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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Die Menschen in Berlin, 1922

Fräulein Gold: Schatten und Licht; . von Anne Stern

Der Roman geht dicht in das Jahr 1922. Durch die Protagonistin Hulda Gold, die als Hebamme in Berlin wirkt und deswegen vielen Familien begegnet, wird es ein Portrait der Stadt in dieser Zeit. Die Autorin Anne Stern ist in Berlin geboren und hat viel Gefühl für die Mentalität der Menschen dieser Stadt.

Man lernt die Menschen kennen und ihre Armut, die wenige Jahre nach Kriegsende ziemlich verbreitet war.

Hinzu kommt ein Mord an einer Prostituierten, daher erhält das Buch auch den Anklang eines Histokrimis. Der junge Kommissar Karl North kommt hinzu.

Hulda ist eine selbstbewusste, mitfühlende Frau. Daher wirkt sie gut als Hauptfigur.

Schatten und Licht ist der Beginn einer Reihe. Weitere Teile werden folgen.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, wie schön das Buch vom Verlag gearbeitet wurde, mit fabelhaften Covermotiv und Karte im Klappcover.

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Funke sprang nicht über

Die Perlenfarm von Liza Marklund

Die Perlenfarm ist ein ungewöhnliches Buch. Es ist auch ganz anders als die anderen Romane von Liza Marklund, obwohl auch hier gesellschaftlich sozialkritische Elemente betrachtet werden.
Am Anfang ist Kionas Leben so paradiesisch, wie es der Klappentext verspricht. Mit Ausnahme des tragischen Unfalltodes ihrer Schwester, an dem sich Kiona schuldig fühlt.

Ihr Leben wird sich ändern, als sie Erik kennen lernt, der fremd auf der Insel ist und der offensichtlich eine geheimnisvolle Vergangenheit hat.
Leider führt das für meinen Lesegeschmack nachteilig dazu, dass mich die Liebesgeschichte zwischen Kiona und Erik nicht wirklich erreicht.
Als Kiona nach Schweden reist, lernt sie eine ganz andere Welt kennen, die sehr kalt und deprimierend ist.
Auch hier konnte ich ihren emotionale Zustand manchmal nur erahnen und ihre Handlungen sind nicht immer ganz nachvollziehbar.

Es gibt gute Momente im Buch, aber leider sprang der Funke nie so richtig über. Ich hatte mehr von dem Buch erwartet.

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Ein ungewöhnlicher Roman

Das Seidenraupenzimmer von Murata Sayaka

Erzählt wird aus der eigenwilligen Perspektive der jungen Schülerin Natsuki. Sie ist fantasiebegabt. Ihre kalte Mutter hält sie daher für merkwürdig, auch ein Lehrer ist eine Gefahr. Natsuki ist Gewalt und Übergriffen ausgesetzt.

Sie ist verliebt in ihren Cousin Yu, den sie nur im jährlichen Urlaub sehen kann.

Aber diese Liebe hält sie aufrecht. Als die erwachsenen sie entdecken, werden sie getrennt.
Es kommt dann ein krasser Schnitt. Natsuko ist jetzt 34 Jahre alt und verheiratet. Aber eine richtige Ehe ist es nicht. Natsuko ist durch die Geschehnisse der Vergangenheit versehrt.

Der Roman beinhaltet einige Szenen, die auf den westliche Leser befremdlich wirken, aber irgendwie liest man ja auch deswegen japanische Literatur, um in eine andere Kultur einzutauchen. Man muss sich darauf einlassen. Dennoch sind verstörende Szenen enthalten, das muss man sich bewusst sein.

Sayaka Murata schreibt sehr sensibel über den emotionalen Zustand ihrer Protagonistin und es lässt sich eine Sozialkritik an einer Gesellschaft herauslesen, die Menschen nur auf das Funktionieren reduzieren.

Das Seidenraupenzimmer ist ein bemerkenswertes Stück moderne japanische Literatur.

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Tony & Carol

Der Knochengarten von Val McDermid

Der Knochengarten ist der neuestes Teil aus Val McDermids langjähriger Reihe um Tony Hill und Carol Jordan. Und es ist der erste Roman, den ich daraus lese. Ich war überrascht, das ich praktisch sofort problemlos reingekommen bin und die Figuren interessant finde.
Der Profiler Tony Hill sitzt selbst im Gefängnis, damit habe ich nicht gerechnet.

Und Carol Jordan musste ihren Job als Polizistin kündigen und sich wegen einer posttraumatischen Belastungsstörungen behandeln lassen.
Eine ungewöhnliche Ausgangssituation, aber Val McDermid schafft es, den Leser so dicht an die Protagonisten heranzuführen, das man glaubt, deren Schicksal zu begleiten.

Zwischendurch gibt es immer wieder Zitate aus einem Buch (Verbrechen lesen) von Tony Hill, die meiner Meinung nach zum Text wirklich passen.
Es gibt noch weitere wichtige Figuren, z.B. die Detectives Paula und Stacey Chen. Und Vanessa, Tonys kalte Mutter.
Der Fall selbst ist schockierend. 40 Skelette von möglicherweise ermordeten Kindern wurden in einem ehemaligen Kloster gefunden.

Mir hat gut gefallen, dass psychologische Momente einen großen Anteil in der Handlung haben.
Die schottische Autorin Val McDermid ist zu Recht als bedeutend angesehen.

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Die Koffer von David, Gillian und Michael

Der Knochengarten von Val McDermid

Der Roman fängt vielversprechend an. Drei sehr unterschiedliche Menschen, die am Flughafen ihre Koffer verwechseln. Daraus hätte man viel machen können. Das Buch begnügt sich aber damit, dass die 3, als sie ihre Koffer abholen wollen, von einem Gepäckträger entsprechend belehrt werden, wie sie zu leben haben.

Der Gepäckträger ist eine Art allwissender Engel. Für mich ist diese Figur nicht stimmig.
Was aber funktioniert sind die Figuren, die in ihren Stärken und Schwächen interessant sind.
Da ist der Geschäftsmann David, ordentlich unter Stress, zudem in Eheproblemen.
Dann Gillian Short, die ihre Schwester Becky besucht.
Und der junge Michael, der ein Stipendium als Sportler bekommen könnte, doch seine Interessen liegen im künstlerischen. Es gelingt dem Autor, die Gefühle der Figuren begreiflich zu machen.

David Rawlings Buch ist christlich geprägt.

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Der Weg des Wanderers

Als der Wolf den Wald verließ von Rosanne Parry

Als der Wolf den Wald verließ von Rosanne Parry ist bei Coppenrath erschienen und hat den Originaltitel A Wolf called Wander. Übersetzt hat Petra Knese.

Was mich am Buch neben der einfühlsam erzählten Geschichte am meisten beeindruckt sind die reichhaltigen Illustrationen, die auf fast jeder Seite enthalten sind.

Sie sind weder zu schlicht noch zu übertrieben. Die Illustrationen stammen von Monica Armino.

Dann ist die Tierdarstellung zu begrüßen. Den Wölfen werden ihre tierische Identität gelassen und werden nicht vermenschlicht.
Dennoch gelingt es der Autorin den Leser dicht an die emotionale Seite des Wolfes herankommen zu lassen. Das liegt auch daran, das man ihn schon als Welpe durch das Buch begleiten kann.
Den Namen Wanderer wird der Wolf erst am Ende des Buches für sich wählen. Als Welpe wird er flink genannt.

Ein üppiger Anhang gibt zusätzliche Informationen über die wahre Geschichte und dem Lebensraum von Wölfen.

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düsteres Generationsbild aus Frankreich

Aus der Deckung von David Lopez

Der Stil von David Lopez ist ausdrucksstark, aber auch rüde. Nicht immer ist das ganz einfach zu genießen. Aber das eigenwillige ist Programm.
Der Roman ist am Boxgenre angelehnt und es gibt ein paar ausführliche Beschreibungen von Boxkämpfen.
Es sind aber vor allen Dingen die Schilderungen einer Gruppe junger Männer, die abhängen.

Dabei ist die Gedankenwelt des Protagonisten bestimmend. Es ist ein düsteres Generationsbild, sprachlich beeindruckend.

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Die Schriftstellerin und der Vogelpräparator

Aus der Deckung von David Lopez

Sommergäste von Agnes Krup erzählt von der langjährigen Beziehung einer Schriftstellerin und einer Künstlerin. 1925 reist Charlotte Overbeck, Journalistin und Autorin zusammen mit der Bildhauerin Ellen Sinclair nach Rockcliff Isle. Hier treffen sie den Ornithologen und Präparator Crawford Maker.

Gemeinsam werden sie sogar auf der Suche nach einem selten Vogel nach Kongo.

Die Schriftstellerin und der Präparator basieren auf reale Persönlichkeiten. Dabei ist es ein Verdienst der Autorin der berühmten Willa Cather damit ein Denkmal zu setzen. Die Schriftstellerin war sicher keine einfache Persönlichkeit. Agnes Krup schafft den Spagat sie entsprechend schwierig wie auch bedeutend darzustellen.

Neben der fortlaufenden Handlung ab 1925 gibt es auch Rückblicke in die Jahre 1912, als die Freundinnen sich kennen lernten.

Die Handlung des Romans umfasst 36l Jahre und ist damit ein epischer Wurf.

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Der neue Graf von Monte Christo

Wozu wir fähig sind von El Omari Laila

In dem Roman treffen einige junge Erwachsene aufeinander. Dazu gehören Patrick und Alina, Hannah und Maximilian sowie Robin und der geheimnisvolle Alexander und Leonora.
Alexander treibt ein rätselhaftes Spiel, Leonora hilft ihm dabei. Der Grund liegt in der Vergangenheit.

Es dauert lange, bis der Leser erfährt, was es mit der Episode um Nico von vor 7 Jahren auf sich hat.

Das geheimnisvolle trägt den Roman, die Langsamkeit bei der Plotentwicklung macht es den ungeduldigen Leser schwer. Doch es lohnt sich.
Ein wenig dachte ich an Der Graf von Monte Christo, an den sich die Autorin Laila El Omari originellerweise angelehnt hat.

Ein wenig konstruiert ist die Handlung, dennoch habe ich den Roman mit Interesse gelesen.

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Psychologisch fein gemachtes Bild einer Kleinstadt.

Kostbare Tage von Kent Haruf

Mit Kostbare Tage lässt der US-Amerikanische Schriftsteller Kent Haruf den Leser ein weiteres mal Einblick in die Kleinstadt Holt und deren Bewohner nehmen.
Im Mittelpunkt steht der an Krebs erkrankte 77jährige Dad Lewis.
Seine Tochter Lorraine kommt zurück in die Stadt um ihn zu pflegen und ihre Mutter zu unterstützen.

Der Kontakt zum Sohn Frank hingegen ist seit Jahrzehnten abgebrochen.
Auch weitere Figuren in der Umgebung spielen eine Rolle.

Dad Lewis ist ein gutes Beispiel für den typischen langjährigen Bewohner in Holt, Colorado. Ein kleiner Geschäftsmann, eher konservativ und überwiegend in sich ruhend. Aber so sind nicht alle und wer abweicht, hat es hier nicht leicht.
Das gilt zum Beispiel für den neuen Reverend Lyle, dessen Predigen der Toleranz nicht jedem gefallen und der zudem auch noch familiäre Probleme hat.
Kent Haruf hat eine ganze reihe ausgezeichnet Figuren geschaffen.

Diese Zusammenspiel aus dem Einsatz mehrere Figuren und Wechsel der Gegenwart und Passagen der Vergangenheit, an die Dad Lewis sich erinnert, ist psychologisch stimmig und funktioniert ganz ausgezeichnet.
Es sind bewegende Schilderungen der letzten Tage eines sterbenden Mannes.

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