Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Freundschaft und Akzeptanz
Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte von Barbara Rose
Der kleine Grimlin hat gelernt wie wunderbar Freundschaft ist. Er ist nicht mehr allein, hat immer jemanden zum Reden oder auch beim Wandern macht es mehr Spaß wenn ihn sein Vogelfreund Tirilli begleitet. Er hat auch Freunde die etwas weiter entfernt wohnen. Die Elfen und die Bewohner aus dem Zapfenwald sind auch dabei.
Nun wohnt im Wichteldorf ein Zauberer und die Wichtel haben Angst vor ihm, sie kennen ihn nicht und haben viele Vorbehalte. Das möchte Grimlin ändern, vor allem als Tjelle verschwindet, da macht er sich auf die Suche nach ihm und lernt Schnappzahn näher kennen, der sehr bedrohlich aussieht und dann doch sehr nett ist.
Die Bilder sind sehr schön gestaltet. Man kann sich das Zuhause von Grimlin gut vorstellen genau wie die ganzen Freunde die sehr detailliert in freundlichen Farben gezeichnet sind.
Der Text ist schon etwas anspruchsvoller, für kleine Kinder etwas schwierig zu verstehen. Da denke ich das Alter von fünf bis sechs wäre eher zum Vorlesen geeignet.
Es wird auch sehr viel Bezug auf den Vorgängerband genommen. Wenn er bekannt ist, kein Problem dann kann man das beim Vorlesen gut einbinden. Ist das Buch allerdings unbekannt, wie bei uns, ist es da schon schwieriger.
Auch hat mich die plakative Beschreibung von Akzeptanz und Toleranz gestört Das war zuviel, das hätte etwas subtiler erwähnt werden können.
Rezensionen von PMelittaM:
Trent Dalton hat mich wieder überzeugen können
Lola im Spiegel von Trent Dalton
Seit es denken kann, ist das Mädchen mit seiner Mutter auf der Flucht, es kennt seinen Namen nicht, denn Namen sind gefährlich und könnten auf ihre Spur führen. Seit einigen Jahren leben sie in einem Autowrack in der Brisbaner Moon Street, zusammen mit anderen Getriebenen, wie das Mädchen sie nennt, alle obdachlos, haben sie hier eine kleine Familie gebildet.
Eines Tages passiert ein Unglück, und das Leben des Mädchens stellt sich auf den Kopf.
Vor ein paar Jahren las ich „Der Junge, der das Universum verschlang“, war total begeistert und wollte natürlich mehr von Trent Dalton lesen. Auch in „Lola im Spiegel“ wird aus der Ich-Perspektive erzählt, dieses Mal von einem namenlosen Mädchen, wieder sind die Verhältnisse, in denen die Hauptfigur lebt, schwierig, aber nicht ohne Menschen, denen sie sich anvertrauen kann. Einer davon ist ein junger, ebenfalls obdachloser Alkoholiker, den die Protagonistin als ihren besten Freund ansieht. Aber es gibt auch andere, in der Regel wie sie obdachlos oder besser wohnungslos, denn alle haben ein gewisses Obdach, ein Auto, eine Höhle, auf jeden Fall einen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Neben den obdachlosen Nachbar:innen gibt es noch Lola, die das Mädchen hin und wieder in einem alten Spiegel entdeckt, eine junge Frau im roten Kleid, die zu einer Vertrauten wird.
Bei der Gelegenheit kommt der Autor auch auf die sehr große Wohnungsnot in der australischen Stadt Brisbane zu sprechen, Wohnungen sind rar, es gibt sehr viel weniger als benötigt werden. Das ist ziemlich erschreckend. Und in so einer Situation ist es auch nicht einfach, für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können, zumal, wenn man wie das Mädchen und ihre Mutter namenlos auf der Flucht ist. Und so verzahnen sie sich mit einem anderen Submilieu Brisbanes, dem des Verbrechens. Die Mutter, und später auch die Tochter, arbeiten für ein Frau, die nicht nur einen Meeresfrüchte-, sondern auch einen Drogenhandel betreibt. Hoffen darf man trotzdem, und so hat auch das Mädchen seine Träume, sie ist künstlerisch sehr begabt, zeichnet, was sie erlebt,und wird daher im Roman auch immer wieder die Künstlerin genannt.
Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, einige davon recht skurril, aber die meisten haben auch ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen. Wir betrachten sie aus Sicht der Künstlerin, diese hat aber auch als Künstlerin eine gute Beobachtungsgabe.
Erzählt wird der Roman auf besondere Art. jedes Kapitel wird durch eine Zeichnung der Künstlerin eingeleitet, der Titel des Kapites ist sogleich der Titel der Zeichnung. Diese sehr ausdrucksstarken Zeichnungen hat Paul Heppell beigesteuert.
Fängt der Roman zunächst relativ gemächlich an, steigert sich nach und nach die Spannung, die letzten circa 100 Seiten habe ich regelrecht atemlos gelesen. Ich denke, der Roman wird aus mehreren Gründen noch länger in mir nachhallen.
Trent Dalton konnte mich wieder absolut überzeugen, eine spannende Protagonistin, mit der man mitfühlen kann, weitere interessante Charaktere, eine fesselnde Geschichte und ein guter Schuss Gesellschaftskritik ergeben einen sehr lesenswerten Roman, der sicher noch länger nachhallen wird.
Rezensionen von Streiflicht:
Ein Highlight
Das kalte Moor von Liza Marklund
Schon jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch ein Highlight im Jahr 2026 sein wird. Klar, wir haben noch nicht mal den vierten Monat beendet, aber das Buch hat mich wirklich berührt und begeistert. Wiking Stormberg mochte ich schon im Vorgängerbuch "Der Polarkreis", dem Auftakt der Polarkreis-Trilogie, sehr.
Hier geht es größtenteils um ihn und seine Geschichte, seine Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft.
Wieder habe ich die düstere Atmosphäre dort oben im Hohen Norden sehr genossen. Ich mag Krimis und Thriller sehr, besonders liebe ich Nordic Noir. Schon seit Teeniezeiten, als ich den ersten Wallander-Roman gelesen habe, und mit jedem Buch der skandinavischen Autoren mehr. Schweden von seiner düsteren Seite, das passte perfekt zu langen Winter- und Vorfrühlingsabenden.
Nie hätte ich gedacht, was für eine verrückte und doch irgendwie plausible Geschichte hinter den Vorkommnissen damals im Moor und heute auf dem Raketenstützpunkt steckt. So war ich bis zum Ende voller Spannung und dann voller Begeisterung über die gelungene Wende. Mehr kann ich leider nicht sagen, weil ich hier definitiv Angst habe, was zu verraten. Nur so viel: Unbedingt lesen! Am besten zuerst Band 1, aber auch solo geht "Das kalte Moor" perfekt! Ich kann es gar nicht erwarten, Teil 3 zu lesen!
Rezensionen von cosmea:
Wem kann man noch vertrauen?
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Der Roman von Marceau Miller ist ein ungewöhnliches Konstrukt, denn der fiktive Autor ist zugleich der Protagonist des Romans, dessen Handlung jedoch zum Teil nach seinem Tod spielt. Marceau Miller ist ein überaus erfolgreicher Autor. Nach der Feier mit seinem Verleger zum Erscheinen seines neuen Romans verschwindet er spurlos.
Er liebt das Risiko, fliegt sein Privatflugzeug Savage Bobber und hat lange Zeit riskante Klettertouren ohne jede Absicherung gemacht. Seine Frau Sarah vermutet, dass er sein Versprechen, auf letztere zu verzichten, gebrochen hat und sucht ihn in seinem bevorzugten Klettergebiet. Sie findet seine Leiche unterhalb eines steilen Felsens. Sarah glaubt nicht an einen Unfall und beginnt ihre eigenen Ermittlungen zusammen mit dem pensionierten Polizisten Yves Reynaud und unterstützt von den engsten Freunden Alexis und Rollin Uldry und seiner Frau Karen, mit der sie einen Bootsverleih betreibt. Ein Brief von einer Bank informiert sie über eine große Summe Geld und das Manuskript von Marceaus letztem Buch in einem Tresor. Das rätselhafte Manuskript, das angeblich die Wahrheit über alle rätselhaften Ereignisse der Vergangenheit enthält, bleibt jedoch lange unauffindbar.
Der Leser begleitet die zutiefst verstörte und trauernde Sarah bei ihren Nachforschungen. Was sie herausfindet, lässt sie daran zweifeln, dass sie irgendjemand noch trauen kann. Sie hat das Gefühl, ihren Mann überhaupt nicht gekannt zu haben, und auch ihre Freunde haben sie betrogen und verraten. Fast jeder hat in dieser Geschichte etwas zu verbergen, und nichts hat sich so abgespielt, wie es schien. Obwohl Sarah sich verfolgt und beobachtet fühlt und sogar in Lebensgefahr gerät, obwohl die Medien allen Beteiligten das Leben schwermachen, gibt Sarah nicht auf, bis sie die Wahrheit kennt.
Ich habe den spannenden Roman sehr schnell gelesen und nicht nur die Handlungen mit unzähligen Wendungen, sondern auch Beschreibung der wunderschönen Landschaft am Genfer See auf der französischen und der Schweizer Seite genossen. Allerdings wirkt der Plot schon insgesamt etwas konstruiert und wenig realistisch. Eine dennoch empfehlenswerte unterhaltsame Lektüre.
Rezensionen von Streiflicht:
Düsteres Nordland
Kalt wie die Luft von Orjan N. Karlsson
Jakob Webers erster Fall ist zugleich der Auftakt der Nordland-Reihe. Das Buch spielt in Bodo und auf der abgelegenen Insel Rost, die zu den Lofoten gehört. Das Setting hat mir total gut gefallen, gerne hätte ich noch etwas mehr über die Region, die Natur und die Traditionen dort erfahren. Das düstere Flair der rauen Landschaft passt perfekt zu diesem Norwegen-Krimi, der eine tragische und ebenfalls düstere Geschichte erzählt.
Oder ist es ein Thriller? Beides steht auf dem Cover, da musste ich ein bisschen schmunzeln.
So oder so hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich habe das Buch gerne gelesen. Ich mag es, wenn in Romanen die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander verschmelzen, sich wie zwei Stränge immer weiter umeinander drehen, bis sie eine stimmige Story ergeben. Genauso ist es hier mit dem Cold Case, der gruslige Parallelen zum aktuellen Geschehen zeigt.
Leider war für mich die Auflösung nicht ganz rund und es blieb ein offenes Ende, was ich auch nicht so gerne mag. Dennoch bin ich voller Erwartung auf den zweiten Teil der Serie und freue mich jetzt schon, mehr von Jakob Weber und seiner Partnerin Noora Yun Sande, die mir sehr gut gefallen hat, zu lesen.
Rezensionen von Dorsay:
Mauer des Schweigens
Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7) von Stefan Ahnhem
Ein plötzlicher Stromausfall an der Küste Schwedens hüllt alles in undurchdringbare Dunkelheit. Fabian Risk ist zu diesem Zeitpunkt mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Mysteriöse Fälle reihen sich ineinander, die möglicherweise mit dem Stromausfall zusammenhängen. Kinder werden entführt und ein Mantel des Schweigens schwebt über allem.
Fabian Risk und seine Kollegen stehen vor ihrem kompliziertesten Fall.
Ein kompakter, vielschichtiger Krimi, voller Wendungen, packend bis zum Schluss. Gewalttätige, grausame Protagonisten, die einem das Fürchten lehren. Brutalität, der einem den Atem nimmt. Über 600 Seiten starkes Spannungserlebnis, das zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt, lange Lesenächte inbegriffen. Klarer packender Schreibstil fesselt ungemein und man kann kaum mit dem Lesen aufhören.
Rezensionen von Anjulia :
Mörderische Klippe
Meeresdunkel von Till Raether
Henrike will mit ihrer Familie auf Mallorca einen Herbsturlaub verbringen, auch um ihrer Ehe nochmal eine Chance zu geben. Samuel möchte, dass sich seine Frau Marie mehr Zeit für die Familie nimmt. Beide Familien haben die gleiche heruntergekommene Finca am Rand einer Klippe gebucht. Der Grund des Aufeinandertreffens liegt in der Vergangenheit, und am Ende gibt es eine stürmische Nacht und eine Leiche.
Meeresdunkel von Till Raether ist ein spannendes Buch, das ich praktisch in einem Rutsch weggelesen habe. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Henrikes und Samuels Perspektive erzählt. Daneben gibt es in der zweiten Hälfte vermehrt auch Rückblenden und kurze Kapitel aus Juris (Samuels Sohn) Sicht. Gerade weil im Laufe des Buches viel aus der Vergangenheit aufgedeckt wird, fand ich diese Erzählweise gut gewählt. Die Figuren fand ich nicht unbedingt sympathisch, aber interessant. Das Setting, das herbstliche Mallorca, die stark renovierungsbedürftige Finca, in die es stellenweise hineinregnet und deren Pool ungefüllt bleibt, hat mir gut gefallen. Die Atmosphäre rund um die mehr oder weniger unfreiwillig zusammenlebenden Familien wird spätestens mit dem starken Gewitter und dem abgeschnittenen Kontakt zur Außenwelt unheimlich. Dass der Plot nicht ganz realistisch ist, hat mich beim Lesen nicht gestört. Natürlich gibt es auch eine Leiche. Insgesamt ist das Buch größtenteils eher Familien- und Ehedrama als Thriller. Trotzdem hat es mich hervorragend unterhalten, weshalb ich es weiterempfehle.
Rezensionen von Bücherwurmine:
Unterhaltsamer Popcorn-Thriller
REM von Annika Strauss
Kurz zum Inhalt:
Alysee wird als Kind Zeugin des grausamen Todes ihres Vaters, der sie kurz davor panisch anfleht, nicht einzuschlafen. Jahre später erfährt sie, dass er ihr etwas hinterlassen hat, das das Geheimnis seines Todes aufklären könnte – und gerät dabei in einen Albtraum, der gerade erst beginnt.
???? Große Neugier auf das Autorenduo
Auf „REM“ war ich wie viele wahrscheinlich allein schon wegen des Autorenduos extrem gespannt. Die Grundidee rund um Träume, Schlaf und Erinnerungen fand ich direkt spannend – und ich habe mich neugierig mit Alysee ins Abenteuer gestürzt.
???? Starke erste Hälfte mit echter Gruselstimmung
Die erste Hälfte hat mir richtig gut gefallen. Einige Szenen, die ich nachts allein im dunkeln im Wohnmobil gelesen habe, haben bei mir ordentlich für Gänsehaut gesorgt. Da war ich ehrlich gesagt ganz froh, meinen vierbeinigen Begleiter dabei zu haben.
???? Vom Gruseltraum zum Fiebertraum
Im weiteren Verlauf wird die Handlung allerdings zunehmend wilder. Das meine ich gar nicht nur negativ – der Unterhaltungsfaktor blieb durchgehend hoch und das Abgedrehte passte irgendwie auch zur Story. Trotzdem wusste ich zwischendurch selbst nicht mehr genau, was ich davon halten soll.
???? Sehr filmisch, etwas oberflächlich
Manche Handlungsstränge wirkten für mich eher wie klassischer Horrorfilmstoff (Stichwort Van) und schreien förmlich nach einer Verfilmung. Und ja, ich weiß, es ist kein Stephan King, aber an einigen Stellen habe ich mir doch mehr Details gewünscht.
Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Horror-Thriller mit starker erster Hälfte, viel Atmosphäre und einer ziemlich wilden zweiten Hälfte. Nicht immer rund, aber definitiv ein Erlebnis.
Rezensionen von Francesca :
emotional, ehrlich, fast perfekt - 4.5 Sterne
The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh
Kurzmeinung: Deutlich stärker als Band 1: nahbare Charaktere & ehrliche Gefühle. Leider ein zu abruptes Ende, daher 4,5 Sterne
In Band 2 der Lower-Whilby-Reihe begleiten wir Dex - den Bruder von James aus dem ersten Teil und Eleanor, die wir bereits aus Band 1 kennen. Erzählt wird wieder in der Ich-Perspektive aus beiden Sichten, abwechselnd, was mir schon im ersten Band gefallen hat und hier erneut sehr gut funktioniert.
Der Schreibstil ist angenehm eingängig, sodass ich sofort wieder in das Kleinstadt-Setting eintauchen konnte.
Für mich war dieser Band deutlich stärker als der erste. Ich konnte mich viel besser mit den Figuren identifizieren, vor allem emotional haben mich beide deutlich mehr abgeholt. Eleanor fand ich als Charakter besonders spannend, weil sie gleichzeitig vertraut wirkte, aber auch Seiten hatte, die sie unvorhersehbar und interessant gemacht haben. Besonders hervorheben möchte ich Dex. Er war für mich eine sehr greifbare, nahbare Figur mit klaren Werten und einer emotionalen Tiefe, die mich wirklich überrascht hat. Im Vergleich zu James aus Band 1 wirkte sein Charakter deutlich konsistenter. Bei James hatte ich oft das Gefühl, dass er je nach Perspektive unterschiedlich dargestellt wurde, was mich eher irritiert hat. Dex hingegen blieb in sich stimmig und hat mich emotional viel mehr erreicht. Auch seine Hintergrundgeschichte, insbesondere das Familiendrama und seine Karriere als Musiker, bringt zusätzliche Tiefe in die Handlung. Gerade in Dex’ Perspektive gab es viele Momente, in denen ich mich ihm ungewöhnlich nah gefühlt habe. Es war das erste Mal, dass ich mich einem männlichen Protagonisten in dieser Form emotional verbunden gefühlt habe.
Was mich besonders begeistert hat, waren die vielen kleinen, aber bedeutungsvollen Passagen: Sätze, die zum Nachdenken anregen oder Gefühle auf den Punkt bringen. Ein weiterer Punkt, der mir extrem positiv aufgefallen ist, war der Humor. Dieser ist eher subtil und teilweise fast schon unterkühlt oder stumpf gehalten, gerade in den inneren Monologen der Figuren. Viele Aussagen wirken zunächst sehr nüchtern oder beiläufig, treffen dann aber genau dadurch ins Schwarze und sind unglaublich witzig. Ich musste an einigen Stellen wirklich laut auflachen, weil Dinge so trocken und direkt ausgesprochen wurden. Besonders schön fand ich, dass dieser Humor oft in Momenten auftaucht, in denen ich ihn gar nicht erwartet hätte. Für mich ist das definitiv ein großes Herzstück des Romans und hat das Leseerlebnis nochmal deutlich aufgewertet.
Ein weiteres Highlight war für mich die Dynamik zwischen Eleanor und Dex. Ihre Interaktionen wirkten authentisch und haben mich komplett abgeholt. Insgesamt hatte ich stellenweise wirklich ein Fünf-Sterne-Gefühl beim Lesen.
Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte: Das Ende kam mir zu abrupt. Obwohl ich nachvollziehen kann, warum die Handlung diesen Verlauf nimmt, hätte ich mir hier mehr Raum gewünscht. Es war für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt, was zu dem vorherigen Teil des Buches nicht passte. Zusätzlich war das Zeitgefühl im Verlauf der Geschichte manchmal etwas verwirrend. Stellenweise hatte ich das Gefühl, es vergeht deutlich mehr Zeit, als tatsächlich beschrieben wird. Trotz dieser kleinen Schwächen konnte ich die Beziehung und die Entwicklung der Figuren gut nachvollziehen und emotional mitgehen.
Fazit: Ein emotional starker zweiter Band mit tollen Charakteren und einer besonders gelungenen männlichen Perspektive. Kleine Schwächen im pacing und beim Ende verhindern die volle Punktzahl, aber insgesamt ein sehr überzeugender Roman der den ersten Band um einiges übertrifft.
Rezensionen von clematis:
Leiche in Schokolade
Die dunkle Seite der Schokolade von Dina Casparis
Als studierte Chemikerin und Juristin findet Serafine Montalin einen Platz als interne Ermittlerin im Schokoladeunternehmen CacaoBest. Dafür hat sie ganz persönliche Beweggründe, denn ihr Vater ist etliche Jahre zuvor in genau dieser Firma zu Tode gekommen, weshalb sie eigene Nachforschungen anstellen möchte.
Im Strudel der Ereignisse gerät Serafine nun selbst zur Zielscheibe.
Detaillierte Beschreibungen zur Herstellung feinsten Kakaos und zartester Pralinen, vermischt mit einem alten Todesfall, das sind die köstlichen Zutaten für diesen atmosphärischen Schweizer Kriminalroman. Eine selbstbewusste und durchsetzungsstarke Hauptperson, Serafine, versucht auf gewitzte Art und Weise ihr Vorhaben umzusetzen, wobei ihr Autorin Dina Casparis noch einige weitere Themen mit auf den Weg gibt. So kommen noch die Unterdrückung Einheimischer während der Kolonialzeit in Afrika, Rassismusprobleme und verstrickte Familienstammbäume ins Spiel, wodurch man als Leser schnell einmal den roten Faden verlieren kann. Weniger ist mehr, hätte da aus meiner persönlichen Sicht besser gepasst. Andererseits sind die komplizierten Puzzlestücke gut miteinander verwoben, was für die Autorin spricht und sämtliche Einzelheiten bestens recherchiert, sowie im Nachwort nochmals übersichtlich zusammengefasst. Der flüssige Schreibstil schließlich vermittelt ein angenehmes Lesegefühl.
Eine spannende Familiengeschichte mit einigen Krimiszenen und vielen verführerischen Düften feinster Schweizer Confiserie – anders als erwartet, aber durchaus interessant.











