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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von April1985 :

Familiengeschichte über zwei Schwestern, eine verbotene Liebe und eine englische Rose

Wie Träume im Sommerwind von Katharina Herzog

Was sind eure Lieblingsblumen? Wenn es Rosen sind, dann ist Wie Träume im Sommerwind von Katharina Herzog genau der richtige Roman für euch. Die deutsche Autorin entführt euch in ihrer Familiengeschichte an duftende Schauplätze ‐ eine Rosenfarm auf Usedom und in die Grafschaft Kent, genau genommen in den Rosengarten auf Sissinghurst Castle.

Das Hörbuch hat mir eine wunderbare Auszeit beschert und war für zwischendurch gerade richtig, auch wenn ich mir mehr Spannung und Knistern gewünscht hätte.

Katharina Herzogs wirklich malerischer Schreibstil hat sehr dazu beigetragen, dass ich recht schnell ein wunderbares Bild der Schauplätze bzw. Handlungsorte vor Augen hatte. Bis auf Paris habe ich tatsächlich noch keinen der Orte besucht, hatte aber dennoch das Gefühl mich auszukennen. Ich habe die Duftreise von Usedom nach England wirklich sehr genossen, auch wenn diese einen sehr großen Raum einnimmt. Katharina Herzog verliert sich nämlich zeitweise in ihren ausschweifenden Beschreibungen der verschiedenen Düfte, Aromen und Rosen. Es wäre toll gewesen, wenn ihre beiden Protagonistinnen den gleichen Raum zur Entfaltung bekommen hätten, wirken Emilia und Klara neben den Landschaftsbeschreibungen nämlich tatsächlich etwas blass. Das ist etwas schade, da beide tolle Persönlichkeiten mit interessanten Geschichten sind. Während es die ungestüme Emilia schon immer nach Paris gezogen hat, um dort zu studieren und die Kunst der Parfümerie zu erlernen, sieht die strebsame Klara ihre Zukunft im elterlichen Betrieb ‐ der Rosenfarm auf Usedom. So unterschiedlich die Schwestern auch sind, so verbunden fühlen sie sich auch. Als Klara nach einem schweren Verkehrsunfall plötzlich im Koma liegt, ist es für Emilia klar sofort nach Hause zu kommen. Auf der Rosenfarm hat sich jedoch einiges verändert und Emilia muss erkennen, dass jeder in der Familie so seine Geheimnisse hat.

So lesen wir abwechselnd aus dem Leben von Emilia und Klara, wobei wir mit Klara einen Zeitsprung in die Vergangenheit machen. Genauer gesagt in die Zeit nach ihrem Schulabschluss, die sie in England verbracht hat. Und es ist Emilia, die die Reise in der Gegenwart nach England antritt und auf den Spuren ihrer Schwester wandelt und dabei sich selbst und auch Klara neu kennen lernt.

Katharina Herzog hat ihren Familienroman mit einer Vielzahl an Problematiken und Geheimnissen ausgestattet. Angefangen von den Eltern, die sich auseinander gelebt haben, die drohende Insolvenz der Rosenfarm, Emilias Studium in Paris, ihre erste große Liebe, Klara, die den Vater ihrer Tochter geheim hält und so weiter und so fort. Man sollte also viele Gefühle erwarten, die beim Schmökern aufkommen. Dem war aber leider nicht so. Vorallem die Liebesgeschichte von Emilia kam bei mir nicht an. Ich habe einfach kein Prickeln zwischen ihr und Josh gespürt. Und auch der Part rund um Klaras verbotene Liebschaft in England war schon fast unspannend, weil er einfach ziemlich vorhersehbar war. Hier ist leider viel Potenzial ungenutzt geblieben, was schade ist, weil die Geschichte doch eigentlich eine tolle Botschaft über den Zusammenhalt in der Familie und die Verwirklichung seiner Träume vermittelt.


Fazit

Wie Träume im Sommerwind war eine blumige Duftreise nach Paris, Usedom und Kent. Das Buch brilliert eindeutig durch den malerischen Schreibstil und die tollen Landschaftsbeschreibungen von Katharina Herzog. Leider wirken die Protagonistinnen vor diesem Hintergrund recht blass und auch der Geschichte fehlt es an Spannung, ist sie doch sehr vorhersehbar. Bei Familienromanen mit Geheimnissen erwarte ich mir da einfach mehr Überraschungsmomente. Trotzdem habe ich das Buch gerne gehört und eine wunderbare Auszeit vom Alltag genossen.

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Brandaktuelle Themen und erschreckend realitätsnah

RC2722 von David Moitet

Gebt ihr Büchern eine Chance auch wenn euch das Cover mehr abschreckt als gefällt? Ich definitiv ja. Und ich bin so froh, dass mir dadurch diese tolle Dystopie nicht entgangen ist. David Moitet hat tagesaktuelle Themen in seinem Jugendroman aufgegriffen und zeigt schonungslos wie unsere Zukunft auf der Erde in Zeiten des Klimawandels, der Flüchtlingskrise und weltweiten Pandemien aussehen könnte.

Zunächst möchte ich loswerden, dass das im Edel Verlag erschienene Jugendbuch durchaus auch für erwachsene Leser*innen spannend ist. Ich bin mit meinen Ü30 das beste Beispiel, da ich die Dystopie innerhalb von 2 Nachmittagen regelrecht verschlungen habe. Dabei war der Start sogar etwas holprig. Ich musste mich nämlich erst an den Schreibstil des Autors gewöhnen. David Moitet schreibt in sehr, sehr einfachen und schnörkellosen Sätzen. Fast schon unterkühlt könnte man sagen. Außerdem habe ich durch die Erzählperspektive aus der 3. Person etwas gebraucht bis ich Zugang zu unserem jungen Protagonisten Oliver gefunden habe. Ganz langsam haben wir einander gefunden und spätestens nach dem ersten Drittel mochte ich ihn richtig gerne. Oliver ist eine Kämpfernatur durch und durch. Er lässt sich nichts diktieren, sondern hinterfragt die Dinge. Dass im Bunker so einiges nicht mit rechten Dingen zugeht wird klar, als Olivers Vater ums Leben kommt und in weiterer Folge Olivers Bruder Marco in die verseuchte Außenwelt verbannt wird. Warum musste sein Vater sterben? Wieso wurde das Implantat mit den gespeicherten Erinnerungen des Vaters stümperhaft entfernt und fast zerstört? Was verheimlichen die Wasserkrieger, die sich täglich an die Oberfläche begeben, um die Menschen im Bunker mit Wasser zu versorgen? Findet es gemeinsam mit Oliver heraus! Ich fand es mega spannend und fesselnd was Oliver so alles aufdeckt. Hilfe bekommt er dabei von Tsché, einer jungen Außenweltlerin, und Fuku, Tschés treuer Hündin. Es ist ein tolles Gespann, welches die 3 abgeben. Obwohl sie so unterschiedlich sind und aus verschiedenen Welten kommen, lernen sie einander zu vertrauen und zu verstehen. David Moitet schafft es, hier trotz der ganzen dramatischen Ereignisse die Geschichte mit ein paar witzigen Dialogen und einer ganz dezenten Liebesgeschichte aufzulockern. Sehr gelungen!

Die Handlung selbst konnte mich wie gesagt sehr überzeugen. Als Schauplatz hat sich der französische Autor für seine Heimat Frankreich entschieden, wobei das ganze Land aufgrund von Wassermangel zerstört wurde und der Großteil der Bevölkerung durch verheerende Seuchen ausgelöscht wurde. Nur wenige haben es geschafft zu überleben und eben diese kämpfen für sich alleine, ohne Rücksicht auf Verluste. Es ist eine Gesellschaft, in der sich jeder selber am nächsten steht. Gewalt, Mord und Plünderungen sind an der Tagesordnung. Das Konzept ist eigentlich kein neues und David Moitet hat das Rad nicht neu erfunden. Dennoch ist sein Plan aufgegangen eine spannende und mitreißende Geschichte zu konstruieren. Es ist eine abenteuerliche und gefährliche Mission auf die wir gehen. Einzig das Ende ging mir dann ein bisschen zu schnell und war für meinen Geschmack zu einfach gestrickt und auch zu fröhlich, auch wenn es natürlich Hoffnung vermittelt.

Was mir am besten gefallen hat und was ich euch nicht vorenthalten will, ist, dass wir zwischen den einzelnen Kapitel auch immer wieder in die Vergangenheit und den Beginn der Krise abtauchen. Durch das Implantat von Olivers Vater tauchen wir immer wieder in dessen Erinnerungen ab und erfahren hautnah und gänsehautverursachend, wie sich die Welt verändert und in eine Todesfalle verwandelt hat. Für mich waren diese Zeitsprünge mitunter die spannendsten und aufwühlendsten Szenen. Zu lesen wie eine Familie aus ihrer Heimat flüchten muss um zu überleben. Auf was für Hindernisse sie stoßen, die Ausgrenzung und Ablehnung, die sie erleben und die ständige Bedrohung durch den tödlichen Cholera‐Virus war wirklich nervenaufreibend geschildert.

Ich könnte noch so viel mehr erzählen, halte mich aber zurück. Lest das Buch einfach selber. Lasst euch vom Cover nicht abschrecken. Für mich war RC 2722 eine eindrucksvolle Dystopie und ein Must Read aus dem Genre.

Fazit

David Moitet hat mit RC 2722 eine erschreckend realitätsnahe Dystopie zu Papier gebracht. Sein einfacher Schreibstil richtet sich zwar eher an Jugendliche, die Themen werden aber durchaus auch erwachsenen Lesern gerecht. Brandaktuelle Topics wie Klimawandel, Ressourcen‐ und Rohstoffknappheit, Flüchtlingskrise und Pandemie werden aufgegriffen und verarbeitet. Es ist ein ziemlich schonungsloses und erschreckendes Bild der Gesellschaft, welches David Moitet uns präsentiert. Nervenkitzel und Gänsehaut sind beim Lesen garantiert! Bis auf das Ende, das mir etwas zu einfach und schnell abgehandelt wurde und auch zu fröhlich war, fand ich das Buch überraschend gut. Die Dystopie reiht sich in meine Must Reads des Genre ein.

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Wenn Amor seine Pfeile fliegen lässt, ist die Liebe nicht weit

Suche Platz auf Wolke Sieben von Franziska Jebens

Wo habt ihr euren Partner kennen gelernt? In der Disco, an der Bushaltestelle oder auf der Arbeit? Bei mir trifft Letzteres zu. Ich habe allerdings viele Bekannte, die tatsächlich ihre Liebe des Lebens beim Onlinedating kennen gelernt haben. Franziska Jebens ist mit ihrem sommerlichen Liebesroman auch auf diesen Zug aufgesprungen und hat eine herrlich peppige und humorvolle Geschichte zu Papier gebracht.

Das Schönste ist aber, dass das Buch ohne großes Drama, dafür aber mit viel Gefühl und lockeren Sommevibes aufwartet.

Franziska Jebens schickt ihre sehr durchgeplante, korrekte und tief im Herzen romantisch veranlagte Protagonistin Marlene auf einen abenteuerlichen Roadtrip namens Leben. Von einem Tag auf dem anderen verliert Marlene einfach alles. Ihre Jugendliebe Sebastian lässt sie mit dem eben erst gekauften Haus sitzen und reißt Marlenes Herz damit in Stücke. Doch Marlene kämpft sich mit einer grandiosen Geschäftsidee aus ihrem Loch - sie gründet die Dating-Agentur Wolke Sieben, in welcher sie als Geschäftsführerin ihre romantische Ader so richtig ausleben kann. Im wahren Leben hat Marli, wie Marlene vom ihren Freunden genannt wird, nämlich längst den Glauben und vorallem das Vertrauen in die Liebe verloren. Denkt sie zumindest....

Mir war Marli wirklich von Anfang an sehr sympathisch, was vielleicht auch ein bisschen Corinna Dorenkamp zu verdanken ist, die ihr eine wunderbare Stimme verliehen hat. Es hat wirklich Spaß gemacht Corinna zuzuhören, auch wenn ich die Geschwindigkeit ordentlich hochstellen musste, sonst wäre mir die Lesung tatsächlich zu langsam gewesen und ein bisschen Tempo hat der peppigen Geschichte nicht geschadet.
Aber zurück zu Marlene, die ich für ihren Kampfgeist und ihre Stärke wirklich bewundert habe. Es war so schön ihre Entwicklung zu beobachten und ich muss sagen, auch wenn es vielleicht gemein klingt, was besseres als von Sebastian sitzen gelassen zu werden, hätte ihr nicht passieren können. Denn dann wäre ihr wahres und strahlendes Ich wahrscheinlich nie zum Vorschein gekommen, sie hätte nie den Weg von Basket, Bruno und Co. gekreuzt und ihre Zukunft wäre nicht so von Erfolg gekrönt gewesen.
Aber nicht nur Marlene, auch die anderen Charaktere konnte ich ins Herz schließen. Von charmant, liebevoll, tollpatschig, kauzig bis schräg war alles vertreten. Alle kamen aber sehr authentisch rüber.

Auch mit ihren Schauplätzen konnte Franziska Jebens bei mir Punkten. Sowohl in Hamburg, als auch auf Sardinien versprüht Amor Funken und lässt Fernweh aufkommen. Franziskas Schreibstil ist derart bildhaft, dass man das Gefühl hat direkt vor Ort zu sein.

Ich mochte den leichten und herrlich unkomplizierten Erzählstil wahnsinnig gerne. Und es war einfach nur toll wieder mal ein Buchzu lesen, dass ohne Drama auskommt. Den einzigen kleinen Kritikpunkt, den ich habe ist, dass die Geschichte von Anfang an doch sehr vorhersehbar ist und so richtige Überraschungsmomente mit Aha-Effekt einfach fehlen. Auch der Twist am Schluss hat mich jetzt nicht besonders überrascht, habe ich es irgendwie schon so kommen sehen. Außerdem werden so einige Klischees bedient und der Zufall spielt der Liebe auch sehr, sehr oft in die Hände. Sowas muss man mögen. Wem das aber nicht stört, wer sich einfach nur in eine lockere und unkomplizierte Liebesgeschichte fallen lassen möchte, dem kann ich Suche Platz auf Wolke Sieben wirklich empfehlen. Vorallem jetzt im Sommer hat das Buch riesigen Spaß gemacht.

Fazit:

Habt ihr Online-Dating schon mal ausprobiert? Nein? Franziska Jebens oder besser gesagt ihre Protagonistin Marlene zeigt euch wie es geht. Ich habe den sommerlichen Roman, der uns zu wunderbaren Schauplätzen in Hamburg und Sardinien entführt wirklich gerne gehört. Die herrlich unkomplizierte und undramatische Geschichte wurde sehr angenehm von Corinna Dorenkamp eingelesen. Ich habe Marlenes Weg zum Glück gebannt verfolgt, auch wenn ich mir vielleicht ein paar mehr Überraschungsmomente gewünscht hätte und vielleicht ein paar Klischees weniger. Trotzdem gibt's eine Leseempfehlung für diesen sommerlichen Must Read.

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Typische Young Adult Romance

Golden Campus von Ravensburger Verlag GmbH

Über Layla Paynes Trust my Heart bin ich durch Zufall gestolpert. Ich fand den Klappentext recht interessant, hatte aber nicht wirklich große Erwartungen. Aber was Leichtes für Zwischendurch kann ja nie schaden und so war das Hörbuch schnell geladen. Und eigentlich hätte mir der erste Teil der Golden Campus Trilogie auch richtig gut gefallen können, wären da nicht ein paar Dinge gewesen, die ich einfach unglaubwürdig fand, die für mich nicht stimmig waren und die nicht so richtig bei mir ankamen.

Aber fangen wir mal mit dem Positiven an. Layla Payne schreibt ganz wunderbar bildhaft, flüssig und sie lädt uns in die zauberhaft, charmante Kulisse South Carolinas ein. Alter Adel, Gründerfamilien, herrschaftliche Anwesen und viel Historie - Bilder, die meine Fantasie beim Lesen beflügelt haben und der Golden State Academy und ihren Schülern die perfekte Bühne geboten haben. Ja, ich mochte den Schauplatz richtig gerne, auch wenn die Einheimischen alles andere als freundlich eingestellt sind. Ein Problem, dass die 17-jährige May nur zu gut kennt. Durch ihre Großmutter ist May an der Golden State Academy aufgenommen worden. Als diese verstirbt, ist May plötzlich auf sich allein gestellt, muss sich mit ihren 17 Jahren alleine um alles kümmern und sich außerdem vor dem Gesetz für mündig erklären lassen. Es muss also dringend ein Job her und den findet May unverhofft als Nanny bei den reichen Brüdern Noah und Felix. May soll sich um die kleine Schwester der James-Brüder kümmern. Soviel zur Handlung, die zwar nicht wirklich originell ist, aber doch mein Interesse geweckt hat.
Leider muss ich aber im Nachhinein sagen, dass ich wirklich einiges unglaubwürdig und seltsam fand, was vorallem auch mit den Charakteren und deren Persönlichkeit zusammenhängt. So konnte ich Mays Verhalten zum Beispiel oft nicht nachvollziehen. May soll angeblich eine starke junge Frau sein; mir kam sie aber eher bockig und kindisch vor. Sie will einerseits als erwachsen angesehen werden, schiebt es aber immer wieder auf, die notwendigen Unterlagen einzuholen. Sie weigert sich ein klärendes Gespräch mit ihrer Mutter - schwere Vergangenheit hin oder her - zu führen und greift lieber zu illegalen Mitteln, um eine Empfehlung für das Jugendamt zu bekommen. Ganz ehrlich - es stellen sich mir sämtliche Nackenhaare auf, wenn so jemand als mündig erklärt werden würde. Das Verhalten ist absolut nicht erwachsen und zeigt eher, wie wichtig eine erwachsene Bezugsperson für May wäre. Ich glaube man merkt schon, dass May und ich bis zum Schluss nicht wirklich Freunde geworden sind.

Der zweite Punkt, den ich als äußerst kritisch ansehe, ist die Tatsache, dass May mit ihren 17 Jahren als Nanny für die etwas schwierige Schwester der James-Brüder engagiert wird. Sophie, welche ihre Eltern früh verloren hat, bräuchte eher psychologischen Beistand, als die Hilfe einer verkorksten Schülerin. Und auch die Tatsache, dass Felix, dass Sorgerecht für seine Schwestern erkämpfen will, habe ich dem Bad Boy nicht abgenommen. Sein Verhalten spricht zumindest nicht wirklich dafür, gelten seine Augen und seine Aufmerksamkeit eigentlich nur May. Ich musste wirklich oft Augenrollen und Kopfschütteln.

Ganz besonders erschreckend fand ich dann aber, dass sich selbst die Erwachsenen - wie zum Beispiel die Schuldirektorin - wie ein zickiger Teenager benimmt. High Society hin und her, aber die Darstellung war absolut realitätsfremd.

Weil ich gerade mit den Protagonisten so meine Problemchen hatte, kam die Love Story bei mir auch nicht so recht an. Mir fehlte es an Tiefgang, Emotionen und Knistern. Trotz allem habe ich die Geschichte aber gerne verfolgt. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, ist aber so. Layla Payne hat es mit ihrer einnehmenden Art doch irgendwie geschafft mich zu fesseln und wie ich eingangs schon geschrieben habe, ein tolles Setting erschaffen. Und auch die Handlung hätte mir besser gefallen können, wenn die Protagonisten sich etwas authentischer verhalten hätten.
So hats zwar nicht zum Highlight und Must Read gereicht, aber für Zwischendurch war das Buch wirklich okay.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Hörbuch. Ich habe tatsächlich etwas gebraucht, um mich an die Stimme von Katja Sallay zu gewöhnen. Vorallem die erwachsenen Personen kamen extrem nervig rüber und ich habe der Sprecherin die Rollen einfach nicht abgenommen. May und Felix waren aber ganz gut getroffen, sodass ich das Hörbuch dann doch recht zügig durchgehört habe.

Fazit:

Layla Paynes Trilogieauftakt, konnte mich leider nicht gänzlich begeistern. Die Autorin schreibt unglaublich einnehmen, locker und flüssig und hat ein wunderbares Setting kreiert. Leider wirken die Charaktere aber alles andere als authentisch und aufgesetzt, was die gesamte Handlung irgendwie unglaubwürdig hat werden lassen. Für Zwischendurch war das Buch aber okay und daher gibt's auch 3 Herzchen. Weiterverfolgen werde ich die Reihe aber eher nicht.

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Sehr spannungslos und nüchtern

Girl A von Abigail Dean

Schon lange hat mich kein Klappentext mehr so sehr angefixt wie es bei Abigail Deans Girl A der Fall war. Es ist die Geschichte eines Mädchens, einer jungen Frau, das unfassbar schreckliches und grausames durchmachen musste - Gewalt und Missbrauch im eigenen Elternhaus. Doch Lex ist stark, sie kann sich und ihre Geschwister aus dem Gefängnis befreien.

Als Jahre später ihre Mutter während der Haft verstirbt und Alexandra ihr Erbe antritt, sieht sie sich plötzlich wieder mit den Albträumen ihrer Kindheit konfrontiert.

Ich war wirklich unglaublich gespannt darauf auf welche dramatische und emotionale Reise uns Abigail Dean mitnimmt. Welche Schrecken uns im Horrorhaus erwarten. Wie sich Lex und ihre Geschwister entwickelt haben und welche Ängste sie nach wie vor begleiten. Einen packenden und fesselnden Thriller habe ich mir erhofft, der mich tief in die Psyche der Täter und Opfer eindringen lässt. Leider muss ich aber sagen, dass ich das Hörbuch bei der Hälfte abgebrochen habe.

Da war zunächst einmal Abigail Deans Stil, mit dem ich nicht so wirklich warm werden wollte. Die Autorin erzählt Lex Geschichte sehr emotionslos und kalt. Ich konnte Lex und ihre Gefühle nicht greifen. Sie blieb mir als Charakter irgendwie fremd, was auch damit zusammen hängt, dass mir die Ereignisse aus Lex Vergangenheit zu wenig heraus gearbeitet wurden. Außerdem fehlte mir irgendwie die düstere, beklemmende Atmosphäre, die es bei Thrillern dieser Art aber meines Erachtens braucht, um voll und ganz eintauchen zu können. Dabei fand ich den Anfang noch recht vielversprechend. Ab dem Zeitpunkt als Lex als Verwalterin des Erbes der Reihe nach ihre Geschwister aufsucht, um die Nachricht vom Tod der Mutter zu überbringen, wurde es mir dann aber irgendwie zu konfus und - was mich auch schon zum nächsten Punkt bringt - zu spannungslos. Ich hatte über weite Strecken das Gefühl auf der Stelle zu treten, es ist nichts von Bedeutung passiert und die teilweise sehr langen und ausschweifenden Kapitel, die dann auch noch Zeitsprünge beinhalten, haben es mir schwer gemacht am Ball zu bleiben. Ich fühlte mich regelrecht gelangweilt, was auch Verena Wolfien, die Sprecherin des Hörbuches, nicht wirklich ändern konnte. Ihre Lesung war passend monoton, genau wie die geschilderten Ereignisse und Dialoge im Buch. Da ich mir das ganze keine 12 Stunden lang antun wollte und ich auch nicht davon ausgehe, dass sich noch groß etwas geändert hatte, was Spannung und Atmosphäre betrifft, habe ich beschlossen, Lex Geschichte zur Halbzeit abzubrechen.

Fazit
Hier ist er also. Mein erster persönlicher Flop des Jahres. Dabei habe ich mir wirklich viel von Girl A erhofft, entspricht das Buch doch meinen Beuteschema, was Thriller angeht. Autorin Abigail Dean konnte mich mit ihrer Umsetzung allerdings gar nicht überzeugen. So können wir als Leser nur erahnen, welch schreckliches Martyrium Alexandra in ihrer Kindheit durchleben musste. Leider war für mich alles zu oberflächlich dargestellt. Emotionen kamen bei mir gar nicht an und das ganze war dazu sehr spannungslos und nüchtern erzählt. Da ich nicht davon ausgegangen bin, dass mich das Buch noch abholen kann, habe ich beschlossen Lex' auf ihrer Reise in die Vergangenheit nicht weiter zu begleiten und das Hörbuch bei der Hälfte abgebrochen.

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Faszinierende Idee, leider sehr verwirrend umgesetzt

Partem. Wie die Liebe so kalt von Stefanie Neeb

Als ich Partem in der Programmvorschau des Dragonfly Verlages gesehen habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Ich habe mir eine mitreißende, emotionale Handlung und eine düstere, geheimnisvolle und mystische Stimmung erhofft. Bekommen habe ich vor allem viele offene Fragen und ein Leseerlebnis, dass mich eher verwirrt als aufgeklärt hat.

Aber von Anfang. Stefanie Neebs Idee eines Geheimordens, der die Liebe aus Menschen saugt, fand ich zunächst ziemlich genial. Der junge Jael gehört dem Orden, welcher sich Partem nennt, an. Berechnend und eiskalt ist er bereit für seine Mission sogar Menschenleben zu opfern...bis er auf Xenia trifft. Xenia weckt Gefühle in Jael, die zu spüren er eigentlich gar nicht in der Lage ist. Und außerdem birgt auch Xenia ein Geheimnis oder besser gesagt verfügt sie über eine besondere Gabe, die für das Partem eine Bedrohung darstellt. Eine ziemlich geniale Grundidee wie ich finde, mit großem Potenzial zu Spannung und Nervenkitzel. Die Idee der Gefühlsdiebe, der verschiedenen Ebenen der Liebe, sei es die Liebe zu seinen Hobbys, freundschaftliche Liebe oder romantische Liebe und die verschiedenen Stufen, welche die Mitglieder des Partems erreichen können, ist wirklich faszinierend. Doch leider bin ich mit der Umsetzung nicht so wirklich zurecht gekommen. Das fängt schon damit an, dass das Buch aus 4! verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde. Mir war das eindeutig zu viel und es hat mich auch auf gewisse Weise überfordert, da ich zu keinem der Protagonisten einen Draht finden konnte. Mir hätte ein Wechsel zwischen Jael und Xenia eindeutig gereicht. Chrystal, Jaels Mitbewohnerin und ebenfalls Teil des Partem, und Felix, Xenias bester Freund, sind zwar tolle und beeindruckende Charaktere, hätten meiner Meinung nach aber keine eigenen Kapitel gebraucht. Dazu kommt, dass sich manche Szenen wiederholt haben, nur eben aus einer anderen Perspektive geschildert. Dadurch sind nochmals vermeidbare Längen entstanden. Manchmal ist weniger einfach mehr.

Genau umgekehrt verhält es sich allerdings mit dem Informationsfluss. Mich hat selten ein Buch so lange so ratlos zurück gelassen. Die Autorin stellt uns vor Tatsachen ohne diese groß zu erklären und auch das Partem, sein Sinn und Zweck, hat sich mir bis zum Schluss nicht so wirklich erschlossen. Ich weiß zwar, dass noch eine Fortsetzung erscheinen wird, ein paar Antworten hätte uns Stefanie Neeb aber trotzdem jetzt schon mal liefern können.

So hat sich das Buch für mich vorallem in den ersten zwei Dritteln sehr gezogen und mir Kopfzerbrechen bereitet. Geglänzt hat hier vorallem der Romantasy-Anteil. Es wird geflirtet, die wunderbaren Augen der Protagonisten bewundert und viel geschmachtet. Erst gegen Ende hat die Geschichte so richtig Fahrt aufgenommen und mein Interesse etwas mehr geweckt. Vorallem auch, weil sich endlich einige Ereignisse aufgeklärt haben und der Knoten in meinem Kopf zumindest teilweise entwirrt wurde.

Wie ich eingangs geschrieben habe, habe ich zwischendurch - vorallem um die Längen zu überbrücken - immer wieder zum Hörbuch gegriffen. Trotz der sehr bemühten und tollen Sprecherin Carolin Sophie Göbel waren auch hier die 4 Perspektiven sehr verwirrend. Ich hätte es tatsächlich besser gefunden, wenn mehrere Sprecher das Buch eingelesen hätten. So wusste ich leider oft nicht, aus welcher Sicht ich eigentlich gerade höre. Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, war die musikalische Untermalung am Anfang und zu Ende hin. Die Musik von Wolfgang Runkel mit den choralen Gesängen hat dem Hörbuch den mystischen Touch verliehen, den ich an der Handlung so sehr vermisst habe.

Fazit

Partem - Wie die Liebe so kalt aus der Feder von Stefanie Neeb hat mich leider mit vielen Fragezeichen im Kopf und ziemlich ratlos zurück gelassen. Die eigentlich geniale Grundidee wurde meines Erachtens nicht wirklich gut umgesetzt. Zu viele Perspektivenwechsel, zu viel Geschmachte und zu wenig Erklärung zu den Gefühlsdieben und dem Partem haben mir das Leseerlebnis nicht gerade versüßt. Weil ich die Idee aber prinzipiell faszinierend finde und ich hoffe, dass die Fortsetzung einiges aufklären wird, vergebe ich gerade noch so 3 gut gemeinte Herzchen.

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Ausgelassene Strandpartys, leckere Cocktails und herrliche Summervibes! Eine wunderbar leichte Sommerromanze!

Partem. Wie die Liebe so kalt von Stefanie Neeb

Können 7 Minuten dein Leben verändern? Wenn es nach Lea Coplin geht, dann ja. Denn mehr Zeit ist für Penny und Milo nicht notwendig, um den jeweils anderen nachhaltig in Erinnerung zu behalten. Lea Coplin hat mit ihrem Buch Mir dir leuchtet der Ozean eine wunderbar leichte Sommerromanze zu Papier gebracht, die nicht nur auf die idyllische Kanareninsel Fuerteventura entführt, sondern auch mit sympathischen Protagonisten, ausgelassener Partystimmung, herrlichen Summervibes und nicht all zu viel Drama glänzt.

Ein tolles Buch, um den Alltag für kurze Zeit zu entfliehen und perfekt für einen Tag am Strand oder Pool.

Es ist tatsächlich so, dass ich das Buch an einem Tag durchgehört habe, wollte ich das sonnige Eiland einfach nicht mehr verlassen. Mit knappen 8 Stunden zum Hören bzw. 336 Seiten zu lesen, ist das auch richtig gut machbar. Lea Coplins lockerer und leichter Erzählstil gibt einem ohnehin das Gefühl nur so durch die Kapitel, welche abwechselnd aus Pennys und Milos Sicht geschrieben sind, zu fliegen. Durch die eher kurzen Abschnitte kommt zudem zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Dabei passiert vorallem im ersten Teil des Buches relativ wenig. Man lernt Penny, Milo und die anderen Mitarbeiter im All Inclusive Club kennen, feiert mit ihnen ausgelassene Strandpartys, genehmigt sich bei Milo einen Cocktail an der Bar oder probt mit Penny für die kommende Theateraufführung. Daneben erfährt man auch so einiges aus der Vergangenheit von Penny und Milo, was die beiden vor 4 Jahren in den Schrank getrieben hat, und warum sie das Schicksal letztlich nach Fuerteventura geführt hat. Ein bisschen Drama ist natürlich vorprogrammiert und wer den Klappentext gelesen hat, kann sich eigentlich auch denken in welche Richtung es steuert. Denn Milo ist eigentlich mit Helena, Pennys Zimmergenossin, in einer Beziehung. Aber keine Panik, das ganze Dilemma nimmt erst im letzten Drittel so richtig Fahrt auf und überlagert keinesfalls die zuvor aufgebauten Summervibes. Es ist eigentlich alles sehr unaufgeregt und dennoch kurzweilig.

Außerdem konnte ich mich sehr gut in die beiden Protagonisten hineinfühlen. Ich empfand ihre Darstellung sehr natürlich und authentisch und auch die Geschehnisse rund um den Cluballtag sehr gelungen und keinesfalls überzogen. Ein bisschen habe ich mich in meine eigene Zeit als Hotelpraktikantin zurück versetzt gefühlt und wehmütig zurück geblickt. Und das eine und andere ist tatsächlich auch mir damals passiert. Vielleicht konnte ich gerade auch deshalb so gut mit Penny, Milo und Helen mitfiebern.

Ich fand Mit dir leuchtet der Ozean trotz Vorhersehbarkeit unglaublich stimmig und zudem wahnsinnig toll eingelesen von Sebastian Fischer und Funda Vanroy. Die beiden Sprecher haben Milo und Penny perfekt in Szene gesetzt, so manche Dialoge nochmals um einiges humorvoller wirken lassen, als sie ohnehin schon sind, und einfach dazu beigetragen, dass man beim Hören wunderbar abschalten und sich wegtragen lassen konnte. Absolute Hör- bzw. Leseempfehlung!

Fazit
Mit dir leuchtet der Ozean ist ein wunderbar leichter Liebesroman mit herrlichen Summervibes, der Lust auf Strandpartys, Cocktails und Urlaub macht. Ich habe Lea Coplins Sommerromanze an einem Tag durchgehört. Sowohl die luftig und leichte Art des Erzählens und die beiden Sprecher Sebastian Fischer und Funda Vanroy haben dazu beigetragen, dass ich mich einfach mit der Geschichte davontreiben lassen konnte. Wer Lust auf eine überwiegend unaufgeregte Liebesgeschichte hat, welche auf die Kanareninsel Fuerteventura entführt, dem kann ich Lea Coplins Roman sehr ans Herz legen.

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Schnell und leicht zu lesende Urban Fantasy. Leider alles sehr oberflächlich.

Underworld Chronicles - Verflucht von Jackie May

Urban Chronicles - Verflucht ist der erste Teil einer Urban Fantasy-Reihe aus der Feder von Jackie May, besser bekannt als das Autorenduo Kelly Oram. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Kelly Oram hinter dem Pseudonym Jackie May steckt, musste ich das Buch unbedingt lesen. Herrlich unkompliziert und mit gewohnt jugendlichem Flair und einer sehr einfach gehaltenen Sprache konnten mich die Autoren auch wieder sehr von sich überzeugen.

Ich mag dieses Leichte und Lockere zwischendurch beim Lesen unglaublich gerne und schätze es sehr auch mal nicht zu viel mitdenken zu müssen. Trotzdem erwarte ich mir natürlich eine gehaltvolle Handlung und authentische Charaktere, die beide mit etwas Tiefgang glänzen sollten. Und genau das ist der Autorin hier leider überhaupt nicht geglückt. Schade, denn die Idee von Vampiren, Trollen, Sirenen und Co. in Detroit finde ich wirklich spannend.

Jackie Mays Urban Fantasy ist in einer der wohl gefährlichsten Städte der USA angesiedelt. Einem besseren Schauplatz für den, sagen wir mal übernatürlichen, Kriminalfall kann es eigentlich nicht geben. Protagonistin Nora wird eher ungewollt mitten in die Ermittlungen von vermissten, entführten übernatürlichen Wesen hineingezogen. Dabei will Nora aufgrund ihrer schweren Vergangenheit eigentlich nichts mit der 'Unterwelt' zu tun haben. Doch Nora hat eine besondere Begabung und sie ist wahrscheinlich die letzte Rettung für die entführten Wesen.

Wie gesagt klingt alles ganz spannend und gut, aber leider fehlt es der kompletten Geschichte an Tiefgang. Es wirkt alles nicht so wirklich ausgereift. Der ganze Kriminalfall wird in meinen Augen viel zu schnell aufgeklärt, alles wird viel zu oberflächlich geschildert, Nora löst scheinbar alles mit Leichtigkeit und auch das Ende kommt einfach viel zu schnell und aprubt. Doch nicht nur die Handlung selbst wirkt irgendwie unfertig, auch bei den Charakteren hat Jackie May zum einen gespart, was Tiefe angeht, zum anderen wirken diese in sich nicht stimmig. Protagonistin Nora ist hier das beste Beispiel. Einerseits hat sie eine berechtigte Abneigung gegen die Unterwelt und deren Geschöpfe, andererseits schließt sie schnell neue Freundschaften, zieht mit einem Troll zusammen, datet Vampire usw. Diese Widersprüchlichkeit passt für mich überhaupt nicht, weshalb ich zu Nora auch nicht wirklich einen Bezug aufbauen konnte. Authentisch geht anders.

Sehr schade, denn die Geschichte hätte definitiv Potenzial gehabt. 100 Seiten mehr hätten nicht geschadet, um den ganzen mehr Tiefgang, mehr Charakterstärke, ein ausgereifteres Worldbuilding und mehr Atmosphäre zu verleihen. So verblasst das Gelesene aber leider sehr schnell und ich habe jetzt auch nicht das Bedürfnis unbedingt weiter lesen zu müssen.

So, und weil das alles jetzt irgendwie so negativ klingt, möchte ich abschließend ein paar positive Worte fallen lassen. Jackies Schreibstil weiß zu fesseln und liest sich unglaublich schnell und leicht. Teilweise ist er auch sehr humorvoll, was sehr zu manchen Charakteren im Buch passt. Ich sag nur Rock-Cowboy Nick, welcher Nora bei den Ermittlungen zur Seite steht. Der smarte, geheimnisvolle Agent ist übrigens auch mein kleines, persönliches Highlight gewesen und vielleicht, ganz vielleicht, gebe ich den Underworld Chronicles wegen ihm noch eine Chance.

Fazit

Jackie May, ein Pseudonym des Autorenduos Kelly Oram, entführt uns mit ihrem Reihenauftakt in die Unterwelt Detroits, die von Vampiren, Trollen & Co. bevölkert ist. Als eine Reihe von Entführungen übernatürlicher Wesen stattfindet, wird Nora ungewollt in die Ermittlungen hineingezogen und muss sich dabei auch ihrer eigenen schweren Vergangenheit stellen. Die Geschichte hat definitiv Potenzial, leider wurde dies aber nicht annähernd ausgeschöpft. Es mangelt an Tiefgang, Charakterstärke, einem ausgereiften Worldbuilding und Atmosphäre. Einzig Jackie Mays wunderbar erfrischender, jugendlicher und leichter Schreibstil hat das Buch nicht zu einem kompletten Flop für mich gemacht. Leseempfehlung kann ich dieses Mal leider nicht aussprechen, ich bin mir aber sicher, dass das Buch seine Fans finden wird.

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Spannender Reihenauftakt. Innovativ, bildgewaltig und vollgepackt mit Geheimnissen!

New Worlds von Kampenwand Verlag

Willkommen in der Neuen Welt! Willkommen in Eden! Willkommen im Jahr 2358!

Was Anne Oldach uns mit ihrem Debütroman präsentiert ist eine wahnsinnig bildgewaltige und faszinierende Vision der Zukunft. Während die alterslose Lika in einer Welt ohne körperliche Liebe, Neid und Hass, dafür aber mit den fortschrittlichsten, technischen Errungenschaften lebt und Forschungen betreibt, kämpfen die wenigen verbleibenden Menschen in der Alten Welt jeden Tag ums Überleben.

Zwei Welten, verschiedene Lebensumstände gewürzt mit Verrat, Manipulation und Lügen. Und trotz aller Widrigkeiten keimt eine junge Liebe, die um ihr Vertrauen kämpfen muss. Der dystopische Roman hat mich definitiv begeistert!

Anne Oldachs New Worlds, das ich dem Jugendbuchsektor zuordne, hatte beim Lesen eine regelrechte Sogwirkung auf mich. Durch den wunderbar unkomplizierten und sehr anschaulichen Schreibstil der Autorin bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Die Welt, oder besser gesagt die Welten, die sich mir dabei eröffnet haben, haben dabei eine unglaubliche Faszination auf mich ausgeübt. Vorallem von der Neuen Welt mit ihrer Technik und den großartigen Innovationen konnte ich nicht genug bekommen. Menschen werden nur mehr im Reagenzglas gezeugt, Computer geben den Tagesablauf vor, Holodecks sorgen für Freizeitspaß und sportliche Aktivitäten und spezielle Medikits sorgen für ewige Gesundheit und der damit einhergehenden Alterslosigkeit. Anne Oldach beschreibt ihre "gläserne Stadt" bis ins kleinste Detail und dennoch denke ich, dass es noch soviel mehr kennen zu lernen gibt. Im starken Kontrast dazu leben die Altweltler fast schon rückständig. Harte Arbeit, wenig bis gar keine technischen Hilfsmittel und zahlreiche Krankheiten prägen den Alltag in der alten, vor den Neuweltlern verborgenen, Welt.

Protagonistin Lika, welche in einem Forschungsteam zur Bekämpfung von Viren arbeitet, erhält im Zuge eines Geheimprojektes die Chance ihren Mentor und Professor auf eine Mission in die Alte Welt zu begleiten. Selbst getarnt als Altweltler wollen Lika und der Professor Impfungen durchführen und ihre Gesundheitsakten für ihre Forschungen erweitern. Als Lika im Dorf auf Milo trifft und dieser ihr mit seiner schroffen und abweisenden Art seine Welt und Ansichten offenbart, beginnt in Lika langsam ein Umdenken stattzufinden. Es werden nicht nur Gefühle in ihr geweckt, die sich bislang nicht gekannt hat, sie fängt zudem an Dinge zu hinterfragen. Nicht zuletzt wegen einer Reihe seltsamer Ereignisse, die sie teilweise selbst betreffen und vor denen sie nicht weiter die Augen verschließen kann. Spricht der Professor wirklich die Wahrheit? Steckt mehr hinter den Forschungen? Was hat es mit den plötzlichen Todesfällen im Dorf auf sich? Und warum plagen Lika nach und nach mehr Albträume?

Lika ist wirklich eine ganz besondere Protagonistin, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass sie alterslos ist. Sie ist fleißig, strebsam und wissbegierig... eine Forschernatur. Sie kennt nur das strukturierte Leben in der Neuen Welt. Gefahren, Krankheiten und Tod sind ihr fremd bzw. Schauermärchen der Vergangenheit. Ich war wirklich gespannt darauf, wie sich die junge Frau unter den Altweltlern schlagen wird. Und ich finde, sie hat ihre Sache bravourös gemeistert. Wirkt sie anfangs noch fast wie ein Android - perfekt und makellos - bröckelt nach und nach die Fassade und sie integriert sich immer mehr in ihr neues, vorübergehendes Leben. Was mir unheimlich gut gefallen hat und Lika so ehrlich und authentisch hat wirken lassen, ist die Tatsache, dass ihre Entwicklung zum "Menschlichsein" gemächlich von statten geht. Lika wirft nicht gleich bei der erst besten Gelegenheit ihre Prinzipien über Bord. Wir begleiten Lika auf ihren Lernprozess, was einfach unglaublich spannend ist.

Aber auch Likas Love Interest Milo habe ich trotz seiner zunächst sehr abweisenden und fast schon arrogant wirkenden Art schnell ins Herz geschlossen. Milo hat schon einige Schicksalsschläge erlebt, die er wie Narben auf dem Körper mit sich herumschleppt. Dass er ein Auge auf Lika geworfen hat, merkt man recht schnell. Aber Milo hat auch seine Prinzipien. Dass Misstrauen gegenüber dem Professor und den Impfungen ist allgegenwärtig. Und tief in seinem Inneren weiß er auch, dass er und Lika keine Zukunft haben können.

Neben der sanft erzählten Liebesgeschichte punktet New Worlds bei mir vorallem mit seinem grandiosen Worldbuilding und spannenden, gesellschaftlichen Konflikten. Es werden im Laufe des Lesens viele Fragen aufgeworfen, längst aber nicht alle beantwortet. Ich setze hier auf die Fortsetzung, auf die ich mich schon wahnsinnig freue. Vorallem weil das Ende mich doch ziemlich sprachlos zurück gelassen hat.

Fazit
New Worlds - Lüge & Verrat ist ein faszinierender Reihenauftakt aus der Feder von Anne Oldach. Die deutsche Autorin hat Bilder einer unglaublich fortschrittlichen und innovativen Zukunft in meinen Kopf gepflanzt - ein scheinbares Paradies ohne Gefahren, Hass und Tod. Doch die Fassade bröckelt. Man könnte auch sagen, dass hier Utopie auf Dystopie trifft.
Das Buch hat bei mir vorallem mit seinem detaillierten Worldbuilding, authentischen Charakteren, ordentlich Konfliktpotenzial und Geheimnissen gepunktet. Dazu kommt Annes unglaublich lockerer und leichter Schreibstil, der mich an die Seiten gefesselt hat. Für mich ist die Dystopie genau so perfekt und daher gibt es auch eine absolute Leseempfehlung!

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ein eher ruhiger Reihenauftakt, der geheimnisvoll und mystisch ist

Dark Blue Rising (Bd. 1) von Teri Terry

Dark Blue Rising war mein erstes Buch der Autorin Teri Terry, welche sich mit Jugendthrillern einen Namen gemacht hat. Auch dieser Reihenauftakt reiht sich in die Liste von Thrillern ein, wobei es mir hierfür etwas an Action und Tempo gefehlt hat. Dennoch konnte es bei mir vorallem mit seinen geheimnissvollen und mystischen Aspekten und einer tollen Protagonistin punkten.

Und auch der Schreibstil von Teri Terry war wahnsinnig angenehm zu lesen und sehr einnehmend.

Teri Terry erzählt in ihrem Jugendroman die Geschichte der 16-jährigen Tabby, welche mit ihrer Mutter Cate ein sehr verstecktes und eingeschränktes Leben führt. Nicht nur, dass Tabby von zu Hause unterrichtet wird, sie darf auch niemanden ihren Namen sagen, Freundschaften sind tabu und auch alltägliche Dinge wie Handy und Internet sind fast schon ein Fremdwort. Cates Anliegen ist es auf keinen Fall Spuren zu hinterlassen und so ziehen die beiden auch ständig um; verweilen nie lange am selben Ort - bis eines Tages der Schutzwall, den Cate erschaffen hat, einreißt und Tabbys Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellt. Entspricht irgendetwas der Wahrheit, was Cate Tabby erzählt hat? Ist Tabbys gesamtes bisheriges Leben eine einzige große Lüge? Das müsst ihr natürlich selber herausfinden und ich garantiere dabei jede Menge Spannung. Denn das muss man Teri Terry lassen. Sie weiß wie sie ihre Leser*innen gefangen nimmt, sodass man trotz recht vieler ruhiger Passagen unbedingt wissen will, wie es weiter geht; wo die Geschichte hinführt. Die Autorin wirft nämlich gleich zu Beginn so unglaublich viele Fragen auf, deren Antwort einem keine Ruhe lassen. So ist zum Beispiel die Tatsache, dass sich Tabby unglaublich vom Meer und Wasser angezogen fühlt ein Rätsel, welches es zu lüften gilt. Aber auch Cates eindringliche Warnung vor "dem Kreis" hat mir beim Schmökern keine Ruhe gelassen.

Wie gesagt, Teri Terry hat gekonnt Spannung erzeugt, lässt das ganze dann aber im Mittelteil etwas abflauen. Wir lernen in diesem Teil Protagonistin Tabby, aus deren Ich-Perspektive wir übringens alles mitverfolgen, kennen. Tabby ist ein Teenager, den ich als sehr erwachsen und reif für ihr Alter empfunden habe. Kein Wunder allerdings, wenn man bedenkt, was sie in ihren jungen Jahren schon alles mitmachen musste. Man spürt allerdings auch, dass Tabby gerne ausbrechen würde und einfach mehr will, als das was Cate ihr zu bieten hat. Und so tut sie auch ein paar unbedachte Dinge, welche die Ereignisse so richtig ins Rollen bringen. Für mich haben diese Handlungen Tabby erst richtig authentisch und echt werden lassen. Und auch durch die Tatsache, dass sie nicht alles so hinnimmt, wie man es ihr vorgibt und sie Fragen stellt, hat sie Pluspunkte bei mir gesammelt. Alle Fragen wurden zwar bei weitem noch nicht beantwortet, aber dafür gibt es ja dann die Fortsetzungen.
Außerdem versprüht Tabby eine gewisse geheimnissvolle Aura und dann ist da noch ihre besondere Gabe die Luft sehr lange unter Wasser anzuhalten. Hier hat die Autorin ihrem Jugendthriller einen Hauch Fantasy verpasst. Für mich sehr gelungen.

Wie gesagt, der Mittelteil war eher ruhig, dennoch interessant, hat mich aber zweitweise vergessen lassen, was Tabbys Ziele eigentlich sind...wo das Buch hinführen wird. Dafür hat Teri Terry Dark Blue Rising im letzten Drittel dann so richtig zu einem regelrechten Pageturner werden lassen, der mit einem ordentlichen Cliffhanger endet.

An dieser Stelle möchte ich auch ein paar Worte zum Hörbuch fallen lassen, welches von der wunderbaren Stimme Nadine Zaddams eingelesen wurde. Die Sprecherin hat eine wahnsinnig einnehmende Art zu lesen. Ihre Stimmmelodie hat einfach perfekt zu Tabby gepasst und die 16-jährige so richtig lebendig werden lassen. Wahrscheindlich ist es auch Nadine zu einem großen Teil zu verdanken, dass ich die Geschichte trotz ihrer vielen ruhigen Passagen gebannt weiter verfolgt habe. Ich denke, dass ich beim Lesen alleine nicht so gefesselt gewesen wäre. Für das Hörbuch bzw. die Auswahl der Sprecherin vergebe ich daher auf jeden Fall 5 Sternchen.

Ein Wort noch zum Schluss: Dark Blue Rising wird als Klima-Thriller angepriesen. Ich persönlich habe es nicht so empfunden. Es sind zwar schon "Spuren von Umweltschutz und Klimawandel" enthalten, allerdings nicht so präsent, dass ich von einem Klima-Thriller sprechen würde. Mal sehen, was die beiden Fortsetzungen dazu noch bringen, die ich auf jeden Fall auch lesen oder hören werde.

Fazit

Dark Blue Rising ist der Auftakt zur neuen Klima-Thriller-Trilogie aus der Feder von Teri Terry. Die Autorin erzählt die Geschichte der 16-jährigen Tabby, deren Leben völlig auf den Kopf gestellt wird. Die Handlung ist vollgepackt mit Geheimnissen, hat einen gewissen mystischen Touch und auch paar Fantasy-Elemente kommen durch. Mich konnte Teri Terry mit ihrem eher ruhigen Jugendthriller, der sich im letzten Drittel zu einem mitreißenden Pageturner entwickelt, überzeugen. Daher gibts auch eine Leseempfehlung!

Außerdem möchte ich auch eine absolute Hörempfehlung aussprechen. Nadine Zaddam hat als Sprecherin großartige Arbeit geleistet und die Geschichte noch lebendiger werden lassen.

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