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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Danislesestube:

Das Buch war okay, nicht mehr, nicht weniger

Irish Love - Vom Glück geküsst von Josie Donovan

An dieser Stelle noch einmal ein Dank an den Verlag und die Autorin für das Rezensionsexemplar. Ebenfalls möchte ich mich bei Melly, meiner Lesepartnerin, vor allem für ihr Durchhaltevermögen bedanken. Denn, ein Spoiler vorweg, das Buch hat uns etwas mehr Nerven gekostet als gedacht. Aber dazu möchte ich später noch etwas schreiben.

Beginnen wir am Anfang des Buches. Ein wichtiger Teil, der entscheidet, ob man weiterlesen oder es beiseitelegen möchte. Allie Malone befindet sich aktuell in ihrem von ihr seit Jahren gewohnten Alltag. Sie lebt mit ihrem Partner Giles ein glückliches und erfolgreiches Leben. Bald planen die beiden sogar in die USA auszuwandern. Denn dort können sie noch mehr Karriere machen. Vor allem Giles würde alles dafür geben, so erfolgreich wie möglich zu sein. Allie scheint diesem Gedanken ebenfalls nicht abgeneigt zu sein.

Bis zu dem Zeitpunkt, als Allies Vater das Glück mit einem Anruf ins Wanken bringt, denn dieser möchte, dass seine Tochter ihn beim diesjährigen Matchmaker-Festival vertritt. Aufgrund eines Herzinfarktes ist es ihm nicht möglich, seiner Aufgabe nachzugehen. Selbstverständlich sagt unsere Protagonistin zu, ihn zu unterstützen und in ihre alte Heimat, der sie einst den Rücken gekehrt hat, zurückzukehren.

Soweit so gut. Jedoch stellte sich mir hier eine Frage: Warum hat Allie das gemacht? Es gab, laut ihr, gute Gründe, sich so weit wie möglich von ihrem Heimatdorf zu entfernen. Sie ist erfolgreich, hat einen Partner, mit dem sie sogar bereit ist, auszuwandern. Ja, es handelt sich um ihren Vater, auch ist es wahr, dass ein kleines Dorf wenig Chancen auf eine erfolgreiche Karriere bietet, aber so eine Entscheidung fällt man normalerweise nicht so leichtfertig. Alt genug ist Allie um sich den Konsequenzen bewusst zu sein.

Nächster Punkt. Sie befindet sich nach längerem Hin und Her und Jammern von Giles Seite nun wieder in ihrer Heimat. Nach nur wenigen Augenblicken verliebt sich die Gute in den dort ansässigen Landarzt Jake. Ein sympathischer und gut aussehender Typ, das muss man ihm lassen. Vor allem nicht so glatt geleckt wie Allies aktueller Partner. Aber das ist ohnehin egal, denn Giles ist plötzlich Geschichte. Nur zur Info. Allie und Giles waren relativ lange ein Paar. Wenige Tage reichen offenbar dennoch aus, um die Beziehung zu zerstören. Man könnte meinen, dass die beiden nicht füreinander geschaffen waren, oder Giles einfach ein Idiot ist. Es könnte auch beides der Fall gewesen sein.

Nach diesem zähen Anfang geht die Handlung glücklicherweise relativ angenehm weiter. Allie und Jake kommen sich näher. Sowie das Matchmaking Festival. Die Bewohner des Dorfes sind, bis auf wenige Ausnahmen, echt sympathisch. Vor allem Fred war so ein Charakter, den ich direkt mochte. Sein Grund, jedes Jahr das Matchmaking Festival zu besuchen, war einfach nur schön.

Irgendwann kam der Tag des Festivals, genauso wie etwas Drama, welches relativ schnell wieder aufgelöst wurde. Gleiches gilt leider auch für das Ende des Buches. Im Laufe der Handlung wurden viele Fragen gestellt, welche jedoch eher hektisch aufgelöst wurden. Was passiert mit Charakter XY? Kommen Allie und Jake trotz einer ungewissen Zukunft trotzdem zusammen? Hat Freds Warten endlich ein Ende? Trotz der meist glücklichen Stimmung im Buch gab es vor allem beim besagten Ende Szenen, die so gar nicht in erstere passen wollten. Alle sind glücklich, das Festival ist ein Erfolg, aber einer geht leer aus? Gerade Fred hätte ich sein Glück, auf das er so lange gewartet hat, gegönnt. Aber nein. Wäre doch schön gewesen.

Was haben wir bisher? Einen zähen, teilweise unsinnigen Anfang, einen guten Mittelteil und ein gehetztes, inkonsequentes Ende. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass das Buch viel mit Selbstfindung und Selbstverwirklichung zu tun hat. Sich wahre Liebe anders, als man denkt, offenbart. Erfolg und viel Geld auf Dauer nicht glücklich machen. Und man deswegen nicht so ins Detail gehen brauch. Außerdem ist ein Wohlfühlroman dafür da, sich beim Lesen wohlzufühlen, daher sollte man nicht alles hinterfragen oder logisch betrachten. Das mag alles sein und ist für viele da Draußen sicher okay, aber …

… was am Ende übrig bleibt, ist ein Buch, welches ich als Okay bezeichnen würde. Es kann, wenn ihr dem Inhalt etwas anfangen könnt, euch für ein paar Stunden gut unterhalten, aber ich bzw. wir bin/sind offenbar nicht die Zielgruppe.

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Gelungener zweiter Teil

Black Bird Academy - Fürchte das Licht von Stella Tack

Endlich ist es so weit. Der von mir heißt erwartete zweite Teil der Black Bird Academy Reihe liegt nun gelesen neben mir. Nachdem mich der erste Teil durchaus begeistern konnte, war die Vorfreude groß. Vor allem dessen Ende machte Lust auf mehr.

Apropos Lust. Diese finden wir direkt beim Einstieg in die Handlung zuhauf.

Dass Stella Tack „speziellen“ Themen und Tätigkeiten in Büchern nicht abgeneigt ist, war mir spätestens nach Band eins bekannt. Aber hier drehte die Autorin ordentlich auf. Zugegeben, nach dem Ende des Vorgängers tat diese Auflockerung gut. Jedoch währte die entspannte Stimmung nicht lange. Nach dem sich die beiden Charaktere in diesem Kapitel, namentlich Lore und Kain (der Störenfried), zusammengerafft haben, geht die Handlung ins erste Kapitel über. Dieses wurde von Leaf, unserer Protagonistin eröffnet. Sie hat sich in den letzten Monaten ordentlich verändert. Vor allem innerlich. Obwohl der Dämon aus ihrem Körper gewichen ist, spürt sie in sich immer noch etwas Dunkelheit, welche seltsamerweise immer mehr wird. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Der Ernst der Lage wurde nicht vernachlässigt, sondern nur aufgeschoben und mit neuen Details versorgt.

Generell kann ich über die wichtigeren Charaktere, egal auf welcher Seite diese in der Handlung stehen, nur positiven berichten. Leaf ist kein wehrloses Mädchen mehr. Lore ist, seit er wieder für sich agieren kann, gefährlicher denn je. Falco ist spätestens jetzt wesentlich mehr als nur ein sexy Charakter. Die Besetzung der Black Bird Academy dubioser denn je. Die Organisationen, welche hier im Verborgenen agieren, umso spannender. Ich konnte mich nicht entscheiden, worauf ich mich freuen möchte. Letzten Endes ließ ich mich durch die Geschichte führen. Da der Schreibstil wieder grandios war, gar kein Problem. Es kam nicht selten vor, dass mir irgendein interessantes Detail ins Auge fiel, was eine Situation, oder eine Kreatur, oder einen Gegenstand umso spannender gemacht hat. Die Beschreibungen am Anfang jedes Kapitels, welche mir gut zusammengefasst die nötigen Informationen gaben, mochte ich sehr. Die Art und Weise, wie Stella Tack das von ihr erschaffene Universum nach und nach sinnvoll erweiterte, ist einzigartig. Jegliche Anmerkungen flossen ohne zu stören gemütlich mit der Geschichte mit.

Diese ist diesmal wesentlich flotter und zum Teil auch blutiger. Da hat der Klappentext definitiv nicht zu viel versprochen. Dank dem bereits erwähnten tollen Schreibstiles wechselten sich die verschiedenen Etappen der Handlung immer wieder ab, sodass kein Leerlauf, aber auch nicht zu viel auf einmal auf einen zukam. Eine gesunde Abwechslung, um es in weniger Worten auszudrücken.

Das Liebesleben von Falco und Leaf spielen auch hier wieder eine Rolle, nur mit dem Unterschied, dass diesmal ein gewisser Jemand wie ein Felsen zwischen ihnen steht. Denn unser sexy Protagonist ist bereits vergeben. Was ihn dennoch nicht davon abhält, seine Gefühle für Leaf offen zu zeigen. Sehr zum Ärger seiner Verlobten, welche unsere Protagonistin freundlich ausgedrückt so doll drücken würde, bis sie ihr damit das Genick bricht. Es kann halt nicht jede Dreiecksbeziehung gut verlaufen. Gut so.

Während Leaf für den bevorstehenden Wettkampf trainiert, bleibt die Zeit nicht stehen. In den Schatten tummeln sich neue Feinde und alte Bekannte. Letztere bekamen eine gesunde Portion Weiterentwicklung spendiert. Der Showdown am Ende und der Abschluss sind der Autorin super gelungen. Teil drei wird definitiv gelesen. ^^

Am Ende gibt es wieder die Frage: Habe ich etwas zum Meckern? Nein. Wirklich nicht. Und das ist schön. Wenn ihr Teil eins mochtet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr den Nachfolger auch mögen werdet.

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Ein wundervolles Buch

Die Nähe, die wir suchen von Phillippa Penn

Vor einiger Zeit, als ich durch meinen Feed wischte, wurde mir dieses Buch von einer mir bisher unbekannten Autorin vorgeschlagen. Anschließend habe ich mich etwas über diese informiert. Der erste Eindruck vom Buch konnte mich dazu überzeugen es mir zu kaufen. Da mein SuB nur temporär bis quasi nicht vorhanden ist, landete „Die Nähe, die wir suchen“ zügig an der Spitze meines Lesestapels.

Fangen wir diesmal beim Cover an, immerhin ist es hauptverantwortlich dafür, dass ich mir das Buch so schnell gekauft habe. Optisch einfach gehalten. Ohne viel Glitzer, Muster, Reflexionen. Einfach nur eine Fotografin die ihre Kamera in unsere Richtung hält. Farblich wundervoll abgestimmt. Es ist wirklich sehr angenehm anzusehen. Eine willkommene Abwechslung in diesem Genre, in dem viele Bücher stellenweise komplett übertreiben. Hauptsache es funkelt und hat grelle Farben. Der Titel passt perfekt zur Handlung. Denn genau darum geht es. Auch hier eine Punktlandung.

Der positive Eindruck setzt sich auch in der Handlung fort. Der Einstieg wurde recht einfach gehalten. Fiona (25) ist eine Hochzeitsfotografin, die sich erst vor Kurzem von ihrem Partner getrennt und ihr Lager auf unbestimmte Zeit bei ihrem besten Freund Tomme aufgeschlagen hat. Letzterer arbeitet als Florist und steht ihr fleißig zur Seite. Die beiden ergänzen sich nicht nur beruflich perfekt, sondern auch privat. Das merkt man direkt auf den ersten Seiten. Als müssten sie ja rein theoretisch auch als Pärchen funktionieren? Oder? Ja, eigentlich schon. Das sage nicht nur ich, sondern auch deren komplettes Umfeld, welches kurz und knapp in wenigen Worten vorgestellt wurde. Diese wirkten trotz schneller Vorstellung nie fehl am Platz, oder gar störend. Jede/r hatte seinen/ihren Auftritt, welcher die gegenwärtige Situation ausreichend ergänzte.

Der Alltag der „besten Freunde“ wurde locker erzählt. Fionas Fotografen-Alltag hat mir dabei am besten gefallen. Irgendwie logisch, immerhin fotografiere ich selbst gerne. Kann ihre Begeisterung also nachvollziehen. Tomme war mir auch sympathisch, was ebenfalls mit einem meiner Hobbys zu tun hat. Pflanzen sind toll. Der Titel des Buches macht in Bezug auf die beiden komplett Sinn, denn man merkt auch als Leser:in, dass da mehr sein könnte als „nur“ Freundschaft. Es gibt einfach zu viele Zufälle, die dafür sprechen. Das langsame Entdecken, und das Eintreten der Realisierung von Fiona und Tomme, hat mir beim Lesen am meisten Spaß gemacht. Als hätte man ihnen die Augen geöffnet. Natürlich erwartet man so ein Ergebnis von so einem Buch. Mich interessiert bei solchen Büchern in erster Linie die Umsetzung. Mit welchen Mitteln kommt die Autorin vom Anfang zum Ende. Was müssen die Protagonisten durchleben, um sicher bei ihrem Happy End zu landen?

Trotz der geringen Anzahl an Seiten gibt es zumindest bei Fiona und Tomme eine Charakterentwicklung, die nicht nur ihre Zukunft betrifft. Sieht man auch selten. Der Schreibstil wurde einfach aber aussagekräftig gehalten. Gewürzt mit einer Prise Humor. Liebe zum Detail darf natürlich auch nicht fehlen.

Was bleibt am Ende noch außer einer Empfehlung übrig? Richtig, euch viel Spaß mit dem Buch zu wünschen.

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Ein guter Abschluss

Korallenrosa von Carina Schnell

Kaum zu glauben, dass die Sommer-in-Südfrankreich Reihe schon wieder zu Ende ist. Anders als die Vorgängerreihe fasst diese „nur“ zwei Bücher. Azurblau habe ich vor einer Weile gelesen. Korallenrosa kurz nach dessen Veröffentlichung. Ich war neugierig, wie Carina die Geschichte von Ben und Chloé geschrieben hat.

Immerhin haben wir im Vorgänger recht wenig von den beiden mitbekommen.

Konnte Teil zwei mich genauso überzeugen wie Teil eins? Letzterer legte die Messlatte recht hoch an. Vorweg sage ich mal so. Fast. Aber nicht ganz. Der erste Kritikpunkt befindet sich direkt am Anfang. Dieser war mir etwas zu langatmig. Chloés Alltag war der einzige Lichtblick. Wie sie ihre Kreationen erschaffen und an den Mann, bzw. die Frau gebracht hat, mochte ich sehr. Genauso wie die detaillierte und liebevolle Beschreibung dazu. Ben hingegen war mir vor allem zu Beginn viel zu aufdringlich. Ja, das Warum wurde in der zweiten Hälfte des Buches erklärt. Aber bis dahin konnte ich mit ihm kaum etwas anfangen. Für Chloé hingegen war das anfangs unangenehm, dass er sie immer wieder aus ihrer Reserve gelockt hat. Was aber dringend nötig war, da sie sich viel zu sehr zurücknahm, um niemanden zur Last zu fallen und notfalls die Schuld sogar auf sich nahm, obwohl das nicht immer nötig gewesen ist. Ben hingegen entwickelte sich aufgrund ihrer Reaktionen etwas weiter. Jedoch dauerte es wie bereits erwähnt sehr lange, bis der Ansatz dessen überhaupt spürbar war.

Die zweite Hälfte des Buches machte viele der kritisierten Dinge wieder einigermaßen gut, da viele Fehltritte, vor allem von Bens Seite, halbwegs logisch und nachvollziehbar erklärt wurden. Auch die Stimmung schwenkte von eher trostlos zu liebevoll, was der restlichen Handlung enorm gut getan hat.

Chloé mochte ich durchweg gerne. Sie war mir, trotz ihrer unsicheren Art, unglaublich sympathisch. Was mir etwas gefehlt hat, was in der Buchreihe zuvor vorhanden gewesen ist, war die mangelnde Einbeziehung der vorherigen Hauptcharaktere. In diesem Fall Alix und Leo. Hier muss ich fairerweise erwähnen, dass Chloé und Ben in Azurblau eine eher geringere Rolle spielten, aber dennoch hätte mir mehr von ersterem Paar schon gefallen. Immerhin haben sich die Alix und Chloé relativ schnell angefreundet.

Gegen Ende gab es noch den Versuch etwas Drama in die zuckersüße Handlung zu bringen, was zum Glück nicht lange andauerte, welches mit noch viel mehr Liebe aufgelöst wurde. Somit endete das Buch doch noch mit einem Happy End.

Insgesamt haben wir hier wieder einen liebevollen und mit Gefühlen vollgestopften Liebesroman von Carina Schnell. Diesmal mit kleineren Schwächen, die die Lesefreude vermutlich nicht zu arg dämpfen werden. Außerdem habe ich das Buch innerhalb von zwei Abenden beendet. So schlimm kann es also nicht gewesen sein.

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Macks: The Color of Music

Macks von Josefine James

Es war eine gute Entscheidung, das Rezensionsexemplar in Form des E-Books anzunehmen. Was interessant ist, wenn man bedenkt, dass ich mittlerweile Bücher meide, in denen die Protagonisten deutlich jünger sind als ich. Aber der musikalische und leicht dramatische Aspekt des Buches konnten mich schlussendlich zur Zusage bewegen.

Fangen wir wie immer am Anfang an. Dieser beginnt recht harmlos. Mackenzie kommt gerade frisch in ihrer neuen Heimat an. Dort kennt sie niemanden und hat zu Beginn sogar kleinere Probleme damit, neue Menschen kennenzulernen. Aufgrund einer ganz bestimmten Bekanntschaft bekommt sie die Möglichkeit ihre musikalischen Fähigkeiten auf einer kleinen Bühne zu beweisen. Zufälligerweise wird ihr Talent vom Chef eines bekannten Labels gesehen. Von da an ist es aus mit dem ruhigen Alltag. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Er war nicht zu beladen mit Informationen oder Ereignissen. Eine gute Mischung aus etwas Dramatik, Sehnsucht und dem Mut etwas Neues zu wagen. Mackenzie oder Macks, wie sie sich nach ihrem Entschluss, mit ihrer Musik berühmt werden zu wollen, nennt, ist zu diesem Zeitpunkt fest entschlossen mehr aus sich zu machen.

Als sich etwas später die erste Liebe dazugesellt wird, ihr klar wie schwer es ist alles unter einen Hut zu bringen. Spätestens nach ihrem ersten erfolgreichen Album kennt sie praktisch jeder. Dementsprechend ist es anstrengend, etwas mit ihren Freunden zu unternehmen. Sofern überhaupt dafür Zeit ist. Denn Peter Miller, der genannte Chef des Labels, lässt ihr kaum eine Verschnaufpause. Außerdem wird alles, was ihrem Erfolg gefährlich werden könnte, wird von ihm rigoros ausgemerzt. Vor allem, wenn es sich dabei um das Them Liebe handelt. Aber Macks wäre nicht Macks, wenn sie sich nicht etwas einfallen lässt, um seinen Ketten zu entkommen. Und wenn es nur für ein paar Stunden ist. Spätestens nach dem ersten Viertel waren mir die Protagonistin und ihre Mitstreiterin sympathisch. Sie waren nicht nur ein Star und eine mutige Helferin, sondern auch irgendwie Freundinnen. Ihre Entwicklung im Laufe der Handlung, welche sich über mehrere Jahre erstreckte, hat mir gut gefallen. Die Lücken zwischen den einzelnen Zeitsprüngen wurden sinnvoll von den vorherigen und nachfolgenden Kapiteln verschlossen, um alle offenen Fragen zu klären. Generell ließ mich die Autorin selten lange im Dunkeln tappen. Viele zunächst nebulösen Situationen wurden recht schnell entschärft.

Die Handlung wurde nicht ausschließlich aus der Sicht von Macks erzählt. Auch Peter Miller durfte z.B. seinen Beitrag leisten, den Spannungsbogen hochzuhalten. Bin mir bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher, was ich von ihm halten soll. Einerseits wirkte er wie ein skrupelloser Unternehmer, der den letzten Tropfen aus Macks quetschen wollte, andererseits hatte auch etwas Väterliches an sich. Was Macks vor allem zu Beginn sehr gutgetan hat. Denn in der Welt der Stars hat man nicht viele Freunde. Und wenn, dann sind diese darauf aus auch etwas vom Rampenlicht abhaben zu wollen. Unser junger Star ist das nicht nur einmal auf die Nase gefallen. In solchen Momenten konnte man Mackenzie hinter der glamourösen Hülle erkennen, welche immer noch nicht glauben konnte, was mit ihr passiert ist. Das Leben als Star ist hart und verlangt nicht selten Opfer. Letzteres macht ihr vor allem am Anfang sehr zu schaffen. Die Autorin hat es definitiv geschafft, das Alter und die Eindrücke ihrer Protagonistin glaubhaft herüberzubringen.

Was aber trotz Druck von allen Seiten immer durchsickert, ist die Liebe zur Musik. Macks drückt sich mit dieser auch weiterhin aus. Ihre Gefühle, welche sie sonst niemanden mitteilen kann und darf, kommen so dennoch ans Tageslicht. So kommen wir endlich zum Untertitel: The Color of Music. Für jedes Lied gibt es eine passende Farbe. Die Geschichte hinter jedem wird uns zuvor elegant mit der Handlung erzählt.

Den Schreibstil möchte ich ebenfalls positiv hervorheben. Dieser ist einfach, garniert mit einer gesunden Portion Details und vor allem gefühlvoll. Macks und die Gefühle ihrer Mitmenschen waren nahezu jedes Mal zum Greifen nah. So etwas mag ich sehr.

Das Ende schließt den Bogen zum Anfang und ließ mich dennoch mit aufgerissenen Augen da sitzen. Der Cliffhanger war wirklich fies. Bin gespannt, ob und wie es weitergeht. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

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Eine gelungene Dystopie

Eleven offline von Jay Lahinch

Langsam komme ich immer mehr in das Dystopie-Genre rein. Immer mehr Geschichten konnten in der Vergangenheit mein Interesse wecken. Sofern es nicht zu realitätsfern war. Denn irgendeinen realen Bezugspunkt brauche ich, um mich in dem vom Autor/von der Autorin erschaffenen Universum zurechtzufinden. Jay Lahinch, die Autorin des Buches „Eleven Offline“, konzentriert sich auf eine KI namens Eve, welche den verbliebenden Menschen ein so perfektes Leben wie möglich bieten möchte.

Das wird nicht etwa durch eine Schnittstelle, sondern durch eine direkte Injektion in den Körper gelöst. Unabhängig davon, ob das in der echten Welt möglich ist, finde ich diese Herangehensweise an die Nutzung einer künstlichen Intelligenz recht spannend. Was einer der Gründe für den Kauf des Buches war. Durch eine genaue Beurteilung weist Eve den Menschen verschiedene Level und Zonen (Wohn-, Arbeitsbereiche) zu. Da dies durchgehend geschieht, kann es immer passieren, dass jemand ein Level aufsteigt oder dieses abnimmt. Wenn letzteres passiert, wird das Individuum am Ende verbannt. Somit sind z.B. Verbrechen Geschichte. Nach einer kontrollierten Abschaltung ist die Menschheit auf sich alleine gestellt. Genauso wie unsere Protagonistin Skye.

Diese war mir direkt sympathisch. Sie ist ein relativ freundlicher und hilfsbereiter Charakter, dessen Ziel es ist, immer weiter in der Gesellschaft aufzusteigen, um dann irgendwann im engen Kreis der Eleven ihre Arbeit zu verrichten. In der Handlung geht sie der Arbeit der Systemadministration nach, welche eine große Wichtigkeit hat. Denn ohne Pflege des Systems kann Eve nicht mehr korrekt arbeiten. Dennoch muss letztere aus zunächst nebulösen Grünen für einen bestimmten Zeitraum deaktiviert werden. Kurz zuvor trifft Skye auf unseren zweiten Protagonisten namens Noah.

Dieser wirkte auf mich zu Beginn wie ein ganz normaler Arbeiter. Nur eben auf einem etwas höheren Level als Skye. Er ist ebenfalls freundlich, aber etwas ruhiger. Letzteres hat seine Gründe. Einer davon verbirgt sich in der Zukunft.

Sonst haben wir noch eine Handvoll Nebencharaktere, die brav ihre Rolle erfüllen. Allzu viel Tiefe dürft ihr nicht erwarten. Denn die meiste Arbeit floss definitiv in die Handlung und Umgebung. Diese beiden wurden, wie in den anderen Büchern der Autorin zuvor, sehr detailliert beschrieben. Bis zur ersten Hälfte des Buches konnte ich mir gut vorstellen, wie eine mögliche Zukunft/Welt der Menschheit, welche sich durch ihre fehlerhaften Verhaltensweisen jeglichen Lebensraum nahmen, aussehen könnte. Klassengesellschaft wird hier wörtlich genommen und ebenfalls genau in separaten Kapiteln und stellenweise in der Handlung erklärt. Auch die Funktionsweise von Eve wird uns vor allem auf den letzten Absätzen näher gebracht. Immerhin müssen wir ja erfahren, warum Skye und Noah welche Entscheidung getroffen haben. Apropos Entscheidungen. Natürlich entwickeln die beiden auch Gefühle für einander. Jedoch bleibt deren Liebesleben eher im Hintergrund. Die Geschichte hatte hier definitiv Vorrang.

Die Art und Weise, wie die Autorin an das Thema Zukunft und die Weiterentwicklung einer KI, welche bei uns noch in den Kinderschuhen steckt, herangegangen ist, hat mich fast durchgehend fasziniert. Dieser Gedankengang konnte mich anregen, mir auch selbst Gedanken zu diesem Thema zu machen.

Kommen wir am Ende noch zu den moderat vorhandenen unerwarteten Wendungen. Nicht alle haben bei mir gezündet, da viele Ereignisse bereits darauf hingedeutet haben und ich im Prinzip nur auf die große Enthüllung warten musste. Dass mit Noah etwas nicht stimmt, steht sogar im Klappentext. ^^ Alles andere kann man sich denken. Jedoch ist das nicht weiter schlimm. Da der Aufbau der Handlung, die Entwicklung der Charaktere und Thematik gut bis sehr gut umgesetzt wurden. Nur das Ende hinterließ bei mir einen mäßigen Eindruck. Klar, was hätte nach der schicksalshaften Aktion weiter passieren sollen? Dennoch fehlte mir da noch das gewisse Etwas. Schade.

Insgesamt ein Buch, welches ihr euch gerne näher anschauen und bestenfalls lesen könnt. ????

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Ein wundervoller Liebesroman

Rosie von Vera Schaub

Kaum hat Vera Schaub dieses optisch sehr ansprechende Buch angekündigt, war ich schon begeistert von diesem. Der Klappentext klang zu meiner Freude ebenfalls nach etwas, was mir gefallen könnte. Kein Highschool, College oder WG Liebesdrama. Auch wenn die Protagonistin namens Rosie in diesem Alter ist.

Theoretisch wäre sie auch aufs College gegangen. Jedoch dachte sich das Leben so „Nein, du nicht.“ und schwups war ihr Traum dahin. Genauso wie ihr Freund, der das Mädchen nach dem Unfall alleine ließ. Genau dann, als Rosie ihn am meisten gebraucht hat.

Ohne große Umschweife und ellenlange Erklärungen zeigt uns der Beginn des Buches recht gut, wohin die Reise geht. Hier ist noch alles Friede, Freude, Eierkuchen. Rosie, ihr Freund und deren Freunde freuen sich auf ihre gemeinsame Zukunft. Jedoch sollte es, vor allem für Rosie anders kommen als geplant. Nach einem schweren Unfall, bei dem ihre Mitfahrer nur leicht bis mittel verletzt wurden, kann sich unsere Protagonistin von ihren Plänen verabschieden. Von diesem Ereignis gezeichnet wird sie die folgenden Wochen, Monate und Jahre bei verschiedenen Ärzten verbringen. Von da an wurde mir bewusst, dass das Buch keine leichte Kost sein wird. Zugegeben, die Triggerwarnungen wiesen mich direkt am Anfang darauf hin. Bis zum Zeitpunkt ihres Erwachens lernte ich bereits ein paar Nebencharaktere kennen, von denen eine Handvoll in den kommenden Abschnitten noch eine wichtige Rolle spielen werden. Generell gefiel mir die Beschreibung dieser recht gut. Der Einstieg in die Handlung und der angedeutete noch kommende Leidensweg von Rosie machten mich neugierig. Wie geht es weiter? Wie sehr werden sich die Folgen des Unfalls auf sie auswirken?

Die Triggerwarnungen sind nicht nur Dekoration. Auch Wochen später ist Rosie bei Weitem nicht bereit, wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. Irgendwo nachvollziehbar. Denn ihre Freunde und ihr Ex-Freund leben das Leben, welches sie auch hätte führen können. Wären da nicht die Schmerzen bei jeder Bewegung. Das „kaputte“ Gesicht im Spiegel, welches sie mit einem Blick anstarrt, als wolle es damit sagen, wie hässlich sie doch ist. So ist es kein Wunder, dass sich unsere Protagonistin immer mehr zurückzieht. Auch ihre Therapeutin ist ratlos. Genauso wie ihr Umfeld, welches mit der Zeit immer weniger wird, da dieses nichts mehr mit Rosie, in diesem Zustand, anfangen kann. Spätestens bis zur Hälfte des Buches wird einem bewusst, wie schlecht es Rosie geht. Die Autorin hat ihren Schmerz, ihre Hilflosigkeit, ihre Selbstzweifel und ihre Schwächen ausgezeichnet zu Papier gebracht.

Gleichzeitig hatte ich immer die Hoffnung, dass sie von alleine die Kurve kriegt. Und siehe da, kaum ist Leik in ihr Leben getreten, kehrt wieder etwas Lebensmut zurück. Ihre innere Wunde beginnt sich nach und nach zu schließen. Er selbst sieht nicht nur ihr Äußeres, sondern auch die Rosie, die sich darin verbirgt. In den ersten Momenten blitzt nur ein Teil ihrer alten Persönlichkeit durch. Nach ein paar Wochen immer mehr. Jedoch ist es nicht nur sein Verdienst, dass Rosie wieder zurück ins Leben findet. In diesem Buch wird deutlich gemacht, dass es an ihr liegt, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Wobei Leik nicht nur der Auslöser, sondern generell ein wundervoller Charakter mit seinen Ecken und Kanten ist. Genauso wie Rosie hat auch Leik Wünsche und Sorgen, welcher er mit ihr teilt. Es wirkte irgendwann so, als würden sie sich gegenseitig „therapieren“. Was irgendwie ein schöner Gedanke ist, welcher mich bis zu den letzten Seiten des Buches begleitet hat.

Der Name der Protagonistin und das Cover kommen übrigens nicht von irgendwo her. Im Laufe der Handlung wird eine Rose immer wieder für eine Lebensweisheit verwendet. Nachfolgend ein Beispiel:

>> Ein Neuanfang ist wie eine Rose – sobald die alten Blätter verwelkt und abgefallen sind, können darunter, neue bunte Knospen sprießen. << – Zitat Seite 11.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass mir das Buch unglaublich gefallen und es jede Minute wert gewesen ist. Die Handlung bietet so viel Inhalt und Stoff zum Nachdenken. Solche Bücher mag ich sehr und werde auch nicht müde diese im Bücherurwald zu suchen.

Was gibt es zum Meckern? Eigentlich gar nichts. Denn jede Sache, die mir beim Lesen nicht gefallen hat, etwa das Verhalten von Rosies Ex-Freund wurde im späteren Verlauf durch eine noch schönere Sache ersetzt. Was mich beim Schreiben an das Zitat von oben erinnert. Dafür gibt es übrigens generell viele Beispiele. Ich liebe solche kleinen Details. Also nein, nichts zum Meckern.

Ich kann euch das Buch sehr ans Herz legen. Lest es und gebt mir gerne Bescheid, wie es euch gefallen hat.

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Für mich: Zeitverschwendung

Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann

Es ist schon eine Weile her, seit ich ein Buch von Andreas Winkelmann gelesen habe. Sein letztes Werk konnte mich eher mäßig überzeugen, dementsprechend gering war mein Interesse, mich direkt auf das nächste Buch von ihm zu stürzen. Etwa zwei Jahre später konnte wieder eines seiner Bücher meine Neugier wecken.

Zeit ist ein Thema, welches mir gut gefällt, vor allem weil man mit dieser Komponente sehr viel anstellen und umsetzen kann. (Gutes Beispiel: Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit) Welche Gedanken hat sich der Autor dazu gemacht? Der Klappentext klingt vielversprechend, wenn auch etwas dünn, was kein Nachteil ist. Was wir wissen, dass jemandem offenbar Zeit gestohlen wurde bzw. sich darüber aufregt, dass andere seine verschwenden. In welcher Form kann man nur raten. Wie möchte dieser Jemand seinen Opfern wohl deren Zeit stehlen? Logisch. Er wird sie vermutlich umbringen. Das ist jetzt kein Spoiler, sondern naheliegend.

Fangen wir also wie immer am Anfang und mit den positiven Dingen an. Das Buch beginnt mit dem Prolog, oder wie es weiter unten heißt „Hinter der Zeit“. Jemand scheint ein Gespräch mit einer anderen Person zu führen, oder mit sich selbst, so genau weiß man das nicht. Die noch unbekannte Person bewundert eine Wand. Eine Wand, in welche er viel Arbeit gesteckt hat. Was sich darauf, oder darin verbirgt, weiß man genauso wenig. Fakt ist, hier floss viel Arbeit rein. Oder besser gesagt, seine wertvolle Zeit, die ihm von seinen Mitmenschen genommen wurde. Das ist auch das Grundthema des Buches. Menschen, die seine Zeit, in welcher Form auch immer, verschwendet haben, müssen mit selbiger bezahlen. Hier fingt meine anfängliche Freude bereits an zu bröckeln. Es las sich bis dahin eher mau. Diese Art von Mörder:in kannte ich bereits von den anderen Büchern des Autors. Aber davon ließ ich mich nicht beirren. Könnte ja noch etwas werden.

Etwas später werden wir Zeugen, wie die ersten Opfer geholt und getötet werden. Interessant empfand ich, wie der erwähnte Jemand diese geködert hat. Hier ein Beispiel. Eine junge Frau fährt auf einer Landstraße. Plötzlich taucht ein Auto neben ihr auf und schneidet sie, sodass sie eine Vollbremsung einleiten muss, um Schlimmeres zu verhindern. Daraufhin steigt ein Mann aus und stellt ihr folgende Frage „Hast du Zeit?“. Mal abgesehen davon, dass wir wissen, was folgt, wie glaubt ihr, beantwortet die Frau diese Frage? Genau, dass was ihr gerade denkt. Selbstverständlich wird sie anschließend niedergeschlagen und verschleppt. Diese „Logik“ zieht sich durch das gesamte Buch. Es gibt sogar Ausnahmen, in denen Menschen tatsächlich ihre Zeit dem Typen komplett freiwillig schenken. Natürlich werden diese dann in Ruhe gelassen. Nein, natürlich auch getötet. Halten wir fest: Menschen, die sich für ihn keine Zeit nehmen wollen, werden getötet. Menschen, die ihm ihre Zeit hingegen schenken, werden getötet. Das ist doch logisch. ^^

Ups, jetzt habe ich die Kritik etwas vorgezogen. Jetzt zum Positiven. Das durch tragische Umstände zusammengefundene Trio, bestehend aus Lilly (der Freundin eines Opfers), Grotheer ein ehemaliger quasi Polizist und seinem Hund namens Jemand (fragt nicht) machen sich auf der Entführungsserie und den mysteriösen Paketen, welche an die Verbliebenen geliefert wurden, auf den Grund zu gehen. Die Polizei scheint stellenweise zwar bemüht, aber eher desinteressiert zu sein. Es verschwindet doch jeden Tag irgendwer. Gelegentlich gesellen sich ein paar Nebencharaktere hinzu, welche irgendetwas mit den Opfern zu tun haben und daher gerne mithelfen. Diese bleiben, aufgrund mangelnder Auftritte, eher blass. Nicht so schlimm, immerhin geht es um das erwähnte Trio, welches mir sympathisch war. Alle drei sind komplett unterschiedlich, mit ebenso unterschiedlichen Herangehensweisen. Durch den Wechsel der Perspektiven kam so etwas Abwechslung in die Handlung. Diese hatte letztere bitter nötig, denn viel zu bieten hatte diese nicht.

Mal abgesehen davon, von den kleinen Abenteuern der kleinen Gruppe gab es kaum Highlights. Die letzten Stunden der Opfer, eine Handvoll Auftritte unseres Mörders, welche mit der Zeit immer abstruser wurden. Ja, es soll eine kranke Seele mit einer „interessanten“ Wahrnehmung und mangelnder Selbstreflexion darstellen. Das verstehe ich, aber die meiste Zeit über waren diese Passagen unglaublich langweilig. Schon so oft gelesen, sogar in den Büchern des Autors selbst. Ich habe keine Logik oder nachvollziehbares Verhalten erwartet, aber das war einfach nicht meins.

Die grundsätzliche Handlung war langweilig. Nach den ersten 70 Seiten weiß man als Leser, wie die restlichen 310 Seiten aussehen könnten. Es ist nahezu immer das gleiche Schema. Ein bisher unbekannter und offenbar unwichtiger Charakter taucht auf, begegnet jemanden, der Hilfe benötigt oder ersterer wird einfach mal so Krankenhausreif geschlagen und stirbt wenige Kapitel später. Wie die Opfer sterben ist bereits vor dem Auftauchen der Sanduhren (kein offensichtlicher Spoiler, da auf dem Cover) klar. Da, wo an Details gespart hätte werden können, wurde leider nicht gespart und sehr viel bereits vorweggenommen. Dabei hätten wir ja noch viele Seiten vor uns, die irgendwie gefüllt werden mussten. Irgendwie ist auch gleich unser nächstes Stichwort. Viele Geschehnisse wurden genauso gelöst. Gerade so, dass sie Sinn ergeben (könnten). Mehr nicht. Garniert mit ein paar „Oh mein Gott, da passiert gleich etwas Schlimmes.“ Momenten und einem Familiendrama. Wobei ich letzteres noch am spannendsten fand. Was sehr viel über das eigentliche Thema aussagt.

Die Fragen, die ich mir das Ganze Buch über gestellt habe, waren folgende: Der Mörder geht also davon aus, dass Menschen ihre und seine Zeit verschwendet haben. Demnach müssen sie dafür bzw. damit bezahlen. Verschwendet er somit nicht seine eigene Zeit damit, um anderen ihre Achtlosigkeit unter die Nase zu reiben, indem er sie umbringt? (Und Apparaturen baut, um dies zu tun) Wäre es nicht besser gewesen, diese am Leben zu lassen, um aus seiner Lektion, wie auch immer diese dann ausgesehen hätte, zu lernen, um dann anschließend ihre Zeit wieder sinnvoller zu nutzen?

Mit diesen Fragen im Kopf und den genannten Kritikpunkten fällt das Buch bei mir gnadenlos durch. Keine Vollkatastrophe, aber meine Zeit habe ich damit definitiv verschwendet.

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Ein gelungener Auftakt mit einem fiesen Cliffhanger

A Breath of Winter von Carina Schnell

Passend zur Jahreszeit habe ich ein winterlich angehauchtes Buch für euch. Anfang Dezember wurde meine Anfrage bei Netgalley bestätigt. An Heiligabend kam ich in den Genuss des Buches. Zuvor wollten noch ein paar andere Bücher gelesen werden. Nun liegt es gelesen vor mir und wartet darauf, rezensiert werden.

Wie fast immer muss ich mich nach einem Buch von Carina Schnell wieder etwas beruhigen, um nicht ausschließlich positiv zu berichten. Denn nur weil das Ende der Knaller war, muss das nicht für das gesamte Buch gelten. Wobei es bisher bei anderen Autoren oft andersherum war. Tolle Handlung, spannende Nebenereignisse, aber maues oder zu schnelles Ende. Oder die Charaktere waren mir zu Klischeehaft. Warum so viele Schreiberlinge bereits verwendete Charaktere bzw. deren Eigenarten so oft verwenden ist mir ein Rätsel. Dass es anders geht, beweist z.B. Carina immer wieder aufs Neue. Der Fokus liegt da wohl bei jedem anders.

Hier haben wir das Glück, dass sich meine Lieblingsautorin, was sie nicht ohne Grund ist, auf die richtigen Dinge in ihrer Handlung konzentriert hat. Angefangen bei der tragischen Geschichte von Smilla. Es wurde erst gar nicht versucht, die vergangenen Ereignisse großartig dramatisch in Szene zu setzen. In knackigen Rückblenden wird erzählt, wie es dazu kam und warum Rache der sinnvollste Weg für unsere Hexe ist. Wo hingegen nicht an Details gespart und sich dementsprechend Zeit gelassen wurde, ist die Beschreibung der Charaktere und der Umgebung. Oft reichte es aus, nach ein paar Absätzen, die Augen zu schließen, um in die Welt von Smilla und Gent tauchen zu können. Egal, ob der Angriff der Walküren, die sich mit ihren Krallen tief ins Fleisch ihrer Gegner bohren und verheerenden Schaden anrichten oder die Anziehung zwischen unseren beiden Hauptcharakteren. All das und noch viel mehr konnte ich beim Lesen nicht nur spüren, sondern auch in Gedanken sehen. Wo es an Details mangelte, half die eigene Fantasy nach. So muss das bei einem Fantasy Roman sein. Wäre auch langweilig, wenn Leser alles auf einem Silbertablett serviert bekämen.

Kommen wir zu Gent. Dem scheinbar brutalen und gnadenlosen Anführer der Söldnergruppe, welcher sich Smilla zu Beginn der Handlung angeschlossen hat. Um ihn ranken sich viele Gerüchte. Nicht ohne Grund, wie man im Laufe der Geschichte erfährt. Von seiner weichen, fast schon feinfühligen Seite wird hingegen kaum berichtet. Zugegeben, bisher schaffte es keine Frau, außer Smilla, diese hervorzuholen. Sein Misstrauen ihr gegenüber verfliegt, zum Glück, nicht direkt auf den ersten Blick, und auch danach bleibt es bis zu einem gewissen Grad bestehen. Das ist eine Sache, die ich bei Carina liebe. Es gibt für sie keinen Grund, warum ihr Hauptcharakter alles stehen und liegen lassen sollte, nur weil er eine interessante Frau sieht. Er kennt sie nicht. Wer sagt denn, dass diese ihn nicht hintergeht? Eben. Auch sein engster Mitstreiter ist sich nicht sicher, was Smilla im Schilde führen könnte. Sie tauchte aus dem Nichts auf und schweigt lange Zeit über ihren wahren Grund, warum sie sich der Gruppe angeschlossen hat. Wer riskiert schon freiwillig sein Leben? Jetzt mal den Mord ihrer Familie ignoriert.

Die grundsätzliche Handlung und der langsame Einstieg haben mir gefallen. Nicht zu kompliziert, keine dramatischen Schicksale und was weiß ich. Die Geschichte von Middangard füllt die wenigen leeren Passagen mühelos aus. Der Hauch von nordischer Mythologie passt hier perfekt rein. Was auch an der Optik der Umgebung, der Gebäude und auch der Charaktere zu sehen ist. Gleiches gilt für die mystischen Kreaturen. Hier hat sich Carina reichlich bedient.

Selbstverständlich hat sie auch darauf geachtet, uns einen abwechslungsreichen und rasanten Showdown zu liefern. Der Plottwist gegen Ende rundete alles erlebte perfekt ab. Hier wurde noch einmal hinterfragt, ob sich die Reise für alle gelohnt hat. Vor allem aus welchen Gründen der Hexenschlächter seine Jagd auf Hexen eröffnet hat. Seine Familie wurde jedenfalls nicht von diesen ausgelöscht.

Noch ein paar Worte zum Magiesystem. Dieses ist simpel wie effektiv. Spannend, was man alles mit Knochen machen kann. Woher die Kraft aus diesen kommt und wie diese genutzt wird, hat die Autorin gleichmäßig auf verschiedene Situationen, in denen eine bestimmte Kraft benötigt wurde, verteilt. Auch hier wurde der Lesefluss nicht durch ausschweifende Erklärungen gestört.

Was hat es eigentlich mit den Raben auf sich? Hier muss man als Leser etwas genauer hinschauen. Diese werden nicht nur für Maßeinheiten genutzt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, bietet sich an, das Buch zu lesen. ????

Um langsam zum Ende zu kommen. Mir hat das Buch bzw. der Auftakt der Dilogie ausgezeichnet gefallen. Alles ist da, wo es sein soll, der Einstieg ist ein Träumchen. Zum Meckern gibt es eigentlich nichts. Wenn ich es darauf anlegen würde, dann hätte ich mich darüber beschwert, dass es zu wenig Informationen über die restlichen Mitglieder der Gruppe gegeben hat, oder was Leif (Gents engster Vertrauter) für ein Problem mit Smilla hat, oder warum Charaktere so sind, wie sie sind. Aber das sind Dinge, die mich kaum bis gar nicht stören. Es ist, wie es ist. Eventuell bekommen wir mehr Informationen in Teil zwei. Wer weiß das schon? ????

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Schwächer als seine Vorgänger, aber gut lesbar

Der Polizistenmörder: Ein Kommissar-Beck-Roman von Maj Sjöwall; Per Wahlöö

Früher wie heute bin ich bei „Der Polizistenmörder“ zwiegespalten. Einerseits haben mir die rasanten Szenen, die im Vergleich zu den anderen Teilen häufiger vorkamen, wirklich gut gefallen, andererseits wurde recht wenig über das eigentliche Thema gesprochen. Der Vergewaltigungsteil nahm viel Raum in der Handlung ein.

Die Befragungen vom einst verurteilten und nun in Frieden lebenden Sexualstraftäter zogen sich sehr in die Länge. Auf der anderen Seite wiederum wurde recht viel über die neue Umgebung geschrieben. Erzählerisch und vom Detailreichtum gut gelungen. Auch die Absätze, in denen Martin Beck ermittelte und mit seinem im Ort ansässigen Partner eine schöne Zeit hatte, empfand ich ebenfalls als gut.

Abwechslung gab es also genug. Viel zu kurz gekommen ist der Fall des Polizistenmörders. Nicht nur, weil dieser erst nach der Hälfte des Buches in Fahrt gekommen ist, sondern auch, weil schon von Anfang klar war, was vorgefallen ist. Somit schlich man den ahnungslosen Ermittlern hinterher, bis dann der große Showdown die Erlösung brachte.

War zumindest der Abschluss des Sexualfalles da hinfiebern wert? Ja. Bedingt dadurch, dass der Täter nicht durch die halbe Stadt gejagt werden musste und die schlussendliche Befragung friedlich ablief, bekamen wir hier einen angenehmen Ausgleich zum anderen Fall.

Ein guter neunter Teil, mit mehreren Schwächen, aber dennoch gut lesbar und unterhält für ein paar Stunden.

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