Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Solider Fantasyroman garniert mit japanischer Mythologie
Sammlerin der Seelen von Cornelia Zogg
Hallöchen ihr Lieben. So einen flotten Pageturner hatte ich schon lange nicht mehr. Innerhalb weniger Stunden war das Buch zu Ende gelesen. Dabei war es alles andere als fröhlich oder gar unbeschwert. Es war durchzogen von Schmerz, Leid, Tod, Verderben und Streitigkeiten.
Innerhalb dieses dunklen Sumpfes schnetzelt sich Rachel Murasaki mit ihrer Sense durch unzählige Seelenfresser und Menschenleben.
Sie erfüllt stur ihre Aufgabe bis sie eines Tages wieder zu fühlen beginnt. Was für einen Menschen ganz normal ist, ist für eine Shinigami sehr ungewöhnlich. Daher dauert es nicht lange bis ihr ein Fehler unterläuft, der sie vor die hohen Kami, bis in das Reich der japanischen Götter führt. Alleine muss Rachel die Reise nicht antreten, mit dabei ist Ryu und ihre beiden Begleiter, die sie für ihre Leistungen als Shinigami bekommen haben.
Auf dem Weg zum Ziel überkommen Rachel immer wieder Zweifel. War es richtig ihr Leben in der Menschenwelt aufzugeben? Warum musste sie so viel Leid ertragen? Warum kann sie nicht einfach wieder ohne Emotionen ihre Sense schwingen, und so tun, als wäre nie etwas gewesen? Warum lässt man sie nicht einmal nach dem Tod in Ruhe?
Sie bekommt Antworten auf ihre Fragen. Doch diese stürzen sie noch mehr in ihren ganz persönlichen dunklen Abgrund.
Bisher klingt das Buch eher depressiv, doch immer wieder keimt ein Hoffnungsschimmer, der Rachel einen kleinen Schritt vorwärtsbringt. An Ryu prallen ihre Gefühle nicht einfach so ab, wie sie anfangs glaubte.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Art, wie es geschrieben wurde, hat mich gleichermaßen fasziniert und erschüttert. Der Wirbelsturm an Schmerz in Rachels Brust ist zu jeder nachvollziehbar und man hat das Bedürfnis sie in den Arm zu nehmen.
Grundsolider Dark-Fantasy Roman
Die Birkenbraut und ihr Ungeheuer von Arianne L. Silbers
Onora wächst wohlbehütet bei ihrem Clan auf. Bücher lesen ist ihre große Leidenschaft. Aufgrund ihres Interesses an der Geschichte verschiedener Völker und Wesen schließt sie sich den Drunen an. Diese sammeln Informationen über nahezu alles was in dieser Welt passiert ist.
Schon bald beginnt sie von einer Tür aus Birkenholz zu träumen.
Durch diese erfährt sie nach und nach, welche Geheimnisse die Drunen hinter verschlossenen Türen horten. Eines Tages entschließt sie, sich den Irrgarten aufzusuchen. Hecser, der zu ihrem Leibwächter ernannt wurde, begleitet Onora durch das Labyrinth.
Dort tummeln sich allerlei Kreaturen, die grausamer nicht sein können. Noch dazu werden die beiden von einem bösartigen Charakter verfolgt, welcher zuvor gar nicht so auffiel.
Apropos auffallen: Wenn es sich nicht gerade um die Hauptprotagonisten handelt, sind die restlichen Charaktere eher unauffällig.
Viele erfüllen einfach in dem Moment, wo sich gebraucht werden ihren Zweck. Wobei Briana die positive Ausnahme ist.
Auf die Entwicklung von Onora war ich jedoch am meisten gespannt.
Sie wuchs naiv, und unschuldig auf, kennt die Welt außerhalb ihres Heimatortes kaum, Hecser, macht ihr Angst, kämpfen ist nicht gerade ihr Ding, genauso wie Charakterstärke. Soweit so gut. Jedoch wird sie größtenteils von den anderen Charakteren getragen bzw. zu ihrem geplanten Standort geführt. Gelegentlich kämpft sich Onora mutig den Weg frei. Diese Momente kannst du an einer Hand abzählen. Überwiegend schnetzelt Hecser ihr den Weg frei, der obendrein nicht gerade der umgänglichste Charakter ist. Düster, immer Mordlust in seinen Augen, brutal, und ausnahmslos auf seinen Vorteil bedacht. Ob das auf Dauer gut geht?
Da wären noch die Träume, die Onora jede Nacht verfolgen. Diese wurden gut verpackt in den ruhigen Momenten eingesetzt. Nur waren sie mir gerade ab der Mitte des Buches zu viel des Guten. Der Nutzen ist klar, sie erklären, was in der Vergangenheit vorgefallen ist, und auf welche Details Onora achten sollte. So wird ihr aber auch vieles vorgekaut. Deswegen gibt es nicht weniger zu entdecken.
So. Genug gemeckert.
Die Autorin hat es geschafft, die Welt sehr lebendig und in all ihren Facetten zu beschreiben. Detailverliebt ist hier das passendste Wort. Das Schöne ist, dass es die Handlung in keinerlei Hinsicht ausbremst, im Gegenteil. Im ersten Moment beschreibt die Autorin die schöne Umwelt, und plötzlich kommt da etwas auf die Charaktere zu. Auch diese Bedrohung wurde detailliert beschrieben. Das Ende kam sehr überraschend.
Alles in allem ein grundsolider Fantasy Roman für Fans, die eine düstere Stimmung bevorzugen. Gerade das Design ist der Autorin einwandfrei gelungen.
Ein rasanter Thriller der einen bis zum Ende nicht mehr loslässt
Sharing - Willst du wirklich alles teilen? von Arno Strobel
Von einer Minute auf die andere nimmt das Leben von Bettina und Markus eine blutige Wendung. Sie rief bei ihrem Mann an, um ihm mitzuteilen, dass es etwas später werden könnte. Spät in der Nacht bekam er einen Anruf, dass seine Frau in der Gewalt einer grausamen Gruppe ist, die Markus alles nehmen will, was ihm lieb ist.
Scheinbar gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem von ihnen betriebenen Sharing Dienst. Es passierten Unfälle, die (anscheinend) unter den Teppich gekehrt wurden.
Mindestens ein Kunde möchte Rache nehmen und macht sich das Prinzip von Markus und Bettinas Sharing Firma zunutze.
Seine Frau wird vor laufender Kamera live im Darknet mit mehreren Männern „geteilt“, nur um sie dann wie einen Gegenstand zu entsorgen.
Markus ist außer sich, jedoch kann er dabei nur tatenlos zusehen, wie seine Partnerin Qualen erleidet. Am nächsten Morgen findet er sie dann leblos in einer seiner Wohnungen vor.
Weggeschmissen wie eine defekte Ware. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, steht bald die Polizei vor seiner Tür, die ihn aufgrund zahlreicher Beweise (die urplötzlich auftauchen) des Mordes beschuldigen.
Seine Tochter steht, warum auch immer, nicht auf seiner Seite und serviert den Polizisten einen weiteren Grund für die Schuld ihres Vaters. In den nächsten Stunden fehlt von ihr plötzlich jede Spur.
Das Spiel beginnt von vorn, nur mit dem Unterschied, dass Markus seine Tochter retten kann. Sofern er nicht selber hinter dem Mord seiner Frau, und der Entführung steckt.
Wenn du glaubst alles im Psychothriller Sektor gesehen zu haben, dann schau dir auf jeden Fall dieses Buch an. Der Autor verschwendet keine Zeit, damit einen ruhigen Prolog einzuleiten, oder den Alltag des Protagonisten großartig zu beleuchten. Der Psychoterror geht direkt los, und Markus wird vom Anrufer und der Polizei von Schauplatz zu Schauplatz gescheucht. Nirgendwo ist er mehr sicher, vor allem weil seine einst guten Bekannten sich plötzlich gegen ihn stellen, was zunächst etwas fremdartig wirkt. Genauso wie der Fakt, dass Markus scheinbar einen gewaltigen Sprung in der Schüssel zu haben scheint. Er hat davon nie etwas gemerkt. Vieles weist aber darauf hin.
Je länger er durch die Gegend gejagt wird, desto irrationaler handelt er. So merkt er nicht, wie seine Helferlein ihr eigenes Spiel mit ihm treiben.
So ist es nicht verwunderlich, dass der Leser aufgrund des hohen Tempos der Handlung regelrecht durch die Kapitel gepeitscht wird. Vor allem will man unbedingt wissen, was am Ende passiert. Es gibt so viele Wenn und Abers, die endlich aufgelöst werden wollen.
Ein Gefühlsachterbahn mit gelegentlichen Verschnaufpausen
So leise wie ein Sommerregen von Leonie Lastella
Genauso leise, wie ein Sommerregen, der langsam den Boden durchnässt, bahnen sich Hopes Tränen einen Weg über ihre Wangen, nachdem sie vom Tod ihres Vaters erfahren hat.
Als ob sie dieser Schmerz nicht hart genug getroffen hat, erfährt Hope außerdem, dass die Liebe ihrer Eltern in den letzten Jahren einer vom Blitz getroffenen Scheune glich.
Ausgebrannt, praktisch nie existent. Ein hohles Gebilde nur um Hope behutsam aufzuziehen. Die Tatsache, dass ihre Mutter sie mehr oder weniger belogen hat, sie noch mehr zerstört, muss nicht extra erwähnt werden, oder?
Um ihre Sorgen nur für einen Moment zu vergessen, sucht sich Hope eine Bar, um sich abzulenken. Blöderweise kommt sie erstens nicht rein, (mit 18 ist sie zu jung dafür) und zweitens trifft sie dort wortwörtlich (auf) Cooper.
Ihre Erscheinung trifft ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Von ihrer Ausstrahlung übermannt weiß er, sie ist etwas Besonderes. In den folgenden Wochen erleben die beiden die schönste Zeit ihres Lebens.
Doch ist diese nicht nur für die Liebe reserviert, auch ihre vergangenen Erlebnisse werden zum Teil aufgearbeitet. So drängt sich, ähnlich wie eine Pflanze, die sich den Weg an die Oberfläche sucht, die teils schwere Vergangenheit ans Licht.
Während der Handlung lernen wir auch das nähere Umfeld von Hope und Cooper kennen. Um den Lesefluss nicht zu stören, ist dieses recht kompakt, aber vielseitig gehalten.
Soll heißen, in den ruhigen, und/oder emotionalen Momenten gibt es Szenen mit der besten Freundin von Hope, oder dem Klassenkameraden von Cooper. Nur die Eltern der beiden sind bis zum Ende etwas geheimniskrämerisch. Aus gutem Grund.
Beim Schreibstil habe ich absolut nichts zu meckern. Flüssig, Gefühlvoll, Emotional, und voller Hoffnung. So lässt sich dieser am genauesten beschreiben. Die Gefühlswelt der beiden Hauptcharaktere wurde wunderbar, und facettenreich umgesetzt. Ähnlich wie bei einem Wolkenbruch an einem Sommertag läuft es einem Mal kalt, oder heiß den Rücken bzw. den Wangen runter.
Im Großen und Ganzen ist der Autorin wieder ein schönes Buch gelungen. Halte deine Taschenbücher parat. Es besteht die Gefahr das Buch nass zu heulen.
Hervorragender dritter Teil
Brennende Narben von Leo Born
Wie sagt man so schön? „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Was passiert, wenn diese immer wieder aufreißen und Narben hinterlassen, die bei jeder Bewegung wie Feuer brennen?
Da hilft kein Warten, kein Pflaster, nichts. Ohne die Gewissheit, die als wohltuende Heilsalbe dient, wird es immer so weitergehen.
Mara möchte endgültig mit ihrer Vergangenheit abschließen. Warum musste ihre Mutter sterben? Was ist an diesem Tag passiert? Sie greift nach jedem Strohhalm, der sich ihr anbietet. Sei er noch so kurz. Mit ihrer forschen und direkten Art macht sie sich noch viel weniger Freunde als sie ohnehin schon hat.
Allerdings verlangt der aktuelle Fall einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit. Eine Edel Prostituierte wurde bestialisch, gerade zu qualvoll hingerichtet. Nicht nur sie musste auf diese Art und Weise sterben. Dies passiert jedem, der auf der Abschussliste eines bestimmten Täters steht. Dieser kennt keine Gnade. Ohne Skrupel, oder schlechtes Gewissen führt er seinen Plan aus.
Direkt zu Beginn wird klar, die letzten beiden Teile waren im Hinblick auf Gewalt ein Kinderspaziergang. Die Widersacher in diesem Buch sind ein komplett anderes Kaliber.
Dies wird auch Mara klar, die tatsächlich über die Handlung hinweg Angst und Sorge empfindet. Dazu kommt noch, dass ein alter Bekannter in der Stadt ist und es auf sie abgesehen hat. Sie hetzt also von Schauplatz zu Schauplatz, egal ob privat oder beruflich.
Jedoch behält Mara die meiste Zeit über einen kühlen Kopf. Besonders überrascht war ich von ihrem Partner, der sich diesmal todesmutig in die Schlacht stürzt, und damit aus dem Schatten seiner Kollegin tritt.
Das Buch war ein Erlebnis. Der Autor hat die Stimmung perfekt rübergebracht. Die Charaktere kommen genauso rüber, wie sie beschrieben wurden. Die Widersacher strahlen über die ganze Handlung hinweg eine sehr bedrohliche Aura aus, die einem immer wieder eine Gänsehaut beschert. Was die Spannung betrifft, war das Ganze ohnehin eine Punktlandung.
Traurig und wunderschön zugleich
Brennende Narben von Leo Born
Es fühlt sich an, als sei es erst gestern gewesen, als Amelia Zeit mit ihrer Mutter verbracht hat. Jedoch ist dieser letzte Moment schon eine Weile her, und die Dinge haben sich geändert. Das Verhältnis zu ihrem Vater wurde nach dem Ableben der Mutter immer schlechter, was auch unter anderem daran liegt, dass sich dieser neu verliebt hat.
Und auch sonst könnte ihr Leben etwas angenehmer sein.
Das Schicksal meint es gut mit ihr, oder ein naher Mensch, der mal ausgemistet hat, übergibt Amelia eine Box, die für sie bestimmt ist. Neben schönen Erinnerungen enthält diese ein Foto, welches ihren Bruder zeigen soll. Jedoch wusste unsere Protagonistin bisher nichts davon. Auch der Vater ist ratlos. Ein zweites Foto beweist scheinbar, dass sie an dem Tag nicht alleine das Licht der Welt erblicken sollte. Warum ist sie dann trotzdem als Einzelkind aufgewachsen? Was ist damals passiert?
Die Vorstellung, ihren Bruder nach all den Jahren kennenzulernen, feuert Amelia an, nach ihm zu suchen. Während ihrer Suche wird sie von einem gut aussehenden Unbekannten namens Jonathan aufgelesen. Dieser kennt ihren Bruder und führt unsere Protagonistin an einen tief im Wald versteckten Ort, den Menschen niemals finden dürfen. Dieser beinhaltet ein Dorf inklusive schöner Landschaft. Die Bewohner erlitten das gleiche Schicksal wie ihr Bruder.
Das Rad im Fantasy Genre neu zu erfinden scheint unmöglich zu sein, jedoch hat es diese Autorin geschafft, etwas Neues zu schaffen, was ich zuvor noch nicht gelesen habe. Sie hat es vollbracht, ein trauriges und schmerzhaftes Thema lebhaft und schön zu erzählen.
Natürlich gibt es auch traurige und herzzerreißende Stellen. Im Mittelpunkt standen immer Liebe und Hoffnung. Natürlich ist nichts für die Ewigkeit gemacht. Dennoch hinterlassen Erinnerungen immer ihre Spuren, die aber nicht komplett verschwinden werden. Diese Botschaft wird uns mit jedem Kapitel vermittelt.
Der Aufbau der Romanze zwischen Amelia und Jonathan findet auf sehr natürlichem Wege statt. Nichts wirkt gehetzt, unnatürlich oder gar übertrieben. Auch die Begegnung mit ihrem Bruder und die darauffolgende schöne Zeit lässt einen für einen Moment vergessen, was einst geschah und dass dieses Zusammentreffen eigentlich nicht passieren hätte können. Dennoch kam es dazu. Da kann nur Magie ihre Finger im Spiel haben. Oder ein Wunder. Wer weiß das schon so genau.
Ein guter Abschluss
Cards of Love 2. Der Zauber der Welt von Nena Tramountani
Nach den Ereignissen aus dem letzten Buch erwacht Giulietta unversehrt in einem Hotelzimmer. Obwohl sie stark verwundet wurde und sterben hätte müssen, ist ihr Körper frei von tödlichen Verletzungen. Dadurch ist es unserer Protagonistin direkt möglich, die Flucht aus Venedig anzutreten. Sie möchte einfach nur weg.
Weg vom Verräter namens Malvolio, der sich in ihr Herz geschlichen hat. Weg von den wahnsinnigen „Kartenfiguren“. Und von ihrem wahnsinnigen Onkel möchte sie erst recht fliehen.
Bevor sie auch nur ans Ende der schönen Stadt kommt, wird sie von einer starken Macht zurückgestoßen. Warum kann Giulietta nicht fliehen?
Nachdem sich Giulietta mit der Situation mehr oder weniger abgefunden hat, versucht sie herauszufinden, was nach ihrem „Tod“ passiert ist. Nach und nach wird klar, welche Rolle ihr von ihrem Liebhaber aus Versehen zugeteilt wurde. Als wäre das nicht genug, werden die nicht freundlich gesinnten und leicht manipulierbaren Kartenfiguren auf sie gehetzt. Ihr bleibt also nicht viel Zeit, um hinter das Geheimnis des Fluches der Karten zu kommen.
Auch möchte Giulietta endgültig herausfinden, was mit ihrem Vater wirklich geschah. Die Todesumstände lagen auch nach dem ersten Teil immer noch im Schatten der Wahrheit.
Es gibt also einiges zu tun. Zum Glück ist sie nicht alleine und sterben scheint auch ein nebensächliches Problem geworden zu sein.
Das überraschende Ende des ersten Teiles machte mich neugierig. Welche Ereignisse werden durch den Mord an einer der Schlüsselfiguren ausgelöst? Welche Rolle spielen Giulietta und Malvolio? Bekommen wir mehr Informationen zu den Tarotkarten?
Die ersten beiden Frage/Punkte bilden den Schwerpunkt der Handlung. Letztere grätscht sich dazwischen, und kommt leider etwas zu kurz. Zugegeben, wenn sich die Autorin nicht „nur“ auf die großen Arkana konzentriert hätte, wäre das Buch sehr lang geworden.
Außerdem steht, wie auch in Teil 1, die Beziehung unseres Paares im Vordergrund. Welche gut umgesetzt wurde. Mit allen ihren Dramen, den wenigen gemeinsamen Stunden und Streitereien. Letztere waren mir stellenweise etwas zu viel, zumal ich lieber mehr vom Umfeld mitbekommen hätte. Gegen Ende des Buches wurde mir dieser Wunsch erfüllt und es ging um Alles oder nichts.
Insgesamt war ich zufrieden mit dem zweiten Teil. Die „Schwächen“ hielten sich in Grenzen. Lediglich das Tarot Thema, inklusive von den großen Arkana und ein paar Nebencharakteren, gingen etwas unter.
Ein schöner Liebesroman mit Tiefgang
Hart erkämpfte Sehnsucht von Celeste Ealain
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es Autoren gibt, die in ihren Liebesromanen ernste Themen ansprechen.
Dieses Buch ist genauso ein Fall. Vom Klappentext solltet ihr euch nicht täuschen lassen. Was zunächst wirkt wie das x-te Liebesdrama, in dem die Protagonisten ein ach so schweres Leben haben und nur die eine Person ihr Leben retten kann, entpuppt sich als ein Roman, der sehr viel Schmerz und Emotionen beinhaltet.
Es ist der Ansatz da, dass die eine Person der Protagonistin die Sonnenseiten des Lebens zeigt, aber hier findet ihr nicht nur das.
Ja, es stimmt auch, als Alex in Deleilas Leben tritt, sich ihre Einstellung ändert und ihre Krankheit nicht mehr Mittelpunkt ihres Lebens steht.
Die letzten Monate vor seiner Reise liegen lange im Dunkeln, und selbst zum Zeitpunkt der Enthüllung kann man sich nur schwer vorstellen, wie sehr er seitdem leidet. Auch seine Freunde können sich nicht wirklich vorstellen, wie es in ihm aussieht.
Nur Deleila, welche selbst schon einiges erlebt hat, scheint ihn zu verstehen.
Deleila erkennt schon bald, dass nicht nur sie für ein besseres Leben kämpfen muss. Ihr Lebensretter braucht ebenfalls Hilfe.
Die Geschichte zweier Menschen, die sich zufällig, aber zum richtigen Zeitpunkt begegnen, wurde toll umgesetzt.
Als Leser:in weiß man zu jedem Zeitpunkt wie es Deleila und Alex geht. Welche Zweifel sie haben, welche Gedanken ihnen durch den Kopf gehen, wie sehr sich die von emotionalen und körperlich geplagten Menschen nach Hoffnung sehnen ist jederzeit spürbar. Was vor allem an dem angenehmen und gefühlvollen Schreibstil der Autorin liegt.
Um Zwischendurch etwas verschnaufen zu können, pendelt die Handlung immer wieder zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeiten hin und her. Dadurch bekommen wir einen besseren Zugang zu den Gedanken/Handlungen der beiden Charaktere und können diese so besser verstehen.
Allerdings kann es passieren, dass man zwischendurch den Faden verliert, weil man gerne mal von Erlebnissen und Informationen erschlagen wird. Der Anfang ist etwas zäh, daher brauchte ich etwas, um vollends in die emotionale Geschichte eintauchen zu können.
Diese Kritik soll euch jedoch nicht davon abhalten, euch das Buch bei Interesse näher anzuschauen. Das ist wie immer meine persönliche Meinung.
Zum Schluss noch etwas Positives. Denn trotz der emotionsgeladenen Handlung musste ich immer wieder grinsen. Sei es aufgrund Alex besonderen Trainingsmethoden und Deleila zu helfen oder die Streitereien der beiden. Diese Szenen lockerten die Handlung etwas auf.
Gelungener zweiter Teil
Die Drachenhexe - Krone und Ehre von J. K. Bloom
Eines kann ich euch vorwegsagen. Teil 2 hat mich nicht enttäuscht. Wie schon Anfang erwähnt konnte mir dieses Buch viele Fragen beantworten. Damit nicht genug. Es zeigte auch in welche Richtung sich die Handlung schlussendlich bewegen wird, und dass es nicht immer ein glückliches Ende geben kann.
Während Freyjas helle Seite wieder an Kraft gewinnt, und sie neue Fähigkeiten erlernt, tritt bei ihrem einstigen Retter genau das Gegenteil auf.
Das wurde sehr spannend und interessant beschrieben. Seine inneren Kämpfe, Zwiespälte und sein schlechtes Gewissen lieferten sehr viel Stoff zum Nachdenken.
Auch der neu eingeführte Charakter Zero, ist eine spannende Person. Er wirkt zunächst wie ein relativ gewöhnlicher Mensch, wenn man seine dunkle Aura ausblendet, versteht sich. Er scheint ein dunkles Geheimnis mit sich herumzutragen, genauso wie ein immenses Wissen im Hinblick auf Magie.
Der Fokus der Handlung wechselt immer wieder zwischen Freyja und Lucien hin und her. So wird der Leser regelmäßig kurz im Dunkeln gelassen, wenn ein Kapitel im Nichts endet, und dessen Geheimnis erst später gelüftet wird. Abseits davon bietet das Buch noch viele andere spannende Passagen, Orte, Geheimnisse und vieles mehr.
Auch werden wir Zeuge davon, dass die Dunkelheit noch lange nicht geschlagen ist.
Ihr seht schon, auch dieses Buch konnte mich in seinen Bann ziehen und dementsprechend überzeugen. J. K. Bloom schreibt einfach tolle Fantasy Romane. Selbst wenn ich wieder meine imaginäre Lupe auspacke und nach Makeln suche. Ich werde nichts finden. Was definitiv für die Reihe und natürlich für die Autorin spricht.
Zehn Jahre du und ich
Zehn Jahre du und ich von Pernille Hughes
Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe war: Meine Güte, war das eine schwere Geburt. Was sich auf die Beziehung von Charlie und Becca bezogen hat und nicht auf Werk selbst. Denn dieses war unglaublich gut.
Vielleicht kommt man vor dem Lesen auf den Gedanken, dass wir die bereits bestehende Beziehung der beiden zehn Jahre mitverfolgen, jedoch ist das nicht der Fall.
Denn das Cover und der Klappentext deuten nur an, um was es gehen könnte, was auch in Ordnung ist. So sind die folgenden Kapitel und Abschnitte umso spannender.
Wir begleiten die beiden Liebsten in diesen zehn Jahren durch ihr Leben. Erleben ihre Pannen, Zusammenbrüche, dumme Entscheidungen, Gewissensbisse, Freuden, schöne Erlebnisse und vieles mehr. Glücklicherweise wurden diese Dinge nicht einfach stumpf aneinander gereiht, sondern in Episoden bzw. in Jahresabschnitte eingeteilt. Gleiches gilt für die Aufgaben. Jedes Jahr kommt eine an die Reihe. So müssen sich die beiden nicht zu lange gegenseitig ertragen.
Dabei steigt der Spannungsbogen, ähnlich wie bei einer Serie, immer weiter an, bis es schlussendlich zu einem Finale kommt. Dazu kommt, dass es Charlie und Becca es sich alles andere als einfach machen.
Selbst wenn das Leben ihnen in die Hände spielt, sind die beiden so unglaublich stur und hängen dabei immer wieder der Vergangenheit hinterher, sodass sie ihr Ziel immer wieder aus den Augen verlieren.
Wisst ihr was? Ich mochte das gerne. Denn wie es im richtigen Leben so ist. Es läuft nicht immer alles glatt, manchmal bekommt einfach etwas vor den Latz geknallt und man muss entweder damit zurechtkommen oder nach einer anderen Möglichkeit suchen. Genauso ist es hier. Dieses Buch spiegelt die Realität in vielen Punkten hervorragend wider.
Selbstverständlich habe ich meine Augen mehrmals verdreht, als ein Charakter wieder irgendeine Entscheidung getroffen hat, die komplett bekloppt war. Jedoch kann man diese jederzeit nachvollziehen und das wichtigste, der Charakter lernt daraus.
Frei nach dem Motto: Danach ist man immer klüger.
Die beiden Hauptcharaktere haben mir ausgezeichnet gefallen. Sie zeigten im Laufe des Buches so viele Facetten und wurden fantastisch in Szene gesetzt. Die Nebencharaktere, sprich Freunde, Familienmitglieder, Bekannte, Passanten u. v. m. wurden auch schön in die Handlung eingegliedert. Niemand wirkte fehl am Platz und war genau da, wo er oder sie hingehört.
Die rührenden Szenen, die immer häufiger wurden, je näher sich Charlie und Becca gekommen sind, fand ich unglaublich schön. Das ist eine Sache, die ich bei vergangenen Liebesromanen immer wieder vermisst habe. In diesem Buch findet ihr eine große Auswahl an Gefühlen in allen möglichen Intensitäten. Da sollte für jeden Leser/jede Leserin etwas dabei sein.
Ihr wisst, was jetzt kommt. Ich liebe das Buch. Genau danach suche ich, genau danach habe ich gesucht.










