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Rezensionen von Danislesestube:

Ein Liebesbrief an alle Bücher da Draußen

Das Mädchen, das in der Metro las von Christine Féret-Fleury

Üblicherweise bewege ich mich beim Lesen in meiner Komfortzone. Wenn der Alltag schon stellenweise aus den Fugen gerät, darf es beim Lesen gerne geordnet und nach Plan verlaufen.

Jedoch gibt es Momente, in denen ich mit voller Absicht und einem Hauch Neugier über den Tellerrand schaue. Bisher hat es sich in den meisten Fällen durchaus gelohnt.

Ich habe so viele tolle Bücher und Autoren für entdeckt, die mir sonst entgangen wären. So auch hier. Hätte ich das Buch nicht von einer lieben Buchbloggerin geschenkt bekommen, wäre es nie in meinen Händen gelandet.

Der Titel und das Cover deuten bereits an, worum es in der Geschichte gehen könnte. Diesmal treffen wir nicht auf einen Mordfall, ein fernes Land oder eine nicht erwiderte Liebe, sondern auf eine Leserin, die in einer tristen Alltagsspirale gefangen, sich dessen aber bislang nicht zu 100 % bewusst ist. Bis zu jenem Tag als Juliette auf Soliman trifft.

Seine Meinung über Bücher und sein damit verbundener Plan geben ihr einen Schub in eine neue, aufregendere Zukunft. Doch wie diese aussieht erfahren wir zum Glück erst gegen Ende. ???? Zuvor erhalten wir zwar immer wieder einen Tipp, wohin ihre Reise gehen könnte, aber genauere Informationen bleiben aus.

Apropos Reise. Ich empfand Solimans Gedanken zu Büchern sehr ansprechend und er spricht damit vielen Lesern aus der Seele. Ein Buch ist nicht nur ein toter Gegenstand, der entweder als Zeitfresser und/oder als Dekorationsobjekt dient. Jedes Exemplar, so unscheinbar es sein mag, erzählt eine Geschichte. Jede Abnutzung, Verunreinigung, jede Falte, jeder Kratzer trägt zu dieser bei. Unser kauziger Büchersammler macht sich zu jedem seiner Schätze eifrig Notizen. Jeder seiner Bücherboten erstatten ihm regelmäßig Bericht.

Wer diese genau sind bzw. um welche Personen es sich handelt, wird nicht im Detail beschrieben. Ist auch nicht weiter schlimm, denn so könnte man annehmen, dass jeder Leser/jede Leserin einer dieser Boten sein könnte. Sind Buchblogger dann nicht sogar eine Mischung aus beidem? Wir zeichnen unsere Erfahrungen mit Büchern auf und manchmal geben wir letztere auch weiter. Ein interessanter Gedanke wie ich finde.

Die Handlung selbst würde ich als gemächlich ohne große Spitzen und Tiefen beschreiben. Wenn ihr etwas Entspanntes zum Lesen nach einem stressigen Tag sucht ist das möglicherweise euer Buch.

Die Charaktere, welche die Handlung mit ihrer Anwesenheit unterstützen, Juliette, Soliman, Zaide, die Metro-Fahrgäste können in jedem Moment überzeugen. Die Autorin hat es geschafft, auf den wenigen Seiten des Buches viele Details unterzubringen. In keinem Moment wirken diese aufgesetzt oder klischeehaft. Diese Menschen könnte man genauso im richtigen Leben treffen. Bei solchen Romanen ist mir wichtig, dass die Charaktere der Realität sehr nahe kommen, um ihnen ihre Rolle abzukaufen.

Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Buch geschenkt bekommen habe. Sonst wäre mir eine gut gelungene Geschichte über Bücher und das Leben einer im Alltagstrott gefangener Protagonistin, die die Welt der Bücher erkundet um ihren Platz in der Welt zu finden entgangen.

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Sehr empfehlenswert

Verirrt von Nika Michaelis

Ich bin immer wieder überrascht, wie es Autoren schaffen in der heutigen Zeit noch irgendetwas Neues zu schaffen. Dabei könnten sie es sich richtig einfach machen. Einfach beim Altbewährten bleiben und gut ist. Zum Glück bin ich auch diesmal an eine Autorin geraten, die versucht etwas frischen Wind in das Krimi-Genre zu bringen.

Nach dem Prolog wird recht schnell klar: Dieses Buch geizt nicht mit grotesken Szenen. Der Täter scheint sein „Handwerk“ zu lieben. Anders kann ich mir diese Liebe zum Detail nicht vorstellen. Die Art und Weise, wie er unsere beiden eigentlich toughen Ermittler in eine Sackgasse nach der anderen lockt, ist nur eine seiner speziellen Fähigkeiten. Glücklicherweise verfügt Carmen über jemanden, der es durchaus mit unserem Mörder aufnehmen kann. Dieser steht ihr jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Die Charaktere sind allgemein gut gelungen. Jeder hebt sich durch seine besonderen Eigenschaften und seine Eigenständigkeit positiv hervor. Selbst Nebencharaktere, die nur während Befragungen auftauchen, wirken nie wie bloße Statisten. Die Nervenanstalt als zentraler Punkt wurde mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Jeder wichtige Patient gut ausgearbeitet. Bei den Bewohnern handelt es sich mitnichten um harmlose Zeitgenossen. Die können teilweise wirklich gruselig sein. Trotzdem bleiben unsere Ermittler standhaft. Trotz mangelnder Kooperationsbereitschaft seitens des Personals decken Carmen und Matthias immer mehr Geheimnisse auf, die dabei helfen, den Fall zu lösen.

Die generelle Stimmung würde ich als bedrohlich bezeichnen. Es gibt zwar auch lockere und humorvolle Passagen, jedoch hat man immer das Gefühl, dass gleich etwas Schlimmes passieren wird. Immerhin hängt das Leben von Opfer Nummer zwei am seidenen Faden.

Einer meiner liebsten Kriminalromane dieses Jahr. Wobei es auch als Thriller durchgehen könnte.

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Solider Science Fiction Roman

Verirrt von Nika Michaelis

Es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal einen Science-Fiction-Roman gelesen habe. Dementsprechend schlug mein Herz höher, als ich „Habitat 2066“ bei Netgalley entdeckt habe. Nicht nur das, es handelt sich hierbei nicht um ein Buch, welches nur Eigenschaften eines einzelnen Genres innehält.

Der Autor hat in diesem Fall noch etwas Krimi Flair hinzugefügt. Als wenn das noch nicht genug wäre, spielt die Handlung großteils auf einem von Menschen erschaffenen Himmelskörper, über den es unglaublich viel zu erzählen gibt.

Wenn Sebastian und Hilda nicht gerade ermitteln oder die Post abgeht, füllt der Autor die Lücken mit detaillierten und spannenden Informationen über das Habitat. Egal, wie klein und unscheinbar etwas erscheinen mag, ein Satz reicht in den meisten Fällen nicht aus, um die Funktionsweise oder Beschaffenheit zu erklären. Manchmal kam es mir so vor, als hätte Ulrich Atzbach ein eigenes Lexikon über den kolossalen Himmelskörper geschrieben und die Krimi-Handlung drumherum gebaut, damit es nicht zu trocken wirkt. Bilder zu den verschiedenen Bereichen hätten das Ganze perfekt abgerundet. Wäre schon spannend gewesen, wie der Autor sein Werk sieht bzw. dessen Einzelteile. Anstatt Bilder haben wir wie erwähnt eine umfangreiche Erklärung erhalten.

Bei so einem Detailgrad kann die eigentliche Handlung doch sicher nicht mithalten, oder? Doch kann sie. Zugegeben. Hätte das Buch 200 Seiten weniger, wäre diese sicher zu kurz gekommen. Aber bei 616 Seiten müsst ihr euch keine Sorgen machen. Die Erklärungen zum Habitat wurden schön in die Handlung gebettet. Da sich Sebastian nicht wirklich mit seiner Umgebung auskennt, kommt ihm Hilda mit entsprechender Erklärung zu Hilfe. Wenn sie es nicht macht, dann die Bewohner.

Für eine Sache war zum Glück kein Platz. Langeweile sucht ihr hier vergebens. Zeit zum Luft holen habt ihr dennoch, denn nach actionreichen Szenen folgt erst einmal eine weitere Führung durch das Habitat und/oder dessen Gepflogenheiten. Die Erklärung, warum sich die Höflichkeitsformen, die Optik der Bewohner uvm von dem Bewohner der Erde unterscheiden, wurde immer richtigen Moment serviert.

Eine Sache wurde jedoch nicht erklärt. Ja, man kann es sich zwar denken, warum das so gemacht wurde, aber warum ist Sebastian auf sich alleine gestellt die meiste Zeit über ziemlich unfähig? Ohne Hilda wäre der Gute schon mehrmals getötet worden. Versteht mich nicht falsch. Ich empfinde es als super, wenn weibliche Charaktere mit Stärke, Entschlossenheit und Kampfgeist mehr und mehr an Popularität gewinnen. Es wird in vielen Krimi-Romanen zu oft der stereotypische Ermittler an die Front gestellt, der alles kann. Hilda ist eine willkommene Abwechslung. Aber Sebastian war mir leider zu schwach und vor allem naiv. Hätte sein Umfeld ihn nicht ständig auf offensichtliche Dinge aufmerksam gemacht, wäre er mehrmals in sein Verderben gerutscht. Das ist Kritik auf hohem Niveau. Dennoch wollte ich es ansprechen. Hilda top, Sebastian, na ja.

Auch wenn mich eine Sache etwas gestört hat, hatte ich Spaß mit dem Buch. Die Weiten des Weltraumes verknüpft mit einer spannenden Geschichte. Das hat was und könnte ein paar von euch durchaus gefallen.

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Ein Science Fiction Roman der besonderen Art

Als wir verschwanden von Johanna Wolfmann

Bisher kam es selten vor, dass mich ein Buch nicht nur gefesselt, sondern auch überwältigt hat. Wenn so ziemlich alle sitzt und passt und ich mich einfach in die Geschichte fallen lassen kann, dann ist es perfekt.

Der Beginn einer Handlung muss die Leser sanft aber bestimmt an der Hand führen und zeigen, womit er/sie es zu tun hat.

Der Anfang des sprichwörtlichen roten Fadens, wenn man so will.

Das Erwachen im quasi Nichts, die Sondierung der Lage, Annas Gefühlschaos, erste Hinweise auf ein eher gewaltfreies Verschwinden der Crewmitglieder, Dinge, die sie noch nicht begreifen kann. All das wurde in gut verträgliche Stückchen eingeteilt, die nur darauf warten, von euch verschlungen zu werden. Mit wenigen Worten wird uns Annas Lage erklärt. Wo sich unsere offenbar einzige Überlebende befindet, was sie denkt und fühlt. Bis zum ersten Kontakt mit dem Festland ist, noch komplett unklar, wohin die Reise geht.

Die ersten Schritte in der leeren Welt, wurde von der Autorin mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Glücklicherweise bleibt uns dieser Stil bis zum Ende erhalten. Anna durchlebt eine große Bandbreite an Gefühlen. Dabei reißt sie nicht nur von Ort zu Ort auf der Suche nach Essen und Ressourcen, sondern auch gedanklich in ihre Vergangenheit, wo fast alles in Ordnung war. Mit der Zeit erfahren immer mehr über Anna. Ihre Zeit zuvor wird immer wieder angeschnitten. Auch die sexuellen Vorlieben spielen eine nicht zu verachtende Rolle. Ich war mich zu Beginn nicht sicher, was ich davon halten soll. Ja, es ist mal etwas anderes, aber für manche dürften diese zu viel des Guten sein. Letzten Endes konnte ich mich halbwegs damit anfreunden.

Als sich ihr Weg mit anderen Überlebenden kreuzt, kommt frischer Wind in die Handlung. Endlich hat sie jemanden, mit dem sie sich austauschen kann. Offenbar haben alle ähnliche Beobachtungen gemacht. Es wird lebhaft in mehreren Sprachen diskutiert, zusammengeholfen, nur um zu überleben. Irgendetwas scheint mit ihrem Heimatplaneten passiert zu sein, oder es ist gerade etwas im Gange, was sie weder begreifen noch erklären können. Wie geht es weiter, wenn sie an ihrem endgültigen Ort angekommen sind? Werden sie es überhaupt bis dahin schaffen, oder zuvor zu Sternstaub zerfallen?

Auch wenn die Thematik eine eher düstere Stimmung vermuten lässt, gibt es relativ oft schöne und emotionale Momente. Diese werden genutzt, um an alte Zeiten zu denken, Erlerntes zu nutzen, um neue Dinge zu erschaffen. Sich das nun stark vereinfachte Leben angenehmer zu machen. Bis dahin ist noch alles in Ordnung. Bis zu jenem Tag als auch die Überlebenden feststellen müssen, dass es für sie kein Entrinnen gibt. Doch was passiert, wenn sich ihre Körper auflösen? Gibt es ein Leben danach?

Ich liebe solche Gedankenspiele. Hätte nicht gedacht, dass ich mal so ein Buch finde, welches sich damit befasst und mit all den Variablen spielt, die sich während des Denkprozesses gebildet haben. Natürlich, es gibt da draußen einige Bücher, die mit dem „letzter Überlebender“ Gedanken spielen und eine Geschichte drumherum bauen. Johanna Wolfmann hat diesen nicht nur auf die Spitze getrieben, sondern auch unfassbar gut umgesetzt. Ihr bekommt hier eine unglaubliche Geschichte serviert. Ohne Leerläufe, seltsame Logiklöcher oder unglaubwürdige Erklärungen.

Es ist ein sehr tiefsinniger, ruhiger und detailverliebter Science-Fiction-Roman. Garniert mit etwas Dystopie. In jedem Absatz konnte ich, vor allem wegen des ausgezeichneten Schreibstils, jede Stimmung spüren. Jede neue Entdeckung der Gruppe passte perfekt in das bis zu dem Zeitpunkt erschaffene Gesamtbild hinein.

Die Unterteilung der einzelnen Schritte/Szenarien ist der Autorin super gelungen. Dadurch hatte alles seine Ordnung und ich verlor nie den Faden. Selbst wenn ich diesen verloren hätte, bei so vielen Details könnte das durchaus passieren, wird man relativ schnell wieder in die richtige Richtung gelotst. Fast so als würde das Universum höchst persönlich deine Hand halten und dir deine neue Zukunft zeigen. Die, kleiner Spoiler, von außen ein Paradies verspricht, aber von innen betrachtet alles andere als friedlich ist.

Wer bis hierhin durchgehalten hat. Danke fürs Lesen. ????

Wenn ihr auch nur ein wenig mit dem Thema anfangen könnt, schaut euch das Buch gerne genauer an und schreibt mir, wie es euch gefallen hat.

Bin gespannt mit welcher Geschichte Johanna Wolfmann uns als Nächstes überraschen wird.

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Band zwei kann sich definitiv sehen lassen

Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war von Kerstin Gier

Auch wenn es schon eine Weile her ist seit ich „Vergissmeinnicht: Was man bei Licht nicht sehen kann“ kann ich mich noch an viele schöne Details erinnern. Dieses Buch war eines meiner Highlights 2021. Vom Namen bis zum Cover und natürlich die Geschichte selbst passten perfekt. Daher war ich umso gespannter, als ich erfahren habe, dass Teil zwei Ende Juni auf den Markt kommt.

Dank Netgalley konnte ich diesen schon etwas früher lesen. Vielen Dank.

Mit viel Motivation und einer Tasse Tee startete ich in das Buch und war sofort wieder gefangen. Kerstin Gier scheint ein Händchen für einen guten Einstieg zu haben. Nicht zu kurz, nicht zu ausschweifend. Neben dem Start der neuen Handlung werden vergangene Ereignisse aufgearbeitet. Das ist gut so, da viel passiert ist und sich Quinn und Mathilda mit der neuen Situation erst einmal arrangieren müssen. Dabei gehen die beiden ihre eigenen Wege. Da er es zu Recht zu gefährlich hält, seine „Freundin“ mit in den Saum zu nehmen, geht die Gute einfach selbst hinein. Begleitet wird sie hierbei von einem gefährlichen und gar nicht süßen Dämon, der ihr immer zur Seite steht.

Beiden Perspektiven verfolgte ich gespannt von Anfang bis Ende. Beide Charaktere wurden auch in Teil zwei ausgezeichnet und detailliert ausgearbeitet. Man merkt in jedem Absatz wie sehr die vergangenen Ereignisse sie verändert und mehr oder weniger abgehärtet haben. Der Wunsch herauszufinden, was mit seinem Vater passiert ist, lässt Quinn seine bisherigen Grenzen überwinden. Auch die immer stärker werdende Zuneigung zu Mathilda motivieren ihn immer weiterzumachen. Sie selbst hat mir diesmal besonders gut gefallen. Vor allem in zwei Punkten. Erstens. Ihre Charakterentwicklung. Mathilda hat einiges dazu gelernt und lässt sich nun noch weniger gefallen. Es hat mit sehr viel Spaß gemacht, ihre Handlung zu verfolgen. Zweitens. Auch wenn sie vom Saum nicht so viel Ahnung im Vergleich zu Quinn hat, fällt es ihr viel leichter sich in diesem zurechtzufinden und bestimmte Dinge nach ihrem Willen zu verändern. (Würde ich in meinem Träumen auch gerne können) Apropos Träume.

Wer sich nach Teil eins mehr Erklärungen zum Saum gewünscht hat, bekommt hier eine Erklärung nach der anderen geliefert. Nicht alles auf einmal natürlich. Nach und nach wird klar, wie diese Welt außerhalb der menschlichen Träume mit all seinen Kniffen und Kreaturen funktioniert. Die Tatsache, dass man diese auch durch ein Portal in den eigenen Träumen erreichen kann, fasziniert mich immer noch. Erinnert mich sehr stark an luzides Träumen. Dementsprechend sog ich jede Information darüber auf wie ein Schwamm. Da die Abenteuer von Quinn und Mathilda diesmal großteils darin spielen, freute mich ungemein.

Und sonst? Die Nebencharaktere, der Alltag der beiden und wiederkehrende Antagonisten bzw. Feinde rundeten das schöne Gesamtwerk nahezu perfekt ab. Man merkt hier auch, dass es sich um den Mittelteil der Reihe handelt. Da viel aufgearbeitet, wenig Neues und eine Basis für Teil drei erschaffen wird. Das ist nicht schlimm und Platz war auf den 528 Seiten genug. Am Ende des Buches erwartet uns diesmal nicht nur ein Cliffhanger, sondern auch wieder eine saubere Auflistung aller Charaktere außerhalb und innerhalb des Saums. Bei einem Fantasyroman kommt halt doch einiges zusammen.

Ich sage es, wie es ist. Teil zwei war der Hammer. Ich freue mich daher umso mehr auf Band drei.

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Cover meh, Inhalt: Kann man machen

Das Licht im Rücken von Sandra Lüpkes

Ich möchte ehrlich sein. Bin ich zwar immer, aber hier ganz besonders. Anhand des Covers und der Beschreibung hätte ich mir das Buch nicht gekauft. Optisch spricht es mich null an (hier fehlt mir unter anderem ein Foto einer Kamera), ja der Teil mit der Entstehung der ersten Leica Kamera klingt spannend, aber der Rest hatte etwas von einem Drama.

Von diesen mache ich in der Regel einen großen Bogen. Wenn man jedoch jemanden kennt, der einem das Buch bei einer Veranstaltung (Romantasy Festival) in die Hand drückt, obwohl man immer noch unsicher ist, ob das Buch die eigene Zeit wert ist, befasst man sich halt damit. (Ja, ich rede von DIR Brigitte. ???? Danke dafür.) Hat ja nichts gekostet und wer weiß, vielleicht gefällt mir das Buch sogar. Und, habe ich die Hände nun über den Kopf zusammengeschlagen und meine Lebensentscheidungen unter der Dusche hinterfragt?

Bevor sich irgendjemand angegriffen fühlt, nehme ich mein Fazit gerne vorweg. Trotz ein paar Kritikpunkte hat mir das Buch tatsächlich gut gefallen. Was den Schreib/Erzählstil betrifft, hat die Autorin gute Arbeit geleistet. Wichtig sind hier die Erwartungen. Mit diesen fange ich an dieser Stelle an. Es handelt sich hierbei um eine Erzählung/Geschichte der Familie Leitz und deren Umfeld. Wir haben also kein/en Sachbuch/Fotoband vor uns liegen.

In diesem Buch geht es, wie bereits erwähnt, um die Entstehung der ersten Leica Kamera. Die Gedanken vom Erfinder dieser, bis hin zur letztendlichen Massenfertigung. Inklusive dem Drumherum. Wobei letzteres den meisten Platz einnimmt. Mit dabei ist fast immer ein Modell von Leitz/Leica. Hier macht es definitiv die Mischung. Anstatt plump eine Information, nach der anderen hintereinander zu reihen, hat, sich die Autorin dafür entschieden, alles, was in diesem Buch sein soll, miteinander zu kombinieren. Diese Vorgehensweise sorgt nicht nur für einen angenehmen Lesefluss, sondern weckt auch die eigene Neugier mehr erfahren zu wollen.

Egal, ob es dabei um den Aufbau einer heute großen Marke geht, oder um die Familienverhältnisse bzw. deren Werdegang. Letzterer wurde zu meiner Überraschung sehr abwechslungsreich und spannend umgesetzt. Ja, natürlich gab es Abschnitte, in denen man von einem Drama sprechen kann. Jedoch haben diese nicht nur einen gut nachvollziehbaren und vor allem triftigen Grund, sondern auch viel Abwechslung. Eine Sache, welche die Autorin wohl sehr ernst genommen hat.

Je nach Abschnitt, welcher von einem Foto einer Leica aufgewertet wurde, stehen andere Personen und Ereignisse im Vordergrund, jedoch wechselt die Perspektive immer wieder in eine andere Richtung. So machte mir das Lesen tatsächlich Spaß. Hätte ich mir zu Beginn nicht gedacht.

Vor allem die Zeit des Krieges und der Zerstörung vieler Existenzen wurde spannend um emotional in Szene gesetzt. Natürlich hat sich die Autorin auch ein paar nicht ganz historisch korrekte Informationen auf dem Ärmel gezogen. Ist das schlimm? Nein. Stimmen die Informationen rund um Leica selbst mit der Geschichte überein? Ja. Hier wurde tipptopp recherchiert. Welche Freiheiten sich herausgenommen wurden, hat Sandra Lüpkes im hinteren Teil des Buches, mit den realen Charakteren, aufgelistet.

Was soll ich sagen? Das Buch hat mir gut gefallen. Stellenweise hat es sich etwas gezogen, aber nicht lange genug mir die Lust auf das Lesen zu verderben. Hab das Buch am Montag angefangen und gestern (Mittwoch) beendet. So schlecht kann es also nicht gewesen sein. ????

Wer sich für Fotografie oder die Marke Leica interessiert könnte durchaus Gefallen an „Das Licht im Rücken finden“. Das Cover täuscht leider sehr. Denn der Inhalt ist lesenswert. Die Bilder am Anfang jedes Abschnittes sind unglaublich schön. Die Kameradaten unter diesen runden das Gesamtpaket noch einmal schön ab.

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Spannender und gut durchdachter Zeitreiseroman

Lindenherz - 824 Jahre durch die Zeit von Tala T. Alsted

Ich liebe Zeitreiseromane. Das Fantasieren, wie Zeit XY auf Basis der geschichtlichen Aufzeichnungen, wenn vorhanden aussehen könnte, garniert mit einer gut durchdachten Mechanik, wie der Zeitsprung funktionieren soll. Mal ist es ein Portal, welches an einen Supercomputer angeschlossen ist, dann ein einfacher Steinbogen in einem unterirdischen Labyrinth, oder wie in diesem Fall ein uralter Spiegel.

Wobei es in diesem Fall nicht nur der Spiegel ist, welcher die Reise in die Vergangenheit möglich macht. Der Aufbau und die Erklärungen dazu gefielen mir ausgezeichnet. Auch die Beschreibung, was Katharina darin sah, bevor sie hindurchschritt, erzeugte in mir eine gewisse Vorfreude. Jedoch schwang immer etwas Gefahr mit, welche schlussendlich dafür sorgte, dass sich die beiden nicht mehr sehen durften. Selbstverständlich haben sich Katharina und Johann nicht daran gehalten.

Kommen wir zu den Charakteren. Angefangen mit unserer Protagonistin, welche zu Beginn der Handlung 17 Jahre alt ist. Wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass ich mich mit meinen bald 33 Jahren nicht mehr so wirklich mit derart jungen Charakteren identifizieren kann. Dazu muss ich auch sagen, dass ich ein kleines Trauma habe, was das angeht. Bisher kannte ich junge Hauptcharaktere nur als wehleidige, zu emotionale, sture, und viel zu naive Individuen, welche mir gerne den Genuss der Geschichte etwas vermiest und mir generell den letzten Nerv geraubt haben. Von fehlender Selbstständigkeit mal ganz abgesehen. Denn ohne ihren Helden waren diese gänzlich verloren.

Wie sieht es hier aus? Katharina hat mich überrascht. Ja, sie ist etwas unerfahren, naiv, und gelegentlich emotional, aber das hält sich alles in Grenzen. Sie wirkt wie eine nahezu erwachsene Person. Wenn man ihre Vergangenheit vor Augen hat, passt ihr Verhalten. Auch ihr optischer Stil unterscheidet sich von den bisherigen Mädchen, die ich in Buchform kennenlernen durfte. Jede ihrer Aktionen, jede Emotion kaufte ich ihr zu jedem Zeitpunkt ab. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie an ihren Erfahrungen reift und Fehler nicht wiederholt und ihre Schritte vorausplant. Es freut mich sehr, dass der Punkt Hauptcharakter/in von der Autorin so gut durchgeplant wurde. Die Handlung steht und fällt mit dieser.

Gleiches gilt für ihr Gegenstück Johann. Er ist kaum älter als Katharina. Nur eben in einer anderen Zeit aufgewachsen. Das merkt man. An der Art wie er spricht, wie er sich kleidet, welche Interessen er hat, was seine Pläne für die Zukunft sind. Auch seine Reaktion auf die Zukunft könnte man nicht spannender schreiben. Nicht übertrieben, nicht zu lasch, er war einfach neugierig. Eine gesunde Portion Neugier ist in diesem Buch ein häufig gesehener Antrieb, Dinge zu tun. Diese Eigenschaft siegt nicht selten über Angst, Unsicherheit und Zorn. Auch hier bietet die Autorin ordentlich Abwechslung.

Katharinas näheres Umfeld, Großmutter Edi, ihre Mutter Gabriele, ihre beste Freundin wurden so gut wie es geht ausgearbeitet. Alle nehmen brav ihren Platz ein und agieren dann, wenn es erforderlich ist. Könnte man meinen. Neben Neugier ist Überraschung auch ein Thema, welches hier ausgezeichnet funktioniert. Viele Wendungen konnte ich tatsächlich nicht vorausahnen.

Eine Frage, die ich mir nach dem Beenden des Buches gestellt habe, war: Wie akkurat wurde das Mittelalter von der Autorin beschrieben? Nach etwas Google Recherche kann ich sagen, dass sie relativ wenig dazu gedichtet und sich sehr nah an die uns bekannte Geschichte gehalten hat. Der Fantasy-Anteil ist somit nicht so hoch und beschränkt sich großteils auf den Spiegel. Klar, die Charaktere sind natürlich zum Teil erfunden. Aber das ist logisch.

Wie sieht es mit der Liebesgeschichte aus? Diese ist doch sicher vorhanden. Ja, ist die. Aber zum Glück nur in Maßen. Herzschmerz, Liebeskummer, Verlustängste und große Gefühle sind natürlich vorhanden, nehmen aber nicht Überhand, sondern ergänzen die spannende Handlung.

Das Buch war/ist ein großes Abenteuer mit Wendungen aller Art und einer spannenden Handlung, wie ich sie zuvor noch nicht gelesen habe. Fans von Zeitreisen und/oder Fantasyromanen sollten sich dieses Buch näher anschauen.

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Hier bekommt ihr einen spannenden, emotionalen und mitreißenden Zeitreiseroman serviert

Lindenherz - 824 Jahre durch die Zeit von Tala T. Alsted

Ich liebe Zeitreiseromane. Das Fantasieren, wie Zeit XY auf Basis der geschichtlichen Aufzeichnungen, wenn vorhanden aussehen könnte, garniert mit einer gut durchdachten Mechanik, wie der Zeitsprung funktionieren soll. Mal ist es ein Portal, welches an einen Supercomputer angeschlossen ist, dann ein einfacher Steinbogen in einem unterirdischen Labyrinth, oder wie in diesem Fall ein uralter Spiegel.

Wobei es in diesem Fall nicht nur der Spiegel ist, welcher die Reise in die Vergangenheit möglich macht. Der Aufbau und die Erklärungen dazu gefielen mir ausgezeichnet. Auch die Beschreibung, was Katharina darin sah, bevor sie hindurchschritt, erzeugte in mir eine gewisse Vorfreude. Jedoch schwang immer etwas Gefahr mit, welche schlussendlich dafür sorgte, dass sich die beiden nicht mehr sehen durften. Selbstverständlich haben sich Katharina und Johann nicht daran gehalten.

Kommen wir zu den Charakteren. Angefangen mit unserer Protagonistin, welche zu Beginn der Handlung 17 Jahre alt ist. Wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass ich mich mit meinen bald 33 Jahren nicht mehr so wirklich mit derart jungen Charakteren identifizieren kann. Dazu muss ich auch sagen, dass ich ein kleines Trauma habe, was das angeht. Bisher kannte ich junge Hauptcharaktere nur als wehleidige, zu emotionale, sture, und viel zu naive Individuen, welche mir gerne den Genuss der Geschichte etwas vermiest und mir generell den letzten Nerv geraubt haben. Von fehlender Selbstständigkeit mal ganz abgesehen. Denn ohne ihren Helden waren diese gänzlich verloren.

Wie sieht es hier aus? Katharina hat mich überrascht. Ja, sie ist etwas unerfahren, naiv, und gelegentlich emotional, aber das hält sich alles in Grenzen. Sie wirkt wie eine nahezu erwachsene Person. Wenn man ihre Vergangenheit vor Augen hat, passt ihr Verhalten. Auch ihr optischer Stil unterscheidet sich von den bisherigen Mädchen, die ich in Buchform kennenlernen durfte. Jede ihrer Aktionen, jede Emotion kaufte ich ihr zu jedem Zeitpunkt ab. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie an ihren Erfahrungen reift und Fehler nicht wiederholt und ihre Schritte vorausplant. Es freut mich sehr, dass der Punkt Hauptcharakter/in von der Autorin so gut durchgeplant wurde. Die Handlung steht und fällt mit dieser.

Gleiches gilt für ihr Gegenstück Johann. Er ist kaum älter als Katharina. Nur eben in einer anderen Zeit aufgewachsen. Das merkt man. An der Art wie er spricht, wie er sich kleidet, welche Interessen er hat, was seine Pläne für die Zukunft sind. Auch seine Reaktion auf die Zukunft könnte man nicht spannender schreiben. Nicht übertrieben, nicht zu lasch, er war einfach neugierig. Eine gesunde Portion Neugier ist in diesem Buch ein häufig gesehener Antrieb, Dinge zu tun. Diese Eigenschaft siegt nicht selten über Angst, Unsicherheit und Zorn. Auch hier bietet die Autorin ordentlich Abwechslung.

Katharinas näheres Umfeld, Großmutter Edi, ihre Mutter Gabriele, ihre beste Freundin wurden so gut wie es geht ausgearbeitet. Alle nehmen brav ihren Platz ein und agieren dann, wenn es erforderlich ist. Könnte man meinen. Neben Neugier ist Überraschung auch ein Thema, welches hier ausgezeichnet funktioniert. Viele Wendungen konnte ich tatsächlich nicht vorausahnen.

Eine Frage, die ich mir nach dem Beenden des Buches gestellt habe, war: Wie akkurat wurde das Mittelalter von der Autorin beschrieben? Nach etwas Google Recherche kann ich sagen, dass sie relativ wenig dazu gedichtet und sich sehr nah an die uns bekannte Geschichte gehalten hat. Der Fantasy-Anteil ist somit nicht so hoch und beschränkt sich großteils auf den Spiegel. Klar, die Charaktere sind natürlich zum Teil erfunden. Aber das ist logisch.

Wie sieht es mit der Liebesgeschichte aus? Diese ist doch sicher vorhanden. Ja, ist die. Aber zum Glück nur in Maßen. Herzschmerz, Liebeskummer, Verlustängste und große Gefühle sind natürlich vorhanden, nehmen aber nicht Überhand, sondern ergänzen die spannende Handlung.

Das Buch war/ist ein großes Abenteuer mit Wendungen aller Art und einer spannenden Handlung, wie ich sie zuvor noch nicht gelesen habe. Fans von Zeitreisen und/oder Fantasyromanen sollten sich dieses Buch näher anschauen.

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Was dein Gesicht verrät

Was dein Gesicht verrät von Dirk Eilert

Worum geht es in etwa? Nach einer kurzen Einführung beginnt Dirk Eilert damit, die grundsätzlichen Dinge zu erklären, sodass die Leser eine Basis haben, mit der sie arbeiten und diese nach und nach erweitern können. Danach folgen Fallbeispiele, Geschichten aus dem Alltag, eine Analyse dieser, ein schlussendliches Fazit und eine Zusammenfassung.

Es finden sich auch Übungen und Hilfestellungen bei einzelnen Kapiteln. Die nächsten Kapitel nehmen immer wieder Bezug auf das zuvor gelesene/gelernte.

Richtig spannend wurde es für mich als das Thema Reaktionen in bestimmten Situationen angesprochen wurde. Denn, manchmal bin ich etwas „tollpatschig“ wenn es darum geht angemessen zu reagieren und den dazu passenden Tonfall zu verwenden. Klingt so als könnte ich nicht sprechen. Willkommen in meiner emotionalen Welt. Ich nehme alles wahr, was um mich herum passiert, kann den Brei aber nicht klar definieren. Gerade hier hat mir das Buch in Form von Übungen, Selbstanalysen und Fragestellungen, die im Vorhinein schon einiges abgrenzen. Auch das Trainieren der Stimme wird kurz angeschnitten.

Wie man Menschen beim Interagieren und in der Öffentlichkeit beobachten kann, ohne dass sich diese davon gestört fühlen, wurde ebenfalls klar und verständlich erklärt. Klingt vermutlich alles etwas seltsam für jene, die ihr Verhalten nicht ständig hinterfragen oder das andere genau beobachten müssen. Das bewusste Analysieren und Auswerten von Informationen, welche man von seinem Gegenüber erhält, sind immens und kräftezehrend. Es lohnt sich aber. Nicht nur für einen selbst. Zumindest wird in diesem Buch darüber gesprochen, dass auch unsere Mitmenschen von meinem/unserem Lerneffekt profitieren können.

Ein weiteres spannendes Thema ist das Gesichter lesen. Wusste gar, wie viele Informationen man in wenigen Sekunden (teilweise Millisekunden) aus dem Gegenüber lesen kann. Wieder etwas gelernt. Glaube, das wird neben Gestik und Mimik eines der ersten Dinge sein, welche ich wieder verstärkt lernen werde. Es tut mir gut, mein Umfeld besser zu verstehen.

Zu Beginn fragte ich mich auch, wie das Buch gelesen werden sollte. In einem Rutsch? Jeden Tag ein Kapitel? Wie ein Lexikon? Ganz ehrlich. Ich habe wie immer mein Ding durchgezogen. Montag habe ich begonnen, Mittwoch beendet. So einfach ist das.

Der Schreibstil ist angenehm und leicht verständlich, daher haben die Schnellleser unter euch leichtes Spiel und kommen gut damit zurecht. Auch diejenigen, welche sich eventuell gerne neben dem Lesen Notizen machen möchten, werden mit dem Aufbau ihre Freude haben.

Wenn ihr Interesse an den angesprochenen Themen habt, oder ihr eine Hilfestellung bei diesen benötigt, könnte das Buch etwas für euch sein.

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Ein guter Kriminalroman mit seinen Ecken und Kanten

30 Tage Dunkelheit von Jenny Lund Madsen

Ich weiß nicht, wann mir zum letzten Mal ein Hauptcharakter in einem Buch direkt unsympathisch war. Eine verbitterte Schriftstellerin, welche dem Alkohol alles andere als abgeneigt ist und ihre Kollegen inklusive Fangemeinde bis ins hinterste Eck verabscheut, ist eine sagen wir interessante Wahl für eine Protagonistin, welche wir knapp 400 Seiten an der Backe haben.

Aber dieser Eindruck hält glücklicherweise nicht so lange, da Hannah recht schnell Gefallen an ihrer „Ermittlerrolle“ gefunden hat und dadurch etwas sympathischer wirkt und ein paar anstrengende Charaktereigenschaften kindlicher Neugier gewichen sind. Was alleine daran liegt, dass sie sich bei Befragungen selten dämlich anstellt. Da die Bewohner des kleinen Dorfes keine Gefahr in unserer Schriftstellerin zu sehen scheinen, erzählen sie ihr (meistens) bereitwillig, was unsere Inspirationsjägerin wissen möchte. Informationen, die nicht einmal unser bester und einziger Polizist aus den Leuten heraus quetschen konnte. Die Szenen der Befragung und die kleinen Streitereien zwischen Hannah und unserem Gesetzeshüter fand ich witziger, als sie es vermutlich sein sollten.

Die Handlung selbst wurde ordentlich, ohne große Spitzen oder Leerläufe relativ spannend erzählt. Die teilweise schweigsamen Bewohner ließen immer einen Hauch Gefahr mitschwingen. Eine Frage, eine Nachforschung mehr und Hannah kann sich warm anziehen. Die ältere Dame, welche unsere Schriftstellerin bei sich wohnen lässt, schärft ihr immer wieder ein, nicht zu viele Fragen zu stellen. Wer weiß, was sonst passiert. Selbst verständlich hält sich zweitere von da an brav an den Ratschlag.

Nicht. Wenn Sturheit, Entschlossenheit und Neugier aufeinandertreffen, ist der Zeitpunkt angelangt, sich Popcorn zu holen.

Hannah kam mir oft vor wie ein kleines Kind, welches nicht einsehen wollte, dass langsam ein Punkt erreicht ist, an dem man besser nichts mehr sagen sollte. Trotzdem wird nachgehakt. Das sorgte im Endeffekt nicht nur für weiteren Unmut, sondern auch dafür, dass der Täter etwas mehr Arbeit hatte. Das unvermeidbare Ende wurde gut umgesetzt. Ein spannender Showdown mit ein paar unvorhersehbaren Wendungen. Diese retteten die gelegentlichen Leerläufe innerhalb der Handlung.

Noch ein paar Worte zu den Charakteren. Hannah hat sich im Laufe des Buches positiv weiterentwickelt. Ihre Gastgeberin zeigte viele Facetten, welche man ihr gar nicht zugetraut hätte. Die restlichen Charaktere entsprachen mehr oder weniger den typischen Stereotypen. Eine Ehefrau, welche sich um ihren und Kinder kümmern muss und sich eigentlich nach mehr sehnt, ein aggressiver Ehemann, eine alte sehr gesprächige Dame mit Hund, eine Handvoll Jugendliche, welche fröhlich dem Alkohol frönen, und viele mehr. Ihr seht schon, es ist alles da, um ein Dorf mit den wichtigsten Persönlichkeiten auszustatten, mehr aber auch nicht.

Insgesamt ein guter Krimi, welcher grundsätzlich alles richtig macht und sich keine groben Fehler leistet. Die Umgebung lädt zum Träumen ein. Möchte gerne einmal nach Island fahren.

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