Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Paula Haydorn ermittelt wieder
Das Kind der Lügen von Helga Glaesener
Ich mochte schon den ersten Fall von Paula Haydorn sehr gerne, als sie gerade angefangen hat bei der Weiblichen Kriminalpolizei. So lange Zeit ist seitdem gar nicht vergangen und doch ist Paula nun gefestigter.
Ein Kind ist verschwunden und ihre Mutter ist untröstlich, macht dann aber doch einen Rückzieher.
Irgendetwas stimmt da doch nicht. Paula und Martin erkunden die verzwickten Familienverhältnisse. Es knistert immer noch zwischen den beiden, aber irgendwie stehen sie sich auch gegenseitig im Weg. Aber schön, dass es neben dem Fall auch bei der persönlichen Geschichte weitergeht.
Wir bekommen wieder einen fundierten Einblick ins Hamburg in den ausgehenenden 1920er Jahren ohne dass die historischen Verweise überhand nehmen.
Das Ende kann mit einer logischen Auflösung und so manch einer Überraschung aufwarten.
Ich bin bereit für weitere Fälle der Reihe!
Vorgelesen wird das Hörbuch sehr gekonnt von Christiane Marx.
Mord auf Gran Canaria
Canaria Mortal Felix Faber von Daniel Verano
Felix Faber wagt einen Neuanfang und wandert nach Gran Canaria aus - dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Er hat einen Job bei der linken Zeitung La Vida erhalten. Doch an seinem ersten Arbeitstag wird er in ein Geheimnis eingeweiht, das er wahren muss, wenn er bei der Zeitung arbeiten möchte - und gerät so direkt in einen Interessenkonflikt.
Ana Montero arbeitet bei der kanarischen Polizei, liebt ihr schnelles Auto und auch mal einen Joint. Sie eckt gerne an und sagt, was sie denkt. Der Krimi wird vorrangig aus diesen beiden Perspektiven erzählt. Neben einer spannenden Handlung mit Bezügen zur Flüchtlingspolitik und zu rechten Parteien, geht es auch immer wieder um das Lebensgefühl auf dieser Insel. Allerdings fand ich es nicht so überzeugend wie Faber in eine Schule als Lehrer eingeschleust wird, aber nun ja. Die Auflösung am Ende war mir stellenweise auch ein wenig zu "holprig", aber dennoch bin ich sicher, dass Autor und Protagonist an ihren weiteren Fällen "wachsen" werden.
Den Sprecher Magnus Rook kannte ich bisher noch nicht, aber er hat das Buch angenehm und gut vorgetragen.
Anna und Rebekka
Canaria Mortal Felix Faber von Daniel Verano
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2007 reist Rebecka von Stockholm nach Schonen. Ihr Großmutter Anna hat sich die Hand gebrochen und da Rebecka bei ihr aufgewachsen ist, nimmt sie sich kurzerhand Urlaub und kümmert sich um das Haus und die Oma. Im Haus entdeckt sie eine Fotografie eines jungen Mannes und ein altes Tagebuch ihrer Oma, in dem sie sofort zu lesen beginnt.
Und so wechseln die Kapitel immer zwischen Anna und Rebecka, zwischen 1943 und 2017. Anna lernt den lebenslustigen Luca kennen, der ihr italienisch beibringt und Juden auf der Flucht hilft. Schweden war zwar neutral im Zweiten Weltkrieg, allerdings haben viele Betriebe für die Nationalsozialisten gearbeitet, wie hier im Buch auch Annas Vater und es gab viele Sympathisanten. Durch Luca verliert Anna an Naivität und wird auch aktiv. In der Gegenwart hingegen geht es der Oma nicht so schnell wieder besser und Rebecka bleibt, um das Haus wieder in Schuss zu bringen, wobei sie Unterstützung von ihrem Nachbarn erhält. Ihr Verlobter hingegen ist nur auf seine Karriere bedacht und will sie bevormunden. Puh, das war mir doch etwas zu klischeehaft. Da hat mir die Geschichte in der Vergangenheit wesentlich besser gefallen. Insgesamt gesehen hatte ich mir hier etwas mehr Tiefe erhofft. Schade. Die Sprecherin Jana Marie Backhaus-Tors trägt das Hörbuch gut vor und hat mir unterhaltsame Hörstunden beschert.
Cassies Vergangenheit
Canaria Mortal Felix Faber von Daniel Verano
Schon der erste Fall um die ungewöhnliche und eigensinnige Gehilfin der Rechtsmedizin, Cassie Raven, hat mir sehr gut gefallen. Wenn die Toten noch etwas zu sagen haben, dann sprechen sie mit Cassie, doch damit kann Cassie nicht immer auf Anhieb etwas anfangen. Mir gefällt es sehr gut, wie respektvoll Cassie immer mit den Toten umgeht und auch mit den Hinterbliebenen.
Sie achtet auch bei der Obduktion auf einen respektvollen Umgang und eckt dabei ein ums andere Mal mit ihrem Kollegen an. Auch der neue Rechtsmediziner mag es gar nicht, wenn Cassie eigenmächtige Untersuchungen anstellt, ihre - seiner Meinung nach - Kompetenzen überschreitet oder eben für alle mehr Arbeit macht.
In diesem Buch geht es jedoch vorrangig um die Aufarbeitung von Cassies persönlicher Vergangenheit, denn ihre Großmutter hat ihr doch tatsächlich gestanden, dass ihre Eltern nicht bei einem Autounfall ums Leben kamen, sondern dass ihr Vater für die Ermordung ihrer Mutter im Gefängnis saß. Das wirft Cassie logischerweise aus der Bahn. Als sie sich jedoch mit ihrem Vater trifft und der seine Unschuld beteuert, wird sie doch ein wenig misstrauisch und fängt an in ihrer Vergangenheit zu recherchieren.
Auch Phyllida Flyde, die Polizistin, ist wieder dabei. Und auch sie befasst sich mit ihrer Vergangenheit, mit ihrer einzigen Tochter, die tot geboren wurde. Allerdings ist Phyllida dieses Mal nicht so sehr im Mittelpunkt.
Weniger ein Thriller als vielmehr eine Cold-Case-Aufarbeitung mit vielen persönlichen Elementen und mit überraschenden Erkenntnissen. Meiner Meinung nach wird dieses Buch denjenigen, die den ersten Band kennen, besser gefallen, da man sich dort schon mehr mit der persönlichen Hintergrundgeschichte von Cassie identifiziert hat. Mir hat das Buch gefallen und ich bin schon jetzt gespannt, bald mehr von Cassie und Co zu hören und dabei der Stimme von Sandra Voss zu lauschen.
Ein Geschenk für Oma
SAMi - dein Lesebär - Wie pflanze ich ein Einhorn? von Rachel Morrisroe
Der SAMI-Lesebär ist eine tolle Erfindung und mittlerweile gibt es schon eine ganze Reihe an Büchern für den Bären. Die Hördatei kann man einfach von der website runterladen und dann hat SAMI das neue Buch gespeichert.
Sally liebt ihre Oma und hilft ihr immer in ihrem Garten. Was bietet sich also an für ein Geburtstagsgeschenk? Da ist doch ein Besuch bei "Pottifers magische Pflanzen" sicherlich eine gute Idee.
Und was es da alles an magischen Pflanzen zu entdecken gibt - eine großes Potpourri an Ideenreichtum, wo es zum Beispiel Butterblumen gibt, die dringend mal gemolken werden müssen. Aber als Sally die Einhornsamen entdeckt, muss sie diese einfach mitnehmen. Allerdings wird es dann doch sehr chaotisch.... Eine liebevolle Geschichte mit tollen Illustrationen, die sehr viel Witz beweisen. Durch das SAMI System wird das Buch auch noch toll vorgelesen und mit Musik untermalt. Unsere SAMI Sammlung freut sich sehr über diesen Neuzugang.
Nekromanten
Emily Seymour, Band 1 - Totenbeschwörung für Anfänger von Jennifer Alice Jager
Das Cover ist sehr detailreich und toll gestaltet und der farbige Buchschnitt bei dieser Ausgabe ist einfach ein Traum. Wunderschön nimmt er Details vom Cover auf mit einem fliehenden Ashton.
Ich brauchte ein wenig, um im Buch "anzukommen" und auf den ersten bestimmt hundert Seiten habe ich mich gefragt, ob die Geschichte mich noch überzeugen wird.
Nicht schlecht, dachte ich. Eine gute Grundidee. Eine Protagonistin, Emily, die in einer Nekromantenfamilie lebt, allerdings selbst keinerlei Magiebegabung zeigt - wie auch ihr Vater. Eine nervige Cousine, ein Überfliegerbruder, eine Hexe als Freundin. Aber dann kommt Ashton Goodwin aus der seit Jahrhunderten verfeindeten Familie zu ihnen, um einen Vertrag auszuhandeln. Da zeigt sich Emily Tollpatschigkeit immer deutlicher. Sie reisen über eine Raumfalte und durch Zwischenwelten, führen ein Ritual auf einem Friedhof durch, bei dem einiges schief geht. Alles gut, aber nun ja, irgendwie war ich immer noch nicht recht überzeugt. Tja, und dann irgendwann nimmt die Geschichte doch an Fahrt auf, entwickelt sich überraschend und endet mit einem riesigen Cliffhanger "Bämm!". Und nun möchte ich wissen, wie es weitergeht und hoffe, der nächste Band bleibt auf dem Niveau vom Ende dieses Buches.
Angekündigte Morde
Stille blutet von Poznanski Ursula
Der Start einer neuen Thriller-Reihe, mit einem blutig-rotem Cover. Die Handlung spielt in Wien. Ganz zu Beginn aus der Perspektive von Nadine Just, doch bevor man sich mit ihr näher auseinandersetzen kann, wird sie - nachdem sie vom Teleprompter ihren eigenen Tod vorhersagt - ermordet. Doch Nadine ist nicht das einzige Opfer dieser mysteriösen Mordreihe.
Fina Plank, einzige weibliche Ermittlerin, hat so ihre Probleme mit ihrem Kollegen Oliver, der sie immer wieder triezt und nicht ernst nimmt. Gesunde Ernährung und Fitness sind für sie ein Fremdwort. Aber sie verbeißt sich in den Fall und zieht logische Schlussfolgerungen. Außerdem wird das Buch noch aus der Sicht von Tibor Glaser, Nadines Ex-Freund, erzählt, der irgendwie immer mehr in den Mittepunkt der Ermittlungen gerät und sich mit der Beziehung zu seinen Ex-Freundinnen auseinandersetzt. Erstaunliche Entwicklungen am Ende und ein fieser Cliffhanger. Rasant und geschickt erzählt - mir hat es gefallen. Was unter anderem auch an Julia Nachtmann lag, die den Thriller gekonnt vorgetragen hat.
Nachahmungstäter
Das siebte Mädchen von Stacy Willingham
Chloë ist Psychologin und nutzt ihre Funktion aus, um sich - unter dem Namen anderer - Psychopharmaka zu verschreiben. Eigentlich sollte doch nun alles gut sein. Daniel hat ihr einen Heiratsantrag gemacht und auch wenn er eigentlich wissen sollte, dass sie keine Überraschungen mag, hat er eine Party für sie vorbereitet.
Doch immer wieder gehen Chloës Gedanken zurück in die Zeit vor 20 Jahren, als ihr Vater verurteilt wurde, mehrere Mädchen entführt und getötet zu haben. Ihre Mutter lebt seit fast genauso langer Zeit in einem Pflegeheim. Aber jetzt ruft ein Reporter bei ihr an und will erneut berichten. Und nicht nur das: auf einmal verschwindet wieder ein Mädchen - und es gibt eine Verbindung zu Chloë.... Die Geschichte wird aus Sicht von Chloë geschrieben und so werden wir auch mit all ihren Ängsten konfrontiert. Sie steigert sich immer mehr in ihre Panik und dann wird es irgendwann wirklich gefährlich für sie. Einiges fand ich vorhersehbar, anderes hat mich wiederum überrascht. Am Ende wird alles logisch aufgeklärt und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Die Sprecherin Julia Nachtmann hat mir richtig gut gefallen.
Eher ruhiger Krimi
Das neunte Gemälde von Storm Andreas
Bei diesem Buch ist das Cover bereits ein Kunstwerk für sich. Der überdachte Bahnhof mit dem Mann und dem Zug im Hintergrund machen neugierig. Und die kunstvolle Schrift - alles in Großbuchstaben - gefällt mir richtig gut.
Das Thema der Beutekunst gehört zu den dunklen Verbrechen der Nationalsozialisten, die unglaublich viele Kunstwerke an sich genommen haben, ganze Museen leer geräumt haben.
Hier geht es um einen (vermutlichen) Picasso. Der Krimi spielt auf mehreren Zeitebenen, in der Gegenwart (2016), in den 1960er Jahren, im Zweiten und im Ersten Weltkrieg. Der Protagonist Lennart Lomberg gräbt immer tiefer, nachdem er einen Anruf erhalten hat und bevor er sich mit ebenjenem Mann treffen kann, ist dieser ermordet worden. Was hat das alles mit dem Gemälde zu tun und vor allem mit Lennarts Familiengeschichte? Interessante Ermittlungen und viel Wissen über Beutekunst, ein interessanter Fall, allerdings ein eher ruhiger Krimi, der seine LeserInnen in unterschiedliche europäische Städte führt. Mir hat er dennoch gut gefallen und ich bin gespannt auf die weiteren Teile dieser Reihe um Lennart Lomberg.
Schauer und Bruch
Bruch: Ein dunkler Ort von Frank Goldammer
Mir hat die "Max-Heller-Reihe" von Frank Goldammer sehr gefallen und jetzt war ich gespannt auf den neuen Krimi, der auch in Dresden spielt, allerdings in der Jetztzeit. Die beiden Ermittler sind beide auf ihre Art eigen. Felix Bruch hat noch mit dem Tod seines Kollegen zu kämpfen. Er ist ein Einzelgänger, lebt nur von Fertiggerichten und hat eigentlich kein Sozialleben.
Nicole Schauer ist neu im Team. Sie kommt aus Hamburg und möchte eigentlich auch nicht bleiben. Auch sie hat eine Geschichte zu verarbeiten, die man allerdings erst recht spät im Buch erfährt und deswegen gehe ich nicht näher darauf ein. Sie ist aggressiv und reagiert ohne nachzudenken. Bruch hingegen lässt sie öfter einfach mal stehen und beachtet sie nicht weiter. Zwei Ermittler mit Ecken und Kanten. Doch durch den gemeinsamen Fall lernen sie sich besser kennen. Ein Mädchen ist spurlos verschwunden. Bereits zwei Jahre vorher verschwand ein anderes Mädchen, taucht jedoch nach zwei Wochen wieder auf. Allerdings hat sie nie erklärt, wo sie war und was geschehen ist. Hängen die beiden Fälle miteinander zusammen? Oder wissen die Jugendlichen mehr, die sich gerne in einem Abbruchhof treffen?Anfangs scheint Nichts einen Sinn zu ergeben. Alles sehr rätselhaft, allerdings wird es am Ende überzeugend aufgeklärt und hat mir gut gefallen. Der Sprecher Stefan Kaminski ist mir bereits aus anderen Produktionen bekannt und macht auch hier seine Sache richtig gut.









