Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Ziemlich viel Drama
Die Garnett Girls von Georgina Moore
Margo und Richard – eine Liebe für immer? Nein, denn Richard verliess die Familie auf der Isle of Wight, als die jüngste Tochter noch ganz klein war. Margo hat dies nur schwer verkraftet, ist zusammengebrochen – die Töchter hat sie sich selbst überlassen. Ab diesem Zeitpunkt war es verboten, Richard zu erwähnen.
Sie weigerte sich, über ihn zu sprechen. Doch das Schweigen belastet die mittlerweile erwachsenen Töchter immer noch: Rachel möchte mit ihrer Familie zurück nach London; Imogen fühlt sich unter Druck, William heiraten zu müssen; Sasha leidet in ihrer Ehe und hat zudem ein Geheimnis, das die Garnett Girls erschüttern wird…
Erster Eindruck: Ein auffälliges Cover des Schutzumschlages aufgrund der Farbgestaltung (aber ich mag keine Schutzumschläge) – gefällt mir.
Margo und ihre drei Töchter, das sind die Garnett Girls. Als sich Richard von der Familie abgesetzt hatte, hat Margo entschieden, dass sie wieder ihren Mädchennamen annehmen würde und sie sodann die Garnett Girls seien. Die vier Frauen sind sehr unterschiedlich:
Margo, eine charismatische Frau, die gerne Partys gibt und ihr Zuhause auf der Isle of Wight liebt. Aber noch mehr liebt sie es, ihre Töchter um sich zu haben. Sie wünscht sich, dass alle drei ihr Glück finden. Nach Richard gab es bei ihr wohl Männerbekanntschaften, aber keine, die dauerhaft und auch öffentlich in der Familie stattfand.
Rachel ist die älteste Tochter. Gabriel und sie sind auf die Isle of Wight gezogen, obwohl sie aufgrund ihres Jobs viel lieber in London geblieben wäre. Aber ihr Mann und die Kinder lieben es am Meer. Und Gabriel hält ihr den Rücken frei, indem er sich in erster Linie um die Familie kümmert.
Imogen erwartet einen Antrag ihres Freundes William. Sie will heiraten. Will sie das wirklich? Nein, sie ist sich gar nicht sicher, aber es wird wohl von ihr erwartet.
Sasha ist in ihrer Ehe mit Phil nicht mehr glücklich. Gegen aussen versucht sie, alles schönzureden, aber die Menschen, die sie lieben, merken es trotzdem. Nicht nur diese Beziehung belastet sie, sondern auch ein Geheimnis…
Ich habe mich mit der Bewertung schwer getan: 4 oder 3 Sterne? Lange Zeit war ich auf 4-Sterne-Kurs, aber dann – auf den letzten siebzig Seiten, wo es einen Sprung um ein Jahr vorwärts in der Geschichte gab – hatte ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Ich fand das Auslassen des für die Geschichte so wichtigen Jahres nicht passend. Insgesamt war es mir zu viel Drama auf allen Ebenen. Aber am meisten fehlte mir das Nachvollziehen der im Klappentext erwähnten feurig-verbotenen Liebe zwischen Margo und Richard. Diese Liebe schimmerte immer nur ganz knapp zwischen den Zeilen hervor, doch die meiste Zeit wurde sie totgeschwiegen. Mir ist bewusst, dass eine Trennung der Eltern auch Auswirkungen auf die Kinder hat, aber dass sie alle traumatisiert waren und nicht darüber sprachen, hat mich doch überrascht. Von mir gibt es 3 Sterne.
Nicht so meins
Chicken Impossible von Anne C. Voorhoeve
Helene und Hilde wohnen im gleichen Haus, wenn auch in verschiedenen Wohnungen. Das Zusammenleben der beiden über 70-jährigen Schwestern gestaltet sich zunehmend schwierig und endet in einer Tragödie, denn eine bringt die andere um! Niemand scheint etwas gesehen zu haben. Wirklich niemand? Nun ja, ausser den vier Hühnern gibt es keine Zeugen…
Erster Eindruck: Das Cover ist wirklich witzig gestaltet – gefällt mir ausgezeichnet!
Die Geschichte wird aus Sicht der Schwestern und aus Sicht der Hühner (Überraschung!) erzählt.
Helene und Hilde – zwei grundverschiedene Schwestern. Helene war nie verheiratet und hat sich die letzten Jahre um ihre demenzkranke Mutter gekümmert, die mittlerweile verstorben ist. Hilde ist verwitwet und daher zu Helene ins Haus gezogen. Helene hat mir gut gefallen, aber Hilde konnte nicht gross Sympathiepunkte sammeln, wobei sie mir auch leidgetan hat, wie sie so verbittert auf ihr Umfeld blickte. Die tierischen Protagonisten waren zwei Amrocks und zwei Sundheimer. Alles klar? Selbstverständlich „musste“ ich diese beiden Hühnerrassen googeln. Die Sundheimer „I bin e g’fährdete Rass!“ haben mir dabei ein bisschen besser als ihre amerikanischen Kolleginnen gefallen, aber das müssen wir den Amrocks ja nicht auf den Schnabel binden.
„Mir müsse zammehalde, des isch die beschde Daggdigg.“
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Leider hat mir die Geschichte nicht so gut gefallen wie erhofft. Ich habe gedacht, dass „Chicken Impossible“ wirklich eine witzige Krimödie werden würde, aber dann wurde es für mich eher eine „Mission Impossible“. Es war von Anfang an bekannt, dass eine der beiden Schwestern die andere umbringt. Doch es wurde erst sehr spät wirklich bekannt, wer wen umgebracht hat. Dies fand ich sehr gut gelöst. Die Dialektpassagen der Sundheimer oder der berlinernden Helene waren zwar amüsant, aber so zahlreich, dass sie für mich, die weder des Schwäbischen noch des Berlinerischen mächtig ist, zunehmend ermüdend wurden. Zudem war die Geschichte mit 320 Seiten einfach deutlich zu lange. Von mir gibt es leider nur 2 Sterne, schade.
Vive la spontanéité!
Jeden Tag eine gute Tarte von Lucie Beaumont
Henriette „Hetty“ ist strukturiert, fokussiert, lebt nur für die Arbeit. Doch dann verliert sie ihren Job. Sie besucht ihre Schwester Charlotte „Charly“, die sich überraschenderweise in Frankreich aufhält. Sie wohnt bei Gabriel, einem älteren Herrn im Rollstuhl, mit dem sie eine Patisserie eröffnen möchte.
Nun ja, Träume sind ja schon, aber womit bezahlen? Kein Geld, keinen Plan, keine Backerfahrung – ob das gut kommt? Die Schwestern sind grundverschieden, doch Henriette muss sich fragen, ob ihr ein bisschen Spontaneität auch guttäte …
Erster Eindruck: Das Cover vermittelt französisches Flair, ebenso der Buchtitel – gefällt mir gut.
Henriette ist 41 Jahre alt und verliert den Job durch eine Tortenschlacht. Wie bitte? Der Sohn des Chefs, Markus, ist mit „der Kompetenz einer Büroklammer“ ausgestattet, übernimmt dessen Posten. Henriette war fest davon überzeugt, dass sie die Nachfolgerin würde. Doch es kam anders. Sie fährt von Frankfurt nach Lamotte-Beuvron, einem Kaff im Nirgendwo. Wie um Himmels willen hat es ihre Schwester dorthin verschlagen? Es dauert nicht lange, bis die Schwestern sich schon wieder streiten. Denn Henriette hat kein Verständnis für Charlys flatterhafte Art – mal hier, mal dort, übermorgen ganz woanders. Und jetzt will sie eine Patisserie eröffnen? Notabene: Sie hat überhaupt keine Ahnung vom Backen! Julien, ein Verwandter von Gabriel, ist Patissier und wird ihnen einen Schnellkurs geben. Aha. Manche Leute machen jahrelange Ausbildungen, und schaffen es nicht, ein solches Geschäft zu betreiben. Aber Charly will genau dieses Kunststück schaffen? Ohne Geld, ohne Plan, ohne Ahnung von allem? Das Interesse von Charly am Backen ist jedoch gering, ganz im Gegensatz zu Hetty.
Wenn Gabriel in Erinnerungen schwelgte, wurden ellenlange Sätze verwendet. Der längste Satz, den ich mir markiert habe, hatte sagenhafte 106 Worte und über 731 Zeichen! Das fand ich sehr ermüdend. Die Geschichte war durchaus amüsant und – mit Ausnahme der Monstersätze von Gabriel – leicht zu lesen. Aber es war für mich überhaupt nicht glaubwürdig, dass die Schwestern in kürzester Zeit ein Unternehmen aus dem Boden stampfen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben. Von mir gibt es 3 Sterne.
Knappe 3 Sterne
Tod dem Clan von Hannes Nygaard
Frauke Dobermann, Band 5: Der neuste Fall von Frauke Dobermann und ihrem Team vom LKA Hannover führt in die Tiefen der Bandenkriminalität in Braunschweig. Zwei Männer wurden erschossen – Mitglieder eines Familienclans, der zig Leiharbeitsfirmen unterhält und Sinti und Roma als billige Arbeitskräfte verheizt.
Haben sich nun die ausgebeuteten Menschen gerächt? Oder ist der Täter in den Reihen der Konkurrenz zu suchen?
Erster Eindruck: Beim Anblick des Covers wird einem schon ein wenig anders, denn mit Interpretationsspielraum, wie der andere das wohl meinen könnte, ist da nicht mehr viel, oder?
Dies war mein zweites Buch des Autors, aber das erste aus dieser Reihe. Und das ist vielleicht auch mein „Problem“ mit dem vorliegenden Buch: Da mir die Chefin, Frauke Dobermann, so gänzlich unsympathisch rüberkam und ich wirklich Mühe mit ihrem Führungsstil und Umgangston hatte, fehlt mir eventuell das Wissen der letzten vier Bände. Vielleicht hätte ich ihr Handeln eher nachvollziehen können. Interessant fand ich nämlich, dass sie, wenn sie von ihrem Partner sprach – der sie übrigens gerne heiraten würde, wenn sie sich endlich scheiden liesse –, auf mich ganz anders wirkte. Diese Frauke hat mir gefallen, doch selbstverständlich ist mir klar, dass sie als Erste Kriminalhauptkommissarin des LKA anders auftreten muss.
Die geschilderte Bandenkriminalität war doch sehr komplex und ich habe zuweilen etwas den Überblick verloren über die Rumänen, Sinti und Roma, Libanesen, Türken, Araber… Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Roman Fiktion ist, aber es ist erschreckend, dass es solche Geflechte und Menschenausbeutung bzw. -handel auch im echten Leben gibt. Und das ist wirklich eine Tragödie!
Die Spannung war aus meiner Sicht mässig, doch der Showdown bot noch einmal Überraschendes. Aus diesem Grund vergebe ich 3 Sterne.
Was ist ihr Geheimnis?
The Florist von C.L. Pattison
Amy steckt ihre ganze Leidenschaft in ihren Londoner Blumenladen „Darling Blossoms“. Das Geschäft floriert, aber für den erhofften gesellschaftlichen Aufstieg bräuchte sie noch ein paar einflussreiche Kunden. Von einem ihrer Lieblingskunden, James, wird sie beauftragt, die Überraschungsparty für seine Schwägerin Isabel mit Blumen auszustatten.
Amy sucht im Internet nach Isabel und nimmt Kontakt zu ihr auf. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und Amy kann kaum glauben, dass sie nun Teil von Isabels Leben ist. Auf der Party kommt es zu einem Todesfall und Amy wird verdächtigt, etwas damit zu tun haben. Sie muss den Verdacht unbedingt von sich weisen, denn sie hat ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das unbedingt geheim bleiben muss…
Erster Eindruck: Das florale Cover gefällt mir sehr gut – das Bild auf schwarzem Hintergrund wirkt sehr dynamisch, insbesondere durch die Schnitte und die Blutspuren.
Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern abwechslungsweise in der Gegenwart und der Vergangenheit. Diese Erzählweise – mit Einflechten von Zeugenaussagen – ist ziemlich fordernd, macht das Ganze aber auch sehr lebendig.
Ist es in der heutigen Zeit „normal“, eine Person im World Wide Web regelrecht zu stalken und sie dann rein „zufällig“ bei einem Ausflug der Wandergruppe kennenzulernen? Ich denke nicht. Isabel ist sehr selbstbewusst, auch wenn ihr Selbstbewusstsein aufgrund der kürzlich vollzogenen Scheidung und des Jobverlusts ein wenig angeknackst wurde. Sie ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen. Isabel und Amy werden tatsächlich Freundinnen, denn Isabel sonnt sich gerne im Lichte ihrer Bewunderin Amy. Amy muss Isabel noch irgendwie mitteilen, dass sie ihren Schwager James und Isabels Schwester Eleanor kennt, ohne dass sie etwas über die geplante Überraschungsparty verrät…
„Ich wäre enttäuscht, wenn unsere Freundschaft jetzt ins Wanken geriete, nach all den Anstrengungen, die ich in sie investiert habe. Ich wäre sogar verdammt sauer.“
Amy ist eine sehr spezielle Frau, die nicht wirklich Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte. Sie ist einerseits zurückhaltend, aber andererseits, wenn sie dann jemanden kennenlernt, sehr fordernd, fast obsessiv. Letzteres hat bei mir mehrfach ein Schaudern ausgelöst. Ihre Leidenschaft für Blumen war sehr gut spürbar. Das Geheimnis blieb sehr lange ungelöst – sehr gut! Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Geschichte liess sich flüssig lesen und ich war auf den Ausgang wirklich sehr gespannt; der Showdown wurde für mich etwas zu schnell abgehandelt – 4 Sterne.
Zweite und dritte Chancen
Luzie in den Wolken von Charlotte Lucas
Gabriel Bach hat eine ausgewachsene Schreibblockade. Es will ihm einfach nichts Neues in den Sinn kommen. Und das ist gravierend, denn der Verlag sitzt dem Autor im Nacken und verlangt das überfällige Manuskript. Ausgebrannt sitzt er an der Elbe, als er einen roten Luftballon mit einem Zettel findet: „Liber Got, mein Papa ist bei dir im Himell – kannst du mir nicht bite einen neuen schikken? Von ganzem Hertzen, deine Luzie in den Wolken.
“ Diese Zeilen berühren ihn zutiefst und bringen ihn auf eine Idee, die nicht nur auf ihn selbst, sondern auch auf Luzie und deren Mutter Miriam Auswirkungen hat…
Erster Eindruck: Auf dem Cover hält sich ein Mädchen an einem Luftballon fest, was jedoch aufgrund der sehr grossen Schrift von Titel und Name der Autorin fast ein wenig untergeht.
Ein kleines „Oh“, gefolgt von einem Seufzer, entwischte mir, als ich den Original-Klappentext las – wirklich berührend. Ich habe noch nie einen Luftballon mit Nachricht gefunden. Aber ich würde die Karte ganz bestimmt zurücksenden. Und ich wäre neugierig auf den Verfasser der Botschaft, hier somit auf die kleine Luzie.
Das Buch wird aus Sicht von Gabriel bzw. aus Sicht von Miriam erzählt. Ein kleines Mädchen sucht einen neuen Papa – dies kann doch keinen empathisch denkenden Menschen kalt lassen, oder? Gabriel nimmt, nach vorgängiger Ignoranz des Fundstücks, sodann den Weg nach Italien auf sich, damit er die Karte des Ballonwettbewerbes weit weg vom Fundort zurücksenden und dem Mädchen hoffentlich zum Sieg verhelfen kann. Zu einem neuen Papa kann er ihr ja leider nicht verhelfen. Wenn das doch auch so einfach ginge… Zudem hat er eigene Probleme, bei denen ihm auch niemand hilft.
Gabriel gibt sich als „Ben“ aus, der Buchhalter sei, dessen Büro gebrannt habe und er deshalb den Büroraum in Miriams Geschäft „Krümelkiste“ mietet. Allen Leser:innen war schnell bewusst, dass dieses Lügenkonstrukt im ungünstigsten Moment zusammenbrechen würde. Und ebenso klar war, dass Gabriel Gefühle im Weg stehen werden, mit denen er nicht gerechnet hat.
Da die Geschichte – wie einleitend erwähnt – abwechselnd aus Gabriels und Miriams Sicht erzählt wird, gab es Wiederholungen, da sie die gleiche Situation (natürlich) anders bewerten. Diese Wiederholungen haben das Buch für mich unnötig verlängert. Die Auflösung wurde hingegen in ein paar wenigen Seiten abgehandelt, was mir in Bezug auf die Gesamtlänge der Geschichte zu knapp war. Mir hat die Freundschaft von Miriam und Rebecca sehr gefallen. Und Luzie war selbstverständlich zuckersüss. Von mir gibt es 3 Sterne.
Sehr berührend
Feuer der Barmherzigkeit von Serkan; Ronja Treibholz
Serkan wächst als Muslim in Deutschland auf. Er ist von klein auf daran gewöhnt, Leistung erbringen zu müssen, und hat oft das Gefühl, vor Allah und seiner Familie nicht zu genügen. Der Glaube bestand für ihn lange aus Pflichtübungen – wie den auswendig gelernten arabischen Gebeten – sein Herz wurde dadurch nicht erfüllt.
Als er Katja kennenlernt, die eine begeisterte Christin ist, lernt er sodann auch Jesus kennen – und lieben. Doch darf das sein? Darf ein Muslim Christ werden? Die Geschichte wurde mit Unterstützung von Ronja Treibholz geschrieben.
Erster Eindruck: Ein im wahrsten Sinne feuriges Cover – gefällt mir gut.
Ich lese sehr gerne Lebensgeschichten, und auch darüber, wie Menschen ihren Glauben erleben. Die Geschichte von Serkan wird nicht chronologisch erzählt, was jedoch aus meiner Sicht auch nicht nötig ist. Es braucht Mut, sich zu einem anderen Glauben zu bekennen. Und es braucht noch mehr Mut, dies öffentlich zu tun. Es ist jedoch wichtig, solche Geschichten zu bekannt zu machen, denn sie wird etliche Menschen ansprechen, die sich in einer ähnlichen (Glaubens-)Krise befinden und dadurch neue Hoffnung schöpfen.
Diese zwei Zitate haben mich besonders angesprochen:
- „Nie wieder will ich zurück zu jenem Leben, das getrieben war von Leistungsdruck im Glauben, im Beruf und in der Gesellschaft.“
- „Für Gott bin ich absolut wertvoll! Und mich umgibt die Gewissheit, dass er mich liebt, was auch immer ich tue oder was auch passiert.“
Das Buch mit seinen 224 Seiten zeigt nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus seinem Leben. Doch diese Essenz mit all den Hochs und Tiefs ist sehr gut getroffen. Es war für mich sehr berührend, zu lesen, wie er mit sich, den Erwartungen anderer (und auch von sich selbst) kämpfte, wie die Beziehung zu Katja mehrfach fast am Ende war. Doch als er sich zum Christentum bekannte, wurde er innerlich frei, trotz all der persönlichen Einschränkungen von Seiten seiner Familie, die diesen Schritt nicht gutheissen konnte. Das fand ich sehr traurig. Umso mehr freut es mich, dass die Familie von Katja ihn moralisch unterstützt, obwohl auch sie zu Beginn auf die unterschiedlichen Lebensgrundlagen des Paares hingewiesen haben. Ich bedanke mich für Serkans Offenheit und wünsche ihm nur das Beste; von mir gibt es 5 Sterne.
Plötzlich Gazillionär
Liebe in Aussicht von Catherine Bybee
Ein Milliardär fürs Glück, Band 1: Chase und seine Schwester Alex erben nach dem Tod ihres Vaters überraschenderweise dessen Firma und Vermögen, und nicht Melissa, die Ehefrau Nummer 3. Testamentarisch gibt es jedoch eine Bedingung: Sie müssen ihren Halbbruder finden, von dem sie bisher noch nie gehört haben.
Piper hat fünf Jahre als Assistentin für Aaron Stone gearbeitet, wurde aber kurz vor seinem Tod gekündigt. Chase steht vor ihrer Tür und bittet sie, zurückzukommen. Seine Schwester und er brauchen ihre Hilfe. Piper sagt zu, denn sie braucht das Geld. Dummerweise mag sie Chase sehr – aber sie hat ein Geheimnis…
Erster Eindruck: Wie immer ein sehr schönes Cover bei den Büchern von Catherine Bybee.
Das Verhältnis von Chase und Alex zu ihrem Erzeuger war… nicht existent. Als ihre Eltern sich scheiden liessen, waren sie noch Kinder. Ihr Vater hat sich nicht für sie interessiert. Mittlerweile erwachsen, haben Chase und Alex sich beruflich etabliert, und sich nie mit dem Unternehmen Stone Enterprises befasst. Die Testamentseröffnung war daher ein grosser Schock – über Nacht Milliarden zu erben, kann einen schon durcheinander bringen. Miteinher geht selbstverständlich die Verantwortung für all die vielen Mitarbeiter. Wenn da nur nicht dieses Rätsel wäre – einen unbekannten Halbbruder zu finden, von dem rein gar nichts bekannt ist, weder sein Name noch derjenige seiner Mutter.
Mir haben Chase und Alex gleich gut gefallen, ebenso Vivian, deren Mutter. Und Piper mit ihrem Rottweiler „Kit“, genannt „Kitty“. Für Piper lief es gerade nicht so gut, denn sie hat unfairerweise ihren Job verloren, den sie so dringend braucht. Und da wäre ja noch ihr Geheimnis… Es war so witzig, dass Piper sich nicht scheute, klare Worte in den Mund zu nehmen und auch nicht von den Milliarden beeindruckt war. Sie hat Chase gleich „Mr Gazillionär“ genannt. Es war auch amüsant, wie Chase versuchte, sich bei „Kitty“ beliebt zu machen.
Wie kann dieser Halbbruder gefunden werden? Wer kann bei der Suche helfen, ohne dass es die Medien gleich mitkriegen und die Sache zur Katastrophe für das Unternehmen wird? Die Zeit läuft und die Anteilseigner warten nur darauf, dass Chase und Alex versagen…
Das Buch war, trotz der 459 Seiten, wie gewohnt schnell ausgelesen. Und? Hach, das war so schön! Von mir gibt es zweifellos 5 Sterne und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung.
Achterbahn der Gefühle
Der Brieffreund aus Svealand von Frieda Lamberti
In einem Moment war Ana zufrieden mit ihrem Leben, im nächsten Moment wird ihr der Boden unter den Füssen weggerissen, da ihr ihr Mann Olli mitteilte, dass er ausziehen werde. Warum nur? Und was soll nun aus ihr und Sohn Daniel werden? Nach einiger Zeit beschliesst sie, Tjorben in Schweden zu besuchen.
Sie haben früher zusammen mit Olli eine WG gehabt und waren trotz seiner Auswanderung nach Schweden immer in Kontakt. Ana wollte ihn überraschen, findet aber nur Jördis vor, die sich als seine Freundin vorstellt. Da er an seinem neusten Drehbuch schreibe, sei er in seinem Landhaus; er ist telefonisch nicht erreichbar. Ana ist verzweifelt, hat sie sich doch so sehr Trost und Unterstützung von Tjorben gewünscht. Sie versteht die Männer einfach nicht…
Erster Eindruck: Ein schönes winterliches Cover – gefällt mir sehr gut.
Das muss schon ein heftiger Schlag sein, wenn einem – nichts Böses ahnend – plötzlich gesagt wird, dass man eine innere Leere verspüre, nicht glücklich sei und deshalb ausziehen werde. Boom! Die Frage nach dem Warum ist omnipräsent. Hätte ich etwas merken müssen? Hat er eine andere? Was fehlt ihm in der Beziehung? Olli mauert jedoch und sagt nur lapidar, dass er da selbst wieder rauskommen müsse. Es ist zum Verzweifeln, wenn man so viele Fragen hat und gar keine Antworten darauf erhält.
Ana hat mir sehr gefallen, ebenso der kleine Sohn Daniel. Und es war auch schön zu sehen, wie die beiden Grosseltern-Paare sich bei der Betreuung von Daniel miteinbringen. Dies erleichtert Ana ihren Alltag enorm, denn schliesslich muss sie Geld verdienen und Olli fällt nun aus, um Daniel irgendwo abzuholen oder ihn zu beaufsichtigen. Es ist schwer für Ana und ihre Emotionen fahren Achterbahn…
Für mich war dies kein Liebesroman, sondern eher ein Familiendrama. Die Brieffreundschaft, die der Titel erwähnt, ist so gut wie nicht existent (einmal im Jahr Geburtstags- bzw. Weihnachtsgrüsse zu verschicken, ist für mich keine Brieffreundschaft). Dass der Brieffreund in Svealand lebt, ist ebenfalls irrelevant. Das Buch ist auch keine Winter- oder Weihnachtsgeschichte, auch wenn anhand des Covers darauf geschlossen werden könnte. Aber – nun kommt das Aber – das heisst nicht, dass mir die Geschichte nicht gut gefallen hat. Denn das hat sie nämlich, sogar sehr gut. Ich war sehr gespannt, wie die Geschichte ausging und ich sage nur so viel: Mit diesem Ende habe ich definitiv nicht gerechnet. Von mir gibt es 4 Sterne.
Gute Fortsetzung
Salute - Die letzte Fahrt von Friedrich Kalpenstein
Lanza & Zeitler, Band 2: Nicht einmal in Ruhe den morgendlichen Spaziergang kann Paul „Paolo“ Zeitler, Ex-Hauptkommissar aus München und Inhaber des Café „Monaco“, geniessen, denn er sieht einen Hundehalter in voller Montur ins Wasser springen, um zu einem leblosen Körper zu gelangen. Er kommt zu Hilfe, doch leider ist es für Bootsbauer Vincenzo Morelli zu spät.
Commissario Lorenzo Lanza ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Und er ist wenig überrascht darüber, dass Zeitler schon wieder in einen seiner Fälle involviert ist…
Erster Eindruck: Das Cover in den Farben Grün, Schwarz, Weiss gefällt mir – ich mag den Retro-Stil.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden.
Der Verstorbene leitete zusammen mit seinem Bruder Marco das Bootsbauunternehmen in zweiter Generation. Doch das steht mehr als auf der Kippe, denn Vincenzo ist spielsüchtig und Marco hat nicht das handwerkliche Geschick wie sein Bruder, um das Unternehmen alleine führen zu können. Wieso trug Vincenzo so viel Geld auf sich?
Paul fühlt sich am Gardasee angekommen. Witzig ist, dass er nach wie vor nicht mehr als ein paar italienische Floskeln kann. Da hat er wirklich Glück, dass die umliegenden Geschäftsinhaber alle Deutsch sprechen. Und auch der Commissario spricht gut Deutsch. Zeitler hätte nicht gedacht, dass es so bald zu einem Wiedersehen mit ihm kommt. Lanza hat einen sehr trockenen Humor, denn er sagt zu ihm: „Ich werde unsere Techniker bitten, bei jedem weiteren Mordfall automatisch ein Formular mit Ihren Daten anzulegen.“ Das ist doch effizient, oder?
„Schau nicht so weit nach vorne und nicht so weit nach hinten. Sonst übersiehst du das Hier und Jetzt.“ (Sofia)
Mir hat die Entwicklung der „Beziehung“ der Herren Lanza und Zeitler gefallen – langsam wissen die beiden Alphatiere, wie sie am besten miteinander umgehen müssen (von Freundschaft sind wir jedoch noch weit weg). Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und ich mag Zeitler & Co. Nichtsdestotrotz liegt Kommissar Tischler aus der Provinzkrimi-Reihe gegenüber Neo-Barista Zeitler vom Gardasee-Krimi immer noch weit vorne. Von mir gibt es für „Die letzte Fahrt“ 3 Sterne.











