Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Leserin71:
Hat mich sehr fasziniert
Mehr als nur ein Traum
Elisabeth Büchle hat es geschafft: "Mehr als nur ein Traum" hat mir schlaflose Nächte beschert, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
Zum Inhalt:
1963: Als Felicitas eine Erbschaft in Mississippi angetragen wird, ist sie nach einigen Überlegungen zu einem Neuanfang in den USA bereit.
Sie hatte als Jüdin sich vor den Nazis verstecken müssen und hat kaum Bindungen im engen, kalten Deutschland.
Zunächst scheint alles gut zu laufen, doch bald findet sie sich wieder zwischen Schwarzen und KuKluksKlan. Doch sie ist nicht alleine. Aber welche Rolle spielen die Deptuties Landon und John?
Meine Meinung:
Schon das Cover des Hardcoverbuches ist ein echter Hingucker. Die Magnolien blühen im Frühling in den Südstaaten prächtig, die Erde, die alles rot färbt, ein alter Lastwagen und im Hintergrund die üppige Vegetation mit Kudzu und Spanischem Moos - sofort bin ich mitten drin. Die Beschreibungen der Landschaft und Tierwelt im Buch ist so genau, dass ich meinte, das Wasser fließen zu hören, Gerüche aufnehmen zu können und die Schwüle zu spüren. Mit den Südstaaten verbindet man große Gefühle, schöne Häuser, Romantik.
Probleme wie die Unruhen in der Bevölkerung und der Kampf um Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß, z. B. mit Martin Luther King kommen einem erst später in den Sinn.
Dass im Amerika der 1960er Jahre Menschen erschossen worden sind und Häuser gebrannt haben, weil sie sich für Rechte der Schwarzen einsetzten, vergisst man gerne. Dabei ist das alles noch nicht so lange her und wirkliche Gleichberechtigung herrscht immer noch nicht, in USA wie auch in Deutschland.
Die Handlung spielt an verschiedenen Orten parallel. Deutschland, USA und später auch in Vietnam. Nach und nach erfährt man, wie alles zusammenhängt. Mich hat die Geschichte sehr fasziniert, ich wollte unbedingt wissen, wie es Felicitas in der fremden Umgebung geht und wie sie mit ihrer aufrechten Haltung der Diskriminierung der Afro-Amerikaner durch die Weißen begegnet. Sie hat ein großes Herz und versucht allen zu helfen. Dabei begibt sie sich auch in Gefahr. Während Felicitas für mich ganz eindeutig zu den Guten zählt, bin ich mir bei den anderen nicht sicher gewesen. Das war für mich eine Frage, die ich unbedingt klären wollte. Natürlich geht es in diesem Buch auch um Liebe, Mut und Gottvertrauen.
Auf jeden Fall hat Elisabeth Büchle ein wunderbares Buch mit viel Spannung, Liebe und Überraschungen geschrieben und ich vergebe gerne 5 Sterne.
Rezensionen von KimVi:
Berührt und regt zum Nachdenken an
Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi
Nach einem Sturz vom Dach der Bibliothek endet Maddys Leben. Ihr Ehemann Brady und ihre pubertierende Tochter Eve sind verzweifelt. Sie werden von großen Schuldgefühlen geplagt. Denn keiner von beiden hat die Anzeichen, dass Maddy unzufrieden mit ihrem Leben sein könnte, wahrgenommen. Maddy hängt irgendwo zwischen den Welten fest.
Aus kurzer Höhe beobachtet sie die Trauer ihrer Familie und weiß, dass sie eingreifen muss, damit die beiden ohne sie weiterleben können. Doch Einfluss zu nehmen ist gar nicht so einfach, denn Maddys Möglichkeiten sind stark begrenzt. Sie setzt jedoch alles daran, die Beziehung zwischen Vater und Tochter zu festigen...
Im Zentrum der Handlung stehen die verstorbene Madeline, ihre Tochter Eve und Madelines Ehemann Brady. Das Geschehen wird aus diesen drei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da dabei stets die Ich-Form, der gerade erzählenden Person verwendet wird, bekommt man einen guten Einblick in die Gefühle der Hauptprotagonisten und kann außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken und wie ihr Verhältnis zueinander ist. Man kann die Schuldgefühle, die Trauer und die Hilflosigkeit, die Eve und Brady empfinden, glaubhaft nachvollziehen und verfolgt gebannt, wie sich die beiden im Verlauf der Handlung weiterentwickeln. Obwohl man es bei diesem Grundthema kaum glauben mag, gibt es auch immer wieder Szenen, bei denen man unverhofft schmunzeln muss, denn Maddy selbst sorgt dafür, dass die Handlung aufgelockert wird.
Der Einstieg in das Buch gelingt mühelos, denn der Schreibstil ist sehr flüssig und äußerst angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten. Genau wie Maddys Familie, stellt man sich die Frage, warum Maddy sich vom Dach der Bibliothek gestürzt hat. Nach und nach erfährt man einiges aus dem Familienleben und meint gerade Maddy gut genug zu kennen, um nicht an einen Selbstmord zu glauben. Die Ungewissheit schwebt zwischen den Zeilen, sodass man unbedingt erfahren möchte, was den Sturz ausgelöst hat.
Ich habe mich beim Lesen dieses Romans ausgesprochen gut unterhalten und ihn innerhalb kurzer Zeit verschlungen. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel konnte ich die Handlungen und Gefühle der Protagonisten sehr gut nachvollziehen und mich deshalb ganz auf die Erzählung einlassen. Es gab immer wieder Szenen, die mich tief berührt und zum Nachdenken angeregt haben. Und dann gab es Momente, in denen ich ganz unverhofft schmunzeln musste. Diese Mischung wirkte auf mich äußerst gelungen. Ich gestehe allerdings, dass es, für meinen Geschmack, auch ein paar Längen gab, doch bei diesem Gesamtpaket konnte ich gut darüber hinwegsehen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala erhält das Buch vier von fünf möglichen Sternen und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von begine:
Gute Story
Eine Liebe, in Gedanken von Kristine Bilkau
Eine Liebe, in Gedanken ist ein netter Liebesroman von Kristine Bilkau. Es geht um Gefühle, Träume und Beziehungen. Der Roman wird in zwei Ebenen erzählt.
Nach dem Tod ihrer Mutter spürt die Tochter deren erster Liebe nach. Sie denkt iel über ihr Verhältnis zur Mutter nach, hat sie sich genug um sie gekümmert oder hätte sie öfter zu ihr fahren sollen? Ich glaube das geht jeder Tochter so.
Die Mutter Antonia verliebt sich 1964 in Edgar. Es wird eine rührende Liebesgeschichte, die von der Autorin mit interessanter Intensität geschrieben wird.
Die Geschichte umfasst praktisch 4 Generationen. Antonias Mutter war dominant, wie es viele Frauen nach dem Krieg waren, da brauchten sie keinen Mann und Beherrscher mehr. Antonia wollte sich verwirklichen, das war die Zeit in den 60ern. Sie war eine starke Frau, die ihre erste Liebe nicht vergessen kann..
Ihre Tochter brauchte Beständigkeit, die sie auch erreicht und deren Tochter ist 18 Jahre alt und wird gerade flügge. Sie ist die Icherzählerin.
Man wechselt geschickt von dem damals ins heute.
Die 60er Jahre werden gekonnt umgesetzt, ich konnte sie gut nachvollziehen.
Kristine Bilkau schreibt kein bisschen kitschig, sondern mit kurzen direkten Sätzen und mit Tiefe.
Eine wunderbare Lektüre.
Rezensionen von Geri S.:
Außen hübsch, innen spannend - perfektes Gesamtpaket!
Aura - Die Gabe von Clara Benedict
"Wann kommt endlich die Fortsetzung?" - das war mein erster Gedanke, nachdem ich dieses Buch in nahezu rasantem Tempo verschlungen habe. Die Protagonisten sind so dermaßen authentisch, dass ich mich zwischendurch immer wieder an meine eigene Schulzeit zurück erinnern musste.
Bei den Charakteren sind die verschiedenen Rollen vertreten, die vermutlich jeder aus dem eigenen Leben kennt: es gibt die Zicke, den Schwarm, die beste Freundin, eine Clique von Leuten, mit denen man mal mehr, mal weniger intensiv zu tun hat und in all dem Alltagsleben taucht plötzlich eine Gabe auf, die alles verändert.
Protagonistin Hannah sieht sich nun damit konfrontiert, sowohl die "normalen" Probleme einer Schülerin im Teenageralter und - als wäre dies nicht schon anstrengend genug - auch noch die übernatürlichen Kräfte in den Griff zu kriegen. Ich fand es sehr spannend, ihren inneren Kampf auf beiden Ebenen zu verfolgen, jedoch warf besonders letzteres immer wieder die Frage bei mir auf: "Wie würdest du mit dieser Situation umgehen?". Um ehrlich zu sein, habe ich keine klare Antwort für mich gefunden. Natürlich ist es immer leicht zu kritisieren und sich selbst als Gutmensch zu fühlen, indem man ihr Verhalten verurteilt. Aber letztlich ist sie zum einen nun mal nicht erwachsen und dadurch noch im Nachteil, was geeignete Reflexion des eigenen Tuns angeht und zum anderen spürt man deutlich ihre Überforderung mit dem Ganzen. Ein weiterer Faktor in Bezug auf die Gabe spielt natürlich auch noch mit hinein, aber darauf möchte ich aus Spoilergründen an dieser Stelle nicht eingehen.
Das Ende haut dann so richtig rein und stellt alles gehörig auf den Kopf. Hannah macht eine Entwicklung durch, die sie wahrscheinlich selbst am wenigsten erwartet hätte und der Leser möchte vor Verzweiflung in den Tisch beißen, weil Teil 2 nicht direkt zu haben ist.
Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer Trilogie, die nicht nur mit hübschen Covern aufwartet, sondern inhaltlich weit mehr zu bieten hat, als ich es von Jugendbüchern allgemein gewöhnt bin. Auch Erwachsene kommen hier voll auf ihre Kosten, sofern sie in der Lage sind, sich in einen Teenager entsprechend hinein zu versetzen. Klare 5 Sterne von mir!
Rezensionen von niknak:
ine Verwechslung der peinlichen Art
Sexy Boss von Samanthe Beck
Inhalt:
Alles begann mit einem Santa Kostüm und einer Verwechslung. Chelsea Wayne ist der Meinung, dass sich ihr Freund Paul Barrington unter dem Santa Kostüm verbirgt. Deswegen zerrt sie ihn in eine leere Abstellkammer, um mit ihm zu schlafen. Dass sie sich irrte, erfährt sie später, als sich ihr neuer Chef Rafe St.
Sebastian plötzlich in dem Kostüm vorstellt. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf.
Mein Kommentar:
Das Buch ist aus der Sicht von Rafe und Chelsea geschrieben. Dadurch dass beide Protagonisten zu Wort kommen, bekommt man als Leser einen breiteren Blickwinkel der Geschichte zu sehen. Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin. Genauso wie die vorherigen konnte mich dieses Buch sehr von sich überzeugen. Es ist immer wieder ein Genuss, ein Buch von ihr zu lesen.
Zu Beginn des Buches erklärt die Autorin, wie sie auf die Idee zu dieser Geschichte kam. Dies fand ich sehr schön, war mir jedoch bereits aus einem ihrer anderen Bücher bekannt. Dadurch kann man einen anderen Bezug zur Handlung herstellen.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es nahm mich so gefangen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich das Buch fertig und ich habe jede Minute davon genossen.
Am Beginn des Buches ist Chelsea Wayne noch in einer Beziehung. Dies ändert sich jedoch ziemlich plötzlich. Chelsea bestellte für Paul Barrington ein Weihnachtsmannkostüm, das er als Geschäftsführer des Hotels auf der Weihnachtsfeier tragen sollte. Auf der Feier trägt jedoch nicht er das Kostüm, sondern Rafe St. Sebastion. Er hatte mit seiner Firma gerade erst das Hotel übernommen und stellte sich im Santa Kostüm seinen Angestellten vor.
Chelsea ist sehr gut in ihrem Job, wird jedoch von ihrem ehemaligen Partner und Chef Paul sehr klein gehalten. Er verkaufte ihre Ideen als die seinen, bei denen sie nur mitgeholfen hatte. Sie versucht es jedem Recht zu machen und glaubt an die wahre Liebe. Als jedoch die Beziehung mit Paul zu Ende ging, versuchte sie den Rat ihrer besten Freundin zu befolgen - nur Spaß, kein verlieben. Wenn dies nur so einfach wäre.
Rafe St. Sebastian muss drei erfolgreiche Übernahmen in einem Quartal tätigen, um den Vorstandsvorsitz von seinem Vater zu bekommen. Er ist sehr ehrgeizig und will seinen Vater nun beweisen, dass er das Zeug dazu hat. Rafe liebt die Frauen und die Frauen lieben ihn. Nachdem Rafe das erste Mal, auf Grund einer Verwechslung, mit Chelsea geschlafen hat, kann er sie nicht vergessen. Er möchte Chelsea zeigen, dass sie ihn begehrt und dies nicht nur, weil sie dachte, er sei ihr Ex-Freund. Doch höchst ungewöhnlich war, dass Rafe nicht die Finger von ihr lassen kann. Dies passt nicht wirklich zu seiner üblichen Vorhergehensweise und seinem Image.
Es gibt einige Nebencharaktere die die Handlung abrunden. Chelsea und Rafe sind sehr sympathisch und ich habe das Gefühl, ich kenne die beiden. Sie sind gut ausgearbeitet und besitzen eine schöne Tiefe. Man merkt, dass sich mehr hinter den Charakteren befindet.
Zwischen Rafe und Chelsea gibt es meistens eine prickelnde Spannung. Diese führt, so gut wie immer, zu Sex. Die erotischen Szenen kommen in diesem Buch nicht zu kurz, nehmen jedoch auch nicht zu viel Platz in der Handlung ein. Das Knistern in gerade diesen Szenen ist für den Leser sehr gut spürbar.
Mein Fazit:
Wieder einmal ein sehr schönes Buch von Samanthe Beck. Es gibt einen zweiten Teil der Geschichte, die sich um Chelseas beste Freundin Laurie dreht. Dies werde ich auf jeden Fall lesen, denn ich habe "Babycakes" bereits ins Herz geschlossen.
Ich kann das Buch nur empfehlen, für all jede die gerne in eine Geschichte eintauchen. Es war eigentlich von vornherein klar, wie das Buch enden wird, aber ich wusste worauf ich mich einlasse und ich bereue es kein bisschen.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von niknak:
Mit dem Zirkus zum Glück
King of Hearts - Mit dir vereint von L. H. Cosway
Inhalt:
(Klappentext)
Als die 27-jährige Alexis zum ersten Mal ihrem neuen Chef gegenübersteht, weiß sie, dass sie ein Problem hat: Oliver King ist nicht nur einer der erfolgreichsten Investmentbanker der Londoner City, sondern außerdem unfassbar sexy, und er zieht Alexis mit seinem undurchdringlichen Blick augenblicklich in seinen Bann.
Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein professionelles Arbeitsverhältnis. Bald ist die Anziehung zwischen ihnen zu stark, um sie zu ignorieren. Doch Alexis ahnt nicht, dass King etwas vor ihr verbirgt. Ein dunkles Geheimnis, das ihr Leben für immer verändern wird.
Mein Kommentar:
Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Alexis Clark geschrieben. Einzig der Epilog wird von Oliver King erzählt. Die Handlung ist in zwei Teile geteilt. Die erste Hälfte "Davor" spielt vor einem einschneidenden Erlebnis und die zweite Hälfte "Danach" eben nachher.
Dieses Buch gehört zu der "Hearts" - Reihe. Ich habe vorher noch kein anderes Buch der Reihe gelesen. Trotzdem hatte ich keine Probleme mit der Handlung. Gerade im zweiten Teil fehlten mir jedoch ein wenig Hintergrundinformationen. Daher würde ich empfehlen mit dem ersten Band der Reihe zu beginnen.
Die Geschichte ist, durch viele unerwartete Handlungen, sehr spannend aufgebaut. Der zweite Teil der Geschichte "Danach" beginnt direkt mit einer großen Überraschung, mit der ich nie gerechnet hätte.
In "Davor" ist Oliver King eine sehr starke Persönlichkeit. Er weiß, was er will, ist jedoch trotzdem ein sehr bodenständiger Charakter. Durch sein Geheimnis hat er eine dunkle Ausstrahlung. Alexis Clark ist die Assistentin von King. Sie wird stark von ihrem Chef angezogen, versucht dies jedoch nicht offen zu zeigen, denn sie hatte King erzählt, dass sie lesbisch sei. Die junge Frau musste sich alles selbst erarbeiten, ist schlagkräftig und kämpft für ihre Ziele.
Die Rollen von Alexis und Oliver sind in "Danach" vertauscht. Oliver King ist total verändert und nicht mehr wiederzuerkennen. Alexis muss nun um die Liebe ihres Lebens kämpfen.
Die beiden Hauptcharaktere waren sehr sympathisch und ich konnte mich gut in Alexis hineinversetzen. Die Nebencharaktere runden das Buch super schön ab.
Mein Fazit:
Das Buch ist zweitweise ziemlich kitschig. Trotzdem hat es mir sehr gut gefallen. Ich würde empfehlen, zuerst die ersten beiden Teile der Reihe zu lesen, da man so leichter der Handlung folgen kann.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von Wolly:
Nicht jedermanns Sache, aber einen Versuch wert
Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi
Für immer ist die längste Zeit ist ein Buch was den richtigen Leser sucht, weshalb es mir etwas schwer fällt darüber zu schreiben.
Je nachdem wer dieses Buch liest, reichen die Meinungen wahrscheinlich von ganz nett bis hin zum neuen Lieblingsbuch.
Es ist eine Geschichte die viel erzählt über den Umgang mit Verlust, die verschiedenen Trauerphasen und allgemein dem zwischenmenschlichen Miteinander.
Gespickt mit vielen Weisheiten und schönen Zitaten haben mich aber vor allem die Erkenntisse überzeugen können. Wenn ein Mensch nicht mehr unter uns weilt und man im Nachhinein feststellt, was man hätte anders machen sollen oder was man nie gesagt hat, aber hätte sagen wollen. Diese Erkenntnisse kamen wunderbar rüber durch die verschiedenen Perspektiven. Wechselnd beschreibt die Autorin die Geschichte aus der Sicht der Mutter, des Vaters und der Tochter. So bekommt man einen ganz direkten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten.
Dies macht das Buch aber auch zu einem Roman, in dem eigentlich nicht viel passiert auf gefühlt relativ vielen Seiten. Eben ein leises Buch, das zu weilen aber wirklich zäh war. Die Geschichte konnte mich nicht immer fesseln, was aber eben von meinen persönlichen Erfahrungen abhängt. Jemand der vielleicht selbst jemanden auf diese Art verloren hat, wird sich sicherlich toll reinfinden in diese Geschichte und sie vielleicht sogar als hilfreich empfinden, oder zumindest als tröstlich. Ähnliche Erfahrungen helfen vielleicht auch den Charakteren mehr abzugewinnen. Mutter und Vater mochte ich, die Tochter fand ich hingegen ganz furchtbar. Auch manchen Nebenfigur fand ich eher schwierig, andere dagegen gefielen mir gut.
Fazit:
Man sieht, das es ein Buch ist, das generell seine Qualitäten hat, wie beispielweise schöne Zitate, leisen Humor und manch schöne Figur. Trotzdem wird nicht jeder mit diesem Buch glücklich werden. Für mich ist es ganz nett gewesen, aber eben auch nicht mehr daher gibts 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:
Sehr gute Einführung in das Denken Camus'
Camus. von Radisch Iris
Die von Iris Radisch vorgelegte Biographie ist nicht nur gründlich recherchiert, sondern sie bietet auch einen vorzüglichen Zugang, um Camus' Denken zu verstehen. Zu Recht betont die Autorin, dass sich Leben und Denken bei Camus nicht trennen lässt. Gerade der biographische Hintergrund macht erst vieles von dem, was Camus gedacht bzw.
geschrieben hat, wirklich verständlich.
Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:
Kritische Auseinandersetzung mit "sozialen" Errungenschaften
Wir müssen leider draußen bleiben. von Hartmann Kathrin
Die Autorin schildert in ihrem Buch meist wenig beachtete Schattenseiten bekannter sozialer Einrichtungen, wie etwa der Tafel, die nur auf den ersten Blick als effektive Hilfestellung für die Betroffenen erscheint, da sie letztlich bloß (meist privat finanzierte) Symptombehandlung bleibt und die Politik aus ihrer Verantwortung entlässt.
Ebenso kritisch wird die Praxis der Mikrokredite in Bangladesch gesehen, deren dortiger Initiator Muhammad Yunus (zusammen mit der Grameen Bank) im Jahr 2006 dafür immerhin den Friedensnobelpreis erhielt. Zurück bleiben oft verschuldete und verzweifelte Frauen, denen man anstelle tatsächlicher Hilfe Kredite anbietet, wodurch sie ein Leben lang abhängig bleiben werden.
Das Buch zeigt anschaulich und spannend viele Missstände auf, die vor allem durch den Rückzug staatlicher Hilfen bzw. dem Vordringen neoliberaler Marktmechanismen entstanden sind. Manches ist dabei durch das engagierte Schreiben zu plakativ und holzschnittartig ausgefallen, vor allem gegen Ende des Buches - dort finden sich auch unnötig viele orthographische Fehler, zumindest in der E-Book-Ausgabe.
Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:
Würde wird v. a. auf ein menschliches Verdienst bzw. Verhalten reduziert
Eine Art zu leben von Peter Bieri
Im Gegensatz zu herkömmlichen Zugangsweisen versucht Bieri in seinem Buch keinen abstrakt-philosophischen Weg einzuschlagen, sondern spürt anhand konkreter menschlicher Erfahrungen dem Begriff der "Menschenwürde" nach. Er unterscheidet dabei drei Dimensionen menschlichen Handelns: (1) Wie behandeln mich andere Personen? (2) Wie behandle ich andere Personen? (3) Wie behandle ich mich selbst? In jeder dieser Dimensionen könne man seine Würde gefährden und zwar in dem Maße, in dem man seine Selbstständigkeit im Denken, Fühlen und Handeln verliert.
Im Hintergrund dieser Überlegungen steht natürlich die Philosophie Immanuel Kants, für den (die von Vernunft geleitete) Eigenständigkeit das Hauptkriterium menschlicher Würde darstellt.
Der Nachteil dieses Konzeptes der Menschenwürde liegt auf der Hand: Es wird nicht unterschieden zwischen Würde als ein menschliches Verdienst bzw. Verhalten und Würde, die jedem Menschen schon aufgrund seines Menschseins zukommt. Erstere muss man sich erarbeiten, und man kann sie auch wieder verlieren, Letztere ist unveräußerlich, d. h. man kann sie weder verkaufen noch verlieren. Da Bieri diese Unterscheidung nicht beachtet, kann er auch viele Beispiele schildern, in denen Menschen ihre Würde verlieren, was nur im ersten, nicht jedoch im zweiten Sinn von Würde nachvollziehbar ist. Im Grunde muss für Bieri die Aussage, dass die menschliche Würde "unveräußerlich" sei, unverständlich bleiben - zumindest bleibt die Frage, was man darunter verstehen soll, im Buch unbeantwortet.
Eine weitere Schwierigkeit, Menschenwürde als Selbstständigkeit im Sinne Kants zu verstehen, ergibt sich dadurch, dass in dieser Auffassung die Menschenwürde immer dann in Gefahr gerät, wenn die persönliche Selbstständigkeit eingeschränkt wird - zumindest kann dies zu (ungewollten) Abwertungen bestimmter Menschen führen. Aber auch für andere Lebewesen kann das Konzept der Selbstständigkeit kaum eine geeignete Grundlage dafür bieten, diesen auch eine gewisse Würde zuzugestehen.










