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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Wirbel im Luxushotel

Der Beginn Silvester 1959 im Luxushotel Flanagans ist stark und es werden schnell die wichtigsten Figuren vorgestellt.
Da ist die Hotelbesitzerin Linda, eine eigenwillige Persönlichkeit und die Dienstmädchen Elinior und Emma.
Während die schwarze Elinior den Aufstieg zur Kaltmamsell schafft, ist die ehrgeizige Emma noch Anfängerin.

Dann gibt es noch Alexander, der an der Rezeption arbeitet und Lindas beste Freundin Mary.

Gut gemacht ist auch der Rückblick mit Linda, die 1949 aus Fjällbacka, Schweden nach London gekommen ist um das geerbte Hotel zu führen.
Keine einfache Sache, aber Linda schafft es und führt das Hotel zum Erfolg.

Linda ist eine gute Figur, auch wenn ich mit ihr nicht so richtig warm wurde. Aber es muss ja nicht jede Hauptfigur eine Identifikationsfigur sein.

Dass Buch ist als erster Teil der Reihe Das Hotel unserer Träume angelegt. Ich mag Romane um Hotels gerne und Willkommen im Flanagans reiht sich da ein.

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Minkes erster Fall

Halligmord von Greta Henning

Halligmord ist ein sympathischer Nordseekrimi, da die Autorin liebevoll ihre eigenwilligen Figuren entwickelt und es gute Beschreibungen der Landschaft und des Lebens dort gibt.
Die junge Minke von Hoorn ist die neue Kommissarin. Schon ihr verstorbener Vater war Kommissar.
Von den Figuren haben mir auch Bo, Minkes Zwillingsbruder und Gerichtsmediziner, sowie ihr scheidender Chef Klaus Wagenscheidt und der alte Deichgraf Jasper und sein Sohn David gefallen.

David wird entführt und Minke legt sich ins Zeug.

Noch 4 Tage bis zum Sturm ist das erste Kapitel überschrieben. Die Tage zählen sich in den folgende Kapiteln runter, unterbrochen von kurzen Einschüben aus der Vergangenheit.

Der Roman ist zwar literarisch eher schwach, hat aber viel Flair und Atmosphäre.

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Besondere Jahre

Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt von Stephanie Schuster

In Wir Wunderfrauen stellt die Autorin Stephanie Schuster das Leben von 4 Frauen in den Jahren 1953 und 1954 vor. Man sieht sie auf dem großartigen Cover. Luise, Marie, Helga und Annabel sind sehr unterschiedlich, so werden verschiedene Aspekte gezeigt. Luise ist wohl die stärkste Persönlichkeit. Meine Lieblingsfigur war Marie, weil sie so sensibel ist.

Stephanie Schuster schreibt realistisch und zeigt den Alltag in dieser Zeit.
Dadurch unterscheidet sie sich von anderen Schriftstellern des Genres, die oft eine Liebes- oder Spannungsgeschichte in den Vordergrund stellen.
Sie lässt sich auch viel Zeit beim erzählen. Das kann ein Problem für ungeduldige Leser werden. Obwohl ich den Roman geschätzt habe, war die Erzählweise doch zu weitschweifig und teilweise habe ich mich gelangweilt.

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Erstkontakt

Die letzte Astronautin von David Wellington

Den Ansatz von Die letzte Astronautin halte ich für reizvoll. Eine Frau, die nach langer Zeit eine zweite Chance bekommt.
Sally Jansen war einst die Kommandantin der Orion 6 auf dem Weg zum Mars, als ein Vorfall die Reise beendete. Das war das Ende ihrer Karriere.
21 Jahre später ist die NASA auf fähige Leute angewiesen und aktiviert sie wieder.

Roy McAllister, Leiter der Abteilung Raumfahrt und Forschung der Nasa stellt für eine wichtige Mission ein Team zusammen. Es gibt einen Erstkontakt mit einem Sternenschiff, vielleicht mit Aliens.

Das Team ist sehr gemischt. Da ist Windsor Hawkins, ein Militär, die Astrobiologin Parminder Rao und Sunny Stevens, der das Sternenschiff als erster entdeckt hatte.
Und Sally ist mit 56 Jahren die Kommandatin und sie hat als einzige Weltallerfahrung.

David Wellington schreibt detailreich und erreicht damit erzählerische Dichte und Atmosphäre. Manchmal sind mir die Beschreibungen sehr ausführlich, aber SF-Fans werden sich gerade das mögen und es gibt nichts überflüssiges.
Wellingtons Stil ist vielfältig. Er baut auch immer wieder Passagen ein, die Auszüge aus Artikeln oder in einer Berichtsform gehalten sind. Das ergänzt die erzählerischen Abschnitte gut. Zudem entwickelt der Autor einige sehr interessante Ideen. Daher war ich schließlich immer mehr vom Buch gefesselt.
Ich schätze die Chance des Buches den diesjährigen Arthur C.Clarke-Preis zu gewinnen als nicht gering ein.

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rau und düster

Alte Erde von Sven Heuchert

Mit Alte Erde orientiert sich Sven Heuchert an dem US-amerikanischen Noir.
Thies kehrt zurück in seine alte Heimat zu seinem Bruder Karl und bringt seine Freundin Monique mit. Es dauert nicht lange bis sich Konflikte bilden und in Gewalt umschlägt.

Dass sich eine stark düstere Atmosphäre bildet liegt aber auch an einer weitere Figur, Wouter Bisch.

Ein Mann, der ein Eindringen in seinen Wald nichz zulassen will.

Manche Passagen haben filmischen Charakter, die Dialoge tragen dazu bei.
In der Summe ist der Stil unglaublich rau und düster.

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Romanbiografie

Der letzte Satz von Robert Seethaler



Robert Seethaler hat sich schon mit seinen letzten Roman “Ein ganzes Leben” und “Das Feld” in die obere Riege der deutschsprachigen Literatur geschrieben.

Der letzte Satz, diese Gustav Mahler-Romanbiografie setzt da an und enthält gleiches Niveau.

Gustav Mahlers Leben wird geschildert.

Ausgangspunkt ist eine Reise Mahlers auf einem Schiff aus den USA nach Europa. Daraus leiten sich Erinnerungen ab. Schwerpunkt seine schwierige Beziehung zu seiner Ehefrau Alma.
Alma Mahler-Werfel wird auch eine wichtige Figur der Kulturgeschichte werden, wenn auch eine zwiespältige. Ich finde auch ihr Porträt gelungen. Und auch Mahler funktioniert als eine getriebene Persönlichkeit, dem die Musik, seine Symphonien und das Dirigieren das wichtigste bleibt.

Ein Leitmotiv bilden Mahlers Gespräche mit einem Jungen auf dem Schiff, der ihn bedient. Nur kurz denkt man da an Thomas Manns Tod in Venedig, aber in diese Richtung geht das natürlich nicht. Mahler Gedanken drehen sehr um Alma und den Verlust seiner vor 2 Jahren verstorbenen Tochter.
Das letzte Kapitel gehört dennoch dem Schiffsjungen, dennoch einmal an den alten Mann denkt, den er einst getroffen hatte. Das finde ich sehr gelungen.

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Zu viel Aufwand bei zu wenig Ertrag

Die Erfindung der Null von Michael Wildenhain

Die Grundidee und Ausgangssituation sind einigermaßen originell und anfangs vielversprechend, insbesondere Mathematik und Philosophie bereichern den literarischen Stoff. Einzelne Passagen sind sorgfältig geschrieben, wen auch etwas spröde. Für meinen Lesegeschmack hätten die Figuren ruhig etwas lebhafter sein können.

Hinzu ist der Einschlag Kriminalfall als Justizdrama nicht gerade packend ausgeführt. Die Genre-Mixture zündet nicht.
Schließlich entsteht das Problem, das man nicht weiß, wohin das ganze führen soll. Oft kann ich nicht folgen und mit zunehmender Lesedauer führt das zu einer gewissen Frustration.

Michael Wildenhain konnte mich mit dem Gesamtergebnis weder inhaltlich noch von der literarischen Struktur voll überzeugen. Schade.

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Harmlos

Das Dezernat für heikle Fälle von Alexander McCall Smith; Alexander McCall Smith

Der Roman lässt sich gut lesen und einen Cosy-Krimi hatte ich schon lange nicht mehr. Zunächst fällt Alexander McCall Smith bewährter eleganter Stil bei den Dialogen auf und dann die sympathischen Figuren. Im Mittelpunkt die Kriminalbeamten Ulf Varg, Anna, Erik und der fleißige Carl. Sie führen das Dezernat für heikle Fälle.

Vermutlich läuft es auf eine Serie hinaus.
Ungewöhnlich für Alexander McCall Smith ist die Handlung in Malmö, Schweden angesiedelt.
Wie gesagt, sind wir hier Cosy. Allzuviel Spannung darf man daher nicht erwarten. Stattdessen kann man es sich gemütlich machen und den milden Humor genießen. Dennoch etwas sehr harmlos für meinen Geschmack!

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Mix aus Spionage und Familiendrama

American Spy von Lauren Wilkinson

American Spy lese ich als US-amerikanische Familiengeschichte, angesiedelt in der schwarzen Community und im Geheimdienstler-Milieu. Später sogar mit Handlungsabschnitten in Burkina Faso.
Einen konventionellen Spionagethriller sollte man nicht erwarten.

Mir gefällt es gut, wie die Protagonistin ihre Lebensgeschichte erzählt, indem sie die Ereignisse in einen Brief an ihre Söhne verfasst, damit diese ihn später als Erwachsene mal lesen können.

Der zeitliche Ablauf ist nicht geradlinig. Es wird in den Zeiten gesprungen. Von dem aktuellen Handlungsstrang 1992 zurück in die sechziger Jahre, die zeigen wie die Icherzählerin Marie Mitchell mit ihrem Vater und ihrer Schwester Helene in Queens aufwächst. Die Mutter hat die Familie verlassen und lebt auf Martinique.
Maries selbstbewusste ältere Schwester Helene wird ihr Vorbild.
Helene geht zur Army, um dann vielleicht zum CIA zu kommen.
Das beeinflusst Marie, sie wird FBI-Agentin.

Auch die achtziger Jahre werden betrachtet. Dabei werden auch die politischen Stimmungen der Zeit gut gezeigt.

Mich hatte der Roman mit der Zeit richtig gepackt und ich habe mit Marie mitgefiebert.
Es ist beeindruckend wie die Autorin Lauren Wilkinson aus diesem ganzen Mix letztlich das Porträt einer starken schwarzen Frau im Kontext der Zeit und Ereignisse erstellt.

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Verhalten erzählt

Enteignung von Reinhard Kaiser-Mühlecker

Reinhard Kaiser-Mühlecker macht es den Leser nicht leicht mit seinem passiven, emotionslos wirkenden Protagonisten. Als Icherzähler prägt er den Roman stark. Hinzu kommt eine leichte Melancholie, welche die trägemachende, alles niederdrückende Hitze beim Erzähler ausgelöst hat.

Andererseits macht diese Form den Roman auch reizvoll.

Als Leser hat man auch gedanklich mitzuarbeiten.

Als Journalist einer Provinzzeitung ist unser Held nicht besonders motiviert.
Abwechslung bringt ihm die Begegnung mit einer provozierenden Frau. Sie heißt Ines und ist alleinerziehende Mutter, und sie hat ein Verhältnis zum verheirateten Landwirt Flor. Um ihr näherzukommen beginnt er sogar als Praktikant in der Landwirtschaft bei Flor. Komplizierter wird es, als er mit Flors Frau Hemma etwas anfängt.
Das dieses Beziehungsgeflecht keinen guten Ausgang nehmen wird, kann man sich denken.

Kein schlechtes Buch, aber richtig begeistert hat es mich aufgrund der verhaltenen Erzählweise auch nicht.

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