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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Harakiri:

Grenzerfahrungen

Todeskäfig von Ellison Cooper

Ein Killer, der seine Opfer in einen Käfig sperrt und verdursten lässt. Ein ungewöhnlicher Fall für FBI-Agent Sayer Altair. Zusammen mit ihrem Team findet sie heraus, dass der Täter nicht zum ersten Mal gemordet und schon wieder ein Mädchen verschleppt hat. Die Zeit läuft!
Ein sehr spannendes Buch, wenn auch manche Szenen sehr konstruiert erschienen, vor allem das Ende.

Da wurden dann noch einige forensische „Leckerbissen“ aufs Tapet gebracht, was nicht zwingend nötig gewesen wäre.
Ich mochte das Buch sehr gerne, konnte es kaum aus den Händen legen. Mir hat Sayer als Protagonistin sehr gut gefallen, auch Vik mochte ich sehr gerne und fast verliebt habe ich mich in Toni, der strahlte so viel Positives aus. Was mich gestört hat, waren die vielen falschen Verhaftungen, aber die sind nun mal der Story geschuldet und gehören dazu. Bei der dritten habe ich allerdings nur noch mit den Augen gerollt und mir gewünscht, dass der Fall etwas anders laufen würde.
Letztendlich hat mich der Täter dann aber doch überrascht. Begeistert war ich eh von seiner Schläue und wie er all die falschen Spuren gelegt hatte. Das hat Sayer ganz schön zu beißen gegeben und auch den Leser überrascht.
Fazit: Ich freue mich auf weitere Bücher mit Sayer und ihrem Team.

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Rezensionen von LEXI:

Das Leben mit einem ehemaligen Straßenhund

Vertrauen auf vier Pfoten von Ulrike Becker

„Ein etwas zu klein geratener Schäferhund mit seinen etwas zu groß geratenen Ohren und seinem riesengroßen Herzen bereichert mein Leben.“

Ulrike Becker berichtet in diesem Buch von ihrem Leben mit dem Schäferhund-Mischling Diego, einem ehemaligen ungarischen Straßenhund, den sie aus einem deutschen Tierheim zu sich ins Haus holte.

Der einjährige Rüde war abgemagert, hatte kein Vertrauen zu den Menschen und verhielt sich auch wie ein streunender Herumtreiber.

In vielen, jeweils nur aus zwei bis vier Buchseiten bestehenden kurzen Kapiteln, vermittelt sie ihrer Leserschaft, wie viel dieses Tier ihr über die Sichtweise eines Hundes auf die Welt beibrachte und regt zugleich auch dazu an, über sich selbst, das Menschsein und die eigene Art, die Welt zu sehen, nachzudenken.

Ulrike Becker ist ein einnehmender, locker-leichter Schreibstil zu eigen. Ihre Kapitel beginnt sie stets mit einer auf den Inhalt bezogenen Überschrift im Fettdruck, und erzählt danach die jeweilige Geschichte mit ihrem tierischen Protagonisten Diego. Die Autorin zeigt bei den einzelnen Erzählungen zugleich auch eine Parallele zum menschlichen Leben auf, zu Alltagssituationen oder zu ganz bestimmten Verhaltensweisen der Menschen. In jedem Kapitel liefert sie zu ihrer Tiergeschichte nach einem geschickt und manchmal auch humorvoll inszenierten Übergang abschließend auch einen biblischen Bezug, regt zum Nachdenken an.

Die Themenvielfalt ist so reichhaltig wie die Erfahrungen eines Hundehalters mit seinem Haustier. Ulrike Becker zeigt beispielsweise auf, wie Diego mit seiner „ausgefeilten Deeskalations-Strategie“ als Streitschlichter agiert, wie er als Spurenleser unterwegs ist oder falsche Eulen jagt, sie zeigt ihn als Tröster und Krankenpfleger oder als völlig tiefenentspanntes Wesen, das einzig im Hier und Jetzt lebt. Diegos Verhältnis zu Katzen ist ein Kapitel für sich, doch seine Halterin gibt aus ihrer eigenen Erfahrung Ratschläge zum Umgang mit dem Jagdtrieb eines Hundes. Durch Diego wurden der Autorin tiefsinnige Einsichten geschenkt. Der Hund lehrte sie, die Welt um sich herum wieder ganz neu wahrzunehmen, zeigte ihr die Bedeutung von Liebe, Achtung und Wertschätzung auf und wies unter anderem auf die Gefahr von vorgefassten Meinungen und Vorurteilen hin. Ganz besonders unterhalten haben mich Ulrike Beckers Gedanken über den unwiderstehlichen Hundeblick, der jedem Hundehalter nur allzu gut bekannt sein dürfte und der bereits unzählige Herzen erweicht hat. Höchst amüsant fand ich auch Diegos Gedanken zum Weihnachtsfest aus seiner ganz persönlichen Sicht, dargestellt in kursiver Schrift. Den Abschluss bilden gute und praxistaugliche Ratschläge der Hundetrainerin Gitte Kuther für ein „gelingendes Hund-Mensch-Miteinander“.

Ich möchte zudem noch auf das äußerst anziehende Coverfoto hinweisen, welches augenblicklich meine Aufmerksamkeit erregte. Der junge Diego in seinen Flegeljahren sitzt dem Betrachter zugewandt, den Kopf ein wenig geneigt, ein Ohr geknickt, und ist mit seinem treuherzigen Hundeblick und der rosafarbenen Zunge ein echter Blickfang. Auch die farbliche Gestaltung fand ich höchst passend und harmonisch.

Fazit: „Vertrauen auf vier Pfoten“ war ein kurzweiliges, amüsantes und höchst unterhaltsames Buch, das ich gerne gelesen habe. Ich möchte es jedem Tierfreund – und natürlich ganz besonders jedem Hundehalter – ans Herz legen: es könnte durchaus sein, dass das eigene Haustier einige frappierende Ähnlichkeiten mit Diego aufweist.

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Rezensionen von Lesenichte:

Die spannende Suche nach dem Mörder

Der Schmetterling von Ullberg Westin Gabriella

Ich hatte mich wegen des Covers dazu entschieden, die Leseprobe zu öffnen - wie so oft. Schon das Cover versprach einen schönen nordischen Krimi. Die Leseprobe hat mich dann spielend leicht überredet, den Rest des Buches lesen zu wollen.

Der Schmetterling fängt wirklich gemein an. Die Mutter wird vor den Augen der Kinder ermordet - vom Weihnachtsmann.

Nach diesem Start lernt man die Charaktere kennen. Vor allem den leitenden Ermittler Rokka. Egal um welchen Charakter es sich handelte, ich habe sie alle bildlich vor mir gesehen und mochte auf Anhieb jeden - auch die bösen … Von Seite zu Seite ist man in die Welt von Hudiksvall eingetaucht und wollte auch nicht aufhören zu lesen. Die Sicht der verschiedenen Charaktere hat einen sehr oft auf die falsche Spur gebracht. Aber genau das hat die Spannung im Buch auch immer wieder auf ein neues Level gebracht. Die Autorin hat es geschafft mit kleinen Briefen die Spannung immer wieder zu erhöhen und diese dann auch zu halten. Das Ende war für mich sehr überraschend- so viele wurden verdächtigt, aber nicht der Mörder - so muss ein Krimi sein. Der Schreibstil ist einfach gehalten wodurch ein flüssiges lesen kein Problem ist.

Mich hat das Buch gefesselt und ich wollte nicht aufhören zu lesen. So hab ich es innerhalb von 24 Stunden verschlungen. Meiner Phantasie konnte ich freien Lauf lassen und hatte so viele Verdächtige. Ich liebe es, wenn ich aber nicht auf den Mörder komme. Ich hoffe, dass noch mehr Bücher von Gabriella Ullberg Westin erscheinen … vielleicht ja mit dem gleichen Ermittlerteam?!

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Rezensionen von Pink Anemone:

Dieses Buch über die Geschichte der Medizin ist informativ wie ein Sachbuch, spannend wie ein Thriller und schaurig wie ein Horror...und gerade deshalb eines meiner absoluten Lesehighlights.

Der Horror der frühen Medizin Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner . 09.07.2018. Paperback / softback. von Fitzharris Lindsey

Grausig sind die Anfänge der Medizin: Leichenraub, blutige Operationen wie Kirmesspektakel, Arsen, Quecksilber, Heroin als verschriebene Heilmittel. Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Unwissen der Ärzte sagenhaft, wie sie praktizieren, ein einziger Albtraum. Bis ein junger Student aus London mit seinen Entdeckungen alles verändert … Lindsey Fitzharris erzählt vom Leben dieses Mannes und vom Horror, den ein einfacher Arztbesuch damals bedeutete – schaurig, unterhaltsam, erhellend.

...(Klappentext)

✚✚✚✚✚

"Alles war infrage gestellt, alles war unerklärt,
alles war zweifelhaft, nur die große Anzahl der toten war eine unzweifelhafte Wirklichkeit."
(Ignaz Semmelweis / S. 119)

Der Titel des Buches könnte treffender nicht sein, denn es liest sich wie ein Roman im Sub-Genre Medizin-Horror.
Leider war dies damals traurige Wirklichkeit - traurig vor allem für den Patienten, denn der Tod war ihm im Krankenhaus so gut wie sicher. Und doch wurde die Medizin durch ein paar Ärzte voran getrieben.
Durch Ärzte die sich über Konventionen und andere Ärzte hinwegsetzten, Ärzte die nicht nur abhackten und rumschnippelten, sondern sich wirklich dafür interessierten ihren Patienten zu helfen, Ärzte wie Ignaz Semmelweis, Alexander Flemming, Robert Koch und eben auch Joseph Lister, den wir hier begleiten werden.

Lister war nicht nur Arzt, sondern auch durch und durch Forscher und Wissenschaftler. Ihn begleitet man durch das kranke und tödliche viktorianische London.
Doch auch andere Ärzte begegnen uns und auch an deren Leben und Geschichten darf man teilnehmen.
Wie z. B. Robert Liston, dessen rohe Gewalt und Schnelligkeit schon vor der Erfindung der Äther-Anästhesie, sein Markenzeichen war. Diese Schnelligkeit war zwar vor allem bei Amputationen ein Segen, jedoch war er hierbei hin und wieder zu enthusiastisch. Zum Beispiel schnitt er dabei einem Patienten auch gleich noch den Hoden mit ab oder er hatte mit dem Messer so einen Zahn drauf, sodass er seinem Assistenten auch gleich drei Finger abtrennte.
Oder Berkley Moynihan, der sich erinnerte, dass er und seine Kollegen in einem Kittel operierten, der vor lauter Blut und Dreck schon von alleine in der Ecke gestanden hätte. Dieser war übrigens auch der erste Chirurg der Gummihandschuhe verwendete.

Man wohnt Amputationen, Ausschabungen und diversen äußerst ungewöhnlichen Behandlungsmethoden bei, die einem den Ekel ins Gesicht treiben. Und natürlich behandelt man auch Gangrän, Erysipel und Sepsis, welche Lister besonders interessierten.

"Die Frau drohte an der Flüssigkeit in ihrer Lunge zu ersticken.
Erichsen griff zu einer ungewöhnlichen Maßnahme:
Er drückte den Mund auf die offene Wunde und saugte Blut und Schleim aus den Atemwegen.
Dreimal musste er ausspucken, dann beschleunigte sich der Puls der Patientin wieder,...."
(S. 81)

Dies war der Ausgangspunkt seiner Forschungen über die Wundheilung und die Auswirkungen von Infektionen auf Körpergewebe und somit der erste Schritt in die Richtung der Wundhygiene. Hierbei kreuzen natürlich auch Ärzte wie Ignaz Semmelweis und Louis Pasteur unseren Weg.

Dies alles erfolgt in einem flüssigen und klaren Schreibstil und der Erzählstil ist äußerst plastisch. Für schwache Nerven und sensible Mägen ist dieses geschichtliche Sachbuch der Medizin also definitiv nichts. Ich bin mir jedoch sicher, dass hauptsächlich Personen, welche im medizinischen Bereich tätig sind und Personen, welche ein allgemeines Interesse an Medizin und Geschichte haben, zu diesem Buch greifen. Und ich gehe davon aus, dass diese Personen keineswegs zimperlich sind.

Jedes Kapitel wird mit einem Zitat eines Forschers, Wissenschaftlers oder Arztes eingeleitet und schon befindet man sich mitten in der Geschichte.

So sehr ich das viktorianische Zeitalter bewundere, bin ich doch froh in der heutigen Zeit zu leben. Doch so schockierend es sich auch liest, so faszinierend und interessant ist es, in die damalige Zeit einzutauchen und damit die ersten Schritte in die Richtung der heutigen Medizin zu verfolgen.

"Das begeisterte Publikum sah gebannt zu, wie der Anatom die aufgeblähten Bäuche verwesender Leichname aufschnitt,
aus denen Blut und stinkender Eiter quoll.
Manchmal wurde das makabre Schauspiel von lieblicher Flötenmusik begleitet."
(S. 10)

Dieses Buch besticht jedoch nicht nur durch interessante Fakten zur Geschichte der Medizin, sondern vor allem auch durch das Cover, wobei auch die Rückseite des Covers nicht zu verachten ist.
Die Verarbeitung zeugt zusätzlich von guter Qualität...sonst hätte das Buch den Urlaub mit Strand, Meerwasser und Wind sicher nicht so gut überstehen können.

Fazit:
Ich bin von diesem Sachbuch über die Medizin und dessen Geschichte absolut begeistert und könnte es immer und immer wieder lesen. Es ist informativ wie ein Sachbuch, spannend wie ein Thriller und schaurig wie ein Horror.
All diese Hürden, Fehler und auch Grausamkeiten, führten dazu, dass sich die Medizin weiterentwickelte.
Mein Respekt und auch Dank gehört all den Ärzten von damals, die den Mut hatten sich gegen Kollegen, Konventionen und Aberglauben zu stellen, um ihr eigenes Ding durchzuziehen. Damals erforderte dies nämlich Mut und vor allem auch Bereitschaft eventuell mit seiner eigenen Forschung unterzugehen.
Dies ist mein absolutes Lesehighlight, welches ich jedem der sich für Geschichte und Medizin interessiert, ans Herz legen möchte - Ihr werdet es lieben.

© Pink Anemone

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Rezensionen von Petra Sch.:

Fantasievolles Gespensterpony-Abenteuer

Gespensterponychaos, Band 01 von Müller Karin


Kurz zum Inhalt:
Mira Morgenschön zieht mit ihrem Vater und der Katze namens Frau Morgenschön in ein altes Gutshaus mit einem großen Garten, in dem viele Mirabellenbäume stehen. Der dortige Schuppen wäre ein perfekter Ort für ein Pony. Doch Papa ist - natürlich - dagegen. Er möchte lieber sein Labor im Schuppen einrichten.

Doch dann geschehen eigenartige Dinge. Statt Papas Werkzeug liegen plötzlich Karotten in der Werkzeugkiste? Und auch sonst passiert allerhand. - Es spukt!
Klar, dass sich Mira und Frau Morgenschön auf die Lauer legen, um das Gespenst zu fangen...


Meine Meinung:
"Spuk im Stall und überall" ist der Auftakt der Gespensterpony-Reihe.
Der Schreibstil ist flüssig und kindgerecht. Die Geschichte ist geheimnisvoll und spannend, und Frau Morgenschön und Mira sehen einen Schatten, den aber nur sie beide sehen können.
Es war sehr unterhaltsam, Miras Versuche zu beobachten, das Gespensterpony zu erwischen, und das daraus resultierende Chaos. Leider taucht das Gespensterpony dann tatsächlich erst im letzten Drittel auf, meine Tochter hätte es gerne schon früher gesehen. Aber die spannende Jagd nach dem Gespensterpony namens Belle ist sehr schön mitzuerleben!
Die Geschichte ist lebendig und witzig, v.a. die Szenen mit der neuen Haushälterin Frau Fiedler.
Viele tolle und detaillierte schwarz-weiß Illustrationen mit auffälligen roten Akzenten untermalen das Gelesene.

Das Cover in den eher dunkleren Blautönen passt perfekt zum Spuk-Titel. Natürlich sind auch Mira, Frau Morgenschön und das Gespensterpony Belle darauf abgebildet.


Fazit:
Eine fantasievolle und humorvolle Geschichte über das Mädchen Mira, das ein Gespensterpony namens Belle kennenlernt und sich somit der Traum vom eigenen Pony erfüllt. Die Geschichte hat sowohl meine Tochter als auch mich begeistert, und wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer!Eindeutige Leseempfehlung!

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Rezensionen von Alais:

Über die finstere Seite der Magie

Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James

Vic James hat für ihren Roman eine düstere Welt geschaffen, die nah genug an unserer eigenen Erfahrungswelt liegt, um Identifizierungsmöglichkeiten zu bieten, und doch völlig anders ist. Sie ist bestimmt durch das „Geschick“, eine Form von Magie, die jedoch nur wenige, die sogenannten Ebenbürtigen, besitzen.

Dieses Geschick ist von Ebenbürtigen zu Ebenbürtigen unterschiedlich ausgeprägt und verleiht diesen eine gefährliche Macht. So muss in dieser Welt jeder Geschicklose eine zehnjährige Sklavenzeit im Dienste der Ebenbürtigen absolvieren …
Die Autorin überzeugte mich bereits im Prolog, der Erzählung einer Flucht, durch ihre mitreißende Erzählweise. Ganz schnell fieberte ich mit den Figuren mit, obwohl mir diese in diesen Zeilen zum ersten Mal begegneten. Diese Faszination für die Handlungspersonen zog sich für mich durch das ganze Buch und dennoch hatte ich, bedingt durch die Wahl der Erzählung in der dritten Person, das Gefühl, dass mir die wahren Gefühle und Beweggründe der Personen oft verborgen blieben. Gerade das fand ich sehr spannend, denn die Autorin ist eine wahre Meisterin darin, vielschichtige Charaktere zu schaffen, die betörend und rätselhaft wirken, denen man einfach alles zutraut und die sich glücklicherweise auch nicht stupide in „die Guten“ und „die Bösen“ einteilen lassen …
Besonders geheimnisumwittert und dadurch herrlich unheimlich sind die ebenbürtigen Brüder Gavar, Silyen und Jenner Jardine. Noch mehr gefiel mir jedoch die Darstellung der geschicklosen Renie, ein junges Mädchen, fast noch ein Kind, das ganz allein in einer Sklavenstadt lebt und dort nach Kräften versucht, die Welt weniger trostlos zu gestalten - ein bisschen erinnerte sie mich mit ihrer Energie trotz aller widrigen Umstände an Pippi Langstrumpf, nur dass Renies Welt sehr viel grauer aussieht ... Noch viele weitere interessante Charaktere wären erwähnenswert, denn die Handlung in diesem Roman ruht nicht nur auf den Schultern einiger weniger Figuren.
Die Romanwelt, zu der auch ganz nebenbei Informationen über ihre Geschichte und die Entwicklung in anderen Ländern eingeflochten werden, wird meines Erachtens sehr stimmig und leider sehr realistisch dargestellt. Wenn man bedenkt, wie lange sich auch ohne das „Geschick“ mit seinen grauenvollen Möglichkeiten, anderen Menschen Schaden zuzufügen, in Europa beispielsweise die Leibeigenschaft hielt, ist es leider nicht verwunderlich und ich finde es auch verständlich, dass die meisten Geschicklosen nicht den Mut finden, sich gegen die Sklavenzeit auflehnen ... Umso mehr hat es mich gefreut, dass im Zentrum der Handlung unter anderem eine kleine Gruppe von Menschen steht, die dennoch keineswegs gewillt sind, dieses Gesellschaftssystem einfach hinzunehmen, denn „keine Magie ist mächtiger als der Geist des Menschen“ (S. 269) …
Diese Zweiteilung der Welt in Geschicklose und Ebenbürtige wird auch durch die beiden Handlungsorte Millmoor und Kyneston, zwei im Übrigen jeder auf seine Art sehr beeindruckende Kulissen, widergespiegelt. Während Kyneston das schillernde Anwesen der Jardines, einer vermögenden, leicht gruseligen Familie Ebenbürtiger, darstellt, bildet Millmoor eine düstere Fabriklandschaft, in der die Sklaven schwere körperliche Arbeit leisten müssen.
Die Situation der Sklaven hat mich überrascht – angesichts der Macht der Ebenbürtigen, der Rechtlosigkeit der Geschicklosen und meiner eigenen Erfahrungen in der Arbeitswelt hätte ich noch deutlich mehr Machtmissbrauch erwartet. Zwar kommt es in der Tat immer wieder zu schrecklichen Misshandlungen, doch ähnelt die Situation der Sklaven erschreckenderweise oft auch einfach der Situation einiger unterdrückter Arbeitnehmer in unserer Welt – ich könnte mir vorstellen, dass das durchaus so gewollt ist …
Die Erzählweise war für mich als Fan alter Klassiker mit zahlreichen Beschreibungen anfangs ein bisschen gewöhnungsbedürftig – die Autorin konzentriert sich auf Highlights und lässt manches im Unklaren und im Geheimnisvollen. Dies regt natürlich dazu an, in Lesepausen immer wieder über das Buch nachzudenken und die wildesten Theorien zu entwickeln – und dieser Effekt gefiel mir schließlich sogar richtig gut. Auch hat es mich sehr beeindruckt, wie es Vic James gelingt, in wenigen Sätzen beispielsweise die ganze Tragödie eines schädigenden Vater-Sohn-Verhältnisse darzustellen, das fand ich einfach brillant!
Für das Ende hatte ich mir zwar etwas anderes erhofft, aber ich muss der Autorin zugestehen, dass sie auch hier ihre Erzählkunst unter Beweis und gute Weichen für die Folgebände stellt, die ich nun mit Spannung erwarte …

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Rezensionen von yellowdog:

gut durchkomponiert

Jahre später von Angelika Klüssendorf

Jahre später setzt an die Vorgängerbücher Das Mädchen und April an.
Wer diese Bücher kennt, kann sich vorstellen,was sie erwartet, aber das neue Buch hat einen etwas anderern Ton. Es fehlt die literarische Wucht ihrer ersten Bücher, dafür kommt es mir weniger nüchtern vor.
Deswegen kann man sehr froh sein, dass es diesem dritten Teil gibt.

April ist jetzt 30, lebt mit ihrem kleinen Sohn zusammen in Berlin und lernt den selbstbewussten Arzt Ludwig kennen. Anfangs geht es hauptsächlich um ihre Beziehung und wie diese auch April verändert.
Es folgt Schwangerschaft, Heirat und Umzug nach Hamburg.
Es wird eine schwierige Ehe, die Beziehung zum Scheitern verurteilt.
Wie weit man in der Figur Ludwigs den ehemaligen Ehemann von Angelika Klüssendorf, Frank Schirmmacher, erkennen möchte ist letztlich jedem seiner Lesart nach überlassen, ich plädiere dafür, Ludwig erst einmal als fiktive Figur bestehen zu lassen.

Fazit: Fällt gegenüber den kraftvolleren Vorgänger deutlich ab, ist aber doch geschickt gemacht und sehr lesenswert.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Origineller Zeitreise-Roman in dem einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen Jane Austen wundervoll porträtiert wird. Das Ende ist jedoch so gar nicht nach meinem Geschmack gewesen.

Jane Austen - Jagd auf das verschollene Manuskript von Flynn Kathleen

September 1815: Rachel und Liam, zwei Zeitreisende, landen auf einem Feld im ländlichen England. Sie tarnen sich als reiche Unternehmer, kommen aber in Wirklichkeit aus einer technologisch fortgeschrittenen Zukunft. Denn Rachel und Liam haben eine kühne Mission: Sie wollen Jane Austen treffen, sich mit ihr anfreunden und ihr verschollenes Manuskript retten – indem sie es stehlen! Über Austens Lieblingsbruder Henry infiltrieren sie Janes Umfeld und kommen der berühmten Autorin nahe.

Doch je tiefer die Freundschaft wird, desto schwerer fällt es Rachel, sich auf ihren Auftrag zu konzentrieren....(Klappentext)


❉❉❉❉❉

"Wir hatten über alten Karten, Gemälden und Kupferstichen gebrütet,
detailierte Luftaufnahmen in 3-D hatten die großen Leinwände im Institut beleuchtet.
Doch nichts davon hätte mich hierauf vorbereiten können:
den Geruch von Kohlrauch und Vegetation, das Knarzen der Kutsche,
die Hufschläge der Pferde im Takt meines Herzens, wie eine Energie,
als wäre London ein fremder Planet, dessen Schwerkraftfeld mich einsaugte."
(S. 19)

Rachel, ausgebildete Ärztin, und LIam, Schauspieler der in Oxford studierte, kommen aus einer nicht näher benannten fernen Zukunft.
Sie gehören einem ganz speziellen Wissenschaftsteam an - dem "Jane Austen-Projektteam". Ihre Aufgabe ist ein verschollenes Manuskript von Jane Austen zu finden und auch zu stehlen, um es für die Nachwelt zu sichern.
Bei dem Manuskript handelt es sich um den Roman "Die Watsons", welchen Jane Austen bereits in ihrer frühen Schaffensperiode begann, jedoch nie vollendete. Des Weiteren sollen die beiden herausfinden woran Jane Austen starb. Dafür müssen sie in das England von 1815 reisen und wurden dementsprechend ausgebildet, um in dieser Epoche nicht aufzufallen.
Bei dieser Zeitreise sollen sie die Zukunft so wenig wie möglich verändern und daher in keinster Weise Einfluß auf die Geschehnisse ausüben. Leichter gesagt als getan, denn mit jeder neuen Bekanntschaft und jeder noch so kleinen Tat, scheint genau das zu passieren.

Gegenüber Zeitreise-Romanen bin ich immer etwas skeptisch, da es sich jedoch hier um Jane Austen und deren unvollendeten Roman "Die Watsons" handelt, musste ich diesen Roman einfach lesen.

"Ich bestaunte die Atmosphäre des Jahrs 1815, feucht und dicht gepackt mit Gerüchen, für die ich gar keine Worte hatte.
Mich erinnerte es an die Glasgewölbe im Brooklyn Botanic Garden, wohin wir früher Schulausflüge unternommen hatten.
>>Einst, Kinder, war die ganze Welt wie dies hier.<<"
(S. 9)

Es wird aus Rachels Sicht erzählt und man erhält nur wenig Informationen bezüglich der hochtechnologischen Zukunft und wenn dann nur bruchstückhaft.
Man hält sich ausschließlich im England des frühen 19. Jahrhunderts auf und das ist auch der Grund, weshalb mich dieser Zeitreise-Roman begeistern konnte. Dadurch erhält man Einblick in die äußerst komplizierte Etikette und das damalige Frauenbild, besucht Teegesellschaften und Dinners, wird vollkommen in die Atmosphäre des damaligen Londons gezogen und das Wichtigste - man trifft auf Jane Austen und ihre Familie.
Da Rachel aus der Zukunft kommt, erkennt man durch sie die gravierenden Unterschiede zwischen damals und heute, z.B. wie schwer es Frauen hatten, auf welche Annehmlichkeiten und Freiheiten sie verzichten mussten und wie anstrengend es damals war, selbst wenn man nicht zum gemeinen Fußvolk gehörte. Die Atmosphäre wurde also gekonnt eingefangen.

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und authentisch. Vor allem Jane Austen hat die Autorin, meiner Meinung nach, hervorragend getroffen. Spitzzüngig, direkt und mit herrlich trockenen Humor ausgestattet. So begegnet uns Jane Austen und genau so habe ich sie mir immer wieder beim Lesen ihrer Romane oder einer ihrer Biografien vorgestellt.

"Sie blickte zu mir - ein Augenverdrehen, ein sarkastischer Zucker der Mundwinkel-, nur für einen Augenblick, doch es genügte.
Um als Frau hier zu überleben und nicht den Verstand zu verlieren, brauchte man ein waches Gespür für Lächerlichkeit;
das hatte sie schon als sehr junges Mädchen begriffen.
Sie war mir weit voraus; andererseits:
War sie das nicht allen?"
(S. 180)

Aufgrund dieser Atmosphäre und der gelungenen Charakterzeichnungen ist die Story interessant und fesselnd zu lesen. Auch Romantik ist vorhanden, jedoch keineswegs übertrieben, schnulzig und schon gar nicht billig, sodass es mich hier nicht gestört hat. Wo Jane Austen drauf steht, ist eben auch Romantik drin.

So far, so good...und dann kam das Ende. Ein Ende was ich so gar nicht gebraucht hätte und mich daher etwas enttäuscht zurück ließ.
Hier ist nämlich nicht mehr Jane Austen das Thema, sondern diese ferne Zukunft, wo es dann doch zu nicht nachvollziehbaren und somit unglaubwürdigen Passagen kommt. Fehler die nur zu oft in Zeitreise-Romanen vorkommen und das Lesevergnügen trüben. Und habe ich schon erwähnt das Jane Austen nicht mehr vorkam?

Fazit:
Im Großen und Ganzen fand ich diesen Roman durchaus gelungen und die Ausarbeitung von Jane Austen einfach wundervoll.
Als Jane Austen-Liebhaber/in kann man sich dieses Buch also durchaus gönnen, um in das fiktive Leben der Schriftstellerin einzutauchen. Das Ende ist eben wieder eine andere Geschichte, ist jedoch zu verschmerzen.

© Pink Anemone

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Rezensionen von jiskett:

Aufwühlend und komplex

Twisted Love von L. J. Shen; L. J. Shen

Da mich im ersten Band der Reihe, "Vicious Love", fasziniert hat, wie unglaublich vielschichtig der Protagonist dargestellt wurde, war ich sehr gespannt, wie mir die Geschichte um Dean und Rosie gefallen würde. Man hat die beiden zuvor bereits kennen gelernt und es gab ein paar vielversprechende Andeutungen, doch diese konnten "Twisted Love" nicht gerecht werden.

Schon Deans Charakterisierung war sehr interessant; er ist nicht so grausam, wie Vicious es sein kann, doch auch er hat sehr viele Probleme, einige harte Kanten und dunkle, eher hässliche Seiten, die man zuvor nicht an ihm kennen lernen konnte. Er ist ein weitgehend sympathischer Charakter, aber besonders gut fand ich tatsächlich, wie real, komplex und zerstörerisch seine Probleme dargestellt wurden. Hätte die Autorin etwas beschönigt oder es für Fehltritte keine Konsequenzen gegeben, wäre das unglaubwürdig gewesen, doch so ist die Balance zwischen düsteren und erfreulichen Momenten gut geglückt. Shen schildert die Probleme, die ihre Figuren haben, einfach unglaublich greifbar, sodass man sich in sie hineinversetzen kann, selbst wenn sie falsch handeln.

Die Liebesgeschichte der Protagonisten hat mir insgesamt sehr gefallen, aber ich mochte vor allem, wie sie miteinander umgehen, dass sie sich in vielerlei Hinsicht ergänzen und in der Lage sind, einander zu verstehen. Natürlich gibt es Konflikte zwischen ihnen und nicht nur die vergangenen Jahre, sondern auch Rosies Krankheit machen die Situation kompliziert und teils sehr schmerzhaft, doch trotz dieser düsteren Seite fand ich die Romanze wirklich schön und es gibt ein paar emotionale Szenen. Der Autorin gelingt es, die Gefühle der Leser aufzuwühlen, gerade gegen Ende, und auch ansonsten hat die Handlung sich in mancher Hinsicht unvorhersehbar entwickelt, sodass die Geschichte fesselnd blieb. Dass das Paar aus dem ersten Band nach wie vor eine recht große Rolle spielte, war ein weiterer Pluspunkt, genauso wie die Hinweise bezüglich der Fortsetzung; ich freue mich schon auf "Scandal Love".

FAZIT
"Twisted Love" ist für mich eine gelungene Fortsetzung. Es ist der Autorin erneut gelungen, einen männlichen Charakter mit schwerwiegenden inneren Konflikten und Dämonen zu erschaffen, der Fehler macht, aber trotzdem interessant und (in diesem Fall) sympathisch ist, und die Liebesgeschichte der Protagonisten konnte mich überzeugen. Trotz einiger problematischer Entwicklungen war sie schön und bewegend.

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Rezensionen von Harakiri:

Nancy Mitford

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht von Fellowes Jessica

Louisa ist 19 und lebt in ärmlichen Verhältnissen. Als ihr Onkel sie prostituieren will, muss sie fliehen. Sie landet als Kindermädchen in Mitford Manor, wo sie sich gleich sehr wohl fühlt und sich mit Nancy, einer der 6 Töchter, anfreundet. Gleichzeitig beschäftigt ein Mord in einem Zug den Umkreis Londons.

Und Louisa und Nancy ermitteln heimlich. Unterstützt von Polizist Guy, der sein Herz für Louisa verloren hat.
Eine Mischung aus Krimi und Romanze, so würde ich diesen Roman beschreiben. Teilweise etwas zäh, gegen Ende recht spannend, aber so richtig fesseln konnte mich das Buch leider nicht. Erst beim Lesen des Nachwortes wurde mir bewusst, dass es die Mitfordschwestern tatsächlich gegeben hat und so habe ich die Familie gegoogelt.
Louisa mochte ich auf Anhieb, sonst blieben die Handelnden eher blass. Von Nancy hatte ich mir lt. Klappentext mehr erhofft. Die Stellen mit Louisas Onkel konnten mich immer fesseln, der Aufenthalt bei Tante Rose ebenso, aber die Stimmung auf Mitford Manor fand ich eher öde. Was weniger dem guten Schreibstil der Autorin als eher der wohl authentischen Stimmung in dem Anwesen geschuldet war.
Fazit: Der Auftaktband einer Reihe, die ich nicht unbedingt weiter verfolgen muss.

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