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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von April1985 :

Was geschah wirklich in Miracle Creek?

Miracle Creek von Angie Kim

Miracle Creek war ein absolutes Leseerlebnis und auch wenn ich das Buch schon vor ein paar Tagen beendet habe, bin ich noch immer ganz geflasht. Angie Kim hat mich auf der ersten Seite abgeholt und sofort für sich vereinnahmt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und leicht verständlich.

Es entsteht dadurch ein richtig schöner Lesefluss. Trotz 500 Seiten habe ich "nur" 3 Tage für das Buch gebraucht. Eine Rolle hat dabei natürlich auch der Spannungsgehalt gespielt. Angie Kim setzt die Messlatte was Spannung betrifft von Anfang an sehr hoch an. Natürlich gibt es dazwischen auch ruhigere, weniger aufregende Passagen, aber im Großen und Ganzen hält sich die Spannung bis zum Schluss.
Ein weiterer Faktor, warum mich das Buch so in Atem gehalten hat, war das Thema bzw. die Handlung an sich. Die Geschehnisse um den Mord an dem kleinen Henry, sowie der 5-fach Mutter Kitt werden im Rahmen einer Gerichtsverhandlung aufgerollt. Es werden die Opfer, Zeugen und natürlich auf die Angeklagte befragt. Dabei wechseln die Kapitel zwischen den jeweiligen Personen. Durch die wechselnden Sichtweisen entsteht eine unglaubliche Dynamik. Nicht nur, dass jede der Personen irgendwas zu verbergen hat und Geheimnisse ans Licht kommen, die besser im Dunkeln geblieben wären; man fragt sich einfach nach jeder Zeugenaussage mehr, was wirklich passiert ist und es werden Zweifel gesäht, ob die Angeklagte wirklich die Täterin ist oder nicht.
Ab der zweiten Hälfte des Buches hatte ich zwar dann schon einen leisen Verdacht, in welche Richtung sich alles entwickelt. Mein Lesespaß und vorallem auch mein Lesedrang wurden dadurch aber in keinster Weise getrübt. Ich wollte ja unbedingt wissen, ob ich mit meinen Vermutungen Recht behalte.

Die Charaktergestaltung ist großartig. Die Charaktere sind sehr einprägsam und bleiben einem im Gedächtnis. Am eindrucksvollsten fand ich die Strafverteidigerin Shannon. Sie war für mich sowas wie der Mittelpunkt; die Person, bei der alle Fäden zusammenlaufen und nach und nach entwirrt werden. Die Autorin hat Shannon eine gewichtige Rolle auf den Leib geschrieben und ihr eine starke Stimme verliehen, die sich richtig in meinem Kopf manifestiert hat.
Aber auch die anderen Personen, wie z.B. Pak, Young und Mary oder die Angeklagte Elizabeth wurden sehr scharf mit Ecken und Kanten gezeichnet.
Angie Kim hat es geschafft, ihre Protagonisten so darzustellen, dass mir ab einem gewissen Punkt der Handlung nicht mehr klar war, wer Täter und wer Opfer ist. Gut und Böse ließen sich nicht mehr klar voneinander trennen.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur Buchgestaltung schreiben. Das Cover ist auf jeden Fall ein Eyecatcher und passt wirklich total zur Handlung. Besonders gut haben mir die kleinen, in die Geschichte eingebauten Illustrationen gefallen. Kleine Flipcharts zur Beweisführung, wie man sie aus Gerichtsverhandlungen kennt, sind dazwischen abgedruckt und verleihen dem ganzen das gewisse Etwas. Ich konnte dadurch noch besser in die Handlung abtauchen; fast so als wäre ich selbst Teil der Verhandlung.....einer der Geschworenen.

Fazit:
Miracle Creek ist wie ein Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt. Ich habe mit den Opfern gelitten, mit der Angeklagten gezittert und die Zeugen nach und nach verflucht. Angie Kim hat das Lügenkonstrukt der vermeintlichen Kleinstadtidylle aufgedeckt und wie ein Kartenhäuschen einstürzen lassen. Das Buch ist ein leiser Thriller mit Nachwirkung und es bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Ein fantasievolles Gute-Laune-Buch für Kinder ab 2 Jahren

Was du nicht alles kannst! von Davina Bell

Zunächst vielen herzlichen Dank an Vorablesen, dass es das Buch zu gewinnen gab. Ich wäre nämlich sonst sicher nicht darauf aufmerksam geworden.

Ich habe das Buch, das durch viele bunte Illustrationen besticht zusammen mit meiner kleinen Tochter angeschaut. Meine Kleine ist noch kein Jahr alt, hat aber ganz fasziniert mit mir die knalligen Bilder bestaunt.

Der Fantasie sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt und ich habe mir zu den Bildern tolle neue Geschichten ausgedacht. Text gibt es nämlich nicht viel. Der wenige Text ist aber in wunderschönen, kindgerechten Reimen geschrieben, die einen hohen Erinnerungswert haben. Außerdem lässt er - wie eben erwähnt - viel Freiraum sich eigene Geschichten auszudenken. Wir haben uns natürlich schon die Frage gestellt warum der Dino traurig ist und welche Seeungeheuer uns auf der Schatzsuche begegnen.

Ich bin mir sicher, dass meine Tochter noch lange Freude an dem Buch haben wird und es später sicher auch eine Anregung für neue Spielideen sein wird.

Fazit:
Was du nicht alles kannst! ist ein Buch für kleine und große Weltenentdecker. Es eignet sich dank der Kürze perfekt zum Vorlesen und später auch zum Selberlesen. Außerdem verbreitet es gute Laune und regt die Fantasie an.

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Ein Mystery-Roman für junge Leser/innen ab 10 Jahren

Das Rätsel von Ainsley Castle von Holly-Jane Rahlens

Als ich das Buch auf Vorablesen-Junior entdeckt habe, musste ich mich einfach dafür bewerben. Die Losfee war mir hold und so durfte ich dieses unglaublich unterhaltsame Buch lesen.

Schauplatz der Geschichte ist Schottland. Es geht um Lizzy, die mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter im Hotel Ainsley Castle, nahe dem gleichnamigen, verlassenem "Spukschloss" aufwächst.

Lizzy's Leben wird alsbald durcheinander gewirbelt, als eine Reihe unerklärlicher Ereignisse passieren. Lizzy sucht Hilfe bei Mack, der im Hotel arbeitet und ein richtiger Computernerd ist. Gemeinsam versuchen Sie die übernatürlichen Phänomene aufzuklären und treffen dabei auf Betty, die Lizzy erschreckend ähnlich sieht. Doch was hat es mit Betty auf sich? Und steckt sie vielleicht hinter den unerklärlichen Dingen?

Die Geschichte hat mich sofort in ihrem Bann gezogen. Es beginnt nämlich auch gleich sehr spannend und mysteriös. Man wird sprichwörtlich ins Geschehen hineinkatapultiert. Dadurch, dass das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, konnte ich mich zudem sehr gut in Lizzy hinein versetzen. Ihre freche, leicht aufmüpfige Art, macht Lizzy zu einem sehr ehrlichen und liebevollen Charakter, den man gerne begleitet. Aber auch Mack hat so eine charmante und hilfsbereite Art, dass man ihn einfach gerne haben muss. Ganz toll wird dargestellt wie sich die Freundschaft von Lizzy und Mack entwickelt und die ersten jugendlichen Schwärmerein und Eifersüchteleien finde ich einfach nur süß.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten und entspricht der Altersempfehlung "ab 10 Jahren". Ich persönlich würde aber eher das "ab" betonen, da die Handlung und vorallem deren Auflösung teilweise schon sehr komplex sind. Langeweile kommt beim Lesen auf keinen Fall auf!

Ich bin von der Idee voll überzeugt und das Buch konnte selbst mich als erwachsene Leserin überraschen. Ein bisschen fühlte ich mich an meine "5 Freunde"-Zeit erinnert.

Fazit:
Das Hotel von Ainsley Castle ist ein abenteuerliches Buch mit Mystery-Touch. Einige Passagen sind so richtig schön schaurig. Über allem steht der Freundschaftsgedanke und das Ziel etwas gemeinsam zu bewältigen und einander zu vertrauen. Von mir gibt es 4 Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Der Name des Titels ist Programm

Das Rätsel von Ainsley Castle von Holly-Jane Rahlens

Hate is all I feel war für mich ein misslungener Ausflug in den Dark Romance Bereich. Leider hat mich das Buch nicht mitreißen können, ich konnte keinen Bezug zu den Charakteren aufbauen und der Romance-Faktor ist irgendwie ausgeblieben.

Im Groben geht es um Protagonistin Abby, die als weibliches Mitglied der Elite nicht viel zu sagen hat.

Sie soll mit dem in der Elite angesehenen, sehr gewaltbereiten Mitglied Trent zwangsverheiratet werden. In einer schicksalshaften Nacht trifft Abby auf einem geheimnisvollen Fremden und verbringt die Nacht mit ihm. Als kurz darauf die "neue Elite" an der Rydeville Highschool aufschlägt und der amtierenden Elite den Kampf ansagt, muss Abby erkennen, dass diese eine Nacht ein riesengroßer Fehler war. Denn der geheimnisvolle Fremde ist niemand anderer als ihr größter Feind und hat jetzt ein Druckmittel in der Hand, das nicht nur Abby vernichten kann.

Da ich nicht spoilern möchte, schreibe ich an dieser Stelle nicht mehr zur Handlung. Für mich war diese aber ohnehin nur zweitrangig und auch nicht wirklich spannend und nachvollziebhar.

Ich hatte auch Probleme mit dem Setting. Der Roman ist wie eingangs erwähnt an einer Highschool angesiedelt, um es genau zu sagen der Rydeville Highschool. An dieser Schule regiert die Elite - die Söhne der Gründerväter haben das Sagen und wer nicht hören will, muss fühlen. Ich empfand es ziemlich befremdlich, dass an einer Schule Angst und Schrecken regieren, Gewalt an der Tagesordnung steht, und die Professoren keinerlei Handhabe haben. Mir geht es dabei gar nicht um den fehlenden Realismus, ich konnte mir so ein Szenario einfach beim besten Willen nicht vorstellen.

Die Charaktere waren für mich auch alle sehr unnahbar. Protagonistin Abigail, um die sich die Handlung großteils dreht, gehört der machthabenden Elite an. Einerseits möchte sie ihrem ganzen Umfeld - und vorallem ihrem Vater - entfliehen, andererseits macht sie aber doch bei der ganzen Schikane an der Schule mit und verteidigt die Elite auf Biegen und Brechen. Ich habe Abby's Handlungen und Beweggründe bis zum Schluss nicht verstanden und konnte einfach keinen Bezug zu ihr aufbauen.

Etwas besser ging es mit mir mit Cam, welcher die "neue Elite" repräsentiert. Er ist zwar auch ein äußerst launischer Charakter, aber er hat immerhin ein paar Geheimnisse mit sich herumgeschleppt, welche der Story wenigstens ein paar Spannungsmomente beschert haben.

Was mir - wie einleitend erwähnt - leider auch gefehlt hat, war der Romance-Faktor. Bei Dark Romane erwarte ich mir eine spannende Handlung gepaart mit erotischen Szenen und einer Prise Romantik. Das war hier irgendwie überhaupt nicht der Fall. In der ersten Hälfte des Buches, haben sich Abby und Cam sowieso nur bekriegt und als sie sich endlich einander angenähert haben, fehlte irgendwie das Prickeln. Die entsprechenden Szenen waren für mich einfach nur plump und haben keinerlei Gefühlsregung bei mir hervorgerufen. Das einzige was ab etwa 2/3 des Buches besser wurde, war der Spannungsbogen, der etwas in die Höhe gegangen ist. Vom Ende war ich dann sogar positiv überrascht - ich sag nur "fieser Cliffhanger". Dafür gibt es auch einen Stern von mir.

Positiv möchte den Schreibstil von Sioban Davies anmerken. Die Autorin schreibt sehr locker und flüssig. Das Buch liest sich recht einfach und ist leicht verständlich. Wenn noch ein bisschen mehr Gefühl zwischen den Zeilen gelegen hätte, hätte ich für den Schreibstil direkt noch ein zweites Sternchen vergeben. So ist es aber bei einem geblieben.

Fazit:
Für mich war Hate is all I feel leider Programm, denn ich habe wirklich fast nur Hass beim lesen verspürt. Hass auf die Handlung, Hass auf die Charaktere; eigentlich auf (fast) alles. 360 Seiten gefüllt mit roher Gewalt, Blutdurst und Skrupellosigkeit waren mir einfach zuviel. Die Romance fehtl einfach, das Buch ist nur Dark. Ob ich Sioban Davies noch eine Chance gebe und den zweiten Teil lesen werde, kann ich noch nicht sagen. Insgeheim habe ich schon Hoffnung, dass die Autorin mit der Fortsetzung einiges gutmacht und die hier fehlende Romance im Vordergrund steht.

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Sehr tiefgründiger, einfühlsamer Roman über das Schicksal, das Leben und die Liebe

Das Licht von tausend Sternen von Leonie Lastella

"Das Licht von tausend Sternen" war mein erstes Buch von Leonie Lastella und es konnte mich voll und ganz überzeugen. Das Buch ist so viel mehr als "nur" eine Liebesgeschichte. Leonie Lastella schreibt sehr tiefgründig und einfühlsam über das Schicksal, das Leben und die Liebe mit all ihren Facetten.

Es geht um die junge Harper, die sich neben ihrem Studium aufopferungsvoll um ihren kleinen autistischen Bruder Ben kümmert. Von Parties und Freizeit kann Harper nur träumen. Als Harper während einer Lerneinheit in der Bibliothek auf Bad Boy Ashton trifft, soll sich einiges in ihrem eingeschränkten Leben ändern. Denn Ashton ist sofort Feuer und Flamme für Harper und setzt alles daran ihr Herz zu erorbern.


Harper und Ashton haben mich bereits nach der ersten Szene für sich eingenommen. Harper ist ein Charakter, der sehr viele Opfer erbringt und selbst immer zurück steckt. Sie kümmert sich liebevoll um ihren Bruder und tut alles um ihre Mutter zu entlasten. Als Asthon in ihr Leben tritt, ist sie im Zwiespalt. Sie würde den jungen Mann gerne näher kennen lernen, hat Schmetterlinge im Bauch wenn sie in trifft, aber ihre Verpflichtung gegenüber ihrer Familie geht vor. Das sie die Situation vor Ashton verheimlicht, macht es nicht leichter. Denn Ashton gibt sich zwar von Außen sehr locker, in seinem Inneren sitzt allerdings ein sehr verletzlicher Kern. Ashton hat in seinem Elternhaus nie die Liebe und Fürsorge erfahren, die er hätte bekommen sollen. Seine krebskranke Schwester Emma stand aufgrund ihrer Krankheit immer im Mittelpunkt. Es ist also nachvollziehbar, dass sich Ashton von Harper ziemlich verraten fühlt, wenn diese immer ohne ein Wort zu sagen verschwindet und sich dann tagelang nicht mehr meldet.


Auch die Nebencharaktere wurden von Leonie Castella mit vielen Schichten ausgestattet. So zum Beispiel Harpers Mutter, die ihrer Tochter einerseits gerne mehr Freiheiten zugestehen würde, sie aber gleichzeitig zu Hause verpflichtet und in ihrer Entwicklung dadurch extrem einschränkt. Ich hätte Harpers Mutter wirklich gerne so einiges an den Kopf geworfen. Dieser Charakter hat sehr viele, vorallem negative, Emotionen bei mir hervorgerufen, dabei ist sie eigentlich ein herzensguter Mensch.

Im Gegensatz dazu musste ich bei Becca und der Clique meist herzhaft lachen. Solche Freunde, die einem bei allen Höhen und Tiefen im Leben begleiten, kann man sich nur wünschen.


Überzeugen konnte mich neben den Charakteren natürlich auch die Handlung. Die Geschichte von Harper und Ashton ist vielleicht etwas vorhersehbar, denn im Grunde weiß man ja schon zu Beginn wie diese für die Beiden ausgehen wird. Das Besondere sind die ersten Themen, welche Leonie Lastella anspricht. Die Autorin schreibt über Autismus und Krebs, aber auch verletzte Seelen. Die Kapitel wechseln zwischen Harper und Ashton. Dabei lernen wir die beiden unglaublich gut kennen und erfahren die Geschichte, die sie zu den Menschen gemacht hat, der sie jetzt sind. Krankheit und Tod sind dabei allgegenwärtig. Das Buch ist aber deswegen nicht traurig, ich würde es eher als berührend bezeichnen.


Der Schreibstil der Autorin ist wie eingangs bereits erwähnt sehr einfühlsam, gleichzeitig aber auch jugendlich und frisch. Die Perspektivenwechsel zwischen Harper und Asthon verleihen der Geschichte eine unglaubliche Dynamik und es wird eine große Spannung erzeugt. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen und habe es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.


Fazit:

"Das Licht von tausend Sternen" ist ein New Adult Roman mit ersten und tiefgründigen Themen. Die Entwicklung der Protagonisten ist großartig und nachvollziehbar. Leonie Lastella hat ein Buch geschrieben, dass eine Welle an positiven und negativen Gefühlen in mir hervorgerufen hat. Ich habe mit Harper und Ashton gelacht und geweint, habe sie geliebt, im nächsten Moment ihre Handlungen wieder mit Kopfschütteln beäugt. Ich kann nur sagen "Danke für dieses wunderbare Buch!".

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Nordische Mythologie wunderbar verpackt

Die Silbermeer-Saga (Band 1) - Der König der Krähen von Katharina Hartwell

Mit meinem Faible für Mythologie und Sagen habe ich natürlich schon gespannt auf den neuen Reihenauftakt von Katharina Hartwell gewartet. Als ich dieses wunderschön aufgemachte Buch dann endlich in den Händen hielt, musste ich gleich in die 616-Seiten umfassende Welt des rauhen Norden's einsteigen.

Zugegebenermaßen musste ich mich erst an den Katharina Hartwell's etwas verschnörkelten Schreibstil gewöhnen. Hat man aber ein paar Seiten gelesen, läuft es rund. Die Autorin erzeugt eine unglaubliche Athmosphäre und schreibt sehr bildgewaltig mit einem Hauch von Poesie zwischen den Zeilen. Durch diesen ungewöhnlichen Stil kommt die ganze Geschichte von Edda und ihrer Reise ins Teermeer richtig gut zur Geltung. Edda ist unsere junge Protagonistin. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Tobin bei ihrem Ziehvater Ruben im kargen Fischerdorf Colm. In dem tristen, kalten und nebelverhangenen Fischerdorf fristet die 14-jährige mit den roten Haaren ihr Dasein im Fischhaus, wo sie tagein, tagaus unter den strengen Augen Freya's das wertvolle Colmin herstellt. Colmin ist quasi das Gold Colm's. Es wird aus den kostbaren Colminfischen hergestellt, die tagtäglich von den Fischern aus der beängstigenden Silbersee gefischt werden.

Die Menschen in Colm fürchten das Meer, aber noch mehr fürchten sie die Kaltwochen. Denn jedes Jahr verschwindet zu dieser Zeit eines der Kinder Colm's. Edda hat böse Träume, eine dunkle Vorahnung. Und dann passiert es wirklich. Ihr Bruder Tobin verschwindet. Zurück bleibt nur eine schwarze Feder - die Feder des Krähenkönigs, der die Kinder ins Inselreich entführt. Edda, die ihren kleinen Bruder abgöttisch liebt, hält nun nichts mehr in Colm, ist sie ohnehin schon immer eine Außenseiterin gewesen. Trotz aller Furcht sucht sie die Hexe Maron auf und bittet die Alte um Hilfe - der Beginn einer schicksalshaften Reise in eine Welt voller Hexen, Seeungeheuer und zwielichtiger Gestalten.

Leider zieht sich die Handlung zu Beginn etwas in die Länge. Die Autorin verrennt sich meines Erachtens nach zu sehr in ihren Schilderungen über den stupiden und tristen Alltag in Colm. Das eigentliche Abtenteuer beginnt erst relativ spät ab etwa der Hälfte des Buches. Bei 600 Seiten braucht man also Durchhaltevermögen, das sich aber wirlich auszahlt. Man wird nämlich mehr als belohnt! Was zu Beginn leider etwas in Langeweile abdriftet, mündet in einem großartigen Abenteuerspektakel mit exotischen Schauplätzen und kuriosen sowie einzigartigen Charakteren. Das Ende des Buches lässt einem schließlich wehmütig zurück. Für mich war das Ende des Buches eigentlich erst der Beginn der Geschichte! Ich kann es also kaum erwarten, dass der zweite Band erscheint!

Fazit:
Katharina Hartwell's Silbermeer Saga ist ein märchenhaftes Abenteuer empfohlen ab 14 Jahren, an dem aber auch erwachsene Leser ihre Freude haben werden. Im Gesamten ist die Geschichte eher ruhig. Spannungselemente finden sich vorallem in der zweiten Hälfte des Buches. Ein Apell an alle, denen der Anfang vielleicht etwas zu langatmig erscheint - lest unbedingt weiter! Man wird mit einer unglaublich athmosphärischen, bildgewaltigen und facettenreichen Geschichte belohnt!

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Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Eine Geschichte über Mut, Zusammenhalt und Solidarität

"Das Haus der Frauen" der französischen Autorin Laetitia Colombani hat mich zutiefst berührt und wird mich sicher noch länger nicht loslassen. Es ist die Geschichte von zwei Frauen die trotz Schicksalsschlägen das Leben anderer über ihr eigenes stellen.

Es ist die Geschichte der Begründerin des "Palais de la Femme".

Zitat aus dem Buch:
"Wir müssen an unsere Arbeit und unsere Methoden glauben, daran glauben, dass etwas passieren wird" William Booth, Paris, 1926.

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen. Im Paris von heute kämpft die renommierte Anwältin Solène mit den Folgen einer Depression. Ihr Psychiater rät ihr sich für ein soziales Projekt zu engagieren. Bei der Suche nach einer geeigneten Tätigkeit lernt sie Léonard kennen, welcher ihr eine Stelle als Schreiberin im "Haus der Frauen" vermittelt. Angekommen im Gesellschaftsraum des Frauenhauses, wo ihr zukünftiger Arbeitsplatz sein soll, soll sie für die Bewohnerinnen Briefe und Anträge schreiben, wie zum Beispiel einen Beschwerdebrief an einen Supermarkt, der einer jungen Mutter € 2,-- zuviel berechnet hat. "Lächerlich" denkt sich Solène zunächst, doch je mehr Zeit sie im Frauenhaus verbringt, umso mehr findet ein Umdenken bei ihr statt und sie beginnt sich immer mehr für die Frauen zu engagieren. Durch ihre Engagement verdient sie sich auch nach und nach das Vertrauen der Bewohnerinnen, denen das Leben übel mitgespielt hat.

Etwas früher in der Zeit, nämlich im Jahr 1925 kämpft die mutige Blanche Peyron, die zusammen mit ihrem Ehemann in der Heilsarmee dient, für die Armen und Notleidenden im Land. Das Ziel der beiden ist es obdachlosen Frauen Unterstützung zu bieten und ein neues Heim zu geben. Die Grundsteine für die Begründung des "Palais de la Femme" werden gelegt.

Mich haben beide Handlungsstränge sehr berührt. Vorallem die vielen Einzelschicksale haben mir wieder gezeigt und verdeutlicht, dass im Leben nichts selbstverständlich ist. Kleine Gesten sind oft mehr wert als alles Geld der Welt.

Zitat aus dem Buch:
"Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen".

Solidarität, Mitgefühl und Zusammenhalt - das sind die Dinge, die jemanden reich machen. Dinge, die wichtig sind in einer Welt, in der wir die Augen vor der Not am liebsten verschließen würden. Blanche ist als Vorbild voraus gegangen. Trotz schwerer Krankheit und unter widrigsten Umständen hat sie bis zum Schluss für ihren "Palast" gekämpft. Solène setzt mutig den Weg von Blanche fort. Und nicht nur das. Sie beginnt zu recherchieren und schreibt Blanche's Geschichte nieder.

Zitat aus dem Buch:
"Ein langes Studium an der Juristischen Fakultät, zwei Staatsexamina, viele Jahre Praxis in der Kanzlei, ein Burn-out und eine Therapie haben sie hierhin geführt."

Fazit:
Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen. Ich konnte und wollte es nicht weglegen. Auch die eine und andere Träne ist geflossen. Man merkt einfach, dass Laetitia Colombani mit viel Herzblut recherchiert hat. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend. Das Buch liest sich sehr flüssig und leicht, trotz der teilweise sehr traurigen Passagen.

Weil es so gut passt und ausdrückt wie es mir nach dem Lesen geht, schließe ich mein Fazit mit einem letzten Zitat:

"Es ist manchmal schwierig, die Tür des Palastes hinter sich zuzuziehen. Man nimmt immer etwas mit nach Hause".

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Erinnerungen gegen das Vergessen

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

"Rote Kreuze" ist ein leichtes Büchlein mit schwerem Inhalt. Es geht um die an Alzheimer erkrankte 90-jährige Tatjana Alexejewna, welche ihrem neuem jungen Nachbarn mit viel Herz ihre Lebensgeschichte erzählt. Dieser ist zu Beginn alles andere als begeistert von der aufdringlichen alten Dame - kein Wunder, hat er doch selber eine Menge eigene Probleme.

Während Tatjana von der russischen Schreckensherrschaft erzählt, entwickelt sich aber doch eine ungewöhnliche Freundschaft.
⭐⭐⭐⭐
Der Autor Sasha Filipenko hat für dieses grausame Portrait Russlands ausführlich recherchiert. Sehr gut finde ich die im Buch zitierten, historischen Originaldokumente. Der Schreibstil des Autors ist trotz der harten Kost sehr leichtgängig, teilweise auch humorvoll. Das spiegelt sich vorallem in Tatjana wieder. Diese ist mir mit ihrer teils nervigen und sehr sarkastischen Art richtig ans Herz gewachsen. Alexander ist ein vom Schicksal gebeutelter Protagonist, der einem nachdenklich stimmt. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch irgendwie zusammen passen, treffen hier aufeinander. Der Autor hat die beiden Einzelschicksale gut miteinander verwoben, wobei man im Fall von Tatjana eigentlich nicht von einem Einzelschicksal sprechen darf. Denn wie Sasha Filipenko selbst sagt, ist Tatjana eine Stellvertreterin "für alle tapferen Frauen in Russland, die nach wie vor, trotz ihres hohen Alters, unentwegt weiterkämpfen für die Wahrheit und das Recht auf Gedenken". (Zitat von Sasha Filipenko aus "Rote Kreuze" Seite 282/283)
⭐⭐⭐⭐
Was ich etwas schade finde ist, dass die aufkeimende Freundschaft bei den ganzen historischen Fakten ein bisschen ins Hintertreffen gerät.
⭐⭐⭐⭐
Fazit: "Rote Kreuze" ist eine Geschichte mit historischen Fakten und liebevollen, ein bisschen schrulligen Protagonisten. Ich würde sie all jenen empfehlen, die Interesse am sowjetischen Zeitgeschehen haben und auch gerne mal zu etwas schwererer Kost greifen. Denn obwohl das Buch "nur" rund 280 Seiten umfasst, sollte man schon Zeit und Muße zum Lesen mitbringen.

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Big brother is watching you

Falling Skye (Bd. 1) von Frisch Lina

"Die Welt wird nicht bedroht von Menschen, die böse sind, sondern von denen, die Böses zulassen." (Albert Einstein)

Mit diesem Satz endet nicht nur der Debütroman von Lina Frisch, sondern er beschreibt auch perfekt das Buch bzw., wie die Autorin uns in ihrem Nachwort wissen lässt, die Botschaft von "Falling Skye".

Die 16-jährige Skye ist die Protagonistin dieses dystopischen Romans. Sie wächst in einer gläsernen Nation auf, in der die Menschen in zwei Gruppierungen eingeteilt werden - den Ratio und den Senso. Diese Einteilung soll vor Diskriminierung, Bürgerkriegen und Fehlentscheidungen in Politik und Wirtschaft schützen. Die zielstrebige Skye ist sich sicher bei ihrer Testung als Rationale hervorzugehen, zumal sie später auch an der Cremonte Universität studieren will, die jedoch den Ratios vorbehalten ist. Während der Testverfahren keimen jedoch erste Zweifel in Skye auf und sie ist sich selbst nicht mehr sicher, ob sie ihrer eigenen Einschätzung und auch den Gläsernen Nationen noch trauen kann.

Lina Frisch hat mich mit ihrem Debüt gleichermaßen überrascht wie überzeugt. Die Autorin greift Themen auf, die erschreckend und nicht weit hergeholt sind. In vielen Bereichen des täglichen Lebens befinden wir uns jetzt schon in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Lina Frisch geht noch einen Schritt weiter drückt jedem Menschen im wahrsten Sinne des Wortes einen Stempel auf. Alle Ratios bekommen ein "R", alle Sensos ein "S" am Handgelenk tätowiert, damit für alle ersichtlich welcher Klasse man angehört; an welchem Ende der Gesellschaftspyramide man steht.
Auch das Thema der Geschlechterrollen wird aufgegriffen. Frauen mussten sich ihre Rechte in der Geschichte hart erkämpfen. Was wäre, wenn ihnen alle erkämpften Rechte plötzlich wieder aberkannt werden würden? Ist die Rolle der Frau in einer perfekten Welt wirklich am Herd? Gefährden Frauen durch ihr emotionales Denken die Menschheit?
Ich finde die Theorien, die in diesem Buch angesprochen werden wahnsinnig interessant.

Die Charaktere, die sich mit den ganzen Themen befassen müssen, machen auf mich einen sehr glaubhaften Eindruck. Vorallem bei Skye sieht man eine enorme Entwicklung in ihrer Denkweise und ihrem Verhalten. Andere Charaktere, wie beispielsweise Elisas und Collin, haben mich auch sehr überrascht. Auch diese zwei machen Veränderungen durch und das nicht nur zum Positiven. Insgesamt fand ich die Figuren alle sehr gut ausgearbeitet.

Den Schreibstil von Lina Frisch würde ich als genretypisch bezeichnen. Der Roman hat einen sehr jugendlichen und frischen Stil, der sich leicht lesen lässt. Natürlich werden auch manche Begriffe eingeführt, bei denen nicht gleich klar ist, was damit gemeint ist. Es wird aber irgendwann alles erklärt, sodass der Lesespaß in keinster Weise getrübt wird.

Mich hat das Erstlingswerk von Lina Frisch voll und ganz überzeugt und nach diesem Ende möchte ich natürlich unbedingt wissen wohin es Skye & Co. als nächstes verschlägt.

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Die Macht der Düfte

Shadowscent - Die Blume der Finsternis von Freestone P. M.

Wenn man ein 600-Seiten Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen hat, ist es glaube ich eindeutig, wie die Bewertung ausfällt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass "Shadowscent" zu meinen Jahreshighlights zählen wird.
⭐⭐⭐⭐????
Durch eine Verkettung mehrerer unglücklicher Ereignisse wird die junge Rakel in den Dienst der obersten Dufthüterin gestellt.

Gleichzeitig bricht Prinz Nisai trotz Unruhen im Land zu einer Reise auf. Ausgerechnet am Blütenmond passiert in den geheimen Gärten der Hüterin der Düfte die Katastrophe: Der Kronprinz, der gerade erst angereist war, liegt vergiftet am Boden, aber er lebt. Nun ist es an Rakel und Ash ein Heilmitteln zu finden und zu retten was noch möglich ist.
⭐⭐⭐⭐????
P. M. Freestone hat mit dem Kaiserreich Aramtesch eine unglaubliche Welt erschaffen. Die Beschreibungen sind exotisch und wahnsinnig detailliert. Ich konnte mir ein richtiges schönes Bild beim Lesen machen. Wie die Autorin das Hauptthema "Düfte" verarbeitet und in die Welt einfließen lässt ist großartig und hat mich wirklich positiv überrascht. So richtig konnte ich mir das zunächst nämlich nicht vorstellen. Die Liebe zum Detail spiegelt sich auch in den Charakteren wieder und das nicht nur bei den Protagonisten Rakel und Ash. Auch die Nebenfiguren - und davon gibt es zahlreiche - haben Gesichter und eine Seele bekommen.

Vom Aufbau her wird "Shadowscent" abwechselnd aus der Sicht der Dienerin Rakel und Ash, dem Leibgardisten des Prinzen, erzählt. Die wechselnden Perspektiven verleihen dem Buch eine tolle Dynamik.
Zu Beginn lernen wir die Protagonisten und ihre von Düften geprägte Welt kennen. Durch daa schreckliche Ereignis, dass nicht all zu lange auf sich warten lässt, nimmt die Handlung dann ordentlich Fahrt auf. Und das Ende lässt mich schreiend zurück! Ich sag nur soviel: Ich brauche Teil 2! Dringend!
⭐⭐⭐⭐????
Fazit: "Shadowscent" ist ein Fantasyabenteuer mit einem Hauch Magie für die Sinne. Das Setting und die Charaktere haben mich sofort für sich eingenommen. Bitte mehr davon!

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