Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Ein außergewöhnliches Buch über Freundschaft
Einfach Sunny von Maren Graf
«Das macht die Suche natürlich nicht einfacher,
aber spannender auf jeden Fall.»
Ein aus dem Leben gegriffenes Suche-Abenteuer zweier Kinder, die sich anfangs nicht kannten und eine Geschichte über Freundschaft und den Abbau von Vorurteilen bei körperliche Einschränkungen. Denn wer Sunny kennenlernt, begreift, das man sie nicht bemitleiden oder unterschätzen sollte.
Sie bemerkt Dinge mit ihrem Extra-Sinn, die andere gar nicht mitkriegen, ist pfiffig, selbstbewusst und voller Sachersucher-Energie.
Die Ausgangssituation ist spannend: zwei Fremde, die im Laufe der Geschichte zusammenwachsen und unterschiedliche Beweggründe haben. Ich fand es einmalig, wie erlebbar Maren Graf schreibt und man sich in Sunny und Ben hineinversetzten kann. Sunnys Blickwinkel zeigt, wie gut sie sich auf ihre Wahrnehmung verlassen kann und obwohl die optische Beschreibung fehlt, kann man sich alles gut vorstellen. Sunny, die unbedingt den vermissten Gegenstand für Ben finden möchte und die auch ein Geheimnis hat, wie der wortkarge Ben. Der ist irritiert von Sunny. Warum will sie ihm helfen? Sie kennt ihn doch gar nicht. Sie darf sein Geheimnis nicht erfahren! Schweigsam lässt Ben sich mitreißen und taut erst langsam auf. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar geschrieben und greift auch die Unsicherheiten der Kinder auf. Nebenbei lernt man einiges darüber, wie es ist, nichts sehen zu können. Wie gefährlich hohe Gegenstände werden können, wie Blinde die Welt wahrnehmen und natürlich die ganzen Vorurteile. Es ist toll, wie Sunny damit umgeht, wenn Ben gedankenlos in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt.
Weil Ben so wenig preisgibt, bleibt es geheimnisvoll und spannend. Auch das Ungesagte bekommt seinen Raum: Dinge bleiben unerwähnt, Eindrücke stehen im Vordergrund, eine ungewöhnlich Erzählweise, die überzeugt. Merkwürdig ist so einiges und die Suche gleicht einer Jagd, bei der es immer spannender wird. Am Ende kommt einiges zusammen und löste große Genugtuung und Freude aus. Die farbigen Illustrationen von Olivia Vieweg sind immer eine kleine Überraschung. Mir hat es sehr gefallen und ich würde mir ein weiteren Band von Sunny und Ben wünschen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Umfassend, klar und aufbauend
Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun
«Selbstwert ist unsere wertvollste Resource.»
Ich habe diesen Ratgeber aus Neugier angefangen und war überrascht, wie alles mit dem Selbstwert zusammenhängt. Der koreanische Autor Yoon Hong Gyun möchte nicht nur dabei helfen, Selbstwert zu entwickeln, sondern auch Werkzeug an die Hand geben, welches in stürmischen Zeiten hilft, den Selbstwert zu schützen, da er Schwankungen unterliegt und jeder über Angewohnheiten verfügt, die den Selbstwert schwächen.
Das dürfte auch für jene interessant sein, die ihren Selbstwert hoch einschätzen.
Ich würdige die Ausführungen des Autors Yoon Hong Gyun vor allem wegen seiner sachlichen Klarheit, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Er profitiert von seiner Erfahrungen als Psychiater, aber erzählt auch als Mensch, der selbst lernen musste, sich einen Selbstwert aufzubauen und diesen stets zu stärken. Ich fand es sympathisch, wie er bereits früh seine eigenen Denkfehler thematisiert und begründet, warum er sein Wissen erst nicht teilen wollte. Deshalb hat mir das erste Drittel noch am besten gefallen, während zum Ende die Distanz wächst. Streckenweise wurde es mir zu oberflächlich, wobei es umfassend und interessant bleibt.
Die Theorie hilft bei der Einordnung und gibt Zuständen einen Namen, die vorher vielleicht diffus waren. Das macht bewusster, woran man arbeiten kann und hilft, Probleme besser zu verstehen. Erst im letzten Teil gibt es fünf Methoden zur Stärkung des Selbstwerts, während es vorher viel um Hinternisse und schwächende Angewohnheiten geht. Jedes Kapitel hat abschließend eine Übung und jeder Teil wird einmal kurz zusammengefasst – sehr praktisch.
Es wird an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass es nicht reicht, dieses Buch nur zu lesen, sondern schon währenddessen zu überlegen, was man verändern möchte und dies auch umzusetzen, was definitiv hilfreich ist. Übungen sind überschaubar, aber es lässt sich auch aus dem Text ablesen, wie man diese Veränderungen gestalten kann. «Der Schlüssel zur Veränderung ist immer der Wille (…) Entscheidend ist, dass man sich selbst besser kennt als alle anderen.» Dass Figuren aus Serien als Beispiele dienen, fand ich eine ansprechende Idee. Insgesamt hätte ich mir mehr praktische Anwendung gewünscht, jedoch konnte ich einige Erkenntnisse mitnehmen, die einen Unterschied machen und mir mehr geholfen haben, als die geläufigen Selbstliebe-Übungen.
Ich würde es allen empfehlen, die sich Veränderung und Klarheit wünschen – fernab von fröhlich-bunten Selbstliebe-Ratgebern.
Rezensionen von Nele33:
gemischte Gefühle
Ostfriesenerbe von Klaus-Peter Wolf
Mit "Ostfriesenerbe" hat Klaus-Peter Wolf den mittlerweile 20. Band um Ann Kathrin Klaasen und ihr buntes Ermittlerteam veröffentlicht.
Eine Leiche vor dem Teemuseum und eine im Kriminalmuseum rufen Ann Kathrin Klaasen und ihr Team auf den Plan. Gleichzeitig wird Ann von Miss Moneypenny, der Hüterin des Wissens aufgesucht und um die Übernahme ihrer Aufgabe gebeten.
Ann ist klar, welches Erbe sie da annimmt und hadert mit sich und dann auch mit der gesamten Welt. Weller steht ihr so gut es bei und auch Dr. Sommerfeldt wird auf den Plan gerufen.
Die einzelnen Charaktere sind mir bestens bekannt und ich habe sie auf die ein oder andere Weise ins Herz geschlossen. In diesem Jubiläumsband wird mir leider zu viel ineinander gemischt. Dies hinterlässt bei mir den Eindruck sämtliche Personen und Begebenheiten mussten irgendwie in den Jubiläumsband gepackt werden.
Darunter leidet die eigentliche Story in meinen Augen sehr.
Wie auch in den Vorgängerbänden entführt der Autor die Leser in das wunderschöne, gleichzeitig auch raue Ostfriesland in dem die Handlung stattfindet. Viele der Schauplätze sind bekannt, neu hinzukommt das Kriminalmuseum, in dem wohl die Fernsehfilme zum Teil gedreht werden. Ein netter neuer Einblick. Weniger könnte es mittlerweile vom Café ten Cate und Bettina Göschl geben, der treue Leser kennt es nun zur Genüge.
Werde ich trotzdem den nächsten Band lesen? Ja, weil mir das Team einfach immer noch gefällt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Emotional packender historischer Krimi
Die weiße Nacht von Anne Stern
Anne Stern versetzt einen in die unmittelbare Nachkriegszeit, in das nach Besatzungszonen aufgeteilte und von Versorgungskrisen betroffene Berlin. In diesem kalten Dezember fehlt es an Essen und Wärme, der Ruf der Polizei ist dahin und die Nerven der Leute am Ende. Ausgerecht jetzt geschieht ein Mord und die Kripo Berlin ermittelt.
Unterschiedliche Figuren oder Schauplätze werden beleuchtet. Die Fotografin Lou findet die Frauenleiche in einer Ruine und fotografiert sie. Alfred König ermittelt. Ein einprägsamer Mann mit eingeschränkter Mobilität und Augenklappe, den man erst später einzuordnen weiß. Beide arbeiten schließlich zusammen, um den Fall aufzuklären. Weitere Erzählstränge handeln von den Kindern Justus und Gerti, die sich auf der Straße durchschlagen, und dem deportierten Gregor. Natürlich kreuzen sich manche Wege im Laufe des Buches, aber es wird nicht alles offen gelegt, was auf eine Fortsetzung deutet.
Anna Stern schreibt so eindringlich und auf den Punkt recherchiert, dass man sich mühelos in die Geschichte hineinversetzten kann. Sie vermittelt eine Vorstellung davon, wie es gewesen ist, wie den Menschen damals zu Mute gewesen sein könnte und greift schockierende Themen auf, die sich in diesen spannenden Kriminalfall perfekt einfügen. Es herrscht eine bedrückende von Schwermut getragene Stimmung, düster und zuweilen auch traurig und nachdenklich. Wenn man sich auf die Stimmung und das Setting einlassen kann, bietet dieser Krimi sehr viel mehr als einen spannenden Fall. Wirkt lange nach und wirft wichtige Fragen auf.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Macht bedeutet alles…
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff liegen über zehn Jahre zurück. Lo Blacklock hat sich lange aus aus ihrem Berufsleben als Reisejournalistin zurückgezogen. Jetzt sehnt sie sich nach Selbstwirksamkeit und nimmt eine Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz an.
Dort trifft sie die Geliebte des Hotelbesitzers, die aus der Missbrauchsbeziehung fliehen will. »Lieber würde er mich tot sehen. Wenn ich ihn verließe, würde man mich töten.« Wie soll ausgerecht Lo ihr helfen?
Die Verstrickungen sind gekonnt und machen am meisten Spaß, wenn man keine Ahnung hat – deswegen werde ich nicht mehr verraten. Nur so viel: es baucht ein bisschen, bis es zu dem Mord im Hotel kommt, um den es geht. Bis dahin entwickelt sich die Handlung zu einem Abenteuer mit beunruhigter Anspannung und einer Dynamik zwischen den Figuren, die unterhaltsam ist. «An irgendeinem Punkt waren wir ein Team geworden. Widerwillig. Unerwartet. Genervt. Aber trotzdem ein Team.» Die Twists sind super, aber sie konnten mich nicht wirklich überraschend – was bei Thriller-Einsteigern ganz anders sein könnte. Dafür hat mir die Erzählweise, die Prämisse und auch das Setting zu sehr gefallen, um mich daran zu stören.
Es ist hilfreich den Vorgänger «The Woman in Cabine 10» zu kennen – ob das Buch oder die Verfilmung, weil die Überraschung dann größer ist und man Lo´s Entscheidungen besser nachvollziehen kann.
Julia Nachtmann ist eine so tolle Sprecherin, dass ich das Hörbuch dazu empfehlen kann.
Rezensionen von Lili-Marie:
Pflanzen, Magie und ein sprechender Vogel
Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat von Usch Luhn
In dem Buch geht es um Emilia, die mit ihrer Familie auf einer versteckten Insel lebt. Als sie erfährt, dass sie die nächste Pflanzenflüsterin ist und mit Pflanzen sprechen kann, macht sie sich auf den Weg in das geheime Pflanzeninternat. Denn ihre Aufgabe ist es, eine besondere Pflanze zu schützen die angeblich gestohlen werden soll.
Zusammen mit ihrem besten Freund Dodo und den Schülern des Internats beginnt das Abenteuer.
Der Schreibstil von Usch Luhn ist sehr locker, einfach gehalten und super für die Zielgruppe geeignet. Die Geschichte wird von wunderschönen Illustrationen begleitet und lassen die Geschichte visuell verfolgen. Die Geschichte steckt voll von Kreativität und interessanten Möglichkeiten. Allerdings hat mir hier der Spannungsbogen etwas gefehlt. Es ging alles sehr schnell, Schlag auf Schlag, und es konnte sich wenig Spannung aufbauen. Kaum ist Emilia am Internat angekommen passieren lauter merkwürdige Dinge. Ich hätte mir etwas mehr Internatsalltag gewünscht und das Emilia sich erst einmal einlebt und Freunde findet. So blieben die ganzen Charaktere auch sehr blass und wurden nur oberflächlich beschrieben.
Besonders gefallen hat mir Dodo. Ein lustiger Vogel, der die Sprache einer längst vergessenen Zeit beherrscht und mit der modernen Sprache vermischt. Er ist mein Highlight dieser Geschichte und ich hätte gerne noch mehr von ihm gesehen und gehört.
Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen auch wenn das Erzähltempo sehr rasant war.
Rezensionen von Sonne89:
Anna wächst
Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind! von Johanna von Vogel
„Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind!“ ist ein farbenfrohes fröhliches Buch, welches den Einstieg in die Vorschulzeit erleichtern soll.
Anna kommt in die Vorschule und mit ihr erlebt das Kindergartenkind, welche Ängste/Unsicherheiten, aber auch welche Erwartungen auftauchen.
Man merkt auch den Wandel, dass Anna nun zu den Großen gehört, was Stolz weckt, aber auch verantwortungsvollere Aufgaben mit sich bringt und auch herausfordernd wirken kann.
Anna meistert die Vorschulaufgaben, die sich im Kindergartenalltag abspielen und das lesende Kind wird auch immer wieder aufgefordert selbst mitzumachen.
Teils mit sehr simplen Aufgaben, teils auch mit sinnvollen Nachfragen (z.B. die Telefonnummer der Polizei).
Textlänge und Anforderungen sind passend.
Durch das Buch werden Themen angesprochen, die das Kind bewegt. Das kann man dann zu Hause in einem größerem Umfang gleich nochmals aufgreifen.
Das Buch ist vielschichtig und holt Eltern und Kind ab.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Über die Kraft, die aus der Herkunft kommt
Halber Stein von Iris Wolff
"Halber Stein" ist das Romandebüt der vielfach ausgezeichneten deutschen Autorin Iris Wolff. Die Wurzeln der Autorin liegen selbst in Siebenbürgen, sie stammt aus einer deutschsprachigen "sächsischen" Familie in Rumänien und ist als Kind gemeinsam mit ihrer Familie nach Deutschland ausgewandert.
In diesem Roman erzählt sie von Friedesine, genannt "Sine", eine fiktive junge Frau, die ein ganz ähnliches Schicksal teilt, als Kind Siebenbürgen für Deutschland verlassen hat, dort nun ihr Studium beendet hat und anlässlich des Todes der geliebten Großmutter Agneta zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder für eine kurze Zeit die alte Heimat besucht. Sine selbst steht an einer Weiche in ihrem Leben, weiß nicht so recht, wohin mit sich beruflich und auch sonst.
Sine kommt in Siebenbürgen an und streift erst einmal herum. Sie begegnet Julian, einem alten Freund aus der Kindheit. Die beiden haben damals miteinander gespielt, nun sind sie in unterschiedlichen Ländern und Welten erwachsen geworden, begegnen einander wieder, nähern sich an, erkunden gemeinsam Sines alte Heimat, dabei entwickelt sich eine zarte, nur angedeutete Romanze zwischen ihnen.
Dieses Buch lebt nicht von großen, dramatischen Ereignissen. Es ist ein stilles, poetisches Buch mit eindringlicher, wunderschöner Sprache, das mich emotional tief mit der mir bisher unbekannten ländlichen Gegend Siebenbürgens verbunden hat, denn es ist voll von detaillierten Landschaftsbeschreibungen und Hintergrundinformationen über die Region:
"Ich blieb stehen. Das undurchdringliche Blaugrün eines Gletschersees lag vor uns. Die Berge umrundeten ihn im Halbkreis, eine einzelne Wolke hob sich fast senkrecht über der spiegelglatten Oberfläche in die Luft. Büschelweise lila Enzian und Silberdisteln, so weit das Auge reichte. Vereinzeltes Geröll lag übers Gras verstreut, das nicht wie in Michelsberg verdorrt und ausgebleicht die Erde bedeckte, sondern hellgrün leuchtete. Ich hatte mehr noch als unten in der transsilvanischen Ebene das Gefühl, der Herbst habe sich zwischen den Jahreszeiten verloren." (S. 181/182)
Dazu kommen die Erinnerungen an die verstorbene Großmutter und an die Zeit als Kind in der siebenbürgischen Heimat... so viele Erinnerungen sind mit dem alten Haus verknüpft, doch nun wohnt keiner mehr darin, Sines Vater und Onkel haben es geerbt, der eine möchte es behalten, der andere verkaufen.
Immer wieder eingewoben in das Buch sind auch historische Bezüge, wenn der passionierte Hobbyhistoriker Julian, der von einem Geschichtestudium träumt, von der Vergangenheit erzählt und dabei lebendig wird, welchen Herausforderungen die Vorfahren der Siebenbürger Sachsen ausgesetzt waren: "Mit welchem Gefühl baut man ein Dorf wieder auf, nachdem es niedergebrannt wurde? Wie schafft man es, sich wieder am selben Ort anzusiedeln, wenn eine ganze Dorfgeneration versklavt wurde? Nicht aufzugeben, obwohl man in diesem Gebiet so vielen Gefahren und Unwägbarkeiten ausgesetzt war?" (S. 45)
Dann geht es wieder um die etwas jüngere Vergangenheit, um die schwierigen Zeiten unter den Kommunisten, Verschleppung von Deutschsprachigen, aber auch Diskriminierung von ethnischen Rumänen durch diese. Später dann die vielen Deutschsprachigen, die gegangen sind, sobald sie konnten. Zurück bleiben verlassene Felder und geräumige Höfe, Spuren der einst so lebendigen Gemeinschaft in dieser Gegend, und die wenigen, die noch geblieben sind. Es gibt Begegnungen mit Menschen, die Agneta kannten, und oft auch Sine als Kind. Blicke zurück in die Vergangenheit, auf die Großmutter, auf die eigene Herkunft, das eigene Erbe.
Am Ende des Buches ist die Oma begraben und sonst im Außen nicht so viel passiert. Doch zurück bleibt das Gefühl, dass es vielleicht für Sine nun ein bisschen leichter werden kann, sich zu orientieren im Leben. Denn in diesen wenigen, aber tiefgründigen und bedeutungsvollen Tagen in Siebenbürgen hat sie sich wieder tiefer mit ihren Wurzeln und ihrer Herkunft verbunden und wird daraus vielleicht Kraft schöpfen können für den weiteren Weg, den sie nun geht.
Mich hat dieses Buch sehr berührt und mir viel Wissen, aber vor allem auch Gefühl für Siebenbürgen und die deutschsprachigen Bewohnerinnen und Bewohner dieser Gegend vermittelt, ja, sogar Lust darauf gemacht, diese interessante Gegend zu besuchen und selbst zu erkunden. Es eignet sich insbesondere für Leserinnen und Leser, die bereit sind, sich auf ein ruhiges, poetisches und dafür umso tiefgründigeres Buch einzulassen, ohne besonders viel Spannung oder ein schnelles Voranschreiten der Handlung zu erwarten.
Rezensionen von mo.ni.books:
Spannung am Gardasee
Ein Aperol in Moll von Heidi Troi
Ein Aperol in Moll ist Band drei und somit der finale Band der Reihe rund um die Marescialla Bianca Rossi, ein Krimi geschrieben von der Autorin Heidi Troi.
Bianca lebt inzwischen mit ihrem neuen Freund Amadeo in einer Wohnung in Malcesine am Gardasee. Als sie mitten in den Ermittlungen steckt im Todesfall des bekannten Schauspielers Pavone, erhält sie die Hiobsbotschaft: Tiziano, ihr gewalttätiger Exmann, hat seine Zeit im Gefängnis abgesessen und kommt frei.
Nun kämpft Bianca gleich an zwei Fronten: gegen die ins Stocken geratenen Ermittlungen und gegen ihre eigene Ohnmacht.
Der finale Band stellt einen gelungenen Abschluss der Reihe dar. Auch mit diesem Band konnte mich die Autorin wieder fesseln. Die Spannung wird durch die Kapitel verstärkt, in welcher Tiziano als Erzähler seine Pläne und Gedanken formuliert.
Femizid an Frauen ist ein trauriges Thema, doch aktuell und wichtig, dass es im Buch zur Sprache gebracht wird.
Rezensionen von lesemaus:
etwas too much
Einsames Watt von Nina Ohlandt; Jan F. Wielpütz
In Einsames Watt muss Hauptkommissar John Benthien auf der nordfriesische Insel Amrum einen kniffligen Fall aufklären. Im Watt wurde eine Leiche entdeckt. Unfall oder Mord? Benthien sieht schnell einen Zusammenhang zu seinem ersten Fall, der nicht aufgeklärt werden konnte…
Die Ermittlungen laufen und es geschehen wirklich sehr viele Ereignisse.
Aber leider für mich etwas zu viele. Ich muss beim Lesen immer wieder kurz überlegen, wie denn nun alles zusammenhängt.
Der Schreibstil und klar und flüssig, aber dennoch ist es mir einfach ein zu großes Geflecht an Konflikten, auch aus der Vergangenheit. Mag es auch daran liegen, dass ich nicht alle Bücher dieser Reihe gelesen habe. Insgesamt sind es mir jedenfalls zu viele Schauplätze und Charaktere. Weniger wäre hier mehr gewesen, zumindest für mich.
Das Cover macht auf jeden Fall Lust im Buch zu stöbern, das Segelboot stimmt mich schon mal gut auf das Setting ein. Insgesamt aber ein guter Krimi, der mir 4 Sterne wert ist.











