Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
ein eher ruhiger Reihenauftakt, der geheimnisvoll und mystisch ist
Dark Blue Rising (Bd. 1) von Teri Terry
Dark Blue Rising war mein erstes Buch der Autorin Teri Terry, welche sich mit Jugendthrillern einen Namen gemacht hat. Auch dieser Reihenauftakt reiht sich in die Liste von Thrillern ein, wobei es mir hierfür etwas an Action und Tempo gefehlt hat. Dennoch konnte es bei mir vorallem mit seinen geheimnissvollen und mystischen Aspekten und einer tollen Protagonistin punkten.
Und auch der Schreibstil von Teri Terry war wahnsinnig angenehm zu lesen und sehr einnehmend.
Teri Terry erzählt in ihrem Jugendroman die Geschichte der 16-jährigen Tabby, welche mit ihrer Mutter Cate ein sehr verstecktes und eingeschränktes Leben führt. Nicht nur, dass Tabby von zu Hause unterrichtet wird, sie darf auch niemanden ihren Namen sagen, Freundschaften sind tabu und auch alltägliche Dinge wie Handy und Internet sind fast schon ein Fremdwort. Cates Anliegen ist es auf keinen Fall Spuren zu hinterlassen und so ziehen die beiden auch ständig um; verweilen nie lange am selben Ort - bis eines Tages der Schutzwall, den Cate erschaffen hat, einreißt und Tabbys Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellt. Entspricht irgendetwas der Wahrheit, was Cate Tabby erzählt hat? Ist Tabbys gesamtes bisheriges Leben eine einzige große Lüge? Das müsst ihr natürlich selber herausfinden und ich garantiere dabei jede Menge Spannung. Denn das muss man Teri Terry lassen. Sie weiß wie sie ihre Leser*innen gefangen nimmt, sodass man trotz recht vieler ruhiger Passagen unbedingt wissen will, wie es weiter geht; wo die Geschichte hinführt. Die Autorin wirft nämlich gleich zu Beginn so unglaublich viele Fragen auf, deren Antwort einem keine Ruhe lassen. So ist zum Beispiel die Tatsache, dass sich Tabby unglaublich vom Meer und Wasser angezogen fühlt ein Rätsel, welches es zu lüften gilt. Aber auch Cates eindringliche Warnung vor "dem Kreis" hat mir beim Schmökern keine Ruhe gelassen.
Wie gesagt, Teri Terry hat gekonnt Spannung erzeugt, lässt das ganze dann aber im Mittelteil etwas abflauen. Wir lernen in diesem Teil Protagonistin Tabby, aus deren Ich-Perspektive wir übringens alles mitverfolgen, kennen. Tabby ist ein Teenager, den ich als sehr erwachsen und reif für ihr Alter empfunden habe. Kein Wunder allerdings, wenn man bedenkt, was sie in ihren jungen Jahren schon alles mitmachen musste. Man spürt allerdings auch, dass Tabby gerne ausbrechen würde und einfach mehr will, als das was Cate ihr zu bieten hat. Und so tut sie auch ein paar unbedachte Dinge, welche die Ereignisse so richtig ins Rollen bringen. Für mich haben diese Handlungen Tabby erst richtig authentisch und echt werden lassen. Und auch durch die Tatsache, dass sie nicht alles so hinnimmt, wie man es ihr vorgibt und sie Fragen stellt, hat sie Pluspunkte bei mir gesammelt. Alle Fragen wurden zwar bei weitem noch nicht beantwortet, aber dafür gibt es ja dann die Fortsetzungen.
Außerdem versprüht Tabby eine gewisse geheimnissvolle Aura und dann ist da noch ihre besondere Gabe die Luft sehr lange unter Wasser anzuhalten. Hier hat die Autorin ihrem Jugendthriller einen Hauch Fantasy verpasst. Für mich sehr gelungen.
Wie gesagt, der Mittelteil war eher ruhig, dennoch interessant, hat mich aber zweitweise vergessen lassen, was Tabbys Ziele eigentlich sind...wo das Buch hinführen wird. Dafür hat Teri Terry Dark Blue Rising im letzten Drittel dann so richtig zu einem regelrechten Pageturner werden lassen, der mit einem ordentlichen Cliffhanger endet.
An dieser Stelle möchte ich auch ein paar Worte zum Hörbuch fallen lassen, welches von der wunderbaren Stimme Nadine Zaddams eingelesen wurde. Die Sprecherin hat eine wahnsinnig einnehmende Art zu lesen. Ihre Stimmmelodie hat einfach perfekt zu Tabby gepasst und die 16-jährige so richtig lebendig werden lassen. Wahrscheindlich ist es auch Nadine zu einem großen Teil zu verdanken, dass ich die Geschichte trotz ihrer vielen ruhigen Passagen gebannt weiter verfolgt habe. Ich denke, dass ich beim Lesen alleine nicht so gefesselt gewesen wäre. Für das Hörbuch bzw. die Auswahl der Sprecherin vergebe ich daher auf jeden Fall 5 Sternchen.
Ein Wort noch zum Schluss: Dark Blue Rising wird als Klima-Thriller angepriesen. Ich persönlich habe es nicht so empfunden. Es sind zwar schon "Spuren von Umweltschutz und Klimawandel" enthalten, allerdings nicht so präsent, dass ich von einem Klima-Thriller sprechen würde. Mal sehen, was die beiden Fortsetzungen dazu noch bringen, die ich auf jeden Fall auch lesen oder hören werde.
Fazit
Dark Blue Rising ist der Auftakt zur neuen Klima-Thriller-Trilogie aus der Feder von Teri Terry. Die Autorin erzählt die Geschichte der 16-jährigen Tabby, deren Leben völlig auf den Kopf gestellt wird. Die Handlung ist vollgepackt mit Geheimnissen, hat einen gewissen mystischen Touch und auch paar Fantasy-Elemente kommen durch. Mich konnte Teri Terry mit ihrem eher ruhigen Jugendthriller, der sich im letzten Drittel zu einem mitreißenden Pageturner entwickelt, überzeugen. Daher gibts auch eine Leseempfehlung!
Außerdem möchte ich auch eine absolute Hörempfehlung aussprechen. Nadine Zaddam hat als Sprecherin großartige Arbeit geleistet und die Geschichte noch lebendiger werden lassen.
Herrlich schräger Fantasyroman
Tinte & Siegel von Kevin Hearne
»Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner noch zu retten ist.« Al MacBharrais
Al hat es aber auch wirklich nicht leicht in seinem Leben. Denn es lastet nicht nur ein Fluch auf seine Schultern. Da ist zunächst die Tatsache, dass Al nur über Apps mittels Computerstimme kommunizieren kann.
Hört nämlich jemand seine Stimme, geht dieser jemand hasserfüllt auf ihn los. Und dann sterben Als Lehrlinge ihm unter der Hand weg. Sowie auch sein jüngster Azubi Gordie, welcher an Rosinen erstickt ist. Aber wer isst auch schon freiwillig Rosinen? Urg! Auf jeden Fall wird Al, der übrigens Siegelmagier ist, an den Tatort gerufen und findet schnell Spuren, die in die Welt der Feen, Pixies und Goblins führen. Hat sein Freund und Lehrling Gordie etwa illegale Geschäfte betrieben? War er gar in den Handel mit nicht-menschlichen Wesen verstrickt? Das müsst ihr natürlich selber herausfinden, aber ich verspreche euch ein geniales, witziges Spektakel.
Eigentlich wusste ich zunächst nicht so recht worauf ich mich in Tinte & Siegel einlasse. Aber probieren geht bekanntlich über studieren, also bin ich ins kalte Wasser gesprungen und nicht mehr aufgetaucht. Schon nach dem ersten Kapitel wusste ich: Das Buch ist meins! Skurril, herrlich derb, voll gespickt mit schwarzem Humor, unglaublich witzig und spannend obendrein. Was Kevin Hearne hier zu Papier gebracht hat, ist einfach genial und hat mir eine Lachsalve nach der anderen beschert.
Al, seines Zeichens Siegelmagier, ist ein unglaublich kantiger Charakter und so wunderbar unperfekt. Allein schon die Tatsache, dass der Schotte nur über Apps kommunizieren kann, ist einfach skurill und klasse. An dieser Stelle möchte ich auch gleich aufs Hörbuch zu sprechen kommen, denn Stefan Kaminski hat einen wahren Hörgenuss daraus gemacht. Ich habe Stefan die Figuren aber sowas von abgenommen und vorallem bei Al hat er einen erstklassigen Job gemacht. Wie er die roboterhafte Stimme imitiert, ist einfach genial. Mit Stefan Kaminski wurden die 10 Stunden 44 Minuten, die ich der Geschichte lauschen durfte, an keiner Stelle langweilig.
Aber jetzt zurück zu Al, den ich trotz oder vielleicht auch wegen seiner schrägen Art ins Herz geschlossen habe. Seine Magie ist aber auch nicht zu verachten. Al kann sich mittels einer speziellen, geheimen Tinte nämlich seine eigenen Zaubersprüche schreiben. Einfach simpel, aber sehr wirkungsvoll, um in der gefährlichen Feenwelt zu bestehen.
Mit von der Partie sind auch Al's Managerin Nadia und der chaotisch, liebevoll schräge Hobgoblin Buck. Ein tolles Ermittlerteam!
Handlungsort ist übrigens Glasgow, also die Menschenwelt. Kevin Hearne hat geschickt die irische bzw. schottische Mythologie hinein verwoben und den fantastischsten und außergewöhnlichsten Wesen eine Heimat gegeben. Dabei spricht er auch ernste Themen wie Menschenhandel und Sklaverei an, das ganze mit einer Fantasy-Schleife verpackt.
Mir hat das Buch wie gesagt unglaublich gut gefallen. Als Hörbuch hat es aufgrund des perfekt ausgewählten Sprechers nochmal mehr Spaß gemacht. Und die kleinen Längen zwischendurch wurden beim Hören auch mehr als weg gemacht. Ich freue mich schon auf Teil 2 und spreche natürlich eine absolute Empfehlung aus.
Fazit
Tinte & Siegel ist der erste Teil einer Fantasy-Reihe rund um den schrulligen, schottischen Agenten und Siegelmagier Al. Kevin Hearne schickt seinen Ermittler in Glasgow auf eine gefährliche Jagd nach einem Feenhändlerring. Das Buch glänzt mit Spannung, ausgefallenen Charakteren einem tollen Worldbuilding und einer herrlich lockeren, teilweise derben Sprache. Ich hab jedenfalls selten so viel gelacht und beim Lesen bzw. Hören meine Bauchmuskeln trainiert. Stefan Kaminski leistet als Hörbuchsprecher erstklassige Arbeit. Einfach perfekt!
Romantasy-Auftakt, der einen alten Mythos wiederbelebt
Meeresglühen (Romantasy-Trilogie, Bd. 1) von Anna Fleck
Anna Fleck konnte mich mit ihrem Romantasy-Auftakt Meeresglühen - Geheimnis der Tiefe absolut begeistern. Ist aber auch kein Wunder, denn allein schon der Schauplatz Cornwall mit seiner rauen Küstenregion hat mich in Verzückung versetzt. Das ganze wurde dann noch garniert mit einem geheimnisvollen Fremden, einer versunkenen, mystischen Welt und einer gefährlichen und wilden Hetzjagd zwischen den Welten.
Na, klingt das nicht toll? Mich hats wie gesagt begeistert.
Anna Fleck hat mich bereits nach den ersten gelesenen Seiten für sich eingenommen. Es beginnt auch gleich ziemlich spannend und rasant damit, dass Ella ein ganz besonderes Treibgut aus dem Meer fischt. Der junge Mann, der sich später als Aris vorstellt, hatte wohl einen Surfunfall. Aber wie kam es zu dem Unfall? Und warum benimmt sich Aris so seltsam? Gleichzeitig verschwinden auch Menschen spurlos auf dem Meer und hinterlassen verwaiste Boote. Gibt es da etwa einen Zusammenhang? All diese Geschehnisse haben dazu geführt, dass ich schnell in einem Sog gefangen war und das Buch nur mehr schwer aus der Hand legen konnte. Anna Fleck schreibt dermaßen packend und bildlich; mein Kopfkino ist beim Lesen auf Hochtouren gelaufen.
Die Welt, die uns die deutsche Autorin neben dem englischen Cornwall eröffnet ist einfach genial. Schillernd, bunt, andersartig und bevölkert mit seltsamen und außergewöhnlichen Wesen. Die Schilderungen sind unglaublich bildhaft und detailreich, sodass man das Gefühl hat selbst vor Ort zu sein und nicht nur stiller Begleiter an Ellas Seite.
Ella habe ich im Übrigen wirklich lieb gewonnen. Sie ist eine mutige junge Frau, sehr selbstständig und stark. Mit ihrer inneren Stimme - ihrem Gewissen - ist sie in permanenten Streit, was zu unglaublich witzigen Dialogen geführt hat. Hier hat Anna Fleck gezeigt, dass sie nicht nur wortgewandt ist, sondern auch sehr humorvoll schreiben kann.
Aber auch Aris war ein toller Protagonist. Als junger Mensch möchte er sich natürlich ausleben, er ist sich allerdings auch seiner Pflicht bewusst. Denn Aris hat in seinen jungen Jahren schon ein schwere Bürde zu tragen und ein wichtiges Amt inne. Seine Zerissenheit in Bezug auf Ella war richtig spürbar und sie hat der leichten Romanze einen gewissen dramatischen Touch verliehen.
An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Liebesgeschichte zwar unterschwellig immer präsent ist, diese die eigentliche Handlung bzw. Mission von Aris und Ella aber nicht überlagert. Es ist wirklich alles sehr schön ausgewogen.
Anna Fleck hat auch ihre Nebencharaktere toll und authentisch gezeichnet. Sie sind allesamt auf den ersten Blick nicht zu durchschauen, ihre Beweggründe und Handlungen bergen so manches Geheimnis und bei einigen hoffe ich zudem sehr auf ein Wiedersehen im zweiten Band. Ich gehe nämlich stark davon aus, dass einige von ihnen noch ihren Beitrag in der Geschichte zu leisten haben. Zu viele Fragen brennen mir einfach noch auf der Zunge und ich hoffe sehr auf Antworten. Außerdem ist das Ende einfach zu gemein. Das kann man Ella und Aris einfach nicht zumuten. Die Fortsetzung muss schnellst möglich her!
Fazit
Meeresglühen - Geheimnis der Tiefe ist der erste Teil einer Trilogie aus der Feder von Anna Fleck. In ihrem Romantasy-Auftakt schickt uns die Autorin von der sturmumtosten Küste Cornwalls auf eine Reise in eine ziemlich geniale und außergewöhnliche Welt und lässt dabei einen Mythos wieder aufleben. Ich habe Anna Flecks detailreichen und bildhaften aber auch humorvollen Schreibstil sehr genossen und war schnell in einem richtigen Sog gefangen. Zusammen mit dem tollen Worldbuilding und authentischen Charakteren hat sich das Buch für mich als wahres Lesehighlight heraus gestellt. Absolute Leseempfehlung!
Faszinierende Fantasy über die Macht der Worte
Hush (Band 1) - Verbotene Worte von Dylan Farrow
Hush - Verbotene Worte ist ein Fantasyroman, bei dem die Meinungen ziemlich auseinandergehen. Und wie es letztlich so ist, hat bei mir die Neugierde gesiegt und ich habe mir kurzerhand das Hörbuch über Audible geladen, welches von der wunderbaren Dagmar Bittner eingelesen wurde. Dagmar Bittner hat Protagonistin Shea einen starken Ausdruck verliehen und ich habe mich recht schnell in der mittelalterlich gestalteten Welt verloren.
Natürlich ist es aber in erster Linie Dylan Farrows geschickter Umgang mit den Worten, welcher eine regelrechte Sogwirkung bei mir ausgelöst hat. Manipulation, Vertuschung, gefährliche Mächte, Wahnsinn und Realitätsverlust, eine mysteriöse und tötliche Krankheit - ziemlich geniale Themen, welche die Autorin aufgreift. Es hat sich zwar leider nicht alles komplett für mich erschlossen, aber bis auf ein paar kleine Schwächen habe ich mich tatsächlich bestens unterhalten gefühlt.
Dylan Farrow hat sich für ihr Fantasydebüt ein unglaublich faszinierendes Thema ausgesucht - die Macht der Worte. Protagonistin Shae lebt in einer Welt, in der gesprochene und geschriebene Worte äußerst gefährlich sein können. Einzig den Barden des Hohen Hauses, welche das verarmte Land mit eisener Hand regieren, ist es erlaubt mit Worten Magie zu wirken. Sie führen Beschwörungen aus, die sowohl für Glück und Segen, als auch für Verlust sorgen können. Es ist also kein Wunder, dass die Menschen den Barden sehr unterwürfig und ängstlich gegenüber stehen. Doch Shae selbst hat ebenfalls eine besondere Gabe, die sie vorallem vor den Barden geheim halten muss. Denn alles was sie stickt, wird Wirklichkeit. Als ein furchtbares Ereignis Shaes Leben komplett durcheinander wirft, sieht sich das junge Mädchen gezwungen Hilfe und auch Antworten bei den Barden zu suchen - eine Mission, welche Shae nahezu den Verstand raubt.
Ich habe Shae trotz all ihrer Schwächen als Protagonistin sehr lieb gewonnen. Ja, sie ist sehr naiv, sie vertraut zu schnell, sie ist stur und ihre Handlungen teilweise überstürzt. Und doch beweist Shae Mut, als sie sich den Barden anschließt. Ich habe jedenfalls sehr mir ihr mitgefiebert, auch wenn ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte.
Bis zu Shaes Aufbruch zu den Barden wird die Geschichte eher ruhig erzählt. Wir bekommen einen ersten Eindruck von Montane, einer mittelalterlich anmutenden Welt, in der die Menschen in Angst vor den blauen Flecken leben. Auch Shaes Bruder ist als Kind den blauen Flecken zum Opfer gefallen, was dazu geführt hat, dass Shaes Mutter verstummt ist. An dieser Stelle erhalten wir schon mal ein gutes Bild davon, welch tötliche Macht Wörter und Tinte in Montane haben können. Ich hätte gerne noch mehr dazu erfahren, doch Dylan Farrow bleibt hier eher wage und so müssen wir uns als Leser leider mit ein paar wenigen Informationen zu dieser schrecklichen und mysteriösen Krankheit zufrieden geben.
Überhaupt geizt die Autorin mit tiefergehenden Informationen, insbesondere was das Worldbuilding und die Magie betrifft. Wir erfahren zwar so einiges aus dem Wirken und Handeln der Barden, so richtig begreifen und fassen, konnte ich die Magie aber bis zum Schluss hin nicht richtig. Und auch die Barden selbst warfen Fragen bei mir auf. Ich hätte gerne mehr zu ihnen erfahren; woher zum Beispiel ihre Begabung kommt oder wie sie überhaupt an die Macht gekommen sind. Trotz dieser Lücken war ich dennoch durchwegs gefangen und an die Seiten gefesselt.
Wie ich oben schon geschrieben habe, hat Dylan Farrow ihre Geschichte eher ruhig, dafür sehr stimmungsvoll aufgebaut. Das ändert sich als sich Shaes Weg mit dem der Barden kreuzt. Ab da wird die Geschichte lauter, teilweise aber auch verwirrender. Genauso wie Shae konnte auch ich bald nicht mehr Realität und Wahnvorstellung voneinander unterscheiden. Was entspricht noch der Wirklichkeit? Wer ist Freund, wer Feind? Ein Spiel der Irrungen und Wirrungen und zugleich eine Tatsache, die eine unglaubliche Sogwirkung auf mich hatte. Hush punktet im weiteren Verlauf auch noch mit so einigen überraschenden Wendungen und Handlungsverläufen, die mich tatsächlich verblüfft haben. Auch das Ende hat mich überrascht und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Der zweite Teil ist es auch, in dem ich meine Hoffnungen setze, dass so manche Lücke noch gefüllt wird und meine offenen Fragen zur Gänze beantwortet werden. Trotz einiger Schwachpunkte, die vorallem mangelnde Tiefe betreffen, habe ich Hush sehr gerne gehört und daher gibt's auch eine Lese- bzw. Hörempfehlung.
Fazit
Hush - Verbotene Worte ist ein beeindruckender und faszinierender Debütroman aus der Feder von Dylan Farrow. Die amerikanische Autorin hat sich eines unglaublich spannenden Themas bedient - die Macht, die hinter Worten - egal ob gesprochen oder geschrieben - steckt. Hush ist eine Geschichte über Manipulation, Vertuschung, Wahnsinn und Realutätsverlust, sowie gefährliche Mächte und eine mysteriöse, tötliche Krankheit. Auch wenn in der Umsetzung so einige Schwachstellen sind, habe ich gebannt die Geschichte verfolgt, denn Dylan Farrow weiß es geschickt mit Worten umzugehen und Spannung aufzubauen. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung.
Innovative High Fantasy mit originellem Setting und spannenden Protagonisten
Thron aus Sturm und Sternen 1: Seelendonner von Annie Waye
Annie Wayes Debütroman ist mir sofort ins Auge gesprungen und meine Erwartungen waren daher von Anfang an relativ hoch. Ich sollte auch nicht enttäuscht werden. Die Autorin hat eine beeindruckende und fesselnde Geschichte über einen vergessenen Stamm, der zwischen die Fronten zweier verfeindeter Völker gerät, zu Papier gebracht.
Das Buch ist aufregend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ich muss zugeben, dass ich zunächst sehr überrascht von Ort und Zeit der Handlung war, habe ich mir irgendwie ein klassisches, mittelalterliches europäisches Setting erwartet. Als ich dann von Moscheen, Zügen und Schusswaffen gelesen habe, war schnell klar wie sehr ich mich geirrt habe. Vorallem die Tatsache, dass das ganze Anfang des 19. Jahrhunderts spielt wollte zunächst nicht so ganz in meinen Kopf. Dennoch muss ich sagen, dass ich die Idee dahinter sehr innovativ und erfrischend anders finde.
Tara'Unn ist das Reich, welches nach einer Niederlage der Unnen in einem lange zurück liegenden Krieg aus den einst unabhängigen Reichen Tara'an und Unn gegründet wurde. Doch die Ta'ar und die Unnen waren sich nie friedlich gesinnt, zu unterschiedlich sind die Nationen in ihren Sitten und Bräuchen. Als der amtierende König von Tara'Unn plötzlich verstirbt, entbrennt ein Krieg um die Nachfolge, denn die Unnen wollen um keinen Preis einen weiteren Ta'ar-König auf dem Thron sehen. Inmitten der Rivalitäten der Nationen lebt das unabhängige und neutrale Volk der Crae - ein Naturvolk, dass aufgrund seiner Abgeschiedenheit längst zu einem Mythos geworden ist. Die Crae haben ihre eigenen Gesetze und strenge Regeln nach denen sie Leben. Aus den Streitigkeiten der Ta'ar und der Unnen halten sich die Crae prinzipiell heraus, zumindest solange bis der Krieg direkt an die Türe des kleinen Volksstammes klopft und diesen in große Bedrängnis bringt. Denn sowohl die Ta'ar, als auch die Unnen hätten die Crae gerne an ihrer Seite, sagt man dem indigenen Stamm doch eine besondere Magie nach, welche den Krieg entscheidend beeinflussen könnte.
Die Magie ist es auch, die mich am meisten beim Lesen fasziniert hat. Diese hat nämlich nichts im klassischen Sinne mit Zauberei oder dem Beherrschen der Elemente zu tun, sondern hat eher einen religiösen Charakter. Jeder Crae besitzt Seelensteine und ist zudem mit einem Seelentier verbunden, durch welches er die unterschiedlichsten Kräfte freisetzen kann. Das Herbeirufen oder Beeinflussen der Seelentiere ist aber alles andere als leicht und nicht jeder Crae ist dazu in der Lage. Die Thematik rund um die Seelentiere fand ich unglaublich faszinierend und dennoch hätte ich gerne ein paar mehr Infos dazu gewünscht. Und auch über die Welt der Crae und ihren Ursprung hätte ich gerne mehr erfahren, doch hier geht vieles zu Lasten von Blut und Action. Denn wie ich einleitend schon geschrieben habe, gerät der Stamm, der seit jeher seine Neutralität wahrt, zwischen die Fronten des Krieges und es liegt an Kauna, der jungen Protagonistin, und ihrem Freund Deema, einem Vollwaisen und Ausgestoßenen, ihr Volk zu retten.
Zugegebenermaßen, Kauna ist eine schwierige Protagonistin und nicht immer habe ich ihr Handeln verstanden, was zum Großteil an den Wert- und Moralvorstellungen liegt, nach denen die Crae leben. Kauna dachte immer, dass ihr Leben vorherbestimmt ist - ein fester Platz in der Gemeinschaft, eine Familie mit ihrer zweiten Hälfte Gil. Und dann kommt doch alles anders und lässt Kauna zerrissen zurück. Gil spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Welche müsst ihr natürlich selber herausfinden.
So spannend Kauna als Protagonistin auch ist, mein Herz habe ich an Deema verloren, dem ausgestoßenen und manchmal unberechenbaren Waisen, welcher treu an Kaunas Seite kämpft. Er macht wie ich finde die größten Entwicklungschritte und ist durch sein Seelentier ein wahnsinnig interessanter und sehr explosiver Charakter.
Annie Waye hat noch vielen weiteren Charakteren im Buch tragende Rollen gegeben. Sie sind alle mal mehr, mal weniger sympathisch. Aber eines haben sie gemeinsam - sie sind jeder auf Seine Art und Weise faszinierend.
Ich bin jedenfalls gespannt wie es weiter geht mit Kauna, Deema, Gil und den anderen Weggefährten. Annie Waye hat mich an einer gefährlichen Reise teilhaben lassen, die viel zu schnell ein vorläufiges Ende gefunden hat. Der Schreibstil der Autorin war derart einnehmend und wunderbar flüssig zu lesen, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Für mich ist Thron aus Sturm und Sternen - Seelendonner ein fast perfektes Buch. "Fast", weil ich gerne mehr Informationen zum Volk der Crae, deren Ursprung, sowie den Seelensteinen und Seelentieren gehabt hätte. Dennoch erhält das Buch von mir eine absolute Leseempfehlung.
Fazit
Innovativ, gewaltig, blutig und kriegerisch - das ist Thron aus Sturm und Sternen - Seelendonner, der erste Teil der Dilogie aus der Feder von Annie Waye. Ich war rundum gefangen in dem aufregenden High Fantasy Spektakel. Einzig die Welt der Crae, insbesondere der Magie, hätte ich mir noch mehr ausgearbeitet gewünscht und auch die zeitliche Ebene, in der die Handlung spielt, war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Der Debütroman bekommt von mir aber auf jeden Fall eine große Leseempfehlung und ich freue mich jetzt schon auf Band 2 mit dem Titel Flammenherz.
Intelligenter Jugendroman zum Thema Klimawandel und Umweltschutz, welcher schockiert und zum Nach- und Umdenken anregt
Fair Play von Kerstin Gulden
Fair Play - Spiel mit, sonst verlierst du alles! war mein erstes Buch von Kerstin Gulden. Ich wäre auf das Buch wahrscheinlich nicht aufmerksam geworden, hätte mich der Klappentext nicht so angesprochen.
Ein fesselnder Roman über ein außer Kontrolle geratenes Experiment an einer Schule.
Was hat das mit Umweltschutz zu tun? Welche Rolle spielt Social Media dabei? Und was genau gerät außer Kontrolle? Fragen, die mir auf der Zunge gebrannt haben und auf die ich unbedingt eine Antwort wollte. Kerstin Gulden hat sie mir beantwortet und zwar sehr eindringlich, mit Sogwirkung, sowie viel Kopfschütteln und Entsetzen meinerseits.
Die deutsche Autorin versetzt uns in ihrem Roman an ein Berliner Gymnasium, welches an einem nationalen Wettbewerb zum Thema Umweltschutz teilnimmt. Vier Schülerinnen bzw. Schüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben die zündende Idee und entwickeln eine App, welche alle Umweltsünden aufzeichnet. Jeder User - auch Fair Player genannt - hat ein Punktekonto zur Verfügung, welches es gilt im grünen Bereich zu halten. Für jede Autofahrt, Busfahrt oder den geliebten Coffe-to-Go werden Punkte abgezogen. Doch nicht nur diejenigen, welche die App auch benutzen, werden in die Rechnung miteinbezogen. Auch passive User fallen in die Statistik und verschlechtern diese automatisch. Eine Tatsache, die schnell zu Unmut, Rivalitäten und Betrug führt. Denn Ziel ist es, dass das Gesamtkonto nach 3 Monaten im grünen Bereich ist, damit der Wettbewerb gewonnen werden kann.
Das Bild, welches Kerstin Gulden aufzeigt, hat mich nahezu entsetzt. Mit erschreckender Wahrheit schildert die Autorin zu welch furchtbaren und hinterhältigen Handlungen Menschen fähig sind. Schon bald nach Start des Experimentes beginnen Unruhen und Diskussionen, die alsbald in Gruppenbildungen, Erpressungen und tätlichen Angriffen münden. Dabei gerät der eigentliche Sinn des Experimentes - das große Ganze - immer mehr in den Hintergrund und wird durch eigennützige, persönliche Interessen verdrängt.
Die vier Protagonisten, aus deren Sicht wir abwechselnd aus der Ich-Perspektive lesen, schenken sich nichts. Kera, Max, Leonard und Elodie sind zwar ein Team, agieren aber völlig unabhängig voneinander. Es zeigt sich zwar schon zu Beginn, dass die Fair Play Four keine großen Freunde voneinander sind, aber dass sie soweit gehen, hätte ich nie erwartet. Die Abgründe, die sich im Laufe der Handlung auftun, sind nahezu kriminell und nehmen ein großes, für Furore sorgendes, politisches Ausmaß an.
Ich will gar nicht mehr verraten. Ihr müsst es einfach selber lesen und euch ein Urteil bilden. Ich habe das Buch an einem Tag ausgelesen. Kerstin Gulden schreibt derart eindringlich und einnehmend sowie unglaublich intelligent und intensiv, dass ich schnell in einem Sog gefangen war, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Einfach top!
Fazit
Kannst du dir vorstellen eine App zu benutzen, die all deine Umweltsünden aufzeichnet? Noch dazu wenn jeder über Social Media mitverfolgen kann, ob du gut oder schlecht abschneidest? Lässt du dich zu Taten verleiten, um gut da zu stehen, auch wenn du weißt, dass diese jemanden schaden könnten? Und wie sieht es mit Gruppenzwang aus? Das sind nur einige der Themen, mit denen sich Fair Play - Spiel mit, sonst verlierst du alles! beschäftigt.
Kerstin Gulden hat einen intensiven und unglaublich intelligent erzählten Jugendroman darüber geschrieben, was man einerseits gemeinsam schaffen kann, andererseits welch tragische Auswirkungen es haben kann, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten.
Ich fand das Buch einfach großartig! Absolute Leseempfehlung!
Geniales Fantasy-Jugendbuch mit Harry-Potter-Vibes, jeder Menge Action, grandiosen Twists und ganz viel Herz!
Amari und die Nachtbrüder von B. B. Alston
Ich bin durch Zufall über Amari und die Nachtbrüder gestoßen, wusste aber sofort nach Lesen des Klappentextes, dass dieses Buch unbedingt bei mir einziehen muss. Und ich wurde auch nicht enttäuscht - im Gegenteil! Der Debütroman des amerikanischen Autors B.B. Alston hat mich auf ganzer Linie überzeugt.
Mit der 12-jährigen Amari hat der Schriftsteller eine liebevolle und mutige Romanheldin, die sich nicht unterkriegen lässt und für Gerechtigkeit kämpft, zum Leben erweckt. Gemeinsam mit Amari, welche mit allen Mitteln ihren verschollenen Bruder Quinton finden will, tauchen wir ab in eine fantastische, magische, aber auch gefährliche Welt und erleben ein spektakuläres Abenteuer mit jeder Menge Action und ganz viel Herz.
Ich war von Beginn an gefesselt von der Geschichte rund um die junge Romanheldin. B.B. Alston hat ein unglaublich faszinierendes Szenario erschaffen. Als Leser wird man in eine fantastische Welt hinein gezogen, die voll mit Geheimnissen, übernatürlichen Dingen, magischer Wesen und Kreaturen steckt. Amari wird aufgrund der Nennung durch ihren Bruder in die Akademie für Übernatürliches eingeladen, um an einer Aufnahmeprüfung teilzunehmen und sich gegen viele Mitstreiter auf einen der beliebten Ausbildungsplätze zu bewerben. Amari ist mutig und nimmt die Herausforderung an, will sie doch ihren Bruder Quinton finden, welcher ebenfalls in der Akademie gearbeitet hat, als er plötzlich spurlos verschwunden ist. Amari begegnet in der Oberbehörde nicht nur sprechenden Aufzügen, fliegenden Teppichen und angehenden Drachen. Sie stößt zudem auf eine Mauer des Schweigens, wenn es um ihren Bruder Quinton geht. Was hat die Behörde zu verbergen? Ein Rätsel, dem Amari auf die Spur geht.
Der einnehmende und unkomplizierte Schreibstil des Autors hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen und ich habe das Buch auch tatsächlich an einem Tag durchgesuchtet. Es war einfach zu spannend, um es aus der Hand zu legen. Das Auswahlverfahren war unglaublich fesselnd. Die Geschehnisse haben mich ein ums andere Mal ins Staunen versetzt. Und dazu kamen noch einige Wendungen, mit denen ich so gar nicht gerechnet hätte und die mich ziemlich sprachlos zurück gelassen haben.
B.B. Alston hat mit seinem Erstlingswerk nicht nur bewiesen, dass er unfassbar kreativ ist. Er hat auch ernste Themen, die zum Nachdenken anregen, in die fantastische Geschichte eingearbeitet. Amari kommt aus ärmlichen Verhältnissen und sie ist zudem schwarz. Zwei Tatsachen, aufgrund derer sie täglichen Hänselein und Mobbing ausgesetzt ist. Auch in der übernatürlichen Welt wird sie mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbingattacken konfrontiert. Aber Amari lässt sich nicht unterkriegen, so grausam und hinterhältig ihr ihre Mitmenschen auch begegnen. Ich habe sehr mit Amari gelitten, sie aber gleichzeitig auch für ihr Durchhaltevermögen bewundert. Auch Amaris neue Freundin ist aufgrund ihrer Besonderheit mit täglichen Anfeindungen konfrontiert. Es ist wirklich unfassbar traurig und schrecklich, mit welchen Vorurteilen Menschen in der heutigen Zeit noch zu kämpfen haben. B. B. Alston hat die ernsten Themen wahnsinnig gut in die Geschichte eingebunden und kindgerecht aufgearbeitet.
Das Buch ist übrigens ab 10 Jahren geeignet. Ich würde es aber als All-Age-Roman bezeichnen, da auch erwachsene Leser|innen ihren Spaß an der Geschichte haben werden. Ich kann Amari und die Nachtbrüder wirklich jedem Fantasy-Begeisterten empfehlen. Absolutes Herzensbuch!
Fazit
Amari und die Nachtbrüder ist ein genialer Fantasyroman aus der Feder von B. B. Alston. Der amerikanische Schriftsteller hat eine bezaubernde Geschichte voll mit fantastischen Wesen, übernatürlichen Ereignissen, Magie und ganz viel Herz zu Papier gebracht. Dabei hat er ernste und wichtige Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbing kindgerecht in die Geschichte eingearbeitet und ein Leseerlebnis für kleine und große Leser|innen geschaffen. Amari ist eine beeindruckende und mutige junge Heldin und ich freue mich schon riesig auf ihr nächstes Abenteuer! Absolute Leseempfehlung und Herzensbuch!
Dunkle Geheimnisse, gefährliche Wünsche und tötliche Flüche
Das Reich der Schatten, Band 1: Her Wish So Dark (High Romantasy von der SPIEGEL-Bestsellerautorin von "One True Queen") von Jennifer Benkau
Jennifer Benkau ist vom deutschen Buchmarkt nicht mehr weg zu denken. Ihre One True Queen-Reihe wird hochgelobt und sorgt seit ihrem Erscheinen für große Begeisterung unter den Lesern. Bei mir steht die Reihe leider noch ungelesen im Regal. Trotzdem war ich sofort Feuer und Flamme für die neue Dilogie der Autorin, welche in derselben Welt wie ihr Vorgänger angesiedelt ist.
Ich hatte aufgrund der zahlreichen positiven Stimmen recht hohe Erwartungen an Das Reich der Schatten - Her Wish so Dark. Und es hätte auch richtig toll werden können. Ich meine es geht um totbringende Flüche, Wünsche, die einem ins Verderben stürzen können und besser ungesagt bleiben, eine gefährliche Reise ins dunkle Reich des Daemalords, verbotene Magie und eine Liebe, zu deren Rettung die Protagonisten ihr Leben in Gefahr bringen. Muss ich noch mehr sagen? Das klingt doch alles ziemlich genial und großartig! Doch leider muss ich sagen, dass die Grundidee zwar sehr gut ist, diese für mich aber an der Umsetzung scheitert und zudem zu viele Längen mitbringt.
Bereits der Einstieg ins Buch fiel mir eher schwer und ich brauchte ca. die ersten 100 Seiten um mich an Jennifers Schreibstil zu gewöhnen. Mir war das ganze irgendwie zu holprig und ich musste die Sätze teilweise zweimal lesen, um sie zu verstehen. Ich hatte auch ständig das Gefühl etwas verpasst zu haben. Dabei ist gerade am Anfang relativ wenig geschehen. Im Grunde lernt man die Protagonisten Laire und Alaric, sowie deren Begleiter - die kämpferische Vica und Paladin Jero - als auch Desmond, Laires Verlobten, kennen. Unzählige Rückblenden sollen uns die Charaktere näher bringen, bei mir haben diese jedoch eher für Langeweile gesorgt und das Voranschreiten der Geschichte behindert. Desmond blieb mir bis zum Schluss fremd und auch zu Laire konnte ich keinen richtigen Bezug aufbauen. Ich war eher genervt von ihren teilweise sehr unbedachten Handlungen und auch ihre Motivation, aufgrund welcher sie die Reise angetreten hat, machte sie mir eher unsympathisch. Alaric fand ich noch am vielschichtigsten und durch seine Geheimnisse auch am interessantesten. Aber im Gesamten waren mir die Protagonisten einfach alle zu oberflächlich, als das ich einen engen Bezug zu Ihnen hätte aufbauen können.
Zu oberflächlich war mir auch das Worldbuilding. Ich hatte Schwierigkeiten in die Welt abzutauchen und mir diese zu verbildlichen. Jennifer Benkau präsentiert zwar eine grausame Welt voller Gefahren und Täuschungen, sowie teils bestialischer, teils faszinierender Kreaturen. So richtig zum Leben erwachen, wollte die Welt in meinem Kopf allerdings nicht, was ich richtig schade finde, denn an Kreativität und Ideenreichtum mangelt es hier sicher nicht. Auch von der Magie, besser gesagt der verbotenen Magie, hätte ich gerne mehr erfahren. Ich weiß zwar nun, dass es sie gibt und das die Magie ein großes Potenzial birgt und die Anwendung gefährlich sein kann. So richtig verstehen, tue ich sie aber trotz über 500 Seiten nicht.
Laire und ihre Gefährten kämpfen sich rund zwei Drittel des Buches durch das Reich der Schatten. Sie stoßen dabei auf unzählige Hindernisse und sind einer permanenten dunklen Bedrohung ausgesetzt. Einige spannende und nervenaufreibende Passagen waren schon da, doch meines Erachtens hätte man die Reise etwas abkürzen können. Wie schon zu Beginn hatte ich auch ab der Mitte des Buches wieder das Gefühl nicht voran zu kommen; mich im Kreis zu drehen. Erst gegen Schluss kam dann die lang ersehnte Spannung und einige unerwartete Wendungen, die es schon früher gebraucht hätte. Die letzten 100 Seiten habe ich dann auch mehr oder weniger durchgesuchtet, weil sich die Ereignisse plötzlich überschlagen haben. Leider konnte das wirklich spektakuläre Ende den Rest des Buches aber nicht zur Gänze retten und ich muss auch sagen, dass ich nicht das Bedürfnis habe unbedingt weiter lesen zu müssen.
Das Reich der Schatten - Her Wish so Dark war für zwischendurch eine nette Lektüre, die sicher ihre Fans finden wird. Ich gehöre nicht unbedingt dazu und daher kann ich dieses mal auch keine Leseempfehlung aussprechen.
Fazit
Ich hatte recht hohe Erwartungen an Das Reich der Schatten - Her Wish so Dark, bedenkt man die Begeisterungsstürme, die Jennifer Benkau mit ihrer One True Queen-Reihe ausgelöst hat. Das Buch hat auch wirklich viele großartige Ideen. Die Autorin entführt uns in eine unwirtliche, finstere Welt mit totbringenden Flüchen und gefährlichen Wünschen. Leider hat mir die Umsetzung aber nicht zugesagt und auch die Protagonisten blieben mir bis zum Schlus fremd. Auch wenn ich keine Leseempfehlung aussprechen kann, vergebe ich 3 Sterne für die kreative Grundidee, das spektakuläre Ende und das tolle Cover, welches die One True Queen-Dilogie wunderbar ergänzt.
Tolle Wissensvermittlung für kleine Sportler|innen
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 71 - Turnen, tanzen, Musik machen von Constanza Droop
Durch meine kleine Tochter, die bald ihren 2. Geburtstag feiert, komme ich immer mehr in den Genuss von Bilder- und Vorlesebüchern. Und natürlich kommt man auch bei der bekannten Kindersachbuchreihe aus dem Ravensburger Verlag Wieso, Weshalb, Warum? nicht vorbei. Band 71 der Reihe beschäftigt sich, wie der Titel es verrät, mit Musik, Bewegung und Sport.
Es animiert auf jeden Fall zum selber Ausprobieren, Tanzen und Spaß haben.
Töchterlein und ich sind jedenfalls begeistert von dem tollen und handlichen Büchlein, wobei der Text natürlich eher (noch) nebensächlich ist. Es sind vielmehr die unglaublich liebevoll gestalteten Illustrationen, die die kleinen Kinderaugen zum Strahlen bringen. So erfahren die Kleinsten zum Beispiel was man beim Sport bequemes anzieht, wie ein Turnsaal aussieht oder aber auch welche Ballettpositionen es eigentlich gibt. Und auch ich habe so einiges dazu gelernt. Oder wusstet ihr, dass Ansanas die Bezeichnung für Yogaübungen sind? Aufgepeppt wird das ganze mit Klappen, welche das Wissen sehr spielerisch vermitteln. Wie gesagt, uns wird das Buch auch nach wiederholtem Anschauen und (vor)lesen nicht langweilig, weil es immer wieder was neues zu entdecken gibt.
Einen großen Pluspunkt gibt es auf für die wirklich stabile Aufmachung des Buches. Ich habe ja schon erwähnt, dass meine Tochter noch keine 2 Jahre alt ist. Entsprechend wild geht sie auch mit ihren Büchern um. Obwohl sie das "WWW-Buch" täglich in der Hand hat, sieht es noch aus wie neu, alle Klappen sind noch da wo sie sein sollen und es ist noch keine Seite herausgerissen worden. Das spricht wirklich für die tolle Qualität der Ravensburger junior Bücher. Ich kann es wirklich sehr empfehlen!
Fazit:
Turnen, tanzen, Musik machen ist ein toller Band der Ravensburger junior-Reihe Wieso, Weshalb, Warum? Einprägsame Texte, farbenfrohe und liebevoll gestaltete Bilder und versteckte Klappen vermitteln spielerisch alles Wissenswerte zu Sport, Musik und Bewegung. Dabei ist das Buch wirklich sehr stabil und hält kleinen Hinderhänden stand.
Meine Tochter und ich sind begeistert und können das Büchlein absolut empfehlen!
Der Mythos rund um die sagenumwobenen Gestaltwandler im modernen Gewand
Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler (Fesselnde Gestaltwandler-Romantasy) von Stefanie Lasthaus
Meine Meinung
Nachdem ich den Klappentext von Touch of Ink das erste Mal gelesen habe, war klar, dass das Buch unbedingt bei mir einziehen muss. Gestaltwandler sind für sich allein ja schon ein faszinierendes Thema, um das sich viele Mythen ranken. Umso neugieriger war ich auf die Umsetzung von Stefanie Lasthaus.
Und wie ich finde, hat die Autorin einen größtenteils kurzweiligen Reihenauftakt zu Papier gebracht. Leider fehlte es vorallem am Beginn etwas an Spannung, was sich aber mit fortschreitender Seitenzahl immer mehr geändert hat.
Das Buch handelt von der jungen Studentin Quinn, welche als Waise aufgewachsen ist. Seit ihrer frühen Kindheit trägt sie eine mysteriöse Tätowierung im Nacken. Als Quinn sich an der Universität von Vancouver Island einschreibt, lernt sie Student Nathan kennen, welcher sie von Anfang an fasziniert. Schnell schließt sie Freundschaft mit dem wirklich smarten jungen Mann, den eine ganz besondere Aura umgibt. Doch nicht nur Nathan scheint ein Geheimnis zu verbergen. Auch die arroganten Geschwister Blaise, die an der Uni den Ton angeben und denen Quinn von Anfang an ein Dorn im Auge ist, verhalten sich zunehmend seltsam. Zudem leidet Quinn seit ihrem Umzug nach Vancouver Island immer häufiger an beängstigenden Visionen und Ohmachtsanfällen. Quinn beginnt nachzuforschen und stellt bald fest, dass irgendwie alles in Zusammenhang mit ihrem geheimnisvollen Tattoo zu stehen scheint.
Stefanie Lasthaus hat mit Vancouver Island ein wirklich tolles und passendes Setting für ihre Gestaltwandler-Saga gewählt. Ich habe mich dank ihrer schönen Beschreibungen schnell in der Welt eingefunden. Auch mit Quinn habe ich mich sofort angefreundet. Sie hat einfach so eine sympathische Art und ein wirklich einladendes und hilfsbereites Wesen. Dass ihre Vergangenheit jede Menge Rätsel aufgibt, macht Quinn zudem zu einem wirklich spannenden Charakter mit Tiefgang, mit dem ich einfach mitfiebern musste, was mich jetzt auch zu dem Punkt bringt, der mir leider weniger gefallen hat. Die Geschichte bzw. Quinns Geschichte war nämlich leider ziemlich vorhersehbar. Ich wusste recht schnell, wo das Abenteuer hinführen wird und was hinter der Tätowierung steckt. Auch hat sich die Handlung gerade zu Beginn sehr in die Länge gezogen. Nichts desto trotz habe ich das Buch wirklich gerne gelesen. Stefanie Lasthaus hat eine sehr einnehmende, lockere und leichte Art zu erzählen, die einem nur so durch die Seiten fliegen lässt. Insbesondere die Erklärungen und Fakten zu den Wandlern und deren Geschichte fand ich unglaublich gut in die Story eingearbeitet und haben ihr einen wunderbar authentischen Touch verliehen. Gegen Ende wird das Buch dann schlagartig rasant und gipfelt in einem großartigen Finale, nach dem ich einfach nur weiter lesen wollte.
Knisternde und prickelnde Romantik findet ihr im Buch natürlich auch. Die Liebesgeschichte wirkt dabei alles andere als aufdringlich. Im Fokus steht eindeutig das Thema rund um die Wandler, die verschiedenen Tribes und deren Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart.
Trotz einiger kleiner Kritikpunkte kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Die Idee hat mich überzeugt und macht die Schwächen in der Umsetzung voll und ganz weg.
Fazit
Touch of Ink ist ein Buch, welches den Mythos der Gestaltwandler aufleben lässt und uns mit Vancouver Island ein wirklich tolles und interessantes Setting bietet. Stefanie Lasthaus' Grundidee hat mich total überzeugt und ich fand die Story trotz einiger Längen in der ersten Hälfte super zu lesen. Klare Leseempfehlung!











