Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Anto und die Liebe
Eichhörnchenversprechen von Stefanie Steenken
Das Eichhörnchen Anto möchte mehr über die Liebe erfahren.
Was ist Liebe? Und was spürt man?
Diesen und vielen weiteren Fragen will er nachgehen.
In der Schule trifft er auf Lili, eine neue Mitschülerin.
Sehr einfühlsam beschreibt Stefanie Steenken anhand von Anto und Lili wie sich Freundschaft und Liebe anfühlt.
Die Sätze sind leicht verständlich und die Seiten sind in natürlichen Farben liebevoll gestaltet.
Die niedlichen Illustrationen verdeutlichen die Handlung.
Eichhörnchenversprechen ist wirklich ein ganz zauberhaftes Buch. Es eignet sich gut, um über Gefühle, Freundschaft und Liebe zu sprechen. Themen,für die uns oft die geeigneten Worte und Erklärungen fehlen.
12 Anregungen zur Selbstfindung
Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst von Tanja Köhler
Eine Frau sucht einen Platz für ihren Ohrensessel und beginnt damit eine Reise zu sich selbst.
Es sind zwölf Fragen, die sie sich hier stellt. Dabei geht es um Klarheit, Stille, Herzöffnung, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Ruhe, Selbstbekenntnis, Entscheidungen, Geduld, Reife, Wandlung und Aufbruch.
Diese Themen geben Gedankenanstöße und bringen zum Nachdenken.
Was ist wichtig?
Wie stehe ich zu mir?
Was sind meine Wünsche?
Was tue ich, um mir diese zu erfüllen?
Diese und ganz viele weitere Fragen haben mich zum Nachdenken gebracht.
Es ist ein Buch, das entschleunigt und Ruhe ins Leben bringt.
Man kann es nicht einfach schnell lesen und zur Seite packen, sondern muss sich Zeit nehmen und den Gedanken, die während des Lesens kommen, nachspüren.
Da das Buch durch viele kleine Illustrationen und unterschiedliche Schrifttypen abwechslungsreich gestaltet ist, habe ich mir beim Lesen gerne Zeit und mein Gedanken schweifen gelassen.
Das Leben findet einen Weg
Die Töchter der Ärztin von Helene Sommerfeld
Die Schwestern Henny und Antonia sind beide in die Fußstapfen ihrer Mutter Ricarda Thomasius getreten und wie diese Ärztin geworden.
Toni hat gemeinsam mit Guntram und Celia die Praxis der Familie Thomasius in Berlin übernommen und Henny lebt mit Victor in Kalifornien, wo sie in einem großen Krankenhaus die Frauenstation leitet.
Die Handlung findet in den Jahren 1931 und 1932 statt und permanente Perspektivwechsel sorgen für Abwechslung und Spannung.
Trotz der beruflichen Gemeinsamkeit sind die beiden Schwestern grundverschieden. Beide sind sympathisch und haben ihr Herz am rechten Fleck. Zwischen ihnen besteht eine innige Verbindung. Ich habe ihre doch sehr unterschiedlichen und ereignisreichen Lebenswege gerne verfolgt.
Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und es gibt wie im echten Leben sowohl sympathische als auch unsympathische Figuren.
Leider ist dies der letzte Band der Reihe, aber es ist ein gelungener Abschluß und gleichzeitig ein interessanter, historischer Roman, der den Zeitgeist 1930er Jahren widerspiegelt.
Eine Zeitreise in das historische Wales
Die Tochter der Drachenkrone von Sabrina Qunaj
Das Buch hat wirklich alles, was man benötigt, um in einen historischen Roman eintauchen zu können.
Zunächst findet man im Innencover eine Karte von Wales und im Anschluß eine Auflistung der Personen. Diese ist auch dringend notwendig, da die Anzahl der Charaktere sehr hoch ist. Historische Persönlichkeiten sind gekennzeichnet, somit ist auch klar, dass die Handlung nicht rein fiktiv ist, sondern auf historischen Begebenheiten beruht.
Dies erläutert die Autorin auch noch einmal ausführlicher in ihrem Nachwort. Ebenfalls hilfreich sind die Stammbäume, die sich im Anhang befinden.
Fürstentochter Gwenllian, die Protagonistin des Romans, ist eine starke, junge Frau deren Leben alles andere als gradlinig verläuft. Wir begleiten sie von 1196 bis 1219.
Nach dem Tod ihres Vaters kommt es zwischen ihren Brüdern Gruffyd und Maelgwn zu Machtkämpfen, da beide das Erbe ihres Vaters für sich beanspruchen wollen.
Die Geschichte von Wales und das Leben der Bevölkerung ist geschickt mit der Handlung verwoben.
Anhand von Gwenllians Lebens habe ich einiges über sie Geschichte Wales erfahren und es hat mir Spaß gemacht in die Zeit um das Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts einzutauchen.
Ein äußerst aufwühlender Thriller
Finsteres Herz von Holger Karsten Schmidt
Ich habe schon lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich dermaßen gefesselt hat wie dieser.
Die Handlung ist komplex, besteht aus mehreren Erzählstränge, vielschichtigen Charakteren und ist dabei nah an der Realität.
Die Protagonisten sind greifbar und authentisch, da auch ihre Vergangenheit und ihr Privatleben nicht außen vor bleibt.
Ich musste mich beim Lesen allerdings ein wenig bremsen. Die Handlung ist durchaus komplex und durch den Wechsel in den Zeitebenen muss man schon genau aufpassen und darf nichts überlesen.
Es ist ein Plot mit Sogwirkung, in dem auch mit Grausamkeit und Brutalität nicht gespart wird.
Lange Zeit bleibt vieles im Unklaren und erst kurz vor Ende wird alles durch einen rasanten Showdown schlüssig erklärt.
Insgesamt ist es ein aufwühlendes Buch mit unvorhersehbaren Wendungen und enormer Spannung.
Schwere Kost
Suche liebevollen Menschen von Julian Borger
Auch lange nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kommen immer wieder Schicksale ans Tageslicht, die bis heute erschüttern und berühren.
Hier hat Julian Borger die Geschichte seines Vaters Robert, der zu damaligen Zeit zu seiner Rettung per Zeitungsanzeige inseriert wurde, aufgeschrieben. Neben Roberts Erlebnissen hat er die von sieben weiteren Kindern, die auch in Wien lebten und in unterschiedliche Länder verschickt wurden, aufgegriffen.
Das Buch geht unter die Haut.
Wie verzweifelt müssen Eltern sein, damit sie versuchen ihre Kinder über eine Annonce zu retten?
Die Ereignisse sind biografisch, erschütternd und hervorragend recherchiert.
Zusätzlich gibt es Bildern der betroffenen Familien, die alles noch greifbarer machen.
Es fließt aber auch viel Zeitgeschehen und Sachliches mit ein, was leider auch nicht leicht verdaulich ist. Dennoch oder auch gerade deswegen ist es ein wichtiges Buch, das dafür sorgt, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät.
Sehr packend
Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht. von Katie Kento
Mich hat schon lange kein Buch mehr so mitgerissen wie dieses.
Das hatte gleich mehrere Gründe:
Die Handlung ist fesselnd und voller Wendungen, so dass die Spannung enorm hoch ist.
Zudem sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Die 17-jährige Robyn wird durch ihre ME/CFS-Erkrankung daran gehindert das Haus zu verlassen und ist eine interessante Persönlichkeit, die mir nicht immer sympathisch.
Die Handlung selbst ist nicht als einfacher Fließtext geschrieben, sondern wird durch e-Mails, Chatverläufe, Notizen und Skizzenzeichnungen ergänzt.
Diese Mischung macht das Buch zu etwas Besonderem.
Mangels Abwechslung und anderen Möglichkeiten beobachtet Robyn das Hotel Ambrosia von ihrem Fenster aus. Zudem hat sie ausgiebig die Geschichte des Hotels recherchiert. Diese ist durchaus spannend, es gibt zahlreiche Ungereimtheiten. Nachdem Robyn dann dort ein echtes Verbrechen beobachtet, wird es richtig unheimlich.
Die Atmosphäre ist düster und es liegt durchgehend Spannung in der Luft. Aber es gibt auch Momente, in denen ich einfach lachen musste. Insgesamt habe ich das Buch wirklich geliebt und wollte es gar nicht aus der Hand legen.
Eine beeindruckende Reise
Die Eisbrecherin von Geertje Marquardt; Kathrin Nord
Über 35 Tage und 550 Kilometer dürfen wir Geertje Marquardt bei der Verwirklichung ihres Lebenstraumes, einer Grönlandexpedition auf Skiern, begleiten.
Die Autorin hat sich zunächst mit kleineren Übungstouren über zwei Jahre auf die Überquerung des grönländischen Inlandseieses vorbereitet.
Sie ist zusammen mit Mads, einem Extremsportler, und Aenne unterwegs. Die kleine Gruppe wird gefordert, von Kälte, knappen Lebensmittel und der gnadenlosen Natur. Gleichzeitig wird sie aber auch immer wieder von den Erfahrungen der Weite und ihrer Liebe zum Schnee und zum Eis entschädigt.
Dieser Erfahrungsbericht ist spannend und packend geschrieben. Dabei schreibt Geertje Marquardt wie in einem Tagebuch Tag für Tag ihre Erlebnisse und die zurückgelegte Strecke auf. Trotz guter Vorbereitungen verläuft bei weitem nicht alles nach Plan.
In der Mitte des Buches befinden sich Fotos der Expedition, die dafür gesorgt haben, dass ich mir alles noch besser vorstellen konnte.
Auch wenn ein solch extremes Erlebnis nichts für mich ist, habe ich die Autorin nur zu gerne aus der Ferne begleitet und ihre einzigartigen Erlebnisse regelrecht in mich aufgesaugt.
Aufrüttelnd und auch motivierend
Moralische Ambition von Rutger Bregman
Rutger Bregman war mir bisher als Journalist und Autor bekannt, der Klartext spricht. Das macht er auch in diesem Buch, verwendet dabei eine sehr eingängige Sprache und ab und an ein wenig Augenzwinkern.
Dabei geht es nicht darum über Gutes zu reden, sondern es zu tun und dem inneren Wunsch etwas zu bewirken.
Er gibt hier Beispiele von Menschen, die gehandelt, etwas bewirkt haben und das nicht aus der Moral heraus, sondern aus Überzeugung.
Die Kapitel tragen Überschriften die neugierig machen und direkt verdeutlichen wie vielfältig der Inhalt ist. Rutger Bregman gibt einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft und verdeutlicht wie wichtig moralisches Handeln ist, um damit sein Leben sinnvoll und zielführend zu gestalten.
Vor jedem Kapitel steht ein ausdrucksstarker kurzer Gedanke, eine Lebensweisheit, die zum Nachdenken anregt.
Es geht hier nicht darum wer Du bist, sondern wer Du werden kannst. Dabei kommt hier gelegentlich auch ein moralischer Zeigefinger heraus, aber diesen sehe ich als berechtigt an.
Eigentlich ist dies eines von den Büchern, die zur Pflichtlektüre werden sollten, vielleicht nicht in diesem Umfang, aber inhaltlich stelle ich mir das durchaus zielführend vor.
Roy und Carl
Der König von Jo Nesbø
Ich habe bereits den ersten Band um die beiden ungleichen Brüder Roy und Carl gelesen und möchte zunächst empfehlen mit diesem zu beginnen. Die Entwicklung der Charaktere ist einfach zu wichtig und zu interessant, um direkt mit Band zwei loszulegen.
Die Geschichte wird wieder aus der Ich-Perspektive von Roy erzählt.
Er ist der ältere der beiden Brüder und wirkt trotz seiner kriminellen Energie und Neigung zur Gewalt sympathischer als sein Bruder Carl. Das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig.
Auch dieses Mal ist die kleine Stadt Os im Norden Norwegen Handlungsort. Os lebt vom Tourismus, aber der Bau eines Tunnels würde diesen um die Stadt herumleiten. Damit würden auch die Pläne von Roy und Carl der Vergangenheit angehören und somit versuchen die beiden alles, um dies zu verhindern. Alles, bedeutet hier wirklich alles und da die Brüder ohnehin keinen guten Ruf haben, haben sie auch nichts zu verlieren.
Neben der Gier nach Macht spielt die Vergangenheit und damit die familiären Beziehungen eine Rolle. Dabei gibt es Einblicke in die menschliche Psyche und einen durchgehenden Spannungsbogen.
Mir hat dieses Buch ebenso gut gefallen wie der Vorgängerband und auch alle anderen Bücher von Jo Nesbø. Für mich gehört er zu den besten Spannungsautoren Norwegens.











