Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Weg aus der Magersucht
Genug von Louise Juhl Dalsgaard
„Genug“ heißt der Roman von der dänischen Schriftstellerin Louise Juhl Dalsgard. Sie ist gelernte Bibliothekarin und schreibt auch Gedichte und Prosa.
Die Protagonistin hat einen guten Schulabschluss hingelegt. Da meint sie plötzlich sie sei zu dick. Sie magert ab und muss behandelt werden.
Diese Geschichte wird in Ichform erzählt.
Wahrscheinlich schafft sie es aus diesem Dilemma. Mit Männern hat sie einige Fehlgriffe gehabt. Sie schafft es aber aus unguten Verbindungen herauszufinden.
Die Autorin erzählt poetisch mit ruhiger Stimme. Sie zeigt auch zwischendurch die Krankenakten der Protagonistin.
Sie wechselt zwischen der Krankheit und der Zeit ohne Probleme. Auch die Kindheit wird angerissen.
Ich konnte mit dieser Geschichte leider nicht so richtig warm werden.
Das Cover ist passend und gefällt. Die 192 Seiten lassen sich schnell lesen.
Wiener Familiengeschichte
Johanna spielt das Leben von Susanne Falk
„Johanna spielt das Leben“ ist ein interessanter Roman von der Schriftstellerin
Susanne Falk.
Der Roman springt zwischen den Zeiten hin und her. Es ist die Zeit von 1943 bis 1961.
Johannas Familie sind arm, die Mutter arbeitet als Putzfrau, der Vater ist Kriegsinvalide. Dann gibt es noch die Psychisch kranke Tante Mizzie.
Johanna wird Schauspielerin an der Burg in Wien.
Sie heiratet den Juristen Georg, weil ein Kind unterwegs war. Das war bei den meisten Paaren in der Zeit üblich.
Nachdem 1960 Tochter Lore zur Welt kommt, gibt es Unstimmigkeiten zwischen dem Paar. Johanna wird es nur mit dem Kind langweilig und fängt wieder am Burgtheater an.
Die Autorin beschreibt Johannas Stimmungen authentisch und auch Georgs Forderungen sind nachvollziehbar. Sie beschreibt eine normale Liebesbeziehung. Gekonnt lässt sie noch ein Familiengeheimnis einfließen.
Der Roman ist lesenswert.
Ein spannender historischer Roman
Die Verlorenen von Stacey Halls
Die britische Schriftstellerin Stacey Halls führt uns in ihrem Roman „Die Verlorenen“ ins London Mitte des 18. Jahrhundert.
Die junge Bess Bright arbeitet als Krabbenhändlerin und lebt in bitterer Armut.
Sie wird schwanger und bringt ihre Tochter Clara noch am Tag der Geburt ins Waisenhaus.
Mühsam spart sie sich Geld zusammen um Clara nach 6 Jahren wieder zu sich zu nehmen. Aber das Kind ist nicht mehr da und soll unter ihrem Namen schon gleich nach sie es dort abgegeben hat abgeholt haben.
Ein junger Arzt, der am Waisenhaus arbeitet, will ihr bei der Suche helfen. Mit seiner Hilfe wird sie Kindermädchen der sechsjährigen Charlotte, die die Tochter ihres Verführers und seiner Frau ist. Der Mann ist inzwischen verstorben.
Die Autorin beschreibt alles mit gutem Stil. Bess Stimmungslage hat sie besonders gut erfasst. Auch die Ängste von Charlottes Mutter sind zwar unheimlich, aber nachvollziehbar.
Es macht Laune dieses Buch zu lesen.
Beeindruckende Zeitgeschichte
Sie haben mich nicht gekriegt von Felix Kucher
Der österreichische Schriftsteller Felix Kucher hat mit dem Buch „Sie haben mich nicht gekriegt“ einen wunderbaren Roman geschaffen.
In dem Roman wird abwechselnd der Lebensweg von Tina Modotti und Marie Rosenberg
Für Tina gab es wohl eine wirklich Vorlage. Sie wurde in Norditalien in ärmlichsten Verhältnissen geboren.
Ihr Weg geht über Hollywood, Mexiko , als Kommunistische Agentin in den spanischen Bürgerkrieg.
Marie ist eine Buchhändlertochter und ihr Vater verlangt von ihr, das sie seinen Laden weiterführt. Nach anfänglichem Aufbegehren wird sie eine passionierte Buchhändlerin. Als Jüdin gelingt ihr in letzter Minute die Ausreise nach New York.
Felix Kucher zeichnet beide Wege mit großem Können.
Das einzige, was mir nicht so gefiel, war der schnelle Wechsel, der beiden Geschichten.
Der Roman ist sehr spannend, man zittert mit beiden Frauen.
Ein Roman den ich unbedingt empfehlen möchte.
Eine Großmutter in Nöten
Eine ganze Welt von Goldie Goldbloom
„Eine ganze Welt“ ist Goldie Goldbloom zweiter Roman und war in der USA ein großer Erfolg.
Die Autorin führt uns in eine chassidische Familie in New York. In dieser Gemeinde war viel verboten. So extrem hatte ich es noch in keinem Roman gelesen.
Surie Eckstein ist 57 Jahre alt und hat schon viele Enkel.
Sie hat eine Krebserkrankung überstanden und erfährt jetzt, das sie wieder schwanger ist und auch noch mit Zwillingen. In dieser Gemeinde ging es krass zu. Surie erzählt es niemanden, nicht einmal ihrem Mann. Sie hat Angst was ihre Familie dazu sagt.
Ihre Hebamme überredet sie im Krankenhaus zu arbeiten, denn sie kann gut mit chassidischen Frauen umgehen, weil sie weiß was sie empfinden.
Surie ist viel mit Bedenken versehen. So erfährt sie, das ein Therapeut ihrer Gemeinde Unzucht mit Jugendlichen treibt, aber sie redet nicht mit ihrer Familie darüber.
Die Autorin schafft es, das ich mich in Surie gut eindenken kann. Es ein bedeutender berührender Roman von den Nöten einer Frau, sehr zu empfehlen.
Gut gelungen
Im Wasser sind wir schwerelos von Tomasz Jedrowski
Tomasz Jedrowski ist ein Schriftsteller mit polnischen Wurzeln.
Seinen Roman „Im Wasser sind wir schwerelos“ ist sinnlich und melancholisch.
Es ist eine Geschichte über Jugendliche und ihre sexuale Findung.
Zwei junge Männer im Jahre 1980 in Warschau verlieben sich ineinander.
Ludwik beobachtet die Lebensbedingungen.
Als seine Vermieterin zu Husten anfängt, gibt es keine Medizin, er soll in zwei Wochen wiederkommen Er hat studiert fühlt sich unfrei in Polen und will in den Westen. Homosexuelle darf es nicht geben.
Janusz arbeitet und will nicht mit- Er meint wenn man nicht auffällt kann man bleiben.
Der Roman ist eine Art Gespräch, das Ludwik an Jan richtet.
Der Autor hat einen wunderbaren Stil mit guter lebendiger Erzählkunst
Große Erzählkunst
Das Flüstern der Bienen von Sofía Segovia
Der mexikanische Schriftstellerin Sofia Segovia ist mit dem Roman „Das 1flüstern der Bienen“ ein besonders gutes Buch gelungen.
Die Geschichte spielt in der kleinen mexikanischen Stadt Linares. An einer Brücke wird ein Baby gefunden, das von Bienen geschützt wird. Das Gutsbesitzerpaar Francisco und Beatriz Morales nehmen Simonopio auf.
Dann sterben viele Menschen an der spanischen Grippe.
Die mexikanische Revokation erschwert das normale Leben.
Der Sohn der Morales erzählt die Geschichte als alter Mann.
Das Schicksal der Familie Morales beeindruckt mich.
Der Roman wurde von einem realen Ort inspiriert. Die Autorin hat diese Geschichte mit künstlerischen Freiheit erdacht. Die Personen sind fiktiv.
Sie hat einen hervorragenden Schreibstil und schreibt mit Fantasie und gründlicher Recherche.
Sofia Segovia besitzt eine große Erzählkunst.
Man kann sie mit bekannten Schriftstellern der lateinamerikanische Erzählern vergleichen.
Mich konnte sie mit dieser spannenden Geschichte gut unterhalten.
Ich war begeistert.
Die Freiheit erlernen
Das Meer der Erinnerung von De Luca Erri
Die Romane des italienischen Schriftsteller Erri de Luca lese ich schon seit einigen Jahren gerne.
Der Roman „Das Meer der Erinnerung“ führt uns zu den Fischern auf eine Insel bei Neapel.
Es geht um die Wahrnehmung eines 16jährigen Jungen, in der Nachkriegszeit, der auf einem Fischerboot arbeitet.
An Bord ist Niccola, der als sehr junger Mann noch im Krieg war. Nur zögernd erzählt er von seinen Erlebnissen.
Dann kommt für den Jungen die erste Liebe, als er Caia kennen lernt. Eine phantastische Geschichte.
Der Roman kommt mit atmosphärische Dichte daher. Die Dialoge waren perfeckt. Er hat mich wieder gut unterhalten.
Erri de Luca konnte mich wieder erreichen.
Da warte ich auf den nächsten Roman.
Humorvoll
Ich dachte schon, du fragst mich nie von Gabriella Engelmann
Die Schriftstellerin Gabriella Engelmann schreibt locker und humorvoll.
In dem Roman „Ich dachte schon, du fragst mich nie“ geht es ums Kochen.
Sophie Hartmann, ihre Töchter Liv und Pauli haben ziemlich viele Sorgen.
Sie eröffnen ein Restaurant, weil Liv Köchin ist. Am Eröffnungstag erleidet sie einen Oberschenkelhalsbruch und einen Splitterbruch einer Hand.
Wer soll jetzt kochen. Ein Kunde, ist gerade zum Ausspannen in Hamburg, und Kochen ist für ihn eine Medizin.
Sophie gebraucht immer wieder Kalendersprüche, das ist oft witzig, aber mir kamen die ein wenig zu oft.
Gabriella Engelmann lässt ihre Figuren lebendig werden. Der Roman liest sich flott und unterhält wunderbar. Viel wird zwischendurch über Rezepte gesprochen. Am Ende gibt es eine Anzahl an leckeren Rezepten.
Der Roman entwickelt sich gut. Er ist zwar nicht unbedingt realistisch, aber das schadet dem Lesefluss nicht.
Zwei Frauen aus West- und Ostdeutschland
Lebenssekunden von Fuchs Katharina
Die Schriftstellerin Katharina Fuchs hat mit ihrem Roman „Lebenssekunden“ einen guten Einblick in die 50er und 60er Jahren gebildet.
Sie erzählt von zwei gleichaltrigen Mädchen, die am Anfang 15 Jahre alt sind. Angelika Stein lebt in Kassel, sie verlässt die Schule vor dem Abitur und macht eine Lehre zur Fotografin.
Zwar muss sie als Frau etliche Anfeindungen auf sich nehmen, aber so ging es in den Jahren jeder Frau.
Angelika verstand es die Lebenssekunden einzufangen.
Christine ist aus Ostberlin. Sie ist eine gute Turnerin. Sie wird in einem Sportinternat gedrillt. Ich mochte immer das Turnen am Stufenbarren, aber so, wie Christine dabei zu ihren großen Leistungen kommt, wäre mir nicht möglich gewesen.
Man erlebt von jeder ihre erste Liebe.
Die Autorin lässt uns an den Werdegang beider abwechselnd teilnehmen. Das ist ihr großartig gelungen.
Dann kommt die Zeit des Mauerbaus. Christines Elternwohnung liegt im 3. Stock der Bernauerstraße.
Der Roman ist voller Emotionen und hat einen guten mitreißenden Stil.
Er ist ein Teil Zeitgeschichte aus beiden Teilen Deutschlands.
Ich habe diese Geschichte genossen und kann sie nur weiter empfehlen.











