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Rezensionen von April1985 :

Trashiger und humorvoller Horror für Jugendliche

Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten von Kenneth Oppel

Das erwartet euch:

Bloom ist definitiv anders. Ich würde es am ehesten in die Kategorie Sciene Fiction einordnen. Horrorelemente sind auch eingestreut.

Anders ist es auch weil die Helden im Buch klassische Antihelden sind. Genau genommen dreht sich alles um 3 Teenager, die schräger nicht sein könnten.

Anayas Schönheit versteckt sich hinter furchtbarer Akne und außerdem ist sie allergisch gegen so ziemlich alles. Ihre ehemals beste Freundin Petra leidet an einer seltenen Wasserallergie und Seth trägt seltsame Narben am Körper.
Als eines Tages saurer Regen auf die Erde fällt und seltsame, schwarze Pflanzen zu wachsen beginnen, scheinen die drei Außenseiter die einzigen zu sein, die gegen den Regen und das giftige Gras immun zu sein scheinen. Viel mehr noch entwickeln sie ungeahnte Kräfte. Es liegt an ihnen die Erde vor der drohenden Apokalypse zu retten.

Viel mehr will ich zur Story gar nicht verraten. Stellt euch aber schon mal auf ein trashiges Leseerlebnis mit viel schrägem Humor ein.


Meine Meinung:

zum Cover
Das Cover ist richtig gelungen und passt einfach zur Handlung. Live schaut es noch um ein vielfaches besser aus. Auf Fotos kommt es gar nicht so richtig zur Geltung. Die schwarzen Ranken sind übrigens auch im Buchinneren zu finden. Von mir gibts einen Daumen nach oben für die Illustration.

zum Schreibstil
Ich habe vorher leider noch nichts von Kenneth Oppel gelesen. Leider, weil mir sein Stil echt gut gefällt. Er schreibt sehr angenehm und flüssig, geizt allerdings auch nicht mit Fachausdrücken aus dem wissenschaftlichen Bereich bzw. der Pflanzenkunde. So konnte ich tatsächlich noch was lernen ;-)

Kenneth Oppel versteht es definitiv mit wenigen Worten eine spannende Atmosphäre zu versprühen. Gleichzeitig ist er aber auch sehr humorvoll. Ich liebe diese Mischung einfach.

zur Handlung
Die Handlung war so ganz anders als ich es erwartet habe, sprich es ging in eine ganz andere Richtung. Das hat mich wirklich (positiv) überrascht. Kenneth Oppel zäumt das Pferd von hinten auf - im Prolog befinden wir uns am Ende des Buches. Hier entstehen gleich mal eine Menge Fragezeichen und man will einfach weiter lesen. Mit der Auflösung müssen wir uns dann aber ein bisschen gedulden. Der Samen für ein spannendes Abenteuer wurde aber gesäht.
In etwa ab der Hälfte hatte ich dann zugegebenermaßen mal einen kleinen Hänger. Da ich aber wie gesagt unbedingt wissen wollte was das Ganze zu bedeuten hat, konnte ich diese kleinen Längen verzeihen. Der Schluss wird dann ziemlich rasant und so richtig herrlich trashig. Kennt ihr fleischfressende Pflanzen? Nein? Dann lest das Buch!!!

Vielleicht noch kurz dazu: Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie. Man kann Bloom aber auch gut als Einzelband lesen. Klar bleiben dann vielleicht ein paar Fragen unbeantwortet - das ist aber wirlich nicht schlimm. Wer es genau wissen möchte, wird die Reihe ohnehin weiter verfolgen.

zu den Charakteren
Die Protagonisten sind so herrlich perfekt unperfekt. Wisst ihr was ich meine? Mit ihren ganzen Macken sind sie mir alle irgendwie ans Herz gewachsen. Auch wenn ich zum Beispiel bei Petra mit ihrer divenhaften Art etwas länger gebraucht habe.
Alle drei Helden wurden mit einer Menge Charaktereigenschaften ausgestattet, was ihnen einen schönen Tiefgang verliehen hat. Schön fand ich auch den einen und anderen Schwenk in die Vergangenheit, wodurch ich das eine oder andere Verhalten der Protagonisten noch besser nachvollziehen konnte.
Übrigens wechseln die Erzählperspektiven zwischen den Helden hin und her. Das belebt das Buch ungemein.

Fazit
Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten ist ein Leseerlebnis "der anderen Art". Ich mochte den trashigen Stil, der mich an alte Horrorfilme im Stil von "Die Körperfresser kommen" sehr. Der Genremix ist hier auch sehr gelungen. Fans von Sci-Fi, Horror und Dystopien kommen voll auf ihre Kosten. Trotz einiger Längen habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann euch das Buch wärmstens weiterempfehlen.

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Ein Buch über Familie, Freundschaft und Liebe mit jeder Menge Zuckerguss

Crazy in Love von Emma Winter

Das erwartet euch:

Mit Crazy in Love legt Emma Winter einen zuckersüßen Reihenstart vor.

Die junge Sasha bekommt wahrlich nichts geschenkt. Sie verliert schon früh ihren Vater und wächst allein bei ihrer Mutter auf. Die Familie ihres Vaters, welche in der High Society Bostons lebt, hat sie nie kennen gelernt.

Offenbar kam es durch die Ehe ihres Vaters mit Sashas unkonventioneller Mutter zum Bruch. Sashas Mütter wurde als nicht standesgemäß erachtet.

Die ehrgeizige Sasha ist fest entschlossen wie ihr Vater Medizin in Yale zu studieren und dessen Forschungen weiter zu führen. Sie nimmt also Kontakt zur Bostoner Verwandtschaft auf und beschließt ihr letztes Schuljahr dort zu verbringen und ein heißbegehrtes Stipendium für Yale zu ergattern.

Leider ist ihr in der Familie nicht jeder wohlgesonnen. Einen guten Draht findet sie nur zu ihrer Tante Linda. Auch auf der neuen Schule hat Sasha keinen leichten Start. Sie wird wie eine Außenseiterin behandelt und bekommt zu spüren, dass sie nicht in die Yvi League gehört. Und dann ist da noch Mitschüler Ben, ein Frauenschwarm mir meergrünen Augen, der ihr so richtig den Kopf verdreht. Und das obwohl Ben noch nicht mal besonders nett zu Sasha ist. Auch er kommt aus besten Kreisen und soll einmal in die Fußstapfen seines Vaters steigen. Ein Snob durch und durch, bis seine Fassade zu bröckeln beginnt.

Euch erwartet eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die beide ihren eigenen Weg finden wollen. Mit dabei sind jede Menge Zankereien, Herzschmerz, Kaffee und viele zuckersüße Cupcakes für jede Lebenslage.

Meine Meinung:

zum Cover
Mir gefällt das Cover sehr gut, auch wenn es rosa ist. Es erweckt bei mir irgendwie den Eindruck von Zuckerguss und Backwerk, was mega passend ist. Sasha ist nämlich eine leidenschaftliche Cupcake-Bäckerin. Am besten ihr stellt euch vor dem Lesen schon mal was Süßes bereit ; ihr werdet es brauchen.

zum Schreibstil
Emma Winter hat einen sehr lockeren und leichten Schreibstil. Man fliegt nur so durch die Zeilen. Ich war tatsächlich sehr schnell durch mit dem Buch.

Die kurzen Kapitel sind auch sehr angenehm. Ein paar Tippfehler haben sich eingeschlichen. Macht aber nix. Darüber kann ich hinwegsehen.

zur Handlung
Emma Winter hat das Rad jetzt nicht neu erfunden. Im Prinzip war alles schon mal da. Dennoch oder vielleicht auch deswegen habe ich mich wohlgefühlt beim Lesen. Es war ein bisschen wie heimkommen.

Die Kapitel wechseln zwischen Sasha und Ben hin in her. So lernen wir beide recht gut kennen und erleben ihre Gefühle jeweils aus erster Hand. Und davon sind wirklich jede Menge vorhanden. Die ganze Geschichte ist ein emotionales Auf und Ab und sie endet mit einem fiesen Cliffhanger, den ich allerdings wenn ihr ehrlich bin erwartet habe. Es ist daher auch nicht so, dass ich unbedingt gleich weiter lesen muss, da ich irgendwie schon eine Vorahnung habe, was mich im nächsten Band erwartet.

zu den Charakteren
Man sollte sich beim Lesen immer vor Augen halten, dass die Protagonisten Sasha und Ben beide noch sehr jung sind und entsprechend agieren. Manchmal hätte ich die beiden gerne geschüttelt und ihnen gesagt sie sollen doch mal miteinander reden; so verhalten sich doch keine Erwachsenen. Auch diese Geheimniskrämerei fand ich sehr kindisch. Aber wie gesagt, die beiden sind jung und es sei ihnen verziehen.

Eine Entwicklung konnte ich auch (noch) nicht so wirklich feststellen. Ich gehe davon aus, dass diese erst in dem Folgenbänden vonstatten geht.

Sasha und Ben sind auf jeden Fall zwei starke Protagonisten, die für ihre Sache kämpfen. Man merkt wie wichtig Sasha das Medizinstudium ist und sie lässt sich wirklich nicht beirren.
Bei Ben spürt man die Leidenschaft sogar noch einen Tick mehr. Ich finde es großartig, dass er sich nicht auf den Namen seiner Familie ausruht. Und er scheut sich auch nicht davor sich die Finger schmutzig zu machen. Auch ihm vergönne ich den heiß ersehnten Studienplatz in Yale.


Fazit:

Crazy in Love ist kein Meisterwerk, aber eine nette Unterhaltungslektüre für Zwischendurch. Es geht um Familie, Freundschaft, die Liebe und die Leidenschaft für seine Träume zu kämpfen. Trotz einiger kleiner Kritikpunkte habe ich es gerne gelesen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!

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Liebe & Drama inmitten des Puderkrieges der 20er Jahre

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung von Bomann Corina

Das erwartet euch

Sophias Hoffnung ist der Auftakt einer Trilogie, welche in den goldenen 20er Jahren angesiedelt ist. Euch erwartet eine Geschichte über eine mutige Frau, die für die Verwirklichung ihrer Träume quer über den Globus reist. Schicksalsschläge und Dramen bleiben nicht aus. Es ist aber auch ein Buch über die Leidenschaft einer Frau zu ihrer Arbeit - dem Herstellen von Kosmetika.

Sophia erhält eine Stelle bei der berühmten Schönheitspionierin Helena Rubinstein und folgt ihr dafür nach New York. Dort findet sie nach der harten Zeit in Berlin und Paris endlich ihr Glück und die Liebe. Sie gerät aber auch zwischen die Fronten des "Puderkrieges", der zwischen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden tobt.

Der Zeitgeist der 20er Jahre ist beim Lesen bzw. Hören die ganze Zeit spürbar. Corina Bomann lädt uns in Flüsterkneipen auf einen illegalen Champagner ein, warnt vor der Mafia und nächtlichen Schusswechseln und gibt schillernde Bälle zu denen die High Society geladen ist.

Meine Meinung

Bevor ich auf die einzelnen Punkte eingehe, möchte ich anmerken, dass das Buch meine Erwartungen mehr als erfüllt hat. Das Buch gibt so viel mehr her als der Klappentext verrät!

zum Cover
Das Cover macht einen sehr verspielten Eindruck auf mich. Von den kräftigen Farben, vor allem dem Rosatönen habe ich mich zunächst etwas erschlagen gefühlt. Da es im Buch um die Kosmetikindustrie geht, finde ich es aber wiederum total passend.

zum Schreibstil
Ich liebe den Schreibstil von Corina Bomann. Sie legt viel Wert auf Details und ihre Beschreibungen sind dadurch sehr lebendig und bildhaft. Gleichzeitig schafft sie es schnörkellos zu bleiben, sodass ich ein richtig angenehmes Hörerlebnis hatte, dem ich leicht folgen konnte.

zur Handlung
Am Anfang hatte das Buch ein paar Längen, welche auch der Grund waren auf das Hörbuch zu wechseln. Die Entscheidung war goldrichtig, sonst wäre mir wahrscheinlich eine spannende, authentische Geschichte entgangen.

Ich finde es super wie Corina Bomann Fakt und Fiktion miteinander verwebt. Der "Puderkrieg" zwischen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden war mir bisher unbekannt und ich fand es wahnsinnig spannend davon zu erfahren.
Überhaupt war Sophia's Werdegang sehr authentisch dargestellt und und ich bin ihr mit Faszination gefolgt.

Ein paar Längen hatte die Handlung, aber über diese konnte ich beim Hören hinwegsehen. Ab der zweiten Hälfte des Buches wird es ohnehin spannender und im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse. Das Ende kam dann mit einer wahnsinnigen Überraschung daher, die mich auf einen spannungsgeladenen zweiten Band hoffen lässt.

zu den Charakteren
Corina Bomann schafft es selbst den kleinsten Nebencharakter so zu beschreiben, dass er im Gedächtnis bleibt. Ihre Figuren haben Tiefgang und sind authentisch.

Protagonistin Sophia ist eine warmherzige, sympathische junge Frau, die mit Leidenschaft ihrem Studium der Chemie nachgeht. Leider kann sie dieses nicht abschließen, was aber nicht heißt, dass sie sich von diesem Umstand abhalten lässt zu tun was sie will - Kosmetik herstellen. Ich bewundere Sophia's Mut und Stärke, steht sie doch zu Beginn ganz alleine auf weiter Flur. Sophia ist als wunderbares Vorbild dargestellt. Sie ist aber auch nicht frei von Fehlern, was sie noch natürlicher und realistischer erscheinen lässt. Sophia ist mir genauso wie ihre quirlige Freundin, die Soireetänzerin Henny ans Herz gewachsen. Bei Henny war so wahnsinnig viel Lebensfreude spürbar, das habe ich so richtig genossen.
Die beiden historischen Persönlichkeiten Helena Rubinstein und Elizabeth Arden wirken beide gleichermaßen faszinierend. Die zwei Frauen sind sich sehr ähnlich - stur und darauf bedacht ihr Imperium an die Spitze zu führen. Als Sympathieträgerinnen würde ich die zwei jedoch nicht bezeichnen.

zum Hörbuch
Das Hörbuch aus dem Hörbuch Hamburg Verlag wird von Karoline Mask von Oppen gesprochen. Ich mochte die Stimmfarbe der Sprecherin wahnsinnig gerne. Sie hat den Charakteren noch viel mehr Tiefgang verliehen, den ich beim Lesen sicher nicht so wahrgenommen hätte. Außerdem fand ich es faszinierend, dass sie auch die männlichen Parts sehr gut rüber bringt. Karoline Mask von Oppen hat mich die fast 17 Stunden, die das Hörbuch dauert gut unterhalten.

Fazit

Sophias Hoffnung ist ein vielversprechender Reihenauftakt. Corina Bomann beschreibt mit viel Gefühl und Drama den Zeitgeist der 1920er Jahre. Neben Sophias persönlicher Geschichte erhalten wir als Leser auch einen umfassenden Einblick in den "Puderkrieg" der Konkurrentinnen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden.

Ich bin froh das Buch gehört zu haben. Die Sprecherin Katharina Mask von Oppen überzeugt und die Längen, die die Geschichte aufweist merkt man nicht so stark wie es beim Lesen gewesen wäre.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Corina Bomann eine großartige Geschichte geschrieben hat, für die ich 4 Sterne vergebe und eine klare Lese- und/oder Hörempfehlung ausspreche!

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Das Leben von Madame Nan

Wie uns die Liebe fand von Stihlé Claire

Wie uns die Liebe fand von Claire Stihlé aus dem Droemer Verlag wurde mir über Lovelybooks als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllen können.

Ich bin aufgrund des Klappentextes von einer witzigen Liebesgeschichte ausgegangen. Das Buch ist allerdings eher eine Familiengeschichte.

Die Geschichte wird aus Sicht der 92-jährigen Madame Nanon erzählt, die schon früh verwitwet und ihre 4 Töchter - allesamt im Teenageralter - alleine großziehen muss. Sie übernimmt einen kleinen Lebensmittelladen, in welchem sie, einer Erfindung ihrer Töchter sei dank, "Liebesbomben" anbietet. Diese sorgen in dem kleinen Dorf bald für mächtig Gesprächsstoff. Madame Nan, wie sie liebevoll genannt wird, lässt ihr Leben Revue passieren, dabei bekommen wir die eine und andere witzige Anekdote präsentiert. Die meiste Zeit fühlte ich mich allerdings leider gelangweilt und ich konnte der Geschichte dadurch nicht mehr so richtig folgen.

Den Schreibstil selbst habe ich jetzt auch nicht als außergewöhnlich empfunden. Meines Erachtens gab es einfach zu viele unnötige Längen, die das Leseerlebnis getrübt haben.

Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich auch die Tatsache, dass das Buch keine Kapitel beinhaltet. Mir persönlich hat dies das Lesen nochmals erschwert, da ich irgendwie kein Ende - und sei es nur ein Kapitelende - vor Augen hatte. Ab einem gewissen Punkt habe ich das Lesen nur mehr als zäh und anstrengend empfunden. Da konnte Madame Nan's liebe- und humorvolle Art auch nichts mehr retten.

Zwei Sternchen vergebe ich dennoch. Das erste gibt es für die wirklich schöne Buchgestaltung. Das Buch ist ein Klappbroschur und wirkt sehr edel. Die dezenten Blütenblätter auf dem Buchdeckel sind geprägt und teilweise erhaben. Man hat ein gutes Gefühl, wenn man das Buch in in die Hand nimmt.

Den zweiten Stern gibt es für die Rezepte am Ende des Buches. Ich finde dies wirklich eine gelungene Idee, die einem die Geschichte näher bringt.

Fazit:
Wie uns die Liebe fand ist keine klassische Liebesgeschichte. Ich würde es eher als die Biographie von Madame Nanon beschreiben. Es ist ein Buch über ihre Familie und das Dorfleben und beleuchtet auch Politik und Geschichte. Trotz witziger Stellen war mir das Gelesene im Gesamten zu wenig spannend und zu langatmig. Ich kann daher leider keine Empfehlung aussprechen.

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Ein Buch über eine wunderbare Vater-Sohn-Beziehung, Freundschaft und gemeinsamer Trauerbewältigung

Pandatage von James Gould-Bourn

Meine Meinung:

Wäre ich nicht bei Vorablesen.de über das Buch gestolpert, hätte ich es wahrscheinlich gar nicht so wahrgenommen. Zum Glück kam es aber anders, denn sonst wäre mir ein richtig tolles Highlight entgangen. James Gould-Bourn hat einen wahnsinnig einnehmbaren Schreibstil. Dieser ist sehr einfach und leicht zu lesen und sehr humorvoll.

Man fliegt nur so durch die Zeilen und fühlt sich beim Lesen richtig wohl.

Die Handlung selbst punktet - wie der Klappentext ja schon vermuten lässt - mit viel Situationskomik. Ich habe wirklich oft und herzhaft gelacht beim Schmökern und dabei den einen und anderen Seitenblick von meinem Mann geerntet. Dabei geht es eigentlich um ein tragisches Thema. Der kleine Will hat nämlich seine Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren und leidet seitdem an selektivem Mutismus. Das trifft vorallem seinem Vater Danny sehr, welcher seinem Sohn gerne näher wäre, aber nicht so richtig weiß wie er an ihn herankommen kann. Neben diesem harten Schicksal verliert Danny auch noch seine Stelle als Bauarbeiter und ihm droht die Kündigung seiner Wohnung. Außerdem möchte sein Vermieter ihm wortwörtlich alle Knochen brechen, sollte Danny seine Mietrückstände nicht binnen einem Monat begleichen. Es muss also wirklich dringend ein neuer Job her. Während der scheinbar aussichtslosen Suche kommt Danny im Park die Idee sich als Straßenkünstler zu verdienen - in einem billigen und miefigen Pandakostüm, welches er durch Zufall in einem Kostümladen zu einen Spottpreis erwerben kann. Natürlich beginnt alles als riesiges Desaster. Danny wird bestohlen, von Kindern vermöbelt und ausgelacht und im Bus von Pole-Tänzerin Krystal so richtig gemein beleidigt. Umso kurioser ist es, dass ausgerechnet Krystal Danny's Retterin in der Not sein wird - sie lässt sich nämlich tatsächlich überreden Danny Tanzunterricht zu geben.

Die ganze Handlung und vorallem die Charaktere sind natürlich sehr überzogen dargestellt, aber genau das macht die Geschichte so einzigartig, witzig und geistreich. Das Buch lebt in meinen Augen von seinen skurillen Bewohnern. Einer meiner Lieblinge ist Danny's bester Freund Ivan. Der aus der Ukraine stammende Bauarbeiter tritt mit seinen vermeintlichen Knasttätowierungen als harter und bedrohlicher Kerl auf, nur um dann daheim in der Küche Kuchen zu backen. Er war so gut dargestellt, dass ich beim Lesen sogar seinen Akzent herausgehört habe. Genauso hat es sich mit Krysal verhalten. In meinem Kopf hat sie sich als Superzicke und Tussi manifestiert...ein Glitter- und Glamourgirl, dass Beleidigungen am Fliesband austeilt. Im Herzen ist sie allerdings eine gute Fee, würde sich das jedoch nie und nimmer eingestehen. Auch mit ihr hatte ich so richtig viele Lachmomente. Weitere Weggefährten waren dann noch Kevin alias El Magnifico, der von sich selbst behauptet allein durch seine Gedanken Dinge in Brand stecken zu können und der smarte, studierte Straßensänger Tim mit seiner Katze. Einfach herrlich was sich James Gould-Bourn hat einfallen lassen. Ich fühlte mich in keiner Sekunde gelangweilt.

Nebenbei vermittelt das Buch noch eine schöne Botschaft. Egal was für schwere Zeiten auf einen zukommen, gemeinsam kann man alles überstehen und schaffen. Ich fand es auch total schön zu erleben wie sich die Vater-Sohn-Beziehung von Will und Danny entwickelt. Beide haben voneinander gelernt und letztendlich wieder zueinandergefunden. Die Beziehung der beiden war sehr authentisch dargestellt.


Fazit:

Pandatage ist ein großartiges, humorvolles Buch über das Leben und das Schicksal in all seinen Facetten. Trauerbewältigung spielt eine große Rolle. Trotz einiger tragischer Situationen hat man beim Lesen aber immer ein positives Gefühl. Die meisten Szenen sind ohnehin grandios humorvoll und auch etwas überzogen. Wer mal wieder so richtig laut und herzhaft lachen will, sollte sich die Geschichte des Tanzbären nicht entgehen lassen. Von mir bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung!

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Düsterer, magischer Reihenauftakt

Maskenmacht von Lily Wildfire

april1985
vor 15 Minuten
Klappentext:

Mit einem Geheimnis fängt alles an.
Mit einem Geheimnis hört alles auf.

Vaara lebt in einer Welt, in der die Magie im Sterben liegt. Als ihr ein magisches Schwert in die Hände fällt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch die Klinge gehört Morvan, einem der Maskierten, die einst eine Mauer um das Reich der Menschen bauten und seither über sie herrschen.

Er spürt Vaara auf, würde sie für das Schwert sogar töten. Sie wird gerettet, aber ihr Vertrauen in Ghodrias Herrscher ist zerstört. Als die Maskierten erneut ihr Leben bedrohen, fasst sie einen Entschluss: Sie will die Mauer überwinden und jene zur Rede stellen, die ihr alles genommen haben. Gemeinsam mit zwei Freunden schmiedet sie einen Plan, der sie entweder umbringen oder alles verändern wird.

(Quelle: Amazon)

Meine Meinung:

Als ich das Cover zu Maskenmacht gesehen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss - es hat mich einfach magisch angezogen. Es wirkt sehr, sehr düster und blutig, aber auch sehr mächtig und geheimnisvoll. Die Schwarz-,Rot- und Goldtöne ergänzen sich super! Ich finde das Cover sehr auffällig und außergewöhnlich und es passt perfekt zur Handlung des Buches. Denn diese ist ebenfalls alles andere als gewöhnlich.

Lily Wildfire hat eine düstere und brutale Welt erschaffen. Eine Welt, in der die Menschen hinter einer Mauer eingesperrt werden. Eine Mauer, welche von den Maskierten - angeblich als Schutzwall - erbaut wurde. Die Maskierten wirken auf den ersten Blick wie Götter.

Sie sind für die Menschen unantastbar. Die Menschen haben den Maskierten Gehorsam zu leisten und sich diesen zu fügen. Im Gegenzug erhalten sie Schutz vor den Zrash - grausamen Kreaturen, die ganze Städte und Landzüge in Schutt und Asche legen und Verderben über die Bevölkerung Ghodrias bringen. Einzig die junge Vaara beginnt das System zu hinterfragen. Genau genommen wurde ihr von einem Maskierten namens Morvan alles genommen - ein Schlüsselerlebnis, welches Vaara erstmals an den Maskierten zweifeln lässt.

Vaara war mir von Anfang an sympathisch, vorallem deshalb weil sie keinesfalls perfekt ist. Die junge Frau ist eine sehr impulsive Kämpfernatur, die manchmal zu vorschnell handelt, ihre Meinung eisern vertritt und nicht alles glaubt, was man ihr vorsagt. Auch wenn ich Vaara's Handlungen vielleicht nicht immer verstanden habe, habe ich es genossen die abenteuerliche Reise durch Ghodria mit ihr anzutreten. Immer an Vaara's Seite ist Yalani - eine Kriegerin aus dem Orden des Nebelfeuers, in welchem Vaara nach dem Tod ihrer Eltern aufwächst. Yalani weiß Vaara zu lenken - sie ist ihr eine Lehrerin, aber auch eine unglaublich gute Freundin. Ihr Charakter hat allerdings auch eine gewisse mystische und geheimnissvolle Aura, was sie ganz besonders erscheinen lässt. Mein absoluter Liebling im Buch ist allerdings Carryn das Oberhaupt der Diebesgilde. Er ist sarkastisch, frech und aufmüpfig. Er und Vaara schenken sich nichts und dennoch spürt man eine Art geschwisterliche Liebe zwischen den Beiden.

Lily Wildfire hat aber nicht nur bei ihren Charakteren alles richig gemacht. Auch der Aufbau und die Spannung waren von der ersten Seite an da. In den ersten Kapiteln begleiten wir Vaara als Kind - eben bis zu dem Ereignis, bei dem sie ihre Familie verliert. Es folgt dann ein Zeitsprung von 7 Jahren. Vaara ist dann 17 Jahre und genießt eine Ausbildung im Orden des Nebelfeuers. In diesem ersten Abschnitt lernen wir die Welt und deren System, sowie Vaara wirklich gut kennen.

Ein weiteres Schlüsselerlebnis, welches sich dann ereignet, lässt in Vaara den Entschluss reifen die Reise über die Mauer ins Reich der Maskierten anzutreten. Auf ihrem Weg dorthin treffen Vaara und ihre Begleiter auf viele Gefahren, alte Feinde, aber auch neue Verbündete. Durch den äußerst leb- und bildhaften Schreibstil der Autorin, kann man sich die Schauplätze richtig gut vorstellen. Und obwohl die Printausgabe über 500 Seiten hat, bleibt die Geschichte sehr kurzweilig und es kommen keine Längen vor.


Man muss bei all der Spannung, die das Buch beinhaltet, aber immer im Auge behalten, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt. Es werden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Vorallem der Schluss bringt nochmal alles so richtig schön durcheinander und lässt einem schon fast ratlos zurück.

Fazit:

Maskenmacht ist ein imposanter und düsterer Reihenauftakt, der den Weg für Vaara's eigentliches Abenteuer hinter der Mauer ebnet. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wo Vaara's Bestimmung sie letztlich hinführen wird. Außerdem hoffe ich, dass auch das Geheimnis der Maskierten in der Fortsetzung gelüftet wird, den auch das hat sich mir noch nicht so wirklich erschlossen. Da wirklich viele Fragen offen bleiben und man weiterlesen muss, um die Geschichte voll und ganz zu begreifen und zu fassen, habe ich in meiner Bewertung einen Stern abgezogen. Denn ich muss (leider) gestehen, dass die gesamte Handlung ein großes Geheimnis geblieben ist....so wie der Klappentext verspricht: "Mit einem Geheimnis fängt alles an. Mit einem Geheimnis hört alles auf."

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Ein interaktiver Rätselspaß für junge Abenteurer ab 8 Jahren!

Maskenmacht von Lily Wildfire

Klappentext:

Dies ist kein normales Buch!

Sobald du es öffnest, wird es dich gefangen nehmen. Es erwarten dich zwei spannende Rätselfälle mit vielen kniffligen Aufgaben. Hier ist alles erlaubt: hineinschreiben, falten, schneiden, herausreißen. Am Ende zählt nur eins: Entkomme dem Buch!

Auf dieser Insel erwarten dich viele Geheimnisse: Was verbirgt sich in dem großen Koffer? Welche Botschaft kannst du in den Spinnennetzen entdecken? Und findest du in der Flaschenpost eine geheime Nachricht? Löse die Rätsel, nur so kannst du dich befreien!

Meine Meinung:

Das Rätselbuch aus dem Ravensburger Verlag ist definitiv ein Spaß-Buch! Bevor man das Abenteuer beginnt, sollte man sich allerdings noch mit dem nötigen Werkzeug ausrüsten.

Bleistifte, Buntstifte, Schere, Brieföffner und Handspiegel dürfen auf keinen Fall fehlen. Es ist zudem ratsam die Reise nur in Begleitung eines Erwachsenen anzutreten!

Da man in dem Buch schreibt und Seiten "aufreißt" ist es auf jeden Fall nur für den Einmalgebrauch bestimmt. Dafür, dass das Büchlein danach voraussichtlich im Müll landet, ist die Ausstattung wirklich sehr hochwertig. Der Buchdeckel ist weich und biegsam und fühlt sich sehr angenehm in der Hand an. Das Cover schreit förmlich nach "Abenteuer". Ein kleines Highlight auf dem Cover ist die Thermofarbe, unter der so machnes Geheimnis zum Vorschein kommt.

Dank des geringen Gewichtes eignet sich das Büchlein auch hervorragend zum Mitnehmen.

Die Story an sich ist für Kinder sehr spannend zum Lesen und durch die Rätsel werden sie auch wirklich zum Lesen animiert. Allerdings finde ich den Schweregrad für die Altersempfehlung 8+ schon recht kniffelig. Die Hilfe eines Erwachsenen kann auf jeden Fall nicht schaden.

Fazit:

Gefangen auf der Insel ist ein interaktives Lern- und Rätselbuch für kleine und große Abenteurer ab 8 Jahren. Es eignet sich zudem super als Geschenk oder Mitbringsel.

Die Aufmachung und die Qualität des Buches sprechen für den Ravensburger Verlag. Es ist alles sehr hochwertig! Daher rührt wahrscheinlich auch der Preis, welcher mit € 12,99 (D) bzw. € 13,40 (A) doch recht happig für den einmaligen Gebrauch ist. Aufgrund dessen habe ich in meiner Bewertung auch einen Stern abgezogen. Da es allerdings riesigen Spaß gemacht hat der Insel zu entkommen, spreche ich dennoch eine Empfehlung aus!

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Der 3. Fall von Inspector Ayala alias Kraken

Die Herren der Zeit von Eva Garcia Saenz; Eva Garcia Saenz

Die Herren der Zeit der spanischen Autorin Eva Garcia Saenz. Für mich war das Buch eine Premiere; die Vorgänger kenne ich nämlich noch nicht. Der Klappentext hat mich, im Gegensatz zum Cover, aber magisch angezogen, weshalb ich beschlossen habe, das Buch ohne Vorkenntnisse zu lesen. Meinen Lesespaß hat dies nicht getrübt.

Es wird zwar schon hin und wieder auf die vorherigen Teile verwiesen, im Großen und Ganzen kann man das Buch aber gut ohne Kenntnis dieser lesen.

Das Cover finde ich persönlich jetzt nicht sehr ansprechend, aber es ergänzt seine Vorgänger gut und ich musste auch sofort an Spanien denken. Insofern passt es schon gut zum Buch.

Eva Garcia Saenz hat mit Die Herren der Zeit einen wahnsinnig komplexen und atmosphärischen Thriller geschrieben. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Krimi und Historienroman. Man merkt wie viel Recherchearbeit die Autorin betrieben haben muss, so authentisch wie der historische Teil des Buches rüber kommt. Die Handlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. Zum einen im Jahr 2019, in dem Inspector Ayala mit seinem Team der Mordkommission Vitoria in einer Reihe mysteriöser Todesfälle ermittelt, zum anderen im 12. Jahrhundert, in dem wir Diago Vela bei seinem persönlichen und auch politischen Machtkampf begleiten. Eva Garcia Saenz schafft den Spagat zwischen den beiden Zeitebenen wirklich gekonnt. Ich habe beide Handlungsstränge gleichermaßen spannend empfunden. Sehr gut gelöst fand ich auch, wie die beiden Erzählstränge zusammen hängen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildgewaltig und detailverliebt. Allerdings habe ich ungefähr die ersten 100 Seiten gebraucht, um voll darin aufzugehen. Das Buch geht nämlich über mit spanischen Namen von Orten, Plätzen, Straßen und auch Personen, was ich beim Lesen zunächst anstrengend empfunden habe. Etwas weniger davon hätte mir persönlich auch gereicht. Positiv möchte ich aber den Glossar inkl. Personenregister, der sich am Ende des Buches befindet, anmerken. Dieser hat mir wertvolle Dienste erwiesen. Vorallem die Charaktere musste ich immer wieder nachschlagen. Davon gibt es nämlich so viele, dass ich irgendwann den Überblick verloren habe. Die Hauptprotagonisten - allen voran Inspector Ayala - waren mir jedoch auf anhieb sympathisch. Um sich ein noch besseres Bild von ihnen zu machen, wäre es aber wahrscheinlich schon besser vorher die ersten beiden Teile der Reihe zu lesen, da neben dem Kriminalfall auch der persönliche Lebensweg der Protagonisten beleuchtet wird. Schade, dass die Reihe bereits zu Ende erzählt wurde, ich hätte den Inspector gerne noch weiter begleitet.

Fazit:
Die Herren der Zeit ist ein komplexer und rasanter "mittelalterlicher" Thriller für den man sich beim Lesen Zeit nehmen sollte. Die vielen spanischen Bezeichnungen und Namen erschweren zwar den Einstieg, man gewöhnt sich aber irgendwann ein und dann macht es auch irsinnig Spaß. Der Spannungsfaden zieht sich dank eines gut durchdachten und raffinierten Plots von Anfang bis zum Ende durch. Von mir gibt es dafür auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Was geschah wirklich in Miracle Creek?

Miracle Creek von Angie Kim

Miracle Creek war ein absolutes Leseerlebnis und auch wenn ich das Buch schon vor ein paar Tagen beendet habe, bin ich noch immer ganz geflasht. Angie Kim hat mich auf der ersten Seite abgeholt und sofort für sich vereinnahmt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und leicht verständlich.

Es entsteht dadurch ein richtig schöner Lesefluss. Trotz 500 Seiten habe ich "nur" 3 Tage für das Buch gebraucht. Eine Rolle hat dabei natürlich auch der Spannungsgehalt gespielt. Angie Kim setzt die Messlatte was Spannung betrifft von Anfang an sehr hoch an. Natürlich gibt es dazwischen auch ruhigere, weniger aufregende Passagen, aber im Großen und Ganzen hält sich die Spannung bis zum Schluss.
Ein weiterer Faktor, warum mich das Buch so in Atem gehalten hat, war das Thema bzw. die Handlung an sich. Die Geschehnisse um den Mord an dem kleinen Henry, sowie der 5-fach Mutter Kitt werden im Rahmen einer Gerichtsverhandlung aufgerollt. Es werden die Opfer, Zeugen und natürlich auf die Angeklagte befragt. Dabei wechseln die Kapitel zwischen den jeweiligen Personen. Durch die wechselnden Sichtweisen entsteht eine unglaubliche Dynamik. Nicht nur, dass jede der Personen irgendwas zu verbergen hat und Geheimnisse ans Licht kommen, die besser im Dunkeln geblieben wären; man fragt sich einfach nach jeder Zeugenaussage mehr, was wirklich passiert ist und es werden Zweifel gesäht, ob die Angeklagte wirklich die Täterin ist oder nicht.
Ab der zweiten Hälfte des Buches hatte ich zwar dann schon einen leisen Verdacht, in welche Richtung sich alles entwickelt. Mein Lesespaß und vorallem auch mein Lesedrang wurden dadurch aber in keinster Weise getrübt. Ich wollte ja unbedingt wissen, ob ich mit meinen Vermutungen Recht behalte.

Die Charaktergestaltung ist großartig. Die Charaktere sind sehr einprägsam und bleiben einem im Gedächtnis. Am eindrucksvollsten fand ich die Strafverteidigerin Shannon. Sie war für mich sowas wie der Mittelpunkt; die Person, bei der alle Fäden zusammenlaufen und nach und nach entwirrt werden. Die Autorin hat Shannon eine gewichtige Rolle auf den Leib geschrieben und ihr eine starke Stimme verliehen, die sich richtig in meinem Kopf manifestiert hat.
Aber auch die anderen Personen, wie z.B. Pak, Young und Mary oder die Angeklagte Elizabeth wurden sehr scharf mit Ecken und Kanten gezeichnet.
Angie Kim hat es geschafft, ihre Protagonisten so darzustellen, dass mir ab einem gewissen Punkt der Handlung nicht mehr klar war, wer Täter und wer Opfer ist. Gut und Böse ließen sich nicht mehr klar voneinander trennen.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur Buchgestaltung schreiben. Das Cover ist auf jeden Fall ein Eyecatcher und passt wirklich total zur Handlung. Besonders gut haben mir die kleinen, in die Geschichte eingebauten Illustrationen gefallen. Kleine Flipcharts zur Beweisführung, wie man sie aus Gerichtsverhandlungen kennt, sind dazwischen abgedruckt und verleihen dem ganzen das gewisse Etwas. Ich konnte dadurch noch besser in die Handlung abtauchen; fast so als wäre ich selbst Teil der Verhandlung.....einer der Geschworenen.

Fazit:
Miracle Creek ist wie ein Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt. Ich habe mit den Opfern gelitten, mit der Angeklagten gezittert und die Zeugen nach und nach verflucht. Angie Kim hat das Lügenkonstrukt der vermeintlichen Kleinstadtidylle aufgedeckt und wie ein Kartenhäuschen einstürzen lassen. Das Buch ist ein leiser Thriller mit Nachwirkung und es bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Ein fantasievolles Gute-Laune-Buch für Kinder ab 2 Jahren

Was du nicht alles kannst! von Davina Bell

Zunächst vielen herzlichen Dank an Vorablesen, dass es das Buch zu gewinnen gab. Ich wäre nämlich sonst sicher nicht darauf aufmerksam geworden.

Ich habe das Buch, das durch viele bunte Illustrationen besticht zusammen mit meiner kleinen Tochter angeschaut. Meine Kleine ist noch kein Jahr alt, hat aber ganz fasziniert mit mir die knalligen Bilder bestaunt.

Der Fantasie sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt und ich habe mir zu den Bildern tolle neue Geschichten ausgedacht. Text gibt es nämlich nicht viel. Der wenige Text ist aber in wunderschönen, kindgerechten Reimen geschrieben, die einen hohen Erinnerungswert haben. Außerdem lässt er - wie eben erwähnt - viel Freiraum sich eigene Geschichten auszudenken. Wir haben uns natürlich schon die Frage gestellt warum der Dino traurig ist und welche Seeungeheuer uns auf der Schatzsuche begegnen.

Ich bin mir sicher, dass meine Tochter noch lange Freude an dem Buch haben wird und es später sicher auch eine Anregung für neue Spielideen sein wird.

Fazit:
Was du nicht alles kannst! ist ein Buch für kleine und große Weltenentdecker. Es eignet sich dank der Kürze perfekt zum Vorlesen und später auch zum Selberlesen. Außerdem verbreitet es gute Laune und regt die Fantasie an.

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