Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
"The Eagle has landed"
Neil Armstrong von Hahnemann Katrin
Gerade rechtzeitig zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung am 21. Juli 1969 ist diese Biografie von Neil Armstrong erschienen.
Wer erinnert sich nicht an die bewegenden Wort von Neil Armstrong: „The Eagle has landed“ und wenig später „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!“
Doch bevor Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond stellen kann, ist jahrelanges hartes Training notwendig.
Schon als kleiner Junge will Neil nur eines - fliegen. Er ordnet alles diesem Traum unter. Sei es, dass er schon als Schüler arbeiten geht, um das nötige >Geld für Flugstunden zu verdienen, oder sei es, dass er als Soldat Kampfpilot wird. Sein ruhiger, besonnener Charakter, mit Problemen aller Art umzugehen, hilft ihm aus so mancher brenzligen Situation.
Meine Meinung:
Diese tolle Biografie vom „Ersten Mann auf dem Mond“, dem NASA-Astronauten Neil Armstrong, ist ein schönes Dokument für den Forscherdrang der Menschheit. Es verschweigt allerdings nicht, welche Unsummen die Raumfahrt verschlungen hat und welche Tragödien sich abgespielt haben.
Sehr gut gefällt mir die Aufmachung. Die Autorin hat viele, zum Teil private Fotos, verwendet. In ihrer Beschreibung des Astronauten bringt sie die Bescheidenheit des Menschen Neil Armstrong zur Geltung, der aufhört Autogramme zu geben, als er erfährt, dass damit reger Handel getrieben wird. Neil Armstrong wird als Held gefeiert, was ihm gar nicht so recht ist.
Die vielen technischen Begriffe werden auch für junge Leser gut erklärt.
Fazit:
Dieses Jugendbuch eignet sich auch für ältere Semester, die mit bangen Erwartungen 1969 vor den Fernsehgeräten gesessen sind und mitgefiebert haben. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Vicky:
Erfahrung ist der bester Lehrer
The One Real Man von Piper Rayne
‘The One Real Man‘ ist ein Liebesroman des Autorenduos Piper Rayne. Außerdem bildet der Roman den dritten und somit auch letzten Teil der ‘Love and Order‘-Reihe . Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist toll gestaltet und passt super zu den anderen der Reihe.
Mittlerweile ist Piper Rayne auf meiner Wunschliste ganz oben zu finden und ich halte immer Ausschau nach neuen Büchern! Dass es sich dabei um das Pseudonym zweier Autorinnen handelt sehe ich mittlerweile nicht mehr negativ – ich hatte bisher, muss ich gestehen, ein Vorurteil gegenüber von Pseudonymen aber das Autorinnen-Team hat mir geholfen diese zu überwinden!
Unter 'Das Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf Hannah Crowley und Roarke Baldwin holen.
Die Geschichte umfasst dreiunddreißig Kapitel sowie einen Epilog, dieser gibt eine Vorschau auf eine neue Reihe der Autorinnen – das fand ich sehr gut gelungen!
Piper Rayne überzeugt wie immer durch einen tollen und angenehmen Schreibstil wodurch die Geschichte flüssig zu lesen ist und die Seiten nur so dahinfliegen. Ich kann mit Recht behaupten: ich liebe diesen Schreibstil! Die Kapitel haben genau die richtige Länge sodass man schnell und gut voran kommt. Der Einstieg mit dem Vergleich über Liebe, die Ehe und dem Tequila war genial und sehr gelungen. Er vermittelte sofort die richtige Stimmung für diese Geschichte und man war von einer Sekunde zur anderen bei der Hauptfigur Hannah. Nach nur wenigen Zeilen bin ich vom Geschehen gefesselt und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es fast auf einmal gelesen und es nur wenige Male - wenn es wirklich unbedingt sein - aus der Hand gegeben.
Ich mag die drei weiblichen (Haupt)Figuren dieser Reihe sehr und freute mich bereits auf diesen Band mit Hannah. Es ist spannend zu sehen wie sich die Figuren im Verlauf der Geschichte (auch über die gesamte Reihe betrachtet) immer (weiter)entwickeln. Nett fand ich auch dass wir wieder auf die Figuren aus anderen Reihen treffen durften – das war eine sehr gelungene Überraschung!
Fazit:
Ich liebe die Bücher und unkonventionellen Heldinnen von Piper Rayne – ich bin regelrecht süchtig nach den Reihe der Autorinnen!
Ich würde empfehlen die vorherigen Bände dieser Reihe zu lesen denn sonst verdirbt man sich den Spaß auf die früheren Geschichten. Es ist für das Verständnis nicht unbedingt notwendig die anderen Teile zu kennen, das klappt denke ich auch so ganz gut aber ich würde es dennoch jedem ans Herz legen!
Schade fand ich irgendwie das die Geschichten der drei Freundinnen nun erzählt sind aber man darf sich ja bereits auf die drei Mädels aus der 'Saving Chicago'-Reihe mit dem ersten Band 'Flirting with Fire' freuen welche hier gelungen vorgestellt wurden!
Rezensionen von Pink Anemone:
Ein ruhiger Roman über Freundschaft, Trauer, Schuld, die japanische Gesellschaft und viel Essen und Kaffee. Konnte mich nur mässig begeistern.
Schuldig von Kanae Minato
"FUKASE KAZUHISA IST EIN MÖRDER
[...]
Diese Worte kommen nicht unerwartet. In diesem einen Satz verdichtet sich alles: meine Kommilitonen, das Alumnitreffen, West-Pop, Regen, Kaffee, Honig..."
(S. 59)
Erzählt wird aus der Sicht von Fukase, einem kleinen Angestellten in einer Firma für Bürobedarf.
Fukase war immer schon in gewisser Weise Außenseiter und daran auch nicht ganz unschuldig. In seiner Studienzeit lernte er Hirosawa kennen und dieser war sein bester und auch einziger Freund, bis er bei einem Wochenendausflug tödlich verunglückte. Doch war es wirklich nur ein tragischer Unfall oder hatte hier einer der teilnehmenden Studenten, inklusive Fukase, seine Finger im Spiel?
Diese Frage zieht sich als roter Faden durch das gesamte Buch, ebenso die Außenseiterrolle von Fukase, sein ständiges Gejammere, aber auch Kaffee, Honig und Essen.
Fukase ist nicht glücklich und war es auch nie. Er ist eher unscheinbar und sehr unsicher, außer wenn er seinen Kollegen auf seine spezielle Art Kaffee brüht. Kaffee war schon immer seine Leidenschaft und der einzige Weg Aufmerksamkeit von anderen zu bekommen. In diesen Kaffee-Momenten drehte sich dann endlich alles um ihn und er genießt es. Doch plötzlich wendet sich das Blatt. Fukase lernt ein Mädchen kennen, es entwickelt sich eine Beziehung und alles scheint hervorragend zu laufen ... bis seine Freundin Mihoko einen Brief erhält und in diesem steht nur ein Satz: "Fukase Kazuhisa ist ein Mörder." Die Vergangenheit holt Fukase ein und somit auch die Schuldgefühle, welche er jahrelang verdrängte. Schuldgefühle, die mit diesem Wochenendausflug und dem Tod seines besten Freundes begannen.
"Ich mache einen Kaffee. Damit kann ich uns etwas Gutes tun. Das Allerbeste, was ich vermag. Der einzige Lichtblick in der finsteren Welt der Schuldgefühle."
(S. 63)
Man darf hier keineswegs einen Roman voller Spannung erwarten. Die Story schleicht regelrecht dahin. Vor allem Kaffee und Essen nehmen sehr... sehr...viel Raum ein.
Ja, auch der Kaffee ist hier ein roter Faden. Als Kaffeeliebhaberin störte mich das jedoch keineswegs. Mich umgab während des Lesens immer eine wohlige Kaffee-Atmosphäre und ich fühlte mich, vor allem Anfangs, in der Story wohl und heimelig, roch den Duft von frisch geröstetem Kaffee und habe sicher noch nie so viel Kaffee getrunken wie während des Lesens von "Schuldig". Die Story beginnt damit, dass Fukase von seinem Job, seinem Leben und vor allem von seiner Liebe zum Kaffee erzählt.
Dieses Buch sollte man auch nicht unbedingt mit leerem Magen lesen, denn auch das Essen ist hier ein wichtiges Thema. Mir knurrte permanent der Magen und genauso oft lief mir das Wasser im Mund zusammen. Ich esse normalerweise maximal 2-3 Mal im Jahr asiatisch, während ich "Schuldig" gelesen habe, hatte ich permanent Lust auf japanisches Essen und ich gab nur zu oft dem Drang danach nach. Dies ist auch ein Grund, weshalb es zu diesem Buch auf meinem Blog auch gleich zwei "Rezepte zum Buch" gibt.
Doch auch wenn dies durchaus schön zu lesen war, bremste dieser Kaffee und all dieses Essen die Story. Ich schätze ohne diese beiden Elemente wäre das Buch nur halb so dich, sprich - es hätte dann wohl nur 150 Seiten. Es war einfach zu viel des Guten.
Zudem war mir auch Fukase nicht wirklich sympathisch. Selbstmitleid und Jammerei am laufenden Band. Zwischendurch blitzen auch immer wieder Neid und Mißgunst gegenüber anderen auf, während er sich für andere jedoch überhaupt nicht interessiert. Ich hätte ihn am liebsten mehrmals durchschütteln wollen, ihm das Curry in das Gesicht klatschen oder ihn mit Soba-Nudeln erwürgen mögen. Er nervte mich von Anfang bis Ende.
Doch auch wenn er dies tat, so kann man gleichzeitig an ihm erkennen wie die japanische Gesellschaft und Kultur funktioniert und was sie aus einem macht, wenn man nicht in dieses Bild passt. Wenn man meint man MUSS so sein, wie es erwünscht wird, um in das Gesamtbild zu passen es jedoch nicht schafft diesem Bild zu entsprechen, während alle anderen perfekt sind.
"Die anderen vier hatte etwas verbunden, bei dem er außen vor geblieben war. Beinahe hätte sich Fukase gewünscht, als Hirosawas bester Freund verdächtigt zu werden, die anonymen Briefe geschrieben zu haben..."
(S. 156)
Die Story selbst ist durchaus interessant und lässt durch Fukase tief in die japanische Gesellschaft blicken, welche schon Kindern ein festes Bild einprägt wie man zu sein hat.
Die Story regt auch zum Spekulieren an - was ist nun wirklich an diesem Wochenende passiert und ich hatte im Verlauf wirklich jeden der 4 Studenten im Visier.
Die Auflösung selbst war dann wieder so gar nicht mein Fall, während andere LeserInnen gerade davon sehr begeistert sind. Mir entlockte das Ende jedoch nur ein gelangweiltes "Aha" mit einem enttäuschen Seufzer hinterher.
Vom Schreibstil der Autorin bin ich aber nach wie vor begeistert und auch der eher ruhige Erzählstil einer Story, die so viel Message zwischen den Zeilen enthält gefiel mir. Leider jedoch zu wenig für mich, um am Ende begeistert das Buch zuzuschlagen.
Fazit:
Nachdem ich von Kanae Minato "Geständnisse" gelesen habe und mich dies absolut begeistert zurück ließ, hatte ich hohe Erwartungen an "Schuldig"....vielleicht waren diese jedoch zu hoch.
"Schuldig" ist ein Roman über Freundschaft, Trauer, das Leben mit Schuld und vor allem über die japanisches Gesellschaft. Ein philosophischer und typisch japanischer Roman, der mich trotzdem nicht ganz von sich überzeugen konnte.
© Pink Anemone (mit Leseprobe, Autoren-Info und zwei Rezepten zum Buch)
Rezensionen von thora01:
Spannendes und unerwartetes Ende einer Geschäftsreise - tolle Geschichte!
Catching Beauty.Vol.1 von J. S. Wonda
Inhalt/Klappentext:
Lass uns eine Sache klarstellen:
Ich bin nicht dein Retter.
Ich bin nicht dein Freund.
Wir sind nicht die Guten.
Und du wirst mir nicht entkommen.
AMBER
Ich hätte niemals zusagen sollen, meinen Chef auf seine Geschäftsreise zu begleiten. Denn als er am Flughafen nicht auftaucht, weiß ich noch nicht, dass ich kurz darauf von einer ausweglosen Situation in die nächste geraten werde.
Ich habe geglaubt, diese Dinge geschähen nur im Film. Und wenn doch im wahren Leben, dann auf jeden Fall nicht mir. Ich habe gehofft, dass mich wenigstens der Fremde rettet, den ich kurz zuvor in einer Bar kennengelernt habe. Ich habe verdammt falsch gelegen.
Für mich gibt es kein Entkommen.
Ich bin seine Gefangene.
Ich nähere mich meinem Untergang.
Und genieße es total.
Lass dich entführen!
(Quelle: J.S. Wonda)
Meine Meinung:
Sehr spannender erster Teil der Trilogie rund um Amber. Ich wurde sofort von der Geschichte in den Bann gezogen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und ich konnte mich sofort in die Story fallen lassen. Ganz besonders haben mir die sehr schön geschrieben doch etwas expliziten Szenen gefallen. Die Protagonisten sind sehr spannende Charaktere. Mit Amber konnte ich mich sofort identifizieren und wäre auch gerne so wie sie. Sie ist kämpferisch und lässt sich von nichts und niemanden unterkriegen. Sehr spannenden fand ich das Zusammentreffen der beiden Hauptprotagonisten. Der männliche Bad Boy namens C fand ich zu Beginn ein wenig undurchsichtig. Ich konnte ihn einfach nicht einschätzen. Im Verlauf der Story hat er sich doch als sehr sympathisch erwiesen. Auch wenn er ein wirklich harter Kerl ist. Der Storyaufbau ist sehr spannend und actionreich geschrieben. Ganz besonders hat mir die sehr detailierte Beschreibung der Handlungsschauplätze gefallen. Ich konnte sie mir sofort vorstellen. Der Cliffhänger am Ende der Geschichte hat es wirklich in sich und ich hoffe es entwickelt sich im Folgeband doch noch auf die positive Seite.
Mein Fazit:
Genialer Einstieg in eine neue Reihe. Ich habe mich sofort in die Geschichte verliebt und fand die Protas und auch die Nebenprotas sehr stark. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe.
Rezensionen von begine:
Wohlfühlroman
Die Töchter der Villa Weißenfels von Elaine Winter
Die Autorin Elaine Winter besticht durch ihren lockeren leichten Schreibstil.
Der Roman „Die Töchter der Villa Weißenfels“ spielt in den 20er Jahren und 2018 in Nürnberg und Münster.
In Münster erfährt Valerie, das ihre 90jährige Omi Annemarie, als Kind vertauscht worden sein muss. Sie macht sich in Nürnberg auf die Suche.
Da bin ich erstaunt das sie in den Krankenhäusern nach Erkenntnissen sucht. Zu der Zeit gab es mehr Hausgeburten.
In den 20ern fängt Lydia bei der Familie des Spielzugfabrikanten als Dienstmädchen an.
Der Juniorchef und seine Frau haben schon 2 Töchter, das nächste Kind muss unbedingt ein Sohn werden, damit es einen Erben gibt.
Diese Geschichte ist ganz interessant, natürlich nicht unbedingt alles nachvollziehbar, aber ein schöner Traum. Es gibt liebe Söhne, aber biestige Mütter.
Dieser Wohlfüllroman hat ein schönes Cover und lässt sich gut lesen.
Rezensionen von maus1@onlinehome.de:
Der Würfler würfelt
Zehn Stunden tot von Ahnhem
"10 Stunden tot" ist der vierte Teil der Fabian-Risk-Reihe, ein fesselnder und dichter Thriller, der es in sich hat. Man sollte auf jeden Fall die vorigen Teile gelesen haben, Quereinsteigern könnte es schwer fallen, den Einstieg zu finden, da Handlungen aus den vorigen Teilen fortgeführt werden.
Zudem gibt es eine Menge an Protagonisten und viele verschiedene Stränge. Aber wer diese Herausforderung liebt, ist hier genau richtig.
Fabian Risk ist noch von den Ereignissen aus Teil 3 erschüttert, seine Familie zerrüttet, er hat sich eine Auszeit genommen. Doch viel zu schnell ist er wieder im Dienst, denn die Kollegen sind mit den aktuellen Fällen überfordert und brauchen seine Hilfe. Ein Junge wird brutal ermordet, ein Flüchtlingsheim brennt und dann gibt es noch Morde, die das Team in Atem halten. Parallel dazu ermittelt Fabian Risk im Alleingang gegen einen Kollegen, er hat einen Verdacht, von dem niemand außer ihm weiß.
Eine Vielzahl an Strängen erfordert die Aufmerksamkeit des Lesers, es ist definitiv kein Thriller, den man mal so nebenbei lesen kann. Belohnt wird man mit einem sehr dichten Plot, bei dem man eigene Überlegungen anstellen kann, wie alles zusammenhängt, wie die losen Fäden verknüpft werden. Das Ermittlerteam wirkt zuweilen überfordert und etwas planlos, am meisten konnte ich mit Risk mitfiebern. Kollegin Lilja wird dazu noch persönlich angegangen, doch anstatt sich ihren Kollegen anzuvertrauen, versucht sie dieses Problem alleine zu lösen. Irgendwie wird nicht zusammen ermittelt, sondern jeder ermittelt mehr oder weniger im Alleingang.
Am faszinierendsten waren für mich die Einblicke in die Psyche des Würflers, alleine das Ausdenken seines komplizierten Würfelkonzepts ist grandios. Aber auch Risks Nachforschungen gegen einen Kollegen sind super spannend, der Cliffhanger am Ende macht neugierig auf den nächsten Teil.
Fazit: Alles in allem ein wahrer Pageturner, fesselnd, den Leser fordernd und atmosphärisch dicht. Einen Stern Abzug gibt es für den Schluss, bei dem einiges offen bleibt und wohl im nächsten Teil fortgeführt wird. Für Fans der Reihe jedenfalls ein Must-Read.
Rezensionen von heinoko:
Motivierend, aber....
Keto-Power von Marc Weuthen; Simone Weuthen
Der Verlag spricht vollmundig von der „ketogenen Wunderwaffe“ gegen die Pfunde. Nun ja, Werbung halt…
Auf jeden Fall ist das Büchlein motivierend und anregend, sich (wieder mal) mit dem Thema der eigenen Ernährung und Gewichtsreduktion zu befassen. Neu ist im Grunde an diesem Buch nur die Kombination von Low Carb und Intervallfasten in einem 4-Wochen-Plan, ansonsten findet man sämtliche Ernährungsempfehlungen oder die Anregung, sich regelmäßig zu bewegen und die aufgelisteten Tipps allesamt auch bei anderen Ratgebern und Abnehmgruppen.
Dennoch gefiel mir ganz grundsätzlich der Motivationsschub, den die Autoren auslösen, indem sie geschickt Altbekanntes neu aufbereiten, sozusagen „mit einem Lächeln“ uns darbieten. Die Hälfte des Büchleins ist der Theorie gewidmet, d. h. es gibt ausführliche Erläuterungen, denen jedoch oftmals die wissenschaftliche Untermauerung fehlt in Ermangelung entsprechend vorliegender Studien. Es gibt eine Fülle von praktischen Ratschlägen, die wir alle aber auch schon irgendwo gelesen haben. Viele Hinweise wiederholen sich mehrfach und blähen das Buch auf. Für manchen mag eine häufige Wiederholung einen Lerneffekt darstellen, mich hat es genervt. Die wirksame Kombination von Intervall-Fasten und Low Carb leuchtet zwar ein, der 4-Wochenplan verrät jedoch, dass Low Carb gar nicht so „low“ gemeint ist. Ach ja, und als Belohnung für ein gutes Durchhalten soll ich mich mit einem Wochenende in einem Wellness-Hotel belohnen oder mir die heiß ersehnten besonderen Laufschuhe kaufen… also ein Belohnungssystem für betuchte Abnehmwillige … Sehr fragwürdig!
Die zweite Hälfte des Buches besteht aus Rezepten, passend zum 4-Wochenplan. Grundsätzlich sind diese Rezepte gut beschrieben und relativ problemlos nachzukochen, wobei jedoch etliche Fotos nicht sehr appetitanregend aussehen und der reichliche Gebrauch von Avocados schon beim Durchlesen bei mir Abneigung verursacht.
Mein persönliches Fazit: Ein Büchlein, dessen Stärke in der Motivationskraft liegt. Ansonsten bietet es detaillierte, sich wiederholende Informationen und Tipps, ohne jedoch wirklich Neues zu vermitteln. Von den vielen enthaltenen Rezepten entsprechen nur wenige meinem persönlichen Geschmack.
PS: Leider ist das E-Book schlecht lesbar bzw. es ist sogar dringend davon abzuraten, weil z. B. die im Text enthaltenen Querverweise und Anmerkungen nicht nachvollziehbar sind, außerdem die Tabellen schlecht lesbar sind, weil sie zerstückelt im Reader ankommen. Auch erscheinen in Rezeptteil Foto und Text voneinander getrennt.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Tempo- und themenreich
Meistens kommt es anders, wenn man denkt von Hülsmann Petra
Im neuen Roman von Petra Hülsmann spielt Annikas Mitbewohnerin Nele aus "Wenn's einfach wär würd's jeder machen" die Hauptrolle. Während Annika mir damals leicht arrogant-naiv erschien, mochte ich die ruhigere Nele sofort - mit ein Grund, diese neue Hamburg-Geschichte der Autorin zu lesen.
Neben Neles Mitbewohnerin Annika, die Nachbarin Sebastian und Kai taucht hier natürlich auch Taxifahrer und Leserliebling Knut auf, zumindest kurz. Sonst wär wohl noch mehr los als eh schon. Denn Nele hat eben erst eine neue Stelle in der Werbeagentur M&T angetreten. Das Team scheint okay zu sein, der eine Chef auch, der andere ist noch im Urlaub. Als der zurück kommt, lernt sie zuerst seinen Hund Sally kennen, dann erst ihn: Claas. Schon vom ersten Augenblick an liegt was in der Luft.
Bei ihrem ersten Projekt arbeitet sie Seite an Seite mit ihm. Sie sollen einem unscheinbaren, eher nörgeligen Politiker ein neues Image verleihen - eine schwierige Aufgabe, umso mehr weil sie einen arbeitsscheuen Kollegen mit in der Projektgruppe haben, der alles auf Nele abschiebt.
Privat läuft auch einiges rund: Neles Bruder Lenny möchte alleine wohnen und eine Lehre beginnen - wie alle anderen Menschen auch, meint er, nur hat Lenny das Down Syndrom. Seine Eltern sind dagegen, sind mit sich selbst beschäftigt, sie wollen nach 30 Jahre Zusammenleben nun doch noch heiraten und möchten dafür ihre Kinder als Trauzeugen. Nele übernimmt einen grossen Teil der Hochzeitsvorbereitungen und hilft Lenny beim Bewerbungsschreiben.
Es sind viele Baustellen, die die Autorin ihrer Protagonistin Nele in den Weg legt, doch man ist schnell mitten im Geschehen drin. Dies vor allem dank dem gewohnt amüsanten, flüssig und lockeren Schreibstil. Die Atmosphäre ist heiter, trotz den haufenweise eingestreuten Problemen.
Der Autorin ist es auch gut gelungen die Behinderten-Thematik auf diverse Art und Weise aufzugreifen, die sie sehr lebensnah schildert. Lenny und seine Freundin Mia werden fast zu kleinen Co-Stars des Romans, man muss beide einfach mögen.
Meine Lieblingsfigur war aber Claas. Seine Art und seine Gedanken über Beruf und Berufung fand ich toll, sein Umgang mit Menschen und Tieren, seine Haltung allgemein, er kam sehr positiv rüber.
Zum ersten Mal bei Hülsmanns Büchern fand ich die Protagonistin sympathisch und normal. Nele ist zwar ein wenig gutgläubig und zu hilfsbereit, getraut sich in Liebesdingen nicht viel zu und steht auf dem Bremspedal, aber ich mochte sie. Mir war eher ihre Mutter suspekt, die Nele vorwarf zu viel zu machen, aber wer packt Nele mit Aufträgen voll? Ja, genau: die Frau Mutter.
Die vielen Probleme der Geschichte werden zum Ende hin abgeschliffen und nicht hochgeschaukelt, was grösstenteils okay war, aber stellenweise halt doch zu reibungslos über die Runden kam.
Fazit: Tempo- und themenreicher Roman mit netter Protagonistin!
4 Punkte.
Rezensionen von skiaddict7:
Die ständige Suche
All das zu verlieren von Leïla Slimani
„Unzufriedene Menschen zerstören alles um sich herum.“ (S. 205)
Adele Robinson ist eine Journalistin, welche mit ihrem erfolgreichen Ehemann und ihrem dreijährigen Sohn in einem teuren Pariser Viertel lebt. Sie scheint alles zu haben, was man sich wünschen könnte – Schönheit, Reichtum, Liebe, Familie – wieso ist sie nicht glücklich? Wie kann man unzufrieden sein, wenn man scheinbar alles hat? Adele lebt ein geheimes (Zweit-)Leben, denn unter anderem scheint sie ein unstillbares Verlangen nach Sex mit verschiedenen, vorwiegend fremden Männern zu haben.
Sei es mit ihrem Chef, fremden Männern bei einer Dinner Party, in einer Galerie, etc. Sie ist bereit, alles für ihre Lust aufs Spiel zu setzen…
Ich mag französische Autoren, und ich hatte schon sehr viel über Leila Slimani gehört. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, das Buch war angenehm zu lesen. Slimani hat sich einem interessanten Thema angenommen, der Sexsucht bei Frauen. Ich fand ihre Herangehensweise interessant, aber leider hat die Geschichte insgesamt keine klare Aussage. Was genau will die Autorin mit der Handlung rüberbringen? Was will sie dem Leser mitgeben? Teils gibt es Aussagen und Passagen, welche zum Nachdenken anregen, doch das ganze wird von vielen, teils grotesken Sexszenen überschattet und endet in einem Cliffhanger, der für den Leser jedes Ende offen lässt. Insgesamt enttäuschend.
Rezensionen von LEXI:
Tod hinter Glas
Schneewittchensarg von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson
Die Veranstaltung „250 Jahre Gustavssons – eine Kulturgeschichte in Glas“ dokumentiert die Erfolgsgeschichte eines Weltkonzerns und bildet den Hintergrund einer Ausstellung. Bei einem der Exponate handelt es sich um die Leihgabe eines amerikanischen Sammlers, eine Installation, die sich „Schneewittchen nennt“.
Zum Entsetzen der geladenen Ehrengäste und des Firmenpatriarchs Gunnar Gustavsson befinden sich in diesem illuminierten gläsernen Sarkophag die menschlichen Überreste seiner Ehefrau Berit, die vor siebenundvierzig Jahren am Tag ihrer Hochzeit spurlos verschwand. Die Kriminalpolizei unter der Leitung von Ingrid Nyström rollt den knapp fünfzig Jahre alten Vermisstenfall neu auf und muss feststellen, dass er weit komplexer ist, als es zunächst den Anschein hat. Denn sowohl bei der jungen, selbstbewussten Berit, als auch bei den Familienmitgliedern der Gustavssons, gab es sorgsam gehütete Geheimnisse. Ingrid Nyström als ranghöchste Ermittlerin für Gewaltverbrechen der gesamten Region macht sich an die Arbeit und trotz eines schwelenden Konflikts zwischen ihnen beiden betraut sie auch ihre fähigste Mitarbeiterin Stina Forss mit diesem Fall. Ihnen zur Seite stehen wie gewohnt Lasse Knutsson, Anette Hultin, Hugo Delgado sowie die Pathologin Ann-Vivika Kimsel.
Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen dargebracht. Den Einstieg bildet eine Szene aus dem Jahr 1971, wo in einer warmen Sommernacht eine Braut spurlos verschwindet. Die Ereignisse in der Gegenwart thematisieren die Arbeit des Ermittlungsteams und die Interaktionen zwischen den Kriminalbeamten und den Mitgliedern der Familien Gustavsson, Lundberg und Thurstan. Der hervorragend konstruierte Kriminalfall wartet mit einem hohen Spannungsfaktor und vielversprechenden Fährten auf. Durch deren kursive Tagebucheinträge lernt man die verschollene Braut Berit Gustavsson näher kennen, und trotz einiger hoch brisanter und adrenalingeladener Szenen warten Voosen und Danielsson auch mit einer gewissen Situationskomik auf: „Aus großer Kraft wächst große Verantwortung“ proklamierte Forss mit aufgesetztem Pathos. – „Konfuzius?“ fragte der Mann von Gullvi Lundberg interessiert. – „Spiderman“, antwortete Forss trocken.
Wie in den Vorgängerbänden kam auch in diesem Fall das Privatleben der Kriminalbeamten nicht zu kurz. Während Ingrid Nyströms liebevoller Ehemann Anders mit Tochter Anne und dem kleinen Enkelsohn Albert für ein Jahr nach Tansania geht, wird die Deutschschwedin Stina Forss von den Dämonen ihrer Vergangenheit eingeholt. Der ehemals lebensfrohe Brummbär Lasse Knutsson wandelt sich plötzlich zu einem wortkargen und melancholischen Menschen, und auch Hugo Delgado und Anette Hultin werden mit privaten Problemen konfrontiert. Sämtliche handelnden Personen wurden hervorragend charakterisiert, ihre Darstellung war in hohem Maße überzeugend, ihre Gefühls- und Gedankenwelt wurde eindrucksvoll vermittelt. Was mich ein wenig störte war die an einigen Stellen doch recht derbe Sprache der eigenwilligen Stina Forss, der eine gestörte Persönlichkeit und ein eigenbrötlerisches und verschrobenes Wesen zugesprochen wird.
Trotz dieses kleinen Kritikpunkts empfand ich das vorliegende Buch als einen weiteren Bestseller aus der Feder des beliebten schwedischen Autorenduos. Roman Voosen und Signe Danielsson schaffen es immer wieder, mit ihren Krimis hochgradige Spannung und ein außergewöhnliches Abenteuer im Kopf zu erzeugen und mich dabei mit völlig unerwarteten Wendungen zu überraschen. „Schneewittchen-Sarg“ hat mich sehr gut unterhalten, mir ausgezeichnet gefallen und wartet vor allen Dingen mit einem atemberaubenden Finale auf, das es wirklich in sich hat. Auch für diesen ausgeklügelten und komplexen Fall kann ich einfach nur die Höchstwertung und eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Ich freue mich bereits jetzt auf das nächste Werk meiner favorisierten nordischen Krimiautoren!











