Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Für einen guten Thriller braucht es mehr als einen fesselnden Prolog
Geburtstagskind von Anders Roslund
Meine Meinung
Als großer Fan von Schwedenkrimis und - thriller bin ich natürlich an Anders Roslunds Roman nicht vorbei gekommen. Der Klappentext und auch die Leseprobe klangen so vielversprechend und haben genau meinen Geschmack getroffen. Anders Roslund hat schon in den ersten Seiten einen hohen Spannungslevel aufgebaut.
Ich war richtig gefesselt und wollte unbedingt den Fortgang des Thrillers erfahren. Leider machte sich dann recht schnell Ernüchterung breit. Nach den mitreißenden und schockierenden Anfangsszenen war es als ob ich ein neues Buch angefangen hätte. Plötzlich ist da die Rede von Korruption und illegalem Waffenhandel. Und dann taucht auch noch ein völlig neuer Protagonist auf. Ich habe wirklich versucht mich damit anzufreunden. Leider konnte das Buch nach dem starken Anfang meine Aufmerksamkeit überhaupt nicht mehr auf sich lenken. Kennt ihr das, wenn ihr etwas lest und schon beim Umblättern nicht mehr wisst was ihr gelesen habt? So ging es mir. Ich habe mich wirklich bemüht und wollte die Geschichte unbedingt mögen. Nach rund 200 Seiten, für die ich allein schon eine Ewigkeit gebraucht habe, habe ich es dann aber schweren Herzens aufgegeben.
Was ist da nur passiert? Zunächst habe ich mir allein schon wegen des Klappentextes etwas anderes erwartet. Was dieser verspricht passiert allerdings nur im Prolog. Dass dann Waffenhandel und Schmuggel thematisiert werden, machte es für mich nicht besser. Zu den Protagonisten konnte ich leider auch so gar keine Beziehung aufbauen. Mir erschienen sie wie Geister - blass und farblos. Wenn diese wenigstens eine interessante persönliche Geschichte zu erzählen gehabt hätten... Aber leider Fehlanzeige. All diese Punkte und die Tatsache, dass ich den Gedanken des Autors nicht mehr folgen konnte, haben mich dazu veranlasst das Buch abzubrechen.
Positiv möchte ich allerdings den Schreibstil von Anders Roslund hervorheben. Dieser hätte mir prinzipiell gut gefallen. Der Prolog war atmosphärisch, düster und sehr fesselnd geschrieben und hatte wirklich Suchtpotenzial.
Fazit
Ein fesselnder Prolog macht noch keinen guten Thriller aus. Nach einem starken Anfang kam der große Fall. Leider ging das Buch in eine Richtung, die mein Interesse überhaupt nicht wecken konnte. Die Protagonisten wirkten zudem die ganze Zeit über wie Fremde auf mich. Da Anders Roslund aber prinzipiell einen wunderbar atmosphärischen Erzählstil hat, werde ich ihm auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben.
Gelungene Fortsetzung
Geburtstagskind von Anders Roslund
Meine Meinung
Nach dem großartigen Reihenauftakt war für mich klar, dass ich auch Sophias Träume lesen werde. Ich habe mir zusätzlich zum E-Book auch das Hörbuch geholt, da mich Sprecherin Karoline Mask von Oppen schon im ersten Band vollkommen überzeugt hat. Auch dieses Mal schafft es die Sprecherin kleine Längen auszumärzen und die Figuren lebhaft und authentisch darzustellen.
Sophias Träume schließt nahtlos an den Vorgänger an. Ich war schnell wieder in der Geschichte gefangen und hatte das Gefühl nie weg gewesen zu sein. Es ging auch gleich sehr spannend und rasant mit Sophias Europareise und den Nachforschungen zu ihrem totgeglaubten Sohn Louis los. Ich hab wieder so mit ihr mitgefiebert. Corina Bomann hat die Suche dermaßen spannend und emotional geschrieben, dass ich mir schon fast wie in einem Krimi vorgekommen bin.
Bei ihren Recherchen trifft Sophia auch wieder auf alte Bekannte wie Henny und Jouelle. Corina Bomann hat einige, nicht nur positive, Überraschungen und Situationen eingebaut, die Sophia in Europa erwarten.
Zudem erhält Sophia eine Anstellung bei Elizabeth Arden und wird wieder einmal mit dem "Puderkrieg", der zwischen Genannter und Helena Rubinstein tobt, konfrontiert.
Ein großes Plus gibt's auch dafür, dass Corina Bomann die historischen Ereignisse geschickt in ihre Geschichte einzubauen weiß und uns Leser eine spannende, als auch lehrreiche Lektüre präsentiert.
Fazit
Sophias Träume, der zweite Teil der "Farben der Schönheit"-Trilogie braucht sich nicht zu verstecken. Sophias Reise wird spannend weiter erzählt und es war eine Freude Sophias Entwicklung zu beobachten. Aber Achtung: Das Buch gipfelt in einem gemeinen Cliffhanger. Natürlich werde ich den Abschlussband der Trilogie auch noch lesen und kann somit nichts anderes als eine Leseempfehlung aussprechen.
Wahnsinnig toller Auftakt einer zweiteiligen Fantasy-Saga
Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch von Jager Jennifer Alice
Meine Meinung
Moonlight Touch war mein erstes Buch der Autorin Jennifer Alice Jager und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Buch von ihr sein. Ich war schon nach den ersten Seiten wie gebannt und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Jennifer hat so einen wahnsinnig stimmigen und einnehmenden Schreibstil.
Sie spart nicht mit Details, weder bei der Ausarbeitung ihrer beiden Protagonisten, noch beim Worldbuilding.
Sheera ist die Heldin der Geschichte, dabei hat sie zunächst so gar nichts heldenhaftes an sich. Sie gehört zum geächteten Volk der Nachtalbae. Als Vollwaise hat sie es nicht leicht im Leben und so schlägt sie sich als Diebin durch. Das geht so lange gut bis sie von der Armee der Königin gefasst wird, um an einem gefährlichen Wettstreit um den Königsthron teilzunehmen. Sheera ist mir sofort ans Herz gewachsen und ich hatte dank der Ich-Perspektive in ihren Kapiteln schnell einen Draht zu unserer störrischen (Anti)Heldin.
Die zweite Sichtweise, welche wir präsentiert bekommen, ist jene von Kronprinz Lysander aus dem Menschenreich. Bei ihm lesen wir allerdings aus der 3. Person, was den Zugang zunächst ein bisschen schwieriger gestaltet. Er wirkt zunächst irgendwie unantastbar und fast auch ein bisschen unsympathisch. Umso mehr wir von Lysander erfahren, desto mehr konnte ich mich aber auch mit ihm identifizieren. Auch Lysander hat es nicht leicht am Königshof. Er muss sich die Thronnachfolge und den Respekt seines Vaters hart erarbeiten und lernen seine Gefühle hinten an zu stellen. Aufgewachsen in dem Glauben, dass die "Mahr" seelenfressende Kreaturen sind, begegnet er Sheera zunächst äußerst skeptisch, wobei das eigentlich auf Gegenseitigkeit beruht.
Die Autorin hat wirklich zwei starke und facettenreiche Protagonisten erschaffen. Beide haben Ecken und Kanten und sind herrlich unperfekt, was sie in meinen Augen allerdings mehr als perfekt erscheinen lassen. Es war ein Genuss und ein Heidenspaß als sich die Wege der beiden so unterschiedlichen Charaktere gekreuzt haben und ich habe mich ein ums andere Mal gefragt, wer, wem den Kopf zuerst abreißen wird.
Das Worldbuilding fand ich unglaublich faszinierend. Das Setting ist mittelalterlich angehaucht. Der Eindruck wird allein schon dadurch erweckt, als sowohl die Welt der Menschen, als auch die der Albae von Königen bzw. Königinnen regiert wird. Zudem gibt es Ritterkämpfe, herrschaftliche Bälle und berittene Armeen. Durch die besonderen Fähigkeiten der Albae bekommt das mittelalterliche Setting einen magischen Anstrich und voilà wir haben eine Welt, die man nicht mehr so schnell verlassen will! Ganz toll finde ich übrigens die Weltkarte im Buchdeckel, durch welche ich noch tiefer in die Welt von Amberan eintauchen konnte.
Den Plot fand ich unfassbar gelungen und mitreißend. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und wurde dabei von den wildesten Gefühlen begleitet. War ich in einem Moment hoffnungsvoll, war ich im nächsten schockiert, gefolgt von überrascht und erleichtert. Es ist tatsächlich so, dass - vorallem ab der zweiten Hälfte des Buches - eine überraschende Wendung auf die nächste folgt und man irgendwann gar nicht mehr weiß, wem man in dem perfiden und gefährlichen Wettstreit um die Krone überhaupt noch trauen kann. Es bleibt echt kein Stein auf dem anderen und Freund und Feind sind ab einem gewissen Punkt nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Gekrönt wird das ganze noch von einem fiesen Cliffhanger am Schluss. Ja, ich warte sehnsuchtsvoll auf den zweiten Teil dieser mitreißenden und actiongeladenen Dilogie.
Fazit
Moonlight Touch - Chroniken der Dämmerung ist ein actiongeladener und mitreißender Pageturner aus der Feder von Jennifer Alice Jager. Charaktere mit Ecken und Kanten, ein stimmiger und gut durchdachter Plot und einige überraschende Wendungen haben mir eine Achterbahnfahrt der Gefühle beschert. Da es sich um den ersten Teil einer Dilogie handelt, sind natürlich einige Fragen unbeantwortet geblieben und es gibt noch das eine und andere Geheimnis aufzudecken. Ich kann daher - nicht nur wegen des fiesen Cliffhangers am Schluss - den zweiten Band, welcher im Frühjahr 2021 erscheint, kaum erwarten. Und natürlich möchte ich auch eine absolute Leseempfehlung aussprechen.
Jugendfantasy mit Steampunk-Elementen
Immernacht von Ross MacKenzie
Der Klappentext zu Immernacht hat mich sofort überzeugt und ich wusste, dass ich mir Larabelle Fox' Geschichte nicht entgehen lassen durfte. Ich meine, es ist von magischen Artefakten, bösen, machtgierigen Hexen und Dschinns die Rede. Welches Fantasyherz blüht bei so einer Beschreibung nicht auf? Dazu kommt der wunderschöne und sehr bildhafte Schreibstil des Autors.
Mein erster Eindruck war auf jeden Fall ein sehr guter. Leider kam nach ein paar Kapitel die erste Ernüchterung und ich fragte mich, wann die Geschichte denn endlich so richtig los geht.
Leider hat der Autor meines Erachtens das Potenzial der Geschichte nicht voll ausgeschöpft. Das was wir als Klappentext lesen, passiert tatsächlich erst ab der zweiten Hälfte des Buches. Ab da wurde es dann auch richtig spannend, wenngleich sich die Ereignisse für meinen Geschmack dann etwas überschlagen haben und teilweise auch sehr aprubt und sprunghaft abgehandelt würden. Im Großen und Ganzen fand ich es aber dennoch spannend und mitreißend.
Die erste Hälfte des Buches ist zwar interessant, plätschert aber ein bisschen vor sich hin. Ich hätte mir das Ganze etwas ausgewogener gewünscht.
Wir lernen zunächst Larabelle Fox kennen. Das junge Waisenmädchen ist eine Tosherin, die in den Abwasserkanälen der Stadt nach wertvollen Gegenständen sucht und mit dem Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreitet. Ihr zur Seite steht Joe Littlefoot, ihr bester Freund. Als Lara eines Tages ein Holzkästchen aus dem Wasser fischt, zieht sie die Aufmerksamkeit des Dschinn Schattenjack auf sich. Schattenjack wurde von Mrs. Hester, der bösen Beraterin des Königs, ausgesendet, das Kästchen zu finden und alles zu vernichten, was ihm dabei im Weg steht. Ab dem Zeitpunkt, zu dem Lara das Kästchen in ihren Besitz bringt, konnte ich voll und ganz in der Geschichte eintauchen. Das Buch wurde ab der Hälfte so richtig rasant und spannend und konnte auch mit ein, zwei überraschenden Wendungen aufwarten. Das Ende war zudem sehr gelungen, wenngleich auch ein bisschen vorhersehbar.
Besonders gut hat mir die von Ross MacKenzie geschaffene Welt, mit ihren Steam-Punk-Elementen gefallen. Da gibt's zum Beispiel Zauberstäbe, die wie Pistolen nachgeladen werden müssen, um zu funktionieren. Einfach genial! Und auch andere teilweise magische Gegenstände und Maschinen machen Lara's Heimat zu einem faszinierenden, jedoch auch sehr düsteren, Ort.
Außerdem sollte man vielleicht erwähnen, dass das Buch mit einigen grausamen und blutigen Szenen aufwartet. Mich als erwachsenen Leser hat das nicht gestört, ganz im Gegenteil. Junge Leser/innen sollten aber wissen, dass Immernacht ein dunkles und schauderhaftes Fantasybuch ist.
Fazit:
Immernacht erzählt eine faszinierende und magische Geschichte in einer Steampunk angehauchten Welt und bedient sich dabei dem klassischen Element Gut gegen Böse. Auf der einen Seite steht die junge Tosherin Larabelle Fox, welche gemeinsam mit ihren Freunden den Kampf gegen die Böse und machthungrige Mrs. Hester und ihren Schergen antritt. Leider beginnt die Geschichte erst ab der Hälfte so richtig, was ich etwas unausgewogen empfunden habe. Durch die tollen Beschreibungen der Welt und den liebevollen, teils skurillen Charakteren, war das Buch aber dennoch ein besonderes Leseerlebnis für mich und hat mir ein paar schöne Stunden bereitet.
Wie fasst man einen Mörder, der kein Motiv hat?
Der Würfelmörder von Stefan Ahnhem
Rezension
[Werbung] Vielen lieben Dank an Vorablesen und den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar. Leider konnte mich der Thriller nicht mitreißen.
Das erwartet euch
Fabian Risk ermittelt wieder!
In Helsingborg ereignen sich ein Reihe äußerst brutaler und blutiger Mordfälle.
Die einzige Gemeimsamkeit, welche diese aufweisen, ist, dass sie scheinbar willkürlich und ohne Motiv verübt werden.
Auch privat hat Fabian Risk einige Baustellen. Und dann ist da noch seine private Ermittlung gegen seinen Kollegen.
Meine Meinung
aus alt mach neu
Der Würfelmörder ist die Neuauflage eines bereits im Jahr 2019 unter dem Titel "10 Stunden tot" erschienen Thrillers. Auch optisch wurde das Buch verändert und neu eingekleidet. Was ursprünglich Teil einer Reihe war, wird jetzt neu als Dilogie verkauft, die eigenständig lesbar ist.
zu viele Handlungsstränge
Ich muss gestehen, dass ich mir aufgrund der vielen Handlungsstränge, die parallel laufen, richtig schwer getan habe einen Zugang zum Buch zu finden. Der eigentliche Fall rund um die Morde des Würfelmörders sind bei all den anderen Ereignissen vollkommen ins Hintertreffen geraten, dabei wäre genau das das Interessante und Spannende gewesen.
Dazu kam, dass zu viele Personen und Namen auf mich eingeprasselt sind und ich diese nur mit Mühe zuordnen bzw. auseinanderhalten konnte.
atmosphärischer und spannender Schreibstil
Stefan Ahnhems Schreibstil hat es mir auch nicht leicht gemacht. Er schreibt zwar sehr atmosphärisch und hat viele Cliffhanger eingebaut, was die Spannung belebt; mir bringt der schönste und flüssigste Schreibstil aber nichts, wenn die Handlung derart komplex ist, dass ich nicht mehr mitkomme.
und das Beste kommt zum Schluss
Wer den Fall um den Würfelmörder aufklären will, muss auch den zweiten Teil "Die Rückkehr des Würfelmörders" lesen. Der erste Band endet nämlich offen. Für mich wäre das jetzt kein negativer Kritikpunkt, allerdings werde ich die Reihe vorerst nicht beenden.
Fazit
"Der Würfelmörder 1" von Stefan Ahnhem ist ein unglaublich intensiver und komplexer Thriller mit vielen Handlungssträngen und Erzählperspektiven. Der eigentliche Fall um den Würfelmörder ist jedoch leider in den Hintergrund geraten. Außerdem kamen mir zu viele Personen vor. Eventuell hätte ich mir leichter getan, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Da der Würfelmörder allerdings als Auftakt einer Dilogie verkauft wird, bin ich davon ausgegangen, dass man kein Vorwissen benötigt.
Leider kann ich dieses Mal keine Leseempfehlung aussprechen. Das Buch bekommt 2 Sternchen von mir.
Plötzlich Elfe - eine blitzeinschlagobermäßig gute Bodyswitch-Geschichte
Der Würfelmörder von Stefan Ahnhem
Lia Sturmgold
Die Macht der Kristalle
von Aniela Ley
⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sternen
Rezension
[Werbung] Ein herzliches Dankeschön an Vorablesen und den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich hatte mit Lia im Elfenreich viel Spaß!
Das erwartet euch
Lia ist ein ganz normales Mädchen.
Bis zu dem Tag, an dem sie durch einen Zauberunfall von Elfenprinzessin Asalia plötzlich in deren Körper steckt. Lia möchte natürlich so schnell wie möglich ihr Leben zurück haben. Dafür benötigt sie allerdings die magischen Kristalle und diese sind blöderweise im Elfenreich. Lia bleibt also nichts anderes übrig als die Rolle der Elfenprinzessin vorerst anzunehmen und an Asalias Stelle die Elfenschule zu besuchen.
"Im Schaufenster sah Lia ein zierliches Geschöpf im Fantasykostüm, inklusive spitze Ohren - und mit Schultasche. Das war sie. Lia Dornmeier. Seit Neuestem Elfenprinzessin."
(Zitat aus Lia Sturmgold - Die Macht der Kristalle, Buchrücken)
Macht euch auf ein zauberhaftes, naturverbundenes Abenteuer gefasst. Springt über eure Schatten, wachst über euch hinaus und lernt neue Freunde kennen. Viel Spaß in Springwasser!
Meine Meinung
Tolles Coverbild
Wollen wir zunächst mal dieses bezaubernde Coverbild feiern. Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Es ist einfach so wunderschön und passt perfekt zur Geschichte.
Elfen gibt es doch
Autorin Aniela Ley hat wirklich voll in die Kreativkiste gegriffen. Die Elfenwelt und das Elfeninternat Springwasser sind mit soviel Liebe zum Detail beschrieben. Und wer hätte gedacht, dass es soviele verschiedene Elfenvölker gibt.
Es ist von Luftelfen, Wasserelfen, Wildmädchen, Erdelfen, Pixies, Gebirgselfen, Kesselglutelfen, Ätherelfen, Undinen, Tautropfensammler, Feuerelfen und vielen mehr die Rede. Die Liste ist schier endlos lang. Jede Art bringt andere Eigenschaften mit. So leben Wasserelfen bzw. Undines im Wasser, während Pixies besonders auf Pflanzen spezialisiert sind. Natürlich bleiben Reibereien und Zwistigkeiten unter den Jungelfen nicht aus. Vorallem die Luftelfen halten sich gerne für was Besseres. Die Autorin geht dabei auf ein wichtiges Thema ein, dass heutzutage leider oft vorkommt; nämlich Mobbing. Lia und ihre Freundinnen sind gemeinen Attacken der Luftelfe Valmariana ausgesetzt. Aniela Ley hat dieses sensible Thema kindgerecht aufgearbeitet. Trotz aller Ernsthaftigkeit geht die gute Stimmung, die beim Lesen aufkommt, nicht verloren.
Auch Elfenprinzessinnen müssen die Schulbank drücken
Prinzessin Asalia, ihres Zeichens Luftelfe, hat so gar keine Lust auf Schule. Daher kommt ihr der missglückte Zauber, durch welchen sie mit Lia den Körper getauscht hat, gerade recht. Lia ist so ganz anders als die verwöhnte Prinzessin. Sie lebt sich dank der Hilfe von Asalias Bruder Dorient schnell in Springwasser ein. Durch ihre offene und mitfühlende Art findet Lia schnell Anschluss und neue Freundinnen - etwas, das sie als Menschenmädchen nie wirklich hatte. Es war so toll mit Lia die Schulbank zu drücken, allein schon wegen der aufregenden Fächer. Wer bitte hätte nicht mal gerne Flugunterricht. Naja, natürlich außer Lia, die ja an Höhenangst leidet, was unter uns gesagt als Luftelfe nicht besonders toll ist. Lia meistert die Hürden aber allesamt so toll und ich war von ihrer Entwicklung mehr als begeistert.
Aber auch die anderen Charaktere waren richtig toll und lebendig beschrieben und ich habe sie - bis auf Oberzicke Valmeriana - allesamt ins Herz geschlossen.
blitzeinschlagobermäßig
... ein geflügeltes Wort, dass den Schreibstil von Aniela Ley wunderbar beschreibt. Ihre Wortkreationen sind so witzig und einfallsreich. Mein Wortschatz hat sich auf jeden Fall wieder erweitert.
Geschrieben ist die Geschichte übrigens aus Sicht von Lia. Wir erhalten als Leser daher vorallem einen Einblick in die Elfenwelt. Von Asalias Aufenthalt in der Menschenwelt sind "nur" kurze Passagen eingestreut, die dafür umso komischer sind. Ich hoffe, dass wir in den weiteren Bänden mehr Einblicke erhaschen, was Asalia in der Menschenwelt für Chaos stiftet.
Fazit
Lia Sturmgold - Die Macht der Kristalle ist der erste Teil der Elfenmädchen-Serie und ab 10 Jahren empfohlen. Autorin Aniela Ley hat eine wahnsinnig kreative und humorvolle Bodyswitch-Geschichte geschrieben, die Protagonistin Lia an die Elfenschule Springwasser entführt. Das Buch glänzt durch liebevolle, detailreiche Beschreibungen, einfallsreiche Wortkreationen und facettenreiche Charaktere. Es dreht sich um Freundschaft, Zusammenhalt und Familie. Außerdem greift die Autorin das sensible Thema Mobbing auf. Mir hats rosenblattmäßig gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere Teile der Reihe.
Schockierender Thriller, der beginnt wo andere enden
DUNKEL von Ragnar Jonasson
Dunkel
von Ragnar Jonasson
⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sternen
Rezension
[Werbung] Dunkel ist der Auftakt einer Thriller-Trilogie rund um Kommissarin Hulda Hermannsdottir. Warum ich so begeistert bin, könnt ihr in meiner Rezension lesen.
Das erwartet euch
Hulda Hermannsdottir, Kommissarin der Polizei Reykjavik, steht kurz vor ihrer Pensionierung.
In den wenigen Tagen, die ihr noch im aktiven Polizeidienst bleiben, ermittelt Hulda im Fall der russischen Asylbewerberin Elena, deren Tod von einem Kollegen als Selbstmord eingestuft wurde. Hulda kann dies nicht glauben und fördert recht schnell neue Informationen zu Tage, die die Geschehnisse von vor einem Jahr in ein ganz neues Licht rücken.
Meine Meinung
zum Cover
Das Schwarz-Weiß-Cover ist sehr minimalistisch gehalten und strahlt die typische nordländische Kühle aus. Ich finde es sehr gut gelungen.
zum Schreibstil
Der isländische Autor Ragnar Jonasson hat mich mit seinen ruhigen Stil sofort überzeugt. Er schreibt in sehr einfachen und kurzen Sätzen. Auch die Kapitel sind recht kurz gehalten, was bei mir den Drang ausgelöst hat, fortwährend weiterlesen zu müssen. Der Autor hat mit jedem Kapitelende die Spannung so hoch geschraubt, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Tatsächlich habe ich für die 365 Seiten auch nur 1 1/2 Tage gebraucht.
zur Handlung & den Charakteren
Zunächst einmal finde die Idee zu dieser rückwärts erzählten Trilogie absolut grandios. Ich habe noch nie eine Reihe in dieser Form gelesen.
Kommissarin Hulda Hermannsdottir ist die tragische Heldin dieser Geschichte. Sie ist eine Einzelgängerin wie sie im Buche steht und pflegt nur wenige soziale Kontakte. Trotz ihrer teilweise sehr verschrobenen Art habe ich sie schnell ins Herz geschlossen.
Ragnar Jonasson verknüpft gekonnt Gegenwart und Vergangenheit. Durch die Rückblenden lernen wir Hulda nicht nur besser kennen, sondern lernen auch ihre Verhaltens- und Denkmuster zu verstehen. Der Autor hat aber nicht nur seiner "einsamsten Kommissarin Islands" die notwendige Tiefe verliehen, sondern auch die Nebencharaktere sehr authentisch dargestellt. Ich gehe davon aus, dass wir in den weiteren Teilen noch einen tieferen und persönlicheren Einblick in Huldas Leben und ihre Gedankenwelt bekommen und darauf freue ich mich jetzt schon. Huldas Leben ist es nämlich für sich allein schon wert gelesen zu werden.
Der Kriminalfall selbst ist jetzt nicht sehr außergewöhnlich, konnte mich aber durch seine geschickten Wendungen voll überzeugen. Besonders gut haben mir die kurzen Kapitel aus den letzten Stunden von Elena gefallen. Und auch wenn ich schon wusste, welches Schicksal Elena ereilt, so habe ich dennoch mit ihr mitgefiebert.
Ich würde das Buch als tollen Pageturner beschreiben, der ohne große Action auskommt und den man dennoch nicht aus der Hand legen kann.
Fazit
Dunkel ist der Auftakt einer ungewöhnlichen Thriller-Trilogie, welche rückwärts erzählt wird. Der isländische Autor Ragnar Jonasson lässt seine einsame Kommissarin Hulda Hermannsdottir ein letztes Mal ermitteln. Dabei tauchen wir neben den laufenden Ermittlungen tief in die Vergangenheit von Hulda ein, wo so manches dunkles Ereignis zu Tage gefördert wird. Der Autor hat gekonnt Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben und präsentiert einen düsteren Thriller, der sehr ruhig ist und ohne Action auskommt.
Das Buch ist ein großartiger Pageturner, der mit schockierenden Schlüsselmomentem glänzt und einem am Ende sprachlos, ja geradezu fassungslos, zurück lässt. Ich kann gar nichts anderes als eine Leseempfehlung aussprechen.
Geschichte von einem Mädchen, das die Erde aufräumt
DUNKEL von Ragnar Jonasson
Rezension
[Werbung] Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag und Vorablesen.de für dieses tolle Kinder- und Jugendbuch. Neben fantastischen Lesestunden wird auch eine wichtige Botschaft vermittelt.
Das erwartet euch
Jella Blume ist ein 11-jähriges, äußerst wissbegieriges und gewieftes Mädchen.
Auf ihrem täglichen Schulweg fällt ihr mit Schrecken auf wie vermüllt die Straßen und Plätze in ihrer Stadt sind. Jella nimmt sich ihr Vorbild Greta Thunberg her und beginnt selbst etwas gegen die zunehmende Vermüllung zu unternehmen. Mit einem selbstgebastelten Pappschild und einem einprägenden Slogan stellt sich Jella vors Rathaus und beginnt zu demonstrieren.
"... Ich räume mein Zimmer nicht auf, sondern die Erde!!!"
(Zitat aus Jella hat genug!, Seite 61)
Meine Meinung
zum Cover & und zur Aufmachung
Das Cover verrät auf den ersten Blick um was es in Jella hat genug geht!. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Daniela Kohl und sind auch im Inneren des Buches zu finden. Das Beste an der Aufmachung ist allerdings die Tatsache, dass das Buch mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet ist. Es wurde ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt und überwiegend auf Altpapier gedruckt.
zum Schreibstil
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Jella geschrieben und besticht durch ein sehr jugendliches Vokabular. Ich konnte sofort eine Beziehung zu Jella aufbauen.
Überhaupt schreibt Dagmar Hoßfeld sehr lebendig und bedient sich einer bildhaften Sprache mit viel Witz und Humor. Man fliegt durch die Seiten und merkt gar nicht wie die Zeit vergeht.
zur Handlung & den Charakteren
Was mir besonders gut gefällt, ist, dass das Buch eine starke Botschaft vermittelt und zum Nachdenken anregt. Jella geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, dass man als einzelner sehr viel für die Umwelt tun kann. Jedem einzelnen sollte daran gelegen sein die Erde zu beschützen, damit noch viele Generationen gesund aufwachsen können. Schließlich haben wir nur diesen einen Planeten. Die quirlige und ein bisschen naseweise Jella hat das erkannt und zeigt den Erwachsenen wie Umweltschutz richtig funktioniert. Ich mochte ihre kämpferische und teilweise freche Art sehr gerne.
"Wie können manche Menschen nur so respektlos sein? Denken die etwa, dass es irgendwo noch eine zweite Welt in Reserve gibt, wohin wir umziehen können, wenn wir die erste kaputtgemacht haben?"
(Zitat aus Jella hat genug!, Seite 13/14)
Trotz persönlicher, privater Veränderungen in Jella's Leben, die für eine 11k-jährige sehr weitreichend sein können, verliert sie ihr Ziel nie aus den Augen. Ich finde das sehr stark und mutig!
Schön ist auch, dass klangvolle Namen wie Greta Thunberg, aber auch die Protestaktion Friday for Future in die Geschichte eingearbeitet wurden. Diese kleinen Dinge geben der Handlung und den Protagonisten einen noch authentischeren Touch, als ohnehin schon.
Fazit
Jella hat genug!, 2020 im Carlsen Verlag erschienen, ist ein wunderbar humorvolles Jugendbuch mit liebevollen Charakteren, welches sich mit den wichtigen Themen Umweltschutz und Klimawandel auseinandersetzt. Wer behauptet, dass Erwachsene von Kindern nichts lernen können, hat weit gefehlt. Jella zeigt wie es geht! Also nehmen wir uns alle mal an der Nase und überlegen, wie wir es besser machen können - sei es aufs Auto verzichten, Plastikverpackungen vermeiden oder nicht jedes Jahr ein neues Handy kaufen. Fangen wir wie Jella bei den kleinen Dingen an, um großes zu bewirken!
Von mir bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung!
Ein Jugendroman über alte Maya-Mythen modern erzählt
Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer (Rick Riordan Presents: abenteuerliche Götter-Fantasy ab 12 Jahre) von J. C. Cervantes
Sturmläufer
Zane gegen die Götter
von J.C. Cervantes
⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sternen
Rezension
[Werbung] Kein anderer als "Percy Jackson-Autor" Rick Riordan höchstpersönlich empfiehlt Zane gegen die Götter - Sturmläufer. Dieser Empfehlung kann ich mich zu 100 % anschließen.
Ein herzliches Dankenschön an dieser Stelle an Vorablesen.
de und den Ravensburger Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Buches!
Das erwartet euch
Zane, ein Teenager mit Handicap, lebt mit seiner Mum und seinem Onkel Hondo in einem verschlafenen Nest in New Mexico. Seine beste Freundin ist die dreibeinige Hündin Rosie. Seine Freizeit verbringt das Duo am liebsten am hauseigenen Vulkan. Also eigentlich ist in Zanes Leben alles ganz normal, bis eines Tages Brooks auftaucht, im Gepäck eine unglaubliche Geschichte voller Mythen und Gefahren. Ich möchte gar nicht mehr verraten, da ich euch nicht spoilern will. Macht euch auf alle Fälle auf ein wahnsinnig rasantes, gefährliches und urkomisches Abenteuer gefasst und taucht mit Zane und seinen Freunden tief in die Welt der Maya-Götter ein.
Meine Meinung
zum Cover und zur Ausstattung
Das Buch kommt als Hardcover ohne Schutzumschlag daher und liegt mit seinen 512 Seiten recht schwer in der Hand. Aber keine Panik! Wenn es euch so wie mir geht, habt ihr es so schnell durchgesuchtet, dass ihr keinen Muskelkater bekommt.
Die Cover-Illustrationen von Jann Kerntke sind absolut passend und beflügeln die Fantasie. Ich glaube, man kann schon beim ersten Blick aufs Cover erahnen, dass Zane's Geschichte alles andere als langweilig wird und dem jungen Helden ein großer Kampf bevorsteht.
Besonders gut gefallen mir die kleinen Details, wie der Vulkan und der mit Blitzen aufgeladene Stock, aber auch der Panther und der Falke am Buchrücken - alles wesentliche Bestandteile des Abenteuers. Es ist tatsächlich so, dass ich diese Elemente jetzt nach Beendigung des Buches mit ganz anderen Augen wahrnehme. Die Aufmachung ist wirklich gelungen!
zum Schreibstil
Gelungen ist auch der Schreibstil von J.C. Cervantes. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und detailreich. Sie schafft es, dass selbst die komplizierten Maya-Namen leicht von den Lippen gehen. Ich finde es richtig klasse, dass sie die Lautsprache in Klammern angegeben hat. Abgesehen von den auf den ersten Blick sehr ungewohnten Namen der Götter und Sagengestalten, schreibt J.C. Cervantes recht einfach und schnörkellos, sodass man beim Lesen gut im Fluss bleibt.
zur Handlung und den Charakteren
"Ein uralter Todesgott war in einen zaubermächtigen Gegenstand eingesperrt, von dem niemand wusste, wie er aussah. Der Gegenstand war in einem Vulkan hinter unserem Haus versteckt und ich war ausersehen, den Typen freizulassen. Kein Grund, Schiss zu haben."
(Zitat aus Zane gegen die Götter. Sturmläufer, Seite 79)
Die Handlung rund um Zane und seine Freunde fand ich von den ersten Seiten weg durchgehend rasant und spannend. Gleichzeitig brilliert das Buch durch jede Menge Humor und ist obendrein noch äußerst lehrreich. Wir erfahren beim Lesen sehr viel von der Mythologie der Mayas. Die Autorin, welche in San Diego nahe der Grenze zu Mexiko, aufgewachsen ist, hat genau dort ihre Wissbegierde für die Mythen und Legenden der Mayas und Azteken entdeckt. Ihre Faszination bzw. ihr Wissen hat sie in dieser sehr humorvollen Geschichte verpackt.
J. C. Cervantes nimmt uns mit auf einen rasanten Roadtrip durch die USA. Dabei begegnen wir skurrilen, teilweise irrwitzigen Charakteren und kommen an äußerst ungewöhnliche Schauplätze.
Die Gottheiten selbst sind derart bizarr und monströs dargestellt, dass das Kopfkino ordentlich was zu bieten bekommt.
Begeistert hat mich auch der Glossar am Ende des Buches, in dem nochmal alle wichtigen Begriffe, Gottheiten und Örtlichkeiten aufgezählt sind. Also falls ihr euch beim Lesen mal nicht sicher seit, wen ihr gerade vor euch habt, blättert ans Ende und schlagt es nach!
Und weil ich aus dem Schwärmen gerade nicht herauskomme, schreibe ich noch ein paar Worte zu den Protagonisten. Diese sind wirklich unglaublich detailliert beschrieben. Ich finde sie facettenreich und einzigartig und vorallem haben sie viel Wiedererkennungspotenzial. An alle Harry Potters und Percy Jacksons da draußen: Ihr bekommt ordentlich Konkurrenz von Zane dem Sturmläufer ;-)
Fazit
Zane gegen die Götter. Sturmläufer ist ein gelungener Auftakt einer Trilogie, welcher sich mit den Legenden und Mythen der Mayas befasst. J.C. Cervantes bringt ihren Lesern diese außergewöhnliche und exotische Welt mit viel Humor näher. Ich fand es faszinierend mit Zane seine Herkunft als Gottgeborener zu ergründen und in die Tiefen von Xib'alb'a (schie-bahl-BAH), der dunklen und schreckenerregenden Unterwelt der Mayas, einzutauchen. Außerdem vermittelt das Buch die wunderschöne Botschaft, dass Mut und Stärke in jeden von uns stecken und dass man alles schaffen kann, wenn man nur fest daran glaubt. Es kommt nicht auf die körperliche Stärke an. Wichtig sind einzig und allein die inneren Werte. Und wenn man wie Zane tolle Freunde und eine liebevolle Familie zur Seite hat, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.
Und bevor ich es vergesse...von mir gibt es eine glasklare Leseempfehlung!
Wenn ihr so wie ich noch mehr von Zane lesen wollt, müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden. Im Frühjahr 2021 erscheint der zweite Teil Zane gegen die Götter - Feuerhüter.
Ivy & Asher
It was always you von Nikola Hotel
Das erwartet euch
"Meine Augen werden von ihm angezogen wie von einem Magneten, und selbst wenn ich wollte, könnte ich den Blick nicht von ihm lösen".
(Zitat aus It was always you von Nikola Hotel, Seite 263)
It was always you aus der Feder von Nikola Hotel ist im Kyss Verlag erschienen.
Es erzählt die Geschichte von Ivy Blakely, welche als 15-jährige in einer Nacht- und Nebelaktion ihr Elternhaus verlassen musste und in ein Internat nach New York verfrachtet wurde. Jetzt, 4 Jahre später, erhält sie eine Einladung, oder eher gesagt eine Vorladung, von ihrem Stiefvater. Ivy macht sich mit gemischten Gefühlen auf nach New Hampshire. Sie hat Angst, Angst davor endgültig aus der Familie verbannt zu werden, Angst vor einem Wiedersehen mit ihrem Stiefbruder Asher. Und tatsächlich stellt das Aufeinandertreffen mit Asher Ivy's Gefühlswelt so richtig auf den Kopf.
Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht zum Inhalt. Aber schnallt euch an, denn es erwartet euch eine Achterbahn der Gefühle. Und sitzt man einmal drinnen, steigt man so schnell nicht mehr aus. Ich hab das Buch an 2 Abenden hintereinander weggesuchtet. Ich denke, dass sagt schon so einiges aus.
Meine Meinung
zum Cover und zur Ausstattung
Schon beim Coverrelease dachte ich mir: Wow! So hübsch! Die Farbgebung und die geschwungenen, goldenen Buchstaben sind einfach nur wunderschön! Handlettering heißt hier das Zauberwort. Insgesamt finden sich im Buch 20 Stück davon und geben der Geschichte den letzten Feinschliff. Quasi die Kirsche auf der Sahnehaube. Gezaubert wurden die Handletterings von Carolin Magunia. Die Illustratorin hat wirklich magische Hände. Wer mehr vom ihr sehen möchte, sollte auf ihrer Homepage www.carolin-magunia.de vorbeischauen.
zum Schreibstil
Genauso magisch wie die Handletterings ist der Schreibstil von Nikola Hotel. Kurzum: ich liebe ihn! Dieser ist leicht und beschwingt und ich bin wirklich an ihren wunderschönen Worten geklebt. Ich habe ihr die Handlungen der Protagonisten, die Gefühle, die Landschaftsbeschreibungen, ja einfach alles abgenommen. Sie trifft genau das richtige Maß und triftet nicht zu sehr in Kitsch ab. Einfach perfekt!
Wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich das Buch innerhalb von 24 Stunden ausgelesen. Daran ist vorallem Nikolas einnehmender Schreibstil "schuld", der einem nur so durch die Zeilen fliegen lässt.
zur Handlung und den Protagonisten
Zugegebenermaßen war ich anfangs etwas skeptisch, weil ich dachte "schon wieder ein 0-8-15" klischeebehafteter New-Adult-Roman. Tja, falsch gedacht. Natürlich ist alles in irgendeiner Form schon mal da gewesen, was bei der Masse an dieser Art Romanen auf dem Buchmarkt ja kein Wunder ist, aber trotzdem war alles anders und neu verpackt. Lasst euch also von ein paar Klischees nicht abschrecken, ihr verpasst sonst wirklich ein großartiges Buch.
Ich habe die Handlung vom ersten Kapitel an als spannend empfunden. Ich wollte unbedingt wissen was damals auf der Insel passiert ist und wieso Ivy so plötzlich aus der Familie herausgerissen wurde. Man ahnt es zwar irgendwann, aber die Autorin schafft es dennoch die Spannung bis zum Schluss zu halten.
Das Buch ist übrigens aus Sicht von Protagonistin Ivy geschrieben. Wir dringen als Leser tief in ihren Kopf bzw. ihre Gedankenwelt ein. Manchmal hätte ich Ivy so richtig gerne durchgeschüttelt, weil sie so verkorkste Gedanken hatte oder Dinge interpretiert hat, die gar nicht so gemeint waren. Vorallem zu Beginn des Buches hatte ich dieses Bedürfnis ganz stark ; ). Aber auch Ivy lernt und entwickelt sich. Ich fand diesen Prozess sehr glaubhaft dargestellt.
Da wir die ganze Geschichte ja aus der Sicht von Ivy lesen, kommen die Blakely Brüder Asher und Noah zunächst nicht ganz so gut rüber. Man hat zunächst den Eindruck, dass beide ziemlich versnobt und herablassend sind. Dieser erste Eindruck verfliegt aber relativ schnell. Asher ist mir relativ bald ans Herz gewachsen und man spürt regelrecht, dass er für Ivy eine Maske aufsetzt, um sie nicht zu sehr ins Herz zu schließen. Ich würde ihn als sehr familienbewusst, intelligent, sportlich und gefühlvoll beschreiben. Ganz im Gegensatz zu Noah, dem Spaßvogel der Familie. Was soll ich sagen? Ich habe mich relativ schnell in den Rotzbengel Noah verliebt. Er kifft, er trinkt, er zockt - mein heimlicher Held! Die Zankerein mit Ivy haben mir immer wieder aufs Neue Lachtränen in die Augen getrieben. Ich fand die Beziehung von Ivy und Noah einfach nur brutal ehrlich dargestellt, so wie Geschwister eben sind. Sie streiten sich viel, haben sich aber in Wahrheit einfach nur gerne! An dieser Stelle sei gesagt, dass ich mich schon wie irre auf den 2. Teil und Noah's Geschichte freue #deswiderspenstigenzähmung.
Fazit
It was always you ist ein Buch mit Suchtgefahr. Fängt man einmal damit an kann man nicht mehr so schnell aufhören. Das Buch ist nicht nur ein Liebesroman, sondern auch eine gefühlvolle Familiengeschichte, die von Nikola zu Papier gebracht wurde. Es geht um Verluste und Trauer, Verdrängung und Vergessen und eine Vergangenheit, die es aufzuarbeiten gilt. Die Handletterings von Carolin Mangunia peppen die Story wunderbar auf. Ich habe die Geschichte von Ivy und Asher geliebt und freue mich jetzt schon wahnsinnig darauf Noah's Geschichte zu lesen.
Da ich ein weiteres Jahreshighlight entdeckt habe, kann ich eigentlich nur eine Leseempfehlung ausspechen!








