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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Leserin:

Ein anderer Weg

Die Iden von Rom von Michael Peinkofer



Die Vergangenheit ist Geschichte.

Aber was wäre, wenn sich nur ein Moment, eine Gelegenheit, ein Ereignis, anders zugetragen hätte. Wie würde das die folgenden Ereignisse, die Zukunft verändern?
Eine spannende Frage, die sich auch der Autor gestellt hat. Er lässt Brutus eine Entscheidung treffen, die nicht nur sein Leben verändert, sondern auch den Lauf der Geschichte, wie wir sie kennen.

Ein interessanter Roman, voller Frauenpower, Spannung und geschichtlichem Hintergrund. Reale Personen in einer fiktiven Handlung, die andere Wege einschlagen, andere Entscheidungen treffen und die Vergangenheit verändern, was sich auch auf die Zukunft auswirkt.

Der Autor hat auch hier wieder so lebendig, bildlich und fesselnd erzählt, dass ich tief in dieses Buch eintauchen konnte. Ich war sehr gespannt, wie sich alles entwickeln wird. Seine Ideen wirken real und ergeben eine stimmige Alternative.
Mir hat es sehr gut gefallen, unterhaltsam, informativ und aufregend!!!

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Rezensionen von PeLi:

nach dem Klappentext hatte ich mir etwas mehr versprochen

Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Die Handlung des Romans „Sie wollen uns erzählen“ von Birgit Birnbacher hat mich zunächst sehr angesprochen. Laut Klappentext stehen die Mutter Ann und ihr Sohn Ozzy im Mittelpunkt, die beide mit ADHS leben und sich in einer Welt behaupten müssen, die stark von Erwartungen und Normen geprägt ist.

Der Einstieg in die Geschichte ist gelungen und zieht sofort in den Bann. Am letzten Schultag vor den Ferien erhält Ozzy einen Brief seiner Lehrerin für seine Mutter. Aus Sicht der Schule hat er etwas sehr Schlimmes getan, aus seiner eigenen Perspektive jedoch handelte er aus Mitgefühl. Diese Diskrepanz sorgt für Spannung, vor allem, weil Ozzy große Angst davor hat, seiner Mutter davon zu erzählen, und die Situation zunächst hinauszögert.

Im weiteren Verlauf hatte ich allerdings das Gefühl, dass die im Klappentext angedeuteten Konflikte weniger intensiv ausfallen als erwartet. Zwar wird Ozzy als jemand beschrieben, der Schwierigkeiten in der Schule hat, doch bei einem Notendurchschnitt von 1,2 und der Empfehlung fürs Gymnasium, wirken diese kaum greifbar. Gleichzeitig ist er sozial eingebunden und hat Freundschaften, was den Eindruck verstärkt, dass seine Herausforderungen eher angedeutet als wirklich durchlebt werden.

Mir kam es zudem so vor, als wäre die Mutter deutlich stärker von ADHS geprägt als ihr Sohn. Ihre Art machte auf mich häufig den Eindruck, als würde man im Umgang mit ihr auf einem Pulverfass sitzen, sie schien im Kontakt mit anderen oft kurz davor, die Fassung zu verlieren, während Ozzy in manchen Situationen sogar als der Vernünftigere der beiden erschien.

Gerade in Bezug auf das Thema ADHS hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Der Roman vermittelt stellenweise den Eindruck, als würde ADHS vor allem mit liebenswertem Chaos und Individualität verbunden sein. Das mag ein Teil der Realität sein, doch die damit einhergehenden Schwierigkeiten, Spannungen und Herausforderungen bleiben für mein Empfinden zu sehr im Hintergrund.

Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass die Autorin keine einfachen oder klischeehaften Lösungen anbietet. Die Figuren dürfen in ihrer Eigenart bestehen, ohne dass alles glattgebügelt wird. Dennoch hat mich die Geschichte emotional nicht vollständig erreicht. Ich hätte mir gewünscht, stärker in die Gedankenwelt, die Impulsivität und auch die kreativen sowie herausfordernden Seiten von Menschen mit ADHS eintauchen zu können.

Für mich war letztlich sogar der Teil der Geschichte am spannendsten, der sich gar nicht unmittelbar mit dem Thema ADHS beschäftigt hat. Die Suche nach Anns Mutter sowie das Wiedersehen mit ihrer Schwester. Gerade diese Schwester, die ebenfalls eine sehr eigenwillige Art hatte und sich Ozzy gegenüber etwas wirklich Krasses erlaubte, hat der Handlung nochmal eine ganz andere Intensität gegeben. Dieser Abschnitt war für mich der fesselndste im ganzen Buch.
Allerdings hätte ich mir hier am Ende noch mehr Klarheit gewünscht, insbesondere, ob Ann ihre Schwester noch einmal zur Rede gestellt hat und wie diese darauf reagiert hat.

Auch wenn mich das Buch nicht in allen Punkten vollständig überzeugen konnte, habe ich es insgesamt gern gelesen und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Rezensionen von Sophie H.:

Kinder an die Macht

Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen von Rieke Patwardhan

Wie jedes Jahr fahren die Zwillinge Fili und Caro zusammen mit ihrem kleinen Bruder Jeps auf die Nordseeinsel Wegeland. Doch dieses Jahr ist alles anders. Ihre Eltern können sie nicht begleiten und so machen sich die Geschwister alleine auf den Weg zu Tante Flora. Doch auch Tante Flora ist jetzt anders als im letzten Jahr: Sie ist nun Bürgermeisterin der kleinen Insel.

Zu allem Überfluss bricht die Tante sich gleich zu Beginn der Ferien den Fuß. Flora glaubt zwar, dass sie schnell wieder einsatzbereit ist, doch dann muss sie sich doch auf dem Festland einer komplizierten OP unterziehen. Aber die Wegeländer helfen und umsorgen die Geschwister mit allem, was sie brauchen. Die Nachbarstochter Martje allen voran. Die Kinder freuen sich auf entspannte Ferien mit Baden, Strand und Picknick. Aber sie haben die Rechnung ohne Hassan, Herbert und Henriette gemacht: drei sture Esel, die Tante Flora gekauft hat. Tante Flora möchte nämlich der Umwelt zuliebe dafür sorgen, dass die kleine Ferieninsel autofrei wird und die Esel sollen Kutschen mit den Touristen ziehen. Erst zweifeln die drei Geschwister am Verstand der Tante, doch als Flora im Krankenhaus liegt, beginnen sie, die Tante zu unterstützen. Hilfe bekommen sie dabei vom tierlieben Tammo. Aber sie müssen sich nicht nur mit den sturen Eseln auseinandersetzen, sondern auch mit einigen dickköpfigen Inselbewohnern, die auf den Autoverkehr nicht verzichten wollen.
Ich habe das Buch mit viel Freude gelesen. Es ist die perfekte Ferienlektüre und so ganz nebenbei bekommen die lesenden Kinder noch einen ersten Einblick in Gemeindepolitik, Demokratie und Kompromissbereitschaft, ohne dass es irgendwie belehrend wirkt. Fazit: Wenn man sich einbringt, kann man auch etwas verändern!
Besonders gut gefallen haben mir die lebendigen Illustrationen von Regina Kehn, die das Erzählte perfekt unterstreichen.

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Rezensionen von Hennie :

Breites Spektrum an Themen

Der Tod der Löwenbändigerin von Bernd Richard Knospe

Mit diesem Buch der Kurzgeschichten und Erzählungen habe ich mich längere Zeit beschäftigt. Durch meine Krankheit war und bin ich im Moment nicht so mit dem Lesen ausgefüllt, wie ich es lebenslang gewohnt war. Die Zeit ist noch knapper geworden und die Ablenkung ist groß. Für den Band „Der Tod der Löwenbändigerin“ braucht es jedenfalls eine Menge an Aufmerksamkeit.

Der Autor verarbeitet in den 16 verschiedenen Erzählungen berührende Erlebnisse und Gedanken, wobei sehr viele Themen angesprochen werden. Es sind für mich Geschichten, die ich nicht so nebenbei lesen konnte. Sie sind nicht gefällig, wie ich es von einem Kurzgeschichtenband erwartete. Hintereinander weglesen und gut. So ging es nicht. Nein, Bernd Richard Knospe schreibt über Leben und Tod, Wahrheit und Lüge, Traum und Wirklichkeit. Klischees kommen genauso vor wie das negative Gefühl der Rache oder die Bedeutung der kleinen Momente im Leben. Einen großen Raum widmet er dem Thema Liebe, gleichermaßen wie dem Sex und der Trauer bzw. der Verzweiflung über verpasste Gelegenheiten. Nicht alle Storys berührten mich gleichermaßen, manche habe ich wahrscheinlich auch gar nicht verstanden. Es ist im wesentlichen eine maskuline Sichtweise auf die Dinge des Lebens, liegt ja nahe bei einem Autoren! Auf keinen Fall empfand ich etwas Misogynes in seinem Schreibstil. Das Buch beschäftigte mich und regte zum Nachdenken an.


Fazit:

Es werden eine große Bandbreite von Themen behandelt. Einen roten Faden darf man nicht erwarten. Es sind vollkommen verschiedene Erzählungen, die auch mal skurril, geheimnisvoll, düster und ungewöhnlich daherkommen.


Ich bewerte mit vier von fünf Sternen. Zu empfehlen für Liebhaber von ausgefallenen Kurzgeschichten.

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Rezensionen von Leser:

Das Meisterstück des Goldschmieds

Der Schrein der Könige von Sabine Weiß

Die Autorin kannte ich bisher nur durch ihre Sylt-Krimi-Reihe "Liv Lammers".
Aber sie kann auch wunderbare historische Geschichten erzählen.

Die Geschichte über die Erschaffung des Dreikönigsschreins. Der größte Schatzes des Kölner Doms. Das größte und bedeutendste Reliquiar des Mittelalters.

Ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst aus Gold, Silber und Edelsteinen
Geschaffen zwischen etwa 1190 und 1220/30 von Nikolaus von Verdun und seiner Werkstatt.

Es ist ein umfangreicher historischer Roman mit fiktiven Ereignissen und Figuren versetzt, der uns auf eine spannende und informative Zeitreise mitnimmt. Man taucht nicht nur in das Leben von Nikolaus und seiner Familie ein, man erfährt auch vieles aus der damaligen Zeit. Mir gefallen Romane, die solche Kunstwerke, ihre Entstehung und was dahinter steckt, zum Leben erwecken und ihnen auf unterhaltsame Weise ein Gesicht geben.

Nachdem der Erzbischof Rainald von Dassel 1164 die Gebeine der Drei heiligen Könige aus Mailand nach Köln brachte, war die Idee geboren, ihnen einen würdigen Schrein anzufertigen.

Diese Aufgabe fällt Nikolaus zu und er muss seine Heimat Verdun verlassen und mit seinen drei Kindern nach Köln ziehen. Es ist keine leichte Aufgabe. Eine neue Heimat für seine Kinder, Widerstand der einheimischen Goldschmiede, die Auflehnung seines ältesten Sohnes, politische und religiöse Probleme, fordern ihn täglich.

Die Autorin hat das so wunderbar erzählt, beschrieben und bildlich veranschaulicht, dass diese Geschichte eine richtige Sogwirkung auf mich ausgeübt hat. Es macht großen Spaß darin einzutauchen, mitzufiebern und alles hautnah mitzuerleben.

Dank des Personenverzeichnisses hat man alle Beteiligten im Blick.

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Rezensionen von @beautybooks (Instagram):

Sehr schön erzählt!

Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Der Roman erzählt die Geschichte von Oz, einem Jungen, der mit ADHS lebt und sich im schulischen Alltag schwer zurechtfindet. Als ihm ein Fehler passiert, für den er seiner Mutter einen unangenehmen Brief der Lehrerin übergeben muss, wünscht er sich verzweifelt, dass etwas anderes geschieht, um davon abzulenken.

Doch zu Hause erwartet ihn tatsächlich eine unerwartete Situation: Seine Mutter Ann, die selbst mit innerer Unruhe und Überforderung kämpft, ist nicht in Feierlaune – stattdessen ist die Großmutter Zilly plötzlich verschwunden. Dieses Ereignis bringt die ohnehin fragile Familie zusätzlich aus dem Gleichgewicht.
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Meine persönliche Meinung:
Wir begleiten in diesem Roman Mutter und Sohn, die beide auf ihre eigene Weise mit einer Welt ringen, die wenig Verständnis für ihre Andersartigkeit zeigt. Während Ann versucht, ihr Kind vor äußeren Zuschreibungen und Vorurteilen zu schützen, wird deutlich, wie schwierig es ist, den Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Wer schon einmal ein Buch von Birgit Birnbacher gelesen hat, kennt ihren Erzähl- und Schreibstil und wird auch mit diesem Buch wieder eine große Freude haben. Für mich hat es sich wie nach Hause kommen angefühlt, da ich bisher alle Bücher der Autorin gelesen habe. Sie verzichtet auf direkte Reden und erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Ann und Oz. Einfühlend und berührend lässt sie uns daran teilhaben und zeigt uns, welche Herausforderungen ADHS für den Familienalltag und Beziehungen mit sich bringt. Großartige Charaktere, die ich so gerne begleitet habe. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und die uns zeigen soll, dass man im Leben stets tolerant, besser zuhören und manchmal genauer hinsehen sollte.

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Rezensionen von Kwinsu:

Kein Krimi - aber ein großartiges Porträt dreier Menschen - und einigen Toten

Giftiger Grund von Thomas Knüwer

Joran wird nach sieben Jahren, die er aufgrund einer Messerstecherei absitzen musste, aus der Haft entlassen, fest gewillt, einen neuen, nicht-kriminellen Weg einzuschlagen. Ganz so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist das aber nicht - sein Vater macht ihm das Leben schwer und auch sein ehemaliger Kumpel versucht ihn wieder auf die dunkle Seite zu ziehen.

Und die Begegnung mit der Lost Places-Influencerin Charu und dem 10-jährigen Mädchen Edda stellt seine wieder erworbene Freiheit endgültig auf den Kopf.

Ehrlich: ein wenig wundern tut es mich schon, dass "Giftiger Grund" als Kriminalroman bezeichnet wird - sogar am Cover. Denn: es kommen darin keine Ermittler*innen vor, die irgendwie eine Rolle spielen, geschweige denn ermitteln. Was es gibt sind Tote, über dessen Ableben wir lange nichts wissen. Und fein gezeichnete, intensive und sehr glaubhafte Figuren, die wirklich wie aus dem Leben genommen wirken.

Ich war von Knüwers erstem "Kriminalroman" - "Das Haus in dem Gudelia stirbt" sehr angetan und es ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher. Der Autor hat einen ganz eigenen Schreibstil, die Figuren erzählen aus der Ich-Perspektive, die Sprache ist authentisch, oft mit Jugendslang oder Schimpfwörtern durchzogen - je nach vorkommenden Milieu. Leser*innen lernen die Innenperspektive der Charaktere sehr gut kennen, sie sind verletzlich, unsicher, überschätzen sich selbst, sind teilweise naiv - und deshalb so unglaublich realistisch. Vielleicht erschafft Knüwer hier ein eigenes Sub-Genre mit seiner psychogrammischen Porträtierung - ähnliches habe ich jedenfalls noch nicht gelesen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Figuren nicht stereotyp gezeichnet sind, besonders was Männer und Frauen betrifft. Klischees werden allenfalls was das jeweilige Milieu betrifft, eingebaut.

Das Hineinkommen in das Buch war zugegebenermaßen nicht ganz so einfach für mich, es hat mich anfänglich nicht sonderlich gepackt. Als sich dann aber bei Joran, Charu und Edda langsam ein gemeinsamer Weg entwickelt, war es um mich geschehen und wie bei Gudelia zuvor kann ich sagen: ich liebe dieses Buch!

Mein Fazit: Wer sich bei "Giftiger Grund" eine klassischen Krimi erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Die Geschichte zeigt vielmehr, wie drei sehr unterschiedliche Personen aus einem dummen Zufall heraus zusammenfinden und mehrere Tote ihre Gemeinsamkeit sein wird. Dabei ist die Figurenzeichnung so gekonnt und authentisch, dass wir den Personen gerade begegnet sein könnten. Knüwer ist ein großartiger Schreiberling, der mit seinem speziellen Stil und schrägen Ideen Menschen, die damit etwas anfangen können, eine große leserische Begeisterung beschert. I love it!

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Rezensionen von Irse:

Mutiges Epos aus dem Burgenland, die Autorin schafft es, Schönheit und Grauen lesbar zu zeichnen, wie aus der Vogelperspektive

Im Schatten der Kraniche von Németh Bernadette

„Im Schatten der Kraniche“ ist das bislang beste Buch der burgenländischen Autorin Bernadette Németh. Schon ihr Debütroman „Der Rest der Zeit“ war ein Dreigenerationenroman, allerdings fehlte mir da noch ein wenig die Kontinuität. Nach dem berührenden Liebesroman „Wunschnovelle“ und dem unterhaltsamen Krimi „Neusiedler Tod“ legt sie nun einen schweren Stoff vor: Die Geschichte der Sängerin Ida, die die Vergangenheit ihrer Großmutter aufdeckt.

Und die geschah in schwierigen Zeiten: Am Ende des 2. Weltkriegs wurden Zigtausende Zwangsarbeiter aus Budapest zur Arbeit am letzlich sinnlosen Südostwall ins Burgenland abkommandiert. Das Leben der Budapester Jüdin Éva und das der vom aufdringlichen Intendanten bedrängten Ida hängen zusammen, was sich in Idas rätselhaften Stimmverlusten äußert. (Ich will nicht spoilern). Doch das Buch unfasst noch viel mehr Themen als Shoah, „Me-too“ und transgenerationale Traumaweitergabe. Die lebensnahe Schilderung der Roma und Sinti im Burgenland ist sehr berührend, ebenso die Thematisierung der Schrecken der russischen Besatzung (dass die Russen nicht nur „Befreier“ waren, sondern Generationen von Frauen in Mitteleuropa traumatisiert haben, trauen sich ja heutzutage wenige Autorinnen zu schreiben, die Autorin zeigt somit ihre Vielschichtigkeit und Weitsicht). Besonders gut gefallen haben mir die regelmäßigen und damit übersichtlichen Zeitsprünge und der durchgehende Spannungsbogen trotz der Themenvielfalt. Mit psychologischer Akribie malt Autorin Németh ihre Figuren, vom weisen Rom über die Sängerin mit der goldenen Stimme, Menschen im Luftschutzkeller im zerbombten Budapest bis hin zu Schlimmerem. Bemerkenswert auch das Feingefühl, mit dem die Autorin sowohl das Grauen als auch Schönes zeichnen kann.
„Im Schatten der Kraniche“ ist wieder ein sehr schöner Roman von Bernadette Németh. Er ist nicht (nur) realistisch, sondern menschennahe. Schicksale werden seziert, Schicht für Schicht gelüftet und neu sortiert, so dass man neue Sichtweisen bekommt. Trotz der brutalen Ereignisse geht die Autorin besänftigend vor und ist immer auf der Seite der Schwächeren. Sie lässt die Leser nicht in einer hoffnungslosen Trauer zurück, sondern in Vertrauen. Sie lässt die Leser mitfliegen, und die Erde, die Ereignisse quasi aus der Vogelperspektive betrachten. Es gibt neue Maßstäbe zu suchen und zu finden. Sie baut zwischen Himmel und Erde eine liebevolle, sensitive Brücke.
Herzlichen Dank für dieses Buch!

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Rezensionen von Nicole (Abby1810):

Eine sehr gelungene Kinderbibel

Die große Kinderbibel für alle. Die bekanntesten Geschichten aus der Bibel für Kinder erzählt. Originell & farbenfroh illustriert. Ab 6 Jahren oder zum Vorlesen in der Familie, Kita & Grundschule von Christiane Herrlinger

Meine Tochter und ich lieben die Kinderbibeln aus dem Verlag "Deutsche Bibelgesellschaft". Dies ist nun mindestens die dritte Kinderbibel von Christiane Herrlinger und Mathias Weber, die uns sehr gut unterhalten hat. "Die bunte Kinderbibel für dich", aber auch "Gott und die Welt" haben uns bereits sehr gut gefallen.

Christiane Herrlinger schreibt mit viel Liebe und altersgerecht. Es gibt viele richtig schöne und gute Kinderbibeln auf dem Markt, jedoch sind nicht alle so wunderbar bibeltreu wie diese. Die Autorin schreibt mit viel Einfühlungsvermögen, kindgerecht und vor allem bibeltreu. Mir persönlich ist die bibibeltreue und nahe am Ursprungstext geschriebene Art sehr wichtig.

Die in dieser Ausgabe enthaltenen Geschichten aus der Bibel, beginnen mit dem alten Testament bei der Entstehungsgeschichte, Noah und die große Flut, Jona und der große Fisch, über Jesaja wird Prophet. Und aus dem Neuen Testament beginnen die Geschichten mit der Weihnachtsgeschichte, der verlorene Sohn, über Saulus wird Christ, bis zur Offenbarung "Johannes sieht große Geheimnisse". Insgesamt 18 tolle und spannende Geschichten für die Kinder zum Erleben und zum Nachdenken. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass bei "David und die Psalmen" die Psalmen kindgerecht erklärt werden. Außerdem gibt es vier umgeschriebene Psalmen. Das ist besonders schön, denn oft werden die Psalmen in den Kinderbibeln vergessen.

Die Illustrationen von Mathias Weber runden die Erzählungen mit wunderschönen und kreativen Bildern ab. Die bunten Bilder sind sehr authentisch und kunstvoll gemalt. Sie helfen den Kindern bei der Vorstellung der Geschichten und sind wunderschön zum Anschauen.

Insgesamt eine sehr schöne und gelungene Kinderbibel, die sehr bildhaft und in leichter Sprache erzählt wird. Sowohl meiner Tochter, als auch mir gefällt sie sehr gut, daher absolute Leseempfehlung unsererseits!

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Rezensionen von peedee:

Schöne Fortsetzung

Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach

Kamelienhaus, Band 2: Lucinde „Lucy“ Riwall ist Geschäftsführerin der Kamelienöl-Manufaktur auf der japanischen Insel Soshima. Ihr ist bewusst, dass sie eine grosse Last geschultert hat, denn so viele Menschen sind von ihr abhängig. Die Bank sitzt ihr im Nacken – sie muss das marode Unternehmen im Schnellzugstempo sanieren.

Sie denkt immer wieder mal an Finn und fragt sich, ob sie je wieder zusammenkommen. Aber für solche Sehnsüchte bleibt aufgrund der vielen Arbeit keine Zeit. Und dann ist da das Jubiläumsfest des elterlichen Betriebes auf der Kamelieninsel in der Bretagne. Auch für ihre Mutter gibt es geschäftlich einige Stürme zu überstehen…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit Berg, Wasser und Kirschblüten – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da es bei mir erst drei Wochen seit der Lektüre von Band 1 her ist, war ich gleich wieder in der Geschichte drin.

Lucys Aufgabe ist gigantisch: Als noch junge Geschäftsführerin muss sie den vor der ausländischen Übernahme geretteten Betrieb schnellstens in die schwarzen Zahlen bringen. Nicht alle trauen ihr dies zu. Sie arbeitet so viel, dass wenig Zeit zum Zweifeln bleibt: Es muss einfach funktionieren! Der Austausch mit ihrer Familie in der Bretagne ist für Lucy sehr wichtig, denn einerseits ist ihre Familie in der gleichen Branche und andererseits sind ihre Eltern erfahrene Geschäftsleute. Lucy denkt oft an Finn und fragt sich, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Er meint, sich beweisen zu müssen und dass er sich erst dann wieder mit Lucy treffen kann, wenn er sein Leben „auf die Reihe“ bekommen hat. Diese Geheimniskrämerei führt zu Unsicherheiten und Spannungen. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance? Sie senden sich über lange Zeit nur Fotos von Brücken – warum sie dies machen, verrate ich nicht. Manche mögen dies als romantisch empfinden, mich hat es zunehmend gestört.

Das Buch hat sich wiederum flüssig lesen lassen. Die Herausforderung war für mich auch dieses Mal, die zahlreichen Protagonisten korrekt zuzuordnen; glücklicherweise gibt es in den Umschlagklappen Personenlisten. Des Weiteren gibt es ein Glossar mit japanischen, französischen oder englischen Ausdrücken. Überraschend fand ich die rege Reisetätigkeit der Personen aus Frankreich und Japan. Die jeweiligen Reiseziele sind nicht gerade nahe beieinander… Interessant waren die Einblicken in die japanische Kultur. Für mich ist klar, dass ich meine zuweilen sehr direkte Art ziemlich „runterschrauben“ müsste, um nicht überall anzuecken. Aber das wäre wohl für viele Europäer:innen ein grosser Lernprozess. Am besten gefallen haben mir Lucys Halbbruder Noah und Lili. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf Band 3 (ist schon lange vorbestellt).

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