Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von manu63:

Wiedererkannt

Alltagswahnsinn ist eine Kurzgeschichte der Autorin Britta Meyer. Die Autorin wirft einen Blick ins Innenleben einer Protagonistin in verschiedenen Alltagssituationen. Die Gedanken und Handlungen sind etwas überspitzt dargestellt, aber vieles begegnet uns so im alltäglichen Wahnsinn des Lebens.

Auf amüsante Art wird dem Leser der Spiegel vorgehalten und einiges an den Aussagen kann ich genauso nachempfinden.

Sei des der Preis einer Ware, der tägliche Kampf mit den Kundenkarten oder die vielgepriesene teure Küchenmaschine der Autorin gelingt es auf humorige Art auf Alltagssituationen einzugehen und sie hat mich mit ihrem Stil gut unterhalten. Ein witzig-ironischer booksnack für eine Auszeit in der man mal lachen möchte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63

Rezensionen von manu63:

Tadelloser Auftritt

Adele feiert Begräbnis ist eine Kurzgeschichte geschrieben von der Autorin Daniela Noitz. In dieser Geschichte geht es um Adele die immer den perfekten Auftritt benötigt und als sie feststellt, dass sie keinen Einfluss auf ihren Auftritt hat wenn sie gestorben ist kommt sie auf die Idee an ihrem 50.

Geburtstag ihr Begräbnis zu feiern.

Was als makabere Idee beginnt endet unerwartet und gab der Geschichte einen perfekten Schlusspunkt. Der Schreibstil ist flüssig und die Dialoge und Gedanken passen sehr gut zur Geschichte. Die Charaktere werden nicht tiefer beschrieben, es ist ja auch eine Kurzgeschichte. Für mich ein perfekter kleiner Snack für eine kleine Pause, der mit einem Ende aufwartet das so nicht abzusehen war.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63

Rezensionen von EdVanSchleck:

Unstimmiger Religionsthriller

Handlung:
Tom Jennings ist ein sehr erfolgreicher Hirnforscher. Ein von ihm entwickeltes Verfahren ermöglicht es, vererbte Erinnerungen sichtbar zu machen und beschert ihm so jede Menge Erfolg. Doch ein ehemaliger Studienkollege, der auf dem gleichen Gebiet forscht wie Jennings beansprucht dessen Forschungsergebnisse für sich und so entsteht ein erbitterter Rechtsstreit.

Parallel dazu arbeitet Jennings an der Rückgewinnung der Erinnerungen von Pontius Pilatus, um das Geheimnis um das Antlitz Jesus Christus zu lüften. Ohne es zu ahnen, stößt der eifrige Hirnforscher somit in ein Wespennest und ruft eine Organisation auf den Plan, der jedes Mittel recht ist, um das Geheimnis rund um Jesus zu schützen.

Persönliche Meinung:
Die Handlung beginnt unmittelbar mit einer spannenden Situation, doch schon kurz darauf bricht der Spannungsbogen wieder ein. Bis zum ersten Drittel des Buches steht hauptsächlich der entbrannte Rechtsstreit zwischen Jennigs und seinem ehemaligen Studienkollegen im Fokus. Diesen Teil empfand ich als anstrengend und von Spannung fehlte jede Spur. Der Streit an und für sich ärgerte mich mehr, als dass er mich auf das Buch fixieren würde. Nach diesem Einstieg nimmt die Handlung jedoch wieder rasch an Fahrt auf. Dies wird durch viele neu auftretende Personen und Organisationen hervorgerufen. Bis zum Ende des Buches wird diese Vorgehensweise weiter beibehalten. Immer wieder werden der Handlung neue Personen hinzugefügt und auch wieder entnommen um das Geschehen weiter voran zu treiben und die Spannung aufrechtzuerhalten. Meiner Meinung nach war es doch etwas zu viel des Guten, vor allem da unterschiedliche Personen und auch eine doch sehr mächtige Organisation nur einen einzigen Auftritt haben, danach aber nie wieder in der Handlung berücksichtigt werden.

Was ich sehr irritierend fand, ist, dass Jennings sich keine Hilfe holte, sondern alles auf eigene Faust regeln wollte, obwohl er sich des Öfteren in Situationen wiederfindet, in denen er ohne Unterstützung aufgeschmissen ist.

Ebenfalls erwähnenswert ist die ausführliche Recherche, die diesem Werk vorangeht. An verschiedenen Stellen sind immer wieder Fußnoten eingefügt, die auf ein Quellenverzeichnis am Ende des Buches verweisen. Einige der gegebenen Informationen sind doch recht interessant.

Fazit:
„Das Jesus-Experiment“ ist ein durchwachsener Thriller. Der Anfang wirkt etwas zäh, allerdings wird in diesem Teil die Persönlichkeit des Protagonisten weiter aufgezeigt. Danach ist die Handlung gespickt mit immer neuen Personen und unerwarteten Wendungen, welche die Handlung zwar weiter vorantreiben, aber nicht immer nahtlos in das Geschehen passen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von EdVanSchleck

Rezensionen von Pink Anemone:

Spannender Krimi mit Thrillerelementen, rasantem Plot und hochaktueller Thematik.

In eisiger Nacht von Parsons Tony

"Als Erstes nahmen sie ihr den Pass ab. Der Mann sprang von der Ladefläche des Lastwagens und schnippte mit den Fingern in ihre Richtung. 'klickklack'. Ein trockenes, forderndes Geräusch" (S. 9 - Anfang)


❆❆❆

Dies ist der 4. Teil der britischen Krimi-Reihe rund um Detective Max Wolfe.

Für mich war es der erste Tony Parsons-Krimi überhaupt und daher hatte ich keinerlei Vorkenntnisse bezüglich der vorherigen 3 Teile. Diese benötigt man meiner Meinung auch nicht.
Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten in den Krimi hinein zu finden. Das liegt daran, dass der Autor immer wieder Informationen bezüglich der vergangenen Geschehnisse einfließen lässt. Dies jedoch keineswegs ausschweifend, sondern sehr gut in die Handlung integriert. Immer nur so viel, wie man für den aktuellen Fall benötigt, um der Handlung folgen zu können und gewisse Reaktionen und auch Handlungen der Protagonisten selbst zu verstehen.
Bezüglich der Privatsituationen der Charaktere, allen voran des Hauptprotagonisten Max Wolfe, wird hierbei aber auch gleichzeitig die Neugierde des Lesers geweckt, die mich persönlich dazu anregt mir auch die vorherigen Teile zu zulegen.

Dies ist jedoch nicht der einzige Grund. Es liegt vor allem am flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil des Autors. Der Plot ist fesselnd und die Thematik dieses Krimis hochaktuell - Flüchtlinge, Schlepper, Flüchtlingscamps und Menschenhandel. Dies wird hier aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, sowohl von der polizeilichen, als auch von Flüchtlingen und Schleppern selbst. Hier gibt es kein bloßes schwarz-weiß oder gut-böse Schema.

Der Autor schafft es zudem die entsprechende Atmosphäre an den Leser zu transportieren, ob nun spannungsgeladen oder bedrückend.
Ab dem ersten Drittel nimmt der Krimi dann auch gehörig an Fahrt zu. Es wird spannender, aber auch brutaler und bedrückender, was natürlich auch an der Thematik selbst liegt.
Dieser Krimi hält so viele Emotionen bereit, sodass einem schwindelig werden könnte und doch muss man immer weiter lesen.

Manchmal hätte ich mir jedoch bei gewissen Details und Handlungen mehr Tiefgang gewünscht. Manches wird einfach viel zu schnell abgehandelt oder gar nur am Rande erwähnt.
Leider war in gewisser Weise auch schnell klar wer dahintersteckt. Hier wiederum wäre bei so manchen Erwähnungen weniger besser gewesen.
Trotzdem enthält der Krimi, welchen ich persönlich eher im Thriller-Genre einordnen würde, durchaus auch überraschende Wendungen.

Fazit:
Im Großen und Ganzen hat mich dieser Krimi wunderbar unterhalten, was aufgrund der Thematik vielleicht etwas befremdlich wirken mag. Aber alle Handlungsstränge laufen hier gekonnt zusammen und es kommt zu einem schlüssigen und für mich stimmiges Ende.
Manchmal hätte ich mir mehr Details und manchmal wiederum weniger (bezüglich Auflösung) gewünscht.
Dieser Krimi weist deutliche Merkmale eines Thrillers auf und ist sicher nicht für jeden geeignet. Trotz der angeführten Mankos kann ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Vor allem auch für Thrillerfans mit einem etwas stärkeren Magen.
Ich persönlich werde mir definitiv auch die vorherigen Teile dieser Max Wolfe-Reihe zulegen.

© Pink Anemone

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Pink Anemone

Rezensionen von cosmea:

Über den Umgang mit Verlusten

Die amerikanische Prinzessin von van der Zijl Annejet

“Die amerikanische Prinzessin“, das neue Buch der sehr erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten niederländischen Sachbuchautorin Annejet van der Zijl, erzählt eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Allene Tew wurde 1872 in der amerikanischen Provinz geboren, wurde durch ihre ersten Ehen immens reich, obwohl ihr Vater der am wenigsten ehrgeizige Spross einer großen und schon in der zweiten Generation erfolgreichen und gesellschaftlich anerkannten Familie aus den Chatauqua County war.

Aus der ersten Ehe stammten ihre drei Kinder, von denen Tochter Greta und Sohn Ted das Erwachsenenalter erreichten, aber im Jahr 1918 beide starben. Ihre ersten beiden Ehen wurden geschieden. Anson Burchard, ihr dritter Ehemann, war die Liebe ihres Lebens, verstarb aber ebenfalls viel zu früh. Die Witwe ging 1927 an Bord der Mauretania und begann in Europa ein neues Leben. Sie heiratete einen Prinzen, danach noch einen russischen Grafen. Sie war trotz mehrerer Wirtschaftskrisen eine sehr reiche Frau und auch deshalb eine gute Partie für verarmte europäische Adlige. Sie führte ein Leben im Luxus reiste sehr viel, hatte zahlreiche Häuser in Europa und den USA und ein Netzwerk von Freunden, die ihr Leben begleiteten, denn von ihrer engsten Familie war bis auf den Stiefsohn aus der vierten Ehe, den sie wie einen eigenen Sohn behandelte, niemand übrig.
In ihrer sorgfältig recherchierten Biografie beschreibt die Autorin ein Frauenleben vor dem Hintergrund von zwei Weltkriegen, einer Revolution, Wirtschaftskrisen und verschiedenen gesellschaftlichen Umbrüchen. Allene musste immer wieder Verluste hinnehmen, verlor die Menschen, die ihr nahestanden, aber sie gab nie auf. Sie ging unbeirrbar ihren Weg und besaß den Mut und die Kraft, immer wieder neu anzufangen. Sie hat ihr Motto “Courage all the time“ tatsächlich gelebt. Allene schaute niemals zurück, immer nur nach vorn und sprach nie über Trauer und Schmerz. Die Autorin hat über diese ungewöhnliche Frau keine trockene Abhandlung , sondern eine sehr lebendige, gut geschriebene Biografie verfasst, die zugleich ein Abriss der Geschichte des ausgehenden 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist. Ich spreche dafür eine unbedingte Empfehlung aus.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von cosmea

Rezensionen von rewa:

Es gruselt wieder!

Die amerikanische Prinzessin von van der Zijl Annejet


Auch im vierten Band aus ,,Zwielicht Classic 4´´ von Michael Schmidt herausgegeben, findet man wieder eine bunte Mischung Horror in seinen vielfältigen Facetten. Das gruselige und düstere Titelbild von Lothar Bauer lässt schon erahnen, dass es Geschichten gibt, die unter die Haut gehen werden.

Ein besonderer Klassiker stammt dieses Mal aus der Feder von August Apel, der seine Geschichte ,, Der Freischütz´´ 1811 geschrieben hat und als Vorlage der berühmten Oper gedient hat. Eine alte Geschichte, die vom Schreibstil der damaligen Zeit angepasst ist, erzeugt auch heute noch ein mulmiges Gefühl beim Leser.
Aber auch Andreas Gruber schafft mit seiner Geschichte ,, Der Puppenmacher von Leipzig´´ den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen. Man leidet, man bekommt eine Gänsehaut und plötzlich bekommt man ein Ende präsentiert, mit dem man nie im Leben gerechnet hätte.
Dass man sogar mit einer humorvollen Geschichte punkten kann zeigt der Autor Iven Einszehn in ,, Ich bin so destruktiv´´. Wunderbar geschrieben und trotz der Tragik, muss man einfach schmunzeln.
Egal ob es düstere Zukunftsvisionen sind, oder unheimliche Ereignisse, die den Protagonisten zur Verzweiflung bringen, man wird immer gut unterhalten und jeder kann sich seine Lieblingsgeschichten heraus suchen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von rewa

Rezensionen von Nepomurks:

Ein sehr aufschlussreiches Buch!

Magic Kitchen von Schira Roberta

Wie bringe ich die richtige Ordnung in meine Küche? Oder: Wie strukturiere ich mich im Ganzen neu?! Roberta Schira gibt in ihrem Buch „Magic Kitchen“ viele Antworten und hilft meiner Meinung nach mit zahlreichen Tipps aus. Ich fand die Idee dieses Buches sehr interessant und war überrascht, wie viel man doch selber noch ändern kann.

Roberta Schira orientiert sich inhaltlich zwar vorwiegend auf den Küchenbereich und Lebensmittelvorräte, lenkt den Blick aber auch auf andere Lebensbereiche. Wer Schemata oder genaue Anleitungen für ein „Küchenordnungssystem“ sucht, wird in diesem Buch nicht fündig. Zentrales Thema ist vielmehr immer wieder das „Loslassen“ und „Aufräumen“ - bezogen auf grundsätzliche Vorgänge im Küchenalltag. Am Zustand der Küche ließe sich demnach oftmals auch der Zustand anderer Lebensbereiche ablesen. Also: Hamsterkäufe abschaffen, Ordnung in das Vorhandene bringen und sich von Gerümpel zu befreien – weg vom „Sammeln und Horten“. Heißt in etwa auch: Wovon sollte ich mich trennen, welche Utensilien brauche ich tatsächlich, wie strukturiere ich Lebensmitteleinkäufe neu oder was lagere ich wie und wo (z.B. im Kühlschrank)?
Diese Inhalte vermittelt Roberta Schira schon beinahe im Plauderton. Ich finde, das Buch war sehr gut und flüssig lesbar und größtenteils auch sehr aufschlussreich. Selbst, wenn die eigene Küche und so manche Vorräte nicht einem chaotischen Schlachtfeld gleichen, kann man hier noch einige hilfreiche Ratschläge für sich herauslesen und mitnehmen.
Das einzige Manko am Inhalt war meines Erachtens lediglich, dass die Autorin sich das ein oder andere Mal mit einzelnen Sätzen zu wiederholen schien. Aber im Ganzen gefiel mir das Buch sehr gut und ist sicherlich auch recht lesenswert. Deshalb Daumen hoch und 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nepomurks

Rezensionen von LadyIceTea:

Höllisch gut! Oder vielleicht doch himmlisch?

Magic Kitchen von Schira Roberta

Landon stirbt als der heilige Gral gestohlen wird. Und er erwacht im Fegefeuer. Ja richtig, das gibt es und den Himmel auch. Und die Hölle und Dämonen und Engel und Vampire. Er ist ein Halbblut. Teils Mensch, teils Dämon und teils Engel. Auf jeden Fall ein Göttlicher. Und er soll nun das Gleichgewicht des Universums zwischen Gut und Böse retten.

Denn das Böse ist auf dem Vormarsch.

Ich wusste nicht richtig, was mich bei diesem Buch erwarten würde. Die Beschreibung klingt einfach verrückt. Ich muss sagen, ich wurde wirklich überrascht. Schon auf den ersten Seiten hat sich gezeigt, dass diese Geschichte wirklich verrückt ist aber auf eine wirklich gute Art.
Der Schreibstil ist wirklich lässig. Er passt einfach zu dem abgefahrenen Typen Landon, der es irgendwie ziemlich schnell akzeptiert, dass es mehr gibt, als die Menschen glauben. Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen und hat wirklich einige Stellen mit etwas bissigem Humor, der mich immer wieder mindestens Schmunzeln ließ.
Die Figuren sind alle ziemlich gut erschaffen. Landon ist einfach nur cool. Er ist sympathisch und irgendwie ein Draufgänger, obwohl er manchmal doch ins Fettnäpfchen tritt und gerettet werden muss.
Seine Begleiter sind alle in ihrer eigenen Art anders und ziemlich speziell. Sie ergänzen diese Story sehr gut und geben ihr den richtigen Schliff.
Die Gegner sind so, wie man sich himmlische bzw. höllische Feinde eben vorstellt. Sie passen perfekt ins Bild und runden das Weltbild ab. Welches übrigens verdammt gut entworfen wurde. Es gibt Dimensionen, Welten, verschiedenste Wesen und unterschiedlichste Seins-Arten. Da hat sich auf jeden Fall einer was bei gedacht.
Die Spannungskurve wechselt von Ich-will-mehr-wissen-spannend zu Jetzt-geht-die-Action-ab-spannend. Eine gute Mischung, die mich auf jeden Fall hat weiterlesen lassen.
Und dann erst das Ende. Da hätte ich ja doch am liebsten ausrasten können. Gut, dass der zweite Teil in knapp vier Monaten erscheint. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LadyIceTea

Rezensionen von CanYouSeeMe:

Ein Haufen unvollkommener Momente

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente von Peter Bognanni

‚Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente‘ ist ein Jugendbuch von Peter Bognanni. Der Schreibstil des Autors ist sehr eingängig und flüssig zu lesen. Die Sprache ist an das Zielpublikum angepasst, sie ist recht modern und direkt – somit recht authentisch.
Protagonistin Tess ist in meinen Augen ein typischer Teenager: etwas ambivalent, frech und in angemessener Portion stur.

Sie war mir gleich sympathisch und ich habe sie gern durch das Buch begleitet. Die Nebencharaktere sind alle durch Tess‘ Sichtweise dargestellt, sie sind dadurch weniger deutlich charakterisiert und blieben für mich immer ein wenig verschwommen. Dennoch konnte ich mir von allen wichtigen Personen ein ausreichendes Bild machen, insgesamt wirken alle Charaktere authentisch.
Die Handlung hat mich positiv überrascht. Sie geht durchaus kritisch mit dem Umgang mit den Momenten nach dem Tod auseinander. Insgesamt war die Spannung mäßig, die Handlung ist teilweise eher vor sich hingeplätschert, als das nennenswerte Dinge geschehen wären. Dennoch ergab für mich alles ein rundes Bild, das im Gesamten voll und ganz überzeugen kann. Die angesprochenen Themen werden sensibel und doch geradeaus behandelt.
Insgesamt konnte mich ‚Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente‘ überzeugen - es ist ein tiefgehendes Jugendbuch, das sich sehr gut lesen lässt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Rezensionen von Pink Anemone:

Ein Ski-Krimi so rasant wie die Kitzbüheler Streif und spannend wie ein Riesenslalom

Mordsschnee von Girardelli Marc; Grünig Michaela

Dies ist der 2. Teil der Marc Gassmann-Reihe. Man kann diesen jedoch auch bedenkenlos ohne Vorkenntnisse zum 1. Teil lesen.

"Die Schneekanonen hatten die ganze Nacht auf Hochtouren gearbeitet. Genau wie die Armada von Pistenhelfern und Freiwilligen aus dem Tiroler Unterland. Doch das Resultat war erbärmlich: weicher Sulzschnee.

." (S. 7 - Anfang)

Obwohl ich Österreicherin bin und 2 Jahre in Kitzbühel lebte, fahre ich weder selbst Ski, noch schaue ich mir Skirennen im Fernsehen an. Die Skirennen sind mir irgendwie zu langweilig und das mit dem Skifahren und mir war immer eine kleine Hass-Liebe.
Hier jedoch wird der Abfahrtslauf aus der Sicht des Skirennläufers Marc so dermaßen spannend beschrieben, sodass selbst ich die Luft beim Lesen anhielt.

"Etwa fünf Tore lang schien seine Strategie aufzugehen, und er fühlte, wie seine Fahrt runder wurde, wie sich endlich der notwendige Rhythmus einstellte. Doch das Herzstück des Rennens hatte er noch vor sich. Rasend schnell glitt er über die Kante und stach in das steil abfallende Stück der Piste..." (S. 12)

Und mit dieser spannenden Abfahrt beginnt es auch mit der Spannung in diesem Ski-Krimi....

Erzählt wird aus der Sicht von Marc, dem Schweizer Ski-Star und aus der Sicht seiner Freundin Andrea, ehemalige Beamtin der Kantonpolizei in Zürich und nun Privatdetektivin.
Marc, extrovertiert, den Ski-Zirkus liebend und obwohl schon über 33 an der Spitze seiner Ski-Karriere.
Andrea - eher introvertiert mit dem Wunsch, dass Marc sich von seiner Ski-Karriere zurückzieht, um ein bodenständiges Leben zu führen. Nach einem Eifersuchtsstreit fährt Andrea zurück nach Zürich, während sich Marc im Training für den Abfahrts-Weltcup in Sankt Moritz befindet. Während jeder seinen eigenen Gedanken zu ihren Beziehungsproblemen und der Lösung derer nachhängt, wird die Ex-Affäre von Marc, die Sportjournalistin Lara Frey, auf brutalste Weise ermordet.

">>Weil der Mörder - wer immer dieses Schwein auch sein mag - Lara regelrecht abgeschlachtet hat. Selbst wenn sie gewollt hätte, hätte sie sich nicht selbst umbringen können! Wie denn...ohne Hände?<<...." (S. 52)

Da Marc dabei beobachtet wurde, als er mit Jana in Streit geriet und auch ihre Leiche gefunden hat, ist nun er der Hauptverdächtige und es gibt keinerlei Hinweise die das Gegenteil beweisen könnten. Im Gegenteil, alles scheint auf Marc als Täter hinzudeuten. Keiner scheint ihm zu glauben und so liegt es in den Händen von Andrea den wahren Täter zu finden. Doch nicht nur sie ist auf der Suche nach dem Mörder von Jana.

Jonas, ein 16-jähriger, hochbegabter Junge, der Probleme mit verschiedenen sozialen Interaktionen hat und daher wohl an einer Form des Asperger-Syndroms leidet (dies wird im Roman jedoch nicht explizit erwähnt), möchte den Mörder ebenfalls finden, jedoch aus ganz anderen Gründen.

Die Einblicke in seine Sicht und Gedankenwelt fand ich besonders interessant und genauso spannend wie den Krimi selbst.
Hier wird diese Art des Asperger-Syndroms von den Autoren sehr gut wiedergegeben und dadurch erhält gerade dieser Handlungsstrang besondere Authentizität.

"Es ist verdammt anstrengend, überdurchschnittlich intelligent zu sein...Und ich meine das keineswegs ironisch. Oder arrogant. Hochmut ist eine der sieben Todsünden. Aber hochmütig ist man eben nur dann, wenn man seine eigenen Fähigkeiten nominal überschätzt. Ich in jedoch nachweislich smarter...." (S. 15)

Der Schreibstil ist flüssig und rasant. Der Plot enthält zudem verschiedene Wendungen, in denen immer wieder neue Verdächtige auftauchen. Bis zur Mitte hin wird man als Leser regelrecht animiert mitzurätseln.
Leider kristallisiert sich im Verlauf immer mehr heraus wohin die ganze Geschichte führen soll und hält dadurch keine allzu überraschende Auflösung parat.

Die enthaltene Thematik, welche die Klimaveränderungen auf die Gletscher und das Entgegenwirken der Winter-Tourismus-Branche beinhaltet, regt zusätzlich zum Nachdenken an.
Man erhält Einblicke, wie sehr die Natur unsere Skigebiete gefährdet ist und das es nun wirklich an der Zeit ist etwas dagegen zu unternehmen.
Manchmal sind die technischen Erklärungen und Informationen jedoch mehr als nur ausführlich und lassen somit die Spannung in den Keller rasseln und die Handlung stocken.

Fazit:
Ein überaus rasanter und spannender Ski-Krimi, der selbst mir wieder Lust machte mich auf die Bretter zu stellen. Aber auch zum Nachdenken regt dieser Krimi an.
Die Auflösung hält jedoch keine allzu großen Überraschungen bereit und auch die technischen Ausführungen waren manchmal zu viel des Guten.
Im Großen und Ganzen konnte mich dieser Krimi jedoch wunderbar unterhalten und erhält daher eine absolute Leseempfehlung.
Ski-Fans werden davon begeistert sein und wenn ich mich nicht schon nicht selbst auf die Bretter stellen sollte, dann werde ich zumindest den ersten Teil dieser Reihe nachholen.

© Pink Anemone

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Pink Anemone