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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gavroche:

Anderes erwartet

Susanna von Alex Capus

Bei dem Cover mit der Brooklyn Bridge denkt man sofort an New York. Dazu der Klappentext und dann beginnt man mit der Lektüre. Es startet in Basel, die Stadt wird in allen Einzelheiten beschrieben ebenso wie ihre EinwohnerInnen, die sich einfach nicht ändern und auf ihren Traditionen bestehen. So auch die mit dem "Wilden", der auf einem Floß den Rhein runterfährt.

Doch dieses Mal geschieht etwas Unglaubliches: die 5jährige Susanna verletzt den Wilden. Dann erfährt man erst einmal viel über die Lebensgeschichte ihres Vaters, dann steht ihre Mutter im Mittelpunkt und Karl Valentiny, der junge Arzt, der bei ihnen lebt. Ihm folgt man zurück in die Heimat nach Dortmund, wo er als Arzt einspringt, ohne eigene Praxis, dann aber vor der Revolution fliehen muss, erst nach Basel, später nach New York. Wohin Susanna und ihre Mutter folgen. Doch bis sie dort ankommen, ist ein Drittel des Buches um. Und das angekündigte Treffen mit Sitting Bull steht erst ganz am Ende des Romans. Der Schreibstil ist wieder einmal sehr schön, aber mir war die Geschichte dieses Mal zu abschweifend.

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Neues von Grimm, Möhrchen und der freiwilligen Feline

Grimm und Möhrchen - Frühling, Sommer, Herbst und Zesel von Stephanie Schneider

Schon das erste Buch, als Möhrchen, der Zesel, zu Grimm kam, hat mir sehr gut gefallen und so habe ich mich schon auf diese neuen Abenteuer gefreut. Hier begleiten wir die beiden durch ein ganzes Jahr voller Abenteuer. Und die freiwillige Feline kommt auch noch häufiger vor. Dafür ist Rudi mehr zur Randfigur geworden.

Aber es gibt jetzt noch Tante Camembert, die in Paris lebt, und im heißen Sommer ein tolles Paket mit einem Planschbecken schickt. Aber - oh weh - gerade an diesem Tag wurde wegen einer Baustelle das Wasser abgestellt. Aber wozu hat man Freunde? Feline und ihre Kolleginnen und Kollegen von der Feuerwehr, die sich eh gerade langweilen, kommen vorbei und füllen das Planschbecken ruckzuck. Und müssen es dann natürlich erst einmal testen. Außerdem fahren wir mit Grimm und Möhrchen an einen Badesee, feiern Karneval zu Hause, Möhrchen mal mit wachs-mal-Stiften, damit er ein großer Zesel wird und vieles mehr.
Hier gibt es wieder so viele tolle Geschichten und wieder einmal wird hier meisterhaft mit Sprache umgegangen und mit Vorurteilen aufgeräumt, in Bezug auf Gender aber auch auf anderen Gebieten. Die Zeichnungen sind auch wieder wunderbar und ergänzen die Geschichten. Das ist definitiv ein neues Lieblingsbuch.

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Mord in der Kurstadt

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders von Charlotte Blum

Alma Täuber ist eine selbstbewusste, emanzipierte junge Frau, die im Baden-Baden des Jahres 1922 als Telefonistin arbeitet. Sie wohnt mit ihrer Freundin Emmi bei einer Witwe, die ein strenges Regiment führt. Alma ist verantwortungsbewusst und hält sich bisher an die Regeln. Wohingegen Emmi ihre Sachen überall liegen lässt, raucht und ständig wechselnde Verabredungen hat und Alma überredet, mehr auszugehen und Spaß zu haben.

Emmi dekoriert in den Kurhotels mit ihren Blumenarrangements die Tische und arbeitet auch anderswo als Floristin. Der historische Hintergrund mit der Inflation, den politischen Morden und der politischen Lage wird immer wieder gut eingebunden. Auf die Mörderjagd kommt Alma durch einen zufällig mit angehörten Telefonanruf. Eine junge Frau wurde tot aufgefunden und das Telefonat weißt auf einen Mord hin. So begibt sich Alma zur Polizei und treibt den jungen Kommissarsanwärter ganz schön an. Der Fall entwickelt sich interessant in verschiedene Richtungen und so erfahren wir noch mehr über das damalige (Frauen-)Leben und die Kurstadt. Mir hat es gut gefallen und die beiden Autorinnen haben ein gutes, atmosphärisches Buch geschaffen, das mehr als nur Krimi ist.

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Mond und Himmel

Lua und Caelum 1: Zwischen Himmelglanz und Höllenfeuer von Tine Bätcke

Lua und ihre Mutter sind schon so oft umgezogen, dass sie die Stationen kaum noch zählen kann. In ihrem 17jährigen Leben hat sie schon so oft neue Schulen besucht. Doch bisher haben sie immr nur in kleineren Orten gewohnt und jetzt also New York. Am ersten Abend gehen sie ins Kino und auf dem Rückweg werden sie von Dämonen angegriffen.

So etwas ist leider schon häufiger passiert und bisher ist es immer gut gegangen. Dieses Mal aber nicht. Doch zum Glück hat der Hohedämon Caelum geholfen und Lua mit zu sich nach Hause genommen. Luas Leben ändert sich nun von Grund auf.
Die Geschichte ist eine Variation vieler ähnlicher Geschichten und natürlich ist Caelum ein gut aussehender Badboy, der dann aber doch Mitgefühl zeigt. Zu Beginn dachte ich, ach nein, nicht schon wieder so eine Geschichte. Aber der Schreibstil ist richtig gut und die Geschichte wird zum Ende hin immer spannender und entwickelt sich interessant weiter, so dass es mir doch gut gefiel und ich nun neugierig auf die beiden weiteren Teile bin.

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Suchbilder

99 Tomaten & eine Kartoffel von Delphine Chedru

Schon das bunte und vielfältige Cover bietet die ersten Redeanlässe und gibt einen Einblick auf die unterschiedlichen Themenfelder. Allerdings hätten die Seiten des Buches ruhig etwas stabiler sein können. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Es geht gleich los mit "99 Flugzeugen und eine Schwalbe".

Ach, das ist doch gar nicht so schwierig, mag man naiv denken. Die unterscheiden sich ja doch ganz schön voneinander - wie auch Ostereier und ein Osterhase, aber es ist beleibe nicht so einfach wie gedacht. Und das macht es ja auch umso interessanter. Zu jeder Seite gibt es noch Zusatzaufgaben, z.B. "An welchen Äpfeln wurde am meisten geknabbert" oder aber auch ganz offen die Frage nach der Lieblingsblume. Auf der letzten Seite gibt es die Lösung für alle, die sie nicht finden konnten. Auf der vorletzten Doppelseite ist ein großes Bücherregal abgebildet mit "99 Büchern und kein Ende" - ohne Aufgabenstellung. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Zeichnungen sind toll und die Aufgabenstellungen abwechslungsreich. Ein Buch, das vielfältige Beschäftigungen bietet.

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Vielschichtig

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Glück der Kinder von Henrike Engel

Das Cover des Buches gefällt mir nicht so sehr. Für einen Krimi finde ich es einfach ein bisschen zu kitischig und es weckt hier falsche Erwartungen. Die Silhouette im Hintergrund gefällt mir allerdings gut.
Anne Fitzpatrick - oder eher Anne van der Zwaan - arbeitet seit Neuestem nach ihrer Arbeit in der eigenen Praxis - in den Auswandererhallen der Hapag, gegründet von Ballin.

Die Auswanderungswilligen müssen sich hier strengen Hygiene- und Quarantänevorschriften unterwerfen und so ist es dort ein Leben abgetrennt von der Stadt Hamburg. Sehr gut wurden hier die Zustände der Auswanderer beschrieben. Anne macht der Tod eines Jungen misstrauisch, doch sie wird nicht erhört. Neben ihr gibt es noch die Perspektive der angehenden Lehrerin Helene Curtius, die ein Praktikum in der Ballinstadt macht und mit der Anne bereits einen Fall aufgeklärt hat. Sehr zum Missfallen von Kommissar Berthold Rheydt, der dritten Perspektive. Neben den Auswanderern geht es hier unter Anderem um Prostitution, Mord in diesem Milieu, aber auch um Reformpädagogik, die Frauenbewegung und vieles mehr.
Ein guter Roman mit Krimielementen, die meiner Meinung nach noch etwas prägnanter hätten sein können.

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Die Schatten der Vergangenheit - Hörbuchrezension

Sturmrot von Tove Alsterdal

Olof Hagström hat als Jugendlicher eine Straftat begangen und sie verbüßt, doch sein Vater hat ihn damals aus dem Haus gejagt und er ist nicht wieder in die Heimat zurück gekehrt, noch nicht einmal zur Beerdigung seiner Mutter. Doch jetzt führt ihn ein Job in der Nähe vorbei und er beschließt, seinem Vater einen Besuch abzustatten, immerhin sind 20 Jahre vergangen.

Doch er kommt zu spät. Sein Vater liegt tot in der Dusche, erstochen. Was ist hier passiert? Schnell holen ihn die vergangenen Ereignisse ein. Auch Eira Sjödin kehrt nach langer Zeit in ihre Heimat zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern. Sie arbeitet als Polizistin an der Aufklärung des Falles. Doch immer wieder geht es um die Ereignisse in der Vergangenheit und um Lina, deren Leiche nie aufgetaucht ist, deren Ermordung Olof aber damals gestanden hatte. Nicht nur ein spannender Roman, sondern auch ein klein wenig eine Milieustudie. Gut vorgetragen von Heike Warmuth. Interessante Charaktere und eine gelungene Auflösung. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile der Reihe.

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Auf der Insel

Als das Böse kam von Ivar Leon Menger

Juno ist sechzehn Jahre alt und lebt mit ihrem zwölfjährigem Bruder Boy und den Eltern auf einer abgelegenen Insel. Der Vater geht einmal im Monat auf dem Festland einkaufen und wenn der Postbote kommt, dann müssen Juno und Boy sich immer verstecken. Die Bedrohung ist immer präsent und wenn die Sirene ertönt, müssen alle in den Schutzkeller.

Doch so langsam kommen Juno immer neue Fragen und sie hinterfragt das rigide Regelsystem der Eltern. Die Sehnsucht einer Fahrt zum Festland steigt, auch bei Boy. Doch wenn einer von beiden rebelliert, dann werden beide bestraft. Was steckt dahinter? Weshalb versteckt sich die Familie und warum verwenden sie Begriffe wie Nord- und Südländer statt Länder zu benennen? Die Atmosphäre wird immer beklemmender und auch als Leserin habe ich viele Hypothesen aufgestellt. Das Buch lässt sich gut lesen, ein flüssiger Schreibstil und ein guter Spannungsaufbau. Am Ende löst sich alles auf, auch wenn ich recht früh geahnt habe, worauf es hinausläuft. Ein recht kurzes, aber spannendes und unterhaltsames Buch.

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Lakshmis Geschichte

Die Hennakünstlerin von Alka Joshi

Schon das Cover hat mir verraten, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der in Indien spielt und darum war ich sehr neugierig. Das Cover gefällt mir sehr.
Der Roman spielt in den 1950er Jahren. Während der Prolog aus Sicht der jüngeren Schwester geschrieben wird, steht jedoch Lakshmi im Mittelpunkt.

Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Dorf, wird sie im Alter von 15 Jahren verheiratet. Ihr Ehemann schlägt sie und behandelt sie schlecht; lediglich ihre Schwiegermutter stand immer zu ihr und hat ihr viel über Heilkunde beigebracht. Über Agra gelangt sie nach Jaipur und verziert wohlhabenden Inderinnen vorwiegend die Hände mit ihrer außergewöhnlichen Hennakunst. Dabei ist es von Vorteil, dass sie Brahmanin ist und nicht zu einer niedrigeren Kaste gehört. Allerdings muss sie sich immer unterordnen. Malik, ein Straßenjunge, wird zu ihrem Gehilfen. Er hat mir mit seinem Witz und seiner Geschicktheit sehr gut gefallen. Schon bald verändert sich Lakshmis Alltag und auch ihre Träume werden angepasst. Mit der Ankunft der jüngeren Schwester, von deren Existenz sie gar nichts wusste, hat sie Verantwortung für einen anderen Menschen. Unglaublich vielschichtig, berührend und eine Einführung in das Leben einer Frau in Indien in den 50er Jahren. Das Buch hat mir sehr gefallen.

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Die rote Kiste

Beifang von Martin Simons

Bei diesem Buch hat das Cover meine Aufmerksamkeit sofort erregt, weil es eine typische Ansicht einer Zechensiedlung aus dem Ruhrgebiet ist, wie es sie noch immer so oder so ähnlich an vielen Stellen gibt.
Martin Simons nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, auf eine Aufarbeitung einer Familiengeschichte, aber auch in eine Geschichte des sich wandelnden "Ruhrpotts".

Franks Elternhaus wird verkauft und er sucht sich aus dem "Gerümpel" eine Kiste aus, die einmal seinem Großvater gehört hat - und da sein Vater Fragen über die Vergangenheit immer wieder aus dem Weg gegangen hat, begibt sich Frank nun auf eine Spurensuche. In diesen Gesprächen kommt immer mehr zu Tage, erfahren wir mehr über das harte Leben in einer Zechensiedlung, auf zu engem Raum mit viel zu vielen Menschen. Eine interessante multiperspektivische Geschichte, denn jeder der Befragten hat seine eigene Idee von der Vergangenheit. Eine Familiengeschichte und eine Geschichte des Ruhrgebiets.

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