Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Ein guter Nachfolger
Seelenlicht von Jay Lahinch
Seelenlicht: Im Zeichen der Verborgenen ist ein unglaublich liebevoller Fantasy Roman mit einer ordentlichen Portion Sehnsucht. Gepaart mit einer fantastischen Handlung. Nun habe ich den Nachfolger gelesen und muss sagen, dass sich die beiden Bücher nicht miteinander vergleichen lassen. Was unter anderem den anders gewählten Schwerpunkten liegt.
In Teil eins verschwindet Maeve spurlos, zumindest dachte das am Anfang Mason, mit dem sie zusammen war. Dabei wandelte diese nur zwischen zwei Welten. Wovon eine kurz davor war zu verschwinden. Zudem wurde sie auserkoren, den Frieden zu wahren und bestenfalls das Gleichgewicht wiederherzustellen. Dies tat sie nur aus einem Grund: Ihre Liebe zu Mason. Am Ende kehrte Maeve wieder zu ihm zurück und wenig später kam Malou, die Protagonistin in diesem Buch auf die Welt.
Die gemeinsame Tochter ist wieder ein anderer Typ Wandler. Diese kann nur am Abend in ihrer menschlichen Form am Alltag teilnehmen. Ab Sonnenaufgang wandelt sie in ihrer Tiergestalt umher. Im Gegensatz zu ihrer Mutter ist sie nicht von Anfang an auf sich alleine gestellt. Dessen tierische Freunde unterstützen das Mädchen, wo es nur geht. Neu dazu kommen die Fremden aus dem Reservat inklusive deren Auffassung der Tierformen. So viel zum Grundgerüst. Bis hierhin klingt es wie eine logische Fortsetzung zum ersten Teil. Was es grundsätzlich auch ist.
Die Umsetzung spricht eine andere Sprache. Da bereits zuvor viel erklärt und viele Geheimnisse gelüftet wurden, entdecken wir in der ersten Hälfte des Buches nicht viel Neues. Malou rettet diese mit ihren ersten Schritten in ein neues Abenteuer und das Heranwachsen zur Welterretterin etwas. Sonst wäre es etwas langweilig gewesen. Ouray hingegen entfaltet erst später seinen wahren Charakter. Zuvor ist er halt ein geheimnisvoller Typ, der eben existiert und sich für den „Auserwählten“ hält. Sein Gehabe ändert sich erst sehr spät im Buch ins Positive. Das ist jetzt kein Beinbruch, was unter anderem daran liegt, dass einer seiner Verbündeten Malou gegenüber etwas aufgeschlossener ist und dieser es nicht unbedingt so ernst mit den Bräuchen nimmt.
Die Charaktere, welche wir bereits im Vorgänger kennenlernen durften, spielen auch hier wieder eine Rolle. Nur stehen diese diesmal Malou mit Rat und Tat zur Seite. Gegen Ende erfährt man wieder etwas mehr über sie. Vor allem Sayde bekommt noch einmal eine gehörige Portion Geschichte spendiert, was mir sehr gut gefallen hat. Maeve und Mason fristen hingegen ein Nebendarsteller Dasein. Gerade letzterer wurde etwas links liegen gelassen. Zugegeben, er kennt sich in der Welt der Wandler nicht wirklich aus und kann somit wenig beisteuern.
Der Verlauf der Handlung hat mir, bis auf meine Kritikpunkte weiter oben, relativ gut gefallen. Die Vorstellung der neuen Protagonistin. Das Zeigen der neuen Probleme. Die Reise in ein neues Abenteuer bis hin zu alten Bräuchen/Geheimnissen. Grundsätzlich ist der Autorin der Nachfolger gut gelungen, auch wenn dieser nicht die gleiche Wirkung auf mich erzielt hat wie Teil eins.
Großer Aufmachung und wenig dahinter
Wenn sie lügt von Linus Geschke
Es ist schon wieder etwas her, seit ich einen Thriller gelesen habe. Daher freute ich mich sehr über die beiden Rezensionsexemplare von der Tyrolia Buchhandlung und Netgalley. Linus Geschke sagte mir bislang nichts. Das änderte sich mit „Wenn sie lügt“. Ein Buch, welches in den Medien hochgelobt wird und es auf die Bestsellerliste geschafft hat.
Letzteres war mir erst bekannt, als ich das Buch beendet hatte. Warum ist das wichtig? Weil es im Anschluss so wirken könnte, als würde meine Kritik darauf basieren. Üblicherweise werden derartige Bücher von mir, aus guten Gründen, gemieden. Gut also, dass ich recht neutral an das Lesen herangegangen bin.
Die Handlung findet primär in Waldesroda statt. Dieser Ort, welcher von Wäldern umgeben ist, hat schon einiges gesehen. Aber nichts war bisher so von Bedeutung wie die beiden Morde, welche vor einigen Jahren auf einem Parkplatz passiert sind. Norah war bis zu einem bestimmten Moment mit ihrer Clique unzertrennbar verschmolzen. Bis sie David kennenlernte und sich in ihn verliebte. Wenig später mussten zwei Menschen ihr Leben lassen. Auf seiner Flucht starb er laut Medien. Jahre später erhält seine Ex-Freundin Briefe, welche viele Wörter enthalten, die er damals häufiger benutzt hat. Ab diesem Moment sind sich die verbleibenden Mitglieder der Clique nicht mehr sicher, ob David damals wirklich gestorben ist. Goran, welcher nach dem Vorfall das Weite gesucht hat, reist extra an, um Norah beizustehen. Soweit das Grundgerüst, welches viel Potenzial hätte.
Zuerst das Positive. Norah, Goran und ihre Mutter wurden von allen Charakteren am besten ausgearbeitet. Diese drei haben früher bis heute schon einiges durchgestanden. Dementsprechend verbindet sie ein dickes Band. Dennoch sind erstere kein Paar, sondern nur Freunde. Dann gibt es, neben Charakteren, die vereinzelt auftauchen, noch die restlichen Mitglieder der Clique, welche eher blass daher kommen. Sie erfüllen ihre Rolle, helfen mit ihrem Gedächtnis aus oder geraten schnell in Vergessenheit. Der Fokus der Handlung liegt definitiv auf den zuerst genannten. Grundsätzlich solide. Ein paar Charaktere, eine Handvoll Drohbriefe, ein paar Nebencharaktere, die etwas beisteuern können und ein paar Geheimnisse.
Letztere bilden die Stützstruktur der Handlung. Egal, was früher vorgefallen ist. Es wird ein Geheimnis daraus gemacht. Etwas passiert in der Gegenwart. Erst wird ewig daraus ein Geheimnis gemacht, nur, um merklich später in einem Rückblick die große Enthüllung serviert zu bekommen, worum es ging. Und das immer und immer wieder. Das kann eine Weile gut gehen, aber das zieht sich bis zur Hälfte des Buches durch. Man könnte auch sagen, dass die Handlung immer wieder Stützrädchen montiert bekommen hat, um nicht umzufallen. Denn viel gab es nicht, mit dem man als Leser:in arbeiten konnte.
Ab der besagten Hälfte bekommen wir endlich mehr Informationen, worum es eigentlich wirklich geht. Bis dahin wird nur getuschelt, gemutmaßt, gedroht und aus den Kapiteln von „Er“ etwas „ergänzt“. Die Charaktere entwickeln sich in dieser Zeit kaum weiter. Viele Fragen, was mit z.B. mit Person A von früher passiert ist, was interessant sein könnte, wurde nur kurz angeschnitten, um dann dem alten Trott bis zur Erlösung zu folgen. Zwischendurch turteln Goran und Norah herum, aber viel mehr passiert zwischen ihnen nicht.
Nach ca. 300 Seiten, als mir die Lust langsam verging weiterzulesen, kam die große Enthüllung. Eine Person, welche nichts, aber auch gar nichts, mit der Handlung zu tun hatte, schaffte Abhilfe. Nur um dann mit vollen Karacho in den Endspurt zu starten und das Ende einzuläuten. Am Ende dachte ich mir nur? „Das war es jetzt? Wirklich. Warum wurde ich gute 300 Seiten hingehalten?“
Es mag Leser:innen geben, die diesen Erzählstil mögen, die Bestseller Bewertung kommt ja nicht von irgendwoher, aber meins ist/war es nicht.
Ein Buch zum Wohlfühlen
Die Tage mit Dir von Valerie Bendorf
Nach meinen Reread von „Liebe treibt die schönsten Blüten“ blieb es etwas still rund um die Autorin, bis mich diese eines Tages angeschrieben und gefragt hat, ob ich ihr neues Buch lesen möchte. Selbstverständlich. Immerhin haben mir ihre Bücher bisher richtig gut gefallen. Noch eines vorweg: Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.
Wenn mich etwas beim Lesen gestört hat, erfahrt ihr es trotzdem.
Der Anfang findet etwas zeitversetzt statt. Hanna ist gerade am Flughafen und würde gerne in ein Flugzeug steigen, um einen gewissen Jemand zu besuchen. Leider verzögert sich ihr Flug aus nachvollziehbaren Gründen. Ob sie am Ende abreisen kann, oder nach Hause fahren muss, erfahren wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Nach diesem Einstieg beginnt die Handlung im Jahr 1999, wo sich unsere beiden Protagonisten kennenlernen. Sowie es der Zufall so will, landen sie in einem abgelegenen Haus, bis diese vom alarmierten Lehrpersonal gefunden werden. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Gerade die Anfangsszene am Flughafen deutet schon sehr stark darauf hin, dass die Vergangenheit nicht zugunsten von Hanna und Neil verlaufen sein könnte. Die beiden leben, offenbar, getrennt und sie möchte ihn besuchen. Ausreichend Informationen für einen einfachen Prolog. Andererseits lassen sich diese auch aus dem Klappentext ableiten. Fakt ist. Wir haben etwas, mit dem wir arbeiten können.
Noch in der Schulzeit lernen wir nicht nur Hanna und Neil besser kennen, sondern auch ein paar später vorkommende Nebencharaktere, welche in der Zukunft auch ihren Platz finden werden. Ich hatte beim Lesen immer so einen alten Filmprojektor vor Augen, welcher das Leben der beiden auf zwei Spuren im Schnelldurchlauf laufen ließ. Erinnert mich an alte Liebesdramen.
Apropos Drama. Dieses gibt es in diesem Buch nicht wirklich. Ja, Sehnsucht und Liebeskummer gibt es zuhauf. Jedoch sind diese beiden Komponenten hier nichts Negatives. Sie dienen hier als Verstärker in vielen Situationen. Auch die Gedanken unserer Protagonisten werden hiervon stark beeinflusst. Trotz verschiedener Leben sind diese immer in deren Köpfen verankert. Natürlich wird sich der eine oder andere von euch denken: „Ist es nicht etwas unfair dem aktuellen Partner gegenüber, wenn der Gegenüber gedanklich bei seiner Schulliebe ist.“ Da gebe ich euch recht. Etwas seltsam wirkt es alle mal. Jedoch kann man mit den Umständen etwas dagegen halten. Hanna und Neil müssen sich nach dem Internat trennen. Daher kommt erst das Versprechen, sich gegenseitig Unterschlupf bieten zu wollen. Die Zeit bleibt nicht stehen. Das Leben beider muss weitergehen, was es auch tut. Nur eben getrennt. Die einzelnen Passagen, welche innerhalb der Kapitel auch mal abwechselnd abliefen, waren spannend. Keiner der Protagonisten hatte nur schöne und einfache Momente. Schicksalsschläge gehörten genauso dazu, wie Erfolge.
Sehnsucht ist das Kernthema des Buches. Zumindest kam es für mich so rüber. Diese wirkte nie aufgesetzt oder gar fehl am Platz. In der jeweils passenden Lebenssituation, oder wenn man sich gesehen hat, war sie klar zu spüren. Anders als in ihren anderen Büchern hat Valerie hier den Fokus ganz klar auf Gefühle gesetzt. Das merkte ich deutlich. Das Buch lässt sich deshalb mit einem Wort genau beschreiben: gefühlvoll. Immer und irgendwo ist Platz für den einen Menschen. Alleine beim Gedanken daran wird mir warm ums Herz.
Kommen wir zum Thema Kritik. Erinnern uns daran, wie das Wort geschrieben wird, und gehen dann zum Endfazit über. Nein, ehrlich. Es fällt mir schwer, etwas Negatives an diesem Buch zu finden. Es ist ein rundes Gesamtpaket, mit viel Liebe zum Detail und randvoll mit Sehnsucht und Emotionen. Wenn ich das Buch kaputt analysieren würde, werde ich vielleicht etwas finden, aber das ist nicht der Sinn meiner Rezensionen. Hier geht es um meinen Ersteindruck und anschließend um eine ehrliche Gesamtwertung. Und diese mündet in einer Empfehlung.
Mein erstes Buch von der Autorin war direkt ein Volltreffer
Be my light von Sabrina Liska
Es gibt Momente, da lohnt es sich auf sein Bauchgefühl zu hören. Als Sabrina ihr erstes Buch angekündigt hat, war ich durchaus angetan. Jedoch fühlte es sich, aufgrund diverser Umstände, nicht richtig an „Be my light“ jetzt sofort zu bestellen. Das Warten hat sich schlussendlich gelohnt. Denn während des 3.
Romantasy Festivals der Tyrolia Buchhandlung, bei dem ich auch die Autorin wieder getroffen habe, wurde mir klar, dass jetzt der richtige Moment ist, mindestens eines der Bücher zu kaufen. Geworden sind es schlussendlich beide verfügbaren Teile. Von „Hold me tight“ wird es somit auch bald eine Rezension geben.
Fangen wir anders als sonst mit dem Buchcover an. Denn das ist zwar simpel gehalten, aber gerade durch den sparsamen Einsatz von Motiven und Farben wunderschön anzusehen. Wer das Buch bereits gelesen hat, der weiß, dass die Schmetterlinge und die Blätter nicht von irgendwo her kommen. Also kein generisches Cover, sondern etwas Eigenes. Hier gibt es von mir bereits den ersten Pluspunkt.
Nach einer Auflistung von passenden Liedern in Form einer Playlist fängt die Handlung relativ normal an. Nach etwas Vorgeplänkel landet Madison schlussendlich in ihrer neuen Heimat. Schon bald begegnet sie dem ersten Nebencharakter im Buch. Max war mir direkt sympathisch. Unsere Protagonistin brauchte hingegen etwas Zeit, um sich an ihn zu gewöhnen. Was nur natürlich ist. Generell tastet sich Madison, aufgrund der vergangenen Ereignisse, sehr langsam an ihr neues soziales Umfeld heran. Glücklicherweise läuft sie nicht durchgehend verängstigt von A nach B. Kurz nach der ersten Begegnung lernt sie die beiden sympathischen Zwillinge kennen, welche ich direkt gemocht habe. Trotz ihrer gegensätzlichen Art, oder gerade deswegen, beginnt man sie recht schnell zu mögen. Madison taut hierbei immer mehr auf, was sehr schön war.
Kommen wir zu Nathan Davis. Dieser ist, anders als erwartet, nicht nur optisch ein Frauenschwarm. Seine inneren Werte, welche bei einem Menschen generell etwas mehr zählen sollten, sind sehr vielseitig. Genauso wie Madison, welche aufgrund der Own-Voice Perspektive im Buch, im Mittelpunkt steht, hat er nicht nur die angegebenen Attribute zu bieten, sondern auch Variationen dieser. Eine Tatsache, die gerne vernachlässigt wird. Liebesromane sind nur so gut, wie die Charaktere, die sie tragen. Hier harmonieren Madison und Nathan von Anfang an gut miteinander. Positiv anzumerken ist, dass die intimen Momente erst viel später im Buch Platz finden. Vorher gibt einem die Autorin Zeit, die beiden kennenzulernen. Gerade der Weg der Besserung unserer Protagonistin ist von großer Wichtigkeit. Dessen sind wir uns immer bewusst und daran werden wir auch regelmäßig erinnert. Es gibt keine plötzlichen „Jetzt ist alles vergeben und vergessen“ Momente, nur weil der Typ heiß wie sonst was ist. Nein. Madison braucht ihre Zeit, um sich wieder sicher zu fühlen. Passend dazu gibt es später in der Handlung auch die passende Reaktion, wenn dann nicht alles glattläuft, weil die Vergangenheit mit der Tür ins Haus fällt.
Generell fühlte sich beim Lesen alles richtig und vor allem nachvollziehbar an. Diese oder andere Situationen im Buch hat jeder von uns schon einmal erleben/durchleben dürfen. Dank des angenehmen Schreibstils huschte ich nur so durch die Seiten. Die einfache, aber recht detaillierte Wortwahl, machte es möglich.
Kommen wir zum Thema Kritik. Irgendein Haar in der sprichwörtlichen Suppe werde ich wohl gefunden haben. Oder? Wenn ich es darauf anlegen würde, dann könnte ich die zwei gefunden Rechtschreibfehler kritisieren. Die waren mir aber relativ egal. Die Wörter haben ihren Zweck erfüllt. Also keine Kritik.
Wenn ihr von Sabrina Liska noch nichts gelesen habt, könnte „Be my light“ euer Buch sein. Sagt mir gerne Bescheid, ob und wie es euch gefallen hat.
Ein gelungener emotionaler Fantasy Roman
Melodie der Asche von Elya Adair
Netgalley ist manchmal eine Goldgrube. Neben offensichtlichen Kandidaten, wie Bestseller-Romane, finden sich auch Bücher von kleineren Autoren, welche meiner Ansicht nach mehr versuchen und mir meistens besser gefallen. So erging es mir bei „Melodie der Asche“ von Elya Adair. Auf Social Media habe ich sie sogar mal gesehen, aber nie aktiv ihre Beiträge durchwühlt.
Hätte ich gewusst, welchen Fantasy Roman sie ihren Lesern serviert hat, wäre das sicher nicht passiert. Vor allem nicht einen so umfangreichen und sehr emotionalen. Bin es gewohnt, dass Autoren sich langsam und relativ einfach an ihr erstes Buch heranwagen. Einfache Charaktere, gefolgt von einer überschaubaren Handlung und einem gut platzierten Finale. Nicht hier. Im Gegenteil.
Fangen wir wie immer beim Anfang an. Nach einem kurzen Prolog lernen wir Vaelen und Laudan kennen. Zwei Charaktere, die unterschiedlich nicht leben könnten. Der eine ist ein einfacher Fischer, der andere Feldherr des Sha und Spion der Rebellion. Dennoch verbindet die beiden ein schon lange vorbestimmtes Schicksal. In Vaelen schlägt nicht nur ein gütiges Herz, sondern auch der Takt einer geheimnisvollen Melodie, dessen Ursprung ihm komplett unbekannt ist. Diese wird aber im Laufe der Handlung noch bedeutungsvoll sein. Gepaart mit ein paar interessanten Nebencharakteren, schönen Umgebungen und den ersten Anzeichen einer lang anhaltenden Handlung hat die Autorin einen guten Start geschrieben. Vielfalt und Komplexität werden hier stets großgeschrieben. Ich fand es unglaublich toll zu lesen, wie sehr sich die verschiedenen Völker und deren Bewohner voneinander unterscheiden.
Was ich dem Buch nicht zugetraut hätte, ist wie emotional es nach und nach wird. Ja, es wird als dramatischer Fantasy Roman beworben, aber mit diesen Worten schmücken sich heutzutage viele Bücher. Emotionen jeglicher Intensität sind generell ein großer Schwerpunkt des Buches. Wo andere Autoren sich in der Umgebung verlieren, bleibt die Autorin sehr nah an ihren zwei wichtigsten Charakteren. Was sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass wir Leser jeden ihrer Schritte mitverfolgen und gnadenlos mit ihnen mitleiden können. Was die beiden durchmachen müssen, ist nicht von schlechten Eltern. Folter, Gewalt und Missbrauch sind nur die Spitze des Eisberges. Dabei wird es nie brutaler als es sein müsste. Alle Handlungen und Gedankengänge wirkten auf mich relativ nachvollziehbar. Klar, die Taten eines Psychopathen nachzuvollziehen gelingt wohl den Wenigsten, aber darum geht es nicht zwingend. Gerade diese Sorte von Charakteren wurden etwas weniger detailliert dargestellt. Vor allem der geheimnisvolle Sha ist das ganze Buch über ein Geheimnis auf zwei Beinen.
Was wiederum kein Geheimnis war, ist die Zuneigung zwischen den Laudan und Vaelen. Meine Güte war deren Umgang schön, umso herzzerreißender war es, als diese nicht selten gewaltsam voneinander getrennt wurden. Dafür war das Wiedersehen umso schöner. Wer also keine Abneigung von gleichgeschlechtlicher Liebe hat, bekommt hier viel geboten.
Bei all dem Lob gibt es natürlich auch etwas zum Meckern. Stellenweise zog sich die Handlung etwas zu sehr in die Länge. Ich liebe Details, wirklich, aber hier arteten diese stellenweise zu sehr aus. Für detailverliebte Leser könnte dieser Punkt wiederum ein großes Plus sein. Auch der Sprung zwischen den Zeiten war nicht immer klar ersichtlich.
Trotz kleineren Kritikpunkten konnte mich das Buch in vielerlei Hinsicht begeistern und würde mich freuen, wenn ihr diesem eine Chance geben würdet.
Anders nicht falsch
Anders nicht falsch von Maria Zimmermann
Was bedeutet es Autistisch zu sein? Wer sind diese „seltsamen“ Menschen mit ihren „interessanten“ Verhaltensweisen? Warum fällt es diesen so schwer, sich an die gesellschaftlichen Regeln, die auf jeden Fall immer Sinn ergeben (nicht!), anzupassen? Kann doch nicht so schwer sein. Oder? Kurze Antwort.
Doch. Wie sehr versucht euch Maria Zimmermann in ihrem Buch zu erklären.
Denn nach ihrer Diagnose, im Buch Entdeckung genannt, wurde ihr so einiges klar. Warum sie so ist, wie sie ist. Dass ihr Verhalten nicht unbedingt seltsam, sondern einfach anders ist. Ihre Wahrnehmung, welche mehr Dinge an ihr Gehirn weiterleitet als dieses auf einmal verarbeiten kann. (Reizüberflutung) Merkmale, welche dafür sorgen, dass der Alltag für sie als einzelne Person anders abläuft als für dich oder mich. Hier kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte in Hinsicht auf Autisten bzw. Menschen im Autismus Spektrum. Nicht jeder ist gleich. Jede Person in diesem riesigen Pool ist anders. Es wurde in der Vergangenheit zwar versucht Gruppen zu bilden, jedoch merkte man schnell, dass das nicht funktioniert.
Maria führt euch sachte mit Fall und Bildbeispielen durch ihren Alltag. Welche Schwierigkeiten hat sie, wie geht sie damit um? All das und noch viel mehr wurde von ihr in Kapiteln unterteilt. (Definition, kognitive Fähigkeiten, Sprache, Gefühle, Soziales, uvm.) So könnt ihr euch gemütlich von Thema zu Thema hangeln. Die Beispiele und detailgenaue Erklärung, was in Situation x gerade in ihr vorgeht und wie sie sich dabei fühlt und wie sie gerne behandelt werden möchte, wurde ebenfalls verständlich rübergebracht.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Bei den bildlichen Darstellungen musste ich stellenweise schmunzeln, da ich bei bestimmten Punkten mitreden/mitfühlen konnte. Meine eigene Diagnose liegt nur wenige Jahre zurück. Seitdem erging es mir ähnlich wie der Autorin. Habe viele Informationen gesammelt, viele Dinge ausprobiert und teilweise temporäre Lösungen gefunden.
Gleichzeitig versuchte ich mich beim Lesen in Menschen hineinzuversetzen, die mit dem Thema nichts anfangen können, oder gar davon gelesen zu haben. Letzteres ist leider ein großes Problem, wenn man als Betroffener für Aufklärung sorgen möchte. Wie soll man in wenigen Sätzen anderen begreiflich machen, wie man fühlt und wahrnimmt? Schwierig. Eher läuft man in Gefahr, nicht ernst genommen zu werden. Von Relativierung ganz zu schweigen. Da ist es doch „einfacher“ sich der Norm zu fügen und am Abend halb tot ins Bett zu fallen. Jedoch scheinen Menschen im Spektrum immer mehr Gehör in der Gesellschaft zu finden. Was nicht nur an den immer mehr werdenden Erkenntnissen, sondern auch an den Betroffenen liegt, die immer öfter den Mund aufmachen. Diese Entwicklung begrüße ich sehr. Es soll niemand ausgeschlossen werden, nur weil er/sie/divers anders ist, als man es von einem erwartet.
Ich schweife schon wieder ab. Jedenfalls bin ich der Meinung, dass das Buch für beide Seiten geeignet ist. Einerseits für autistische Menschen, andererseits für jene, die das Thema interessiert, sich jedoch nicht durch etliche Seiten klicken möchten, um einen Überblick zu haben.
Gibt es von meiner Seite aus Kritik? Nö. Hätte ich gerne über Thema xy mehr erfahren? Nein. Es ist bisher die beste Erklärung des Themas, welche ich bisher gelesen habe. Nicht zu kompliziert erklärt und durch die bildliche Darstellung besser nachvollziehbar.
Seelenlicht: Im Zeichen der Verborgenen
Seelenlicht von Jay Lahinch
Es gibt Situation, da kann mich ein Buch alleine durch seine Optik schon vom Kauf überzeugen. Ich kann kaum in Worte fassen, wie gut mir dieses Buchcover gefällt. Einerseits erinnert es mich an ein Märchen, andererseits versprüht es eine Mischung aus Licht und Dunkelheit. Welche beide in der Handlung nicht nur vorkommen, sondern auch einen Sinn haben.
(Mal abgesehen vom Offensichtlichen) Ein schönes Buch ist das eine, aber wie sieht es im Inneren aus? Hört hier der Zauber auf?
Beginnen wir wie immer am Anfang. Maeve ist bereits verschwunden. Mason und Hope sind auf sich gestellt. Von Anfang bis Ende werden wir mit der Sehnsucht, der Liebe, welche die beiden füreinander empfinden und den vergangenen schönen Momenten unseres Pärchens konfrontiert. Schließlich sind diese Punkte ein wichtiger Bestandteil der Kraft, welche die beiden nicht verrückt werden lassen, weil sie aus einem bestimmten Grund voneinander getrennt wurden. Selbstverständlich spiegelt sich auch bei Hope diese Zuneigung wider. Das Miteinander der Charaktere hat mich mehrere Male gerührt. Wahnsinn, wie gut die Autorin die Gefühlslage aller Anwesenden zu Papier gebracht hat. Das ist die größte Stärke des Buches. Auch sonst können vor allem Mason und Maeve mit vielen Facetten punkten. Es sind nicht nur Charaktere, die sich lieben. Ihr Handeln, ihre Dialoge und ihre Energie spürt man durch die Seiten hindurch. Einfach nur toll.
Die Bewohner des Waldes, in dem sich Maeve wieder findet, waren mir direkt sympathisch. Einst Menschen, welche nun als Tiere ihr Dasein fristen müssen. Jedoch nicht einfach so. Denn im Gegensatz zu unserer Protagonistin ist ihnen nicht nur Gutes erfahren. Im Gegenteil. Ihre Tierform ist, so sagt man, ein Ausweg aus einem Leben voller Schmerz. Jedes Tier hat seine/ihre ganz eigene Geschichte. Welche uns nur teilweise erzählt wird. Eine gute Entscheidung, denn sonst wäre das Buch viel zu lang und man müsste sich keine Gedanken über irgendetwas machen, da einem alles vorgekaut wurde.
Generell lädt dieses Buch sehr dazu ein, in diese kleine Welt voller Mythen und Geheimnisse einzutauchen. Aufgrund der bildlichen Beschreibungen reicht es eigentlich aus, die Augen zu schließen.
Ich freue mich sehr auf Teil zwei. Bin gespannt, was mich dort erwartet.
Ein hervorragender dritter Teil mit einem gelungenen Showdown
Ashturia von Naomi Huber
Dafür, dass uns im Klappentext so viel Rasanz versprochen wird, fängt das Buch sehr friedlich an und bleibt es auch über mehrere Kapitel hinweg. Eine willkommene Abwechslung, wenn man bedenkt, was in den Teilen zuvor geschehen ist. Jedoch ist das nur die Ruhe vor dem Sturm. Bis hierhin gefiel, mir, was ich gelesen habe.
Eine Ahnung, was mit „der Vendorey“ gemeint sein könnte, bahnt sich schon hier an. Zunächst war ich mir unsicher, ob die Information nicht zu früh serviert wird, jedoch rückt dieser Gedanke recht schnell aufgrund der nachfolgenden Ereignisse in den Hintergrund. Diese haben es in sich.
Aus der Vergangenheit weiß ich, dass Naomi eindrucksvolle und energiegeladene Szenen hervorragend beherrscht. Aber hier hat sie sich noch einmal so richtig ausgetobt. So langsam der Anfang war, so schnell flog ich durch den mittleren Teil des Buches, nur um dann kurz vor dem Showdown ruckartig abgebremst zu werden, um dann wiederum mit Vollgas Richtung Ende zu fliegen.
Genug vom allgemeinen Eindruck. Hinein in die Details. Trina und Liam durften ihre neue Macht vollends ausleben. Das gefiel mir gut. So hatte ich das Gefühl, dass diese durch die Ereignisse aus der Vergangenheit geistig und körperlich gewachsen sind. Variationen ihrer Kraft fügten sich natürlich in die neue Handlung ein. So als hätten sie sich ganz natürlich die Frage gestellt, was sie damit sonst noch so anstellen können. Fecyre, dem mächtigen Drachenwesen, erging es nicht anders. Was diese mittlerweile für Fähigkeiten erlangt hat, ist nicht ohne. Sei es die Wandlung ihrer Gestalt, oder ihrem Wissen bezüglich der Mida, welches sie nach und nach erlangt hat.
Dennoch freute es mich zu lesen, dass die drei deswegen nicht mit Leichtigkeit durch die feindlichen Truppen und dem schlussendlichen Endgegner schnetzelten. Es brauchte weiterhin gute Planung und ein schnelles Reaktionsvermögen. Die Tatsache, dass die drei zwischendurch getrennte Wege gehen mussten, machte es für mich umso spannender. Wie ging bspw. Trina ohne ihren Mann und ihr Drachenmädchen mit einer unbekannten Situation um?
Die Nebencharaktere machten ebenfalls eine positive Entwicklung durch. Viele davon unterstützten unser kleines Team bei ihrer Rettungsaktion mit ihren speziellen Fähigkeiten und waren mir auch sonst sympathisch. Neue Charaktere gliedern sich nahtlos in die Handlung mit ein und waren trotz geringer Tiefe keine bloßen Statisten oder gar Lückenfüller.
Zum Schluss möchte ich noch die im Buch vorkommenden Speisen erwähnen. Bin ja ein großer Fan von detaillierten Beschreibungen dieser. Hatte einige Male so Lust darauf, selbst einen Löffel zu probieren. Wie Reaka schmeckt, würde mich sehr interessieren.
Es war eine gute Entscheidung, meine Pause zu unterbrechen und mich diesem Buch zu widmen. Insgesamt wieder ein tolles Buch. Danke dir Naomi.
Die Ashturia Reihe kann ich jedem Fan des Genres sehr empfehlen.
Gelungener Nachfolger
Ashturia von Naomi Huber
Anfang April war es so weit. Ich habe mir den zweiten Teil der Ashturia Reihe gekauft und Ende April angefangen/beendet. „Der Prinz und die Tarenqua“ konnte mich gut unterhalten. Die andere Rollenverteilung, der Erzählstil, die detailreiche Umgebung, die Aufklärung der Gegebenheiten der Welt und natürlich die gut geschriebene Annäherung der beiden Hauptcharaktere waren genau das, was ich gesucht habe.
Dementsprechend freute ich mich auf „Der Drache der Königin“.
Was sich Naomi Huber wohl diesmal hat einfallen lassen? Immerhin scheint ja die Gefahr gebannt zu sein. Alle Mitglieder der Truppe konnten neue Erfahrungen sammeln. Aus Liam ist ein ordentlicher Krieger geworden. Trina konnte neue Erkenntnisse über die in ihr schlummernde Kraft sammeln. Fecyre, die schuppige Gefährtin der Königin, lernte mehr über ihre Entstehung.
Die neue Handlung knüpft nahtlos an Teil eins an. Sollte letzterer schon eine Weile her sein, ist das kein Problem. Es gibt gleich zu Beginn eine kleine Zusammenfassung. Für Menschen, die im Jahr viele Bücher lesen, ist das eine feine Sache.
In der Gegenwart angekommen müssen sich Trina, Liam und Fecyre neuen Gefahren stellen, welche diesmal wesentlich gerissener vorgehen. Denn auch der Feind hat dazu gelernt. Es ist super, dass auch hier darauf geachtet wurde, eine Balance in Bezug auf die Kampfstärke zu schaffen. Zu starke und übermächtige Charaktere sind auf Dauer eher fad. So hat jeder weiterhin sein Spezialgebiet, bzw. bestimmte Fähigkeiten, die in der passenden Situation von Nutzen sein können. Wobei die bestehenden Stärken sinnvoll ergänzt wurden.
Die Handlung selbst wurde wieder angenehm schnell vorangetrieben. Das Erzähltempo passte super zum Geschehen. Was nicht selbstverständlich ist. Hatte leider schon öfter Fantasy Romane, welche sich in Schlüsselmomenten zu sehr mit den Charakteren anstatt mit dem Geschehen auseinandergesetzt und dadurch Tempo verloren haben. Wenn sich Fecyre auf einen Gegner stürzt, dann möchte ich diese Wucht gerne in Worten spüren. Das ist Naomi definitiv gelungen. Das gilt auch für die gut verteilten hilflosen Momente. Die tiefe Trauer, die Verluste, blinde Wut und natürlich Liebe sind zu jederzeit nachvollziehbar. Es gab nicht wenige Situationen, in denen mir das Herz in die Hose gerutscht ist. Da braucht es schon einiges, damit das passiert.
Der Showdown und das schlussendliche Ende rundeten die im zweiten Teil erzählte Handlung gut ab und warf im gleichen Atemzug neue Fragen auf. Heißt also, im nachfolgenden Buch bekommen wir vielleicht eine Erklärung. Ich freue mich darauf. ????
Gemütlicher Liebesroman für Zwischendurch
Liebe kann doch jedem mal passieren von Anne Sanders
Es ist schon eine Weile her, seit ich so einen gemütlichen Liebesroman gelesen habe. Wohlfühlmomente in diesem Genre kannte ich vorher nur von Meike Werkmeister und Carina Schnell. Aber, wie so oft hat es sich gelohnt, über den Tellerrand zu blicken. Wir begegnen hier zwei unterschiedlichen und recht einfach gehaltenen Charakteren, von denen wir nur das Nötigste erfahren.
Julie ist Zahnärztin, welche mit diesem Job nicht zufrieden ist und in Kombination mit anderen Problemen eine Auszeit braucht. Alex hingegen ist angehender Anwalt, die Ausbildung verlangt sehr viel Konzentration und Geduld. Vor allem Zeit. Dementsprechend verbringt er nicht viel von dieser mit seiner neuen Mitbewohnerin. Das ist erst einmal die Lage, mit der wir konfrontiert werden.
Neben den Verwandten der beiden, den Mitarbeitern in einem italienischen Restaurant und dessen Chef, einer Handvoll Bekanntschaften gibt es kaum Nebencharaktere. Das hat mir gut gefallen. So wirkt die Geschichte nicht überladen und es bleibt genug Raum für eigene Gedanken. Die Beschreibungen und die ergänzenden Details erfüllten vollends ihren Zweck. Die Umgebung konnte ich mir recht einfach vorstellen und verliebte mich auch teilweise in diese. Das Essen klang so lecker. ????
Es gab natürlich auch Momente, in denen Julie und Alex unfreiwillig komisch waren. Auch außerhalb der unfreiwilligen WG gab es immer wieder Situationen, in denen ich grinsen musste. Außerdem sucht man hier nach negativen und/oder traurigen Szenen vergebens. Das ist ein durch und durch positiver Roman.
Der allgemeine Verlauf der Handlung ist recht gemütlich gehalten. Großartige Höhen und Tiefen gab es nicht. Keine Schicksalsschläge, kein eifersüchtiger Partner, nichts. Wir haben hier zwei erwachsene Menschen (Ende 20) vor uns, die sich ihrer Position in ihrem Leben erneut bewusst werden müssen. Garniert mit einer schönen Umgebung, freundlichen Charakteren und einer gemütlichen Stimmung.
Diesen Liebesroman kann ich allen Lesern empfehlen, welche ein Buch für einen gemütlichen Leseabend suchen und sich etwas berieseln lassen möchten.











