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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

Unsere Träume als Verbindung zu Gott

Entdecke die Kraft deiner Träume von Stephanie Ike Okafor

Bücher über Träume und Traumdeutung gibt es so einige, oft mit psychologischem Hintergrund. Dieses Buch unterscheidet sich grundlegend von den anderen Werken zu diesem Thema, denn es ist von einer christlichen Pastorin aus Kalifornien geschrieben und es geht um die religiös-christliche Sicht auf Traumdeutung, um in Kontakt mit Gott zu kommen.

Insofern ist es ein empfehlenswerte Buch für christliche Menschen und auch für alle, die sich für diese Sichtweise interessieren und offen sind, ihre Perspektive diesbezüglich zu erweitern. Die Autorin selbst ist eine sehr sympathische Frau, die auch einiges aus ihrem Leben und davon, wie Gott sie auf ihrem eigenen spirituellen Weg geleitet und unterstützt hat, erzählt.

Träume werden hier als ein Weg angesehen, durch den Gott mit uns kommunizieren kann und auf symbolische Weise mit uns spricht: er kann uns Hinweise geben, die nächsten Schritte zeigen, uns unsere Berufung aufzeigen oder auf den richtigen Weg zurückführen, bei Entscheidungen unterstützen, uns trösten, aber auch uns oder andere vor Gefahren und Irrwegen warnen. Kern des Buches ist das Führen eines christlichen Lebens in Verbindung mit Gott; nicht nur in Träumen, sondern auch durch Praktiken wie Gebet, Fasten und Meditation.

Außerdem geht es auch darum, wie wir lernen können, zu unterscheiden, welche Träume und Hinweise von Gott, welche von unserer eigenen Seele und welche vielleicht von dunkleren Mächten kommen, indem wir uns mit der Bibel und dem Wesen Gottes auseinandersetzen. Es finden sich auch viele Beispiele aus der Bibel zum Thema Träume und Visionen. Eine besonders wichtige Botschaft für mich war auch, dass Gott sich wünscht, dass wir unsere Gaben, wie hier die der Traumdeutung, nicht nur selbst leben, sondern auch für andere nützen und weitergeben, im Sinne des Vermehrens.

Insgesamt ist es ein sehr interessantes und wertvolles Buch, das Gläubige in ihrem Glauben und in der Verbindung zu Gott unterstützen kann und neue Wege aufzeigt, bewusster die eigenen Träume wahrzunehmen und als wertvolles Kommunikationsmittel mit Gott zu nutzen.

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Persönliche Erfahrungsgeschichte einer deutschen Journalistin in Israel

Manchmal würde ich gern schreien von Steffi Hentschke

Bei "Manchmal würde ich gern schreien" von Steffi Hentschke handelt es sich um ein sehr persönliches Buch. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch ihre Erfahrungen als Journalistin in Israel, angefangen von ihren ersten Praktika in Israel Anfang der 2010er Jahre über die Eskalationen um 2020 bis hin zum traumatischen Überfall der Hamas auf Israel am 7.

Oktober 2023, des darauffolgenden Einmarsches Israels im Gaza-Streifen und der Bombardierung dieses, der Verhandlungen um die Freilassung der Geiseln bis hin zu den Anfängen des Kriegs mit dem Iran im Jahr 2025. Spürbar wird, wie die Autorin empathisch mit den unschuldigen Opfern beider Seiten mitfühlen kann.

Es ist ein sehr persönliches und nahbares Buch: wir lernen die Autorin als junge Frau kennen, erleben Israel und auch die palästinensischen Gebiete in der Westbank und zum Teil im Gaza-Streifen durch ihre Augen, erfahren, wie sie sich Mühe gibt, sich ein differenziertes Bild der Lage zu machen und beide Seiten zu verstehen. Zusätzlich zu ihrer persönlichen Geschichte beschreibt sie den Nahostkonflikt aus ihrer Sicht und macht dabei dessen Komplexität deutlich.

Insgesamt ist es ein sehr interessantes, zugängliches und leicht zu lesendes Buch für alle, die sich für den Nahostkonflikt interessieren. Besonderes Vorwissen zu dem Thema ist nicht nötig, die Autorin erklärt alles so, dass es gut verständlich ist. Kein Buch wird es schaffen, diesen alten Konflikt abschließend zu erklären, aber für eine erste Annäherung an das Thema kann ich dieses Werk jedenfalls empfehlen. Für mich war es sehr interessant und ich habe es gerne gelesen.

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Über die negativen Seiten von Social Media

Der Kampf in den Köpfen von Nina Kolleck

Dieses Buch entspricht inhaltlich genau dem, als was es angekündigt wird: es geht um die Schattenseiten des Internets und sozialer Medien, speziell für Kinder und Jugendliche. Dabei werden neue Medien genau unter dieser Linse betrachtet: als große Gefahr und als etwas, wovor unsere Kinder und Jugendlichen tendenziell eher geschützt werden müssen.

Das ist eine mögliche Betrachtungsweise, wenn auch eine etwas einseitige. Natürlich gibt es viele Belege für das, was die Autorin anführt, die würden sich aber für Vorteile neuer Medien auch finden lassen, es hängt immer davon ab, wo man wie hinschaut und was man wie auswählt aus der Vielfalt an Quellen und Studien.

Als Digital Native, die das Internet liebt und seit langem auch viele positive Aspekte davon erlebt, hätte ich der Autorin an manchen Stellen gerne widersprochen bzw. ihre Sichtweise um die vielen Bereicherungen ergänzt, die das Internet und Social Media bieten, auch für junge Menschen. Das hätte für mich ein vollständigeres Bild ergeben, auch wenn es dann insgesamt vielleicht ein weniger zugespitztes und polarisierendes Buch geworden wäre, dass sich nicht mit so einem Aufmerksamkeit erregenden Titel vermarkten lässt. Auch hat mich persönlich etwas gestört, dass die Autorin politisch eine klare Haltung hat, die im Buch immer wieder durchkommt und so wirkt, als ob sie die einzig wahre und gute sei, in die sich unbedingt die gesamte Gesellschaft entwickeln solle. Auch diese Themen kann man auch anders sehen.

Insgesamt ist es ein interessantes Buch zu einem aktuellen Thema, das dieses aber klar mit Fokus auf das Negative beleuchtet. Ich habe es als Hörbuch des Argon-Verlages gehört, dabei hatte ich den Eindruck, dass die Sprecherin gut zum Buch passt.

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Sehr empfehlenswertes Praxisbuch mit vielen Übungen

The Artist's Toolkit von Käthe Wenzel; Nadja Driller

Der Haupt Verlag ist dafür bekannt, ganz besonders schön und ansprechend gestaltete Bücher herauszubringen. Da ist auch die neueste Erscheinung - The Artist's Toolkit - keine Ausnahme. Es handelt sich um ein Buch, das schon viel Freude macht, wenn man es nur anschaut und durchblättert, denn es ist wunderschön gestaltet und steckt voller Inspiration.

Es ist ein Mitmachbuch, das dazu einlädt, sich mit verschiedenen Themen, die für künstlerische Tätigkeiten relevant sind, experimentierend auseinanderzusetzen. Trockene Theorie gibt es hier nicht, die Einführung in die jeweiligen Schwerpunkte ist kurz und knapp gehalten, danach geht es immer sofort an die praktische Arbeit und ans Ausprobieren. Das Buch beginnt mit einer Einführung in die hilfreiche innere Haltung beim künstlerischen Arbeiten und betont dabei, wie wichtig Prozessorientierung, Üben und Offenheit für die künstlerische Arbeit sind. Passend dazu ist dem Thema "Fehler machen" ein ganzes Kapitel gewidmet.

Geübt wird zum Beispiel blind zu zeichnen, jeden Tag Notizen zu machen, bewusst die eigene Umgebung zu beobachten, dabei den Fokus auf ein bestimmtes Thema zu lenken, einen Gegenstand in immer neuer Umgebung zu betrachten und vieles mehr. Wer sich auf diese Übungen einlässt, schult nicht nur die eigene Kreativität, sondern auch die Wahrnehmung der Welt, das Durchhaltevermögen und vieles mehr. Dadurch erwirbt man viele wichtige Fähigkeiten, die im Kunstbereich, aber auch in vielen anderen Bereichen nützlich und hilfreich sind und bekommt damit, in den Worten der Autorinnen "eine gut bestückte Werkzeugkiste mit künstlerischen Überlebenstechniken" (S. 190).

Inhaltlich geht es außerdem um Themen wie Skizzieren, Inspiration finden, Durchhaltevermögen, Umgang mit verschiedenen Materialien, Mut zur Lücke, bewusste Raumwahrnehmung, Organisation und schließlich auch um das Veröffentlichen der eigenen Werke, damit auch andere Menschen davon inspiriert werden und sich darin spiegeln können. In den Kapiteln finden sich viele Übungen zum praktischen Ausprobieren und am Ende jedes Kapitels gibt es weiterführende Literaturtipps für eine tiefer gehende Beschäftigung mit dem jeweiligen Schwerpunktthema sowie Selbsttests und Reflexionsfragen.

Das Buch eignet sich mit seiner offenen, Mut machenden Gestaltungsweise gut für Menschen, die sich neu mit dem Thema Kunst und eigene Kreativität beschäftigen. Es kann problemlos im Selbststudium durchgearbeitet werden. Man merkt den Autorinnen an, dass sie viel Erfahrung in der praktischen Arbeit mit Studierenden und in der Vermittlung des künstlerischen Handwerks haben. Auch ich als Hobbykünstlerin ohne berufliche Ambitionen in diesem Bereich habe mir eine Menge aus diesem inspirierenden Buch mitnehmen können und viele der Übungen und Haltungen daraus werden mich noch weiterhin begleiten. Aber auch Menschen, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen, können sich bestimmt so einiges mitnehmen, denn durch die praktischen Übungen haben alle die Möglichkeit, sich von ihrem eigenen Niveau aus weiterzuentwickeln.

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Wohin die USA sich gerade entwickeln

Der amerikanische Albtraum von Klaus Brinkbäumer

Der Journalist und langjährige USA-Kenner Klaus Brinkbäumer stellt uns in seinem neuen, ausgezeichnet recherchierten Sachbuch die USA der Gegenwart vor. Er reist durch das Land, besucht Wahlveranstaltungen, spricht mit verschiedensten Menschen, beobachtet und hört zu und zeichnet dabei ein Bild eines Landes, das sich in kürzester Zeit in erschreckendem Tempo verändert hat und sich immer weiter weg von der uns bekannten Demokratie entwickelt.

Analysiert wird, wie es zum Aufstieg des aktuellen Präsidenten kommen konnte und wie dieser die "Pause" zwischen seinen beiden Regierungsperioden nutzte, um bei Wiedererlangung der Macht umso schneller das ganze Land umbauen und seine Gegner verfolgen zu können.

Dabei wird klar, dass vieles noch um einiges radikaler ist, als es aufgrund dessen, was man in Europa im Zuge der Berichterstattung so mitbekommt, wirken könnte und dass Europa nun mehr denn je gefordert ist, seine eigene Position, Einigkeit und Stärke zu finden und zu behaupten. Ich kann es allen, die sich für das aktuelle Zeitgeschehen in der Welt interessieren, wärmstens empfehlen.

Auch die Hörbuchausgabe, herausgegeben im Argon Verlag und gesprochen vom Autor selbst, ist sehr empfehlenswert: unterhaltsam, kurzweilig und gut verständlich vorgetragen, habe ich mich keine Sekunde der über 11 Stunden dauernden Hörbuchdatei gelangweilt.

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Anspruchsvoll und komplex

Sanditz von Lukas Rietzschel

"Sanditz", der neue Roman des jungen Schriftstellers Lukas Rietzschel, erschließt sich in seiner Komplexität und Fülle den Leserinnen und Lesern nicht einmal so eben im Vorbeigehen. Das umfangreiche Buch mit vielen Figuren, unterteilt in viele kleine, kurze Kapitel, braucht Zeit, Aufmerksamkeit, teilweise Hintergrundwissen und am besten eine Zweitlektüre, um voll und ganz davon zu profitieren.

Sehr empfehlenswert ist es, während der Lektüre immer wieder mal das auf den hinteren inneren Buchklappen abgedrückte Personenverzeichnis zu konsultieren, um sich ein bisschen besser orientieren zu können.

Denn vorgestellt werden uns viele Personen aus der Familie Wenzel/Moschnick aus mehreren Generationen sowie aus deren Umfeld, Freunde und Freundinnen, Partner und Partnerinnen, Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen und weitere Personen aus dem Ort, in mehreren Zeitebenen, die die Zeit der DDR, die Nachwendezeit und die jüngere Gegenwart während Corona-Pandemie und Ukrainekrieg umfassen. Da dauert es schon eine Weile, sich einigermaßen in der Geschichte zurecht zu finden und einordnen zu können, wer wer ist und in welchem Verhältnis zu den anderen Personen steht.

Themen wie offene und verdeckte Kritik am Regime in der DDR, wirtschaftlicher Niedergang in der Wendezeit, Spatensoldaten, Querdenkertum und vieles mehr finden ihren Raum. Rietzschel zeichnet seine Charaktere authentisch und liebevoll, ohne zu stark in Klischees zu verfallen. Er schafft es, ihre Entscheidungen - auch jene, die die Lesenden vielleicht selbst nicht so treffen würden - wertfrei darzustellen, ohne die Personen abzuurteilen, und zeigt auf, dass Menschen eben nicht unbedingt in vorgefertigte Schablonen passen und am Ende durchaus auch überraschen können.

Sehr unzugänglich war für mich persönlich der Einstieg ins Buch mit einem mythologischen Bezug auf die "Krabat"-Geschichte, die ich leider nicht kannte und deren Verbindung zum restlichen Roman sich wohl nur erschließt, wenn man diese kennt, nachliest oder sich näher damit auseinandersetzt. Überhaupt ist das Buch voll von so einigen symbolischen Bezügen, die ein tiefer gehendes Hintergrundwissen oder zumindest eine ausführliche, sorgfältige Beschäftigung damit verlangen, um sie entdecken und entschlüsseln zu können. Dadurch eignet es sich aber besonders gut für gemeinsame Diskussionen oder Lesekreise, die in diesem Fall sehr davon profitieren, auch über einschlägig vorgebildete Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verfügen.

Es ist also ein ziemlich anspruchsvolles Werk, das trotz der kurzer Kapitel Konzentration erfordert und sich nicht eben so schnell und unterhaltsam nebenbei wegliest. Ich habe gut die Hälfte des Buches gebraucht, um wirklich in die Geschichte reinzukommen, mich einigermaßen auszukennen und die Lektüre wirklich zu genießen. Schafft man es aber, sich darauf einzulassen und dem Buch den nötigen Raum zu geben, gegebenenfalls nebenbei auch einem bisher Unbekanntes zu recherchieren, dann wird man mit einem qualitativ hochwertigen, komplexen und vielschichtigen Buch über die letzten Jahrzehnte in Ostdeutschland, von der DDR über die Nachwendezeit bis zur Gegenwart, belohnt.

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Wenn einer Frau der Zufall den Weg aus der Gefahrenzone zeigt

Grüne Welle von Esther Schüttpelz

Die Frau war mit der Freundin im Kino. Einmal im Monat macht sie das. Es scheint ihr einziger dauerhafter Sozialkontakt zu sein, neben ihrem Mann, mit dem sie seit über zehn Jahren verheiratet ist. Doch diesmal ist etwas anders als sonst. Sie fährt nicht auf direktem Weg nach Hause, sondern lässt sich von den grünen Ampeln treiben, immer weiter weg.

Es ist keine wirklich bewusste Entscheidung, sie lässt sich einfach treiben und denkt ab und zu darüber nach, dass sie umkehren werde, sobald mal eine Ampel rot sein werde... doch es ist grüne Welle. Sie fährt auf die Autobahn auf und noch weiter weg. Sie lässt sich treiben, so ist sie es gewohnt. Entschlossen eigene Entscheidungen zu treffen, war vielleicht noch nie ihre Sache, vielleicht war sie schon immer der intuitive Typ, vielleicht hat sie in den letzten Jahren ihren Glauben an ihre Selbstwirksamkeit verloren...

Währenddessen wird der Mann zu Hause unruhig, schließlich ist er gewohnt, dass die Frau nach dem Kinobesuch mit der Freundin einmal im Monat direkt zu ihm nach Hause fährt. Er kontaktiert die Freundin der Frau, diese weiß auch nicht mehr. Die beiden reden darüber, ob etwas getan werden solle. Die Polizei solle nicht gerufen werden, wünscht der Mann. Und so schreitet die Nacht voran und dann bricht ein neuer Tag an und die Frau ist immer noch in ihrem Auto unterwegs.

Ich habe mich bemüht, diese kurze Zusammenfassung in einem ähnlichen Stil zu schreiben, in dem das Buch verfasst ist. Denn dieses besondere Buch lebt stark von der Art, wie es geschrieben ist. Es sind nicht Menschen mit konkreten Namen, mit denen wir zu tun haben, es sind "die Frau", "der Mann", "die Freundin der Frau" und später zwei Mädchen, die sie trifft: "die Große" und "die Kleine". Das macht schon deutlich, worum es in diesem Buch geht: nicht um konkrete Personen und Einzelschicksale, sondern um Muster und destruktive Beziehungsdynamiken von Gewalt in der Beziehung und damit einhergehender Isolation von anderen Menschen und Entfremdung von der Welt.

Auf ihrem Roadtrip lernen wir die Frau besser kennen und erfahren nach und nach mehr über sie. Früher war sie eine lebensfrohe junge Frau, sie hat auf der Kunsthochschule studiert und ist Künstlerin, doch dann hat sie den Mann kennen gelernt und in der Beziehung mit ihm ist ihre Welt immer kleiner und enger geworden. Auch körperliche Verletzungen sind an ihrem Körper zu entdecken. Und sie ist sehr ängstlich, fürchtet ständig, bei einem Stopp könne jemand die Autotüren aufreißen, weil die Verriegelung des alten Autos nicht mehr funktioniert. Dabei gibt es auf den ersten Anblick in der Umgebung, die sie durchfährt, kaum offensichtliche Gefahren... abgesehen von Wild, das plötzlich auf die Straße rennen könnte.

Wenn man näher hinschaut, ist dieses Buch voll von interessanter Symbolik, die sich an vielen Stellen zeigt und wiederholt. Dadurch wirkt das Buch insbesondere emotional sehr stark nach, was ich auch beim Verfassen dieser Rezension, mehr als eine Woche nach Beendigung der Lektüre, noch deutlich in mir spüre. Sobald ich wieder an dieses Buch denke, habe ich das Gefühl, wieder mit der Frau auf ihrem Roadtrip zu sein, ihre Beklemmung zu spüren, aber auch gemeinsam mit ihr auf ihre Befreiung aus ihrem unglücklichen Leben und der Gewaltbeziehung zu hoffen.

Nachdenklich macht das Buch auch über die destruktive Dynamik von Gewaltbeziehungen und darüber, wie schwer es ist, aus diesen auszubrechen - auch deshalb, weil die Täter ihre Opfer sozial isolieren und deren Selbstwert systematisch zerstören. Ob der Frau das am Ende gelingen wird, beantwortet dieses Buch nicht abschließend, das muss es auch nicht. Der größte Wert des Buches liegt darin, auf eindringliche Weise gerade durch die allgemein gehaltenen Charaktere und die eingebundene Symbolik für das Thema häuslicher Gewalt zu sensibilisieren. Es ist ein rundum gelungenes Werk, das ich allen, die tiefgründige Bücher mögen, in denen es einiges an zu entschlüsselnden Metaphern gibt, sehr empfehlen kann!

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Eine scheinbar kleine Entscheidung und ihre Folgen

Die Namen von Florence Knapp

Cora ist gerade zum zweiten Mal Mutter geworden. Sie hat schon eine neunjährige Tochter, Maia, doch diesmal ist es ein Junge, der ersehnte Stammhalter für ihren Mann Gordon. Dieser ist ein erfolgreicher, charismatischer Hausarzt aus alter, stolzer Ärztefamilie, in der es selbstverständlich ist, dass an den ersten Sohn immer der Name "Gordon" weitergegeben werden muss.

Nun steht Cora kurz vor der Entscheidung, zum Standesamt zu gehen und den Namen des Säuglings eintragen zu lassen. Doch sie zögert... denn nicht nur würde sie dem Baby gerne einen eigenen Namen mitgeben, verbindet sie außerdem mittlerweile viel Ungutes mit dem Namen "Gordon", denn ihr nach außen so liebevoll wirkender Mann ist ein geschickter Manipulator und brutaler Schläger, der sie von allen anderen Menschen in ihrem Leben isoliert, ihr immer mehr Freiheiten nimmt, sie beschimpft, demütigt und brutal misshandelt. Diesen Namen soll ihr Sohn nicht tragen, doch wird sie es schaffen, sich anders zu entscheiden, und was wird daraus resultieren?

Das Buch besteht aus drei alternativen Handlungssträngen: in einem davon wagt es Cora nicht, gegen den Willen ihres Mannes zu handeln, und der Junge wird Gordon heißen. In einem weiteren nennt sie auf Anregung der großen Schwester des Babys den Jungen "Bear" und hofft, dass er damit verbunden stark, aber auch kuschelig, herzlich und liebevoll werden würde. Im dritten Szenario schließlich bekommt er den Namen "Julian", was für Himmelsvater steht, und Cora versucht, ihrem Mann das als Würdigung seiner Position als Vater zu verkaufen.

In der Klappenbeschreibung ist angekündigt, dass es in dem Buch darum gehe, wie ein Name einen Menschen prägt, doch es geht um so viel mehr als das. Nicht nur die Namen unterscheiden sich, auch die Lebenswege der Kinder werden drastisch verschieden sein, denn der Vater Gordon reagiert jeweils unterschiedlich auf die Namensgebung und das hat Konsequenzen für das weitere Leben. Es werden jeweils wechselnde Episoden aus dem Leben der Familie in verschiedenen, voranschreitenden Zeitepochen beschrieben, im Abstand von ungefähr sieben Jahren, von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart.

Ich habe dieses Buch geliebt und in kürzester Zeit verschlungen! Es ist äußerst spannend geschrieben und man will unbedingt wissen, wie es mit der Familie weitergeht, bangt und zittert mit den Kindern und deren Mutter und ist neugierig auf ihre weitere Entwicklung. Die Charaktere sind detailliert und authentisch ausgearbeitet und die Gewaltdynamik in der Beziehung ist anschaulich beschrieben - auf eine durchaus drastische Art und Weise, auf die man beim Lesen vorbereitet sein sollte. Das Buch ist also nichts für Menschen, die Beschreibungen schlimmer Gewalt nicht gut aushalten können.

Dennoch ist zum Glück die Handlung nicht nur davon getragen, sondern es gibt auch viele schöne Begegnungen zwischen Menschen und es ist generell sehr interessant, die Figuren in den verschiedenen Szenarien über diese Zeit zu verfolgen. Dabei schafft das Buch eine gute Balance zwischen Tiefgründigkeit und Spannung. Insgesamt ist es ein sehr starkes Debüt einer begabten Autorin, von der ich sehr gerne noch weitere Bücher lesen würde!

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Über das Innenleben einer Frau angesichts vieler offen bleibender Fragen

Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann

"Ich möchte zurückgehen in der Zeit" von Judith Hermann ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, aus wie wenig tatsächlichem Material aus der eigenen Familiengeschichte sich dennoch ein komplettes Buch machen lässt. Wenn man die Beschreibung auf der Rückseite des Buchumschlages liest, könnte man den Eindruck gewinnen, es würde in dem Buch hauptsächlich um die Aufarbeitung der Geschichte des Großvaters gehen.

Wer sich hier spannende neue Erkenntnisse erwartet, dem sei schon an dieser Stelle gesagt, dass das Buch diese nicht liefern kann.

Das Buch ist in drei Teile geteilt, von denen der erste der längste und der dritte der kürzeste ist. Auf den ersten 70 Seiten des insgesamt nicht einmal 160 Seiten umfassenden Büchleins folgen wir der Autorin nach Radom, wo ihr Großvater, der lange vor ihrer Geburt gestorben ist und den sie deshalb nie persönlich kennen lernte konnte, als Mitglied der Waffen-SS stationiert war. Es kann vermutet werden, dass er in dieser Funktion in die Gräuel und Menschenrechtsverletzungen, die dort zur Zeit des Dritten Reiches verübt haben, aktiv involviert war. Genaueres darüber weiß die Autorin aber nicht, wissen wir als Leserinnen und Leser somit auch nicht und werden auch werden sie noch infolgedessen wir durch ihren Aufenthalt dort erfahren. Im Wesentlichen besteht dieser Teil des Buches aus einer durchaus atmosphärischen Beschreibung des Alleinseins der Autorin in Radom, während sie darauf hofft, dass sich allein durch ihre Präsenz in dieser polnischen Stadt ihr ein Weg zu Erkenntnissen über die Taten des Großvaters zeigt, was aber nicht wirklich geschieht: "... ich hatte angenommen, dass die Stadt auf mich gewartet hatte und mir eine Reihe notwendiger Schritte nun irgendwie diktieren, vorgeben würde, das tat sie aber nicht, also ging ich raus und machte mich auf die Suche nach etwas, von dem ich nicht wusste, was es war." (S. 19)

Sie sucht also nach irgendetwas und findet nicht wirklich. Meint, auch nach Jahrzehnten die beklemmende Atmosphäre der Stadt, in der einst so vielen Juden lebten und es nach deren Vertreibung und Ermordung in der NS-Zeit bis heute kaum mehr welche dort gibt, zu spüren. Sie beschäftigt sich mit sich selbst, liest Gedichte, spaziert herum, betrachtet das Foto des Großvaters, denkt über ihre Familie nach und über das, was in Radom passiert ist. Telefoniert mit der Mutter und fragt sie nach Erinnerungen an den Großvater, diese weicht aus und meint, sich nicht an viel erinnern zu können, sie hatte auch nicht viel gemeinsame Zeit mit ihm verbracht und war noch recht jung, als er starb. In der allerletzten Woche ihres Aufenthaltes tragen doch noch Bemühungen der Autorin Früchte und sie darf ein Museum besuchen, Fragen stellen, erhält eine Stadtführung eines Historikers und eine Einladung zu einem Sabbatessen. Leider erwähnt sie all dies nur in ähnlich kurzer Form, wie ich es hier schreibe und lässt uns Lesende nicht an diesen Erfahrungen und etwaigen Erkenntnissen daraus teilhaben.

Danach folgt ein geringfügig kürzerer Teil, wieder knapp 70 Seiten, bei dem die Autorin, weil es ihr so einfällt, von Krakau aus weiter Richtung Süden zu fahren, nach Napoli fährt, um die dort lebende Schwester zu besuchen. Auch hier geht es weiter viel um das Innenleben der Autorin und um deren Alltagsbeobachtungen. Wenn sich Substanzielles in diesem Teil verbergen sollte, dann in symbolischer Form, etwa in Vergleichen zur Arbeit der Schwester als Archäologin und zum ausgelöschten Pompeji oder zu einer Wohnung einer Verstorbenen, in der sich die Familie trifft. Mit viel Bemühung und eigener Interpretationsleistung kann man hier sicher einige interessante Vergleiche ziehen und diskussionswürdige Punkte finden. Über die Familiengeschichte der Autorin und insbesondere des Großvaters erfährt man in diesem Teil aber auch nichts Neues.

Am Ende gibt es dann noch ein sehr kurzes Kapitel mit einer Erzählung, die scheinbar in keinem näheren Zusammenhang zum Rest des Buches steht, bei der sich bei näherer Betrachtung aber ebenfalls Parallelen zu den anderen beiden Erzählsträngen finden lassen.

Wer etwas über Geschichte und tatsächliche Vergangenheitsaufarbeitung erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Dafür gibt es inhaltlich viel zu wenig her. Auch ist es von der psychologischen Komponente her meiner Beurteilung nach wenig verallgemeinerbar für das Empfinden der Nachkommen dritter Generation aus möglichen Täterfamilien, dazu empfinde ich die Autorin und Ich-Erzählerin als deutlich zu speziell. Wer sich aber für die innere psychische Verfassung einer Frau interessiert und viele subtile, symbolische Bezüge mag, wird mit diesem Buch möglicherweise seine Freude haben.

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Es braucht ein "Dorf" für einen jungen Mann

Pina fällt aus von Vera Zischke

Wer ein Kind bekommt, hört oft von dem afrikanischen Sprichwort: "Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen". So ein Dorf hat Pina erst einmal nicht. Seit 20 Jahren kümmert sie sich völlig alleine um Leo. Leo, der schon immer anders war. Der nicht zu dem Zeitpunkt sprechen lernte, als andere Kinder es taten.

Der nicht ins Regelschulsystem passte. Der in seiner eigenen Welt lebt, die kaum jemand versteht. In diese Welt passt Leo nicht rein und seine einzige Stütze ist Pina. Aufopferungsvoll kümmert sie sich um ihn, hat ihr eigenes Leben hintan gestellt. Jeden Morgen stellt sie Leo seine Frosties mit Milch hin - die einzige Sorte, die er mag - mit dem Löffel in genau dem richtigen Winkel und darin aufgelösten Vitamintabletten zur Ergänzung seiner einseitigen Ernährung. Sie sorgt dafür, dass er den Bus erwischt, um in die Tageswerkstätte zu kommen. Sie versteht sein Denken und seine Routinen. Dabei ignoriert sie die immer schlimmer werdenden Magenschmerzen, die sie plagen. Schluckt eine Schmerztablette nach der anderen, denn für einen Krankenhausaufenthalt oder gar die empfohlene Kur für pflegende Mütter sieht sie keine Möglichkeit: wer würde sich dann denn um Leo kümmern?

So kommt es, wie es fast schon kommen muss: Pina bricht nach einem Einkauf der Straße zusammen. Diagnose Magendurchbruch. Sie überlebt nur knapp und landet auf der Intensivstation, ist erst einmal tagelang kaum bei Bewusstsein. Niemand kommt sie dort besuchen, die Pflegekräfte wundern sich, ob diese Frau überhaupt keine Angehörigen habe? Zurück daheim bleibt ein hilfloser Leo, dessen Welt, Routinen und Bedürfnisse nun keiner mehr versteht. Was wird nun mit ihm passieren?

In diesem berührenden Buch gibt es noch so etwas wie eine heile Welt: Nachbarn, die davor zwar wenig miteinander zu tun hatten, aber nun, als sie die Not erkennen, einspringen, eine Gemeinschaft bilden und sich um Leo kümmern. Da ist die 86-jährige Inge, die schon 10 Jahre lang ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat, meint, keine Stiegen mehr steigen zu können und nun von der Rentenkasse aufgefordert wird, einen Nachweis zu bringen, dass sie noch lebe. Dann gibt es Alina, die sich nun Zola nennt, 16 Jahre alt, Schulabbrecherin und in den eigenen Augen absolute Versagerin, die von ihrem wohlhabenden Vater nach wiederholten Ladendiebstählen in einer Wohnung im Haus einquartiert wurde. Außerdem der alleinstehende Sonderling Wojtek, der sich übers Internet in eine Russin verliebt hat, von der er kleine Kristalltierchen zu überhöhten Preisen kauft. Diese drei Außenseiter, die es auch nicht leicht im Leben haben, haben alle insgesamt das Herz am richtigen Fleck und springen ein, kümmern sich um Leo, lassen sich auf seine Welt ein und sich von seiner kindlich-naiven Hoffnung tief berühren.

Zutiefst berührend ist auch die Leseerfahrung dabei. Es sind eigenartige und doch absolut liebenswerte Gestalten, die man hier kennen lernt und bald ins Herz schließt. Dabei ist die Geschichte keineswegs seicht, sondern zeigt immer wieder, dass die Autorin - die selbst ein "besonderes" Kind hat, das sie pflegt - sich viele Gedanken über die Möglichkeiten und Grenzen von Inklusion gemacht hat, die in das Buch miteingebaut sind. Zurück bleibt nach dem Lesen nicht nur ein warmes, hoffnungsvolles Gefühl, sondern ganz besonders ein verstärktes Bewusstsein dafür, was für einen Unterschied es für eine lebenswerte Gemeinschaft und ein gutes Leben für alle machen könnte, wenn die meisten Menschen ihre Umgebung achtsam wahrnehmen und sich zu Hilfe und Unterstützung bereit erklären würden. Um wie viel es das eigene Leben und das anderer bereichern kann, sich füreinander einzusetzen und sich gegenseitig zu unterstützen. Damit ist es auch ein Buch mit einer wichtigen Botschaft, dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche - für eine nachhaltige Veränderung in unserer Gesellschaft, die oft bei ganz kleinen Schritten beginnt.

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