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Rezensionen von peedee:

Spannend, verwirrend, düster

Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann

Moorland, Band 1: Das Moor lehrt den Menschen Geduld und Demut. Die Düsterheit und das Mystische des Moores verleiten aber auch zu unüberlegten Handlungen. Die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana präsentieren sich gerne in den Social Media und produzieren fleissig Content. Von einem ihrer Ausflüge kehren sie jedoch nicht zurück – und es tauchen verstörende Bilder auf ihrem Kanal auf.

Ein schwieriger Einstand für Kommissarin Malia Gold in ihrer alten Heimat: Sie muss nicht nur auf Hochtouren ermitteln, sondern sich auch den eigenen Dämonen der Vergangenheit stellen…

Erster Eindruck: Das Cover ist durch seine dunkle Farbgebung ziemlich düster – eine prima Einstimmung auf das Buch!

Malia Gold kehrt nach Riedberg zurück. In ihre alte Heimat. Und zu ihrer Familie. Es ist kein freudiges Nachhausekommen, aber sie will sich der Vergangenheit stellen, um endlich anzukommen und zu bleiben. Der Einstieg ist heftig: 18-jährige Zwillinge, die einen Ausflug ins Moor gemacht haben, sind nicht nach Hause gekehrt. Das Moor hat seine Tücken, das weiss Malia aus eigener Erfahrung nur zu gut. Sie kennt das Team noch nicht und hat auch nicht damit gerechnet, dass sich die Gegenwart und ihre Vergangenheit so schnell überlappen.
Die Zwillinge Nike und Jana sind eineiig und schön – und das nutzen sie auch aus. Sie spielen „doppeltes Lottchen“, wie und wann es ihnen gerade passt. Verständlicherweise kommt das nicht überall gut an, was sie jedoch wenig schert. Ihr Interesse – ganz im Sinne von Social Media – ist die Aufmerksamkeit: Wie generiere ich am meisten Aufmerksamkeit, Likes, neue Follower? Spanisch- oder Französisch-Vokabeln pauken? Wozu? Lieber noch ein wenig effektvollen Content für ihren Instagram-Account produzieren!

„Wer den Teufel auf sich aufmerksam machte, musste sich nicht wundern, wenn er schliesslich Interesse fand.“

Der Autor hat es geschafft, mit sehr intelligenten Irrungen und Wirrungen Spannung aufzubauen und diese auch durchwegs zu halten. Die Moorlandschaft generierte eine düstere Atmosphäre und ich konnte die Szenerie förmlich vor meinem inneren Auge sehen. Wie oben angetönt, geht es u.a. um Social Media: Was ist heutzutage noch wahr und was ist gefälscht? Das ist wohl eine der grossen und sehr schwierigen Fragen heutzutage. Wem kann man trauen? Ist das Offensichtliche wirklich das Richtige? Fragen über Fragen… Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Ich weiss jedoch, dass das vorliegende Buch nicht das letzte für mich gewesen sein wird – ich habe schon nach seinen anderen Werken Ausschau gehalten und freue mich auf die Fortsetzung von Moorland. 5 Sterne für diesen düsteren Reihenstart!

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Bonbons für spezielle Fälle

Das Glück schmeckt nach Meer: Die Bonbonkocherei von Birte Stährmann

Das Glück schmeckt nach Meer, Band 1: Für PR- und Eventmanagerin Annika ist gerade einiges im Umbruch: Sie verliert ihren Job, da die Firma Insolvenz anmelden muss, und dann liegt auch noch das Kündigungsschreiben für ihre geliebte Stuttgarter Wohnung im Briefkasten. Des Weiteren hat sie geerbt: Ihre verstorbene Tante hat sie als Alleinerbin eingesetzt, aber nur unter der Bedingung, dass sie nach Maasholm an der Schlei zieht und die Bonbonkocherei weiterführt.

Wie bitte? Ihrer frisch verliebten Tochter Lena wird das nicht gefallen. Aber sind der Job- und Wohnungsverlust vielleicht die Anstösse, die sie braucht, um ihrem Leben eine neue Wendung zu verleihen?

Erster Eindruck: Das Cover vermittelt mir ein Gefühl von Ferien, Freiheit – sehr schön.

Annika hat mir gleich gut gefallen: Sie ist geschieden, lebt mit Lena allein in ihrer schönen Wohnung, hat zu ihrem Ex-Mann Paul aber noch guten Kontakt – das ist toll, im Besonderen für die gemeinsame Tochter. Das Erbe hat sie kalt erwischt, denn sie bedauert, dass sie ihre Tante, die Schwester ihrer ebenfalls bereits verstorbenen Mutter, nicht kennengelernt hat. Aber an die Bonbonkocherei, die bereits ihr Grossvater führte, kann sie sich noch gut erinnern. Sie weiss auch, dass er jeweils ganz spezielle Bonbons hergestellt hat, mit speziellen Aromaölen, von denen die Empfänger nicht wussten, dass sie genau diese benötigten. Ob auch ihre Tante diese Bonbons hergestellt hat?
Die Eröffnung, dass sie nach Maasholm ziehen möchte, kommt bei Lena wie erwartet nicht gut an. Gar nicht gut. Das schmerzt zutiefst, aber sie hat das Gefühl, dass sie dies nun für sich machen muss. Lena ist mittlerweile 16 Jahre alt und würde eh nicht mehr lange bei ihr zu Hause wohnen bleiben. Dass sie bei ihrem Vater Paul und dessen neuer Familie einziehen kann, lindert den Abschiedsschmerz nur wenig.

Die Gemeinschaft auf Maasholm hat mir sehr gut gefallen: Die Bonbonkocherei ist seit jeher beliebt und Annika wird gut aufgenommen. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und mich sehr gut unterhalten. Von mir gibt es 4 Sterne; ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Paddington findet eine Lösung

Paddington feiert Ostern von Michael Bond; Karen Jankel

Paddington hat eine grosse Aufgabe: Er will Ostereier für die grosse Eiersuche einkaufen gehen. Er weiss auch schon genau, wo er die Ostereier kaufen will, denn er hat gesehen, wo er für sein Geld die meisten Eier bekommt. Aber dann steht er im Geschäft und sieht, dass leider schon alle Schokoladeneier ausverkauft sind! Was jetzt? Für Kinder ab 3 Jahren; illustriert von R.

W. Alley.

Erster Eindruck: Ein (fast) quadratisches Buch mit Paddington und einem Korb voller Eier auf dem Cover – gefällt mir.

Paddington muss kurz überlegen, was er nun machen kann, als er vor leeren Regalen steht. Im nächsten Laden gibt es zwar Eier, aber er hat zu wenig Geld. Auf dem Markt findet er dann doch noch ein gutes Angebot. Dann besucht er seinen Freund, Mr Gruber vom Antiquitätengeschäft; das ist ein Laden, wo es viele schöne und alte Dinge zu kaufen gibt. Gemeinsam schauen sie sich den Inhalt des Kartons an: Alle Eier sind kaputt! Oje. Aber Paddington findet eine Lösung…

Es gibt viele kleine Details zu entdecken, so z.B. bei der Familie Brown am Esszimmertisch: Mr Brown liest die Zeitung „Notting Hill News“, wo die Schlagzeile auf Deutsch geschrieben ist (dies ist zwar nur ein Detail für die grossen Paddington-Fans, aber trotzdem!). Paddington rennt vom Tisch weg und dabei fällt ihm Marmelade vom Teller, da es schwierig ist, gleichzeitig zu rennen, das Teller und das Marmeladenglas zu transportieren. Auf einer Doppelseite ist ganz viel los: Ein Clown, der lustige Luftballon-Osterhasen macht; ein Musiker, der mehrere Instrumente gleichzeitig spielt; ein Mann, der Popcorn verkauft; ein Stand, wo man schätzen muss, wie viele Eier im Glas sind, und noch vieles mehr. Viele bunte Details, die zum Weiterspinnen eigener Geschichten verleiten. Die Illustrationen sind gelungen und der Textanteil pro Doppelseite ist für die noch sehr junge Zielgruppe absolut passend. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Wenn Panik regiert

Was hält, wenn nichts mehr hält von Brian Johnson

Der Glauben ist für Brian Johnson seit seiner frühesten Kindheit elementar, wächst er doch in einer tiefgläubigen Familie auf. Als Siebenjähriger erlebt er erstmals Panikattacken, die ihn während vieler Jahre ungebetenerweise begleiten sollten. Er bekämpft die Panikattacken mit Lobpreis und Gebet – und mit Hilfe seiner Familie.

Als Erwachsener baut er mit seiner Frau das Musiklabel „Bethel Music“ auf und schreibt preisgekrönte Songs. Doch dann kommt die Panik zurück und all die erlernten Mechanismen aus seiner Kindheit helfen nicht. Er fällt in ein tiefes Loch…

Erster Eindruck: Ein sehr reduziertes, dunkles Cover, bei dem nur die Hälfte des Gesichtes zu sehen ist – eindrücklich.

Wer selbst einmal Panikattacken erlebt hat, weiss, dass sich Todesangst und Verzweiflung ausbreiten und man das Gefühl hat, einen Herzinfarkt zu erleiden. Wenn die Panik vorbei ist, ist man zutiefst erschöpft. Und dann kommt die Angst vor der Angst, der nächsten Attacke. So ist es zumindest mir persönlich ergangen. Ein zutiefst entmutigendes Gefühl – bei der nächsten Panikattacke scheint alle Hoffnung, die sich zwischen zwei Episoden aufgebaut hat, wieder dahin. Ich war daher sehr gespannt, wie Brian Johnson damit umgegangen ist.

„Das muss doch aufhören. Ich kann nicht atmen. Ich ersticke.“

Es ist tragisch, dass er bereits als Kind unter Panikattacken gelitten hat. Mir war nicht bewusst, dass auch schon Kinder davon betroffen sein können. Es hat mich sehr berührt, wie seine Eltern damit umgegangen sind: immer auf Gott vertrauend und auf ein gutes Ende hoffend. Die Ausdauer, Inbrunst, mit der Lobpreis gesungen wurde, war beeindruckend. In meinem persönlichen Glaubensleben kenne ich das nicht, ebenso wenig wie Dämonen und Hexen.
Die Verzweiflung bei Panikattacken betreffen nicht nur den einen Menschen, der diese gerade erlebt, sondern auch seine Familie. Es ist sehr schön, dass Brian diese immer an seiner Seite weiss, ebenso wie gute Freunde.

Ich mag sehr gerne Erfahrungsberichte, wobei ich Einblicke in andere Lebensgeschichten erhalte. In der Original-Inhaltsbeschreibung heisst es: „Ein wertvoller autobiografischer Ratgeber für Betroffene und Angehörige, der aufzeigt, dass die biblischen Verheissungen Gottes wahr bleiben, auch wenn alles andere zu zerbrechen droht.“ Autobiografisch ist das Buch absolut, aber unter einem Ratgeber würde ich mir etwas anderes vorstellen. Ich bedanke mich für die persönlichen Einblicke und die Offenheit; 3 Sterne.

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Für mich zu viel Slapstick

Oachkatzldrama von Marion Wagner

Oachkatzlhof, Band 2: Fotografin Doro hat ein Fotoshooting im Hotel „Oachkatzlhof“, das seit kurzem ihre beste Freundin Gabi leitet, seitdem deren Bruder Loisl nach Amerika gegangen ist. Das Shooting, das für eine junge Dirndl-Designerin stattfinden soll, steht unter keinem guten Stern: Eines der Models wird tot aufgefunden! Und ausgerechnet Tamara, die Tochter von Gabi, steht unter Verdacht, etwas damit zu tun zu haben! Doro und Gabi müssen erneut ihre kriminalistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen…

Erster Eindruck: Das Cover mit dem „Oachkatzl“ ist wiederum gelungen.

Dies ist Band 2 der Reihe. Da ich den Reiheneinstieg erst vor kurzer Zeit gelesen habe, war mir das Umfeld noch bestens präsent.

Doros Mission ist, die neuste Dirndlkollektion von Sophia bestmöglich ins Licht zu rücken. Sie freut sich, dass sie aufgrund der gewählten Location auch noch Zeit mit ihrer Freundin Gabi verbringen kann. Bei Gabis Familie steht nämlich ein grosses Ereignis bevor: Tochter Tamara heiratet! Gabi ist damit nicht ganz einverstanden, denn das Paar ist noch nicht lange zusammen. Aber nun denn: Sie wollen es so und dann soll es so sein. Bei der Hochzeitsplanung mischt auch die Mutter des Bräutigams mit: Margot. Gabi ist ziemlich genervt von deren Ideen (ich fand Margot hingegen cool – sie brachte Schwung in die Geschichte).
Wer hat das Model getötet und in den Busch gezerrt? Jeder Hotelgast oder -mitarbeitende ist vorerst unter Verdacht. Unglücklicherweise gibt es Indizien, die Tamara, die mit den Models befreundet ist, zur Hauptverdächtigen machen! Löwenmutter Gabi muss die Unschuld ihrer Tochter beweisen – die kriminalistischen Ermittlungsansätze hat sie von den sonntäglichen „Tatort“-Filmen. Doro hilft selbstverständlich mit…

War es ein Krimi? Nein, nicht wirklich. War es lustig? Ja, es gab durchaus Lacher, aber leider hat mich das Buch nicht in dem Masse abgeholt, wie es Band 1 getan hat – es waren mir zu viele Slapstickmomente (z.B. mit dem Huhn „Houdini“, Dackel „Mampfred“ oder der Wildsau). Ich fand zudem, dass es zu viele Wiederholungen zum Vorgängerband gab. Der Ausgang der Geschichte war überraschend, aber gut. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Sehr guter Einstieg

Das Kamelienhaus von Tabea Bach

Kamelienhaus, Band 1: Lucinde „Lucy“ Riwall kehrt nach ihrem Studium auf die Kamelieninsel in der Bretagne zurück. Sie wird in der Kosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen. Als diese verkündet, dass sie nach Japan zu einer Kamelienölmanufaktur reisen wird, ist Lucy enttäuscht, denn sie wäre nur zu gerne mitgeflogen, hat sie doch bereits ein Jahr in Japan gelebt und die Sprache gelernt.

Doch dann ist Sylvia verhindert und Lucy übernimmt: Die Reise ist ein Auf und Ab der Gefühle, denn sie lernt unterwegs den attraktiven Finn kennen. Doch für Liebe ist keine Zeit, denn sie muss die Situation um die ausbleibenden Lieferungen des Kamelienöls klären…

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover mit dem berühmten Berg Fuji – gefällt mir sehr gut.

Lucy kehrt nach Hause zurück – auf „ihre“ Kamelieninsel. Sie ist dort mit den Kamelien aufgewachsen, die ihrer Familie und vielen Angestellten ein Auskommen bieten. Ihre Mutter verarbeitet in ihrer Kosmetikfirma wertvolles Kamelienöl und ihr Vater Maël ist ein anerkannter Experte in Sachen Kamelien. Nun wird Lucy ins Management einsteigen und zeigen, was sie während ihrer Studienzeit gelernt hat. Werden die Mitarbeiter sie ernst nehmen? Oder sehen sie „nur“ die Tochter, das kleine Mädchen von früher, in ihr?
Als sie kurzfristig doch nach Japan reisen darf, freut sie sich sehr. Und eine mehr als angenehme Reisegesellschaft hat sie auch noch in Form von Finn gefunden. Sie spürt gleich eine Verbindung zu ihm, bleibt aber in Sachen Reisezweck und Berufstätigkeit vage – man weiss schliesslich nie, was der Gegenüber mit den Informationen vorhat. Es kommt Lucy mehr als zugute, dass sie Japanisch spricht und sich auch mit den Gepflogenheiten des Landes auskennt – dies sind wichtige Türöffner. Als sie auf der Insel Soshima ankommt, erfährt sie den Grund für die ausbleibenden Lieferungen: Der Inhaber ist verstorben und nun steht die Kooperative vor dem Aus! Und ausgerechnet eine ausländische Firma, die Lucy zutiefst verhasst ist, will alles aufkaufen…

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. In den Umschlagklappen sind die vielen Protagonisten aufgelistet – ich war zu Beginn ein bisschen eingeschüchtert und habe auch mehrfach die Listen konsultiert. Aber dann ging es doch besser als erwartet. Des Weiteren gibt es ein Glossar mit japanischen, bretonischen oder französischen Ausdrucken. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und Lucy und ihre Familie haben mir sehr gut gefallen. Und auch Lili, ihre beste Freundin, die heimlich mit einem japanischen Superstar zusammen ist. Die (fiktive) Insel Soshima erschien mir fast ein bisschen zu märchenhaft, ebenso wie Lucys souveränes Auftreten. Nichtsdestotrotz ein sehr guter Einstieg in die Reihe; von mir gibt es 4 Sterne.

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Wenn Eifersucht regiert

Das Glück liegt am Meer von Susanne Oswald

Küstenzauber, Band 3: Jasper will in der Beziehung den nächsten Schritt wagen und Bentje fragen, ob sie ihn heiraten will. Dann würde er auch ganz mit ihr in der Pension „Lüttje Glück“ zusammenleben, und nicht nur zu Besuch sein. Der neuste Gast in der Pension, Julian, ein Physiotherapeut und Pomologe, gefällt ihm nicht.

Oder besser gesagt: Es gefällt ihm nicht, wie dieser Bentje anschaut. Sie ist von Julian beeindruckt, da er enormes Wissen über alte Apfelsorten hat. Jasper ist eifersüchtig…

Erster Eindruck: Wiederum ein sehr schönes Cover, passt gut zu den anderen der Reihe.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Am Ende des Buches gibt es ein Personenregister, das ich den Neueinsteigern vorgängig empfehlen würde.

Der neuste Gast, Julian, hat nicht nur Kleider im Gepäck, sondern etwas sehr viel Schwereres: Er trauert um Alex, seine grosse Liebe. Wie soll sein Leben ohne Alex weitergehen? An manchen Tagen geht es ihm einigermassen, an anderen wird er von Trauer überwältigt. Und nun ist er in Kiekersum, wo sie gemeinsam hin wollten.
Bentje ist schon von Berufes wegen kontaktfreudig, aber mit Julian fühlt sie gleich eine gute Verbindung. Es ist sehr angenehm, sich mit ihm über Gott und die Welt – und natürlich über die Apfelsorten in ihrem Garten! – zu unterhalten. Sie versteht jedoch nicht, dass sich Jasper, ihr Freund, so abweisend gegenüber Julian verhält. Sieht er nicht, dass sie nur Freunde sind? Oh nein, ganz offenbar nicht, denn „Eifersucht“ scheint sein zweiter Vorname geworden zu sein!

Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen und ich hatte ein Nach-Hause-Kommen-Gefühl. Die Autorin bringt die Freude am Handarbeiten und am Backen immer sehr gut rüber. Die Beziehungskrise von Bentje und Jasper war mühsam und ich hätte die beiden am liebsten geschüttelt, damit sie endlich offen miteinander reden! Meine Lieblingsfigur war – wie bereits von Beginn an – Imke, Bentjes Freundin. Ich hoffe sehr, dass dies nicht der letzte Band der Reihe war, denn es wäre schön, wenn Imke eine grössere Rolle bekäme. Der Ausgang der Geschichte war mir zu schnell, zu glatt. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Verlorene Jahre

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen

Erika und Jan, beide Mitte sechzig, sind im Italienurlaub. Im Restaurant spricht Erika ihn darauf an, weshalb er ihr seit Jahren Intimität verweigert. Gefährliche Frage. Die Antwort bringt sie zu Fall: Er hat seit anderthalb Jahren ein Verhältnis mit einer anderen Frau! Was soll nun aus ihrer Ehe werden? Erika liebt Jan immer noch.

Ist es zu spät, ihre Ehe zu retten?

Erster Eindruck: Ein cooles Cover, das ein bisschen Retro-Feeling und ganz viel Optimismus versprüht – gefällt mir sehr gut.

Oha, der Urlaub nimmt ein bitteres Ende, als Jan verkündet, dass er mit einer anderen Frau zusammen ist. Erika hat damit zu kämpfen, dass die andere Frau, Marie, die sie auch kennt, fünfzehn Jahre jünger und dicker als sie ist. Wie kann Jan Marie bevorzugen? Als sie dann erfährt, dass Marie und er auch in ihrer gemeinsamen Wohnung zusammen waren, ist das Gefühlschaos komplett. Wie konnte er nur? Wie konnte Marie nur? Nach viel Geschrei von Erikas Seite geht’s ab in die Paartherapie. Aber wollen wirklich beide die Beziehung retten?

Leider hat mir diese Geschichte nicht wirklich gefallen. Aufgrund der Inhaltsbeschreibung habe ich gedacht, dass es – auch aufgrund des fröhlichen Covers – optimistisch und fröhlich zugeht. Aber nein. Das Buch hat mich deprimiert. Warum das? Für mich blieb Erika farblos – ihr Mann war eh nur eine Nebenfigur – und ich konnte nicht nachvollziehen, wie sie an einer Beziehung festhalten wollen, die ganz offensichtlich schon seit Jahren nicht mehr die Qualität einer liebevollen Paarbeziehung hat. Sie hat ihn vor zwanzig Jahren betrogen – er hat es ihr nun gleichgetan. Wie heisst es so schön? Auge um Auge, Zahn um Zahn?
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Es hatte immer wieder sehr lange Sätze, wie z.B. „Das ist die Hölle der retrospektiven Erkenntnis und der fatalen Neukalibrierung der eigenen Erfahrung, es ist, als würde man von einer fremden Macht überfallen, die eine andere Erzählung über die eigene unmittelbare Vergangenheit spinnt – schrecklich, aber wahrer als die, in der man gelebt hat.“ Am Ende des Satzes habe ich vergessen, wie er begonnen hat. Zudem ging sehr viel um Erikas Sexgedanken (und die dabei verwendete derbe Wortwahl entspricht gar nicht meinem Geschmack).
Menschen sind sehr interessant. Und sehr kompliziert. Wenn dann noch eine Beziehung dazukommt, wird es ultrakomplex. Eine Beziehung unbedingt aufrechterhalten zu wollen, nur um nicht alleine zu sein? Dies scheinen mir verlorene Jahre. Von mir gibt es leider nur 2 Sterne, schade.

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Philosophieren übers Leben

Regen,1 Audio-CD von Ferdinand von Schirach

Das Buch ist eine Erzählung in Form eines Theatermonologs, mit dem der Autor ab Herbst 2023 auf grosse deutsche Bühnentour ging: Ein Mann, der vom Regen durchnässt wurde, kommt in eine Bar und sinniert über das Leben. Ein Hörbuch von 66 Minuten.

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, das im gleichen Stil auch seine anderen Werke schmückt – gefällt mir.

Der Untertitel „Eine Liebeserklärung“ macht neugierig.

Das Hörbuch: Der Sprecher ist der Autor selbst. Ich habe bisher nur das Buch „Sie sagt. Er sagt.“ gelesen; für mich ist es eine Premiere, nun auch seine Stimme zu hören. Er spricht bedächtig, ohne Hast.

Die Geschichte: Der Mann, der in die Bar kommt, erzählt einleitend über die verschiedenen Arten von Regen, wie z.B. Regen in Cornwall, Regen in Nigeria – wo es fast nie regnet –, Regen im Regenwald als Klassiker, White Noise oder auch Pink Noise. Nun ja, dabei erhält man schon eine gewisse Ahnung, wie gerne dieser Mann erzählt. Er spricht über die Berufung zum Schöffen, die Ambivalenz der Welt, über seine Tätigkeit als Schriftsteller, der seit 17 Jahren nicht mehr schreibt, das Pareto-Prinzip oder auch den schlechten Charakter einer Wespe.

Schon bevor ich zu diesem Hörbuch gegriffen habe, hat mich der Untertitel „Eine Liebeserklärung“ irritiert. Was hatte es nun damit auf sich? Das kann ich nicht einmal so genau sagen: War es eine Liebeserklärung an das Leben generell? Denn eines ist sicher, wie der Mann bereits früh erwähnt: „Wir werden sterben“. Sein Philosophieren hat im eigenen Kopf viele Bilder und existenzielle Fragen entstehen lassen. Mir hat das Hörbuch gut gefallen; 3 Sterne.

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Knappe 4 Sterne

Schattenmädchen von Frida Skybäck

Fredrika Storm, Band 3: Die Studentin Isabelle Karlsson verschwindet von einer Party des erfolgreichen Tech-Unternehmens „BubbleBuy“. Erste Recherchen ergeben, dass sie wohl anwesend war, aber scheinbar niemand sie bemerkt hat. Wie kann das sein? Die Polizisten Fredrika Storm und Henry Calment stehen vor einem rätselhaften Geflecht von Beziehungen, Geheimbünden und widersprüchlichen Aussagen.

Sie entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen von vor sieben Jahren. Ein Täter wurde seinerzeit verurteilt, aber es gibt mittlerweile grosse Zweifel, ob alles korrekt abgelaufen ist…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut – passt gut zur Reihe.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Da mir Band 2 um Fredrika Storm und ihren Kollegen Henry Calment sehr gut gefallen hat, war ich gespannt, wie es weitergeht.

Wenn eine Person vermisst wird, ist dies eine Horror-Vorstellung: Was ist mit dem Menschen passiert? Wo ist er/sie jetzt? Jede Minute ohne Wissen um den Verbleib des geliebten Menschen ist zermürbend. So geht es Isabelles Mutter. Ihr Mann, der Stiefvater von Isabelle, ist beruflich im Ausland und kann ihr nicht beistehen. Warum kommt er nicht umgehend nach Hause, um seiner Frau moralisch beizustehen? Merkwürdig. Aber das ist nicht das einzig Merkwürdige: Denise, dies sich als Freundin von Isabelle bezeichnet, scheint etwas zu verbergen. Und was ist mit diesem Tech-Unternehmen? Hat der CEO, Martin Zenberg, etwas mit Isabelles Verschwinden zu tun oder will ihm jemand etwas anhängen?
Fredrika und Henry sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team – trotz aller Unterschiede. Sie ist nach wie vor sehr verschlossen und hat die Tendenz, impulsiv zu handeln. Er ist sehr belesen und teilt sein Wissen gerne mit seinem Umfeld. Beide haben auch dieses Mal im Privatleben einiges zu „sortieren“.

Wenn ein Thriller reine Fiktion gut ist und den Leser:innen unter die Haut geht, ist das das Eine. Aber wenn die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht – so wie die Story hier teilweise auf wahren Verbrechen an der Elite-Universität Lund basiert –, ist es ganz etwas anderes: beängstigend zu sehen, wozu Menschen fähig sind. Der Showdown hat mich überrascht, war unbefriedigend. Dieses Mal nur knappe 4 Sterne.

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