Felke eigentlich täglich am Wasser. Eigentlich. Denn sie war längere Zeit arbeitsunfähig, kämpfte mit Panikattacken, nachdem ein Mädchen ertrunken ist. Sie braucht eine Auszeit von St. Peter-Ording. Als TV-Moderatorin ist Lucia gewohnt, vor der Kamera zu agieren. Aber dass ausgerechnet ihr Zusammenbruch gefilmt und ins Netz gestellt wurde, macht ihr schwer zu schaffen. Sie muss für kurze Zeit weg von ihrem gewohnten Umfeld, obwohl sie Angst hat, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht arbeitet.
Über ein Wohnungstauschportal finden die beiden Frauen zueinander und zu ihrem neuen Zuhause auf Zeit: Für Felke somit vier Wochen Berlin, für Lucia vier Wochen St. Peter-Ording mit der Bitte, ein Auge auf Felkes Oma und die Havaneser-Hündin Tiffi zu haben.
Mir hat gefallen, wie die Frauen Felke und Lucia sich gleich gut verstanden haben und die Wohnungen tauschten. Sie blieben die ganze Tauschzeit in Kontakt und haben sich so besser kennengelernt. Aber in echt dauerte es noch ein wenig, bis sie sich zum ersten Mal gegenüberstanden. Für mich wäre so ein Wohnungstausch gar nichts. Es heisst doch „My home is my castle” – das möchte ich keinen fremden Leuten überlassen. Aber es ist schön, dass andere so etwas machen. Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen, aber es gab für mich zu wenig Ecken und Kanten (bzw. diese wurden zu schnell glattgeschliffen). Ich fand es sehr schön, dass Lucia gleich so guten Anschluss in SPO gefunden hat, zudem haben mir die Oma und Tiffi sehr gefallen. Von mir gibt es 3 Sterne.
Schöne Inputs für Pausen in der digitalen Welt
Ich bin dann mal da von Christina Schöffler
Die immer mehr digitalisierte Welt erlaubt es einem (fast) nicht, sich dem zu widersetzen, ist man doch beruflich – und zuweilen auch in hohem Masse im privaten Umfeld – auf Computer, Internet, Whatsapp, Mails und sonstige digitale Komponenten angewiesen. Christina Schöffler erzählt in diesem Buch, welche Auswirkungen dies auf sie und ihren Alltag hat.
Sie will aufzeigen, wie sie es schafft, sich kleine analoge Lücken zu suchen (und das Smartphone auf die Reservebank verweist). Dies gelingt ihr mal besser, mal weniger gut…
Erster Eindruck: Ein Cover, das Ruhe ausstrahlt und ausserhalb der digitalen Welt stattfindet – gefällt mir sehr gut, ebenso der Buchtitel.
„Damit ich das richtig verstehe (Warum dieses Buch? – Eine Einleitung)“ hat mich amüsiert. Ja, das mag man sich fragen, was genau dieses Buch eigentlich soll. Aber die immer schneller werdende Welt scheint schier danach zu schreien, sich mal kleine Auszeiten vom Digital-Karussell zu nehmen.
Fühle ich mich durch dieses Buch angesprochen? Absolut. Ich bin grosser Fan der digitalen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben und nutze diese auch gerne. Mit ChatGPT und KI habe ich hingegen noch so gut wie keine Erfahrungen. Greife ich zig Mal am Tag zum Smartphone, um mal noch kurz dieses und jenes nachzuschlagen? Leider auch ja. Daher wollte ich schauen, wie die Autorin dies alles managt. Im Internet, sprich in Social Media, könnte sie „Stunden – nein Tage!“ verbringen und sich im Vergleichen mit anderen selbst verlieren. Das kenne ich (ist eine „Dauerbaustelle“ bei mir). Und sie fühlt sich manchmal vom Leben überfordert. Wem geht das nicht so?
Folgende zwei Zitate haben mir besonders gefallen:
- „Die Stimme, die mir sagt, dass ich Gottes geliebtes Kind bin und dass sein Wohlgefallen auf meinem Leben ruht. Ich muss nichts tun oder leisten, um diese Liebe zu entfachen.“ (Christina Schöffler)
- „Gedanken wollen oft, wie Kinder und Hunde, dass du mit ihnen im Freien spazieren gehst.“ (Christian Morgenstern)
Hach, es war für mich, wie wenn wir Kaffee trinkend zusammen sässen und plauderten. Nun gut, es war eher ein einseitiges „Gespräch“. Mir hat das Buch sehr gefallen, ebenso ihr Humor. Es hat mir wohl keine bahnbrechenden Neuigkeiten gebracht – was ich aber auch nicht erwartet habe –, aber viele Inputs geliefert. Von mir gibt es 4 Sterne.
Ein Roadtrip zum Glück
Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein von Nicole Jäger
Nicole Jäger ist Comedian, Autorin, Podcasterin. Es ist zudem nicht zu übersehen, dass sie dick ist (wie sie selbst sagt). Da hilft auch keine komplett schwarze oder längsgestreifte Kleidung. Das Gewicht ist das Erste, was die anderen Menschen an ihr wahrnehmen, kommentieren und abschätzend werten.
Dies ist zumindest ihr Gefühl an schlechten Tagen. Mit diesem Buch will sie aufzeigen, dass jede/r ein Recht darauf hat, glücklich zu sein – unabhängig von Aussehen, Status, Vermögen, etc. Sie versuchte, ihr Glück bzw. sich selbst auf einem Roadtrip ans Meer wiederzufinden.
Erster Eindruck: Ein schönes Cover, ein motivierender Buchtitel – gefällt mir.
Dies ist mein zweites Buch der Autorin nach „Die Fettlöserin“, was mir seinerzeit sehr gut gefallen hat. Das Buch „Nicht direkt perfekt“ liegt noch auf meinem SUB. Nun also „Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein“:
Nicole ist mir sehr sympathisch. „Ich liebe Planung, weil sie mir das Gefühl von Sicherheit gibt. Sicherheit ist toll, weil Sicherheit mit Schutz gleichzusetzen ist.“ Ach ja, das kenne ich. Ich lebe (und bleibe) auch gerne in meiner Komfortzone, denn da kenne ich mich aus. Alleine einen Roadtrip ans Meer zu machen, wäre nichts für mich. Einfach so losfahren, ohne Planung, ohne gar nichts? Aber lesetechnisch bin ich gerne dabei.
Als Comedian und Autorin, wo man öffentlich auftreten muss, ist man „automatisch“ eine extrovertierte Person, oder? Falsch. Nicole meint dazu, dass sie in ihrem Job zwar offen ist, aber abseits der Bühne sehr introvertiert. Und mit vielen Alltagssituationen zu kämpfen hat. Hätte man das gedacht? Natürlich nicht, denn schliesslich kann man den Menschen nur vor die Stirn gucken, und nicht dahinter.
Es ist verrückt, dass es Menschen gibt, die Nicole verbal angreifen, sei es in den Kommentaren in Social Media, oder einfach auf der Strasse! Na, einige Menschen werden sich sagen, dass es ja IHRE Entscheidung ist, sich der Öffentlichkeit auszusetzen. Das stimmt wohl, aber es ist absolut respekt- und niveaulos, sich so zu äussern. Als Nicole solche Situationen schildert, ist mir fast die Hutschnur hochgegangen! Ich hätte diesen Hatern am liebsten so was von zurückgepfeffert! Aber nein, Nicole macht das einzig Richtige und kontert nicht mit bösen Worten. Bravo!
Wer es kennt, mit Selbstzweifeln zu kämpfen, wird sich in diesem Buch wiederholt angesprochen fühlen. Wer zudem noch mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, erst recht. Und wer noch Nicoles Humor mag – Bingo! Von mir gibt es 5 Sterne.
Sehr emotional
His Heart von Claire Kingsley
Brooke kann kaum glauben, dass sie – nach einer sehr schwierigen Kindheit – auch einmal auf der Glücksseite des Lebens steht, als sie und Liam ein Paar wurden. Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Sebastian ist seit vielen Jahren Ringer, und zwar sehr erfolgreich. Beim letzten Kampf um die Staatsmeisterschaft gewinnt er zwar den Titel, verliert aber fast sein Leben.
Jahre später treffen Brooke und Sebastian aufeinander. Beide haben viel Schmerz erlebt und spüren gleich eine tiefe Verbindung. Aber Brooke scheint zu sehr in ihrer Trauer versunken – kann Sebastian ihr helfen? Oder gehen sie gemeinsam unter?
Erster Eindruck: Das Cover ist von den Farben her auffällig, ist aber nicht so mein Geschmack. Aktuell scheint es zudem in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.
Die Geschichte wird abwechselnd von Brooke und Sebastian erzählt.
Brooke hat mir sehr leid getan, und ich hätte das Kind, das sie einmal war, gerne in den Arm genommen und ihr geholfen, ein besseres Leben zu haben. Aufzuwachsen bei einer süchtigen Mutter, die immer wieder wechselnde Männer mit nach Hause bringt, alle paar Monate den Job und somit auch die Wohnung verliert, was wiederum einen Umzug zur Folge hatte, war nicht einfach für Brooke. In der Schule zudem stets eine Aussenseiterin, da sich die anderen schon lange kannten. Mit Liam, der im Nachbarshaus wohnte, ändert sich jedoch ihr Leben. Es hat mir sehr gefallen, wie Liams Familie – Eltern Harper sowie Schwester Olivia – Brooke in ihrem Kreis aufgenommen hat.
Sebastians Zukunft scheint klar: Sportlich als Ringer weiter Erfolge feiern, die Uni absolvieren, später dann einmal das Autohaus seines Vaters übernehmen. Soweit alles klar. Als Sebastian nach seinem letzten Kampf gegen Charlie, seinen stärksten Konkurrenten, zusammenbricht, ändert sich nicht nur sein eigenes Leben drastisch. Unerwartet, aber sehr schön fand ich, dass Charlie zu seinem besten Freund wird.
Über das Zusammentreffen von Brooke und Sebastian kann ich so gut wie nichts sagen, denn ich würde unnötig spoilern.
Dies war mein zweites Buch der Autorin – nach „A Very Grumpy Christmas“, was mir ausgezeichnet gefallen hat –, daher war ich sehr gespannt, wie das vorliegende Werk wohl sein würde. Und? Hach… so viele Emotionen! Es geht um Verluste, Depressionen, Ängste, Hoffnungen, aber auch um Liebe und Freundschaft. Das Buch hat sich trotz der 448 Seiten im Nu ausgelesen und ich musste die Protagonisten mit leiser Wehmut wieder ziehen lassen. Von mir gibt es 5 Sterne. Ich freue mich auf das nächste Buch!
Ein Neuanfang auf Amrum?
Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns
Maren kann sich als alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter keine grossen Sprünge leisten. Als ihre Oma Undine ihr ein Haus auf Amrum schenken will, ist sie völlig überwältigt: Sie wusste nicht, dass ihre Oma auf Amrum aufgewachsen ist und dort ein Haus besitzt. Warum hat sie nie über ihre Vergangenheit gesprochen? Und warum will sie nicht zurück? Maren und Leni reisen nach Amrum und sind überwältigt von der Freundlichkeit ihrer neugewonnenen Verwandten.
Doch nicht alle sind ihnen wohlgesinnt – Omas Bruder Ocke macht ihnen klar, dass sie dort nicht erwünscht seien. Maren will unbedingt herausfinden, was damals passiert ist. Kann die Insel für sie persönlich ein Neuanfang werden?
Erster Eindruck: Das Cover mit den gold-metallic glänzenden Elementen gefällt mir sehr gut.
Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt: 1946, 1956, 1970, Gegenwart. Der Wechsel in die Vergangenheit ist gut angegeben.
Als Oma Undine Maren eröffnet, dass sie ihr ihr Haus auf Amrum schenken möchte, ist das eine gewaltige Sache, denn es ist nicht „Ich-habe-Dir-da-was-Kleines“, sondern ein Riesengeschenk. Und vor allem: so unerwartet! Maren wird in jenem Moment bewusst, dass sie eigentlich nichts über Omas Vergangenheit weiss, noch nicht mal ihren Mädchennamen kennt. Doch Undine will nicht viel darüber erzählen, meint nur, dass sie nicht mehr zurückkönne. Maren müsse jedoch nach Amrum fahren, um dort über das Schicksal des Hauses zu entscheiden.
Als Konditorin liebt Maren schon von Berufes wegen das Backen. Sie freut sich, als sie im Schuppen des Hauses den alten Backtisch ihrer Urgrossmutter findet! Ihr Herz quillt fast über vor Freude – diese Freude ist auch dringend nötig, denn sie hat vor vier Jahren ihren Lebenspartner, Lenis Vater, verloren. Sie hat das Gefühl, auf Amrum zu heilen.
Leni war süss, keine Frage, hat sich aber immer deutlich älter als sechs Jahre angehört. Die Passagen auf Öömrang, dem Amrumer Friesisch, fand ich sehr gelungen, auch wenn ich diese meistens nur mit der nachgelieferten Übersetzung vollständig verstand. Das Buch war schnell ausgelesen, bot nicht wirklich Überraschendes, da das meiste doch sehr vorhersehbar war. Aber manchmal ist das für mich auch genau das Richtige. 4 Sterne.
3 Sterne für das Debüt
Middletide – Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch
Mit grossen Hoffnungen hat Elijah vor Jahren seine Heimat und seine Jugendliebe Nakita verlassen, um in San Francisco seinen Traum – ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein – zu verwirklichen. Nach fünfzehn Jahren kehrt er nach Point Orchards im Puget Sound zurück, da sein Vater verstorben ist.
Er ersehnt und fürchtet zugleich das Wiedersehen mit Nakita. Gibt es noch eine Chance für sie beide? Eine grausame Entdeckung scheint sein Leben zu zerstören – Elijah muss für seine Unschuld kämpfen…
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut (obwohl ich keine Schutzumschläge mag).
Die Autorin erzählt einleitend, dass Nakita zu der für dieses Buch erfundenen First Nation der Squalomah gehört, die im Sacred Mountain Reservat lebt. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt: 1973/77, 1988, 1994.
1994: Zwei Fischer entdecken die Leiche einer Frau, aufgehängt an einem Baum! Wer hat dies getan? Ein Selbstmord scheint aus technischer Sicht so gut wie ausgeschlossen. Jim, der Polizist, der kurz vor der Rente ist, muss nun einen Mordfall aufklären. Hilfssheriff Jeremy, ein Jungspund, will ihm erklären, wie ein Polizist heutzutage arbeitet.
1988: Elijah ist zurück. Seine Karriere hat nie richtig Fahrt aufgenommen und sein einziges Buch „Middledtide“ wurde so gut wie gar nicht verkauft. Eine vernichtende Rezension hat Elijah seinerzeit aus dem Konzept gebracht. Doch was erwartet er von seiner alten Heimat? Er kann nicht wissen, dass „Middletide“ noch eine grosse Rolle in seinem Leben spielen wird…
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich wahrscheinlich auch denken, dass ich es war.“ Das ist bitter, wirklich bitter! Die Hoffnungslosigkeit war gut spürbar.
Liebe, verpasste Chancen, Träume, Verluste, Rache, Krimi – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Das Vor und Zurück fand ich bei dieser Geschichte nicht so gelungen. Ich bin es durchaus gewohnt, mit wechselnden Zeitebenen umzugehen, aber hier machte es mir Mühe – eine chronologische Erzählung wäre passender gewesen. Die Hauptfiguren Elijah und Nakita blieben für mich passiv, wechselhaft, nicht greifbar. Die indigene Abstammung von Nakita war für die Geschichte nicht wirklich von Relevanz. Einfach mal ein etwas anderes Setting. Von mir gibt es für dieses Debüt 3 Sterne.
Sehr motivierend
Läuft. von Hülya Marquardt
Hülya wurde mit Fehlbildungen der Gliedmassen geboren – mehr als die Hälfte ihrer Kindheit musste sie im Krankenhaus verbringen. Mit 18 Jahren wurden ihr beide Beine amputiert. Doch obwohl sie aus körperlicher Sicht einen schweren Start ins Leben gehabt hat und in einem eher lieblosen Elternhaus aufgewachsen ist, ist sie lebensfroh und strahlend.
Sie kämpft für ihre Ziele und will sich nicht auf ihre Behinderung reduzieren lassen. Sie findet Kraft im Glauben – aber nicht in demjenigen, in dem sie aufgewachsen ist – und kann sich mit der Vergangenheit aussöhnen. Ehemann Dennis und Sohn Rangi komplettieren ihr Glück.
Erster Eindruck: Die Kombination von Buchtitel und Untertitel sowie dem Covermodel sind sehr eindrücklich – bringt einen zum Nachdenken.
Ich „kenne“ Hülya aus dem Internet, sprich ich kenne sie somit gar nicht, habe einfach nur diverse Berichte gesehen. Hülya ist mir sehr sympathisch, sie macht einen optimistischen, lebensfrohen Eindruck. Doch selbstverständlich gibt es auch bei ihr Tiefs, diese werden auch nicht einfach wegretouchiert, sondern so stehen gelassen. Social Media, wo sie aktiv ist, ist vielfach eine Scheinwelt, in der vermeintlich alles „perfekt“ ist und jeder halbwegs normal denkende/lebende Mensch Beklemmungen bekommen könnte. Aber halt: Das sich Vergleichen mit anderen ist eben etwas, was man unbedingt lassen sollte (das muss ich mir immer wieder sagen, denn da schneide ich immer schlecht ab)!
Hülya erzählt aus ihrer Kindheit bis zu ihren Grosseltern, vom Leben in der Türkei und in Deutschland, vom Glauben, von ihrer Behinderung (sie hat kein Problem mit dem Ausdruck „Behinderung“) und der Wirkung, die sie auf andere hat. Die Fotos im Bildteil des Buches sind ein schönes Plus für Erfahrungsberichte.
Es ist interessant, mit welchen unterschiedlichen Hilfsmitteln sie sich fortbewegt: auf Prothesen, auf „Stubbies“ (ich kannte diesen Begriff nicht), im Rollstuhl, auf Händen oder auch auf dem Skateboard. Sie wurde gefragt, warum sie ein Skateboard nutze, sie könnte doch auch mit dem Rollstuhl fahren. Doch sie meinte, dass sie einfach gerne Skateboard fahre und die Fussgänger mit „normalen“ Beinen dies ja auch machen. Logisch!
Als sich Hülyas Eltern trennten, war das eine Erleichterung, da sie sich sehr viel stritten. Ich finde es schön, dass Hülya sich später mit beiden Eltern versöhnen und ihnen vergeben konnte. Ihre Beziehung hat dadurch enorm gewonnen.
Für mich ist Hülya eine sehr motivierende Frau. Die Liebe zwischen ihr und ihrem Mann ist sehr gut spürbar und ich wünsche ihr und ihrer Familie nur das Beste. Von mir gibt es 5 Sterne.
Leider nur 2 Sterne für diese deutsche Version
Was wir zu erzählen haben von Joanna Gaines
Joanna Gaines ist vielen bekannt aus der TV-Serie „Fixer Upper“, in der sie mit ihrem Mann Chip heruntergekommenen Häusern zu neuem Leben verhilft. Mit ihrem Unternehmen Magnolia bringt sie ihre Liebe zum Essen, zur Familie und zum Wohnen zum Ausdruck. Das vorliegende Buch enthält ihre persönliche Geschichte und die Anregung, die Story des eigenen Lebens schriftlich festzuhalten, denn „jeder Teil deiner Geschichte zählt.
“
Erster Eindruck: Ich mag grundsätzlich keine Schutzumschläge, und schon gar nicht 2/3-Schutzumschläge. Mir war vom Internet her nicht bewusst, dass der schwarze Teil ein Schutzumschlag ist. Das Foto scheint ein Schnappschuss zu sein, aber es wirkt alles ziemlich düster. Das Kinderfoto auf dem Hardcover selbst ist süss, aber es ist klar, dass ein Erwachsenenfoto von Joanna nötig ist, denn bekannt wurde sie der Öffentlichkeit ja erst als Erwachsene.
Ich „kenne“ Joanna aus dem Fernsehen – selbstverständlich kenne ich sie natürlich überhaupt nicht. Ich war gespannt darauf, was Joanna zu erzählen hat und freute mich, ein wenig in ihr Leben hineinblicken zu können. Joanna berichtet aus ihrer Kindheit, wo sie aufgrund ihres Aussehens gehänselt wurde. Das zeigt, dass Kinder einfach brutal sein können und sich dabei – leider – nicht bewusst sind, was sie damit anrichten. Es hätte mich interessiert, ob ihre Schwestern das auch so erlebten. Des Weiteren erzählt sie von ihren Eltern, ihrem Mann Chip und den Kindern sowie ihrem Unternehmen. Sie ist eine Perfektionistin, die sich dadurch selbst unter Druck setzt. Das ist ihr sehr wohl bewusst. Das Aufschreiben ihrer persönlichen Geschichte hilft ihr, Vergangenes zu hinterfragen und gegebenenfalls neu zu bewerten, um gestärkt in die Zukunft zu gehen. Sie erwähnt, dass ihr Fragen nach dem Sinn ihres Lebens oft den Schlaf rauben. Diese Sinnfrage kenne ich zur Genüge (glücklicherweise raubt sie mir aber nicht den Schlaf).
„Aber ich vertraute darauf, dass das Aufschreiben meiner Geschichte mir Selbstvertrauen, Frieden und ein grösseres Verständnis, für wen und für was ich in Zukunft leben wollte, geben würde.“ Ich hoffe sehr, dass dies für Joanna in Erfüllung gegangen ist.
Mich hat das Buch leider nicht so begeistern können wie erhofft. Das Philosophieren über die 250 Seiten ging mir zu lang, es hatte zu viele Wiederholungen und Schachtelsätze. Üblicherweise fliessen Schreibfehler nicht in meine Rezension ein. Aber in der vorliegenden Version sind die Fehler so zahlreich, dass ich mich frage, ob für das Lektorat keine Zeit mehr war: fehlende oder doppelte Wörter, fehlende Satzzeichen oder Zwischenräume, falsche Gross- und Kleinschreibung, etc. Mein Lesegenuss wurde drastisch reduziert. Ein Hardcover, das in der Schweiz rund CHF 35.00 kostet, darf nicht so viele Fehler haben! Ich kann der vorliegenden deutschen Buchversion leider nur 2 Sterne geben – wirklich schade.
Ein sehr schönes Koch- und Backbuch
Magnolia Table - Teil 3 von Joanna Gaines
Magnolia Table 3 bietet mit über 125 Rezepten, die Frühstück bis Abendessen und Desserts abdecken, eine grosse Auswahl an leicht nachzukochenden Gerichten. Joanna Gaines ist vielen bekannt aus der TV-Serie „Fixer Upper“, in der sie mit ihrem Mann Chip heruntergekommenen Häusern zu neuem Leben verhilft.
Mit ihrem Unternehmen Magnolia bringt sie ihre Liebe zum Essen, zur Familie und zum Wohnen zum Ausdruck. Joanna ergänzt die Rezepte mit persönlichen Geschichten und Anekdoten.
Cover: Ein sehr hochwertiges Hardcover mit Lesebändchen und vielen Fotos. Schade, dass das Cover gar nicht zu den ersten beiden der Reihe passt – ein grüner Streifen wäre ausreichend gewesen, um es den anderen anzugleichen.
Layout allgemein: Sehr schön, luftig in der Gestaltung, sehr schöne Fotos. Ich mag insbesondere die persönlichen Bemerkungen bei sehr vielen Rezepten, mit denen Joanna das jeweilige Gericht kommentiert.
Rezepte: Ich finde sie sehr gut beschrieben, die Zutatenliste ist überschaubar und nicht so exotisch, dass man sie nur in Spezialitätenläden bekäme. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich fand auch die Hinweise, wie lange das Gericht haltbar ist, sehr gut. Die Rezeptauswahl ist breit gefächert und bietet für Gross und Klein Schmackhaftes.
Ausprobiert:
- Bierbrot (S. 23): Es braucht nicht viele Zutaten, und auch ebenso wenige Zubereitungsschritte bis der Teig in der Form gelandet ist. Ich fand den Hinweis betr. Teigkonsistenz sehr hilfreich („Die Mischung wird sehr klebrig“), denn so war ich nicht überrascht.
- Suppe aus gerösteter Paprika mit Gouda (S. 147): Geschmacklich ein Traum! Wenn Ihr das bloss hättet riechen können…
- Griechischer Spinatkuchen (S. 201): Mein erster Versuch mit Filoteig; ich habe nur die halbe Menge gemacht und den Kuchen dann 40 Min. statt 1 Stunde gebacken. Sehr schmackhaft!
- Klassisches Vanille-Soufflé (S. 327): Die Zubereitung war einfach zu befolgen; die Zutatenliste wiederum sehr überschaubar. Ich habe statt 6 Portionen jedoch nur 2 gemacht (das gab dann ganz kleine Butter-, Zucker- und Mehlmengen). Ein Volltreffer!
Ich werde auf jeden Fall weitere Gerichte nachkochen (da aber nun wieder die Arbeitswoche bevorsteht, habe ich nicht so viel Zeit dafür). Von mir gibt es eine absolute Empfehlung – 5 Sterne. Ich freue mich, dass ich die Bände 1 und 2 auch bereits zu Hause im Regal stehen habe, d.h. es geht weiter…











