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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich gut unterhalten

Das Sissi-Feuerwerk von Jenna Theiss

Es ist wieder einmal Sommer in Bad Ischl und die Stadt will ihren Gästen etwas Besonders bieten: Ein Varieté mit dem Titel „Sissi-Feuerwerk“. Bad Ischl ist als Treffpunkt und Wallfahrtsort von Habsburg-Fans und im Besonderen als Mekka für Verehrer der Kaiserin Elisabeth „Sissi“ bekannt. Echte Anhänger der Monarchie wie Dr.

Ronacher sind über die Kommerzialisierung nicht gar so begeistert.

Bei den Proben des Varietés, das auch eine Tierschau im Programm hat, stürzt ein als Sissi verkleidete Artistin vom Hochseil. Mitten drin ist auch Chefinspektor Paul Materna, der eben bei Freundin Josi Konarek, auf Urlaub weilt. Zuerst geht man von einem unglücklichen Zufall aus, doch bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat. Doch wer? Und was haben die militanten Tierschützer mit dieser Sache zu tun? Oder warum sind Tierpfleger Giorgio und eine weitere Artistin verschwunden? Gemeinsam oder jeder für sich? Fragen über Fragen, denen sich Materna nun stellen muss. Welche Roll spielt der charismatische Gerold Stein, der in den Ermittlungen ständig Maternas Wege kreuzt?

Meine Meinung:

Jenna Theiss ist wieder ein interessanter Krimi mit viel Lokalkolorit gelungen. In Bad Ischl versammeln sich allerlei skurrile Persönlichkeiten wie eben der näselnde Dr. Ronacher, den Josi und Materna nur „Graf Bobby“ nennen.

Auch Josi selbst, Journalistin und Psychologin, hat so ihre Eigenheiten. Mit Bad Ischl verbindet sie eine Art Hassliebe, die sie schön langsam aber sicher abzulegen beginnt.
Gut gefällt mir, dass diesmal auch die Ursache des Familienzwistes um Maternas Familiengeschichte erwähnt wird. Das könnte noch Stoff für weitere Krimis sein. Immerhin sind die Familien seines Vaters und seiner Mutter Profiteure des NS-Regimes.

Dieser zweite Krimi der Reihe um Materna und Konarek verzichtet auf blutige Details und reißerische Verfolgungsjagden. Es wird ordentlich ermittelt, Schritt für Schritt und die Auflösung ist schlüssig.

Für nicht österreichische Leser steht ein ausführliches Glossar am Ende des Buches. Das Personenverzeichnis zu Beginn, hilft den Überblick zu bewahren.

Nicht unerwähnt lassen darf man die köstlichen Mehlspeisen, die im berühmten Café Zauner serviert werden: Von Apfelstrudel bis Zaunerstollen.

Fazit:

Ein Krimi mit viel österreichischem Flair und gründlicher Ortskenntnis, dem ich gerne 5 STerne gebe.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Obst und Gemüse unterm Messer

Kochbuch ohne Rezepte, Band 3 Obst & Gemüse. Gebunden. von Andreas Ingrid

Auch der 3. Band dieser Kochbuch-Reihe begeistert. Buchrücken, Lesebändchen und Titel sind passend zum Inhalt (Obst und Gemüse) in grün gehalten.

Der Aufbau ist, damit sich Koch bzw. Köchin leichter tun, wie in den Vorgängern. Zwischen den einzelnen Kapitel ein paar leere Seiten (als kleines Extra: sie sind liniert!), die Platz für eigene Notizen und Anmerkungen bieten.

Viele Fotos ergänzen den informativen Text.

Wir lernen den Unterschied zwischen Obst und Gemüse kennen (Gibt’s den überhaupt?), zahlreiche fast ausgestorbenen Obst- und Gemüsesorten und deren Verwendung. Wir erfahren Wissenswertes über Einkauf und Lagerung.

Wie werden Bratkartoffel wirklich knusprig? Einfach nachlesen auf S. 133.

Fazit:

Ein anschauliches Kompendium über Obst und Gemüse, in dem sich auch Kochanfänger bestens zurecht finden. Bon Appetit und 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Unbarmherzig von Inge Löhnig

Dies ist der zweite Krimi rund um KHK Gina Angelucci. Nach der Baby-Pause kehrt die engagierte Münchener Kriminalistin in de Beruf zurück.

Ihr erster Fall für nach Altbruck, einem kleinen Ort nahe München, wo man bei Bauarbeiten zu einem neuen Gewerbegebiet, Teile von zwei menschlichen Skeletten entdeckt hat.

Recht bald ist klar, dass die beiden Toten, ein Mann und eine Frau eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Tatzeit: vermutlich 1944/45. Gina will den Toten ihre Identitäten wiedergeben, obwohl ihr Chef sogar nicht damit einverstanden ist.
Sie verbeißt sich in den Fall und findet heraus, dass im ach so beschaulichen Altbruck nicht alles so ist, wie es scheint. Während der Nazi-Zeit haben einige Dorfbewohner den Grundstein für ihr aktuelles Vermögen gelegt. Mitten drinnen zwei verfeindete Familien und eine ehemalige Munitionsfabrik.


Meine Meinung:

Inge Löhnig ist wieder ein fesselnder Krimi gelungen, der verschiedene Themen anspricht. Da ist zum Beispiel der Umgang mit den Verbrechen der Nazis, die viele Leute heute am liebsten vergessen wollen und andere als Mahnmal aufgearbeitet wissen wollen. Auch Ginas und Tinos kleine Tochter Chiara, die mit Trisomie 21 geboren wurde, hat ihre Auftritte. Sei es als fröhliches aufgewecktes Kind, oder sei, dass ihr und ihrer Familie mit Unverständnis begegnet wird. „Damals hätte es so etwas nicht gegeben.“
Doch damit nicht genug! Die junge Familie wird von einer geheimnisvollen Frau aus einem vorherigen Fall verfolgt. Gina Angelucci und ihr Mann, Tino Dühnfort, meistern die Herausforderungen, die ihnen das Leben stellt.

Gina ist sympathisch, zielstrebig und wohltuend normal. Sie stürzt sich in die Arbeit, füg Mosaiksteinchen an Mosaiksteinchen und kann auch ihren Chef überzeugen. Die Leser natürlich sowieso.

Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, die Charaktere haben Ecken und Kanten. So schafft es Inge Löhnig, gemeinsam mit dem gut durchdachten Plot, ihre Leser zu fesseln. Gekonnt legt sie falsche Spuren und führt die Leser ein wenig an der Nase herum.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, der auch ein wenig nachdenklich macht.
Gerne gebe ich hier 5 Sterne und warte auf eine baldige Fortsetzung.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

NYC, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten

Die kleine Bäckerei in Brooklyn von Julie Caplin

Foodjournalistin Sophie kennen die Leser des kleinen Café in Kopenhagen bereits. Im ersten Band der Serie war Sophie aber noch eine Foodbloggerin. Sie arbeitet bei einem Magazin und bekommt die Möglichkeit für ein halbes Jahr im Rahmen eines Jobtausches nach New York zu gehen, sagt aber erst mal ab.

Doch die Leser des ersten Bandes wissen auch, dass etwas nicht wirklich koscher ist in der Beziehung von Sophie und James. Auf den ersten Seiten von "Die kleine Bäckerei in Brooklyn" erfahren wir nun endlich den Grund für das komische Gefühl, das wir alle hatten, es hat uns nicht getäuscht. Sophie trennt sich sofort von James und fliegt kurzentschlossen nach New York.

Hier erwartet sie ein hübsches, aber leeres Appartement und die herzliche Vermieterin Bella, die unten im Haus ihr kleines Café führt. Bellas Cousin Todd arbeitet für dieselbe Zeitschrift wie Sophie und hat ihr die Wohnung verschafft.

Todd ist ein Traum von Mann und Gerüchten zufolge ein Womanizer. Sophie mag ihn gut, er hilft ihr wo er nur kann und möchte ihr auch die Stadt zeigen. Doch Sophie geht auf Abstand, was ihr je länger je schwerer fällt. Gut, wird sie von Paul, einem anderen Arbeitskollegen, umschwärmt und eingeladen. Doch es ist einfach nicht dasselbe, wie wenn Sophie mit Todd zusammen Zeit verbringt.

Bella hingegen hat ein Auge auf Wes geworfen, doch der will scheinbar nichts von ihr wissen. Bellas Backkünste sind gefragt, sie hat viel zu tun, aber zu wenig Zeit - Sophie hilft ihr, zusammen sind sie ein tolles Team, die Arbeit macht beiden Spass. Die sechs Monate vergehen wie im Flug, doch ans Heimkehren möchte Sophie lange noch nicht denken.

Es braucht ein wenig bis die schön erzählte Geschichte Fahrt aufnimmt, doch dann kann man sich in ihr versinken und mit Sophie und ihren Freunden New York, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten entdecken und dabei Spass haben.

Sophie und Todd sind gelungene Charaktere, beide haben ähnliche Familienhintergründe und sind doch sehr unterschiedlich aufgewachsen. Sophie glaubt an die wahre Liebe, auch noch nach der Enttäuschung mit James. Todd hingegen gibt sich ganz anders als er ist, und will von einer echten Beziehung nichts wissen, zu unglaubhaft wird es ihm zuhause vorgelebt. Sophie findet in den sechs Monaten zu sich und zurück ins eigene Leben, wird mutig und steht für ihre Überzeugung ein.

Das Thema Essen und Backen wird gross geschrieben, ist aber immer nur Nebensache in der Geschichte. Okay, ich bin aber auch kein Fan von Cupcakes und Torten und deshalb immun - ich schau mir die schön und aufwendig verzierten Backwaren lieber an, als dass ich sie esse. Von daher haben mir Bellas und Sophies Backkünste nicht den Mund wässrig gemacht.

Fazit: Eine nette Geschichte, nicht ganz so fetzig wie die Kopenhagen-Story, aber auf jeden Fall eine entspannende Sommerlektüre.
4 Punkte.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Kein Thriller, Psychodrama voller Klischees mit Selbstjustiz-Moral und teils unappetitlich

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg

Ich kenne mindestens eine Frau, die bei der Scheidung auf einen finanziellen Ausgleich verzichtet hat, nur, um den Mann schnellstmöglich loszuwerden, obwohl sie nach gemeinsamer Absprache auf eine volle Berufstätigkeit zu Gunsten der Kinder verzichtete. Vermutlich wird sie später in die Falle der Altersarmut fallen - dann werden genau diese Kinder für sie bezahlen müssen oder die Gesellschaft in Form von Aufstockung - viel wird es trotzdem nicht sein.

Ich kenne mindestens eine Frau, die keine Arbeit annehmen würde, die es erfordert, regelmäßig über Nacht weg zu sein - sie würden sich Sorgen darum machen, dass nächtliche Abwesenheit dazu führt, dass der Mann sie betrügt (ich klage hier NICHT die Alleinerziehende mit Kleinkindern an).
Ich kenne deutlich zu viele Frauen, die sich im Kampf um die Kilos oder das Makeup und die Kleidung hauptsächlich nach anderen Frauen richten - sie wollen ein bestimmtes Aussehen, damit andere Frauen sie als Konkurrenz empfinden und somit nicht als "leichte Beute", in deren "Revier" sie "wildern" können. Kennt jemand diesen speziellen musternden Blick von oben bis unten?
Ich habe oft erlebt, dass Frauen es nicht mögen, wenn sie sich von Frauen belehren lassen sollen, sei es als Chefin, als Trainerin, sogar als Kollegen. Wenn eine Frau einer anderen Frau widerspricht oder sie korrigiert, wird ihr das häufig nicht verziehen. Männer gehen hinterher trotzdem ein Bier trinken.
Ich kenne Frauen, die im Berufsleben stehen, kein eigenes Konto haben, nie eine Überweisung tätigen, nicht wissen, wo Verträge abgeschlossen sind.
Ich kenne Frauen, die bei einem Ehebruch des Mannes daheim ausgezogen sind und mit den Kindern in einer Mini-Wohnung wohnten, nur um ihn nicht mehr sehen zu müssen - statt den Platz für sich und die Kinder einzufordern.

Ich kenne viel zu viele Frauen, die sich in Bezug auf Finanzen und beruflichen Erfolg eher selbst im Wege stehen - oder die anderen Frauen im Wege stehen. Frauen sind untereinander oft sehr wenig solidarisch. "Sugar-Daddys" erscheinen erschreckend vielen jungen Mädchen als erstrebenswert - und "kleine Prinzessinnen" sollen rosa tragen, Spielzeug erfüllt Rollenbilder, die ich in den 70ern und 80ern nicht mehr so stark sah - MINT-Berufe werden wohl eher nicht angestrebt.
Um vollständig zu bleiben: Ich kenne auch die üblichen Witze von Männern, immer gegen Gruppen, die als schwächer empfunden werden - gerne auch gegen Frauen (wie auch in Form von Rassismus oder anderen Diskriminierungen). Ich kenne es aber nicht, dass Männer sich selbst kleinmachen, freiwillig verzichten, einander aufgrund von 5 Kilo zuviel oder einer bestimmten Krawatte missachten.

Ich habe kein Problem damit, wenn in einer Partnerschaft jemand bestimmte Aufgaben übernimmt, die ihm oder ihr einfach besser liegen - oder die er oder sie einfach nur weniger unangenehm findet. Man sollte nur sinnvoll darüber reden und finanzielle Absprachen zu Beginn treffen. Solange "er" Spagetti aus der Kombipackung mit Soße hinstellen kann, wenn sie spät nach Hause kommt, darf "sie" gerne sonst immer die Köchin sein. Und er darf gerne alle Finanzen übernehmen, wenn es einen gemeinsamen Notfallordner gibt und die Rechte und Pflichten beider vertraglich abgesichert sind. Ich brauche keinen Krampf zu Männer- und Frauenrollen, aber ich mag gerne erwachsene Menschen.

Ich finde die Grundidee dieses Buches genial. Die Umsetzung bereitet mir hochgeklappte Fingernägel.

Faye ist liebend gerne das "kleine Frauchen" für ihren großen starken tollen Jack. Der behandelt sie zwar wie Dreck, aber er hat schließlich Stress. Sie hat zwar mehr Hirn, aber er bringt das Geld ins Haus - weil sie verzichtet hat, das gemeinsame Firmenkonzept weiter mit umzusetzen. Klar, das Luxuskind kann ja nicht nur vom Kindermädchen erzogen werden, Faye muss gegenüber den anderen Luxusweibchen im Wettpink... äh, Wettbewerb um möglichst wenig Kilo, viel Blubberwasser und die richtige Markenkleidung antreten. Das erfüllt ja auch total.

Ich mochte keine der Personen, außer Chris und ein wenig Kerstin (bei älteren Frauen bin ich in Bezug auf bestimmte Rollenbilder verständnisvoller). Selbst die kleine Julienne nervte mich mit ihrem Gezicke. Auf den ersten Teil des Buches hätte ich fast komplett gerne verzichtet, höchstens Faye einige Packungen Kondome zuwerfen wollen. Ja, Sex, explizit, aber irgendwie bevorzugt unterwürfig, frustriert - und definitiv ungeschützt. Ernsthaft? Einzig die Rückblenden ließen mich auf irgendeinen Sinn hoffen,
Rückblenden auf die junge Faye, mit ganzen Zaunfeldern voller Andeutungen auf ihre Vergangenheit, mit irgendeinem tragischen Ereignis, das sich spät klärt, sonst liest ja keiner weiter.

Den zweiten Teil fand ich dann genial - Faye wacht auf und handelt. Aus der Sicht des Buchendes kippt das aber. Faye gibt es also nur als Opfer - oder sie nimmt Rache, übt Selbstjustiz, geht über Leichen.
Ja, Frauen mit bestimmten Kindheitserfahrungen, heißt es, werden leichte Opfer. Faye hatte aber gerade in der Kindheit gehandelt - wie logisch ist dann ihre Opferrolle später? Wie logisch ist, dass ihr Racheschema wirklich den Ermittlungsbehörden entgehen kann?
Wie wahrscheinlich ist es, dass sie genau in dem Moment, in dem sie Geld benötigt, DIE Geschäftsidee hat, die sie benötigt, die dann auch so schnell zu finanziellem Erfolg wird? Wie viel Mut macht das Beispiel von Faye anderen Frauen, jemanden einfach anzuzeigen? Welche Identifikation ist das für zum Beispiel eine Verkäuferin bei Aldi oder eine Krankenschwester oder selbst die Ärztin, als Idee, mit einem Partner gleichzuziehen, von dem man ausgebootet wurde? Hat jemand am Ende vergessen, was sie mit Viktor getan hat und weshalb? Wie konnte sie ihre erste Racheaktion aus der Jugend finanziell durchziehen, wie den Kontakt aufrechthalten? Wenn Jack doch so toll war, anfangs, warum war er nicht eingeweiht? Wenn klar war, aus welchem Ort Faye kam, warum hat da nie jemand nachgeforscht? Worin ergab sich die zwingende Logik, dass sowohl Henrik als auch Jack genau parallel "mutierten"? Wie wahrscheinlich war der langjährige Erfolg von Compare, wenn doch Faye als einzige den Durchblick hatte?
Und so weiter, und so fort.

Faye will Rache. Wenn Sex mit dem Gegner hilft, kein Problem. Und natürlich geht das nur schlank. Und selbstverständlich können sich fast alle anderen Frauen damit identifizieren, von einem Mann verladen worden zu sein (das geht in der Realität durchaus auch umgekehrt, also, Frau verlädt Mann, aber nun ja. Die "ich-weiß-dass-er-mich-betrügt-aber-ich-liebe-ihn-so" Version kenne ich tatsächlich nur von Frauen, aber auch die "du-willst-Papa-doch-gar-nicht-sehen-du-liebst-mich-doch" Option).

Gut geschrieben, aber irgendwie ein Klischee wie in den 80ern Joan Collins im Denver Clan. In den sexuellen Parts teils unappetitlich, es lief mir etwas zu oft Sperma an Fayes Beinen herunter (wie gesagt, Kondome?).

Warnung: Gewalt, auch sexuell. Ansonsten kein Thriller, eher ein Psychodrama mit Selbstjustiz-Moral.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Alte Zöpfe zu spät abschneiden

Der Zopf meiner Großmutter von Alina Bronsky

In der Leseprobe fand ich das Buch noch skurril, aber ansprechend, dann hätte ich es am liebsten beendet, konnte es nicht aus der Hand legen, wollte wissen, wie es weitergeht - und legte es nicht ganz zufrieden beiseite.

Da ist diese Großmutter - wir haben bei meiner gewohnt und ich vermisse sie bis heute - skurril und stur, die dem Enkel Maxim ein ganzes Arsenal an besonderen Sprüchen entgegenwirft.

Die Familie ist aus Russland nach Deutschland gekommen; um das zu bewerkstelligen, wurde ein weitgehend frei erfundenes Judentum genutzt – während man eigentlich nicht viel Gutes von Juden hält. Das ist schon weniger schön; allerdings hält man auch nicht viel von sonst jemandem, fairerweise.
Eltern zu haben, die sich Sorgen machen, ob etwas hygienisch ist, das kenne ich auch. Aber diese Kontroll-Soziopathin von einer Großmutter erniedrigt ihren Enkel, demütigt ihn vor anderen, hält ihn klein, beleidigt ihn, behandelt ihn wie ein Baby, setzt ihn herab, malt ihm die Zukunft in düstersten Farben, traut ihm nichts zu, belügt ihn und verteilt rassistische Sprüche an alle, auch der Großvater wrid nicht verschont. Wundersamer Weise finden beide Auswege: der Enkel ist bald der Übersetzer der Großmutter, die weiter fast nur Russisch versteht, und somit Herr über die Informationen, der Großvater sucht sein Heil außerhalb des Haushalts. Man könnte auch sagen, er lässt dem Enkel zwar mehr zu, heimlich – und lässt ihn damit sehenden Auges im Stich. Doch die Familienverhältnisse sind nicht einfach und werden noch verwirrter.

Was soll ich hiervon halten? Es gibt zwar auch Momente der Zartheit bei der älteren Dame, die vermutlich Hanibal Lector gegessen hätte, sobald sie mit dem Spülen der Bakterien aus Chuck Norris durch war. Da gibt es auch witzige Teile, die jedoch vergessen sind, wenn sie das arme Kind als Idioten, Schwachkopf, bald sterbend, und so weiter beschimpft.
Und bitte, meine Omma ist ganz im echten Leben über Sicherheitspersonal von großen Wirtschaftsmessen gewalzt, weil sie ihren Enkelsohn besuchen wollte. Aber Idiot, lebensunfähig, das hätte uns niemand nennen dürfen. "Du spinnst, kommt her, macht das, ...." das geht.

Das wäre so eine schöne ganz besondere Familiengeschichte - aber mir ist die Großmutter zu dick aufgetragen, bei aller Skurrilität. Großmutter Margo macht zwar zum Ende Ansätze, alte Zöpfe abzuschneiden, aber bis dahin hat sie ihren Enkel der Kindheit und Identität beraubt. 3 Sterne.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Abhängigkeiten

All das zu verlieren von Leïla Slimani

Adèle hat als Journalistin Vorteile: Sie kann nach Bedarf Gründe angeben, nicht daheim zu sein. Nach Bedarf für ihre Bedürfnisse: um Sex zu haben, Sex mit ihrem Chef, Kollegen, Unbekannten. Ihr Mann Richard bekommt Ausreden. Sie bekommt oft nicht das, was sie sucht. Nicht neu genug, nicht hart genug, nicht brutal genug.

Also ist der nächste Mann fällig. Oft stösst sie die Menschen um sich herum zurück, benimmt sie sich wie eine schmollende Dreijährige in der Trotzphase, die sich im Badezimmer einschließt, als es zu einer Einladung geht, dort die anderen Frauen ignoriert, aber den Gastgeber bedrängt. Dann, an anderer Stelle, scheint sie gefallen zu wollen: S. 18 "Ich lade euch ein", verkündet Adèle, deren Konto überzogen ist und der noch nie ein Kollege auch nur ein Glas spendiert hat."

Sie lebt den Widerspruch: "Adèle mag ihren Beruf nicht. Sie hasst die Vorstellung, dass sie arbeiten muss, um davon zu leben." S. 15 aber: "Ihr Mann verdient gut. ... Adèle ist eine verwöhnte Frau, und ihr Mann ist stolz darauf, wie unabhängig sie ist." S. 16.

Was sie wirklich will? "Adèle könnte nicht sagen, wo im Knäuel ihrer Gefühle sich die Liebe zu ihrem Sohn verbirgt. Irgendwo zwischen der Panik, ihn anderen anvertrauen zu müssen, der Gereiztheit, wenn sie ihn anzieht, der Erschöpfung, wenn sie seinen störrischen Buggy eine Steigung hochschiebt." S 34 Dann genießt sie das Kuscheln mit ihrem Sohn. Doch was, wenn sie eines Tages auffliegt?

Ich habe diesen verstörenden und soghaften Roman in einem Rutsch gelesen, von den Sprachbildern ist er genial. Inhaltlich bin ich gerade arg überfordert. Schulfrage: Was wollte uns die Autorin sagen? KEINE AHNUNG. Wir sind alle allein? Wir sind alle abhängig oder coabhängig? Es gibt keine wahre Liebe, nur Kontrolle und Abhängigkeit? Wir sind immer auf der Suche, unzufrieden, oft heimlich, nur lebt das kaum jemand so konsequent aus?

Ich habe mich zwischendurch gezwungen, mir eine Vertauschung der Rollen vorzustellen. Richard schläft herum. Dann hätte es wahrschleinlich Sexismusvorwürfe gehagelt, Sprüche über Altherrenphantasien, auch von mir. Andererseits, das hier ist hauptsächlich selbstzerstörerisch. Warum? Weil ein nackter Mann als bedrohlich empfunden wird, die Leute sich über eine nackte Frau im Park jedoch freuen? Nun, Sex ohne Kondom, mit Fremden, mit dem Bedürfnis, Gewalt zu erfahren, werde ich weiterhin als fragwürdig empfinden.

Was wird zu den Gründen gesagt? Nichts. Es wird Anorexie angedeutet, mindestens eine Vernachlässigung als Kind durch die Mutter, ein seltsames Bild. Das ist mir zu einfach. In einer ZDF-Vorabendserie wäre die Lösung, dass Adèle als Kind missbraucht wurde, "am Besten" (! sic) innerhalb der Familie. Die Sprüche ihrer Mutter sind ausreichend seltsam. "Ich war's, die ihr gesagt hat, sie soll mal ein bisschen anziehender sein, aufreizend." S. 87

Geht es um Macht durch Manipulation? Darum, sich nur irgendwie zu spüren, statt ritzen oder Drogen? Geht es darum, dass Frauen das auch dürfen? Ehrlich gesagt, wäre mir Promiskuität recht schnurz (die Menschen können fast alles tun, solange es nicht zu Pflicht für alle wird) - aber diese Selbstzerstörung ist eine andere Sache.

Soghaft zu lesen, verstörend, es bleibt die Frage, warum dieser Text.
Und was machen wir jetzt damit? Sprachlich 5 Sterne, wie auch ihr anderer Roman „Dann schlaf auch du“. Den hatte ich mit 4 Sternen bewertet. Das hier ist für mich inhaltlich deutlich schwächer, also 3 ½ Sterne. Kein Wohlfühlbuch, aber ideal für eine Leserunde.

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Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Erik, 14 Jahre aus Bludenz,

Kid Got Shot von Simon Mason

Der 17-jährige Schüler Pyotor wird nachts in einem Lagerhaus außerhalb der Stadt gefunden. Die Stadt ist schockiert, da dies schon der zweite Todesfall eines Schülers innerhalb von einem Jahr ist. Garvie Smith, ein kluger, frecher Junge, will den Mordfall selbst aufklären, da er die Polizei für zu inkompetent dafür hält.

Er selbst kommt aber erst nach einer Ewigkeit auf die Lösung des Mordfalles. Die Lösung ist einfach: Es war der ehemalige Freund seines Freundes Alex.

Das Buch war „normal“ geschrieben, weder interessant noch langweilig. Auffällig war, dass Garvie nahezu bei jeder Gelegenheit seine Mutter enttäuscht. Sie hat wirklich viel Geduld mit Garvie, aber man denkt sich oft beim Buchlesen „oh nein, nicht schon wieder!“.

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Rezensionen von begine:

Was für Zwillinge

Kid Got Shot von Simon Mason


Die Us-amerikanische Autorin Brenda Joyce schreibt Liebesromane.
Lanas Schuld ist der erste Roman den ich von der Autorin gelesen habe. Für diese Art Lektüre schreibt sie spannend.
Lanas Schuld handelt von den Zwillingen Lana und Kait. Die beiden hatten seit Jahren keine Verbindung, jede führt ihr eigenes Leben.

Da bittet Lana ihre Schwester um Hilfe. Kait soll ein paar Tage in deren Haut schlüpfen und sie bei Mann und Tochter vertreten.
Das wird ganz gut erzählt, obwohl mir Kait zu naiv ist und die Beziehung zu ihrem Schwager Trev gleich Zuviel Sex enthält. Ich kann mir einen Mann einfach nicht als niedlich vorstellen.
Trotz allem ist der Roman eine nette angenehme Unterhaltung.

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Rezensionen von C. P.:

Nimm dein Schicksal selbst in die Hand!

Prophezeiungen für Jedermann von Gozdek Nicole

Zacharias lebt in einer Welt ähnlich der unseren, in welcher Magische einst gemeinsam mit den Menschen lebten und Prophezeiungen ihrer Orakel entgegen nahmen. Heute werden die Magischen von den Menschen unterdrückt und das einzig verbliebene Orakel dazu gezwungen, täglich Prophezeiungen für Jedermann gegenüber auserwählten Menschen auszusprechen, welche dann in einer Queste ihr Schicksal erfüllen sollen.

Als Zacharias auserwählt wird, seine Prophezeiung vom Orakel zu empfangen, entwickelt sich seine Queste immer mehr zu einer unlösbaren Aufgabe…
Zugegeben, das Buch beginnt etwas ungewohnt. Zacharias lebt in einer Welt, die von Regeln und Ordnung bestimmt wird. Je mehr man sich anpasst und nicht in der Menge auffällt, desto höher sind die Chancen auf Erfolg. Und genau da liegt Zacharias' Problem, denn er hält sich für einen chaotischen Tollpatsch, der nicht recht ins System passt. Seine Phobie macht es zudem nicht besser. Erschrocken war ich, unter welchen Bedingungen die Magischen mittlerweile leben müssen. Einst dem Schicksal und der Natur verbunden, leben sie nun mit wenigen Rechten ausgestattet, während ihre Magie von Eisenringen unterdrückt wird. Denn Eisen ist ihr Kryptonit. Und das letzte Orakel wird dazu gezwungen, täglich Prophezeiungen im Akkord auszusprechen, von gerechter Arbeitszeitenregelung keine Spur. Da mutete es schon fast witzig an, welch obskure Prophezeiung manch einer zu erfüllen bekam.

„Pläne sind eine Erfindung der Menschen. Das echte Leben erfordert Flexibilität.“ (Zitat Kap. 11)

In einer Welt von Struktur und Ordnung wird natürlich vorausgesetzt, dass jeder sein Schicksal möglichst schnell zu erfüllen hat, damit der Alltag weiter seinen planmäßigen Lauf nehmen kann. Ein regelrechtes System wurde errichtet mit Questenurlaub, Questenhäusern und Questensiegel, wobei die Bedeutung hinter dem Ganzen mit der Zeit beim Lesen ans Licht kommt. Und ich denke, ich verrate nicht zuviel, dass das Ganze über kurz oder lang einfach in die Hose gehen muss, denn: Das Schicksal ist einfach nicht zeitlich planbar, es erfüllt sich dann, wenn es soweit ist. Und nicht mit Gewalt innerhalb eines Urlaubs. Das muss auch Zacharias lernen, dessen Aufgabe von Tag zu Tag immer unlösbarer scheint, als hätte das Schicksal sich gegen ihn verschworen.
Mir hat es viel Spaß gemacht, gemeinsam mit Zacharias nicht nur seiner Queste zu folgen, sondern die Möglichkeit zu bekommen, hinter das Ganze zu blicken, zu verstehen, was da seit Jahrhunderten abläuft – und was daran falsch ist. Nicole Gozdek hat mit "Prophezeiungen für Jedermann" einen Roman geschrieben, der auf unterhaltsame Weise Gesellschaftskritik übt. Ebenfalls fiel mir positiv auf, wie gut sie selbst Nebencharaktere gezeichnet hat, ein jeder mit seiner für ihn eigenen, erkennbaren Persönlichkeit. Wer nun neugierig auf die Geschichte ist, muss sein Schicksal – oder das Buch – einfach mal selbst in die Hand nehmen. Es lohnt sich!

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