Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Das Geheimnis um die verlorene Tochter
Das verborgene Zimmer von Kate Riordan
Das verborgene Zimmer war mein erster Roman von Kate Riordan. Die Autorin hat mit ihrem Familiengeheimnisroman, der uns in den Süden Frankreichs entführt, genau meinen Lesegeschmack getroffen.
In dem Buch geht es um Sylvie Durant, welche nach der Scheidung von ihrem Mann mit Tochter Emma in London lebt.
Dem Familienanwesen La Reverie in Frankreich hat sie nach einem tragischen Vorfall aus der Vergangenheit den Rücken gekehrt. Als jedoch ein Brief eintrifft, in dem Sylvie mitgeteilt wird, dass es in La Reverie einen Brand gegeben hat, sieht sich Sylvie gezwungen nach Frankreich zu reisen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen.
Kate Riordan konnte mich mit ihrer Idee recht schnell überzeugen, auch wenn ich am Anfang ein bisschen gebraucht habe, um mich mit dem sehr speziellen Erzählstil der Autorin anzufreunden. Das Buch ist aus Sicht von Protagonistin Sylvie geschrieben. Sylvie selbst ist es, die diese Geschichte erzählt. Wir erleben als Leser hautnah ihre Gedanken, Gefühle und natürlich Handlungen. Dabei wechseln wir immer wieder zwischen zwei Zeitebenen hin und her. Die gegenwärtigen Ereignisse spielen sich im Jahr 1993 ab. In der zweiten Zeitebenen begeben wir uns in die späten 70er bzw. frühen 80er Jahre. Nach und nach wird so das Geheimnis um die dramatischen Ereignisse in La Reverie, welche Sylvie bis in die Gegenwart verfolgen, aufgedeckt. Kate Riordan hat mit diesem Aufbau das Rad nicht neu erfunden, aber das muss sie auch gar nicht, denn es funktioniert. Mich konnte sie damit fesseln! Die Autorin hat einen richtigen Pageturner zu Papier gebracht. Nahezu jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, sodass man das Buch einfach nur in einem Zug durchlesen mag.
Besonders schön fand ich auch das Setting. Das südfranzösische Flair kam sehr gut zur Geltung. Einfache, französische Sätze runden das Gesamtbild unglaublich gut ab und lassen einem noch besser in den Roman abtauchen.
Wenn ihr gerne Familiengeheimnisromane lest, dann lasst euch Das verborgene Zimmer nicht entgehen.
Fazit
Das verborgene Zimmer aus der Feder von Kate Riordan ist ein unglaublich fesselnder Familiengeheimnisroman, der seine Leser in den Süden Frankreichs entführt. Schauplatz ist das Herrenhaus La Reverie, im dem Protagonistin Sylvie aufgewachsen ist und welchem sie aufgrund dramatischer Ereignisse den Rücken gekehrt hat. Kate Riordan erzählt sehr fesselnd die Geschichte von Sylvie und ihrer Familie und lüftet nach und nach das Geheimnis, welches viele Jahre in La Reverie verborgen lag.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und daher gibt's auch eine Leseempfehlung!
Sehr naturnaher, unaufgeregter New Adult Roman
Wild like a River von Kira Mohn
Meine Meinung
Nach ihrer erfolgreichen Leuchtturm-Trilogie entführt uns Kira Mohn mit ihrem neuesten Roman in die wildromantische Naturlandschaft Kanadas. Genauer gesagt in den Jasper Nationalpark. Dort treffen wir auf die junge Haven, welche gemeinsam mit ihrem Vater im Herzen des Naturparks lebt.
Havens Vater ist Ranger mit Leib und Seele und Haven möchte nach ihrem Fernstudium in dessen Fußstapfen steigen. Haven ist das alleine sein gewöhnt. Die junge Frau genießt die Stille und Ruhe, welche ihr Leben mit sich bringt. Bis eines Tages Jackson ihren Weg kreuzt. Der Student ist im Nationalpark auf einem Campingtrip mit seinem besten Freund. Als Cayden sich eine Verletzung zuzieht und die Reise abbrechen muss, sucht Jackson den Konakt zu Haven. Während Haven Jackson die wilde Natur näher bringt, fragt sie sich gleichzeitig immer mehr, ob das Leben nicht doch noch mehr für sie bereit hält.
Wie es mit Haven und Jackson weiter geht müsst ihr natürlich selber lesen. Ich mochte die Geschichte der beiden trotz kleiner Abstriche, die vorallem die Charakterdarstellung betreffen, sehr gerne.
Kira Mohn verwöhnt uns mit einem sehr lockeren und leichten Schreibstil. Die 400 Seiten lassen sich wirklich sehr schnell lesen. Was mir ganz besonders gefallen hat ist, dass das Buch ohne großes Drama auskommt. Es passiert eigentlich auch gar nicht so viel. Die Autorin verzaubert uns mit vielen Landschaftsbeschreibungen, die so richtig zum Träumen einladen. Für mich war das Buch auch ein bisschen wir ein Kurzurlaub.
Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass es für so manchen Leser ein bisschen zu ruhig zugeht. Ich mochte die Unaufgeregtheit aber in diesem Fall sehr gerne. Es muss nicht immer laut, actionlastig und spannungsgeladen sein. Meiner Meinung nach ist es Kira Mohn ganz wunderbar gelungen ohne diese Elemente auszukommen.
Zu den Protagonisten hatte ich recht schnell einen guten Draht. Haven ist eine junge Frau die man einfach nur gern haben kann. Man merkt einfach, dass sie den Großteil ihres Lebens alleine und ohne viele soziale Kontakte aufgewachsen ist. Man möchte Haven einfach nur an der Hand nehmen und leiten und beschützen. Ich glaube mir ging es da ein bisschen wie Jackson, der in Gegenwart von Haven seinen Beschützerinstinkt - zum Leidwesen seiner Mitmenschen - auch nicht mehr abstellen konnte. Ich muss jedoch an dieser Stelle auch zugeben, dass mir Haven teilweise ein bisschen zu naiv dargestellt war. Es gab so einige Situationen im Buch, die ich mir einfach anders gewünscht hätte. Manches fand ich trotz Havens Unerfahrenheit einfach nicht realistisch. Wem das nicht stört, und mich hat es jetzt auch nicht wahnsinnig gestört, der bekommt mit Wild like a River einen stimmungsvollen, romantischen Kurztrip in die wunderbare Natur Kanadas serviert.
Fazit
Wild like a River ist ein sehr unaufgeregter und stimmungsvoller Liebesroman aus der Feder von Kira Mohn. Die Autorin lässt uns gemeinsam mit ihren Protagonisten Haven und Jackson in die wildromantische Natur Kanadas abtauchen. Das Buch verzaubert mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, einem wirklich süßen Liebespärchen und kommt dabei ohne viel Drama aus. Von mir bekommt Wild like a River eine klare Leseempfehlung!
Bezauberndes Gute-Nacht-Buch
Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln von Christina Nömer
'Wenn im Dunkeln Sterne funkeln' ist ein bezauberndes, interaktives Bilderbuch von Marina Rachner und Christina Nömer.
Emma Ente, Fine Fuchs und Milo Maus sind kleine, müde Tierbabys. Sobald die Sternchen am Himmel leuchten, können die Tierchen gut in den Schlaf fallen. Gemeinsam mit meiner 13 Monate alten Tochter werden jetzt jeden Abend vor dem zu Bett gehen die Sternchen 'angepustet'.
Ja, richtig gelesen. Das Buch hat einen Sensor eingebaut. Sobald man auf diesen pustet, leuchten kleine Lämpchen am Sternenhimmel auf. Meine Tochter ist wirklich begeistert davon! Allerdings wäre es schön gewesen, wenn die Lichter ein bisschen länger leuchten würden, als ein paar Sekunden. Außerdem reagieren die Lämpchen auch wenn man leicht auf das Buch klopft.
Von der Aufmachung her ist das Bilderbuch wirklich hochwertig. Es besteht aus dicker, robuster Pappe. Bis jetzt hat es mein Töcherlein noch nicht geschafft das Buch zu zerreißen. Sie geht nämlich nicht gerade zimperlich mit ihren Buchschätzen um.
Die Illustrationen sind ebenfalls ganz toll. Große bunter Bilder mit knalligen Farben laden zum Bestaunen ein.
Von uns gibt's für das Buch aus der 'Mein Puste-Buch Reihe' eine klare Empfehlung und 4 leuchtende Sterne.
Ein zauberhaftes Wintermärchen
Der Winter des Bären von Kiran Millwood Hargrave
Meine Meinung
Der Winter des Bären ist ein Kinderbuch aus der Feder der britischen Autorin Kiran Millwood Hargrave. Es ist ab 10 Jahren empfohlen, ich hatte allerdings auch als erwachsene Leserin jede Menge Spaß beim Lesen und war nahezu verzaubert von der Welt und den Charakteren, welche die Autorin zum Leben erweckt hat.
In der märchenhaften Erzählung entführt uns Kiran Millwood Hargrave nach Eldbjørn, einem Land, in dem seit Jahren ewiger Winter herrscht. Genau dort lebt abgeschieden in einer kleinen Waldhütte auch die 12-jährige Mila mit ihren 3 Geschwistern Sanna, Pipa und Oskar. Die Mutter der Kinder verstarb auf tragische Weise nach der Geburt der jüngsten Schwester Pipa. Der Vater der Kinder, welcher den Tod nie ganz überwunden hat, verschwand kurze Zeit darauf spurlos. So sind die Kinder auch alleine als eines Nachts ein Fremder an die kleine Waldhütte klopft und um Unterschlupf bittet. Als am nächsten Tag sowohl die Reisegruppe, als auch Oskar verschwunden ist, ist sich Sanna sicher, dass Oskar das anstrengene Leben als Aufpasser satt hatte. Nur Mila ist sich sicher, dass Oskar nicht freiwillig gegangen ist. Und so macht sich das junge Mädchen auf die Suche und begibt sich auf eine gefährliche Reise in den hohen Norden.
So beginnt kurz zusammengefasst die Geschichte von Milas gefährlichem Abenteuer. Die Autorin hat es geschafft gleich am Anfang die Spannung auf ein so hohes Niveau zu bringen, dass ich schon nach wenigen Seiten total an die Seiten gefesselt war. Tatsächlich habe ich die 256 Seiten, die das Buch umfasst, an einem Nachmittag verschlungen. Kiran Millwood Hargrave schreibt nicht nur spannend, sondern auch sehr anschaulich und flüssig. Sie beschreibt die winterliche Welt Eldbjørn mit soviel Liebe zum Detail. Ich hatte sehr schnell wunderbare Bilder von endlosen Schneelandschaften, winterweißen Wäldern und heimeligen Städtchen mit ihren urigen Fachwerkhäusern in meinem Kopf.
Auch die Charaktere, allen voran Mila, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Mit ihren 12 Jahren ist Mila ein wirklich tapferes Mädchen mit einem sehr kämpferischen Herz. Sie würde für ihre Familie, aber auch ihre Freunde, einfach alles tun. Ihre Entwicklung war so schön zu beobachten. War sie am Anfang noch etwas unbeholfen und ängstlich, hat sie nach und nach immer mehr Stärke entwickelt. In meinen Augen hat Mila einen Orden für ihre Heldentaten verdient.
Mila bestreitet die gefährliche Rettungsmission natürlich nicht alleine. Ihr zur Seite steht Rune, ein junger Zauberer, der von den Menschen in seiner Stadt gemieden wird. Auch Mila ist zunächst skeptisch. Doch nach und nach fasst Mila Vertrauen zu dem, zugegebermaßen ein bisschen schrulligen, jungen Mann. Ich mochte Rune sehr gerne. Er zeigt sich hilfsbereit, obwohl er selber nie wirklich Hilfe erfahren hat und steht Mila bei ihrer Mission nicht nur einmal rettend zur Seite.
Ich habe Mila und Rune unglaublich gerne auf ihrer Reise begleitet. Das Abenteuer der beiden war voller Gefahren, Spannung und wirklich rasant. Gegen Ende gab es auch einige Überraschungsmomente und Wendungen, mit denen ich so gar nicht gerechnet habe. Ich habe richtig mitgefiebert und gehofft, dass Mila erfolgreich sein wird und ihren Bruder zurück holen kann. Ob es ihr gelingt, müsst ihr allerdings selber lesen! Mir hat das Wintermärchen unheimlich gut gefallen und einige schöne Lesestunden bereitet.
Fazit
Der Winter des Bären ist eine ganz wundervolle, märchenhafte Erzählung aus der Feder der britischen Autorin Kiran Millwood Hargrave. In dem Buch geht es um die 12-jährige Mila, welche ihren Bruder Oskar aus den Fängen des Bärengeist Bjørn befreien will. Bei der gefährlichen Rettungsmission steht ihr der junge Zauberer Rune zur Seite. Ich fand die Geschichte einfach zauberhaft. Der Winter des Bären ist ein Buch über Freundschaft, Familie, Treue, Vertrauen, Mut und Tapferkeit. Ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen!
Großartiges Finale der Finsterzeit-Trilogie
Der Winter des Bären von Kiran Millwood Hargrave
Sandra Toth hat es wieder einmal geschafft mich schon nach wenigen Seiten zu fesseln. Ich liebe ihren ruhigen und atmosphärischen Schreibstil, der auch in diesem Finalband wunderbar zum Ausdruck kommt. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass der 3. Band stilistisch am ausgereiftesten ist.
Ich bin wahnsinnig gut voran gekommen beim Lesen. Es ging alles so leicht und flüssig und die Spannung war von Anfang an da und hat sich bis zum Schluss gehalten.
Die Geschichte selber startet quasi an dem Punkt, an dem der zweite Band endet. Ich war also wirklich wieder sofort im Geschehen drinnen und habe gebannt die Ereignisse rund um Thomas, Viktor und Lara verfolgt. Wir lesen wieder abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven. Dieses Mal schlüpfen wir direkt in die Gedanken und Handlungen von Viktor, Lara und Irina. Ja, ihr lest richtig. Mit Irina ist ein neuer, unglaublich starker und sympathischer Charakter dazu gekommen. Viktor und Lara durften wir ja schon in den ersten beiden Teilen kennen und lieben lernen. Durch Irina hat die Geschichte eine ganz neue Dynamik bekommen. Ich muss wirklich sagen, dass ich Irinas Geschichte sogar am spannensten fand. Was wir durch ihre Augen sehen, war einfach schockierend, aber auch sehr emotional. Mit Irina betreten wir zudem das erste Mal die Stadt und was dort passiert, lässt einem den Atem stocken. Betrug, Intrigen, Machtkämpfe, Vergewaltigung und Mord sind nur ein paar Schlüsselworte, welche die Ereignisse in der Stadt bzw. aus Irinas Leben beschreiben.
Viktor und Lara kennen wir ja wie gesagt schon. Das Wiedersehen mit den beiden war einfach so schön. Was hab ich mit den beiden mitgefiebert und mitgelitten. Viktor, welcher mehr denn je um sein Dorf und seine Familie kämpfen muss und Lara, die sich plötzlich mit der schwierigen Aufgabe als Anführerin der Festung konfrontieren muss. Ich bin wirklich begeistert von der Charakterentwicklung und muss gestehen, dass ich sie alle nur ungern und schweren Herzens ziehen lasse.
Für mich ist Die Stadt ein krönender Abschluss, der mich zwar lächelnd, aber auch auch sehr wehmütig zurück lässt.
Fazit
Sandra Toth hat einen krönenden Abschluss der Finsterzeit-Trilogie zu Papier gebracht. Der 3. Teil war für mich fast der Beste. Die Autorin beschreibt mit viel Gefühl und sehr atmosphärisch ein dystopisches Szenario, in dem sich unsere Protagonisten Lara, Thomas, Viktor und Irina zurecht finden müssen. Es geht um Plünderungen, Machtkämpfe, Vergewaltigung und Mord - es geht um Leben und Tod. Sandra schafft es allerdings, dass die Hoffnung beim Lesen immer mitschwingt, so grausam die Welt auch geworden ist.
Ich empfehle das Buch bzw. die Trilogie allen, die gerne 'erwachsene' dystopische Romane lesen. Mit der Finsterzeit-Trilogie habt ihr einen wahren Pageturner in den Händen!
Wahnsinns Debüt
Der Winter des Bären von Kiran Millwood Hargrave
Meine Meinung
Mit Herz aus Blut und Asche gibt die in Frankreich geborene Autorin Amélie Wen Zhao ihr Debüt...und was für eines! Es ist einfach großartig! Ich wusste bereits nach wenigen Seiten, dass ich dieses Buch lieben werde. Amélie Wen Zhao entführt uns in eine winterliche, russisch angehauchte Welt.
Nicht nur die Namen der Charaktere und Orte haben einen russischen Einfluss, auch das Regierungssystem erinnert an das ehemalige Zarenreich rund um die Romanov-Dynastie. Ich bin einfach begeistert von der Detailverliebtheit und dem bildhaften Schreibstil der Autorin, welcher ein richtiges Kopfkino ausgelöst hat.
Protagonistin Kronprinzessin Anastacya Mikhailov, kurz Ana, steht im Mittelpunkt der Geschichte um Machtgier, Verrat und Revolution. Ana ist eine sogenannte Affinite, sprich eine Magiebegabte. Ihre magische Begabung liegt darin Blut zu manipulieren. Leider hat sie nie gelernt ihre Affinität richtig zu nutzen, denn im Kaiserreich ist diese außergewöhnliche Begabung mehr Fluch als Segen. Affinite werden seit jeher versklavt und ausgebeutet und ihre Magie unterdrückt. Als Anas Vater, der Kaiser, ermordet wird, wird Ana beschuldigt die Tat begangen zu haben. Der jungen Frau gelingt die Flucht und sie setzt alles daran den wahren Mörder ausfindig zu machen. Dabei ist sie auf die Hilfe des größten Verbrecherkönigs des Reiches angewiesen - Ramson Schnellzunge. Ana geht einen Pakt mit Ramson ein, nichts ahnend, dass dieser ganz eigene Ziele verfolgt. Doch was kann man von einen Dieb und Verbrecher auch anderes erwarten? Ich mochte beide Protagonisten so sehr. Ana und Ramson sind wie Tag und Nacht; gleichzeitig haben sie aber auch soviele Gemeinsamkeiten. Beide hatten eine schwere Kindheit, beide sind auf der Flucht und beide wollen Rache. Amélie Wen Zhao hat zwei starke Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten erschaffen, die alles andere als perfekt sind. Die Kronprinzessin und der Dieb, die erst lernen müssen einander zu vertrauen. Es war einfach herrlich die zwei auf ihrem steinigen Weg zu begleiten.
Wirklich herausragend ist auch das Magiesystem. Dieses ist unheimlich komplex und vielfältig. Die magischen Begabungen sind schier unendlich und vielseitig formbar. Ana steht noch am Beginn, sie muss noch lernen ihre Affinität richtig zu kontrollieren und einzusetzen. Ich bin schon gespannt wie sich Ana in den Fortsetzungen entwickeln wird.
Die Handlung selbst ist auch von Anfang an unheimlich fesselnd und voll von überraschenden Wendungen. In der Welt voll von Intrigen und Verrat weiß man bis zum Ende nicht wem man wirklich vertrauen kann. Kaum wägt man sich in Sicherheit, lässt Amélie Wen Zhao die nächste Bombe platzen. Man sollte sich beim Lesen nicht in Sicherheit wiegen. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück lieb gewonnene Charaktere zu foltern und sterben zu lassen. Neben wirklich sehr blutigen und grausamen Szenen finden sich aber auch ruhige Momente, die einem kurz durchatmen lassen. Ich mochte dieses Wechselspiel sehr gerne und kann es kaum erwarten, dass die Fortsetzung erscheint.
Fazit
Herz aus Blut und Asche ist ein High Fantasy-Roman, welchen ich schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. Amélie Wen Zhao hat eine großartige, aber auch sehr brutale Welt mit einem einzigartigen Magiesystem erschaffen. Es geht um Machtgier, Verrat und Rache. Dazu kommen zwei sehr starke Protagonisten, die erst lernen müssen einander zu vertrauen, um an ihr Ziel zu kommen. Für mich ist das Buch ein Jahreshighlight und ich kann es jedem einfach nur ans Herz legen!
Ein Streifzug durch die Geschichte der Hexen
Geheimnisse der Hexen von Légère Julie; Whyte Elsa
Meine Meinung
Bei Bücher über Hexen muss ich immer sofort zuschlagen. Als ich dieses im Verlag arsEdition erschienene Hexen-Lexikon gesehen habe, musste ich es einfach anfragen.
Das Autorinnen-Trio Julie Legere, Elsa Whyte und Laura Perez haben die Geschichte der Hexen und Magierinnen in kurzen und sehr übersichtlichen Kapiteln zusammengefasst.
Es ist ein informativer, aber auch sehr grausamer Streifzug durch die Geschichte beginnend in der Antike. Über das dunkle Mittelalter und die aufgeklärte Renaissance geht die Reise bis in die Neuzeit.
Es werden berühmte Hexen aus der Vergangenheit und zahlreiche tragische Schicksale vorgestellt. Außerdem wird die Bedeutung magischer Zahlen und Gegenstände erklärt. So zum Beispiel was es mit den Zahlen 3 und 7 auf sich hat. Aber auch die Frage woher der Hexenhut eigentlich kommt wird beantwortet.
Ein Kapitel widmet sich dem Thema Voodoo und der mysteriösen Persönlichkeit Marie Laveau. Auch über die Popkultur wird berichtet und Hexen aus Filmen wie Glinda aus dem Zauberer von Oz oder Hermine Granger aus Harry Potter finden Erwähnung.
Zum Abschluss ist noch ein kleiner Pflanzen- und Kräuterführer enthalten. Angehende Magierinnen finden außerdem eine Anleitung zum Basteln eines Talismans.
Die Autorinnen haben dem schlanken 80 Seiten umfassenden Büchlein wirklich viele Informationen verpasst. Leider kratzen sie dabei nur an der Oberfläche und gehen nicht wirklich in die Tiefe. Das Buch eignet sich also eher zum kurzen Nachschlagen. Möchte man sein Wissen vertiefen, sollte man zu einer anderen Lektüre greifen. Für einen ersten guten Überblick ist Geheimnisse der Hexen aber optimal.
Etwas grenzwertig finde ich hingegen die Altersempfehlung ab 12 Jahren. Sowohl der Schreibstil, als auch die teils doch sehr grausamen Abschnitte zum Thema Inquisition und Hexenverfolgung finde ich für das Alter nicht sehr geeignet. Ich würde die Altersempfehlung zumindest auf 14 Jahre anheben. Das ist aber wie gesagt eine sehr persönliche Meinung von mir. Ich fand das Buch als erwachsene Leserin sehr informativ und ansprechend und ich habe mir auch gleich die Hardcover-Ausgabe vorbestellt. Ich freue mich schon das Buch in den Händen zu halten und die tollen Illustrationen noch besser bestaunen zu können. Ich werde das Lexikon sicher noch oft in die Hand nehmen, um mein magisches Wissen aufzufrischen.
Fazit
Geheimnisse der Hexen ist ein informatives Nachschlagewerk aus dem arsEdition Verlag. Auf 80 Seiten werden die Meilensteine der Hexerei und Magie zusammengefasst. Bekannte Persönlichkeiten aus der Antike, dem Mittelalter, Renaissance und Neuzeit werden vorgestellt. Daneben finden sich auch interessante Begriffserklärungen und eine kleine Kräuter- und Heilkunde. Das Buch eignet sich optimal zum schnellen Nachlesen. Möchte man sein Wissen vertiefen, würde ich allerdings zu einer anderen Lektüre greifen.
Mir haben das Buch und die Aufmachung sehr gut gefallen und ich kann es uneingeschränkt an am Thema interessierte Leser|innen weiterempfehlen.
Mein kleiner Märchenschatz
Es war einmal: Meine Märchen von Grimm Sandra
Meine Meinung
Es war einmal von Sandra Grimm ist ein ganz zauberhaftes Pappbilderbuch und ab 2 Jahren empfohlen. Meine 13 Monate alte Tochter hat aber auch jetzt schon viel Freude mit den liebevollen, bunten Bildern.
Nicht nur die Illustrationen sind wirklich entzückend. Auf 30 Seiten erzählt Sandra Grimm 10 klassische Märchen.
Enthalten sind neben Hänsel und Gretel unter anderem Das hässliche Entlein, Die Bremer Stadtmusikanten, Schneewittchen, Rotkäppchen, Frau Holle, Der Froschkönig, Die Prinzessin auf der Erbse, Aschenputtel und Dornröschen. Die Märchen sind kindgerecht aufgearbeitet und altersentsprechend verständlich geschrieben. Meine Tochter ist ein kleiner Wirbelwind, sodass das Büchlein für sie perfekt ist. Denn eine Geschichte ist in maximal 5 Minuten vorgelesen.
Mittlerweile habe ich mir auch das Hörbuch über Audible dazu gekauft. Dieses eignet sich mit einer Gesamtlänge von ca. 45 Minuten perfekt dafür die Kleinen bei Laune zu halten, wenn man mal nicht so viel Zeit zum Bespaßen hat. Die beiden Sprecherinnen haben angenehme und ruhige Stimmen, denen man gerne lauscht. Und das Schönste sind die Märchenlieder, die zwischen den Geschichten gesungen werden.
Ich kann sowohl das Buch als auch das Hörbuch wärmstens empfehlen.
Fazit
Es war einmal von Sandra Grimm ist ein ganz bezauberndes erstes Märchenbuch für kleine Leseratten und ab 2 Jahren empfohlen. Die 10 Märchenklassiker wie Hänsel und Gretel, Schneewittchen oder Die Prinzessin auf der Erbse sind zwar sehr stark gekürzt; für die kleinen Zuhörer ist die Straffung allerdings perfekt. Die Illustrationen sind ebenfalls sehr liebevoll, bunt und freundlich. Von uns gibt's eine klare Empfehlung!
Kurzes Portrait eines Ausnahmekünstlers
Der letzte Satz von Robert Seethaler
Meine Meinung
Der letzte Satz ist Robert Seethalers Portrait des Ausnahmekünstlers Gustav Mahler. Der Autor schickt seinen Protagonisten auf seine letzte große Reise von New York nach Europa. An Bord der "America" sinniert der schwer kranke Gustav Mahler über sein Leben. Dabei leistet ihn ein namenloser Schiffsjunge Gesellschaft.
Er versorgt den Musiker an Deck mit Tee und hält ihn warm, während Gattin Alma und Tochter Anna unter Deck frühstücken.
Robert Seethaler erzählt in klaren und prägnanten Sätzen, fast schon etwas emotionslos, aus dem Leben Mahlers. Er lässt uns an der Erinnerung des Künstlers teilhaben. Mahler lässt seine Zeiten in Wien, Paris und New York Revue passieren. Er erinnert sich an Begegnungen mit namhaften Größen wie Rodin und Freud. Er analysiert aber auch seine Ehe mit Alma. Diese hatte es wahrlich nicht leicht und musste oft aufgrund des Ruhmes und der intensiven Arbeit ihres Gatten zurück stecken. Dass Tochter Maria früh verstirbt, macht die Situation nicht leichter. Maria lässt Gustav nicht los. Man hat beim Lesen das Gefühl sie ist allgegenwärtig und begleitet ihren Vater auf seiner letzten Überfahrt. Es sind vorallem die privaten Momente, die Robert Seethaler einfängt. Jetzt könnte man meinen, dass das Buch auf viele x-beliebige Künstler zutrifft und vielleicht stimmt das sogar. Mir hat das Portrait von Mahler dennoch gut gefallen und es war schön gedanklich mit auf Reise zu gehen. Man darf nur nicht den Fehler machen und eine vollständige Biographie erwarten, denn das ist das Buch nicht.
Fazit
Auf knapp 120 Seiten portraitiert Robert Seethaler ein sehr persönliches Bild des Musikers und Dirigenten Gustav Mahler. Es ist weniger die Musik und die Karriere über die wir hier zu lesen bekommen. Gustav Mahler erinnert sich auf seiner letzten großen Überseefahrt von New York nach Europa vorallem an Situationen aus seinem privaten Umfeld. Vorallem seine verstorbene Tochter Maria ist sehr präsent. Aber auch über die Ehe mit Gattin Alma, der schönsten Frau Wiens, hat Mahler viel nachzudenken. Mir hat die Gedankenreise sehr gut gefallen und daher gibts auch eine Leseempfehlung.
Für einen guten Thriller braucht es mehr als einen fesselnden Prolog
Geburtstagskind von Anders Roslund
Meine Meinung
Als großer Fan von Schwedenkrimis und - thriller bin ich natürlich an Anders Roslunds Roman nicht vorbei gekommen. Der Klappentext und auch die Leseprobe klangen so vielversprechend und haben genau meinen Geschmack getroffen. Anders Roslund hat schon in den ersten Seiten einen hohen Spannungslevel aufgebaut.
Ich war richtig gefesselt und wollte unbedingt den Fortgang des Thrillers erfahren. Leider machte sich dann recht schnell Ernüchterung breit. Nach den mitreißenden und schockierenden Anfangsszenen war es als ob ich ein neues Buch angefangen hätte. Plötzlich ist da die Rede von Korruption und illegalem Waffenhandel. Und dann taucht auch noch ein völlig neuer Protagonist auf. Ich habe wirklich versucht mich damit anzufreunden. Leider konnte das Buch nach dem starken Anfang meine Aufmerksamkeit überhaupt nicht mehr auf sich lenken. Kennt ihr das, wenn ihr etwas lest und schon beim Umblättern nicht mehr wisst was ihr gelesen habt? So ging es mir. Ich habe mich wirklich bemüht und wollte die Geschichte unbedingt mögen. Nach rund 200 Seiten, für die ich allein schon eine Ewigkeit gebraucht habe, habe ich es dann aber schweren Herzens aufgegeben.
Was ist da nur passiert? Zunächst habe ich mir allein schon wegen des Klappentextes etwas anderes erwartet. Was dieser verspricht passiert allerdings nur im Prolog. Dass dann Waffenhandel und Schmuggel thematisiert werden, machte es für mich nicht besser. Zu den Protagonisten konnte ich leider auch so gar keine Beziehung aufbauen. Mir erschienen sie wie Geister - blass und farblos. Wenn diese wenigstens eine interessante persönliche Geschichte zu erzählen gehabt hätten... Aber leider Fehlanzeige. All diese Punkte und die Tatsache, dass ich den Gedanken des Autors nicht mehr folgen konnte, haben mich dazu veranlasst das Buch abzubrechen.
Positiv möchte ich allerdings den Schreibstil von Anders Roslund hervorheben. Dieser hätte mir prinzipiell gut gefallen. Der Prolog war atmosphärisch, düster und sehr fesselnd geschrieben und hatte wirklich Suchtpotenzial.
Fazit
Ein fesselnder Prolog macht noch keinen guten Thriller aus. Nach einem starken Anfang kam der große Fall. Leider ging das Buch in eine Richtung, die mein Interesse überhaupt nicht wecken konnte. Die Protagonisten wirkten zudem die ganze Zeit über wie Fremde auf mich. Da Anders Roslund aber prinzipiell einen wunderbar atmosphärischen Erzählstil hat, werde ich ihm auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben.









