Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Faszinierende Fantasy über die Macht der Worte
Hush (Band 1) - Verbotene Worte von Dylan Farrow
Hush - Verbotene Worte ist ein Fantasyroman, bei dem die Meinungen ziemlich auseinandergehen. Und wie es letztlich so ist, hat bei mir die Neugierde gesiegt und ich habe mir kurzerhand das Hörbuch über Audible geladen, welches von der wunderbaren Dagmar Bittner eingelesen wurde. Dagmar Bittner hat Protagonistin Shea einen starken Ausdruck verliehen und ich habe mich recht schnell in der mittelalterlich gestalteten Welt verloren.
Natürlich ist es aber in erster Linie Dylan Farrows geschickter Umgang mit den Worten, welcher eine regelrechte Sogwirkung bei mir ausgelöst hat. Manipulation, Vertuschung, gefährliche Mächte, Wahnsinn und Realitätsverlust, eine mysteriöse und tötliche Krankheit - ziemlich geniale Themen, welche die Autorin aufgreift. Es hat sich zwar leider nicht alles komplett für mich erschlossen, aber bis auf ein paar kleine Schwächen habe ich mich tatsächlich bestens unterhalten gefühlt.
Dylan Farrow hat sich für ihr Fantasydebüt ein unglaublich faszinierendes Thema ausgesucht - die Macht der Worte. Protagonistin Shae lebt in einer Welt, in der gesprochene und geschriebene Worte äußerst gefährlich sein können. Einzig den Barden des Hohen Hauses, welche das verarmte Land mit eisener Hand regieren, ist es erlaubt mit Worten Magie zu wirken. Sie führen Beschwörungen aus, die sowohl für Glück und Segen, als auch für Verlust sorgen können. Es ist also kein Wunder, dass die Menschen den Barden sehr unterwürfig und ängstlich gegenüber stehen. Doch Shae selbst hat ebenfalls eine besondere Gabe, die sie vorallem vor den Barden geheim halten muss. Denn alles was sie stickt, wird Wirklichkeit. Als ein furchtbares Ereignis Shaes Leben komplett durcheinander wirft, sieht sich das junge Mädchen gezwungen Hilfe und auch Antworten bei den Barden zu suchen - eine Mission, welche Shae nahezu den Verstand raubt.
Ich habe Shae trotz all ihrer Schwächen als Protagonistin sehr lieb gewonnen. Ja, sie ist sehr naiv, sie vertraut zu schnell, sie ist stur und ihre Handlungen teilweise überstürzt. Und doch beweist Shae Mut, als sie sich den Barden anschließt. Ich habe jedenfalls sehr mir ihr mitgefiebert, auch wenn ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte.
Bis zu Shaes Aufbruch zu den Barden wird die Geschichte eher ruhig erzählt. Wir bekommen einen ersten Eindruck von Montane, einer mittelalterlich anmutenden Welt, in der die Menschen in Angst vor den blauen Flecken leben. Auch Shaes Bruder ist als Kind den blauen Flecken zum Opfer gefallen, was dazu geführt hat, dass Shaes Mutter verstummt ist. An dieser Stelle erhalten wir schon mal ein gutes Bild davon, welch tötliche Macht Wörter und Tinte in Montane haben können. Ich hätte gerne noch mehr dazu erfahren, doch Dylan Farrow bleibt hier eher wage und so müssen wir uns als Leser leider mit ein paar wenigen Informationen zu dieser schrecklichen und mysteriösen Krankheit zufrieden geben.
Überhaupt geizt die Autorin mit tiefergehenden Informationen, insbesondere was das Worldbuilding und die Magie betrifft. Wir erfahren zwar so einiges aus dem Wirken und Handeln der Barden, so richtig begreifen und fassen, konnte ich die Magie aber bis zum Schluss hin nicht richtig. Und auch die Barden selbst warfen Fragen bei mir auf. Ich hätte gerne mehr zu ihnen erfahren; woher zum Beispiel ihre Begabung kommt oder wie sie überhaupt an die Macht gekommen sind. Trotz dieser Lücken war ich dennoch durchwegs gefangen und an die Seiten gefesselt.
Wie ich oben schon geschrieben habe, hat Dylan Farrow ihre Geschichte eher ruhig, dafür sehr stimmungsvoll aufgebaut. Das ändert sich als sich Shaes Weg mit dem der Barden kreuzt. Ab da wird die Geschichte lauter, teilweise aber auch verwirrender. Genauso wie Shae konnte auch ich bald nicht mehr Realität und Wahnvorstellung voneinander unterscheiden. Was entspricht noch der Wirklichkeit? Wer ist Freund, wer Feind? Ein Spiel der Irrungen und Wirrungen und zugleich eine Tatsache, die eine unglaubliche Sogwirkung auf mich hatte. Hush punktet im weiteren Verlauf auch noch mit so einigen überraschenden Wendungen und Handlungsverläufen, die mich tatsächlich verblüfft haben. Auch das Ende hat mich überrascht und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Der zweite Teil ist es auch, in dem ich meine Hoffnungen setze, dass so manche Lücke noch gefüllt wird und meine offenen Fragen zur Gänze beantwortet werden. Trotz einiger Schwachpunkte, die vorallem mangelnde Tiefe betreffen, habe ich Hush sehr gerne gehört und daher gibt's auch eine Lese- bzw. Hörempfehlung.
Fazit
Hush - Verbotene Worte ist ein beeindruckender und faszinierender Debütroman aus der Feder von Dylan Farrow. Die amerikanische Autorin hat sich eines unglaublich spannenden Themas bedient - die Macht, die hinter Worten - egal ob gesprochen oder geschrieben - steckt. Hush ist eine Geschichte über Manipulation, Vertuschung, Wahnsinn und Realutätsverlust, sowie gefährliche Mächte und eine mysteriöse, tötliche Krankheit. Auch wenn in der Umsetzung so einige Schwachstellen sind, habe ich gebannt die Geschichte verfolgt, denn Dylan Farrow weiß es geschickt mit Worten umzugehen und Spannung aufzubauen. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung.
Innovative High Fantasy mit originellem Setting und spannenden Protagonisten
Thron aus Sturm und Sternen 1: Seelendonner von Annie Waye
Annie Wayes Debütroman ist mir sofort ins Auge gesprungen und meine Erwartungen waren daher von Anfang an relativ hoch. Ich sollte auch nicht enttäuscht werden. Die Autorin hat eine beeindruckende und fesselnde Geschichte über einen vergessenen Stamm, der zwischen die Fronten zweier verfeindeter Völker gerät, zu Papier gebracht.
Das Buch ist aufregend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ich muss zugeben, dass ich zunächst sehr überrascht von Ort und Zeit der Handlung war, habe ich mir irgendwie ein klassisches, mittelalterliches europäisches Setting erwartet. Als ich dann von Moscheen, Zügen und Schusswaffen gelesen habe, war schnell klar wie sehr ich mich geirrt habe. Vorallem die Tatsache, dass das ganze Anfang des 19. Jahrhunderts spielt wollte zunächst nicht so ganz in meinen Kopf. Dennoch muss ich sagen, dass ich die Idee dahinter sehr innovativ und erfrischend anders finde.
Tara'Unn ist das Reich, welches nach einer Niederlage der Unnen in einem lange zurück liegenden Krieg aus den einst unabhängigen Reichen Tara'an und Unn gegründet wurde. Doch die Ta'ar und die Unnen waren sich nie friedlich gesinnt, zu unterschiedlich sind die Nationen in ihren Sitten und Bräuchen. Als der amtierende König von Tara'Unn plötzlich verstirbt, entbrennt ein Krieg um die Nachfolge, denn die Unnen wollen um keinen Preis einen weiteren Ta'ar-König auf dem Thron sehen. Inmitten der Rivalitäten der Nationen lebt das unabhängige und neutrale Volk der Crae - ein Naturvolk, dass aufgrund seiner Abgeschiedenheit längst zu einem Mythos geworden ist. Die Crae haben ihre eigenen Gesetze und strenge Regeln nach denen sie Leben. Aus den Streitigkeiten der Ta'ar und der Unnen halten sich die Crae prinzipiell heraus, zumindest solange bis der Krieg direkt an die Türe des kleinen Volksstammes klopft und diesen in große Bedrängnis bringt. Denn sowohl die Ta'ar, als auch die Unnen hätten die Crae gerne an ihrer Seite, sagt man dem indigenen Stamm doch eine besondere Magie nach, welche den Krieg entscheidend beeinflussen könnte.
Die Magie ist es auch, die mich am meisten beim Lesen fasziniert hat. Diese hat nämlich nichts im klassischen Sinne mit Zauberei oder dem Beherrschen der Elemente zu tun, sondern hat eher einen religiösen Charakter. Jeder Crae besitzt Seelensteine und ist zudem mit einem Seelentier verbunden, durch welches er die unterschiedlichsten Kräfte freisetzen kann. Das Herbeirufen oder Beeinflussen der Seelentiere ist aber alles andere als leicht und nicht jeder Crae ist dazu in der Lage. Die Thematik rund um die Seelentiere fand ich unglaublich faszinierend und dennoch hätte ich gerne ein paar mehr Infos dazu gewünscht. Und auch über die Welt der Crae und ihren Ursprung hätte ich gerne mehr erfahren, doch hier geht vieles zu Lasten von Blut und Action. Denn wie ich einleitend schon geschrieben habe, gerät der Stamm, der seit jeher seine Neutralität wahrt, zwischen die Fronten des Krieges und es liegt an Kauna, der jungen Protagonistin, und ihrem Freund Deema, einem Vollwaisen und Ausgestoßenen, ihr Volk zu retten.
Zugegebenermaßen, Kauna ist eine schwierige Protagonistin und nicht immer habe ich ihr Handeln verstanden, was zum Großteil an den Wert- und Moralvorstellungen liegt, nach denen die Crae leben. Kauna dachte immer, dass ihr Leben vorherbestimmt ist - ein fester Platz in der Gemeinschaft, eine Familie mit ihrer zweiten Hälfte Gil. Und dann kommt doch alles anders und lässt Kauna zerrissen zurück. Gil spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Welche müsst ihr natürlich selber herausfinden.
So spannend Kauna als Protagonistin auch ist, mein Herz habe ich an Deema verloren, dem ausgestoßenen und manchmal unberechenbaren Waisen, welcher treu an Kaunas Seite kämpft. Er macht wie ich finde die größten Entwicklungschritte und ist durch sein Seelentier ein wahnsinnig interessanter und sehr explosiver Charakter.
Annie Waye hat noch vielen weiteren Charakteren im Buch tragende Rollen gegeben. Sie sind alle mal mehr, mal weniger sympathisch. Aber eines haben sie gemeinsam - sie sind jeder auf Seine Art und Weise faszinierend.
Ich bin jedenfalls gespannt wie es weiter geht mit Kauna, Deema, Gil und den anderen Weggefährten. Annie Waye hat mich an einer gefährlichen Reise teilhaben lassen, die viel zu schnell ein vorläufiges Ende gefunden hat. Der Schreibstil der Autorin war derart einnehmend und wunderbar flüssig zu lesen, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Für mich ist Thron aus Sturm und Sternen - Seelendonner ein fast perfektes Buch. "Fast", weil ich gerne mehr Informationen zum Volk der Crae, deren Ursprung, sowie den Seelensteinen und Seelentieren gehabt hätte. Dennoch erhält das Buch von mir eine absolute Leseempfehlung.
Fazit
Innovativ, gewaltig, blutig und kriegerisch - das ist Thron aus Sturm und Sternen - Seelendonner, der erste Teil der Dilogie aus der Feder von Annie Waye. Ich war rundum gefangen in dem aufregenden High Fantasy Spektakel. Einzig die Welt der Crae, insbesondere der Magie, hätte ich mir noch mehr ausgearbeitet gewünscht und auch die zeitliche Ebene, in der die Handlung spielt, war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Der Debütroman bekommt von mir aber auf jeden Fall eine große Leseempfehlung und ich freue mich jetzt schon auf Band 2 mit dem Titel Flammenherz.
Intelligenter Jugendroman zum Thema Klimawandel und Umweltschutz, welcher schockiert und zum Nach- und Umdenken anregt
Fair Play von Kerstin Gulden
Fair Play - Spiel mit, sonst verlierst du alles! war mein erstes Buch von Kerstin Gulden. Ich wäre auf das Buch wahrscheinlich nicht aufmerksam geworden, hätte mich der Klappentext nicht so angesprochen.
Ein fesselnder Roman über ein außer Kontrolle geratenes Experiment an einer Schule.
Was hat das mit Umweltschutz zu tun? Welche Rolle spielt Social Media dabei? Und was genau gerät außer Kontrolle? Fragen, die mir auf der Zunge gebrannt haben und auf die ich unbedingt eine Antwort wollte. Kerstin Gulden hat sie mir beantwortet und zwar sehr eindringlich, mit Sogwirkung, sowie viel Kopfschütteln und Entsetzen meinerseits.
Die deutsche Autorin versetzt uns in ihrem Roman an ein Berliner Gymnasium, welches an einem nationalen Wettbewerb zum Thema Umweltschutz teilnimmt. Vier Schülerinnen bzw. Schüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben die zündende Idee und entwickeln eine App, welche alle Umweltsünden aufzeichnet. Jeder User - auch Fair Player genannt - hat ein Punktekonto zur Verfügung, welches es gilt im grünen Bereich zu halten. Für jede Autofahrt, Busfahrt oder den geliebten Coffe-to-Go werden Punkte abgezogen. Doch nicht nur diejenigen, welche die App auch benutzen, werden in die Rechnung miteinbezogen. Auch passive User fallen in die Statistik und verschlechtern diese automatisch. Eine Tatsache, die schnell zu Unmut, Rivalitäten und Betrug führt. Denn Ziel ist es, dass das Gesamtkonto nach 3 Monaten im grünen Bereich ist, damit der Wettbewerb gewonnen werden kann.
Das Bild, welches Kerstin Gulden aufzeigt, hat mich nahezu entsetzt. Mit erschreckender Wahrheit schildert die Autorin zu welch furchtbaren und hinterhältigen Handlungen Menschen fähig sind. Schon bald nach Start des Experimentes beginnen Unruhen und Diskussionen, die alsbald in Gruppenbildungen, Erpressungen und tätlichen Angriffen münden. Dabei gerät der eigentliche Sinn des Experimentes - das große Ganze - immer mehr in den Hintergrund und wird durch eigennützige, persönliche Interessen verdrängt.
Die vier Protagonisten, aus deren Sicht wir abwechselnd aus der Ich-Perspektive lesen, schenken sich nichts. Kera, Max, Leonard und Elodie sind zwar ein Team, agieren aber völlig unabhängig voneinander. Es zeigt sich zwar schon zu Beginn, dass die Fair Play Four keine großen Freunde voneinander sind, aber dass sie soweit gehen, hätte ich nie erwartet. Die Abgründe, die sich im Laufe der Handlung auftun, sind nahezu kriminell und nehmen ein großes, für Furore sorgendes, politisches Ausmaß an.
Ich will gar nicht mehr verraten. Ihr müsst es einfach selber lesen und euch ein Urteil bilden. Ich habe das Buch an einem Tag ausgelesen. Kerstin Gulden schreibt derart eindringlich und einnehmend sowie unglaublich intelligent und intensiv, dass ich schnell in einem Sog gefangen war, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Einfach top!
Fazit
Kannst du dir vorstellen eine App zu benutzen, die all deine Umweltsünden aufzeichnet? Noch dazu wenn jeder über Social Media mitverfolgen kann, ob du gut oder schlecht abschneidest? Lässt du dich zu Taten verleiten, um gut da zu stehen, auch wenn du weißt, dass diese jemanden schaden könnten? Und wie sieht es mit Gruppenzwang aus? Das sind nur einige der Themen, mit denen sich Fair Play - Spiel mit, sonst verlierst du alles! beschäftigt.
Kerstin Gulden hat einen intensiven und unglaublich intelligent erzählten Jugendroman darüber geschrieben, was man einerseits gemeinsam schaffen kann, andererseits welch tragische Auswirkungen es haben kann, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten.
Ich fand das Buch einfach großartig! Absolute Leseempfehlung!
Geniales Fantasy-Jugendbuch mit Harry-Potter-Vibes, jeder Menge Action, grandiosen Twists und ganz viel Herz!
Amari und die Nachtbrüder von B. B. Alston
Ich bin durch Zufall über Amari und die Nachtbrüder gestoßen, wusste aber sofort nach Lesen des Klappentextes, dass dieses Buch unbedingt bei mir einziehen muss. Und ich wurde auch nicht enttäuscht - im Gegenteil! Der Debütroman des amerikanischen Autors B.B. Alston hat mich auf ganzer Linie überzeugt.
Mit der 12-jährigen Amari hat der Schriftsteller eine liebevolle und mutige Romanheldin, die sich nicht unterkriegen lässt und für Gerechtigkeit kämpft, zum Leben erweckt. Gemeinsam mit Amari, welche mit allen Mitteln ihren verschollenen Bruder Quinton finden will, tauchen wir ab in eine fantastische, magische, aber auch gefährliche Welt und erleben ein spektakuläres Abenteuer mit jeder Menge Action und ganz viel Herz.
Ich war von Beginn an gefesselt von der Geschichte rund um die junge Romanheldin. B.B. Alston hat ein unglaublich faszinierendes Szenario erschaffen. Als Leser wird man in eine fantastische Welt hinein gezogen, die voll mit Geheimnissen, übernatürlichen Dingen, magischer Wesen und Kreaturen steckt. Amari wird aufgrund der Nennung durch ihren Bruder in die Akademie für Übernatürliches eingeladen, um an einer Aufnahmeprüfung teilzunehmen und sich gegen viele Mitstreiter auf einen der beliebten Ausbildungsplätze zu bewerben. Amari ist mutig und nimmt die Herausforderung an, will sie doch ihren Bruder Quinton finden, welcher ebenfalls in der Akademie gearbeitet hat, als er plötzlich spurlos verschwunden ist. Amari begegnet in der Oberbehörde nicht nur sprechenden Aufzügen, fliegenden Teppichen und angehenden Drachen. Sie stößt zudem auf eine Mauer des Schweigens, wenn es um ihren Bruder Quinton geht. Was hat die Behörde zu verbergen? Ein Rätsel, dem Amari auf die Spur geht.
Der einnehmende und unkomplizierte Schreibstil des Autors hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen und ich habe das Buch auch tatsächlich an einem Tag durchgesuchtet. Es war einfach zu spannend, um es aus der Hand zu legen. Das Auswahlverfahren war unglaublich fesselnd. Die Geschehnisse haben mich ein ums andere Mal ins Staunen versetzt. Und dazu kamen noch einige Wendungen, mit denen ich so gar nicht gerechnet hätte und die mich ziemlich sprachlos zurück gelassen haben.
B.B. Alston hat mit seinem Erstlingswerk nicht nur bewiesen, dass er unfassbar kreativ ist. Er hat auch ernste Themen, die zum Nachdenken anregen, in die fantastische Geschichte eingearbeitet. Amari kommt aus ärmlichen Verhältnissen und sie ist zudem schwarz. Zwei Tatsachen, aufgrund derer sie täglichen Hänselein und Mobbing ausgesetzt ist. Auch in der übernatürlichen Welt wird sie mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbingattacken konfrontiert. Aber Amari lässt sich nicht unterkriegen, so grausam und hinterhältig ihr ihre Mitmenschen auch begegnen. Ich habe sehr mit Amari gelitten, sie aber gleichzeitig auch für ihr Durchhaltevermögen bewundert. Auch Amaris neue Freundin ist aufgrund ihrer Besonderheit mit täglichen Anfeindungen konfrontiert. Es ist wirklich unfassbar traurig und schrecklich, mit welchen Vorurteilen Menschen in der heutigen Zeit noch zu kämpfen haben. B. B. Alston hat die ernsten Themen wahnsinnig gut in die Geschichte eingebunden und kindgerecht aufgearbeitet.
Das Buch ist übrigens ab 10 Jahren geeignet. Ich würde es aber als All-Age-Roman bezeichnen, da auch erwachsene Leser|innen ihren Spaß an der Geschichte haben werden. Ich kann Amari und die Nachtbrüder wirklich jedem Fantasy-Begeisterten empfehlen. Absolutes Herzensbuch!
Fazit
Amari und die Nachtbrüder ist ein genialer Fantasyroman aus der Feder von B. B. Alston. Der amerikanische Schriftsteller hat eine bezaubernde Geschichte voll mit fantastischen Wesen, übernatürlichen Ereignissen, Magie und ganz viel Herz zu Papier gebracht. Dabei hat er ernste und wichtige Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbing kindgerecht in die Geschichte eingearbeitet und ein Leseerlebnis für kleine und große Leser|innen geschaffen. Amari ist eine beeindruckende und mutige junge Heldin und ich freue mich schon riesig auf ihr nächstes Abenteuer! Absolute Leseempfehlung und Herzensbuch!
Dunkle Geheimnisse, gefährliche Wünsche und tötliche Flüche
Das Reich der Schatten, Band 1: Her Wish So Dark (High Romantasy von der SPIEGEL-Bestsellerautorin von "One True Queen") von Jennifer Benkau
Jennifer Benkau ist vom deutschen Buchmarkt nicht mehr weg zu denken. Ihre One True Queen-Reihe wird hochgelobt und sorgt seit ihrem Erscheinen für große Begeisterung unter den Lesern. Bei mir steht die Reihe leider noch ungelesen im Regal. Trotzdem war ich sofort Feuer und Flamme für die neue Dilogie der Autorin, welche in derselben Welt wie ihr Vorgänger angesiedelt ist.
Ich hatte aufgrund der zahlreichen positiven Stimmen recht hohe Erwartungen an Das Reich der Schatten - Her Wish so Dark. Und es hätte auch richtig toll werden können. Ich meine es geht um totbringende Flüche, Wünsche, die einem ins Verderben stürzen können und besser ungesagt bleiben, eine gefährliche Reise ins dunkle Reich des Daemalords, verbotene Magie und eine Liebe, zu deren Rettung die Protagonisten ihr Leben in Gefahr bringen. Muss ich noch mehr sagen? Das klingt doch alles ziemlich genial und großartig! Doch leider muss ich sagen, dass die Grundidee zwar sehr gut ist, diese für mich aber an der Umsetzung scheitert und zudem zu viele Längen mitbringt.
Bereits der Einstieg ins Buch fiel mir eher schwer und ich brauchte ca. die ersten 100 Seiten um mich an Jennifers Schreibstil zu gewöhnen. Mir war das ganze irgendwie zu holprig und ich musste die Sätze teilweise zweimal lesen, um sie zu verstehen. Ich hatte auch ständig das Gefühl etwas verpasst zu haben. Dabei ist gerade am Anfang relativ wenig geschehen. Im Grunde lernt man die Protagonisten Laire und Alaric, sowie deren Begleiter - die kämpferische Vica und Paladin Jero - als auch Desmond, Laires Verlobten, kennen. Unzählige Rückblenden sollen uns die Charaktere näher bringen, bei mir haben diese jedoch eher für Langeweile gesorgt und das Voranschreiten der Geschichte behindert. Desmond blieb mir bis zum Schluss fremd und auch zu Laire konnte ich keinen richtigen Bezug aufbauen. Ich war eher genervt von ihren teilweise sehr unbedachten Handlungen und auch ihre Motivation, aufgrund welcher sie die Reise angetreten hat, machte sie mir eher unsympathisch. Alaric fand ich noch am vielschichtigsten und durch seine Geheimnisse auch am interessantesten. Aber im Gesamten waren mir die Protagonisten einfach alle zu oberflächlich, als das ich einen engen Bezug zu Ihnen hätte aufbauen können.
Zu oberflächlich war mir auch das Worldbuilding. Ich hatte Schwierigkeiten in die Welt abzutauchen und mir diese zu verbildlichen. Jennifer Benkau präsentiert zwar eine grausame Welt voller Gefahren und Täuschungen, sowie teils bestialischer, teils faszinierender Kreaturen. So richtig zum Leben erwachen, wollte die Welt in meinem Kopf allerdings nicht, was ich richtig schade finde, denn an Kreativität und Ideenreichtum mangelt es hier sicher nicht. Auch von der Magie, besser gesagt der verbotenen Magie, hätte ich gerne mehr erfahren. Ich weiß zwar nun, dass es sie gibt und das die Magie ein großes Potenzial birgt und die Anwendung gefährlich sein kann. So richtig verstehen, tue ich sie aber trotz über 500 Seiten nicht.
Laire und ihre Gefährten kämpfen sich rund zwei Drittel des Buches durch das Reich der Schatten. Sie stoßen dabei auf unzählige Hindernisse und sind einer permanenten dunklen Bedrohung ausgesetzt. Einige spannende und nervenaufreibende Passagen waren schon da, doch meines Erachtens hätte man die Reise etwas abkürzen können. Wie schon zu Beginn hatte ich auch ab der Mitte des Buches wieder das Gefühl nicht voran zu kommen; mich im Kreis zu drehen. Erst gegen Schluss kam dann die lang ersehnte Spannung und einige unerwartete Wendungen, die es schon früher gebraucht hätte. Die letzten 100 Seiten habe ich dann auch mehr oder weniger durchgesuchtet, weil sich die Ereignisse plötzlich überschlagen haben. Leider konnte das wirklich spektakuläre Ende den Rest des Buches aber nicht zur Gänze retten und ich muss auch sagen, dass ich nicht das Bedürfnis habe unbedingt weiter lesen zu müssen.
Das Reich der Schatten - Her Wish so Dark war für zwischendurch eine nette Lektüre, die sicher ihre Fans finden wird. Ich gehöre nicht unbedingt dazu und daher kann ich dieses mal auch keine Leseempfehlung aussprechen.
Fazit
Ich hatte recht hohe Erwartungen an Das Reich der Schatten - Her Wish so Dark, bedenkt man die Begeisterungsstürme, die Jennifer Benkau mit ihrer One True Queen-Reihe ausgelöst hat. Das Buch hat auch wirklich viele großartige Ideen. Die Autorin entführt uns in eine unwirtliche, finstere Welt mit totbringenden Flüchen und gefährlichen Wünschen. Leider hat mir die Umsetzung aber nicht zugesagt und auch die Protagonisten blieben mir bis zum Schlus fremd. Auch wenn ich keine Leseempfehlung aussprechen kann, vergebe ich 3 Sterne für die kreative Grundidee, das spektakuläre Ende und das tolle Cover, welches die One True Queen-Dilogie wunderbar ergänzt.
Tolle Wissensvermittlung für kleine Sportler|innen
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 71 - Turnen, tanzen, Musik machen von Constanza Droop
Durch meine kleine Tochter, die bald ihren 2. Geburtstag feiert, komme ich immer mehr in den Genuss von Bilder- und Vorlesebüchern. Und natürlich kommt man auch bei der bekannten Kindersachbuchreihe aus dem Ravensburger Verlag Wieso, Weshalb, Warum? nicht vorbei. Band 71 der Reihe beschäftigt sich, wie der Titel es verrät, mit Musik, Bewegung und Sport.
Es animiert auf jeden Fall zum selber Ausprobieren, Tanzen und Spaß haben.
Töchterlein und ich sind jedenfalls begeistert von dem tollen und handlichen Büchlein, wobei der Text natürlich eher (noch) nebensächlich ist. Es sind vielmehr die unglaublich liebevoll gestalteten Illustrationen, die die kleinen Kinderaugen zum Strahlen bringen. So erfahren die Kleinsten zum Beispiel was man beim Sport bequemes anzieht, wie ein Turnsaal aussieht oder aber auch welche Ballettpositionen es eigentlich gibt. Und auch ich habe so einiges dazu gelernt. Oder wusstet ihr, dass Ansanas die Bezeichnung für Yogaübungen sind? Aufgepeppt wird das ganze mit Klappen, welche das Wissen sehr spielerisch vermitteln. Wie gesagt, uns wird das Buch auch nach wiederholtem Anschauen und (vor)lesen nicht langweilig, weil es immer wieder was neues zu entdecken gibt.
Einen großen Pluspunkt gibt es auf für die wirklich stabile Aufmachung des Buches. Ich habe ja schon erwähnt, dass meine Tochter noch keine 2 Jahre alt ist. Entsprechend wild geht sie auch mit ihren Büchern um. Obwohl sie das "WWW-Buch" täglich in der Hand hat, sieht es noch aus wie neu, alle Klappen sind noch da wo sie sein sollen und es ist noch keine Seite herausgerissen worden. Das spricht wirklich für die tolle Qualität der Ravensburger junior Bücher. Ich kann es wirklich sehr empfehlen!
Fazit:
Turnen, tanzen, Musik machen ist ein toller Band der Ravensburger junior-Reihe Wieso, Weshalb, Warum? Einprägsame Texte, farbenfrohe und liebevoll gestaltete Bilder und versteckte Klappen vermitteln spielerisch alles Wissenswerte zu Sport, Musik und Bewegung. Dabei ist das Buch wirklich sehr stabil und hält kleinen Hinderhänden stand.
Meine Tochter und ich sind begeistert und können das Büchlein absolut empfehlen!
Der Mythos rund um die sagenumwobenen Gestaltwandler im modernen Gewand
Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler (Fesselnde Gestaltwandler-Romantasy) von Stefanie Lasthaus
Meine Meinung
Nachdem ich den Klappentext von Touch of Ink das erste Mal gelesen habe, war klar, dass das Buch unbedingt bei mir einziehen muss. Gestaltwandler sind für sich allein ja schon ein faszinierendes Thema, um das sich viele Mythen ranken. Umso neugieriger war ich auf die Umsetzung von Stefanie Lasthaus.
Und wie ich finde, hat die Autorin einen größtenteils kurzweiligen Reihenauftakt zu Papier gebracht. Leider fehlte es vorallem am Beginn etwas an Spannung, was sich aber mit fortschreitender Seitenzahl immer mehr geändert hat.
Das Buch handelt von der jungen Studentin Quinn, welche als Waise aufgewachsen ist. Seit ihrer frühen Kindheit trägt sie eine mysteriöse Tätowierung im Nacken. Als Quinn sich an der Universität von Vancouver Island einschreibt, lernt sie Student Nathan kennen, welcher sie von Anfang an fasziniert. Schnell schließt sie Freundschaft mit dem wirklich smarten jungen Mann, den eine ganz besondere Aura umgibt. Doch nicht nur Nathan scheint ein Geheimnis zu verbergen. Auch die arroganten Geschwister Blaise, die an der Uni den Ton angeben und denen Quinn von Anfang an ein Dorn im Auge ist, verhalten sich zunehmend seltsam. Zudem leidet Quinn seit ihrem Umzug nach Vancouver Island immer häufiger an beängstigenden Visionen und Ohmachtsanfällen. Quinn beginnt nachzuforschen und stellt bald fest, dass irgendwie alles in Zusammenhang mit ihrem geheimnisvollen Tattoo zu stehen scheint.
Stefanie Lasthaus hat mit Vancouver Island ein wirklich tolles und passendes Setting für ihre Gestaltwandler-Saga gewählt. Ich habe mich dank ihrer schönen Beschreibungen schnell in der Welt eingefunden. Auch mit Quinn habe ich mich sofort angefreundet. Sie hat einfach so eine sympathische Art und ein wirklich einladendes und hilfsbereites Wesen. Dass ihre Vergangenheit jede Menge Rätsel aufgibt, macht Quinn zudem zu einem wirklich spannenden Charakter mit Tiefgang, mit dem ich einfach mitfiebern musste, was mich jetzt auch zu dem Punkt bringt, der mir leider weniger gefallen hat. Die Geschichte bzw. Quinns Geschichte war nämlich leider ziemlich vorhersehbar. Ich wusste recht schnell, wo das Abenteuer hinführen wird und was hinter der Tätowierung steckt. Auch hat sich die Handlung gerade zu Beginn sehr in die Länge gezogen. Nichts desto trotz habe ich das Buch wirklich gerne gelesen. Stefanie Lasthaus hat eine sehr einnehmende, lockere und leichte Art zu erzählen, die einem nur so durch die Seiten fliegen lässt. Insbesondere die Erklärungen und Fakten zu den Wandlern und deren Geschichte fand ich unglaublich gut in die Story eingearbeitet und haben ihr einen wunderbar authentischen Touch verliehen. Gegen Ende wird das Buch dann schlagartig rasant und gipfelt in einem großartigen Finale, nach dem ich einfach nur weiter lesen wollte.
Knisternde und prickelnde Romantik findet ihr im Buch natürlich auch. Die Liebesgeschichte wirkt dabei alles andere als aufdringlich. Im Fokus steht eindeutig das Thema rund um die Wandler, die verschiedenen Tribes und deren Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart.
Trotz einiger kleiner Kritikpunkte kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Die Idee hat mich überzeugt und macht die Schwächen in der Umsetzung voll und ganz weg.
Fazit
Touch of Ink ist ein Buch, welches den Mythos der Gestaltwandler aufleben lässt und uns mit Vancouver Island ein wirklich tolles und interessantes Setting bietet. Stefanie Lasthaus' Grundidee hat mich total überzeugt und ich fand die Story trotz einiger Längen in der ersten Hälfte super zu lesen. Klare Leseempfehlung!
Witzige Dialoge aber fehlende Emotionen
Kissing Chloe Brown von Hibbert Talia
Ich habe mich wirklich sehr auf Talia Hibberts Kissing Chloe Brown gefreut. Allein schon die zahlreichen positiven Stimmen, die mir ein "außergewöhnliches Buch voller Liebe und scharfsinnigen Humor und Tiefe" versprochen haben, haben mich unglaublich neugierig gemacht. Auch dass es sich um eine Diverse Romance handelt, fand ich äußerst spannend und eine erfrischende Abwechslung im New Adult Bereich.
Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen können und ich fühlte mich beim Lesen recht schnell in einer Endlosschleife aus Langeweile gefangen.
In der Geschichte geht es um die junge Chloe Brown, welche an einer chronischen Krankheit leidet. Ein Leben ohne ständige Schmerzen kennt Chloe schon lange nicht mehr. Durch ihre Erkrankung führt Chloe ein recht eingeschränktes Leben, was sie allerdings ändern möchte. Chloe erstellt eine Liste mit Dingen, die sie in ihrem Leben einmal gemacht haben möchte. Auf dieser Liste stehen zum Beispiel Dinge wie "auf Weltreise gehen", "sich beim Ausgehen so richtig betrinken" oder "bedeutungslosen Sex haben". Hausmeister und Nachbar Red Morgan kommt da gerade recht. Obwohl Red und Chloe sich nicht wirklich leiden können, ist da eine gewisse Anziehung zwischen den beiden und so beschließt Chloe, dass Red ihr bei der Abarbeitung ihrer Liste helfen soll.
Ich war wirklich gespannt auf die zwei Protagonisten, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Chloe und Red spielen ein richtiges Katz- und Mausspiel miteinander und sie schenken sich nichts. Der spitzzüngige Humor war aber leider auch schon das einzige, was mir von Chloe und Red positiv aufgefallen ist. Von einer Liebesgeschichte erwarte ich mir einfach ein gewisses Prickeln und Funkenfliegen. Leider konnte mich Talia Hibbert emotional aber gar nicht erreichen. Ich fühlte mich weder mit Chloe, noch mit Red verbunden. Das einzige was mir zumindest einige Lacher bereitet hat, waren die recht amüsanten und humorvollen Dialoge zwischen den beiden. Ab der Hälfte des Buches war aber auch hier die Luft raus, da ich einfach keine Entwicklung gemerkt habe. Irgendwie wurden immer die gleichen Probleme und Themen durchgekaut. Eben wie in einer Endlosschleife. Was ich zu Beginn des Buches noch an Chloe bewundert habe, nämlich ihren Mut und die Stärke trotz Krankheit ein selbstbestimmtes Leben zu führen, hat mich irgendwan nur mehr genervt. Chloe wurde mir einfach immer unsympathischer. Und auch Red war mir irgendwie zu flach dargestellt. Auch bei ihm dachte ich mir erst er sei ein interessanter Charakter mit vielen verschiedenen Facetten. Irgendwann hatte ich aber das Gefühl es geht ihm doch nur um Matratzenakrobatik.
Ich möchte das Buch jetzt nicht komplett schlecht reden. Für Zwischendurch war es eine nette Unterhaltung mit einigen witzigen Passagen. Und auch Talias Schreibstil war sehr gut und flüssig zu lesen. Leider habe ich aber wie gesagt nicht das bekommen, was mir der Klappentext versprochen hat. Schade!
Fazit
Kissing Chloe Brown punktet vor allem durch Talia Hibberts humorvollen Schreibstil und witzige Dialoge. Die Thematik rund um Chloes Krankheit und ihren Weg in ein neues Leben fand ich jedoch zu flach umgesetzt. Und auch die Emotionen kamen bei mir nicht an.
Süße Young Aduld Sports Romance über Selbstfindung, Freundschaft und die erste Liebe
Girl At Heart von Kelly Oram
Kelly Oram ist mit Girl at Heart eine zuckersüße Young Adult Sports Romance gelungen. Wer eine tiefgründige Geschichte sucht, wird hier zwar nicht fündig, dennoch hatte ich erfrischend viel Spaß und einige schöne Lesestunden.
In dem Buch geht es um Charlie Hastings, die als einziges Mädchen im Baseball-Team ihrer Highschool spielt.
Ihre besten Freunde sind allesamt Spielertypen und sehen in Charlie einen echten Kumpel. Als der Abschlussball naht und Charlie ihren besten Freund und heimliche Liebe Eric um ein Date bittet, bekommt sie jedoch eine bittere Pille zu schlucken. Ihre Freunde finden es nämlich absolut lächerlich, dass "Kumpel" Charlie in einem Kleid auf den Ball gehen will. Charlie ist zurecht tief gekränkt, will sie doch endlich als Frau wahrgenommen werden. In einer Kurzschlussreaktion beschließt sie das Team kurz vor dem Endspiel zu verlassen und ruft damit Teamkapitän Jace auf den Plan. Dieser verspricht Charlie, dass er ihr hilft mehr Mädchen zu sein, wenn Charlie im Gegenzug im Team bleibt.
Was sich aus der Geschichte entwickelt, ist ein wunderbarer, zugegeben leicht überzuckerter, Roman über Selbstfindung, Freundschaft und die erste große Liebe. Dank Kelly Orams unglaublich leichten und unkomplizierten Schreibstil fällt einem der Einstieg ins Buch wahnsinnig leicht und die Seiten fliegen auch nur so dahin. Das Buch hält zwar keine großen Überraschungen bereit und ist eigentlich ziemlich vorhersehbar, trotzdem oder vielleicht gerade deshalb war es ein Genuss. Kelly Oram zeigt, dass es nicht immer ein großes Drama und viel Tiefgang braucht, um eine Geschichte glaubhaft darzustellen.
Charlie, die eigentlich Charlotte heißt, ist eine reizende Protagonistin, die kurz vor dem Highschool-Abschluss steht und über ihre Zukunft nachdenkt. Sie liebt zwar den Sport, der ihr bereits in die Wiege gelegt wurde, will aber auch endlich als Frau mit Gefühlen und Träumen wahrgenommen werden. Vorallem, da Charlie schmerzlich bewusst ist, dass ihre Baseball-Karriere nach dem Endspiel vorbei ist. Charlies Vater kümmert sich zwar sehr liebe- und aufopferungsvoll um sein Mädchen, ersetzt aber doch nicht die Mutter. Charlie ist ein starker und mutiger Charakter. Sie hat Mut zur Veränderung und ich fand ihre Entwicklung einfach toll.
Aber auch der männliche Protagonist Jace ist mir schnell ans Herz gewachsen. Jace ist einfach nur herzensgut, ein toller Freund und Zuhörer. Er ist der perfekte Good Guy. Ich habe es herrlich erfrischend gefunden, dass das Buch ohne Bad Guy auskommt.
Charlie und Jace sind ein tolles Paar und es hat Spaß mit ihnen gemacht. Das Thema Sport ist präsent ohne aufdringlich zu wirken. Die Liebesgeschichte ist wunderschön und sehr unschuldig. Tja und am Schluss bekommt jeder sein Happy End.
Wer eine leichte Lektüre zum Wohlfühlen sucht, die sich gut in einem Stück lesen lässt, dem sei Girl at Heart ans Herz gelegt. Von mir gibt's eine Leseempfehlung!
Zauberhafte Romantasy rund um eine alte Legende und einen tragischen Fluch
Unendlich funkenhell von Michelle Schrenk
Unendlich funkenhell war mein erstes Buch der Autorin. Michelle Schrenk hat eine ganz zauberhafte, die Zeit überdauernde, Liebesgeschichte geschrieben, welche einer alten Legende nach von einem tragischem Fluch überschattet wird. Ich fand Michelle's Schreibstil ganz wunderbar einnehmend und die Geschichte richtig süß.
So ganz wollte der Funken dann aber doch nicht überspringen, um das Buch zu einem Highlight zu machen.
Für Zeitreisegeschichten bin ich ja immer zu haben und so musste ich auch unbedingt Unendlich funkenhell lesen. Ich habe dann relativ schnell festgestellt, dass das Buch keineswegs ein klassischer Zeitreiseroman ist, denn unsere Protagonisten Amy, Louis und Nathan verlassen das London der Gegenwart tatsächlich nie. Die 18-jährige Amy wird allerdings immer wieder von Visionen 'heimgesucht', die sie quasi durch die Zeit katapultieren. Genau das passiert auch während eines Schulausfluges auf der Tower Bridge. Amy sieht ein Liebespaar, dass von der Brücke in die Themse und damit in den Tod springt. Und dann ist da auch noch der geheimsvolle Mitschüler Louis, der auch etwas gesehen zu haben scheint. Außerdem fühlt sich Amy auf unerklärliche Weise hingezogen zu dem Jungen mit den strahlend blauen Augen. Aber auch Mitschüler Nathan macht Amy Avancen und verdreht ihr ganz schön den Kopf.
Man könnte jetzt meinen, dass sich eine fiese Dreiecksbeziehung entwickelt. Das ist hier aber zum Glück nicht der Fall. Es sei nur soviel gesagt, dass das Schicksal der drei eng miteinander verbunden ist.
Amy ist eine wirklich süße Protagonistin, manchmal aber etwas naiv und auch stur. Es gab ein paar Szenen im Buch, bei denen ich wirklich nur genervt den Kopf schütteln konnte. So gingen mir zum Beispiel die ewigen Streitereien mit Louis, die sich im Übrigen immer um Nathan drehen, am Nerv. Es war ein bisschen so wie in 'Und täglich grüßt das Murmeltier'. Amy datet Nathan, Louis taucht auf und es kommt zum Streit. Jedes Mal und immer wieder aufs Neue. Vorallem die erste Hälfte des Buches hatte dadurch ihre Längen. So richtig entwickelt hat sich das Ganze dann ab der zweiten Hälfte, in der Amy und Louis dem Geheimnis der Legende und des alten Fluches gefährlich nahe kommen. Ab dem Zeitpunkt konnte ich das Buch dann auch nur mehr schwer aus der Hand legen und war wie in einem Sog gefangen. Einige Dinge habe ich zwar kommen sehen und an manchen Stellen hätte ich die Protas gerne in die richtige Richtung geschupst. Dennoch war es super spannend das Rätsel rund um Amys Visionen zu lüften.
Michelle Schrenk ist es ganz wunderbar geglückt einen Mythos zu erschaffen und die gegenwärtigen Ereignisse, sowie ihre Protagonisten Amy, Louis und Nathan darin zu verknüpfen. Dazu kommen stimmungsvolle London Vibes und eine süße, zugegebermaßen manchmal etwas anstrengende, Liebesgeschichte.
Auch wenn der Funke nicht zu 100 % übergespringen wollte, haben mir das Buch und die Idee dahinter unglaublich gut gefallen.
Fazit
Unglaublich funkenhell aus der Feder von Michelle Schrenk ist eine zauberhafte, magische Romantasy rund um eine alte Legende, die von einem Fluch überschattet wird. Die Autorin schreibt sehr einnehmend und atmosphärisch und schickt ihre Protagonisten Amy und Louis aus, das Rätsel um die Legende der Liebenden zu lösen. Mit hat das Buch trotz einiger Längen in der ersten Hälfte sehr gut gefallen. Wenn ihr Zeitreisen, Mythen und Legenden und London Vibes haben wollt, solltet ihr euch Unendlich funkenhell nicht entgehen lassen.











