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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Eine vielversprechende Idee

Der Trick von Bergmann Emanuel

Die Idee, das Schicksal eines Rabbinersohnes mit sehr abenteuerlicher Lebensgeschichte mit dem Wunsch eines kleinen Amerikaners, die Scheidung seiner Eltern zu verhindern zu verknüpfen, ist durchaus vielversprechend.
Die Durchführung ist meiner Meinung nach mittelmäßig. Es ist einfach alles drin, zu viel an seltsamen Zufälligkeiten, viele Klischees werden bedient und das Ende ist trotz Längen zwischendurch absolut vorauszusehen.

An sich über weite Strecken amüsant und witzig, wechseln diese Passagen mit ernsten, ja tragischen Ereignissen. Die Figuren bleiben dennoch etwas blaß - was auch an der flüssigen, journalistischen Sprache liegen mag, die sich für den Inhalt nicht wirklich eignet. Es fehlt mir die Poesie, die aus der Geschichte vielleicht ein schönes Bild hätte weben können.
Maria Dörfler

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:

Ein melancholisches Lesevernügen

Letzter Bus nach Coffeeville 23.03.2016. von Henderson J. Paul

Lustig ist die Geschichte ja nicht gerade. Viele vom Leben gebeutelte, nicht vom Schicksal verwöhnte, aber in ganz eigener Weise starke Persönlichkeiten werden vor dem Leser lebendig - sehr lebendig. Besonders die Geschichte von Nancy und Doc wird ohne Rührseligkeit dennoch sehr berührend erzählt.

Es ist schön, dass auf dieser Welt Platz ist für etwas schräge Typen mit ihren grßteils durchaus hohen moralischen Ansprüchen. Manchmal gibt es witzig überzogene Episoden und Phantasien. (Che Guevara) So ist es auch möglich und nötig, oft zu schmunzeln, leise und langsam.
Was ist ein gelungenes Leben? Hier eine von vielen, eher unerwartete Antwort, die duchaus nachdenklich stimmt und die vorgegebenen "Regeln" für ein "gutes" Leben in Frage stellt. Gerade in einem Land wie Amerika.
Maria Dörfler

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Rezensionen von Ela_Ela:

viel viel besser als der erste teil : D

Menduria Das Gefüge der Zeiten. 12.02.2016. Gebunden. von Mang Ela

Zurück in die Vergangenheit Seit beinahe zwei Jahren versucht Lina nun, einen Weg zurück nach Menduria zu finden. Lina und Benjamin sind mittlerweile fast 18 Jahre alt und haben beide das Abitur hinter sich gebracht. Als Benjamin für ein Praktikum nach England geht, und Linas Eltern auf Reisen sind, geschieht, worauf Lina schon nicht mehr zu hoffen gewagt hat.

Ein Tor nach Menduria öffnet sich. Der Andavyan Drogonn kommt, um sie zu holen. Aber es ist die Vergangenheit, in die er Lina mitnimmt, in der Darian sie noch nicht kennt und sie erneut um seine Liebe kämpfen muss.

Ich habe den ersten Teil überraschenderweise empfohlen bekommen, von allein hätte ich das Buch nicht gelesen, da es mich nicht vom Inhalt interessiert hat, doch dann hat es mir wirklich total gut gefallen und deshalb wollte ich natürlich das zweite Buch nicht verpassen.

Ich wollte unbedingt wissen wie es mit Darian & Lina weitergeht, aber in diesem Buch versteht man das sich die beiden schon mal gekannt haben als sie im ersten Teil zusammengefunden haben. Lina war schon in der Vergangenheit in Menduria, doch bis man das herausfindet vergehen einige spannende Seiten über die Liebe von Darian & Lina die wieder neu erwacht und natürlich kann es nicht entspannend zugehen, so müssen wieder ein paar Kämpfe ausgetragen werden, bis es einem zu einem tränenreichen Ende für mich geführt hat.

Fazit: Dieser Teil ist sogar noch besser als der erste und hat mir auf jeden Fall wieder eine tolle Reise nach Menduria geschenkt, indem man einiges herausfindet was man vielleicht im ersten Teil nicht verstanden hat. So jetzt warte ich voller Spannung auf den dritten Teil, der ja nicht der letzte sein soll. Auf jeden Fall wünsche ich jeden viel Spaß beim Lesen und eine schöne Reise nach Menduria.

Serie:
1. Menduria - Das Buch der Welten
2. Menduria - Das Gefügge der Zeiten

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Rezensionen von Eva:

Familiendrama im Urlaub

Helenas Geheimnis von Lucinda Riley

Dies ist nun mein zweites Buch von Lucinda Riley und ich wurde nicht enttäuscht. Wir lesen hier die Geschichte von Helena, die mit ihrer Familie und Freunden in Zypern einen schönen Sommer verbringen will. Leider kommen einige Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Tageslicht, die das Glück und die Zukunft der Familie bedrohen.

Das Buch ist aus der Sicht von Helena, sowie von ihrem Sohn Alex geschrieben worden. Von Alex lesen wir aber auch immer wieder die Einträge in sein Tagebuch, dies ist eine schöne Variante um auch die Gefühle und die Sichten einer anderen Person zu lesen und nicht nur die von Helena. Alex Sicht, finde ich persönlich, ganz interessant, weil er ja auch eine der Hauptfiguren ist, da er ja wissen möchte, wer sein Vater ist und das erste Mal verliebt ist. Lustig fand ich auch, wie eifersüchtig er ist, als Helena einen Freund aus Jugendjahren trifft und wie er probiert ihn zu verscheuchen. Schön!
Richtig schön beschrieben, fand ich das alte Haus mit seinen Macken und den Pool. So hatte man gleich das Gefühl, man befindet sich in diesem Haus und verbringt da seinen Sommer, in der Hitze.
Mein Lieblingscharakter war Alex und Chloe, die fand ich am interessantesten. Bei Chloe fand ich es schön, dass sie ihrem Vater eigentlich nicht böse war, obwohl ihre Mutter immer böse über den Vater geredet hat. Und sie im Grunde nur ein normaler Teenager ist, mit den normalen Problemen.
Alex hat mir gefallen, weil er nur wissen wollte, wer sein Vater ist und seine Mutter ihm, dass nicht gleich offenbart hat. Trotzdem blieb er aber immer nett und hat es sich auch gefallen lassen, dass man ihm sein Zimmer ?nimmt?, weil soviel Gäste kommen.
Der Rest der Personen waren mir sympathisch, bis auf Sacha, der nur an sich denkt. Bei den anderen finde ich, sticht niemand so wirklich heraus.
Helena und William haben ein interessantes Leben, weil William ihr doch immer wieder alles verzeiht, auch die ganzen Geheimnisse. Ist für mich eher unverständlich, weiß nicht, ob ich das könnte.
Die Geschichte hat mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen, ich finde, aber, man hätte doch die Geschichte etwas kürzer schreiben können, weil es sind für mich soviele Personen und jeder hat ein Problem und irgendwie fand ich es zum Teil recht langatmig.
Der Schreibstil der Autorin finde ich gut, weil sie, ich würde sagen, sehr malerisch schreibt und hier wirklich alles genau beschrieben wird. Ich bin aber gut in die Geschichte reingekommen.

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Rezensionen von Ann-Mary:

Eine nette Geschichte die mich leider erst zum Ende berühren konnte

Zwei für immer von Jones Andy

Ivy und Fisher, beide beim Fernsehen, lernen sich auf der Arbeit kennen und verlieben sich ineinander. Für Fisher ist von Anfang an klar dass Ivy die Frau ist mit der er alt werden möche.
Die beiden verbringen jede freie Minute miteinander und genießen wunderschöne erste Wochen des verliebtseins.

.. bis zu dem Tag als Ivy erfährt dass sie ein Kind erwartet.
Von diesem Moment an ändert sich alles.
Zwei Menschen, die gerade erst zueinander gefunden haben werden plötzlich Eltern und anstatt sich auf die Schwangerschaft zu konzentrieren müssen die beiden sich erst einmal selbst richtig kennenlernen.
Als wäre diese neuen, aufregenden und ausergewöhnlichen Situation nicht schon genug läuft das ganz normale Leben weiter...
Ein Leben in dem sich Fisher neben der täglichen Arbeit auch noch um seinen todkranken besten Freund El kümmern muss...

Mein Fazit:
Durch den angenehmen Schreibstil des Autors konnte ich schnell in die Geschichte finden.
Die Story wird aus Fishers Sicht erzählt, was ich als sehr angenehm empfand und ihn mir sehr sympathisch machte.
Bei Ivy war leider das Gegenteil der Fall. Sie machte auf mich sehr lange den Eindruck der unnahbaren Einzelkämpferin.
Dieser Eindruck änderte sich erst relativ spät in der Geschichte.
Die Beziehung der beiden war ein ständiges Auf und Ab und oftmals konnte ich die Verhaltensweisen der beiden nicht wirklich nachvollziehen...
Das Buch plätschert ziemlich lange vor sich hin und nimmt erst gegen Mitte/ Ende an Fahrt auf.
Mir war die Geschichte bis zum letzten Abschnitt zu seicht und oberflächlich und konnte mich nicht wirklich mitreißen.
Erst dieser letzte Leseabschnitt konnte mich wirklich überzeugen. In meinen Augen war dieser der Beste und emotionalste Abschnitt der mich wirklich berührt hat.

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Rezensionen von Sabine Becker:

Lustige Geschichte für alle BrillenträgerInnen

Der Brillenbaum von Robert Möderndorfer

?Der Brillenbaum? ist eine sehr süße Geschichte von einem Kind, das seine Brille vergrub. Der Autor Robert Möderndorfer überzeugt mit kurzen, einfachen Sätzen. Die Seiten sind also nicht überfüllt mit Text, vielmehr stechen einem die wunderbaren Illustrationen von Karoline Neubauer ins Auge. Gebastelte Figürchen und Dinge aus Karton, die so aussehen als hätten sie Kinder ausgeschnitten und angemalt, wurden abfotografiert.

Der Romulus-Candea-Preis 2013 hat dieses besondere Buch jedenfalls verdient. Die Geschichte selbst hätte ich mir als Kind, das aufgrund einer Brille gehänselt wurde, damals schon gewünscht! Sie zeigt auf, wie viele Arten von Brillen es gibt, die jeder von uns bereits einmal getragen oder benützt hat, wie eine Sonnenbrille, eine Taucherbrille oder eine Klobrille. Am Ende ist die Hauptfigur dann froh, selbst eine Brille zu tragen, da die Tatsache, dass ein kurzsichtiger Bauer, seinen Baum zerstört, beweist, dass sie manchmal ganz nützlich sein kann. Ein Plädoyer für mehr Einzigartigkeit und Akzeptanz!

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Rezensionen von Gudrun67:

Das Buch macht deutlich, dass es immer zwei Seiten gibt, die es zu ergründen lohnt

Die Prinzessin von Arborio von Bettina Balàka

Die Autorin hat es mit ihrem Schreibstil geschafft, wie die Protagonistin Elisabetta Zorzi im Buch ihr Umfeld, mich in ihren Bann zu ziehen.



Die Schilderung der Charaktere ist herzergreifend und nah und lässt die tiefen Emotionen, die sich in den vielfältigsten Situationen darstellen, voll und ganz miterleben.

Die Darstellungen der unterschiedlichen Verhaltensweisen und deren mögliche Entstehung wie auch die Wesenszüge und deren Entwicklung sind detailreich und äusserst nachvollziehbar.



Partnerkonstellationen und oft typisches Verhalten sind wie aus dem Leben gegriffen und machen dem Leser somit einiges klar und logisch.



Das Buch handelt von Elisabetta Zorzi und deren Lebenswandel, gerade in Bezug auf Ihr Seelenleben und ihrer geheimsten Wünsche, die sie sich gerade von ihren jeweiligen Partnern erhofft, erfüllt zu bekommen.

Das dies nicht immer so der Fall ist und wie sie sich als Frau verbiegt, wird hier sehr deutlich. Dies alles heißt es für den Kriminalpsychologen Arnold Körber zu ergründen, der schon längst im Bann der Zorzi steht.



Mein Fazit: Das Buch macht deutlich, dass es immer zwei Seiten gibt, die es zu ergründen lohnt

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Rezensionen von yesterday:

Das ?Kind im Manne?, das er nicht loswurde

Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte von Emily Walton

Dieser Roman macht Lust auf einen Urlaub in Südfrankreich. Auch wenn wir heute keine Vorteile mehr durch Geldwechsel genießen können, wie F. Scott und Zelda Fitzgerald in den 1920er Jahren und sich die meisten wohl keine Villa leisten können, nicht zu damaligen und ganz sicher nicht mehr zu aktuellen Preisen.

Dennoch beschreibt die Autorin das Lebensgefühl, das die Amerikaner damals in Europa erfasst hat, sehr authentisch und braucht dafür nicht übertrieben viele Worte oder allzu blumige Beschreibungen. Man hat das Gefühl, der Erzähl- und Schreibstil orientiert sich auch ein wenig an den Launen des Herrn Fitzgerald. Ist er glücklich, liest sich der Text anders, als zu den Zeiten, wo er dem Alkohol zuspricht, nicht mehr an seinem Roman arbeitet und mit seiner Aufmerksamkeit heischenden Art sogar bei seinen engsten Freunden aneckt. Und obwohl der Roman, wie im Titel angedeutet, wirklich nur einen Sommer umschreibt und ein wenig Erklärungen zu den Jahren davor und danach, hat man das Gefühl, Scott und die anderen Hauptpersonen schon viel länger zu kennen.
Schonungslos erlebt der Leser, wie aus dem zufriedenen, selbstbewussten Schriftsteller ein unglückliches, verzogenes Kind wird, das, je älter es wird, umso streitbarer und für sein Umfeld unangenehmer wird. Scott kann sein ?Kind im Manne? nie ablegen und auch nicht mehr beherrschen. Emily Walton zeichnet ein eindringliches Psychogramm dieser speziellen Persönlichkeit, der letztlich auch daran zerbricht, als er wieder zurück in seine Heimat muss und dort aufgrund seiner Popularität nicht mehr ganz so unbehelligt tun und lassen kann, was er will.

Durch die umfangreiche Recherche und Beschäftigung mit den französischen Schauplätzen ist dieses Buch sowohl für diejenigen interessant, die Werke oder deren Verfilmungen von Fitzgerald kennen, aber auch für jene, die gerne einmal einen so ganz anderen Roman lesen und sich in die Zeit versetzen lassen möchten, als die Region um Cannes und Nizza noch relativ unbekannt war.

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Rezensionen von yesterday:

Eine Hommage an Mut und Unerschütterlichkeit

Eins von Crossan Sarah

Dieser Roman ist so unvergleichlich wie seine beiden Protagonistinnen. Alles darin ist fiktiv, aber die Autorin wirkt dabei wie die Reporterin im Buch, sie begleitet die beiden Schwestern Tippi und Grace einige Monate bei allem, was sie tun. Und weil Sarah Crossan das tut, können wir als Leser es auch.

Tippi und Grace sind aber nicht nur Schwestern, sie sind auch die jeweils andere. Siamesische Zwillinge und doch eigenständige Personen, die ganz unterschiedlich sein können, sich aber um nichts in der Welt trennen lassen würden und die jeweils beste Freundin der anderen sind.
Sie haben das Gefühl, das sein zu müssen, denn von allen anderen werden sie immer wieder ungläubig angegafft. Damit können sie sich aber arrangieren, wie mit allem in ihrem gemeinsamen Leben. Umso erstaunter sind die beiden, als sie an der Schule zwei Freunde finden, die sie ansehen als wären sie beide eigenständig und nie Vorurteile haben oder die üblichen Fragen stellen.

Zusätzlich besonders macht dieses Buch die Art, wie der Text präsentiert wird. Es braucht gar nicht viel Text, die Seiten sind nicht von oben bis unten voll, nicht jede Seite ist bedruckt. Grace erzählt aus ihrer Sicht und nur das, was sie möchte. Kurze Dialoge, Gedanken, Beobachtungen, auf die Seiten gestreut. Auch das macht die Geschichte so unmittelbar und echt. Ab und an sind die Zeilen so verschoben wie die Gedanken des Teenagers, der sie ist.

?EINS? ist ein wundervolles Portrait, eine Hommage an den Mut und die Unerschütterlichkeit mit der siamesische Zwillinge offensichtlich geboren werden. Die Autorin lässt erkennen, wie viel sie, ihren veränderten Äußerlichkeiten zum Trotz, ihren Mitmenschen voraushaben. Tippi, Grace und Crossan bringen jeden Leser dazu, nachzudenken, über sich selbst, die Eigenständigkeit, die man so einfach hinnimmt. Dinge, die gegeben sind, vermisst man erst, wenn man sie nicht mehr hat. Doch den Fakt, ein Individuum zu sein, kann man nicht so einfach abgeben, er wird immer da sein. Nicht so bei siamesischen Zwillingen, wo lange Operationen zur Trennung immer wieder versucht werden. Wer überlebt, kennt beide Seiten: eins sein und eins sein

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Rezensionen von susanne.pichler@gmx.at:

Eine kaukasische Winternacht

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler

Rund um das Jahr 1902 kommt der kleine Andreas Egger in ein abgelegenes Tal. Er ist ca. 4 Jahre alt, seine Mutter ist gerade verstorben und mehr oder weniger widerwillig nimmt ihn ein Schwager der Verstorbenen bei sich auf. Er wird allerdings nicht als Familienmitglied aufgenommen, sondern als billige Arbeitskraft.

Sein junges Leben ist geprägt von harter Arbeit und schweren Schlägen.
Andreas ist introvertiert und betrachtet das gesamte Leben um ihn mit einem gewissen ungläubigen Staunen. Klar ist für ihn, dass er sein Leben nicht als Bauer verbringen möchte, mit dem Blick auf den Boden der Felder gerichtet. Er möchte einen freien Blick zum Himmel. Er verdingt sich als Hilfsknecht, bis ein Bautrupp die Ruhe des Tales unterbricht. Dieser Trupp bringt nicht nur die Elektrizität ins Tal, sondern beginnt auch mit dem Bau der ersten Seilbahnen. Andreas, mit seiner Trittsicherheit auf jedem Berg, ist ein gern gesehener Arbeiter. In dieser Zeit lernt er auch seine große Liebe Marie kennen. Fast scheint es so, dass der stille, einfache Andreas Egger auch seinen Anteil am Glück gefunden hat. Doch das Leben hält noch weitere Prüfungen für ihn bereit.
Er wird zum Kriegsdienst verpflichtet, ohne zu wissen wer Hitler ist oder wo Russland liegt. Wofür oder warum er kämpfen soll, weiß er nicht. Jahre verbringt er als Kriegsgefangener in Russland.
Wieder zurück in seinem Tal verdingt er sich als Bergführer für die ersten Vertreter der Gattung "Touristen". Er lebt alleine, in sich ruhend.

Mit der Figur des Andreas Egger hat Robert Seethaler einen ganz besonderen Charakter erschaffen. Man könnte ihn als simpel, ungebildet, arm und als Spinner beschreiben, oder aber auch als schlicht, bescheiden, reich und als Individualisten. Er hat zwar kaum eine nennenswerte Schulbildung, ist aber lebensklug und sich seiner selbst bewusst, stets untermalt von einer gewissen Schüchternheit. Fast sein ganzes Leben ist von großer Einsamkeit geprägt, doch weder verbittert er, noch beklagt er sein Leben. Er akzeptiert es wie es ist. Mehrmals habe ich mich gefragt, wie oft man an einem alten Menschen wie Andreas Egger vorbeigeht, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Geschichte derjenige mit sich trägt.
Das Buch an sich hätte gerne noch länger sein dürfen.

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