Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Mann & Müller
Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Žydrūnas Miuleris erzählt. Žydrūnas Miuleris ist Übersetzer und stammt aus der litauischen Stadt Kaunas. Er bewundert den Schriftsteller Thomas Mann und versucht an diesen heranzukommen, was ihm auch tatsächlich gelingt. Die beiden freunden sich an und Mann nennt ihn nur noch vereinfacht und eingedeutscht Müller.
Mann ist gerade dabei eine Rede gegen den Nationalsozialismus zu schreiben. Nachdem diese verschwunden ist, versuchen die beiden Männer alles, um diese wiederzuerlangen und größeres Unheil zu vermeiden.
Ich mag die Werke des Autors Thomas Mann und fand die Idee, ihn als Protagonisten in einem Kriminalroman einzusetzen, ausgesprochen spannend. Tilo Eckardt hat ihn dabei gut getroffen. Genau so habe ich mir den Schriftsteller vorgestellt und die Dialoge zwischen ihm und Müller haben ein authentisches Bild - der Zeit und des Autors - aufgezeigt.
Die kriminalistische Handlung war durchaus spannend, aber weniger relevant als ich es erwartet habe. Mir gefiel die Kombination aus Fiktion und Realität. Der konstruierte Fall hat sich gut in die Zeit und das politische Zeitgeschehen eingefügt.
Neben guter Unterhaltung ist das Buch ein Blick in die Vergangenheit, die auch hier wiederholt zum Nachdenken anregt.
Ein Buch auf das man sich einlassen muss
Wir leben jetzt von Catherine Ryan Hyde
Das Buch ist aus der Sicht der Protagonistin Ru geschrieben, die ihre Geschichte zwei Mädels erzählt und diese direkt anspricht. Diese ungewöhnliche Perspektive hat mich zunächst ein wenig stolpern lassen, aber nach einigen Seiten konnte ich mich darauf einlassen und hatte das Gefühl, dass ich dadurch Ru nach und nach richtig gut kennengelernt habe.
Die außergewöhnlich kluge Ru besucht ein College in Kalifornien und lebt bei einer Gastfamilie. Dort lernt sie den vier Jahre älteren Gabriel kennen.
Nachdem Rus Mutter an Lungenkrebs verstirbt, soll zu ihrer Tante Bitsy von Kalifornien nach Kentucky ziehen. Ihre Tante ist eine wenig herzliche Person und Ru und Gabriel beschließen gemeinsam abzuhauen. Was die beiden gemeinsam erleben, wird toll beschrieben, ein tiefes Gefühl der Freundschaft und eine Freiheit, von der man nur Träumen kann.
Das Buch lebt von Ru. Sie lässt uns an ihren Gedanken teilhaben und in ihren Kopf schauen und steht hier permanent im Vordergrund, alle anderen Personen bleiben leider eher blass. Im Grunde fand ich das okay, nur über Gabriel hätte ich gerne mehr erfahren.
Dicht und spannend
Das Haus der Bücher und Schatten von Kai Meyer
Die Handlung beginnt 1933. Nachdem der 42jährige ehemaligen Polizeikommissar Cornelius Frey von den Nazis aus dem Dienst entlassen wurde, bewacht er als Nachtwächter die Bücher der Deutschen Bücherei. Bei einem seiner Rundgänge kann er verhindern, dass eine junge Frau sich vor einen Zug in den Tod stürzt.
Beim Abschied flüstert sie ihm mysteriöse Wörter zu.
Einen Abend später findet er sie neben einem Kriminalkommissar, beide wurden erschossen und es ist unklar was passiert ist.
In einem zweiten Handlungsstrang, der 20 Jahre zuvor angesiedelt ist, geht es um Paula und Jonathan.
Für mich war zunächst vollkommen unklar in welchem Zusammenhang die beiden Handlungsstränge stehen, gefesselt war ich dennoch.
Kai Meyer beschreibt die Umgebung sehr detailliert und ich konnte die düstere Atmosphäre der Zeit regelrecht spüren. Es geht um Fanatiker, Okkultisten, Freimaurer und Verschwörungen. Durch diese Mischung ist schnell eine unheimliche Spannung entstanden, die durch die historischen Ereignisse noch gefördert wird.
Das Buch ist genauso lesenswert wie die vorherigen Werke des Autors, allerdings ist es sehr düster und nichts für schwache Nerven.
Rätselhaft und ein wenig mystisch
Nach uns der Himmel von Simone Buchholz
In dem Buch gibt es zwei Handlungsstränge.
In dem einen stranden acht Menschen nach einem turbulenten Flug auf einer griechischen Insel. Diese dürfen wir nun nach und nach näher kennenlernen. Was auf der Insel selbst vorgeht, ist allerdings ein wenig merkwürdig und verwirrend.
Der andere Erzählstrang ist ein Dialog, der aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und in Los Angeles in einem Büro spielt.
Für mich blieb lange Zeit vollkommen unklar wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen und ich fühlte mich ein wenig verloren. Vermutlich fühlten sich die acht sehr unterschiedlichen Protagonisten ähnlich, da sie scheinbar nicht wahrgenommen werden.
Für meinen Geschmack dauerte es ein wenig zulange, bis sich die ersten Zusammenhänge auftun. Letztendlich hat Simone Buchholz die beiden Handlungsstränge gelungen verbunden und dabei eine gute Portion griechischen Mythologie mit der Handlung verwoben.
Mich hat das Buch während des Lesens mehr verwirrt als begeistert, aber im Nachhinein freue ich mich doch, dass ich es gelesen habe. Dranbleiben lohnt sich hier wirklich.
Berühmte Schwestern
Die Mitford Schwestern von Marie Benedict
Auch wenn ich schon mal von den Mitford-Schwestern gehört habe, war mir nichts Näheres über diese bekannt. Da ich zuvor schon interessante Romanbiografien von Marie Benedict gelesen habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch.
Die Mitford-Schwestern waren zu sechst und hier stehen Nancy, Diana und Unity im Vordergrund.
Die Schwestern haben Kontakt zu bekannten Persönlichkeiten wie Politikern, dem Königshaus und Schriftstellern, mit denen sie sympathisierten oder sich ihnen entgegenstellen. In ihrer Haltung waren sie keineswegs immer einer Meinung.
Wie auch die bisherigen Bücher von Marie Benedict ist auch dies wieder ein gut recherchierter Roman über starke, intelligente und einflussreiche Frauen. Leider bleiben dabei die Männer der Frauen sehr blass und die wären hier sicherlich auch noch einmal sehr interessant gewesen.
Mir hat dieser biografische Roman über die Mitford-Schwestern gut gefallen und ich kann diese hervorragende Lektüre nur empfehlen.
Sehr spannend und emotional, aber auch ein wenig vorhersehbar
Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun von Sloan Harlow
Ella hat ihre beste Freundin Hayley durch einen Unfall verloren. Sie ist voller Schuldgefühle. Sawyer, der Freund von Hayley, leidet ebenfalls unter dem Verlust, versucht aber Ella zur Seite zu stehen. Dadurch nähern sich die beiden aneinander an. Als Hayleys Tagebuch auftaucht und Ella beginnt darin zu lesen, kommt Unfassbares ans Tageslicht….
Ich habe schon lange kein Buch mehr so schnell durchgelesen wie dieses, da der Schreibstil der Autorin einfach genial ist.
Ella und Sawyer berichten im Wechsel. Ein Kapitel ist auch aus Hayleys Perspektive geschrieben, ansonsten wird sie durch ihre Tagebucheinträge lebendig.
Obwohl ich die Handlung ein wenig vorhersehbar fand, hat mich diese Mischung aus Spannung und Romantik total gepackt.
Die Story steckt voller Emotionen, fesselt durch seine authentische Protagonisten, Geheimnisse, Liebe und Abgründe, über die ich einfach mehr erfahren musste.
Für mich war es das perfekte Buch für einen düsteren Herbsttag.
Ein magischer Reihenauftakt
Birds of Paris - Das magische Pendel von Kathrin Tordasi
Die zwölfjährige Léa ist gerade mit ihren Eltern in eine Dachgeschosswohnung in Paris gezogen. Sie erkundet die Umgebung und entdeckt dabei ein Mädchen namens Alex, dass sich mit einer Taube zu unterhalten scheint. Durch sie lernt Léa auch die Straßenkinder Ari, Coralie und Roux kennen. Mit ihnen taucht sie in eine magische Welt ein und wir haben eine vollkommen neue Seite von Paris kennengelernt.
Die Geschichte ist spannend und steckt voller Magie. Die meisten Kapitel werden aus Léas Perspektive geschildert.
Jeder, der schon einmal in Paris war, wird die Schauplätze wiedererkennen. Die Übergänge zwischen der realen und der magischen Welt sind fließend und genau das macht beim Lesen wirklich großen Spaß. Es gibt sehr viele Details, dass wir uns alles gut vorstellen konnten.
Die Charaktere sind jeder für sich einzigartig und durch sie erfahren wir, was Freundschaft und Zusammenhalt bedeutet.
Da es sich um den ersten Band einer neuen Reihe handelt, sind einige Fragen offen geblieben, die uns nun gespannt auf die Fortsetzung warten lassen.
Eine vielschichtige Story
Das Comeback von Ella Berman
Das Buch beginnt ein wenig verwirrend. Teeniestar Grace Turner taucht ein Jahr nachdem sie verschwunden ist einfach wieder auf. Zunächst gibt es keine weiteren Erklärungen und ich musste mich erst einmal innerhalb der schwierigen Familienverhältnissen zurechtfinden.
In Grace Familie gibt es keine Nähe und keine Herzlichkeit, sondern Distanz und Kälte.
Jeder ist irgendwie mit sich beschäftigt und die Spannungen zwischen ihr und ihrer Mutter sind groß.
Die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart und Rückblicken in Grace Kindheit bzw. Jugend. Dadurch ergibt sich langsam ein etwas runderes Bild.
Es gibt interessante Einblicke in die Welt eines Kinderstars und in die der High-Society.
Durch die zerrütteten Familienverhältnisse, Alkohol, Drogen und fehlenden Halt wird hier eine düstere Stimmung gezeichnet, die sich durch die Handlung durchzieht.
Auch wenn sich das Buch leicht lesen lässt, thematisch ist es dies nicht.
Es ist eine tiefgründige und vielschichtige Story, die erschreckend aktuell ist.
Amüsant und lebensnah
Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan
Das Buch beginnt mit dem Einzug von Constanze in die WG von Jörg, Murat und Anke. Dabei handelt es sich um eine Zweckgemeinschaft und für Constanze ist dies nach der Trennung von ihrem Freund nur eine Übergangslösung bis sie etwas eigenes gefunden hat.
Die Geschichte wird im Wechsel aus der Perspektive der vier WG-Bewohner geschildert.
Mal ist es einer alleine, mal ein Dialog von Zweien oder auch Situationen, in denen sich alle vier gemeinsam austauschen. Durch diese Perspektivwechsel ergibt sich schnell ein gutes Bild von jedem Einzelnem, da Isabel Bogdan ihren Schreibstil entsprechend anpasst. Unterschiedlicher könnten die vier kaum sein und genau das macht dieses Buch aus.
Die Charaktere werden facettenreich beschrieben, sie wirken sympathisch, haben ihre Eigenarten und verändern sich im Laufe der Handlung.
Ich habe Constanze, Jörg, Murat und Anke gerne ein Stück durch ihr Leben begleitet, in denen es um Fragen des Lebens geht, aber auch eine Menge gelacht wird.
Ein wenig verrückt
School of Beastly Island Band 1 - Gestrandet von Christian Tielmann
Das ist der ungewöhnlichste Manga, den ich bisher gelesen habe.
Zunächst werden die wichtigsten Charaktere kurz vorgestellt. Die Protagonisten sind Tapio und seine große Schwester Aina.
Aina hat eine Besonderheit, sie kann Dinge zum Leben erwecken und wird deswegen gemobbt. Um dem zu entgehen, soll sie aus ihrer Umgebung heraus.
Deswegen eschließt die Familie ein Jahr auf Hohe See zu gehen. Tapios Aufgabe ist es das Logbuch zu führen. Sie geraten in ein Unwetter und stranden auf einer Insel. Damit beginnt für die Geschwister ein ziemlich verrücktes Abenteuer.
Die Story beginnt im Mangastil und im Anschluß erzählt Tapio die Ereignisse durch sein Logbuch. Auch dieses beinhaltet zahlreiche schwarz-weiß-Zeichnungen im Mangastil, wodurch sich das Buch schnell und leicht liest.
Der Einfallsreichtum in dieser Story ist genial. Ich habe über die unterschiedlichen magischen Kräfte und deren Auswirkungen eine Menge gelacht. Vieles ist einfach schräg, macht aber Spaß.
Die Mischung aus Manga und Fließtest macht das Buch auch für Kinder die weniger gerne lesen zu einem leichten Leseerlebnis.











