Kunden em pfehlungen
Rezensionen von heinoko:
Erschreckend, bizarr, Spannung pur
Der Näher von Löffler Rainer
Was für ein Buch! Was für eine Spannung! Was für Grausamkeiten! Was für bizarre Ideen! Unfassbar!
Der Fallanalytiker Martin Abel aus Stuttgart sollte eigentlich nach seinem letzten gefährlichen Fall eine etwas ruhigere Kugel schieben, bis er wegen Personalmangel in Gummersbach zur Unterstützung der dortigen Polizei bei neuen Ermittlungen um Hilfe gebeten wird.
Zwei Frauen sind verschwunden. Eine tote Frau mit einem gerade geborenen toten Baby wird einbetoniert aufgefunden. Nachdem der Chef der Gummersbacher Polizei alles andere als kooperativ ist, fühlt sich Abel dazu berufen, mehr und mehr im Alleingang in den Fall einzutauchen. Und auf was er da stößt, entwickelt sich von Buchseite zu Buchseite mehr und mehr zu einem einzigen Albtraum.
Der Autor schafft es, in einer unglaublich intensiven Weise die Innenwelt eines Psychopathen zu schildern. Basierend auf einem sehr, sehr seltenen medizinischen Phänomen (es gibt entsprechende Fachliteratur dazu) entwickelt Rainer Löffler eine unfassbar spannende Story rund um eine schaurige psychische Fehlentwicklung. Genau die Tatsache, dass die Grundlage der Story nicht allein einer kruden Autorenphantasie entsprungen ist, macht das Buch noch intensiver. Für zart besaitete Leser ist dieses Buch nichts, aber es ist ein Muss für alle, die Lesegenuss mit atemloser Spannung verbinden.
Rezensionen von Ela_Ela:
Leider nicht so wie erwartet ; /
Winterzauber in New York von Julia K. Stein
Das ganze Semester über hat sich Hannah auf diesen Moment gefreut: Endlich kann sie das amerikanische College verlassen und mit ihrer Familie in Deutschland Weihnachten feiern. Doch ausgerechnet am 23. Dezember werden in New York wegen eines Schneesturms alle Flüge gestrichen und Hannah sitzt fest ? in der angeblich aufregendsten Stadt der Welt, aber leider ohne Geld und ohne Bleibe.
Zu allem Übel trifft sie dort auf Kyle, den schlimmsten Womanizer des ganzen Colleges, der das gleiche Problem hat wie sie. Während der Schnee die Stadt allmählich in einen Eispalast verwandelt, wird ihnen klar, dass sie die nächsten Stunden gemeinsam verbringen müssen. Doch so wenig die beiden miteinander anfangen können, so sehr sind sie sich in einer Sache einig: Weihnachten muss gefeiert werden, egal wo man ist?
Ich musste mir dieses E-Book runterladen, weil es natürlich wieder um New York geht. Außerdem ist das Cover einfach nur himmlisch.
Am Anfang der Geschichte habe ich noch relativ leicht hineingefunden doch im Mittelteil bin ich dann fast ausgestiegen und habe dann für längere Zeit zum Lesen aufgehört, deswegen schreib ich auch erst jetzt eine Rezension. Ich mochte die Charaktere eigentlich, aber irgendwie war das nichts für mich. Es hat mich aber trotzdem gefreut wieder über New York zu lesen, auch wenn es dieses Mal etwas verschneit war. : )
Fazit: Ich habe mir mehr erhofft von diesem Buch und vergebe leider nur 3,5 Sterne.
Rezensionen von TheUjulala:
Düstere Vision, packend mit Tiefgründigkeit und authentischen Emotionen und Protagonisten.
Winterzauber in New York von Julia K. Stein
Nach dem ich die Zeitrausch-Trilogie von Kim Kestner vor einiger Zeit begeistert gelesen habe, war ich um so glücklicher, dass ich bei der Leserunde zu ihrer neuen Dystopie auf Lovelybooks aus dem Lostopf gezogen wurde! Leider war ich ja schon mit Alea Aquarius ziemlich in Verzug, deswegen bin ich ziemlich spät eingestiegen.
Aber trotzdem tauschen sich Kim Kestner und ich uns noch sehr nett in der Runde aus!
Das Cover:
Eigentlich bin ich ja etwas skeptisch bei Gesichtern auf Covern. Die Person schaut einen auch sehr direkt und klar in die Augen. Der Blick ist eher emotionslos und könnte auch ein hübsches Jungengesicht sein. Das Gesicht rahmt beim ersten Hingucken eine Art Kranz. Zuerst hatte ich eine Harlekins-Halskrause vor Augen. Das ist ein bisschen unglücklich. Aber wenn man genauer hinschaut, besteht diese Umrahmung aus Glassplitter.
Buchlayout (eBook):
Die einzelnen Kapitel sind in einer sehr angenehmen Länge gehalten. Sobald die Handlung die Ebene wechselt, wird eine Zwischenseite eingefügt und zeigt dem Leser noch mal visuell den Wechsel. Das finde ich sehr gut, so konnte ich mich gleich darauf einstellen.
Die Handlung:
Rechtzeitig zur Kirschblüte erlaubt der Kaiser einer gewissen Auswahl an jungen Frauen und Männern der Unterschicht ihre Ebenen zu verlassen und an die Erdoberfläche zur Oberschicht zu kommen. Dafür müssen sich die auserwählten "Blüten? in drei Prüfungen beweisen, um vollkommen genug für die Privilegierten zu sein. Denn die gekränkte Göttin Amaterasu möchte nicht mit unvollkommenen Nachkommen ihres Bruder Susanoos beleidigt werden. Juri ist nicht hübsch, eher androgyn und hat als Mädchen keine Chancen. Also geht sie ein großes Wagnis ein und mogelt sich als Junge zu den Probanden. Und plötzlich wird der Prinz, der Sohn des Kaisers, auf sie aufmerksam und gefährdet damit Juris Tarnung.
Idee / Plot:
Eine sehr interessante und in sich stimmige Idee. Und leider gar nicht so einfach zu erklären, ohne zu spoilern! Kim Kestner hat sich an der japanischen Sagen und Legendenkultur orientiert und dies auf die Zukunft übertragen. Die Dystopie ist sehr düster aber für mich realistisch: wie die klassische Gesellschaftspyramide. In 6 Ebenen unter der Erde leben die Menschen in ihrer Schicht und jede hat ihre Aufgabe. Am untersten Ende die letzte Unterschicht, die Höhle mit den meisten Bewohnern. Die oberste Ebene, die Oberfläche natürlich nur eine Handvoll privilegierte Oberschicht. Jede Ebene ist getrennt voneinander, und nur auserwählten Gardisten ist es erlaubt die Ebenen zu wechseln - sonst wäre die Gefahr einer Rebellion zu groß. Und dabei floriert der Schmuggel und die mafiösen Machenschaften zwischen den Ebenen enorm. Viele weitere Themen sind der Spiegel unserer heutigen Gesellschaft und auf diesen Raum der fiktiven Welt zugeschnitten: Intoleranz, Religion, Machtbesessenheit von Oligarchen und deren Gesellschaftlügen?
Handlungsaufbau / Spannungsbogen:
Man wird direkt in das Geschehen hineingeworfen. Schnell wird dem Leser klar, in welch erdrückenden und düsteren Welt Juri leben muss. Viele geschickt eingebaute Rückblicke geben einem einen Eindruck von ihrem früheren Leben und ihrer Entwicklung zu der Einzelkämpferin. Die Spannung wird auch stetig und geschickt aufgebaut. Die Aufgaben der ?Blüten? werden immer krasser und spannender. Ab dem 2. Drittel des Buches beginnen immer mehr Wendungen die ganze Dramatik auf die Spitze zu treiben, bis es dann in einem enormen Showdown endet. Trotzdem wechseln sich ruhige, emotionale Momente mit aufregenden Szenen ab, die aber für den Handlungsstrang wichtig und absolut passend sind. Das Ende rundet die ganze Geschichte wieder ab und lässt mich sehr zufrieden zurück. Keine Fragen blieben unbeantwortet und ich kann diese Geschichte glücklich aber auch nachdenklich abschließen.
Szenerie / Setting:
Die Autorin hat die Szenen sehr bildreich beschrieben, mir aber genug Platz für meine Phantasie gegeben. Die erste Ebene scheint aus allen Nähten zu platzen und alle sind sich selbst der nächste kommt bei mir sehr gut an! Ich habe den ?metallischen Wurm? direkt vor meinen Augen, wie ich auch die erdrückende Stimmung auffangen kann. Es ist bedrückend und beklemmend, nicht nur eine Höhle, sondern auch eine Hölle. Trotzdem kann man von Ebene zu Ebene die Änderungen nachvollziehen und mitspüren. Um so höher die Ebene, um so mehr Platz ist vorhanden, und um so befreiter wirken die dort lebenden Menschen.
Emotionen / Protagonisten:
Schon als kleines Mädchen musste Juri lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Der Vater verstorben, von der Mutter verstoßen, muss sie sich um ihr eigenes Überleben in ihrer Höhle, der 1. Ebene, kümmern. Ich finde sie unheimlich toll! Sie ist nicht die typische Heldin, die sich vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan wandelt. Sondern sie bleibt im Verlaufe der Geschichte immer authentisch und ehrlich. Sie geht sehr umsichtig mit ihrer Umwelt um. Was mich sehr berührt hat, ist, wie sie mit den Toten umgeht. Ihre Essensmarken verdient sie in der Leichenverbrennung. Sie muss die Toten vom Schacht der oberen Ebenen in die Brennkammern geben. Jeden Leichnam nimmt sie ehrfurchtsvoll in Empfang und opfert für ihn eine Handvoll Reis auf ihrem kleinen Altar. Aber sie ist eine Einzelkämpferin, die durch ihr frühes Schicksal keine Emotionen an sich heran lassen möchte. Aus Angst davor wieder verraten und verletzt zu werden.
Prinz Haruto ist zunächst sehr undurchsichtig und wirkt ziemlich arrogant und dekadent. Aber er scheint irgendein Interesse an Juri zu besitzen. Ich finde ihn als Figur sehr überraschend und auch irgendwie attraktiv. Er beginnt zu begreifen, dass die Wahrheit nicht überall gleich ist und verlangt von Juri ehrlich zu ihm zu sein.
Als nähere Begleiter gibt es vor allem Dom zu erwähnen. Er ist der liebenswerte Kumpel, der eine besondere Beziehung zu ihr aufbaut. Anfangs wehrt sie sich sehr dagegen, aber sie begreift, dass sie in Dom einen wertvollen Partner hat. Rebecca ist die abgedrehte Nudel, die aber trotzdem einen sehr wichtigen Stellenwert in Juris Leben innehält. Das wird sich Juri im Laufe der Zeit auch eingestehen.
Sprache / Schreibstil:
Kim Kestner hat einen sehr eingängigen und authentischen Sprachstil. Ohne Schnörkel aber direkt und ehrlich. Mir gefällt es sehr gut! Sie hat auch nicht zu viele japanische Fachbegriffe verwendet und das Buch lässt sich super schnell und flüssig lesen.
Meine Meinung:
Die Idee von getrennt Gesellschaftsschichten als Dystopie ist nicht neu. Und zugegeben kenne ich nicht sooo viele Dystopien. Aber diese Idee ist wirklich krass und die Geschichte ist aufreibend. Sie behandelt auch viele gesellschaftliche Themen als Spiegel für uns heute. Und so finde ich, muss es sein! Juri ist emotional und berührend und vor allem authentisch in ihrem Handeln. Besonders beeindruckt hat es mich auch, dass die ganze Fiktion zwar grausam und barbarisch, aber nicht blutrünstig ist.
"Man glaubt wohl immer nur das, was man gesagt bekommt, solange man es nicht mit eigenen Augen sieht.? Pos. 2469 (eBook, individuelles Leseexemplar von DIGI:TALES, Arena Verlag GmbH Würzburg)
Die japanische Legende der Amaterasu und Susanoos ist geschickt als übergreifende Thematik aufgebaut und ist ein ganz wichtiges Element in der Gesellschaft. Glaube und Religion. Aber was ist Wahrheit und was Glaube. Was ist Lüge? Nach welcher Wahrheit und welchem Glauben will man leben, bzw. welche Wahrheit will man hören?
Auch die kleinen emotionalen Stellen haben es mir sehr angetan. Das zeigt auch, dass eine Dystopie nicht immer martialisch und oberflächlich sein muss, sondern kann auch ihre ganz feinen Momente haben! Ganz großartig!
Auch wenn man in der ersten Hälfte als geübter Leser vermutet, dass nichts so ist, wie es scheint (und das Ende vielleicht für den ein oder anderen vorhersehbar war) fand ich die Plottwists trotzdem genial umgesetzt. Mir gefällt mehr die Glaubwürdigkeit und die gesellschaftliche Kritik, die dahinter steckt. Die Vorhersehbarkeit ist für mich nicht schlimm.
Fazit:
Ich bin von der Geschichte sehr begeistert. Eine fesselnde Dystopie mit Tiefgang und authentischen Protagonisten in einem stimmigen Setting mit Liebe, Freundschaft, Glaube und Macht.
Rezensionen von LadyIceTea:
Schuster, bleib bei deinen Leisten
For 100 Days - Täuschung von Adrian Lara
Avery Ross ist eine selbstbewusste, starke Frau. Sie steht seit ihrem sechzehnten Lebensjahr auf eigenen Beinen und schlägt sich so grade mit ihrem Kellnerjob. Eigentlich ist sie Künstlerin, doch mit ihren Bildern will es nicht so ganz klappen. Weil das alles noch nicht schwierig genug ist, muss sie aus ihrer Wohnung raus.
Doch im letzten Moment bekommt sie das rettende Angebot. Vier Monate Housesitting in einem Luxusapartment. Genau dort lernt sie den Milliardär Dominic Baine kennen. Er scheint ihr auf den Grund der Seele zu blicken und plötzlich wird ein ungeahntes Verlangen in ihr wach. Doch auch Nick fühlt sich zu ihr hingezogen. Wird Avery sich trotz ihrer schweren Vergangenheit auf ihn einlassen können?
Ich sage es direkt: Ich bin wirklich enttäuscht. Die Geschichte klang für mich sehr interessant und hatte viel Potential für Spannung und Erotik. Letzteres wurde ausreichend erfüllt, der Rest war eher lasch.
Vielleicht kann man das Rad auch einfach nicht mehr neu erfinden.
For 100 Days ist für mich eine Mischung aus Fifty Shades of Grey und der Hard-Reihe. Nick Baine ist eine ziemlich genaue Mischung aus den beiden Hauptfiguren der Reihen. Man könnte fast meinen, die Autorin hat vorher genau diese Bücher gelesen, um sich inspirieren zu lassen.
Und auch Avery hat im Laufe der Geschichte viel ihres Charakters verloren. War sie zu Beginn noch stark und selbstständig, wurde sie nach und nach zu einem hörigen Schoßhund. Es ging viel um Vertrauen. Doch eigentlich nur darum, dass sie sich ihm unterwirft. Nicht im Sinne von Fifty Shades aber doch sehr nach seiner Pfeife tanzend. Das war schade. Ich fand ihren starken Charakter sehr viel ansprechender.
Die Erotik wurde in diesem Buch auf eine sehr stilvolle und schöne Art und Weise beschrieben. Die Szenen waren lang aber nicht zu lang. Leider ist die Autorin hier aber nicht um einige Wiederholungen drum herumgekommen. Schade.
Die ganze Geschichte versucht sich um ein Geheimnis herum aufzubauen. Sie versucht die Erwartungen zu schüren, so dass der Leser auf den großen Knall wartet. Als dieser letztendlich kam, entpuppte er sich als leise Verpuffung. Ich habe eine wirklich unglaubliche Enthüllung oder einen weltzerüttenden Streit erwartet und habe nichts dergleichen bekommen. Der große Knall, das Ende dieses Buchs war für mich ebenso eine Enttäuschung und keine wirkliche Überraschung.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der vermuten lässt wie es im zweiten Teil weitergeht. Denn einen ziemlich ähnlichen Cliffhanger kennt man auch schon aus anderen Reihen. Er mag bei einigen Lesern seinen Zweck erfüllen und sie auf das zweite Buch neugierig machen, bei mir klappt es nicht. Ich werde wohl nie herausfinden, ob Nick und Avery eine wirkliche Zukunft haben.
Nette Idee, schöne Erotikszenen, toller Schreibstil aber sehr langweilige und altbekannte Umsetzung. Ich finde, Lara Adrian sollte bei ihren Fantasybüchern bleiben, denn das kann sie.
Rezensionen von AngiF:
Ängste
Fuchsteufelsstill von Finnik Niah
Die junge Juli erhält zwei Monate nach einem Selbstmordversuch endlich einen Therapieplatz auf der Tagesstation einer Psychiatrischen Klinik. Juli leidet an einer autistischen Störung und einer generellen Angststörung. Sie hat ihren Tagesablauf minutiös geplant, kommt es zu einer Abweichung des Plans und sei es nur für eine kurze Zeit, verfällt sie in ihre Angstzustände.
Trotzdem ist Juli fest entschlossen, die Therapie anzunehmen, auch wenn ihr in der Klinik alles Angst bereitet: die neuen Menschen, das Sprechen vor einer Gruppe oder sich dem Therapeuten zu öffnen und Privates von sich preis zu geben. Sophie, die an einer bipolaren Störung leidet und Philipp, der schizophren ist, können eine Beziehung zu Juli aufbauen. Als es zu einem Vorkommnis in der Klinik kommt, beschließen die Drei an einem Freitag, mitten in den vormittäglichen Therapiestunden, gemeinsam die Klinik zu verlassen. Sie werden das gesamte Wochenende miteinander verbringen und auf Menschen stoßen, die sich für ?normal? halten und teilweise sogar schlimme Vorurteile gegen psychisch kranke Menschen haben und bald kann man nicht mehr sagen, wer hier eigentlich der Erkrankte und wer der Gesunde ist.
Alles in allem habe ich als Leserin eine Geschichte geboten bekommen, die mal zu Tränen rührt, die schockiert, mal zum Lächeln verleitet, aber immer wachrüttelt. Die mich gefesselt hat, noch lange nicht loslassen wird, die mich zum Diskutieren anregt und die mich zunächst einmal tatsächlich sprachlos zurückgelassen hat. Niah Finnik hat ihre Geschichte bis ins Detail hervorragend ausgefeilt, wie z.B. den Brief der Mutter, den die Protagonistin Juli mit sich drei Monate herumgeschleppt hat oder die vielen anderen unverzichtbaren Stücke in Julis Handtasche. Die beschriebenen Strukturen der einzelnen Erkrankungen, wie sich sich tatsächlich auch in manchen Punkten gleichen und wo sie voneinander abweichen, zeugen von hervorragender Recherche und Sachkenntnis der Autorin, die selbst Asperger-Autistin ist. Die wunderbaren Charaktere sind brillant gezeichnet und glaubhaft. Ein einzigartig gelungenes Debüt der Autorin Niah Finnik, in schöner, ansprechender Sprache verfasst, in atemraubendem Tempo erzählt.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter, an Leser, die eine beeindruckende Geschichte auf höchstem Niveau mit lernfähigen sowie außerordentlichen Figuren genießen wollen. Niah Finnik hat sich mit ihrem Erstlingswerk als wunderbare Geschichtenerzählerin bewiesen, sehr gerne möchte ich mehr von ihr lesen.
Rezensionen von Krimine:
Ein rasanter und nervenaufreibender Thriller mit einem raubeinigen Ermittler
Ragdoll - Dein letzter Tag von Cole Daniel
Kaum ist Detective William Oliver Layton-Fawkes nach seiner Suspendierung in den Dienst zurückgekehrt, erhält er einen neuen Fall, der sehr heikel ist. Eine Flickenpuppe aus sechs menschlichen Leichenteilen wurde kunstvoll drapiert in einer Wohnung entdeckt, die genau gegenüber seiner derzeitigen Bleibe liegt.
Ein Zufall, der so nicht beabsichtigt war oder ein Zeichen des Mörders, der ein perfides Spiel mit ihm spielt? Noch bevor der Londoner Detective Vermutung anstellen kann, erhält seine Exfrau einen Brief, in dem eine Todesliste des Killers steckt, auf der ganz am Ende auch sein Name steht.
?Ragdoll? ist ein rasanter und nervenaufreibender Thriller mit einem raubeinigen Ermittler, der nicht viel von Vorschriften hält. Mit seinem aufbrausenden Temperament und dem Hang, aufkommende Probleme im Alleingang zu lösen, eckt er regelmäßig an, vor allem, wenn er sich wieder einmal körperlich an seinen Widersachern vergreift. Doch trotz seiner Unberechenbarkeit steht Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, hoch im Kurs, da er der beste Mordermittler ist, den die Londoner Polizei zu bieten hat. Diesmal allerdings beißt auch er sich die Zähne aus im Kampf gegen einen Mörder, der hochintelligent und gut vorbereitet ist.
Daniel Cole versteht es, seine Leser von der ersten Seite an zu packen. Ohne Vorgeplänkel oder irgendwelche Erklärungen abzugeben, katapultiert er sie in eine Kette von Ereignissen hinein, deren dramatischer Verlauf kaum Zeit zum Luft holen lässt. So lernen sie gleich zu Beginn den draufgängerischen Detective in einer actionreichen Szene kennen und merken schnell, dass er es ist, der das Tempo bestimmt. Aber nicht nur das. Auch seine Vorgehensweise legt er eigenmächtig fest und sorgt dafür, dass der Verlauf der Handlung unberechenbar wird. Wie auch der unbekannte Killer, der ebenfalls einen großen Anteil daran hat, dass die Spannung auf einem hohen Level bleibt und niemand vorhersehen kann, was als Nächstes geschieht.
Neben zwei so übermächtigen Charakteren hat kein weiterer mehr Platz, könnte man meinen, irrt allerdings. Denn Daniel Cole ist es gelungen, weitere starke Figuren in die chaotisch verlaufende Handlung einzubauen, die sich hier gut etablieren. Da gibt es zum einen Wolfs Kollegin Emily Baxter, die genau wie Wolf gravierende persönliche Probleme hat, sich aber an Gesetzlichkeiten hält, zum anderen lernt der Leser den ihr zugeordnete Assistenten Alex Edmunds kennen, der sich als ungemein vorausschauend und fleißig entpuppt und zuguterletzt spielt auch Wolfs Ex-Frau Andrea eine wichtige Rolle, die als Reporterin mitten in diesem Wahnsinn bestehen muss. Figuren, die überspitzt gezeichnet sind, dafür aber einen hohen Unterhaltungswert besitzen.
Fazit:
In ?Ragdoll? erlebt der Leser einen dramatischen Wettlauf gegen die Zeit, mit Figuren, die dicht am Limit und fernab jeglicher Legalität agieren, einem Killer, der brutal und genial in einem ist und einer Atmosphäre, die ausnehmend düster erscheint.
Rezensionen von Lagoona:
Welches Leben ist das Richtige?
Brausepulverherz von Leonie Lastella
Ich freue mich sehr wieder einmal ein so herzerfrischendes Buch gelesen zu haben.
Wenn ich einfach ein paar Stichwörter zum Buch in den Raum werfen dürfte, dann wären das:
Sommer, Sonne, Meer, Strand, Liebe, Italien
Es gibt zwei Schauplätze in Brausepulverherz, zum einen Hamburgim hohen Norden Deutschlands und auf der anderen Seite Finale, einem kleinen Örtchen in Italien, in dem gefühlt immer die Sonne scheint.
Wenn man sein ganzes Leben schon für die nächsten 10 Jahre verplant hat, weil alle Anderen es für richtig und für das Beste halten, dann kann es leicht passieren, dass das Schicksal einem einen kleinen Strich durch die Rechnung macht. So durfte es auch Jiara erleben, die ihre Semesterferien sehr gerne bei ihrem italienischem Kumpel Dario in Italien verbringt und ihm dort in der Trattoria ein wenig unter die Arme greift.
Jiaras Freund Jonas, zuhause in Hamburg, kann ihre Liebe zu Italien überhaupt nicht nachvollziehen und konzentriert sich lieber
auf seinen Job und sein Studium, und das, obwohl eigentlich Ferien sind. Umso länger Jiara in Italien ist, umso mehr merkt sie, dass das Leben dort eigentlich viel eher das ist, was sie vom Leben erwartet, was sie sich vorstellen kann, was sie glücklich macht. Doch soll sie den Plan Jonas zu heiraten und mit ihm alt zu werden einfach so aufgeben? Als Jiara dann auch noch Milo begegnet steht ihre Welt plötzlich Kopf.
Mein Fazit:
Dieses Buch ist einfach bezaubernd. Ich bin absolut begeistert und habe schon alleine nur vom Lesen sommerliche Gefühle im Bauch. Eine ganz wunderbare Liebesgeschichte, bei der ich richtig mitgefiebert habe. Lust auf Italien und auf Pasta kommen beim Lesen von ganz von alleine. Die Charaktäre sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich tatsächlich ein wenig traurig bin, dass ich das Buch schon ausgelesen habe.Wer also Lust auf eine herzerfrischende, sommerliche Geschichte mit einem aufregenden Urlaubsflirt hat, der wird mit "Brausepulverherz" schöne Lesestunden haben.
Ich gebe sehr sehr gerne 5 Sternchen
Rezensionen von cosmea:
Die Lebenden und die Toten
Der Freund der Toten von Kidd Jess
Jess Kidds Debütroman ?Der Freund der Toten? (?Himself?) spielt im fiktiven Ort Mulderrig in der Grafschaft Mayo im Westen der Republik Irland. Der Roman beginnt im Jahr 1950 mit dem grausamen Mord an einer jungen ledigen Mutter. Ihr Sohn Mahony alias Francis Sweeney fährt 26 Jahre später nach Mulderrig, um herauszufinden, was damals mit seiner Mutter Orla geschah.
Er kann nicht länger glauben, was man ihm im Heim in Dublin erzählt hat: dass seine Mutter eine Hure war, die kein Interesse an ihm hatte. Er hat einen Brief erhalten, der einen ganz anderen Hintergrund andeutet. Mahony ist ein sehr attraktiver, charmanter, aber sehr ungepflegt wirkender junger Mann, der mit seinem Charme jeden, vor allem Frauen, für sich einnimmt. Er ist jedoch keineswegs bei allen willkommen. Der Fremde soll die Vergangenheit ruhen lassen, vor allem keinen Mörder entlarven. In seiner Unterkunft Rathmore House findet er Verbündete: Shauna, die das Haus leitet, vor allem aber die exzentrische alte Schauspielerin Merle Cauley. Mrs Cauley bringt jedes Jahr im Gemeindesaal ein Stück zur Aufführung. Mahony soll die Hauptrolle in J.M Synges Playboy der westlichen Welt übernehmen. Beim Vorsprechen fragen sie die Dorfbewohner nach Orla und ihrem rätselhaften Verschwinden aus. Aber nicht nur die Lebenden liefern Informationen und Puzzleteilchen zu den damaligen Ereignissen. Auch die Toten sind eine wichtige Informationsquelle. Wie sich nämlich herausstellt, hat Mahoney von seiner Mutter übersinnliche Fähigkeiten geerbt und kann ? genauso wie Mrs Cauley ? die Toten sehen und sogar mit ihnen kommunizieren. Das ermordete Kind Ida führt ihn zu wichtigen Erkenntnissen und Orten. Für Mahony ist es ein langer und gefährlicher Weg.
Jess Kidds Roman ist ein merkwürdiger Genre-Mix aus Kriminalroman und magischem Realismus. Das ist eine problematische Mischung, die zwar sehr poetische und atmosphärisch dichte Beschreibungen erlaubt, aber auch die Spannung mindert, zumal der Leser auf der ersten Seite über den Mord informiert wird und den Täter lange vor dem Ende errät. Mich stört, dass auf nahezu jeder Seite etwas Paranormales passiert, dass die Toten ständig durch Wände und andere feste Hindernisse gleiten, dass es Invasionen von allen möglichen Tieren, z.B. Ratten, Spinnen, Fledermäusen, Maulwürfen, Dachsen usw. gibt, Unmengen von Ruß in die Häuser dringt, im Pfarrhaus plötzlich eine heilige Quelle sprudelt, schwere Stürme den Ort heimsuchen usw. Das ist des Guten zu viel und geht zu Lasten einer schlüssigen Handlung und von Sorgfalt bei der Charakterisierung. Es ist ein ungeheuer düsterer Roman mit vielen Toten bis hin zum Showdown, den auch der Protagonist nur knapp überlebt. Die detailliert beschriebene Brutalität gegenüber Mensch und Tier wäre unerträglich, gäbe es nicht auch viele Episoden von grotesker Komik. ?Der Freund der Toten? ist ganz unterhaltsam, aber für mich nicht frei von deutlichen Mängeln.
Rezensionen von yellowdog:
Berührende Geschichte
Der Freund der Toten von Kidd Jess
Kathryn Hughes, Autorin von Drei Worte Glück, verfügt über einen warmen Ton und gut zu lesenden Stil, der mich leicht an den von der amerikanischen Erfolgsautorin Judy Blume erinnert.
Doch Kathryn Hughes ist Britin, sie blendet realismus nicht aus und ihre Figuren sind normal und aus dem Alltag heraus gezeigt.
Vielleicht mag man sie deswegen umso mehr und es kommt einem vor, als würde man sie schon lange kennen.
Kathryn Hughes schreibt gut, aner , dass muss man auch sagen, etwas umständlich.
Beginnt es 1975 mit Mary, die gerade ihren Mann bei einem Unglück verliert, schwenkt die handlung dann zu Beth und ihrer Familie und dann zu einer ganzh anderen Gruppe von leuten. Man weiß nicht, was die mit der ursprünglichen Geschichte zu tun haben und es dauert bis Kapitel 19 bis Mary wieder auftaucht. dann wird es aber klar, warum der erzählerische Aufwand nötig war.
Es sind ziemlich viele Figuren, die meisten sind sympathsich.
Neben Mary gehören Babs und Servyn zu meinen Favoriten und den Figuren. Sie sind geschieden, aber empfinden doch noch etwas füreinander.
Weniger gelungen war die egoistsiche Trisha,da sie zu schematisch wirkt. Aber die meisten Figuren sind sehr gelungen.
Schließlich konzentriert sich die Handlung wieder auf den Fall des kleinen Jake, der dringend eine Nierenspende benötigt. Ein anrührende Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Rezensionen von buchina:
British Taste
Cherringham - Folge 1 & 2,6 Audio-CDs von Matthew Costello; Neil Richards
Auf diesen Cds sind die zwei ersten Teile einer Reihe über das britische Ermittlerpaar Sarah und Jack. Im ersten Teil treffen sie das erste Mal aufeinander. Sie, alleinerziehende Mutter in dem kleinen Städtchen Cherringham und Jack, der Ex New York Polizist, der seinen Ruhestand auf einem Hausboot genießen möchte.
Dann wird die Leiche von Sarahs Freundin gefunden. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus, aber Sarah will es nicht glauben. Und auch Jack der die Ermittlungsarbeit beobachtet hat, glaubt nicht an diese Theorie. Zusammen forschen sie weiter und stoßen auf immer mehr Geheimnisse des kleinen beschaulichen Ortes.
Im zweiten Teil hat sich das detektivisches Gespür von Sarah und Jack herumgesprochen und Sarah wird direkt für Nachforschungen von einem Bekannten engagiert. Auch diesmal scheint der Tod eines Menschen durch ein Unglück geschehen zu sein, aber es gibt Zweifel, die auch Sarah und Jack nicht zur Ruhe kommen lassen.
Es sind zwei kurze unterhaltsame Krimis. Für mich gerade richtig für zwischendurch, wenn man mal etwas Anderes hören möchte, als blutige Krimis und Thriller. Ich fühlte mich schnell in die englische Kleinstadt versetzt und bekam Appetit auf schwarzen Tee und Scones. Manchmal hätte ich mehr noch eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Fall gewünscht, mehr Hintergrundinformationen etc., aber das gibt die Länge des einzelnen Krimis nicht her. Es sind wirklich kurze Fälle, die unterhalten.
Die Sprecherin bei beiden ist Sabina Godec, die ihre Sache sehr gut macht. Sie fängt die lockere, leichte Stimmung der Krimis gut auf. Ihre Betonungen und Stimmänderungen sind nicht übertrieben.









