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Rezensionen von yellowdog:
Fortsetzung der Dragon Ninjas-Reihe
Dragon Ninjas, Band 2 - Der Drache des Feuers von Michael Petrowitz
Dragon Ninjas, Band 2: Der Drache des Feuers
Band 2 schließt unmittelbar an „Der Drache der Berge“ an. Es wäre schon besser, Band 1 der Dragon Ninjas gelesen zu haben.
Wieder steht Lian im Mittelpunkt, der auf das Ninja-Internat geht und einige geheime Mächte in sich hat, die er zum Teil noch entdecken muss.
Das ist ein typisches Coming of Age-Element, aber originell verpackt.
Lians Freunde Sui und Pepp sind natürlich auch wieder dabei,
Es ist ein einfallsreicher Plot, konzentriert geschrieben.
Der Text wird unterbrochen von teilweise erhabenen, teilweise frechen Illustrationen von Marek Blaha, die mir ausgezeichnet gefallen.
Eine Stärke des Autors ist der Detailreichtum seiner Beschreibungen, zum Beispiel wie er das Hafenstädtchen Bara-Kuda mit seinen Holzhäusern und anfahrenden Dschunken zeigt.
Die Altersempfehlung erscheint mir zwischen 8 und 12 Jahre passend.
Dieser Teil ist nicht wirklich in sich abgeschlossen. Weiter geht es mit Band 3.
Retrospektive Franz Erhard Walther
Franz Erhard Walther von Kolja Reichert
In der Ausstellung Shifting Perspectives wird das langjährig entstandene, komplexe Werk von Franz Erhard Walther vorgestellt. Es ist nach den Schaffensphasen geordnet.
Die Ausstellung findet zur Zeit im Haus der Kunst in München statt.
In einigen Werken werden die Ausstellungsbesucher einbezogen, z.
B. die Raumelemente und die Körperformen.
Walther hat sich viel mit der Verbindungen zwischen Körper und Objekt beschäftigt.
Es sind letztlich die Menschen, die die Formen aktivieren.
Der letzte Teil des Buches beinhaltet Texte, unter anderen auch ein Gespräch mit dem inzwischen 80jährigen Künstler.
Das Buch schafft es, dem Leser die Ausstellung so gut nahezubringen, wie es einem Buch möglich ist. Mehr geht nur wohl nur, wenn man die Ausstellung selbst besucht.
Eigenwillige Gesichter
Kristian Schuller von Nadine Barth
Kristian Schuller zeigt in Anton ´s Berlin junge Berliner.
Auffällig sind erst die Kostüme, die Schminke und Pose, aber dann lohnt sich der Blick in die Gesichter und der manchmal versteckte Ausdruck.
Wie der einleitende Text The Maximalist erläutert, sind diese jungen Berliner ungewöhnlich.
„They are not role models or prestigious types, but deviants from the norm, border-crossers, extremes.
“
Dieser Text von Ingeborg Harms hat einen großen Ansatz und geht in mehreren Aspekten in die Tiefe.
Dennoch blieb ich bei manchen Fotos etwas ratlos, aber andere konnten überraschen und erreichten mich als Betrachter.
Es sind wirklich schillernde Figuren, die in Kristian Schullers Berlin-Buch posieren und der Vergleich zu den Fellini-Filmen ist offensichtlich. In diesen Filmen traten Menschen mit ungewöhnlichen Aussehen auf, der Zuschauer konnte sie mit der Zeit kennenlernen.
Im Fotobuch hat man diese Möglichkeit nur eingeschränkt. Der erste Anblick ist oft schockierend bis abstoßend. Erst, wenn man sich dann auch mit den Fotos näher beschäftigt, ergibt sich mehr.
Die große Hitze
42 Grad von Wolf Harlander
42 Grad trumpft von Anfang an auf mit einer Vielzahl an Figuren an den unterschiedlichsten Orten. Die Kapitel sind kurz und schnell, dadurch gewinnt man beim Lesen den Eindruck eines hohen Tempos.
Manche der Figuren treten nur einmalig auf, andere sind mehrfach dabei und allmählich kristallisieren sich ein paar Figuren als tragend heraus, zum Beispiel der Hydrologiestudent Julius Denner und Elsa Forsberg von der Umweltagentur in Kopenhagen sowie Florian Herzog, Kerstin Lange und ihre Kinder, Noah Luethy.
Die Hitzewellen der letzten Jahre waren sehr auffällig, die Gefahren des Klimawandels sind inzwischen ins Bewusstsein gerückt. Daher muss der Autor Wolf Harlander die Ereignisse nur geringfügig anheben, um einen Sommer zu zeigen der kippt. Hitze, Dürren, Katastrophen, Panik sind die Folgen.
Ich schätze das locker und unverkrampfte am Stil von Wolf Harlander. Das Buch lässt sich wirklich gut lesen.
Der Roman ist unterhaltend, aber vielleicht auch nicht so bedeutend. Bei recht hoher Seitenzahl ist der Ansatz doch zu klein. Dennoch war ich ganz zufrieden, da mir die Figuren gefallen haben und die Geschichte mit steigenden Temperaturen auch an Drive gewinnt.
Baumeister des Tropical modernism
42 Grad von Wolf Harlander
In dem Buch „Mr.Bawa, I presume“ stellt die bemerkenswerte Fotografin Giovanna Silva das Werk des Architekten Geoffrey Bawa (1919 – 2003) vor. Das ist etwas ganz besonderes und trägt dazu bei, etwas zu bewahren, das teilweise am verschwinden ist. Bawa wirkte ab 1958 in Sri Lanka. Er begründete den Stil der Tropischen Moderne.
Die Texte in diesem Buch sind auf Englisch.
Im ersten Abschnitt sind die Fotos in schwarzweiß, aber im Hauptteil entfalten sich farbige Fotos. Man begibt sich auf einen Spaziergang in Sri Lanka, wenn man den Fotografien der Reihe nach folgt. Da gibt es einiges zu entdecken und zu bestaunen.
Man sieht Bawas Landhaus, Schulen und Hotels, die er in Colombo baute und Teile eines Bahnhofs.
Ich konnte mich kaum sattsehen an diesen Fotos, die die Tropische Moderne ausführlich zeigen.
Vor Gericht
42 Grad von Wolf Harlander
In 2018 hat sich Georgien auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Das vorliegende Buch von Dato Magradse stammt auch aus diesem Kreis.
Es ist nicht ganz einfach, den Lyriker richtig einzuordnen. Teilweise bleibt er mir fremd. Das ist nicht überraschend, denn Georgien und seine Hauptstadt Tblessi sind nicht jedem geläufig.
Was mir ganz gut gefällt, is der Bezug zum Antiken während der Text doch ganz in der heutigen Zeit bleibt und der leicht kafkaeske Ansatz. Damit verbunden ist ein Ton voller Pathos und eine Fülle an Details.
Was mich an dieser Ausgabe aber störte war der übermäßige Einsatz von Fußzeilen auf fast jeder Seite. Das bringt den Leser immer wieder raus, wenn er gerade eigene Gedanken zum Text entwickelt.
Davon abgesehen ist es ein interessanter, manchmal überraschender Text und etwas, was man nicht oft liest.
Brillant
Ich bleibe hier von Marco Balzano
Ein starkes, hochkonzentriert geschriebenes Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat.
Den Zwiespalt, in den die Südtiroler Einwohner während der Kriegsjahre gerieten, wird nachdrücklich gezeigt.
Der Roman wird stark von der spröden, trockenen Erzählstimme geprägt. Icherzählerin ist die Lehrerin Trina, die Erich heiratet, der sehr stark mit dem Dorf verbunden ist und sich entscheidet, auch in schweren Zeiten zu bleiben.
Die Geschichte des Bergdorfs umfasst die Jahre 1923 bis 1950 und besteht aus 3 Teilen: Die Jahre, Auf der Flucht, Wasser.
Marco Balzano schreibt sorgfältig, macht kein Wort zu viel. Dennoch lässt sich der Roman gut lesen. Dieser Autor ist wirklich eine Entdeckung.
Die Flucht
flüchtig von Hubert Achleitner
Der Roman ist für mich in erster Linie ein Porträt einer Frau und ihres Lebensgefühl.
Eva Mara Magdalena, Maria genannt wurde 1962 in Österreich geboren. Sie heiratet nach unbeschwerter Kindheit und Jugend Herwig. Sie wünschen sich ein Kind, aber Maria kann nicht schwanger werden. Nach 30 Jahren verlässt Maria ihren Man überraschend und geht auf eine Selbstfindungsreise.
Erwähnenswert sei aber auch, das Herwig eine intensive Beziehung mit der jungen Nora hat.
Das Nora dann schwanger wurde, ist Marias Schmerz.
Der Roman wird durch eine gediegene Erzählweise bestimmt, die meiner Meinung nach nur bedingt funktioniert. Zum Beispiel wird ein Teil der Handlung von der Anhalterin Lisa erzählt, die Maria mitgenommen hatte. Doch andere Abschnitte haben mit Lisa nichts zu tun und da fragt man sich, wie das zusammenpasst.
Davon abgesehen, passt die Aufteilung der Abschnitte zwischen den Figuren und es gibt immer wieder sehr gelungene Passagen mit hervorragenden Beschreibungen. Deswegen hat mir der Roman überwiegend schon ganz gut gefallen, aber es ist auch noch Luft nach oben.
Begegnungen
flüchtig von Hubert Achleitner
Der Text Die andere Realität von Heiderun Gödrich interessierte mich, weil er von eigenen Erfahrungen der Autorin berichtet und daher stark autobiografisch gefasst ist.
Mir ist es wichtig, wer etwas zu relevanten Themen schreibt. Also nicht Lieschen Müller sondern jemand, der viel erlebt hat und vom Leben geprägt wurde.
Ein Sachbuch zum Thema Parapsychologie hätte ich nicht interessant gefunden, aber Die andere Realität ist mehr ein erzählerisches Essay in mehreren, aufeinander aufbauenden Kapiteln.
Heiderun Gödrich berichtet von ihren Erfahrungen mit dem Sterben. Einmal befand sie sich in einer gefährlichen Lage, als sie operiert werden musste. Sie erblickte dabei ihren verstorbenen Vater, der ihr Ruhe und Gelassenheit vermittelte.
Ein großer Verlust war der Tod ihres Mannes. Auch er begegnete ihr kurz wieder. Daraus schöpfte sie Trost.
Ob die Ereignisse nicht doch psychologisch leicht zu erklären sind, sei unbenommen. Wichtiger erscheint mir die Erkenntnis, wie jemand aus solchen Ereignissen Mut schöpft und Ängste verliert.
Außerdem hat mir gut gefallen, dass aus den Erinnerungen der Autorin auch viel über die Persönlichkeit ihres Vaters und Mannes erzählt wird und man daraus indirekt auch etwas über die Autorin erfährt.
Die bewährte Leander Lost-Crew zum vierten mal
Schwarzer August von Gil Ribeiro
Schwarzer August ist schon der vierte Teil der erfolgreichen Serie um den autistischen Kriminalkommissar Leander Lost in Fuseta, Portugal.
Es sind wieder alle wohlvertrauten Figuren dabei.
Zum Beispiel Soraia Rosado, die jetzt glücklich mit Leander zusammenlebt.
Dann Zara, die 17jährige Waise, um die sich Leander kümmert.
Und natürlich Leanders Kollegen Graciana Rosado und Carlos Estevez.
Das sind alles so sympathisch gemachte Figuren, das man ihnen als Leser gerne wieder begegnet.
Das hilft, dass die eigentliche dünne Idee vom deutschen Austausch-Ermittler in Fuseta ein weiteres mal ein Buch trägt, obwohl ich die Handlung eigentlich nicht gerade spannend fand.
Der deutsche Autor Gil Ribeiro schafft es außerdem, die Helligkeit im Erzählton seiner Romane ein weiteres mal aufrecht zu erhalten.








