Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tobias Kallfell:
Krimi in exotischer Umgebung
Die Knochenleser - Karibik-Thriller (Digson und Miss Stanislaus ermitteln 1) von Jacob Ross
Der überaus intelligente Michael „Digger“ Digson, ausgestattet mit einer sehr guten Auffassungs- und Beobachtungsgabe, wird eines Tages Zeuge eines Mordes auf offener Straße. Bei den polizeilichen Ermittlungen kann er die Täter identifizieren und wird dann von Detective Superintendant Chilman für den Polizeidienst angeworben.
Chilman steht kurz vor dem Ruhestand und ist eine interessant gestaltete Figur eines Vorgesetzten. Es wird deutlich, dass ihn ein alter Fall nicht loslässt. Für Digger wird er eine Art Mentor und Förderer. Er bewegt ihn dazu, sich in England zum Forensiker ausbilden zu lassen. Nachdem Chilman sich in den Ruhestand verabschiedet, bildet Digger dann mit Chilmans Tochter, Miss Stanislaus, ein gut eingespieltes und charismatisches Ermittlerduo, das weiter daran arbeitet, den Fall abzuschließen, der Chilman seit Jahren umtreibt.
Als gelungen habe ich die atmosphärische Beschreibung der Karibikinsel Camaho empfunden. Beim Lesen entsteht ein besonderes Flair, das sich wohltuend von deutschen oder auch skandinavischen Schauplätzen abhebt. Unterstützt wird die exotische, karibische Atmosphäre durch eine besondere Form der Sprachgestaltung: Die Figuren lassen bei Wörtern häufiger einmal die Endkonsonanten aus oder es kommt zu Kontraktionen von zwei Wörtern. Vermutlich soll auf diese Weise der besondere Sprachstil auf der Insel im Deutschen nachgeahmt werden. Auf mich hat diese Form des Sprechens lässig gewirkt. Mich würde tatsächlich interessieren, wie die Figuren im Original „The bone readers“ sprechen. Eine Anmerkung des Übersetzers Thomas Wörtche im Nachwort hätte ich mich durchaus interessiert.
Was ich ebenfalls als positiv empfunden habe, ist der Umstand, dass die Polizeiarbeit mitsamt der dazugehörigen Konkurrenzkämpfe und schwierigen Hierarchien beleuchtet wird. Zwischen Digger und dem neuen Vorgesetzten Malan kommt es zu Auseinandersetzungen, der Umgangston ist teils rüde. Die Chemie zwischen beiden stimmt nicht. Malan stört sich vor allem daran, dass Chilman auch aus seinem Ruhestand heraus noch Einfluss auf die Ermittlungsarbeit nehmen will. Diese Darstellung von „Mikropolitik“ innerhalb der Polizeibehörde fand ich reizvoll.
Den Fall selbst finde hingegen stellenweise etwas verworren dargelegt. Ich konnte nicht immer gut folgen. Er spielt auch über viele Seiten nur am Rande eine Rolle, er rückt erst am Ende wieder mehr in den Fokus. Die Beschreibung der zwischenmenschlichen Beziehungen stand nach meinem Gefühl viel mehr im Zentrum als der Fall selbst. Das fand ich ungewöhnlich. Auch hat mich der Fall nicht so richtig mitgerissen. Was mich auch gestört hat: Die spezielle Fähigkeit des Knochenlesens, immerhin der Titel des Buchs, kam für mich viel zu selten zum Einsatz. Das besondere Talent, das Digger erlernt hat, wird erzählerisch kaum genutzt. Da hätte ich mehr erwartet. Auch die vielen Frauengeschichten von Michael Digson, die viel Raum einnehmen, haben mich nicht sonderlich interessiert.
Fazit: Ein Kriminalroman mit einem interessanten, charismatischen Ermittlerduo, einer exotischen Karibikatmosphäre und einer innovativen Sprachgestaltung, in dem vor allem die „Mikropolitik“ in der Polizeibehörde reizvoll gestaltet worden ist. Der Fall selbst hat mich nicht so mitgerissen, er wird auch etwas verworren dargelegt. Der Titel weckt zudem eine falsche Erwartungshaltung. Insgesamt solide und 3 Sterne. Für solche Leser, die einmal an einem exotischen Schauplatz interessiert sind.
Hat meine Erwartungen nicht erfüllt
Das U-Boot von Hans Leister
Mit großer Vorfreude habe ich mich an die Lektüre des Thrillers „Das U-Boot“ von Hans Leister begeben, in freudiger Erwartung darauf, dass ich einen packenden apokalyptischen Endzeit-Thriller lesen werde. Leider hat das Buch meine hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Ich erkläre gerne, woran das liegt.
Die erste Buchhälfte
Die ganze Handlung startet nach meinem Gefühl sehr langsam und gemächlich, es dauert lange, bis „Das U-Boot“ Fahrt aufnimmt und mit voller Kraft voraus fährt. Hinzu kommt ein Erzählton, den ich als dröge, nüchtern und emotionslos empfunden habe. Auch der Erzählstil ist simpel. Mitreißend wird es erst, wenn das Buch schon fast zur Hälfte ausgelesen ist. Das dauerte mir persönlich zu lang. Mir fehlen v.a. in der ersten Hälfte des Buchs spannungserregende Ereignisse, die die Handlung vorantreiben. Es bleibt auch unklar, worauf die Handlung überhaupt hinausläuft. Es fehlen das Tempo und die Dynamik.
Bevor sich die Endzeit-Katastrophe ereignet, wird vor allem das Beziehungsverhältnis von Leah zu ihrem Freund Uri vertieft, und das in meinen Augen sehr klischeehaft und konstruiert. Da verzeiht sie ihm mal ebenso einen One-Night-Stand und will dann direkt schwanger werden und heiraten. Also ich weiß ja nicht, „lebensecht“ und realistisch wirkte das auf mich jedenfalls nicht. Hinzu kommt die sich wiederholende Schilderung von U-Boot-Manövern, die nach meinem Dafürhalten auch nicht sehr abwechslungsreich gestaltet worden sind. In einem zweiten Erzählstrang begleiten wir noch Tarik, den Tunnelbauer. Aber mir ist nicht klar geworden, wofür er diesen Tunnel konstruiert und was das überhaupt für ein Projekt ist, an dem er arbeitet. Das bleibt doch sehr mysteriös. Sehr nüchtern wird dann noch von einem tragischen Schicksal seines Sohns Chaled berichtet.
Die zweite Buchhälfte
Nach dem Beginn der Katastrophe liest sich das Buch zeitweise erst einmal deutlich besser. Allerdings hält das nicht sehr lange an, denn man wird einfach zu lange auf die Folter gespannt, was denn nun passiert ist. Und das Rätselraten nutzt sich nach meinem Empfinden mit der Zeit einfach ab. Es wird dadurch auch ein unheimlicher Erwartungsdruck im Hinblick auf die Gestaltung des Endes erzeugt, der nach meinem Dafürhalten dann aber nicht eingelöst wird. Die Auflösung am Ende fand ich doch sehr dünn. Und auch was auf S. 365-405 geschildert wird, hat mich nicht überzeugt. Ich habe diese Schwerpunktsetzung am Ende auch nicht wirklich nachvollziehen können, mir fehlte hier ein klarer roter Faden. Zu allem Überfluss fand ich auch die Figur Amany unrealistisch angelegt.
Man merkt meiner Rezension vermutlich die Enttäuschung an. Und ich wäre viel lieber in Lobgesänge verfallen. Ich könnte hier noch mehr bemängeln, z.B. was die Charakterzeichnung und die Gestaltung der Beziehungsverhältnisse betrifft. Aber ich verzichte darauf. Bilde sich jeder selbst ein Urteil von diesem Werk. Der Thriller lebt von zwei Fragen: Wann passiert endlich etwas? Warum passiert das? Und das trägt nicht das gesamte Buch. Ich vergebe wegen der positiven Grundidee und spannenden 50 Seiten in der Mitte des Buchs 2 Sterne.
Fazit: Ein Thriller, der mich leider sehr enttäuscht zurücklässt. Die apokalyptische Grundidee ist gut, der Klappentext klingt vielversprechend, doch die Erwartungen, die der Thriller weckt, werden nicht eingehalten. Die erste Buchhälfte ist langweilig und nach dem Beginn der Katastrophe nutzt sich das Szenario schnell ab. Die Auflösung am Ende ist dünn. Der Erzählton ist dröge. Keine Empfehlung von mir!
Interaktives Buch mit Disney-Setting
1000 Gefahren junior - Disney Villains: Chaos beim Korallenfest von Fabian Lenk
In dem Kinderbuch „Chaos beim Korallenfest“ aus der Reihe „1000 Gefahren junior“ von Fabian Lenk schlüpfen die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer bzw. Erstleser:innen in die Rolle des Schwertfischs Flutsch, der von seinem Fisch-Freund Blinky begleitet wird, und erleben zusammen einige Abenteuer.
Ich empfehle es zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren und für Selbstleser:innen ab der zweiten Klasse.
Konzept
Wie es für die Reihe typisch ist, werden die Kinder interaktiv in den Leseprozess eingebunden, was nach meiner Erfahrung zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Neugier beim Zuhören führt. Anders als in gewöhnlichen Büchern liest man das Buch nicht einfach von der ersten bis zur letzten Seite durch, sondern man löst an bestimmten Stellen im Buch Rätsel und trifft Entscheidungen, die dann in jeweils in unterschiedliche Richtungen führen. Innerhalb ein- und derselben Geschichte ergeben sich verschiedene Variationsmöglichkeiten. Dadurch ist der Nachwuchs beim Zuhören stets aktiv dabei, was ich großartig finde. Und weil die Kinder wissen wollen, wie sich die Geschichte abhängig von ihren Entscheidungen entwickelt, wird auch ihre Neugier geweckt.
Inhalt
Insgesamt werden in dem entworfenen Disney-Setting um König Triton und Hexe Ursula 17 Fragen an die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer gerichtet, die alle wieder zu anderen Verläufen führen, so dass Abwechslung garantiert ist. Meine Töchter waren wieder sehr bei der Sache und wollten direkt alle Varianten kennen lernen. Im Prinzip gibt es zwei Haupthandlungsstränge: Entweder will man sich die Parade zum Korallenfest genauer anschauen oder König Tritons Schatz suchen.
Außer den Entscheidungsfragen kommen im Buch auch insgesamt 9 Rätselfragen vor, bei denen die Kinder in den meisten Fällen den nachfolgenden Textinhalt im Fortgang antizipieren müssen. Gut ist, dass auch die Lösung verraten wird, so dass kein Frust aufkommt.
Wichtig zu erwähnen, ist in diesem Zusammenhang noch, dass trotz der Variationen innerhalb der Geschichte der Inhalt nie seine Kohärenz einbüßt. Alles bleibt logisch und nachvollziehbar.
Bebilderung und Sprachgestaltung
Das Disney-Setting spiegelt sich auch in der Bebilderung wider. Auch die böse Meerhexe Ursula und König Triton tauchen auf. Das hat meinen beiden Töchtern gefallen. Jedoch gibt es auch einiges zu bemängeln (s. Kritikpunkte).
Bei der Sprachgestaltung ist zunächst einmal auffällig, dass die Kinder direkt mit „du“ angesprochen und auf diese Weise in die Handlung einbezogen werden. Das schafft Aktivierung und ist gelungen. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, ist der Umstand, dass sehr viel wörtliche Rede vorkommt. Das sorgt für Lebendigkeit. Es überwiegt dadurch allerdings auch ein umgangssprachlicher Sprachton. Passend zum Inhalt findet man viele Ausdrücke aus dem maritimen Bereich, das ist gelungen. Grundsätzlich empfand ich die Sprachgestaltung als altersangemessen. Der Wortschatz und die Satzkonstruktionen sind nicht zu komplex, ich bin beim Vorlesen über keine Stelle „gestolpert“.
Kritikpunkte
Beim Vorlesen muss man sich darauf einstellen, dass man anders als in anderen Büchern vermehrt Hin- und Herblättern muss. Mich hat das zwar nicht gestört, aber ich hätte es hilfreich gefunden, wenn auf den Seiten nicht nur angegeben wird, wo man weiterlesen soll, sondern wie man den Weg des Gelesenen auch wieder zurückverfolgen kann. So könnte man sich noch deutlich besser in dem Werk zurechtfinden.
Bei den Rätselfragen ist grundsätzlich das Problem, dass sie „nur“ bei den ersten Malen spannend sind, danach sind sie bereits bekannt und weniger interessant. Auch ist die Rätselfrage zum Labyrinth zu einfach und durch den begleitenden Text auch zu verwirrend. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass es anders als im Vorgängerband weniger verschiedenartige Aufgabenformate gibt (vgl. dazu eine frühere Rezension). Das ist schade!
Das Ende mancher Erzählstränge kommt recht abrupt. Ich würde den Machern des Buchs empfehlen, die Bände der Buchreihe noch umfangreicher zu gestalten.
Ich hätte mir beim Vorlesen auch umfassendere erzählerische Abschnitte gewünscht, mir dominiert die Umgangssprache zu sehr.
Die Bebilderung fand ich im Vorgängerband „Das Geheimnis der Pirateninsel“ besser. Zunächst einmal waren meine beiden Töchter sehr enttäuscht darüber, dass im ganzen Buch kein einziges Bild von Arielle auftaucht. Hier hat das Cover eine andere Erwartungshaltung provoziert. Darüber hinaus ähneln sich viele Bilder doch sehr stark, mehr Abwechslung wäre hier gut gewesen. Auch sind die Bilder wenig textunterstützend. Eine stärkere inhaltliche Text-Bild-Verzahnung hätte dem Buch gut getan. Auch hätten es mehr großflächige Illustrationen sein dürfen. Hier hat mir der Vorgängerband „Das Geheimnis der Pirateninsel“ deutlich besser gefallen.
Fazit: Das Kinderbuch weist ein innovatives Konzept auf. Man sollte es in meinen Augen auf jeden Fall einmal mit seinem Nachwuchs austesten. Es bietet aber auch noch Verbesserungspotential. Verglichen mit dem Vorgängerband „Das Geheimnis der Pirateninsel“ ist dieser Band weniger gut gelungen, was sich in meinen Augen v.a. an der Bebilderung und den Rätselfragen zeigt. Deshalb vergebe ich dieses Mal nur 4 Sterne! Trotzdem empfehle ich es weiter.
Inhaltliche Überforderung
Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Anne Frank von Christopher Eliopoulos; Brad Meltzer
Ist das Schicksal von Anne Frank ein wichtiges Thema? Absolut! Ist es auch ein Thema, das in Form eines Comics schon für Kinder ab 7 Jahren geeignet ist? In meinen Augen nicht. Da hilft es auch nichts, dass die Illustrationen in dem Comic „Ich bin Anne Frank“ aus der Reihe „Jeder kann die Welt verändern“ von Brad Meltzer gelungen sind.
Ich halte den Inhalt für eine Überforderung von Kindern ab 7 Jahren. Denn die Macher dieses Buchs beachten in meinen Augen einen zentralen Aspekt nicht: Didaktische Reduktion muss das Kriterium von Angemessenheit erfüllen. D.h. es muss das Vorwissen der Zuhörer:innen berücksichtigt werden. Und das wird hier absolut missachtet. Denn Kinder in diesem Alter wissen noch nichts vom Zweiten Weltkrieg, von Adolf Hitler, von der Judenverfolgung, von Konzentrationslagern. Und sie werden es auch noch nicht angemessen verstehen. Und das alles möchte ich ihnen während der Lektüre dieses Buchs auch nicht erklären müssen. Denn es ist davon auszugehen, dass viele Nachfragen kommen werden. Ich habe mich dagegen entschieden, dieses Buch mit meinen Kindern zu lesen. Der Zeitpunkt, sich mit diesem Thema zu befassen, wird noch früh genug kommen. Es wird Thema in der Schule sein. Und dann ist auch der richtige Zeitpunkt dafür.
Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Reihe „Jeder kann die Welt verändern“ durchaus Potential hat. Kinder interessieren sich für historische Persönlichkeiten. Aber das Vorwissen der Zielgruppe sollte dabei nicht aus dem Blick geraten. Das für August 2022 angekündigte Buch „Ich bin Albert Einstein“ kann gelungen sein. Und wenn ich von meinen Kindern ausgehe, so könnten auch die folgenden historischen Persönlichkeiten von Interesse sein, um einmal weitere Anregungen zu geben: Roald Amundsen, Mozart, Thomas Edison, Martin Luther King Jr., Isaac Newton, Marie Curie, Nelson Mandela, Gandhi, Florence Nightingale, Muhammad Ali etc.
Fazit: Ein Kinderbuch, dass die jungen Zuhörer:innen überfordert und nicht altersangemessen ist. Ich rate von der Lektüre ab und sehe das Kriterium der Angemessenheit bei der didaktischen Reduktion verletzt.
Der Inhalt sollte gemeinsam reflektiert werden
Lange Krallen von Oliver Uschmann; Sylvia Witt
Das Kinderbuch „Lange Krallen“, empfohlen für Kinder ab 10 Jahren, geschrieben und illustriert von Oliver Uschmann und Sylvia Witt aus dem Beltz-Verlag, ist für mich ein typisches Beispiel dafür, dass nicht jedes Buch für eine alleinige Lektüre geeignet ist. Einige inhaltliche Aspekte sollten besser noch einmal nachbesprochen werden, insbesondere das Ende.
Sollte diese Bedingung erfüllt sein, halte ich das Werk durchaus für gewinnbringend. So lässt sich an vielen Stellen die Beurteilungskompetenz fördern, z.B. durch solche Fragen wie „Findest du das richtig?“, „Hättest du dich auch so verhalten?“. Vor allem das Ende des Buchs lädt zu solch einer Nachbetrachtung ein. Ich halte das Ende anders als andere Rezensenten nicht für bedenklich, man sollte es aber auf jeden Fall reflektieren. Ein Vergleich zu Robin Hood drängt sich auf. Kinder in diesem Alter wissen nach meiner Erfahrung, was richtig und was falsch ist. Ich glaube nicht, dass sie das beschriebene Verhalten nachahmen. Und im Gespräch kann man sich alternative Lösungsmöglichkeiten überlegen. Fraglich ist ja z.B. auch, wie die Eltern von Oskar reagieren werden. Das bleibt eine Leerstelle.
Und auch den Vater von Leonie sollte man in meinen Augen auf jeden Fall kritisch beleuchten. Er wirkt auf mich sehr unsympathisch, agiert neidisch und ist voll von Vorurteilen.
Ist dieses Buch vielleicht sogar als Klassenlektüre für Klasse 5 geeignet? Leider nur bedingt, denn es ist insgesamt zu knapp ausgefallen. Die Darstellung des Beziehungsverhältnisses von Leonie und Oskar ist ja durchaus interessant. Aber es hätte einfach umfangreicher ausfallen müssen. Das gleiche gilt für die besondere Beziehung zwischen Leonie und Bobby. Nach meinem Dafürhalten hätte Bobby ruhig noch häufiger ins Geschehen eingreifen können. Und was mich auch etwas gestört hat. Das Buch wird als Krimi vermarktet, doch so richtig Spannung will nicht aufkommen. Ich finde auch, dass der Klappentext und das Cover schon zu viel verraten. Der Fall ist zu vorhersehbar.
Fazit: Ein Buch, das zwar für Kinder ab 10 Jahren geeignet ist, das aber nicht für eine selbstständige Lektüre in Frage kommt. Ich halte einen Meinungsaustausch über das Gelesene für angebracht.
Herr Wichtig und Frau Richtig
Coco Stolperbein von Jörg Hilbert
Gereimte Kinderbücher erfreuen sich immer einmal wieder großer Beliebtheit. Man denke nur an das wunderbare Buch: „Der Grüffelo“. Und die Kunst, kindgerechte Inhalte in Reime zu verpacken, ist nicht einfach, schließlich sollen die Reime im Idealfall modern und eingängig klingen. Die Frage lautet also, gelingt Jörg Hilbert mit „Coco Stolperbein“ eine solche Umsetzung? Dass der Autor ein Garant für ausgefallene Ideen ist, weiß man spätestens seit der Buchreihe um „Ritter Rost“, die bestimmt viele kennen und auch schätzen.
Meine Meinung: Die Reime sind wohlgeformt und gelungen, sie wirken auch keinesfalls altbacken, sondern ansprechend. Auch sind sie ideal, um den Nachwuchs beim Lesen einzubeziehen. So kann man bei den Paarreimen immer wunderbar das Versende des zweiten Verses auslassen und auf diese Weise die eigenen Kinder mitsprechen lassen. Das ist gelungen.
Womit ich mich allerdings etwas schwer getan habe, ist der Inhalt als solcher. Das Thema „spießige Vermieter“ weist für mich keinen relevanten Bezug zur Lebenswelt für Kinder ab 3 Jahren auf. Und das Thema „Akzeptanz und Freundschaft“ auf diese Weise vermitteln zu wollen, finde ich zu abstrakt. Nebenbei bemerkt finde ich es auch etwas unrealistisch, dass solche Spießbürger wie Herr Wichtig und Frau Richtig ein E-Mobil kaufen.
Was wiederum lobenswert ist, sind die Illustrationen. V.a. die Darstellung der Gesichtsausdrücke von Frau Richtig kommen gut zum Ausdruck. Und was besonders gelungen ist und zum Malen einlädt: Einige der abgebildeten Gegenstände sind weiß gelassen worden. So z.B. die Sitzgarnitur im Garten. Hier können die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer sich ein Beispiel an Coco nehmen und das Buch verschönern.
Noch ein paar Anmerkungen zur Sprachgestaltung: Für Kinder ab 3 Jahren ist der Text in meinen Augen stellenweise schwer zu verstehen („auf Trab sein“, „vom anstandsfrommen Wunsch beseelt“, „rigoros“, „inspiziert“, „mein gehegter Schatz“, „mit den Tränen ringen“, „Mit Siegel und Stempel“, „vom Schönheitsamt“, „ehrfurchtsvoll“). Aber das sind Spitzfindigkeiten von meiner Seite!
Fazit: Ein Kinderbuch mit eingängigen, wohlgeformten Reimen, schönen Illustrationen, die teils auch zum Bemalen einladen, dessen Inhalt aber zu wenig Bezug zur Lebenswelt von Kleinkindern aufweist und dessen Sprachgestaltung punktuell zu schwierig ist.
Das einzige Mädchen im Umkreis von 13 Kilometern
Schallplattensommer von Alina Bronsky
Alina Bronsky entpuppt sich in ihrem neuen Roman „Schallplattensommer“ wieder einmal als sehr gute Alltagsbeobachterin und als jemand mit Blick für die feinen Zwischentöne in menschlichen Beziehungen. Sehr differenziert und feinfühlig werden die Beziehungen von Maserati zu ihrer Oma und zu den beiden neu hinzugezogenen Nachbarjungen Theo und Caspar aufbereitet, und das dieses Mal ohne den typischen Bronsky-Erzählton.
Es geht dieses Mal nicht schwarzhumorig, scharfzüngig und bissig zu, sondern einfühlsam und gefühlsgeladen (vgl. frühere Rezensionen). Sie schließt damit an ihre Erzählung „Das Geschenk“ an, in der sie ebenfalls sehr feinsinnig und tiefgründig schreibt (vgl. eine frühere Rezension). Und mir gefällt das sehr, es zeigt nämlich einmal eine andere Seite der Autorin. Und verdammt nochmal, Alina Bronsky kann einfach genial schreiben. Das zeigt sich auch in diesem Buch, das ich mit viel Interesse gelesen habe.
Besonders gefallen hat mir die Protagonistin mit dem ungewöhnlichen Namen Maserati. Bei ihr handelt es sich um ein intelligentes Mädchen, das eine glänzende Zukunft haben könnte, doch sie ist komplett eingebunden in die Gastronomie und schmeißt zusammen mit ihrer Oma ein kleines, feines Restaurant. Sie ist bald 18 Jahre alt und hat auch mit ihren Gefühlen für das andere Geschlecht zu kämpfen, so ist sie zwischen ihrem ehemaligen Mitschüler Georg und den Neuankömmlingen Theo und Caspar hin- und hergerissen. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Oma von Maserati krank zu sein scheint, doch das schwingt nur zwischen den Zeilen mit. Typisch Bronsky eben! Und die Beziehung zu ihrer Oma ist keine einfache. Sie geht streng mit ihr um, bestimmt oft über sie. Gleichzeitig macht sich Maserati Sorgen um ihre Großmutter, kümmert sich liebevoll um sie. Während des Lesens entstehen Fragen: Was stimmt mit der Oma nicht? Wer ist Lenchen? Was hat es mit der Schallplatte auf sich? Was ist Theos Geheimnis? Welche Beziehung hat Maserati zu ihrer Mutter? Dies treibt die Handlung voran. Sehr gelungen! Und was mich besonders überzeugt hat: Vieles wird nicht einfach direkt ausgesprochen, sondern es werden Interpretationsspielräume eröffnet. Das macht Literatur aus!
Nicht zuletzt ist auch die Atmosphäre lobenswert, die bei der Lektüre erzeugt wird. Die Umgebung, in der die Handlung spielt, ist idyllisch, die Naturbeschreibungen sind malerisch. Es entsteht eine Art „Sommerfeeling“ während des Lesens.
Fazit: Wer Romane der Autorin kennt, wird womöglich über den neuen Erzählton überrascht sein. Mir hat dieser Schreibstil sehr zugesagt. Ich empfehle den Roman dringend weiter und vergebe 5 Sterne! Bronsky beschreibt sehr differenziert und feinfühlig die zwischenmenschlichen Beziehungen, treibt die Handlung geschickt durch offene Fragen voran und lässt auch Spielraum für Interpretation.
Kuriositäten-Kabinett
Bullet Train von Kotaro Isaka
Bei vielen Büchern bin ich immer auf der Suche nach dem „innovativen Element“, also nach etwas, das sich durch etwas Besonderes von anderen Büchern abhebt. Der Thriller „Bullet train“ von Kotaro Isaka ist in meinen Augen innovativ. Warum? Weil er sich durch seine skurrilen Figuren und kuriose Beziehungsgeflechte und Verwicklungen von anderen Thrillern unterscheidet, und weil der Ort der Handlung ungewöhnlich ist: ein Schnellzug.
In diesem Schnellzug, auf engstem Raum, agieren fünf Gangster, die sich allesamt durch bizarre Besonderheiten auszeichnen (vgl. Klappentext), in einer Art Kammerspiel zusammen. Und es macht Spaß, das zu lesen. Ob es allerdings für jeden Geschmack das Richtige ist, das sei dahingestellt. Für mich war die Lektüre unheimlich vergnüglich. Und ich denke für jeden, der gerne Tarantino-Filme schaut, ist dieses Werk genau das Passende. Denn die Dialoge, die verbalen Schlagabtausche und die Psychoduelle zwischen den Protagonisten erinnerten mich beim Lesen sehr an Quentin Tarantinos Filme. Grotesk und erheiternd fand ich zum Beispiel die redselige Offenherzigkeit, mit der einige der Auftragskiller Gespräche mit normalen Fahrgästen führten. Das einzige, was ich nicht mochte, waren solche Passagen, in denen mir der beschriebene Sadismus zu ausgeprägt war. So etwas mag ich einfach nicht, aber solche Textstellen kamen glücklicherweise nicht zu gehäuft vor. Dafür mochte ich solche Textstellen, in denen menschliches Verhalten sehr genau beobachtet und präzise eingeschätzt wurde. Der vierzehnjährige Oji war dementsprechend die Figur, die ich am interessantesten ausgestaltet fand. Nicht zuletzt verleihen der Handlungsort, der Erzählton sowie der Wechsel der Perspektiven, durch die hin und wieder ein- und dieselbe Situation aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt wird, dem Geschehen eine besondere „Würze“. Auch das sei hier lobend erwähnt. Lesenswert fand ich auch die integrierten intermedialen und intertextuellen Anspielungen.
Oft werden in Klappentexten des Verlags ja Dinge versprochen, die nicht erfüllt werden (vgl. zum Beispiel meine Rezension zu „Love in the big City“ von Sang Young Park). Hier habe ich das einmal ganz anders empfunden: Der Thriller ist wirklich unglaublich, und er ist tatsächlich originell. Und ich kann mir dieses Buch auch hervorragend als Film vorstellen. Ich freue mich sogar schon darauf, die Kinoverfilmung zu sehen und sie mit dem Buch zu vergleichen. Es gibt also bis auf die explizite Darstellung sadistischer Gewaltfantasien so gut wie nichts zu bemängeln. Man muss sich nur vor der Lektüre klar darüber sein, worauf man sich einlässt. Dieses Werk ist einfach mal ganz anders als viele herkömmliche Thriller. Doch genau deshalb ist er in meinen Augen innovativ. Und für mich war das einmal eine willkommene Abwechslung. Andere mögen das anders empfinden.
Fazit: Ein Thriller, der sich vor allem durch die Skurrilität der Figuren auszeichnet. Für mich ein Werk, das innovativ daherkommt und sich dadurch von anderen herkömmlichen Thrillern unterscheidet. Geeignet für Leserinnen und Leser, die einmal etwas anderes lesen wollen und die Tarantino-Filmen gegenüber positiv eingestellt sind. Von mir gibt es 5 Sterne und vor allem aufgrund der vorhandenen innovativen Elemente eine klare Leseempfehlung!
Schönes Schweineleben
Ein Buch für Hansi von Sandra Niermeyer
Das Kinderbuch „Ein Buch für Hansi. Eine ziemlich wahre Geschichte“ von den Autorinnen Sandra Niermeyer und Linda Mieleck besticht durch die warmherzige Darstellung des Lebens von Hansi, dem Zuchteber, auf dem Tierschutzhof „Dorf Sentana“ bei Bielefeld. Gelungen ist, dass aus der Sicht von Hansi geschrieben wird, so dass die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer direkt die Gedankenwelt von ihm kennen lernen können.
Durch diese Vermenschlichung wird Empathie für das Tier gefördert, das ein schweres Schicksal als Zuchteber hinter sich hat. Auch wird Kindern auf diese Weise ein schönes, angenehmes und artgerechtes Bild eines Schweinelebens vor Augen geführt. Und beiläufig erfahren sie, was ein Schwein gerne mag. Kurzum: Ein schönes Plädoyer für eine artgerechte Tierhaltung. Auf den letzten beiden Seiten gibt es auch noch interessante Hintergrundtexte mit kleinen Fotos zum Tierschutzhof, den man auch tatsächlich besuchen kann, sowie zum echten Hansi. Dadurch wird den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern verdeutlich, dass das Gelesene einen realen Hintergrund hat. Die Fotos hätten hier allerdings ruhig etwas größer sein können. Auch habe ich mich zunächst gescheut, meiner Tochter ein paar der „unschönen“ Informationen zu Hansi vorzulesen, habe es dann aber doch getan, und es war für sie in Ordnung. Wir haben aber auch darüber im Nachgang gesprochen und das würde ich auch anderen Eltern empfehlen.
Ich halte es für Kinder ab 4 Jahren gut zum Vorlesen geeignet, es kommen viele großflächige, schön gestaltete Bilder vor, auf denen vor allem Hansi mit seinen Begleitern, den Hängebauchschweinen, zu sehen ist. Eine kreative Idee sind auch die vielen Schlammspritzer, die auf den jeweiligen Seiten als Illustration auftauchen.
Die Sprachgestaltung ist ebenfalls kindgerecht. Die Sätze sind nicht zu komplex und der Wortschatz ist ebenfalls altersangemessen. Ich bin beim Vorlesen über keine Textstelle gestolpert.
Fazit: Ein Kinderbuch mit Realitätsbezug, das schon bei den Kleinen Empathie für ein artgerechtes Tierleben fördert. Besonders gelungen ist, dass aus der Sicht von Hansi erzählt wird. Der Inhalt sollte in meinen Augen aber unbedingt im Anschluss an die Lektüre nachbesprochen werden.
Differenziert angelegtes Figurenensemble
Freunde. Für immer. von Kimberly McCreight
Der Thriller „Freunde. Für immer.“ von Kimberly McCreight besticht nach meinem Dafürhalten vor allem durch ein sehr differenziert angelegtes Figurentableau, wie ich es selten in anderen Thrillern gefunden habe. Im Zentrum stehen die Freunde Jonathan, Derrick, Keith, Stephanie und Maeve, die sich an einem Wochenende zu einem Junggesellenabschied treffen.
Es geht um die Rekonstruktion eines tragischen Vorfalls, der sich im Rahmen dieses Aufeinandertreffens ereignet: Keith und Derrick sind plötzlich spurlos verschwunden und die Polizei findet eine nicht identifizierbare Leiche. Und bei der Vernehmung durch Detective Julia Scutt rückt dann auch ein Geheimnis aus der Vergangenheit wieder ins Bewusstsein der Gruppe, das alle Beteiligten zu verschleiern versuchen. Das alles wird äußerst spannend erzählt.
Hohe Spannungsintensität
Es dauert zwar etwas, bis man alle Figuren kennen gelernt hat und man einen Überblick über die Gruppe bekommt, doch dann schafft es die Autorin den Leser bis zum Schluss zu fesseln. Ich war unheimlich neugierig darauf, zu erfahren, was sich nun beim Junggesellenabschied genau ereignet hat und welches Geheimnis die Freunde zu bewahren versuchen. Das treibt die Handlung voran.
Unerwartete Wendungen und ein schlüssiges Ende
In „Freunde. Für immer“ gibt es am Schluss eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Das ist gelungen. Auch wird die Handlung so schlüssig beendet, dass am Ende nichts offen bleibt, und die Handlungsfäden werden plausibel aufgelöst. Auch das ist lobenswert. Nicht jeder Thriller, den ich gelesen habe, schafft das.
Facettenreich gestaltete Figuren
Das ist ganz klar die Stärke dieses Thrillers. Wir haben die fünf Freunde, die sehr facettenreich und mit einer eigenen Charakteristik und Vergangenheit herausgearbeitet wurden. Die Autorin geht bei jeder Figur sehr ins Detail und vermag auch die Beziehungsverhältnisse zwischen den Charakteren sehr differenziert und tiefgründig zu gestalten. Für einen Thriller ist das absolut außergewöhnlich. Besonders interessant fand ich Keith und sein Drogenproblem. Auf diese Weise erhält man einen interessanten Einblick in die Gefühlswelt eines Abhängigen. Und auch der unterschiedliche Umgang der Gruppe mit dem Geheimnis in der Vergangenheit ist lesenswert. Jeder hat seinen ganz eigenen Blick auf die Geschehnisse. Deutlich werden auch die Verlogenheit und falsche Loyalitäten innerhalb der Gruppe.
Hinzu kommt eine Ermittlerin, die auch gut ausgearbeitet wurde: Detective Julia Scutt. Was bei ihr gut zum Ausdruck kommt, ist die Rivalität zu ihrem Vorgesetzten. Und was ihrer Figur ebenfalls einen besonderen Reiz verleiht: Sie lebt mit einem traumatischen Erlebnis, dem Verlust ihrer Schwester Jane. Auch dazu werden interessante Hintergründe in die Handlung integriert. Besonders gefallen haben mir die geschilderten Verhöre. Scutt weiß mehr, als sie sagt, und die fünf Freunde geben nicht immer Antworten, die zu ihrem Hintergrundwissen passen. Sie hat durch die Ermittlungen einen Informationsvorsprung, von dem die Freunde wiederum nichts wissen. Das ist schon gut gestaltet. Spannend ist auch, wie sie die Front der Gruppe zum Zusammenbrechen bringen will, indem sie einen Keil zwischen die Freunde treibt.
Dynamische erzählerische und sprachliche Gestaltung
Positiv hervorzuheben, ist die geschickte mehrperspektivische Gestaltung. Die Perspektiven der fünf Freunde und von Julia Scutt werden im Wechsel dargeboten, wie es bei vielen mehrperspektivischen Thriller der Fall ist. Hinzu kommt noch eine weitere Perspektive, über die ich aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten will. Und die Autorin versteht ihr Handwerk, die Blickwinkeländerungen sind geschickt platziert und man erlebt ein- und dieselbe Situation teilweise aus mehreren Perspektiven und erhält so einen guten Überblick über das Geschehen.
Was gibt es zu bemängeln? In meinen Augen fast nichts. Die Figuren sind allesamt sehr realistisch und lebensecht gestaltet worden, man ist beim Lesen lediglich stark gefordert. Es dauert etwas um in die Handlung hineinzufinden. Zu Beginn hinterlassen die vielen Figuren und Perspektivwechsel einen etwas unübersichtlichen und unstrukturierten Eindruck auf mich. Man wird von den vielen Details und Zeitsprüngen etwas erschlagen. Aber vielleicht geht das nur mir so. Nach meiner Einschätzung sollte man bei der Lektüre schon aufmerksam sein, damit man alle Zusammenhänge versteht. Das hat meinen Lesegenuss schon etwas getrübt, so dass ich dem Thriller deswegen nicht die volle Anzahl von Sternen gebe. Es ist ein sehr guter Thriller, aber kein herausragender. Und das „innovative Element“ fehlt mir auch.
Fazit: Ein sehr guter Thriller, der seine Stärke vor allem in der differenzierten Darstellung der Figuren und Beziehungsverhältnisse zwischen den Figuren zeigt. Es dauert etwas, um in die Handlung hineinzufinden. Die Lektüre fordert die Aufmerksamkeit des Lesers. Aus diesem Grund gebe ich nur vier Sterne, spreche aber trotzdem eine Leseempfehlung aus!











