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Rezensionen von peedee:

Bringt mich zum Nachdenken

Lass mal reden von Daniel Böcking

In Zeiten von Social Media wird die Verbreitung von brisanten Themen immer schneller. Und die Meinungsbildung ebenso, wie sich in zum Teil sehr beleidigenden und vernichtenden Kommentaren – versteckt in der Anonymität – zeigt. Daniel Böcking ist Journalist und hatte viele Jahre nichts mit dem Christsein am Hut.

Doch seit seine Liebe zum Glauben entfacht wurde, will er anderen auch zeigen, wie viel er dadurch gewinnt. In diesem Buch zeigt er verschiedene Stichworte auf und beleuchtet sie aus der Sicht des Glaubens, aber auch aus seiner ganz persönlichen Sicht.

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem plakativen Titel – gefällt mir.

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, da mich der Untertitel neugierig gemacht hat. Nur allein die beiden genannten Stichworte „Abtreibung“ und „Wokeness“ sind ja sehr polarisierend. Und wenn sich heutzutage jemand zum Christsein bekennt, wird er oft belächelt oder auch verurteilt (z.B. wegen den schwarzen Schafen, die es auch im Glauben gibt).
Es gibt immer Gründe, die für oder gegen etwas sprechen, so auch beim Thema Abtreibung. Doch wer bin ich, dass ich Menschen für ihre Entscheidung verurteilen könnte? Sie müssen mit ihrer eigenen Entscheidung leben, und nicht ich. Der Glaube beschäftigt sich nicht nur mit den Geschehnissen von vor über 2‘000 Jahren, nein er muss sich auch mit dem Jetzt und dem Morgen beschäftigen. Daher sind auch Cancel Culture, Digitalisierung, das Gendern, KI oder auch Wokeness zu thematisieren. Persönlich habe ich manchmal Mühe damit, wie gewisse Begriffe regelrecht „trenden“ und viele in diesem Strom mitschwimmen, zuweilen leider auch ohne Hintergrundwissen. Wenn dabei etwas ins Extreme abgleitet, ist es m.E. immer schädlich.

„Glaube ist auch immer emotional. Er kann geliebt, gelebt, aber auch gehasst werden.“

Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen; durch die Stichworte konnte es auch gut häppchenweise gelesen werden. Der Autor hat mich auf den Podcast „Unter Pfarrerstöchtern“ von zwei Pfarrerstöchtern, sprich Schwestern – eine Zeit-Redakteurin und die andere Theologie-Professorin –, aufmerksam gemacht. Von mir gibt’s für die Denkanstösse 4 Sterne.

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Bittersüss

Das Leuchten der Berge von Katie Powner

Die Jensens leben seit Generationen in Moose Creek, Montana. Nur Bea ist ausgebrochen und nach Kalifornien gegangen. Als sie nun mit ihrem Mann Jeremy zurückkommt, warten verschiedene Herausforderungen auf sie: die unverarbeitete Trauer um ihre verstorbene Mutter Caroline, das zerrüttete Verhältnis zu ihrem Vater Mitch, die bevorstehenden Veränderungen.

Mitch hat das Gefühl, nach dem Verlust seiner Frau auch noch seine Tochter verloren zu haben. Doch nun ist sie wieder da. Sein Vater Randolf erzählt ihm, dass June Probleme mit dem Gedächtnis hat und zunehmend verwirrt sei. Was ist mit seiner Mutter los?

Erster Eindruck: Das Cover und der Titel gefallen mir ausnehmend gut. Das Licht strahlt für mich Hoffnung aus.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt: Oma June, Vater Mitch und Enkelin Bea.

June merkt, dass sich bei ihr etwas verändert. Das gefällt ihr gar nicht. Sie ist vergesslich, verwechselt Namen. Sie spürt, dass ihr die Zeit der Klarheit davonläuft. Sie hat ein Geheimnis, das sie seit Jahrzehnten hütet. Kann sie es erzählen? Mitch hat sich nach dem Tod seiner Frau sehr zurückgezogen und Bea mit ihrer Trauer allein gelassen. Sie ist dann weggezogen, was aber dem Wunsch von Caroline entsprach, die immer wollte, dass sie das kleine Städtchen verlassen sollte, um in die Welt hinauszuziehen. Bea hat geheiratet und kommt nun mit Jeremy, dessen Arbeitgeber Pleite gemacht hat und somit alle entlassen musste, nach Moose Creek zurück. Es soll nur vorübergehend sein, bis ihnen beiden klar ist, wie es weitergehen soll.

Die Geschichte ist bittersüss: Einerseits schwere Momente durch die Verarbeitung der Trauer und das Begreifen der fortschreitenden Demenz, andererseits leichte, fröhliche Momente, insbesondere wenn Grandma June ihre klaren Zeiten hat. Zum Schmunzeln gebracht hat mich auch die Eifersucht von Mitch auf seinen Schwiegersohn: er als Vater war doch immer der Mann, an den sich Bea wandte, und nun ist da plötzlich Jeremy. Immerhin ist Mitch bewusst, dass er völlig irrational handelt.
Verlust, Vergangenheitsbewältigung, Zukunft, Liebe, Glaube, Freundschaft – dies sind die behandelten Stichworte. Ich habe mich in Moose Creek sehr wohl gefühlt. Ich mochte insbesondere Frank, den Pastor und Freund von Mitch. Obwohl Mitch seit dem Tod seiner Frau Caroline nicht mehr zur Kirche ging und auch den Kontakt mit Frank mied, ist dieser trotzdem da, als Mitch ihn aufsucht. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Emotionen aller Art

Herbstfreundinnen von Susan Mallery

Mackenzie ist mit Leib und Seele Winzerin. Sie arbeitet und auf einem der angesehensten Weingüter der Region, dem Weingut „Bel Après“ der Familie Barcellona, in die sie eingeheiratet hat. Ihre Schwägerin Stephanie ist ihre beste Freundin. Alles läuft prima – bis zu dem Moment, wo sie sich eingestehen muss, dass ihre Beziehung zu Rhys zu Ende ist.

Die Trennung ändert alles, denn sie verliert nicht nur den Job, sondern auch ihr Zuhause und die Familie. Matriarchin Barbara ist ausser sich…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover vor malerischen Weinbergen – gefällt mir ausnehmend gut.

Mackenzie gehört schon lange zu der Familie Barcellona, denn sie hat auf dem College Stephanie kennengelernt, die zu ihrer besten Freundin wurde, und sich sodann in deren Bruder Rhys verliebt. Geheiratet. Glücklich bis ans Ende ihrer Tage? Leider nein. Die Beziehung ist am Ende – Rhys will die Scheidung. Dies allein wäre schon schmerzhaft genug, aber dass Barbara, ihre baldige Ex-Schwiegermutter, so gehässig reagieren würde, hat niemand erwartet. Barbara führt mit ihren erwachsenen Kindern das Weingut. Aber eigentlich sind alle vier Kinder nutzlos. Ja, das sind Barbaras harte Worte. Nur Mackenzie lobte sie immer als Herzenstochter – die einzige, die auch etwas kann. Und nun will sie weg? Die Wandlung von Barbara war erschreckend: von einer vermeintlich netten Frau, für die Mackenzie sie immer gehalten hat, zu einer Furie. Dass Barbara nicht zimperlich im Austeilen von „Nettigkeiten“ ist, war der Familie schon bekannt, aber nun erreichte dies ein neues Niveau.

„Es liegt nicht an mir! Es sind die anderen. Es sind immer die anderen.“ (Barbara)

Mackenzie hat mir sehr gefallen, ebenso ihre Schwägerinnen Stephanie und Catherine „Four“. Die dritte Schwägerin, Lori, war wohl immer etwas neidisch auf Mackenzie. Rhys hat sich sehr verändert. Barbaras Verhalten war indiskutabel und es ist ein wahres Wunder, dass sich ihre Kinder nicht von ihr abwendeten. Es war interessant, mitzuerleben, wie durch ein Beziehungsende ein grosser Riss durch das Familiengefüge ging und sich alles neu ausbalancieren musste. Nicht nur für Mackenzie war der Moment gekommen, ihre Zukunft neu zu planen. Ich habe mit ihr mitgefiebert, wie sich alles entwickelt (leider darf ich hier nicht noch ein paar Dinge verraten, da ich Lesefreude vorweg nehmen würde). Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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Was war das denn?

Das Zimtschneckenfiasko von Beate Ferchländer

Minnerl ist Lehrerin, ebenso wie ihr Mann Wolfram. Aber eigentlich ist sie Krimiautorin. Nun ja, sie ist eine angehende Krimiautorin. Der Lektor wollte ihr neues Werk nicht durchwinken, es sei zu wenig authentisch, es fehle der Story an Tiefe. Sie beschliesst, Nägel mit Köpfen zu machen, und am lebenden Objekt ihren Krimi auszuprobieren: Sie will die verhasste Schulinspektorin ausspionieren und überlegen, wie man jemanden am besten umbringen könnte.

Dumm nur, dass die Schulinspektorin plötzlich tot ist…

Erster Eindruck: Der Buchtitel gefällt mir gut; beim Cover vermisse ich jedoch die titelgebenden Zimtschnecken.

Die erfolgreiche Krimiautorin Minerva „Minnerl“ Klein-Bartel… So sollte über Minnerl gesprochen werden. Aber leider steckt der Erfolg ihres Schreibens noch in klitzekleinen Kinderschuhen. Daher muss sie weiterhin als Lehrerin arbeiten. Doch das ist wiederum nicht so schlimm, wenn man doch nette Arbeitskollegen hat, oder? Mit den meisten versteht sie sich gut. Aber der Direktor ist etwas „speziell“ und die Schulinspektorin… die wird gleich von allen gehasst. Erst recht, als sie der jungen Kollegin Lucy mitteilt, dass sie die Schule verlassen müsse!
Im World-Wide-Web findet sich heutzutage so Vieles, so auch Tipps und Tricks, wie man Menschen am besten umbringt, und wo man sich das nötige Equipment beschafft. Minnerl, Minnerl, das kann ja nicht gut kommen, oder? Minnerl macht also einen auf Privatdetektivin und stürzt sich in praxisnahe Recherchen – alles für die Kunst…

„Nicht alles, was verborgen wird, bleibt unentdeckt.“

Nachdem ich von der Autorin bereits die Bücher „Das Nussstrudelkomplott“ und „Sterbenstörtchen“ mit grosser Begeisterung gelesen habe – ich mag rabenschwarzen Humor! –, war ich auf das vorliegende Buch sehr gespannt. Leider hat es mich aber enttäuscht zurückgelassen. Die Geschichte war so übertrieben schräg, unglaubwürdig und zu lange Zeit ohne Spannung, dass mich nur die Tatsache, dass ich die beiden vorgenannten Krimis so gut fand, dranbleiben liess. Schlussendlich wollte ich ja auch wissen, wie sich alles auflöst. Und das weiss ich nun auch. Von mir gibt es hierfür leider keine Leseempfehlung – 2 Sterne.

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Rauhnächte? Rauhnächte!

Rauhnächte – 12 Tage nur für dich von Tanja Köhler

Gehören Rauhnächte nur zum Aberglauben, Esoterischen? Oder ist da was Wahres dran? In den Rauhnächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag werden Rituale abgehalten, Zeit für das Innehalten und die Reflexion eingeplant. Die Autorin zeigt in diesem kompakten Ratgeber auf, wie die Rauhnächte, von denen jede für einen Monat des Jahres steht, begangen werden können.

Eine Einladung für alle, die sich auf Neues einlassen wollen.

Erster Eindruck: Ein hochwertig wirkendes Hardcover, das jedoch etwas sperrig in der Hand liegt und nicht im offenen Zustand liegen bleibt. Das Layout im Innern des Buches gefällt mir sehr gut.

Was weiss ich über Rauhnächte? Nichts. Oha! Selbstverständlich habe ich den Begriff schon mal gehört, aber in diesem Winter bin ich bei den Buchhandlungen fast über die Tische mit Empfehlungen rund um die Rauhnächte gestolpert. Von der Autorin kannte ich bisher nur das Buch „Das Jahr, als ich anfing, Dudelsack zu spielen“, was mir ausgezeichnet gefallen hat. Daher war ich gespannt auf ihre Erläuterungen zum vorliegenden Thema.

Das Buch ist wie folgt aufgeteilt: „Wissenswertes über ein uraltes Ritual“; „Die Zeit vor den Rauhnächten“; „Die Zeit der Rauhnächte“; „Die Zeit nach den Rauhnächten“. Jede Rauhnacht steht für einen Monat und hat ein Thema. Der September z.B. ist dem Thema „Geduld“ gewidmet – also genau meins, denn ich bin zuweilen nicht sehr geduldig mit mir selbst. Eine zusätzliche Portion Gelassenheit und Geduld würde mir nicht schaden!
Die Autorin schreibt, dass das Räuchern (und/oder Räucherstäbchen) gar nicht ihr Ding ist – da kann ich ihr vollumfänglich beipflichten. Ich finde ihre Alternative, eine spezielle Kerze für die Rauhnächte zu verwenden, sehr gut (ich habe mich auch schon umgesehen, wo ich die kaufen kann). Es werden sehr viele Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregen. Es gibt dazu aber keine richtigen oder falschen Antworten, da die Erwartungen, Hoffnungen, Lebensumstände so individuell wie die einzelnen Menschen sind.

„Ich bin nicht auf der Welt, damit ich so bin, wie die anderen mich gerne hätten.“ (S. 38)

Für die Rauhnächte 24/25 war ich zu spät dran, d.h. ich habe nun zwar den theoretischen Teil abgearbeitet – sprich das Buch gelesen –, aber der praktische Teil fehlt noch. Ich bin jedoch sehr motiviert, in den nächsten Rauhnächten das Gelesene auch in der Praxis umzusetzen. Den Beginn für das „Abenteuer“ Rauhnächte 25/26 habe ich bereits in meinem Kalender vermerkt. Vielen Dank für die Inputs!

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Habe mehr erwartet

Das Inselhaus von Jette Hansen

Amrum, Band 1: Anne erbt von ihren bei einem Unfall verstorbenen Eltern ein Haus auf Amrum. Sie wusste nicht, dass ihre Eltern dort ein Haus besassen und auch nicht, dass Emma Onken bereits seit 25 Jahren dort wohnt und lebenslanges Wohnrecht hat. Da Anne krankgeschrieben ist, reist sie umgehend nach Amrum, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Doch Emma weicht aus. Nichtsdestotrotz fühlt sich Anne auf Amrum wohl. Ob dies vielleicht auch an Ben liegt, der ihr die Insel zeigt? Doch Anne hat ja in Hamburg Freund Jan, obwohl es nicht gerade gut läuft…

Erster Eindruck: Ein idyllisches Cover – sehr passend für einen Inselroman.

Anne arbeitet als Krankenschwester in Hamburg. Der Unfalltod ihrer Eltern und der Tod eines Patienten haben zu ihrer Krankschreibung geführt. Sie weiss nicht, ob sie je wieder im Krankenhaus arbeiten kann. Als sie via Testament vom Haus auf Amrum erfährt, stellen sich ihr viele Fragen: Wieso haben ihre Eltern ihr nichts von dem Haus gesagt? Wer ist die Frau, die dort lebenslanges Wohnrecht hat? Sie reist nach Amrum. Mit im Gepäck hat sie ein Buch, das die Leser:in in die 1910er Jahre zurückführt. Aus meiner Sicht hat jedoch dieses Buch keinen Mehrwert für die Geschichte. Die Begegnung mit Emma wühlt alle auf, doch Emma weigert sich, das Geheimnis preiszugeben, da sie es ihren Eltern versprochen hat.
Als Ben auf Anne trifft, ist er gleich von ihr fasziniert. Ben liebt seine Insel über alles und weiss mit seiner Begeisterung anzustecken. Er hatte früher auch schlechte Zeiten, die aber nur so an der Oberfläche erwähnt wurden (was für mich nicht ausreichend war), aber seit er wieder auf der Insel ist, geht es ihm gut.
Anne reagiert gereizt, als ihr Freund Jan sie ohne Vorankündigung besucht. Ich konnte ihr nicht gerade erwachsenes Verhalten in Bezug auf Jan nicht nachvollziehen (ich kann hier leider nicht mehr in die Details gehen, ohne zu spoilern).

Verlust, Vergangenheit, Neuorientierung, Liebe – dies sind die behandelten Stichworte. Das Buch hat sich wohl flüssig lesen lassen, aber für mich blieb vieles offen bzw. ungesagt. Zudem war das Ende zu abrupt. Am besten gefallen haben mir Ben sowie Annes Freundin. Leider nur 2 Sterne, schade.

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Knappe 3 Sterne

Ein Weihnachten zum Glücklichsein von Julia Williams

Beth will wie jedes Jahr mit ihrem Mann und den Kindern Weihnachten bei ihren Eltern verbringen. Doch es wird turbulent, denn ihr Bruder Ged steht mit einer neuen und zugleich schwangere Freundin vor der Tür, Schwester Lou ist wieder mal Single und zudem frisch arbeitslos. Beth selbst hat als Buchautorin eine Schaffenskrise.

Und auch sonst läuft es nicht rund. Als dann ihre Eltern mit einer Mitteilung rausplatzen, scheint plötzlich nichts mehr wie es sollte…

Erster Eindruck: Das Cover ist ein bisschen Retro – gefällt mir.

Das Buch wird aus der Sicht von drei Personen erzählt: Beth, ihrem Mann Daniel sowie ihrer Schwester Lou. Der Wechsel ist jeweils angegeben; die Passagen sind kurz, so dass man häufig zwischen den einzelnen Gedankengängen switchen muss. Eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen, ist einerseits lebendig, aber andererseits zuweilen auch anstrengend – wie im vorliegenden Fall.
Beth und Daniel haben zwei Kinder im Teenageralter. Aus Sicht von Lou haben die beiden alles, sie hingegen nichts. Beth war immer der Überflieger, Lou hingegen hatte Mühe in der Schule. Ged ist der Lieblingssohn der Eltern, auch wenn insbesondere Mum das selbstverständlich abstreitet. Lou steht auf Frauen, hat es aber trotz ihrer achtunddreissig Jahre noch nicht geschafft, sich zu outen. Beth kommt mit ihrem aktuellen Buchprojekt nicht weiter. Aus ihrer Sicht hat es Lou leicht, da sie nicht so viel Verantwortung trägt. Daniel hat einen neuen Job als Schulleiter in der Nähe angenommen, wo er der einzige Lehrer mit dunkler Hautfarbe ist.

Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? Nun ja, ich liebe einfach Weihnachtsromane. Und das war im vorliegenden Fall auch gleich das erste Problem, denn die Story beginnt zwar zu Weihnachten und endet ein Jahr später wieder an Weihnachten, aber das war es dann auch schon bald. Bei mir gab es leider keine weihnächtlichen Gefühle. Das zweite Problem war, dass einfach zu viele Themen in das Buch hineingepackt wurden: Hautfarbe Schwarz bzw. Weiss, Ehekrise der Oldies, Homosexualität, Schaffenskrise bei der Buchautorin, rebellierende Teenager, unverarbeitete Kindheitserlebnisse u.v.m. Von mir gibt es daher leider nur knappe 3 Sterne.

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Ein Polizist ist immer im Dienst

Staub im Paradies von Ernst Solèr

Fred Staub, Band 4: Fred Staub, neuernannter Kommandant der Zürcher Kapo, muss in den Urlaub fliegen. Es ist ein Müssen, denn er würde viel lieber zu Hause in Zürich bleiben. Aber nun reist er nach Sri Lanka, um seine Tochter zu besuchen, die dort in einem Forschungsprojekt arbeitet. Vor Staubs Augen wird einer der Schweizer Wissenschaftler erschossen.

Staub beginnt mit dem sri-lankischen Polizisten Verasinghe zu ermitteln. In Zürich wird fast zur gleichen Zeit ein Tamile ermordet, der in Sri Lanka beheimatet war. Die Sachlage präsentiert sich alles andere als klar…

Erster Eindruck: Das Cover mit dem Gecko auf dem Bananenblatt ist aufgrund der Farben sehr auffällig (mich schaudert es nur schon beim Betrachten des Tieres und dem Gedanken an all die exotischen Tiere, die in Sri Lanka auf mich warten würden).

Dies ist Band 4 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.

Für mich war die Bekanntgabe, dass Fred Staub nun effektiv zugesagt hat, Kommandant zu werden, überraschend. Ist dies wirklich der richtige Job für ihn? Karrieretechnisch bestimmt, aber da er nichts mehr als Sitzungen hasst, sehe ich da grosse Schwierigkeiten auf ihn zukommen. Nun denn, vorerst macht er Urlaub. Noch nicht mal richtig akklimatisiert, wird vor den Augen der Familie Staub ein Schweizer Wissenschaftler kaltblütig erschossen. Ein anderer wird schwer verletzt. Staub kann nicht aus seiner Polizistenhaut – er muss mithelfen, den Mörder zu finden.
In Zürich wird ein Tamile tot aufgefunden. Gemäss ersten Ermittlungsergebnissen ist er aus Sri Lanka als Tourist eingereist. Was wollte er in Zürich? Der Fundort ist nicht der Tatort. Wo wurde er umgebracht? Und von wem? Michael Neidhart, der neue Hauptmann der Abteilung, und sein Team ermitteln auf Hochtouren und informieren selbstverständlich auch Staub.

Rebellenkrieg, Zwangsheirat, politischer Aktivismus, Militär, Bestechung, Veruntreuung von Spendengeldern – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Es war ziemlich komplex: Einmal hatte man die Idee, dass es in jene Richtung ginge, aber ein paar Seiten später wurde einem bewusst, dass dies doch nur ein Trugschluss war. Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen und ich fühlte mich sehr gut unterhalten; 4 Sterne.

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Habe mir mehr erhofft

Das Geheimnis der Weihnachtskiste von Lisa Ahland

Kurz vor Weihnachten informiert Vally ihre Tochter Rike, dass sie ihre Fischerkate verkaufen werde. Rike ist entsetzt, denn dieses Haus ist voller Erinnerungen an ihre Kindheit und ihren Vater. Obwohl sie die Adventszeit mit ihren Kindern liebt, fährt sie umgehend nach Husum – die Zwillinge hat sie bei ihrem geschiedenen Mann untergebracht –, um beim Ausräumen zu helfen.

In Husum fällt Weihnachten aus, denn ihre Mutter ist ein wahrer Weihnachtsmuffel. Ein bisschen Weihnachtsflair bekommt Rike doch noch, da sie einen Aushilfsjob im Husumer Weihnachtsmuseum annimmt und dort auf eine geheimnisvolle Weihnachtskiste stösst…

Erster Eindruck: Das Cover ist richtig weihnächtlich – gefällt mir sehr gut.

Was ist der Grund, dass Vally Weihnachten überhaupt nicht mag und daher ein „normales“ Weihnachtsfest in ihrem Haus nicht vorkommt? Nicht einmal zur Kinderzeit von Rike? Rike steht vor einem Rätsel. Ebenso rätselhaft ist der aus ihrer Sicht übereilte Entschluss, das Haus zu verkaufen. Warum so plötzlich? Vally gibt auf diese Fragen keine Antworten. Rike fragt sich, ob sie besser in Hamburg geblieben wäre, um dort mit ihren Kindern die Adventszeit zu geniessen, anstatt hier mit ihrer Mutter im Haus aneinander vorbeizuleben. Doch nun ist sie hier. Ihr früherer Lehrer, der nun ein Weihnachtsmuseum betreibt, fragt sie an, ob sie bei ihm aushelfen könne. Eigentlich will sie das nicht, aber sie wollte auch nicht unhöflich sein und geht daher zu einer ersten Besichtigung. Und schon sagt sie zu! Und findet dort endlich die weihnächtliche Stimmung, die sie zu Hause vermisst. Eines der Ausstellungsexponate ist eine Weihnachtskiste mit altem Weihnachtsschmuck. Sie beginnt die Geschichte dieser Kiste zu recherchieren, ohne zu wissen, wie persönlich diese werden würde…

Weihnachten, Erwartungen, Familie, Erinnerungen, Träume – dies sind einige der behandelten Stichworte. Dass ich das Buch mehrfach in die Hand nehmen „musste“, um die nur 304 Seiten auszulesen, zeigt mir, dass mich die Geschichte leider nicht so fesseln konnte wie erhofft. Ich fand Vallys Verhalten schwer nachvollziehbar. Die letzten 50 Seiten waren für mich die besten, und zwar mit Abstand. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Sehr gut

Staub im Schnee von Ernst Solèr

Fred Staub, Band 3: Der beliebte TV-Moderator Ives Schneider wurde brutal ermordet. Die Medien überbieten sich mit Vermutungen – Raum dafür gibt es genug, denn Schneider war schwul, bekannt für Kokain- und Spielsucht und hatte finanzielle Probleme. Fred Staub, Hauptmann der Zürcher Kapo, kann den Fall mit seinem Team innert kürzester Zeit als Beziehungstat lösen.

Die Öffentlichkeit ist – für einmal – voll des Lobes für die Polizei. Aber Staub ist unzufrieden, denn ihm ging dies zu schnell. Er hat leider Recht, denn es wird ein grosser Skandal aufgedeckt…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit Blick von oben auf eine Person, die einen Schirm zum Schutz gegen den Schneefall trägt – gefällt mir.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.

Der tote Moderator wird im verschneiten Wald gefunden; ein Selbstmord wird ausgeschlossen. Die grosse Frage ist, wie der Moderator an diese Stelle kam, denn es gibt im Schnee keine Spuren. Zeugen gibt es auch keine. Wo mit den Ermittlungen beginnen? Erste Ansatzpunkte: Glitzernde TV-Welt, Schneiders Homosexualität sowie dessen Drogen- und Spielsucht, Finanzprobleme. Ist der Mörder somit ein Neider, ein irrer Fan, ein Ex-Freund, ein Dealer oder ein ungeduldiger Gläubiger? Oder ist alles doch ganz anders? Staubs Team kommt erfreulicherweise sehr schnell voran und kann der Öffentlichkeit die Lösung präsentieren. Fall abgeschlossen. Nein, nicht ganz, denn Staub kann nicht glauben, dass das wirklich alles war. Seine Mitarbeiter sehen das ebenso, daher wird weiterermittelt bis sie auf einen Skandal stossen…

Da es sich hier um einen Krimi handelt, ist die Erwähnung von Schusswaffen keine Überraschung. Erschreckend hingegen ist jedoch Folgendes: „Sturmgewehre und Offizierspistolen kosten in der Schweiz jedes Jahr mehr Menschenleben als sämtliche Lawinen, Giftpilze, Badeunfälle und Flugzeugabstürze zusammen.“ Das gibt einen zu denken… Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war spannend und erhält von mir daher 4 Sterne. Fred Staub wäre es dringend geraten, sich Gedanken über die Beziehung zu seiner Frau sowie seine Haltung zu Pferden zu machen.

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