Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gerda Laurer:

Ein genüssliches Lesevergnügen voll sympathischer Selbstironie und Komik als schräge Liebeserklärung an die Einzigartigkeit der Stadt Berlin

Der Berliner ?Provinzroman? eines durch und durch typischen Großstädters, Einzelgängers, Antisportlers und Asphaltjunkies, der seine Erlebnisse als Studienpraktikant in der winzigen Redaktion einer Stadtteilszeitung beschreibt und der ebenso trocken und schnoddrig erzählt, wie er lebt und denkt, zwingt den Leser dazu, sich wie vor dem Fall der Mauer auf der Reise mit dem Auto aus dem ehemaligen Westen der BRD durch die elendslang erscheinende tristgraue ehemalige DDR-?Zone? auf der holprigen Autobahn durch die ersten 150 Seiten zu quälen.

Durch detailgenaue Schilderungen von Berliner Randvierteln, deren Straßennamen für Nicht-Berlin-Kenner ebenso exotisch und langweilig sind wie die Lektüre von Auszügen aus dem Pekinger Telefonbuch, bevor er das Ziel erreicht, die grellbunte pulsierende Stadt, die spannend-skurrilen Szenen des Höhepunkts eines Romans von zwei Journalisten auf der Suche nach einer Story. Und die beiden finden ihre Story tatsächlich, auch wenn sie sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes in Berlins Unterwelt begeben müssen.

Der Leser wird für die quälende Tortur des sich Durchessens durch die pampig-fade, dicke Breischicht des ersten Buchteils aber schließlich mit einem köstlichen literarischen Sprachwitz-Schlaraffenland belohnt. Ein genüssliches Lesevergnügen voll sympathischer Selbstironie und Komik als schräge Liebeserklärung an die Einzigartigkeit der Stadt Berlin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gerda Laurer

Rezensionen von Gerda Laurer:

Gerne gelesen habe ich dieses Buch, sehr gerne,...

Die Tigerfrau. von Obreht Téa

Zauberhafter Einblick in eine fremde Welt, überschattet vom Schmerz des letzten Krieges, von Angst und Misstrauen, von den Wunden des Kampfes, der zwar in der schnelllebigen globalen Nachrichtenflut auch schon fast wieder Geschichte ist, zeitlich aber in unserer Gegenwart stattgefunden hat, in unserer unmittelbaren Nähe, nicht irgendwo, weder zeitlich noch räumlich weit weg.

Jeder von uns hat doch im engsten Kreis Menschen, die aus diesem Raum stammen oder Beziehungen zum Balkan haben, zum vielumstrittenen Südosteuropa (ich zumindest .. J nicht nur aus ersegelten Urlaubserinnerungen).

Und so lese ich mich mit großer Neugier und staunendem Interesse in diese wundersame, magisch-schöne Geschichte hinein, die im Jetzt und in der Vergangenheit dieser Gegend handelt. So nahe und doch so fremd, gegenwärtig und gleichzeitig ein Stück Historie. Wie ein Märchen aus dem Morgenland manchmal. Und dann auch gleich wieder ganz heutig, real, bestechend klar.

Gerne gelesen habe ich dieses Buch, sehr gerne, mich verzaubern lassen und verführen in diese nahferne slawische Welt.

Sanfte, ganz persönliche Sympathie für Natalia und ihren Großvater und Sympathie für die Autorin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gerda Laurer

Rezensionen von HEYN-Leserunde Astrid Pranzl:

Hat mir gut gefallen!

Die Tigerfrau. von Obreht Téa

?Er ist wieder da? hat mir gut gefallen, obwohl dieser Roman ein sehr belastetes Thema behandelt ? das dritte Reich. Die Erzählung im gewollt erkennbaren Stil beginnt amüsant und wird (entgegen meinen Erwartungen) absolut konsequent weitergeführt. Man glaubt nicht, dass sich diese Geschichte so entwickeln kann, der Autor belehrt uns skurril und bösartig eines Besseren (oder Schlechteren): genauso funktionieren unsere modernen Medien, so geschieht Meinungsbildung und der neuerliche Aufstieg eines Adolf Hitler erscheint denkbar.

Ein bedrohlicher Roman, der in sich stimmig ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN-Leserunde Astrid Pranzl

Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte ? mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg ? durchwegs hell und freundlich zu gestalten

Polarrot von Patrick Tschan

In Patrick Tschans Roman Polarrot treffen in klarer Sprache und hohem Erzähltempo durchwegs sympathische Protagonisten aufeinander und ziehen die Leserin in eine Geschichte, die viel Verständnis erzeugt für den Helden Jack Breiter. Aus der hintersten, ärmlichsten Talschaft der Schweiz kommend, findet dieser immer wieder Mittel und Wege, dem Schicksal des Elends zu entrinnen, Retter zu finden, selbst zum Retter zu werden, immer wieder auf seine inneren Wunden zurückgeworfen zu werden, immer wieder neu anzufangen und letztendlich mit Schlauheit Oberwasser zu behalten.

Zu Beginn der Geschichte, in der Zwischenkriegszeit angesiedelt, baut sich die Handlung in schneller Abfolge auf und schleudert die Betrachterin der Geschichte mit hohem Tempo in den Ablauf. Kurze Sequenzen werden mit sehr eindringlichen Bildern beschrieben, erklären die Geschichte geschickt und lassen die Leserin etwas atemlos in der nächsten neuen Realität der Handlung landen. Unbändiges Streben nach der Welt des Reichtums, der Macht und dem Glück wurde verwoben mit Armut, Krieg, Elend und Schmerz.
Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte durchwegs hell und freundlich zu gestalten, sozusagen aus der positiven Ecke heraus betrachtend, um zeitgleich die Schwere und das Leid des Krieges im Hintergrund, mit einer Nebensächlichkeit einfließen zu lassen, die Verstehen fördert und wenig Zeit lässt, um ganz in die Schwere eintauchen zu können.
Die in der Geschichte beschriebene Partnerschaft zwischen Gott und dem Teufel, die erlesene Partnerschaft der hellen, leichten Erzählkunst mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg macht die Sympathie dieses Buches aus.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer

Rezensionen von Rikki Reiner:

Ich komme nicht in die Geschichte hinein

Die Tigerfrau. von Obreht Téa

Ich komme nicht in die Geschichte hinein. Es interessiert mich weder die Buddelei um die Knochen eines ohne Sakramente Verstorbenen, noch die Pseudomedizinerin (recht farblos )und auch der Krebsverstorbene Opa wirkt sehr unecht. Dazu diese gekünstelten Erzählsprünge- die nur ermüden und nicht erwecken.

Ich möchte meine Zeit nicht mit einer ?bekrönten grinsenden Aschenbecher Schildkröte? verbringen, auch nicht mit den ?schief gegeneinander-stehenden Schneidezähne? eines Fra Antun. ?geklebte Spinnen am Spalier? und ?Die Frau am Touristenstand,? sind 2 verschiedene literarische Welten. alles wirkt zusammengestoppelt. Einzelne gute Sätze-aber keine literarische Einheit, schon gar kein Roman, Patchworkliteratur. Und trotzdem bleibt eine gewisse Ambivalenz in der Beurteilung. Das mit dem Mann der nicht sterben konnte, wäre schon Stoff für ein Buch. Die Tigerfrau wäre ein weiteres. Beide zusammen sind zu viel Absurdität für 400 Seiten.: Zu themenüberfrachtet!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Rikki Reiner

Rezensionen von Rikki Reiner:

Das reicht ... für mich nicht für eine Empfehlung!

In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Also Familienromane scheinen in letzter Zeit ja sehr dem Markt zu entsprechen.
Mehr oder weniger seiten-und generationsschinkig, am besten noch aus dem Osten, vorzugsweise aus Deutschland und die Kritiker jubeln.
Aber das hatte ich schon, kürzlich mit Uwe Tellkamp und seinem Turm, und da viel, viel besser.

Meine Neugier hielt sich in Grenzen.

Und das mit Recht, wie ich nach Abschluss dieses Romanes feststellen musste. Die Sprache und die literarische Qualität reichen nicht an Uwe Tellkamp heran, wirken zwanghaft alltäglich trotz aller Ortswechsel und Zeitverschiebungen. Hier wird erzählt was ich in anderen Büchern schon gelesen habe.

Das reicht also für mich nicht für eine Empfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Rikki Reiner

Rezensionen von Rikki Reiner:

...Empfehlung dieses Buch unbedingt zu lesen .....

Adams Erbe. von Rosenfeld Astrid

Nach dem zweiten Teil des Buches, in dem Frau Rosenfeld uns einführt in die Epoche der
moralischen Verwilderung, in das von Deutschen besetzte Polen, in dem es nur noch Jäger und Gejagte gab -
und natürlich den Massenmord - seit ich diesen zweiten Teil gelesen habe, kann ich dieses Buch und diesen Stil nicht mehr loben oder kritisieren.

Angesichts dieses Themas ist jede persönliche Meinung, außer der Empfehlung dieses Buch unbedingt zu lesen, Blasphemie!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Rikki Reiner

Rezensionen von Rikki Reiner:

Bravo!

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Rosenfeld Astrid

Ein Sommerbuch wie es besser nicht sein kann, amüsant, locker, unverbindlich, ohne Neben ? und Nachwirkungen, zu lesen en passant- ohne große Konzentration, ohne viel geistigen Einsatz, da trinkt sich daneben ein Longdrink, mit und ohne Schirmchen, auf einer Sonnenliege, auf Bali oder am Wörthersee,
Ach, könnten Dinge und Bücher nur öfters so einfach sein.

Und so wenig anstrengend.
Und überhaupt ist es ein Genuss sich auf 400 Seiten
von einem schwedischen Neobaron Münchhausen namens Allan Karlsson
so beschwindeln zu lassen, ohne das man gelangweilt wird, oder sich unterfordert fühlt.
Ein Hoch der Lüge zum Quadrat. Haben wir doch alle verlernt, so sympathisch zu lügen.
Bravo!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Rikki Reiner

Rezensionen von Rikki Reiner:

so schreibt keiner der denken kann

Massimo Marini von Rolf Dobelli

Eine einzige literarische Peinlichkeit dieses Buch, das im Boulevardstil Sex and Crime an den Markt bringt. So schreibt keiner der denken kann!

Hier wird nur Kleinkram und Nebensächlichkeiten ausgebreitet, etwa in den Beschreibungen bestimmter Modemarken, diesen Stil erwarte ich in Modejournalen, aber nicht in gebundener Form.

Und immer wird der falsche Ton erwischt, Vergleiche die unpassend sind und fast immer Klatschniveau haben. Aufdringlich werden so des Autors unliterarischen Waffen
vorgezeigt.

Diese postmodernen Erzähltheorien sind so transparent
und durchschaubar einfach, das es nur so langweilt!

Darmagi!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Rikki Reiner

Rezensionen von Valentin Heintel:

.. ein feines Buch

Massimo Marini von Rolf Dobelli

Du lieber Massimo Marini! Dieser bekommt hier wirklich gekonnt eine Breitseite nach der anderen verpasst. Spannend beschreibt Dobelli die Einwanderung italienischer Emigranten in die Schweiz; ein "Bildbogen" von der Nachkriegszeit bis heute, den man nicht so schnell vergisst.

Einiges an Verständnis verlangt es dem Leser ab, was hier so quer "herumgetunnelt" wird.

Erinnert irgendwie an eine italienische Oper, oder eher noch an eine archaische Sage des Altertums. Wer hier mit wem was treibt und das nicht gerade zugunsten des Hauptprotagonisten; armer Massimo!"

Es entsteht ein leichter Widerspruch zwischen der so gekonnt beschriebenen und seriös geschriebenen italienisch-schweizer Einwanderungsgeschichte und der dann doch nicht so glaubhaften Beziehungsdramaturgie. Oder um es noch genauer auszudrücken, der "sexuell-ödipalen" Umtriebe einiger Protagonisten. Vielleicht gehöre ich schon zu einem älteren Semester und verstehe nicht, wenn "der Freund mit der Ehefrau" und der "Sohn mit der Schwiegermutter"
und dann zu allem Überfluss daraus auch noch Kinder entstehen, wovon eines schon bald wieder das Diesseits verlassen muss, ermordet vom eigenen
Blut, ah nein, es war ja dann doch nicht sein leiblicher Vater.

Über allem jedoch - ein feines Buch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Valentin Heintel