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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Caroline :

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit .. oder auch nicht?

Winter in Bloomsbury von Annie Darling

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für das Rezenaionsexemplar. Als ich den vierten Teil der Bloomsbury Reihe entdeckt habe, war ich so glücklich! Ich liebe die Serie und wusste gar nicht, dass es ein weiteres Buch geben sollte. Ein Hoch auf die Datenbank.

Winter und Weihnachten (dieses Jahr unter ganz besonderen Vorzeichen) stehen vor der Tür und ich denke, wir alle brauche etwas heimeliges und kuscheliges.

Für mich gilt dies für die Figuren aus Bloomsbury.

Bereits die ersten drei Teile habe mich begeistert. Die Figuren ließen mich lachen, ein kleines bisschen weinen aber sie hießen mich in ihrem wundervollen Buchladen "Happy Ends" willkommen.
Nun stehe auch in London die Weihnachtszeit in den Startlöchern. Zusätzlich ist Posy unerhöhrt schwanger und nervt all ihre Angestellten. Nina verzaubert den Laden und die Teestube in ein Winterwonderland. Maddie kann dem Fest der Liebe nichts mehr abgewinnen. Auf ihrem Herz wurde genau vor zwei Jahren am Weihnachtstag herumgetrampelt und nun hat sie diesem Fest abgeschworen.

Gemeinsam mit Tom, bei dem ebenfalls keine weihnachtlichen Gefühle aufkommen wollen. Gemeinsam spielen sie Grinch und versuchen den anderen die Stimmung zu vermiesen. Dabei können sie sich eigentlich kaum leiden. Als sie auch noch gemeinsam in die Wohnung übers Happy Ends ziehen, glätten sich die Wogen für kurze Zeit, um schließlich in einem riesigen Krach wieder über ihren Köpfen zusammenzukrachen.

Wäre das Schicksal nicht so grausam, könnten sie getrennt voneinander miese Energien verbreiten, aber als fast alle Mitarbeiter des Happy Ends ausfallen, müssen sie Maddie und Tom einander den Rücken stärken. Was sie auch tun.

Maddie mit ihren süßen Kreationen. Allein davon zu lesen, lässt mich zunehmen. Wenn sie auch keine Cupcakes backen will. Sie hütet ihr Weihnachtsgeheimnis und lässt niemanden hinter ihre hohe Mauer schauen. Bis Tom im richtigen Augenblick auf eine Goldader an Informationen trifft.
Tom, der auch nichts über sein Privatleben durchsickern lässt. Kommt und geht, verschwindet wie ein Geist und erscheint auch ganz plötzlich wieder auf der Bildfläche. Ein geheimnisvoller Typ, der kratzbürstig und abweisend wirkt, aber loyal bis in die Zehenspitzen ist.

Zusammen ergeben Maddie und Tom ein richtig tolles Gespann, das sich zwar sehr voneinander unterscheidet, aber oft die gleichen Meinungen haben und unheimlich gute Freunde sind und für andere einstehen.

Manche LeserInnen stören sich vor allem an Posys Rolle in diesem Buch. Ihr ewiges Gejammer rund um ihre Schwangerschaft, ich dagegen habe zweitweise herzhaft gelacht. Dazu noch die Schichten, die langsam rund um Maddie und vor allem Tom freigelegt werden, haben mich unheimlich gut unterhalten. Ich mag es, wenn zwei Hauptfiguren sich streiten, zanken und sich witzige Wortgefechte liefern.
Noch dazu das weihnachtliche Ambiente im Buchladen und ich konnte in der Geschichte regelrecht versinken.

Wer die ersten drei Bücher gelesen hat, muss auch dieses hier lesen, denn nun erfährt man/frau alles über Tom, der seine Geheimnisse lange Zeit gut gehütet hat, aber Maddie bringt sie alle schonungslos ans Licht.

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Kann aus Wut, Trauer und Verzweiflung etwas Neues entstehen

Der Moment zwischen den Zeiten von Marta Orriols

Warum hat mich dieses Buch so angezogen? Das Cover entspricht so überhaupt nicht meinem Geschmack, die Autorin kannte ich nicht und dennoch musste ich mir den Klappentext durchlesen.

Bei Lovelybooks entdeckte ich zufällig ein Gewinnspiel zu dem Buch und ich hatte auch noch das Glück eine Ausgabe zu gewinnen.

Vielen Dank an dtv für das Gewinnspiel.

Nun aber zur Geschichte und zu Paula, die bei einem Mittagessen von ihrem Partner Mauro erfährt, dass er sie verlassen wird, weil er sich in eine andere, jüngere Frau verliebt hat. Ein Schlag, den sie nicht erwartet hat, den sie erst verdauen muss. Jedoch bleibt ihr dazu keine Zeit, denn noch am selben Tag stirbt Mauro bei einem Verkehrsunfall.

Paula bleibt als trauernde Witwe zurück, denn es gibt keine Bezeichnung für eine nicht verheiratete Partnerin. Die unterschiedlichsten Gefühle stürmen auf sie ein. Neben der Trauer stauen sich auch Wut, Enttäuschung und Unverständnis.

Dieses Gefühlchaos beschreibt Marta Orriols sehr gekonnt. Bis ca. zur Hälfte des Buches springen die Gedanken ungeordnet hin und her. Paula konzentriert sich auf ihren Beruf und versorgt als Neonatologin Frühchen, um sie gesund ins normale Leben zu entlassen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe fordert sie und dabei vergisst sie für kurze Zeit ihre Sorgen, ihre Trauer, die sie mit niemandem wirklich teilen kann. Denn Mauros Untreue ist ein Geheimnis, das sie mit sich herumträgt.

Was ich anfangs noch als holprig und unruhig empfunden habe, glättet sich mit den Seiten. Ohne viel verraten zu wollen, gab es einen ganz bestimmten Moment, der mich zu Tränen gerührt hat. Es waren so viele Emotionen mit Händen zu greifen und zu spüren. Für mich ein Wendepunkt in der Geschichte. Ich wollte weiterlesen, ich wollte wissen, wie es weitergeht. Gleichzeitig habe ich mich gefürchtet, zum Ende zu gelangen. Für diese letzten Seiten danke ich der Autorin von Herzen.

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf den Titel zu sprechen kommen. Der spanische Titel "Aprendre a parlar amb les plantes" heißt übersetzt ungefähr "Mit den Pflanzen sprechen lernen". Wobei die Autorin nicht spanischer Herkunft ist, sondern aus Katalanien stammt. Dieser spanische Titel passt gut, wobei es dauert ihn zu verstehen.
Den deutsche Titel finde ich regelrecht genial. Höchstes Lob an die Person, die sich dafür eingesetzt hat. Jede Leserin/jeder Leser muss diesen Moment zwischen den Zeiten für sich selbst finden. Nicht nur in dieser Geschichte sondern auch im eigenen Leben.

Ich schwanke bei meiner endgültigen Bewertung. Die weibliche Hauptfigur machte es mir nicht einfach sie zu mögen. Es war einfach sie zu verstehen, aber ob ich sie mochte?? Aber die Autorin hat es geschafft, dass ich die Geschichte liebe. Die Handlung, die so einzigartig voranschreitet und sich entwickelt. Ein Highlight in meinem Lesejahr.

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Ein Thriller, der die Genre-Bezeichnung auch verdient hat

Das Spiel - Es geht um Dein Leben von Jan Beck

Dank meines Lieblingsbuchdealers der Tyrolia durfte ich an der ersten Leserunde von BuchBar Tyrolia auf Facebook teilnehmen. Vielen lieben Dank für das Leseexemplar.

Zur Information sei gesagt, dass Jan Beck das Pseudonym von Joe Fischler ist. Seine Romane waren bisher eher im Regionalkrimi Genre zu finden.

Nun hat er den Schritt zum Thriller gewagt. Wie ist ihm dieser Wandel gelungen? Lest einfach weiter ...

Die Geschichte beginnt bei einer Teenager Party an der auch Mavie von Nauenstein teilnimmt. Sie schwärmt für den Gastgeber, der scheinbar auch von ihr recht angetan ist. Die Stimmung ist recht ausgelassen, als im UV Licht auf Mavies Rücken ein leuchtend neongelbes Tattoo sichtbar wird. In blankem Entsetzen läuft Mavie nach Hause, denn sie will nicht, dass sich ihre Mitschüler wieder einmal das Maul über sie zerreißen.

Fast gleichzeitig wird der Ermittler Christian Brand zu einem Sondereinsatz bei EUROPOL versetzt. Durch eine wagemutige Aktion ist er der Sondermittlerin Inga Björk aufgefallen und fordert ihn kurzer Hand für ihr Team an. Sie sucht einen perfiden Mörder, der eine sehr spezielle Jagd im Darknet inszeniert hat. Der Schöpfer, wie er sich selbst nennt, fordert seine Jäger auf, die markierten Opfer zu finden und dann den Instruktionen zu folgen.

13 Jäger, die ein Startgeld von € 100.000,00 zahlen müssen, um teilnehmen zu können, gibt es. Sie machen sich skrupellos auf die Suche nach den Opfern.

Was für eine aufregende Fahrt. Ein Auf und Ab, einer Achterbahn gleich wird die Geschichte erzählt. Die Informationen tröpfeln nur recht langsam und die Zusammenhänge erschließen sich erst nach und nach. Björk und Brand ein einzigartiges Team, das aus der Not heraus zusammen arbeiten muss.

Genauso und nicht anders erwarte ich mir einen Thriller. Gruselig, spannend, aufregend, Nerven zerfetzend ... mit einem Wort: GELUNGEN.

Das Buch macht Lust auf mehr und da der Titel Björk und Band Reihe beinhaltet, freue ich mich jetzt schon auf Teil 2.

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Die Grausamkeit der Menschen

Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Ellen Sandberg hat ein ausgesprochen gutes Gespür für Geschichten und für Geschichte. Bereits in "Das Erbe" beschäftigt sie sich mit Geheimnissen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Nun nimmt sie sich eines sehr tragischen Themas an: Euthanasie im Dritten Reich.

Ausgangspunkt dieser Geschichte ist die Suche nach einem Dossier.

Papiere, Fotos oder ähnliches. Während die Journalistin Vera erst langsam herausfinden, welche Informationen sie eigentlich sucht, erfährt der Leser viel über ihre Tante Kathrin, die 1944 in einem Pflegeheim für geistig und körperlich Behinderten als Pflegerin zu arbeiten anfängt. Dort begegnet sie dem Leiter Dr. Landmann, der sie in seinen Bann zieht. Kathrin beginnt jedoch bald genauer hinzuschauen. Viele Patienten sterben, werden verlegt und tauen nie mehr auf. Sie kommt hinter Landmanns Geheimnis und durchschaut das perfide System.

68 Jahre später nimmt sich Vera der Geschichte an. Zwar hat sie einen unsichtbaren Verfolger, der ebenso sehr an dem Dossier interessiert ist wie sie, aber Unwissenheit ist manchmal auch ein Segen. So forscht sie weiter und erhält aber auch Unterstützung. So ist sie in der Lage die Puzzleteile Stück für Stück zusammenzusetzen.

Ich trenne mal zwischen dem spannenden Fall der Suche und der Geschichte.

Die Suche:
Hänsel und Gretel wären stolz auf die Autorin. Einen Krümel nach dem anderen lässt sie fallen und wir folgen den Spuren. Zusätzlich gibt es noch einen geheimen Auftraggeber, einen skrupellosen? Beschaffer von Informationen somit ist für Spannung gesorgt.

Die Geschichte in der Geschichte:
Im Nachwort erklärt die Autorin, dass es dieses Pflegeheim nicht gegeben hat. Es aber stellvertretend für andere stehen könnte. Euthanasie ist ein Thema, das gerade in den letzten Tagen bei uns in Tirol wieder aktuell war. In Hall i. T. gab/gibt es ein Pflegeheim. Damals wurde es zwar nicht zu einer Tötungsstation aber viele PatientInnen wurden in andere Heime verlegt und kamen nie mehr wieder nach Hause. 360 Menschen, die in ihren Familien schmerzlich vermisst wurden.
Für zigtausende steht hier in dem Buch Therese, deren Schicksal mich weinen hat lassen. Wie grausam Menschen sein können, überrascht mich leider immer wieder.

Ende Oktober erscheint von Ellen Sandberg "Die Schweigende". Dieses wird sicherlich auf meiner Weihnachtsliste landen.

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Huldatrilogie "Nebel"

NEBEL von Ragnar Jonasson

Nun ist das Ende der Trilogie gekommen, danke für den btb Verlag für das Rezesionsexemplar.

Zuerst zum Kriminalfall, der Hulda vor große Herausforderungen stellt. Nicht nur in ermittlerischer Sicht sondern auch für ihr Gefühlsleben.
Es ist Februar und im östlichen Teil der Insel werden zwei Leichen in einem verlassenen Bauernhaus gefunden.

Diese wurden augenscheinlich ermordet, bereits rund um die Weihnachtsfeiertage. Die Wetterlage und die großen Schneemassen haben die Entdeckung so lange verzögert.

Huldas Chef übergibt ihr den Fall, obwohl ihm bewusst ist, dass sie noch immer seelisch stark angeschlagen ist. Zu Weihnachten hat sich ihre 13jährige Tochter umgebracht, dieses furchtbare Ereignis schwebt wie eine dunkle schwere Wolke über Hulda.

Diesen Fall fand ich besonders spannend. Der Doppelmord wird in zwei Erzählsträngen aufgeklärt. Dabei erfährt der Leser einiges über die Opfer aber auch über Hulda, ihren Ehemann und ihre Tochter.

Mehr kann und will ich nicht erzählen. Jedes zusätzliche Wort wäre gespoilert und würde das Lesevergnügen schmälern.

Zur Trilogie gesamt:
Man kann die Bücher auch einzeln lesen, man kann sie auch in verkehrter Reihenfolge lesen aber ich bin Verfechterin des richtigen Reihenfolge lesens.
Jeder einzelne Fall hat seine Stärken. Vor allem der erste Teil (da besonders das Ende) hat mich überzeugt.
Teil zwei und drei passen unglaublich gut dazu und ergänzen die Informationen zu Hulda. Diese Kommissarin wird mir im Gedächtnis bleiben. Eine Frau, knapp vor der Pensionierung, die sich ihr Leben lang gegen die Männer in ihrem Metier wehren musste.

Mir haben alle drei Bücher gut gefallen. Teil 1 wegen dem Wahnsinnsende, Teil 2 wegen der spannenden Geschichte und Teil 3 wegen dem Kriminalfall und auch dem letzten Absatz, der ein völlig neues Licht auf Hulda wirft.

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Das dunkle Island

INSEL von Ragnar Jonasson

Diese Kommissarin hat es mir angetan. Ich mochte schon Teil 1 "Dunkel", weil das Ende so einzigartig ist. Nun war es für mich Pflicht "Insel" auch zu lesen. Man kann dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, es hat aber auch seinen Reiz mit dem Wissen, wie alles endet, sich in Huldas Vergangenheit hineinziehen zu lassen.

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wieder begleiten wir Hulda Hermannsdottir bei Ermittlungen, an die sie fast zufällig gerät. Auf einer Insel wird eine Frau am Rande einer Klippe gefunden. Sie verbrachte dort ein Wochenende mit drei Freunden. Scheinbar hat sie Selbstmord begangen, aber an Hulda nagt der Zweifel und sie bohrt ein wenig tiefer.

Wie in "Dunkel" schafft der Autor eine stimmungsvolle Atmosphäre. Passend dazu die Landschaftsbeschreibungen. (Der Tourismusverband Island muss regelrecht begeistert sein!) Besonderes Augenmerk widmet er seinen handelnden Figuren. Ihre Charaktere kommen sehr gut zur Geltung und vermitteln dem Leser eine Vertrautheit, die eigentlich gar nicht besteht. Hulda steht selbstverständlich im Mittelpunkt. Während ihr Familienleben komplett zum Stillstand gekommen ist, erhofft sie sich bei ihrer Karriere Fortschritte. Als Frau in den 80iger und 90iger Jahren in einem von Männer dominierten Beruf, gar nicht einfach.

Das Erzähltempo ähnelt dem im ersten Band. Langsam und stetig entwickelt sich die Handlung. Damit wird die Geschichte aber nie langweilig, denn die Vergangenheit beeinflusst die Gegenwart so stark, dass ganz viele Dinge erklärt werden. Diese ständigen Wechsel finde ich nicht nur im Thriller Genre gut, sondern auch in anderen.

Im September erscheint "Nebel" das Finale dieser Trilogie. Ich bin gespannt, welche Geheimnisse wir noch erfahren werden.

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Erinnerungen sind wie Schätze

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Beim Stöbern ist mir das wunderschöne Cover und der Titel sofort ins Auge gesprungen. Die Leseprobe machte Lust auf mehr.

An der französischen Atlantikküste verbringen Lenica, Marie, Fanny und Elsa ihre Sommerferien. Trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten sind sie ein eingespieltes Team und halten zusammen.

Sogar Lenicas Freund Sean gliedert sich mühelos in die Gruppe ein. Sein Auftauchen verändert allerdings auch die Dynamik und die Weichen für neue Lebenswege gestellt.
Erst viele Jahre (eigentlich Jahrzehnte) treffen sich die Freundinnen wieder und erinnern sich am Ort ihrer glücklichen Tage.

Elsa erzählt die Geschichte und wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein, im Moment, häufig genutztes Stilmittel, welches ich wirklich sehr gerne mag.
Als Leserin erfährt man erst langsam, welche Entwicklungen jede Figur hinter sich hat. Jede Frau bewertet diese wertvollen Erinnerungen unterschiedlich, aber einhellig wird klar, dass sie unheimlich wichtig sind.
Besonders gefallen hat mir, wie die Freundinnen sich wieder begegnen. Jede mit ihren Vorbehalten und dennoch kamen sie sich schnell wieder näher. Sie knüpften an ihre alte Freundschaft an, fanden Gemeinsamkeiten aber auch neue Eigenschaften.

Ein großartiges Buch über Freundschaft, Jugend, das Erwachsen werden und Erinnerungen. Schließlich hängen wir auch öfter unseren Gedanken nach, sprechen mit Freunden über unsere gemeinsame Vergangenheit, lachen und weinen miteinander. Die Zeit bleibt nicht stehen und wir sollten uns öfter bewusst werden, dass wir glücklich waren. Kleinode der Erinnerung sind Doping für unser Herz und unsere Seele.

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Drei Freunde durch schwere Zeiten

Schatten der Welt Roman. Kartoniert. von Izquierdo Andreas

Als bei Lovelybooks zu einer Leserunde mit Gewinnspiel zu Andreas Izquierdos neuem Roman aufgerufen wurde, musste ich mich sofort anmelden. Es waren sehr viele Bewerbungen und als ich die Nachricht über meinem Gewinn bekam, habe ich mich sehr darüber gefreut.

Eigentlich hätte ich das Buch (fast) in einem Rutsch durchlesen mögen, aber der Umbau kam mir in die Quere, weil sämtliche Handwerker sehr viel früher Zeit hatten, als geplant.

Da konnte ich doch nicht nein sagen.
So blieb das Buch sehr viel länger an meiner Seite und ich bin froh über jede Minute. Die Zeiten, die ich mir stehlen konnte verbrachte ich mit Isi, Carl und Artur.

Mit seinen Worten lässt der Autor die Welt von 1910 in Preußen wieder auferstehen. Thorn, ein Ort stellvertretend für viele andere, in der die Reichen herrschen, schalten und walten, in der Armut, Unterdrückung und Demütigungen an der Tagesordnung stehen.

In diesem rauen Umfeld wachsen die drei Hauptfiguren auf. Isi, eigentlich Louise hat noch zwei Schwestern, ihre Mutter und ihren sehr strengen Vater, der unbedingt gesellschaftlich vom Lehrer zu einer wichtigen Person des öffentlichen Lebens aufsteigen will. Doch Isis rebellischer Geist funkt ihm ständig dazwischen.

Artur, schon mit 14 groß gewachsen und ein geborener Anführer. Sein Ideenreichtum wird nur durch seine Kühnheit übertroffen. Selbst sein Vater, ein Trinker und Schläger hält sich bei ihm aus Angst zurück.

Carl, Sohn eines jüdischen Schneiders, ist sehr zurückhaltend, schüchtern. Neben der Schule arbeitet er mit seinem Vater, der in Erinnerungen an seine verstorbene Frau schwelgt und seinen Sohn über alles liebt.

Anfangs erscheint die Geschichte in jugendlichem Charme und Enthusiasmus. Artur plant diverse Unternehmungen bzw. Streiche, die vor allem Carl häufig aus seiner Wohlfühlzone holen. Isi ist dagegen immer mit Feuereifer dabei. Bei näherer Betrachtung werden auch die groben Mängel in der preußischen Gesellschaft beleuchtet. Da ein Blick hinter die Kulissen der Politik, dort ein vertuschtes Verbrechen an einer jungen Frau. Adelige, die sich die Welt so drehen und wenden, wie es ihnen gefällt.

Doch trotz Armut lassen sich die drei Freunde niemals unterkriegen. Sie stehen immer zueinander, helfen, wo es nur geht und versuchen ihre Träume zu verwirklichen. Als dann der Erste Weltkrieg ausbricht, müssen sie getrennte Wegen gehen. Ohne zu wissen, ob sie sich je wiedersehen werden und welche Opfer sie in diesem unmenschlichen Gemetzel erbringen werden müssen.

In "Schatten der Welt" geht es hauptsächliche um wahre, tiefe Freundschaft. Die gedeiht in mitten einer kalten und scheinbar herzlosen Welt. Geprägt von alten Strukturen und Machtverhältnissen, die von den Regierenden um jeden Preis gehalten werden möchten.

Eine Geschichte, die mich sehr nachdenklich zurück gelassen hat. Aber auch dankbar über die Zeit, in der wir nun Leben, auch wenn ich weiß, dass vieles sich noch verändern muss.

Ich weiß, dass der Autor weiter über Isi, Artur und Carl schreibt. Ich werde geduldig auf das Buch warten, denn die drei gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.

Für Fans von historischen Roman auf jeden Fall eine kräftige Empfehlung.

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Island scheint nicht immer idyllisch zu sein

DUNKEL von Ragnar Jonasson

Klappentext:
Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen Cold Case, aussuchen – und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet. Der Tod einer jungen Frau wirft während der Ermittlungen düstere Rätsel auf, und die Zeit, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, rennt.

Eine Wahrheit, für die Hulda ihr eigenes Leben riskiert …


Vom Ende zum Anfang: Band 1 der außergewöhnlich erzählten Thriller-Trilogie um die originelle und vielschichtige Protagonistin Hulda.





Zuerst möchte ich mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken. Ohne deren Hinweis auf dieses Buch wäre es mir entgangen und das wäre sehr schade gewesen.

Island kannte ich bisher nur aus Liebesromanen und als Sehnsuchtsort für einen meiner nächsten Urlaube. Natürlich wusste ich, dass es jede Menge guter isländischer Schriftsteller(innen) gibt, aber noch hatte ich kein Buch von ihnen gelesen.

Mit Ragnar Jonasson habe ich eine ausgezeichnete Wahl getroffen. "Dunkel" ist der erste Teil einer Trilogie, die rückwärts erzählt wird. Wir begleiten die Kommissarin Hulda bei ihrem letzten Fall vor ihrer Rente.

Die rüstige Dame kann sich gar nicht vorstellen in Pension zu gehen und noch dazu einige Wochen früher als geplant, kränkt sie sehr. Um die letzten verbliebenen Tage sinnvoll zu nutzen, sucht sie sich einen "Cold Case" aus, rund um eine tote Asylantin. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals über eine "ältere" Kommissarin gelesen zu haben. Meist sind des ganz junge oder mittelalte und vor allem zerstörte Ermittler.
Hulda selbst ist gar keine so große Ausnahme. Sie trauert ihrer Karriere hinterher. Sieht sich als Opfer der männlichen Seilschaften aber dennoch als Wegbereiterin für ihre weiblichen Kolleginnen. Die Zeit nach ihrem Dienst fürchtet sie, denn ihre Arbeit gab ihr Struktur im Leben.

Während ihrer Ermittlungen erzählt Hulda von sich, ihrer Familie und einer möglichen Zukunft. Diese Entwicklung fand ich ungemein spannend, überraschend und auch schockierend. Somit rückte die eigentliche Suche nach Hinweisen in den Hintergrund und dennoch niemals in Vergessenheit. Das Ende war einfach großartig. Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet.

Der etwas betagteren Protagonistin ist der langsamere Erzählrhythmus geschuldet. Mich hat das nicht gestört. Der zögernde Aufbau erhöhte die Spannung unmerklich und die Lösungen platzen ins Geschehen.

Mich hat das Buch überzeugt. Am Ende gibt es eine Leseprobe zum zweiten Teil und diese macht schon Lust weiterzulesen.


Hulda Trilogie:
Dunkel
Insel (erscheint am 13.07.2020)
Nebel (erscheint am 21.09.2020)

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Wundervolle unterhaltsame Lektüre

Lessons from a One-Night-Stand von Piper Rayne

Schon seit einiger Zeit verfolge ich die Veröffentlichungen von dem Autorenduo Piper Rayne. Ich mag den Schreibstil, den Humor in den Geschichten und vor allem, dass die Hauptfiguren erwachsen sind. Keine (fast) Teenager mehr, sondern Erwachsene, die einen Beruf haben, ihre Vergangenheit mitschleppen und versuchen ihren Weg zu gehen.

Das klingt jetzt eher ernst und spröde, aber nicht in Piper Raynes Romanen. Natürlich stehen die Helden in den Geschichten vor Herausforderungen und Problemen, dennoch fehlt es niemals an Leichtigkeit. Damit ist immer für gute Unterhaltung gesorgt. So auch in diesem Buch. Die Familie Baileys hat jede Menge Geschwister, deshalb nehme ich an, dass wir einige wundervolle Geschichten zu lesen bekommen.



Die Baileys wohnen in Alaska. Schon einmal ein ungewöhnlicher Schauplatz für Liebesgeschichten.
Austin, der älteste der Geschwister, kam nach dem Unfalltod seiner Eltern zurück, um sich um die jüngeren zu kümmern. Er gab eine vielversprechende Baseball Karriere auf, um seiner Familie beizustehen und den elterlichen Betrieb zu retten. Dieses selbstlose Verhalten hat ihm fast den Ruf eines Heiligen eingebracht. Nun einige Jahre später sind die jüngsten Baileys fast mit der High-School fertig und er selbst versucht eine neue Anstellung in einem College als Baseball Trainer zu ergattern.

Knapp drei Monate vor Ende des Schuljahrs bekommt die High-School eine neue Rektorin. Holly Radcliffe hat ihre eigenen Gründe, um sich in Alaska niederzulassen. In Erwartung eines normalen Jobs kann sie nicht fassen, schon in der ersten Woche auf der Online Klatschseite erwähnt zu werden. Wobei ein One-Night-Stand im Jeep des Ortsheiligen kann nicht unbeobachtet bleiben.

Als sich auch noch herausstellt, dass es sich um den Baseball-Coach des High-School-Teams handelt, ahnt Holly bereits, dass es schwer sein wird, Austin aus dem Weg zu gehen. Wobei sich die Frage stellt, ob sie das überhaupt will.

Ein gelungener Serienauftakt, mit dem Versprechen vieler weiterer Geschichten rund um die Familie Bailey. Das Autorenduo schafft es auch dieses Mal wichtige ernste Themen anzusprechen. Doch kommt der Humor nicht zu kurz, ohne alles ins Lächerliche zu ziehen. Genau deshalb mag ich ihre Bücher so gerne, denn sie halten die Balance und ich habe angenehme Lesestunden.

Vielen Dank an Netgalley für das Rezensionsexemplar. Es war mir ein Fest es zu lesen.

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