Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Ein unglaublich spannender Politthriller
Echokammer von Ingar Johnsrud
Politik, Wahlen und Rechtsextremismus sind gerade aktuelle Themen und diese hat Ingar Johnsrud genutzt, um daraus eine unglaublich spannenden und nervenaufreibenden Thriller zu konstruieren.
Es geht um die Wahl des norwegischen Parlaments. Während des Endspurts des Wahlkampfes zeichnet sich ein Anschlag von der rechtsextremen Seite ab.
Während Liselott Benjamin und Martin Tong, die Ermittler der Anti-Terror-Einheit, alles versuchen um dies zu verhindern, sind die Politiker auf ihren Machtkampf fixiert und erkennen nicht den nötigen Ernst der Lage.
In den kurzen Kapitel, in denen die Zeit bis zur Wahl immer knapper wird, steigt die Spannung stetig.
Die Handlung ist nah an der Realität, wodurch die Ereignisse beängstigend sind. Was Machtgier aus Menschen macht, ist ebenso unfassbar wie der Hass der rechtsextremen Gruppe und die Auswirkung von sozialen Medien.
Dies ist der erste Band einer Trilogie und für mich ist klar, dass ich die Folgebände lesen muss.
Geschichte, die beeindruckt
Der große Riss von Cristina Henríquez
Der Panamakanal verbindet bis heute den Atlantik mit den Pazifik. Für seinen Bau wurden 4000 Arbeitskräfte gesucht, von denen jeder seine eigene Geschichte hat.
Christina Henriquez verfolgt in ihrem Roman das Leben mehrerer Menschen, die am Bau des Kanals beteiligt waren. Natürlich wird hier nur ein winziger Bruchteil der helfenden Hände und Köpfe aufgegriffen, aber sie stehen stellvertretend für alle und dennoch ist jeder für sich ein Unikat.
Menschen unterschiedlichster Herkunft und Gesellschaftsschichten, welche die den Bau befürworten, aber auch welche, die sich dagegen sträuben kommen zu Wort.
Es ist interessant die unterschiedlichen Perspektiven einzunehmen.
Das Buch lebt von seinen vielfältigen Charakteren und ihren Verflechtungen, die durch den Bau des Kanals zustande kommen.
Sowohl die Arbeitsbedingungen rund um die Kanalarbeiten als auch die Umgebung werden detailliert beschrieben.
Da der Panamakanal gerade wieder ein höchst aktuelles Thema ist, fand ich die historischen Fakten sehr interessant und lesenswert.
Kurzweilige Unterhaltungsliteratur
Frau Hempels Tochter. Roman von Alice Berend
Ich hätte niemals gedacht, dass dieser Roman bereits im Jahr 1913 erschienen ist.
Er beschreibt das Leben der Familie Hempel, eine einfache, kleinbürgerliche Familie, die im Berlin der Kaiserzeit lebt. Obwohl die Familie in einfachen Verhältnissen lebt, ist ihre Sicht auf den Alltag sehr lebensbejahend und ausgesprochen amüsant.
Nur wenige Begriff, die im Anschluss an den Roman erklärt werden, deuten daraufhin, dass Alice Berend dieses Buch bereits vor mehr als 100 Jahren geschrieben hat. Ihre Sprache und ihre Vergleiche des Großstadtlebens mit dem auf dem Land sind humorvoll und die Einblicke, die sie in das Leben der unteren Gesellschaftsschichten gibt, authentisch.
Sie bringt es auf den Punkt, was im Leben wirklich wichtig ist.
Liebe in allen Facetten
50 Wörter für Liebe von Thomas Lambert Schöberl
Nichts ist so wichtig und erfüllend wie die Liebe, ein Leben ohne sie ist unvorstellbar.
Aber wie vielfältig die Liebe ist, wo wir sie finden und wo wir ihr überall begegnen, dass machen sich vermutlich nur die wenigsten von uns bewusst.
Liebe ist vielseitig und diese Vielseitigkeit hat der Autor in Worte gefasst.
50 unterschiedliche Wörter, von denen ich längst nicht alle direkt mit Liebe in Zusammenhang gebracht hätte, werden hier beleuchtet und laden zum Reflektieren und Nachdenken ein.
Ebenso vielfältig wie die ausgewählten Wörter ist die Form, in der dem Leser die Begriffe näher gebracht werden.
Neben Geschichten, Gedichten, Anekdoten und Zitaten gibt es auch praktische Übungen, die den Begriff der Liebe ganz neu definieren und einen neuen Blickwinkel ermöglichen.
Nicht nur das Cover ist liebevoll gestaltet, auch die Seiten im Buch sind jede für sich passend und mit Liebe gestaltet, so dass ein stimmiges Gesamtwerk entstanden ist.
Stimmungsvoll und spannungsgeladen
Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch
Das Buch ist ein gelungener Genremix aus Krimi und Liebesgeschichte. Es steckt voller Spannung und atmosphärischer Stimmung.
Zu Beginn geht es um einen Selbstmord der Ärztin Erin, der sich als Mord entpuppt.
Im Anschluß geht es in die Vergangenheit 20 Jahre zuvor. Wir lernen Elijah und Nakita kennen.
Die beiden verlieben sich ineinander, aber Elijah verlässt Point Orchards, weil er Schriftsteller werden will. Jahre später kehrt er gescheitert zurück und will sich ein neues Leben aufbauen. Aber ausgerechnet auf seinem Grundstück wird die Leiche von Erin gefunden.
Die Handlung wird im Wechsel in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Die dadurch erzeugte Spannung hat mich gefesselt. Neben Spannung gibt es atmosphärische Beschreibungen der Landschaft. Ebenso detailliert wie die Umgebung werden auch die Personen beschrieben.
Obwohl ich eine Weile gebraucht habe, bis ich in der Handlung angekommen war, muss ich im Nachhinein sagen, dass es mit eines der besten Bücher war, die ich seit langem gelesen habe, da ich das Gefühl hatte, dass die Autorin mich regelrecht in die Handlung hineingezogen hat.
Hollywood in den 1950er Jahren
Not your Darling von Katherine Blake
Die 20jährige Margret reist aus Großbritannien nach Los Angeles. Dort will sie ihren Traum verwirklichen und als Loretta Maskenbildnerin werden. Dafür schreckt sie vor nichts zurück.
Schnell muss sie feststellen, dass die Frauen in der Männerwelt in Hollywood in den 1950er Jahren wenig zu sagen haben.
Aber Loretta weiß sich zu wehren.
Auch wenn Loretta noch recht jung und zu Beginn der Handlung ein wenig naiv ist, mit ihr sollte man sich besser nicht anlegen. Ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Sie ist clever, lernt ständig dazu und weiß sich zu wehren.
Das Hollywood der 1950er Jahre wirkt sehr authentisch. Die Dominanz der Männer ist schon fast unerträglich, aber ich fürchte, dass es genauso war. Hollywood ist nicht der Traum, als der es oft dargestellt wird, sondern ein hartes Geschäft, in dem insbesondere die Frauen nichts zu lachen haben.
Der Roman liest sich leicht, ist unterhaltsam, beinhaltet aber ein ernstes gesellschaftliches Thema, da es um die Stellung der Frau in der Gesellschaft und die Dominanz der Männer geht.
Zwischen Arizona und Los Angeles
Sing mir vom Tod von Ivy Pochoda
Dios und Florida werden vorzeitig aus dem Frauengefängnis von Arizona entlassen. Beide saßen wegen Mordes und obwohl sie eigentlich Arizona nicht verlassen dürfen, macht sich Florida auf den Weg in ihre Heimat Los Angeles. Dios folgt Florida, will ihr zeigen, dass sie nicht so unschuldig ist wie sie tut.
Dabei hinterlassen sie eine brutale Spur und werden von Detective Lobos verfolgt.
Die Handlung wird im Wechsel aus der Sicht von Dios, Florida, Kace (eine andere Gefängnisinsassin) und ab etwa der Hälfte auch von Detective Lobos geschildert.
Zeitpunkt ist die Corona-Pandemie, entsprechend sind auch die Zustände in der Stadt.
„Die Welt macht Pause“ so Dios, aber nicht Dios und Florida.
Es ist eine Geschichte über gewalttätige Frauen, die einstecken und austeilen können. Hier wird wirklich nichts geschönt. Ebenso ist die Sprache. Sie ist derb, aber alles andere hätte auch nicht zur Handlung gepasst.
Diese Story ist definitiv anders als alles was ich bisher gelesen habe, hart, gewalttätig, schmerzhaft, und fesselnd.
Jeder Mensch ist anders und dennoch sind wir alle gleich
9 kleine Menschen von Regina Feldmann
Das Buch enthält eine tolle Botschaft, die wir unseren Kindern gar nicht früh genug vermitteln können.
Jeder von uns ist einzigartig aber dennoch sind wir alle gleich und jeder ist ein Individuum.
9 kleine Menschen werden hier ganz unterschiedlich in der gleiche Situation dargestellt.
Vielfalt wird hier groß geschrieben.
Egal woher wir kommen, welche Hautfarbe wir haben, ob eine Einschränkung vorliegt oder nicht, wir gehören alle zusammen.
Die Seiten sind toll illustriert und die kurzen Reime von Regina Feldmann sind ausgesprochen einprägsam.
Richtig schön ist auch das Nachwort der Autorin, damit hat sie mich richtig berührt.
Eine emotionale Geschichte über Trauer, Wut und das Leben
Von hier aus weiter von Susann Pásztor
Marlene und Rolf waren über 30 Jahre verheiratet als Rolf seinem Leben ein selbstbestimmtes Ende gesetzt hat.
Nun ist Marlene alleine, sitzt einsam in ihrem Haus und ist vor allem eines: wütend.
Sie will niemanden an sich heranlassen, kapselt sich ab, trinkt Alkohol und nimmt Medikamente, um sich zu betäuben.
Als Marlene einen Klempner benötigt, taucht Jack auf, einer ihrer ehemaligen Schüler, der in der Folge bei ihr einzieht und für Veränderungen sorgt.
Des Weiteren meldet sich eine Freundin bei ihr, die einen Brief von Rolf für sie hat.
Der Schreibstil von Susann Pásztor ist ruhig und treffend. Hier wird nichts übereilt und es sitzt jedes Wort. Sie beschreibt die Protagonistin und ihr Leben mit den passenden Worten. Trotz der Trauer von Marlene steckt das Buch voller Liebe, Leben, Freundschaft und intensiven Gefühlen.
Sehr tröstlich
Von hier aus weiter von Susann Pásztor
Tod, Trauer und Abschiednehmen sind immer wieder sehr schwierige Themen.
Wie bringt man sie am besten seinen Kindern näher?
Mit diesem Buch hat Stefanie Steenken einen richtig schönen Weg gefunden.
Die beiden Eichhörnchen Anto und Mika machen am liebsten alles gemeinsam und sind beste Freunde.
Nachdem Mika durch einen Autounfall stirbt, ist Anto untröstlich, lacht nicht mehr und hat zu nichts mehr Lust. Dank seiner Familie lernt er, mit seiner Trauer umzugehen.
Das Buch ist berührend und vermittelt in einfachen,kindgerechten Sätzen das, was wichtig ist.
Die Seiten sind in natürlichen Farben passend gestaltet. Die niedlichen Illustrationen verbildchen die Handlung.
Es ist ein wirklich schönes und einfühlsames Buch über Freundschaft, Tod, Trauer, Abschiednehmen und Leben, das Mut macht und tröstet.










