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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lulu24:

Für mich wenig hilfreich

Glow up von Lela Ahlemann

Dr med Lela Ahlemann stellt in ihrem Buch viele Möglichkeiten zum Glow up vor: Von den Basics Ernährung, Bewegung und Schlaf geht sie weiter zu Skincare-Routinen und Behandlungen zuhause und beim Facharzt.

Das Ernährungskapital ist angenehm konkret und gibt dem Leser auch gleich konkrete Umsetzungshilfen in Form von Rezepten an die Hand.

Im Kapitel über den Sport erklärt sie gut verständlich die Vorteile von Kraftsport und Kardiotraining, bleibt aber ziemlich im allgemeinen und erläutert nur ihre persönliche Umsetzung der Empfehlungen. Ihre Tipps zum Thema Schlaf sind wieder konkret und vielfältig.

Das Kapitel zu den Skincare-Routinen fand ich persönlich enttäuschend. Ich hatte mir konkretere Empfehlungen erhofft: z.B. stärker nach Altersgruppen und Hauttypen und -problemen unterteilt. Insbesondere fehlen mir neben den Produkten der Kosmetikindustrie auch die Möglichkeiten, sich mit Bordmitteln selbst etwas Gutes zu tun: von der selbst angemischten Gurken-Quark-Maske über Honig und bis zur eigenen Aloe Vera-Pflanze.

Ihre Ausführungen zur Selbsthilfe mit Ultraschall, Mikrostrom und Face Tapiing sind zu wenig konkret, um in die Umsetzung zu kommen. Die Erklärungen zu minimalinvasiven Behandlungen beim Hausarzt mögen für gut betuchte Patientinnen eine gute Orientierung sein, die sich ihren kleinen (?) Luxus als Selbstzahler leisten können und wollen. Für mich waren diese Seiten völlig uninteressant.

Die schließlich folgenden kurzen Seiten zu Skincare-Wirkstoffen vermitteln dann noch etwas Wissen, das bei der Lektüre der Zutatenlisten hilfreich sein könnte, aber so wirklich konkrete Kaufempfehlungen kann ich für mich auch nicht daraus ziehen. Ich werde beim nächsten Drogerie-Besuch wohl doch wieder das ungute Gefühl haben, auf die Werbeversprechen der Hersteller hereinzufallen.

Schade, ich dachte, das Buch könnte mir mehr und alltagstauglicher helfen, meinen persönlichen Glow zu finden!

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Liebe zur Natur

Moments in Nature von Gamander López; Una López

Die Geschwister Una und Gamander López verbindet die Liebe zur Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung. Dies spürt man auf jeder Seite dieses wunderschönen Buches. Sie erzählen uns, wie sie in ihrer Familie die Liebe zur alltäglichen Natur erlernt haben, und wie Gamander mit viel Geduld den passenden Moment abwartet, bis er auf den Auslöser der Kamera drückt, um Vögel, Füchse und Mäuse in wahren Kunstwerken zu verewigen.

Diese Liebe, Ausdauer und Sorgfalt zeigen sich in den beeindruckenden Fotografien, in denen die Tiere nicht einfach abgelichtet, sondern gekonnt in Szene gesetzt werden, so dass ihre Persönlichkeit zur Geltung kommt und der Betrachter geradezu den Eindruck hat, ihre Mimik lesen zu können. Dies liegt nicht nur an der drastisch reduzierten Tiefenschärfe, die alles Unwichtige verschwinden lässt, sondern auch an der unkonventionellen Motivauswahl mitten im Landeanflug, während des Bades oder im Streit mit den Artgenossen. Wer selbst einmal versucht hat, diese Augenblicke fotografisch festzuhalten, weiß, wieviel schwerer es ist diesen richtigen Moment abzupassen, statt einen still auf dem Ast sitzenden Vogel abzulichten. Daher fand ich Gamanders Ausführungen zu seiner Tarnung, zu Licht- und Aufnahmetechniken besonders spannend und hätte sehr gerne noch mehr zu verwendeten Objektiven, gewählten Einstellungen und Tricks und Kniffen der Bearbeitung erfahren. Aber dies war im Kosmos-Verlag offensichtlich weniger im Fokus des Interesses als die Begeisterung für die Schönheit der Natur vor unserer Haustür zu wecken, und dies ist vorbildlich gelungen!

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Magie und Spannung

Birds of Paris - Das magische Pendel von Kathrin Tordasi

Kathrin Tordasis neuestes Jugendbuch ist der erste Band einer Reihe: Die Protagonistin Léa ist mit ihrer alleinerziehenden Mutter frisch nach Paris gezogen und beobachtet bei ihrem Spaziergang ein geheimnisvolles Mädchen, das offenbar mit einer Taube spricht. Neugierig folgt sie den beiden und steckt schon mittendrin in einem Abenteuer voller Magie und Spannung!

Die Geschichte nimmt so schnell Fahrt auf, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte, und versucht ist, nur diagonal zu lesen, um schnell zu erfahren, wie es weiter geht.

Doch das wäre schade, denn die detaillierten Beschreibungen der Stadt und der magischen Ereignisse und geheimnisvollen Orte sind wundervoll geschrieben. Und die fantasievolle Story hinter den mysteriösen Vorgängen ist einfach toll.

Léa ist ein sympathisches, sensibles Mädchen, das aufgrund zahlreicher Umzüge in der Vergangenheit einsam ist und hin und her gerissen zwischen der Sehnsucht nach Freundschaft und der Angst vor einer möglichen Ablehnung: ein Thema, das in der Altersgruppe der avisierten Leserschaft angesichts des anstehenden Schulwechsels auch im Raum steht.

So kann ich das Buch einfach nur rundum empfehlen: von Spannung und Magie bis hin zu altersgerechten Fragen nach Freundschaft und Zusammenhalt sowie Ablösung von den Eltern ist alles enthalten, was ein gutes Jugendbuch ausmacht. Und auch das tolle Cover ist eine Erwähnung wert: Es lässt den Leser sofort in die richtige Atmosphäre eintauchen.

Ich freue mich schon auf die nächsten Bände, denn es sind noch viele Fragen offen, und neue Abenteuer deuten sich schon an.

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Healthy Hacks

# Health Upgrade von Alina Walbrun

Alina Walbrun, bekannt als Doc Alina auf Instagram, hat ihr erstes Buch herausgegeben und verspricht 101 Hacks, die dich sofort gesünder machen. Weil ich kein Freund langer wissenschaftlicher Ausführungen bin, nach denen ich zwar schlauer bin, aber Probleme in der praktischen Umsetzung habe, hoffte ich hier auf schnelle und unkomplizierte Hilfe.

Die Gliederung in verschiedene Kapitel zu den Themen Hormone, Darm, Mental Health, Haut, Entspannung, Ernährung, Supplements, Bewegung und Schlaf gibt dann auch schon einen Überblick über die Vielfalt der angesprochenen Themen, und lässt auch eine selektive Lektüre der Kapitel zu den Bereichen zu, in denen ich Handlungsbedarf vermute.

Durch ihre Tätigkeit als Influencerin hat Alina Walbrun ein gutes Gespür dafür, wo Unklarheiten bestehen bzw. wo widersprüchliche Empfehlungen in den sozialen Medien zu Unsicherheiten führen. So stellt sie sich den Fragen, die beim interessierten Laien aufkommen: Ist vegane Ernährung grundsätzlich gesünder? Welche Qualitätsunterschiede gibt es bei Proteinpulvern? Insbesondere das letzte Kapitel zum Thema Mythencheck bringt vieles kurz und knackig auf den Punkt, was eher widersprüchlich diskutiert wird und für Verwirrung sorgt.

Im Text finden sich teils anspruchsvolle Ausführungen wie z.B. gleich am Anfang die Hallmarks of Aging, aber manches wird auch recht dürftig erklärt, so dass es nicht wirklich nachvollziehbar ist. Insbesondere im Kapitel über Supplements wird einiges nur kurz angerissen, wissenschaftliche Hypothesen in den Raum gestellt, aber nicht wirklich ausgewertet. Zuerst dachte ich, dass Alina Walbrun hier eitel mit ihrer Belesenheit prahlt, ohne aber noch zur Auswertung der Datenlage zu kommen. Einige Seiten später überwog aber der Eindruck, dass sie hier absichtlich nicht zu viel verrät, weil sie es vorzieht, die Leser die Einnahme der Produkte der Firma Onegevity zu empfehlen, deren Gründerin sie ist. Hier macht sie also eindeutig ziemlich unverhohlen Werbung in eigener Sache, was auch manch andere Empfehlungen wie etwa das Loblied auf Matcha relativiert. Steht hier wirklich das gesundheitliche Interesse des Lesers im Vordergrund oder das geschäftliche der Autorin? Schade, diese unglückliche Vermischung mindert mein Vertrauen in die Glaubwürdigkeit und führt in der Bewertung des Buches zu einem Punkteabzug.

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Süß und sooo müde!

Gute Nacht! Sei so nett und bring mich ins Bett! von Agi Ofner

In diesem niedlichen Büchlein von Agi Ofner für die 2-Jährigen lernen wir den kleinen Siebenschläfer kennen, der so süß und unendlich müde ist. Da helfen ihm die Kleinen doch gerne, seine Sachen zu finden und seinen Schlafanzug anzuziehen, denn sie kennen das selbst nur allzu gut, wenn sie nach einem aufregendem Tag einfach für alles zu müde sind.

Text und Zeichnungen sind so niedlich und kleinkindgerecht gestaltet, dass es einfach Spaß macht, gemeinsam alle hübschen Details zu entdecken und sich langsam auf das Thema Schlaf einzulassen. Und so wird ganz unauffällig auch die Zubettgeh-Routine eingeübt: vom Schlafanzug-Anziehen, über das Zähneputzen bis zum gemütlichen Einkuscheln und Einschlummern. Da fällt das ungeliebte Zu-Bett-Gehen doch gleich viel leichter.

Mein Patenkind hat viel Freude an diesem Buch, und ich erinnere mich gerne an Bobo Siebenschläfer aus meinen Kindertagen zurück: Siebenschläfer sind einfach zu süß!

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Etwas blass

Mord in der Charing Cross Road von Henrietta Hamilton

Der Krimi-Klassiker 'Mord in der Charing Cross Road' von Henrietta Hamilton wurde - fast 70 Jahre nach seinem ersten Erscheinen - bei Klett-Cotta übersetzt und neu aufgelegt. Meine Neugier war gleich geweckt, denn ich liebe die Romane von Agatha Christie mit ihrem ganz eigenen Charme, etwas kauzigen Charakteren und einer viel subtileren Art des Spannungs-Aufbaus als in den modernen, primär von Action geprägten Krimis.

Doch leider wurde ich bei der Lektüre enttäuscht: Die Protagonistin Sally und ihr Chef Johnny mühen sich redlich um die Aufklärung des Verbrechens und arbeiten in ihren Dialogen bei einer guten Tasse Tee gewissenhaft alle Beobachtungen und Zeitabläufe ab, dabei bleibt aber leider die Spannung auf der Strecke. Allein die Rekonstruktion der zahlreichen Gänge der verschiedenen Mitarbeiter durch das mehrgeschossige Haus zieht sich über mehrere Kapitel und viele Seiten, so dass ich geneigt war, in der Hoffnung auf neue Impulse einige Seiten zu überspringen. Das Amateurdetektiv-Duo Sally und Johnny bleibt trotz erwachender Liebesbeziehung blass und leidenschaftslos und die ermittelnden Beamten ebenso erfolg- wie gesichtslos.
Ich habe meine Zweifel, ob die angekündigte Übersetzung und Neuauflage der nächsten Bände dieser Reihe ein lohnendes Projekt für den Verlag wird.

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Weder Fisch noch Fleisch

Der Ire von Peter Mann

https://www.jpc.de/jpcng/books/detail/-/art/henrietta-hamilton-mord-in-der-charing-cross-road/hnum/11821268

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Zu viel gewollt

Und dahinter das Meer von Laura Spence-Ash

Laura Spence-Ash erzählt in ihrem Debüt-Roman von Beatrix, die 1940 als 11-Jährige von ihren Eltern aus London zu einer Gastfamilie nach Boston geschickt wird, um vor den deutschen Bomben in Sicherheit zu sein. Trotz anfänglicher Ängste führt sie sich bei ihrer Gastfamilie, den Gregory, schnell wohl, baut eine enge Beziehung zur Mutter und entwickelt eine Sympathie für die Brüder Gregory und William.

Während ihres 5-jährigen Aufenthaltes wird sie immer mehr zur Tochter und Schwester, welche sich alle gewünscht haben. Umso schwerer fällt die Rückkehr nach England zur zwischenzeitlich verwitweten Mutter, welche die Trennung emotional nicht verarbeitet hat und der verlorenen gemeinsamen Zeit hinterher trauert.

Ich habe mich auf dieses Buch gefreut und erwartet, mich ein wenig in dieses traurige Kapitel der Kinderverschickung hineinfinden zu können, zumal meine Großmutter ähnliches erlebt und oft davon erzählt hat. Aber ich wurde leider enttäuscht: Beas Aufenthalt in Boston und ihre beschaulichen Sommerferien auf der kleinen Insel sowie die erwachenden romantischen Avancen der Brüder haben mit ihrer Heile-Welt Atmosphäre die Themen Krieg, Todesangst und tragische Trennung von der eigenen Familie völlig überlagert. Stattdessen bricht die große Schwermut aus, als das Leben wieder seinen Gang gehen könnte, … Anders als erwartet, sind nicht die Trennung von den Eltern und die Schwierigkeiten des Wiederaufbaus der emotionalen Bindung zur eigenen Familie das Hauptthema. Zentrale Schlüsselszenen wie die Verabschiedung oder das Wiedersehen werden eigentlich völlig ausgelassen.

Außerdem wurde ich mit den Protagonisten nicht so ganz warm: Zum einen wird alles aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers berichtet, während eine Ich-Perspektive m.E. mehr Bindung zu Bea aufgebaut hätte. Zum anderen verliert sich die Autorin immer gerade dann in die Schilderung von Nebensächlichkeiten, wenn die Geschichte die Chance böte, sich etwas näher mit den Gedanken und Gefühlen der Personen auseinanderzusetzen. Auch die extreme Kürze der Kapitel riss mich immer wieder aus den geschilderten Situationen heraus und verhinderte eine tiefergehende Anteilnahme, denn mit jedem neuen Kapitel gab es einen Perspektivwechsel. Die große Zeitspanne der Erzählung und die Vielzahl der Akteure verhinderten eine intensivere Auseinandersetzung, auch wenn es offensichtlich die Intention war zu zeigen, wie diese Episode weiterhin im Bewusstsein der Protagonisten blieb und sie nie losließ, wäre hier etwas mehr Konzentration auf das Thema Verlust und Bindung hilfreich gewesen. Laura Spence-Ash war nach vielen Erzählungen mit dem neuen Format Roman offenbar noch etwas überfordert und wollte zu viel zugleich, was dann leider auf Kosten von Fokus, Intensität und Tiefe ging. Schade!

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Die Rätsel des Lebens

Das größte Rätsel aller Zeiten von Samuel Burr

Das Buch erzählt in zwei Zeitebenen die Geschichte zweier Menschen: die des 25-jährigen Clayton, der als Findelkind in der Gemeinschaft der Rätselmacher aufwächst, und die von Pippa seiner Ziehmutter, die diese Gemeinschaft gegründet hatte. Als Pippa stirbt, macht sich Clayton auf die Suche nach seiner Herkunft.

Dabei helfen ihm Briefe und Rätsel, die Pippa in ihren letzten Lebensmonaten vorbereitet hat, um ihn auf seiner Suche zu unterstützen.

Ein zentrales Kreuzworträtsel wird im Laufe des Buches mit Inhalt gefüllt, und bildet quasi die Analogie zum Rätsel des Lebens. Sowohl Pippas als auch Claytons Leben werden ausführlich und einfühlsam ausgestaltet, ebenso die der anderen Bewohner der Gemeinschaft. Dennoch hat mich das Buch nicht packen können. Mir war alles zu detailverliebt, verlor sich in den ausführlichen Beschreibungen der recht speziellen Protagonisten, mit denen ich nicht warm wurde. Außerdem hatte der Titel des Buches und sein Klappentext mehr Spannung und Mysterium suggeriert, so dass ich von dieser eher beschaulichen Identitätssuche eines in sich gekehrten Einzelgängers in meinen Erwartungen enttäuscht wurde.

Das schön gestaltete Cover hatte mich gleich angesprochen, steht aber leider im krassen Gegensatz zur gänzlich schmucklosen Gestaltung der Seiten: Hier hätten ein paar Illustrationen einen Eindruck von den Werken der Protagonisten vermitteln und ein bisschen die rätselhafte Atmosphäre unterstützen können.

Für mich war das Buch daher leider eine Enttäuschung, aber vielleicht bin ich auch einfach die falsche Adressatin, da ich auch ausführlichen Familiensagas nichts abgewinnen kann. Andere (geduldigere) Leser mögen das Eintauchen in Claytons Sinn- und Lebenssuche vielleicht mehr genießen.

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Beschreibung einer diffusen Panik

Glück von Jackie Thomae

Jackie Thomae begleitet in ihrem Roman zwei Frauen, die sich ihrem 40. Geburtstag nähern und mit der Frage konfrontiert werden, ob sie durch ihre Kinderlosigkeit etwas wesentliches in ihrer Biographie verpassen oder ob sie auch ohne Mutterschaft ein glückliches Leben führen können. Die Deadline rückt näher, die Irreversibilität einer Entscheidung gegen ein Kind auch.

Weil ich am Beginn der Lebensphase stehe, wo Schwangerschaft und Muttersein als ernsthafte Option ins Leben treten, interessierte mich diese andere Perspektive aus der langsam zu Ende gehenden Phase der Fruchtbarkeit.

Obwohl ich also gewillt war, mich auf diese Gedankengänge einzulassen, in der die Entscheidung gegen Kinder ebenso weitreichend ist wie die Entscheidung für Kinder in meiner eigenen Lebensphase, konnte mich das Buch nicht richtig abholen: Zunächst war da die Weitschweifigkeit (oder darf ich sagen Langatmigkeit) der Ausführungen, das schier endlose Nachsinnen der Protagonistinnen, eingebettet in wenig strukturierte, überlange Kapitel mit sparsamem Handlungsfaden und kaum erkennbaren Wechseln zwischen innerem Dialog und tatsächlichem Gespräch. Jedes Ereignis in der Außenwelt wird zum Anlass über die eigene (Noch-)Fruchtbarkeit zu sinnieren. Spätestens als Marie-Claire während eines Kirchbesuchs beim Anblick einer spätgotischen Jungfrau mit dem Kind über ihren Eisprung und die Freisetzung von Estradiol nachsinnt, bekam ich doch Zweifel an der psychischen Gesundheit dieser Frau.

Noch mehr ärgerte mich aber insgesamt die Unentschlossenheit und fehlende echte Selbstreflexion dieser beiden Frauen, die angesichts ihrer beruflichen Erfolge als Moderatorin und Politikerin, doch in der Lage sein sollten, strukturierter und fundierter ihre eigenen Lebensentscheidungen zu reflektieren! Oder soll die Message des Buches sein, dass angesichts der drohenden unfruchtbaren Phase jede Selbstbestimmtheit in einer diffusen Panik untergeht, in welcher sich die Frauen allen tatsächlichen oder vermeintlichen gesellschaftlichen Erwartungen hilflos ausgesetzt sehen?

Klar, dies ist ein Roman und kein Sachbuch, und das sensible Nachspüren der seelischen Befindlichkeiten der beiden Protagonistinnen hat auch seine Berechtigung und seinen Reiz, trotzdem überwog bei mir zusehends die Verärgerung über die Unreife dieser – eigentlich lebenserfahrenen - Frauen. Außerdem stellt sich mir die Frage, wieso sie dieses wichtige Thema fast ausschließlich mit sich selbst ausmachen und nicht das tiefere Gespräch mit Freundinnen suchen, die sich für oder eben auch gegen Kinder entschieden haben. Das wäre für mich ein selbstverständlicher Baustein auf der Suche nach Antworten auf so eine zentrale Frage meines Lebens!

Dieses ziellose Kreisen um das omnipräsente Thema blieb anstrengend und unbefriedigend. Dass am Ende keine bewusste Entscheidung getroffen wurde, war zwar stringent, aber deswegen nicht befriedigender: ein rotierendes Gedankenkarussell ohne ernsthaftes Ergebnis. Zufall oder Schicksal hätten auch so ihren Weg gefunden. Daher blieben mir diese Frauen fremd, und ich konnte wenig Verständnis und Empathie für ihre Probleme entwickeln, aber genau das wäre doch eigentlich das Ziel dieses Buches gewesen.

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