Kunden em pfehlungen
Rezensionen von inya:
nett, aber nicht mehr
Letzte Rettung: Paris von Patrick deWitt
Die Geschichte um ein Muttersöhnchen mit seiner verschrobenen Mutter, die ihr Vermögen verlieren und dann nach Paris ziehen müssen klang sehr viel versprechend. Doch leider entwickelt sich keine spannende Geschichte aus dieser Story, so dass sich das Buch leider dahin schleppt. Es tauchen im Laufe des Buches viele skurrile Figuren auf, die aber alle keinen wirklichen Hintergrund haben und auch sich nichts Tiefgründiges daraus ergibt.
Auch dass der verstorbene Vater in einer Katze weiterlebt ist irgendwie interessant aber trägt auch nicht zur Story bei. Alles wirkt aneinander gereiht aber nicht verzweigt und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wann kommt denn jetzt die große Auflösung aber diese blieb mir das Buch schuldig.
Rezensionen von anushka:
Die Familientyrannin: Ernste Themen hinter humoristischer Fassade
Der Zopf meiner Großmutter von Alina Bronsky
Maxim ist mit seinen Großeltern aus der ehemaligen Sowjetunion geflüchtet. Juden sind der Großmutter zwar suspekt, aber als Tarnung sind sie allemal gut. Denn die Großmutter hat die Familie als Juden ausgegeben um als Kontingentflüchtlinge angenommen zu werden, Seine Eltern kennt Maxim nicht. Die Mutter ist tot, den Vater braucht er nicht zu kennen.
Hat die Großmutter beschlossen. Überhaupt braucht Maxim nicht alles zu wissen. Schließlich ist er ein Trottel, wie die Großmutter nicht müde wird zu betonen. Ihr Schicksal ist doppelt und dreifach schwer, erzählt sie jedem, der es nicht hören will, denn sie muss sich um diesen "Trottel" kümmern. Der noch dazu alle möglichen Krankheiten hat und der deswegen nur pürierte Schonkost essen darf. Die Großmutter führt in dieser kleinen Familie ein strenges Regiment, inmitten des Flüchtlingsheims und einem fremden Land, in dem die Ärzte völlig inkompetent sind (genauso übrigens wie die Lehrer), weil sie Maxim für gesund erklären. So merkt sie schließlich als letzte, dass der Großvater sich verliebt hat.
Der Humor in diesem kleinen Büchlein ist schon recht bissig und vordergründig vermittelt es den Eindruck, dass es darum geht, sich über eine "wunderliche Alte" lustig zu machen. Doch so oft man auch den Kopf über diese tyrannische Frau schütteln will, deren Markenzeichen der hennagefärbte lange Zopf ist, hat das Buch auch seine nachdenklichen Töne. Die Großmutter ist gefangen in ihrer Weltsicht, die nicht selten alle anderen, deren Religionen und Lebensweisen abwertet. Doch man merkt auch immer wieder, dass sie in diesem Land, dessen Sprache sie nicht versteht, die Maxim in Eltern-Lehrer-Gesprächen großzügig frei interpretiert übersetzt, ziemlich verloren ist. Damit diese Familie nicht auseinander bricht, geht sie schließlich eine ungewöhnliche Konstellation ein. Was die Großmutter allerdings nicht weniger herrisch macht. Letztlich zeigt sich aber, dass die Großmutter die Menschen in ihrem Umfeld liebt, dies aber oft auf ihre ziemlich eigene Art zeigt.
Die Autorin hat die Figuren interessant gezeichnet, wenn auch viele davon überspitzt dargestellt sind, vor allem die Großmutter, die mir zwischenzeitlich ordentlich auf die Nerven ging. Manchmal ging es meiner Meinung nach auch zu oft darum, die Großmutter unmöglich zu machen, während mitunter eigentlich ernstere Themen wie Verlustängste oder Angst vor dem Unbekannten dahinter standen.
Stilistisch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin hat einen tollen Stil und arbeitet die Figuren sehr ausführlich aus. Die Geschichte wird aus Maxims Sicht erzählt, sodass man auch immer eine Gegenperspektive zur Wahrnehmung der Großmutter bekommt und daher nicht selten den Kopf über ihre Ansichten schüttelt. Inhaltlich war mir die tiefere Bedeutung oft zu versteckt und der humoristische Anteil zu vordergründig, sodass die Geschichte manchmal trivial und wenig substanziell wirkte, obwohl sie es gar nicht war. Für meinen Geschmack ist es einfach ein Augenzwinkern zu viel, aber das ist reine Geschmackssache.
Rezensionen von liesmal:
Erschreckend und berührend
Ein Lied von Liebe und Verrat von Brown James William
Aliki ist mittlerweile eine alte Frau. Sie bezeichnet sich selbst als das letzte berufsmäßige Klageweib in ihrem kleinen Dorf im Nordosten Griechenlands. Genau das ist der Grund des Besuches einer jungen amerikanischen Frau, deren Forschungsgebiet mediterrane Ethnografie ist. Aliki bekommt einen Kassettenrecorder mit der Bitte, alles aufzuzeichnen.
Die Ethnografin ist wieder fort und Aliki erzählt. Sie spricht darüber, dass sie Klagelieder, Lieder für Totenwachen verfasst, bevor ihr einfällt, dass sie die Lieder eigentlich gar nicht verfasst, sondern dass sie allein aus ihr herausströmen. So redet sie und redet, bis ihr einfällt, dass sie aus ihrer Vergangenheit berichten möchte. Schnell sind ihre Gedanken zurück in ihrer Kindheit. Aliki erinnert sich an ihren liebevollen Vater, der als Köhler gearbeitet hat, bis die Köhlerei im Krieg zum Erliegen gekommen ist. Sehr eindrücklich berichtet Aliki vom Kriegsgeschehen in Griechenland, so auch davon, dass sie mitansehen musste, wie ihr Vater von den Deutschen exekutiert wurde. Aufgenommen wurde sie von der Nachbarin Chrysoula, deren Sohn Takis wie ein Bruder für sie war. Chrysoula war eine hilfsbereite und fürsorgliche Frau, die nicht nur wie eine Mutter für Aliki war, sondern auch sofort bereit war, die Flüchtlinge Stelios und seine Mutter bei sich aufzunehmen und zu verstecken, als bekannt wurde, dass sie Juden waren. Eine erste zarte Liebe begann zwischen Stelios und Aliki. Doch die Schrecken des Krieges waren noch nicht vorbei. Zum Schluss hatten sie Familien und Heimat verloren. Takis, Aliki und Stelios waren noch zusammen. Geblieben war ihnen nur ein Schattentheater, mit dem sie Kinder und Erwachsene gleichermaßen erfreuen konnten. Doch zu Vieles war geschehen in der Vergangenheit, Verrat, Krankheit, Heimatlosigkeit und Eifersucht ließen die drei jungen Menschen nicht glücklich werden.
Die Idee des Autors James William Brown, die Geschichte aus Sicht der inzwischen alt gewordenen Aliki als Kassettenaufzeichnung zu erzählen, gefällt mir außerordentlich gut. Den von Zeit zu Zeit notwendigen Kassettenwechsel nutzt Aliki für Erzählungen aus der Gegenwart. So entsteht reibungslos und ohne Schnitt – wie automatisch – eine Einheit zwischen Früher und Heute.
Besonders interessant und lehrreich sind für mich die ausführlichen Beschreibungen über die Zeit des Krieges in Griechenland und auch der Nachkriegszeit, in der es ebenfalls noch grausame Verbrechen gab.
Abwechslungsreich und leicht verständlich geschrieben hat mich dieses Buch gut unterhalten.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Ein Wink des Schicksals…
Sommer in Atlantikblau von Miriam Covi
Dieses ist bereits das zweite Werk von Miriam Covi, das mich restlos begeistert hat! Wie auch mit ihrem ebenso wundervollen Wohlfühlroman "Sommer unter Sternen" versetzt uns die Autorin wieder in Urlaubslaune – diesmal geht es nach Nova Scotia, Kanada. Das malerische kleine Örtchen Chester gibt es übrigens tatsächlich – und es würde mich nicht wundern, wenn es nach dem Erfolg dieses Buches einen Touristen-Boom erlebt.
Kurz vor ihrem Tod macht Tante Charlie ihrer geliebten Patentochter Lotte, zu der sie seit jeher ein besonders inniges Verhältnis hat, noch ein ganz außergewöhnliches Geschenk: Flugtickets nach New York! Es soll Lottes Junggesellinnen-Abschieds-Reise werden, die sie zusammen mit ihrer Mutter Erika und ihren zwei Schwestern (der Karrierefrau Luise und dem hochschwangeren Nesthäkchen Sophie) antritt. Zwar ist Lottes Verlobter nicht gerade begeistert vom Spontantrip seiner Zukünftigen, immerhin sind es keine drei Wochen mehr bis zur Hochzeit und die Vorbereitungen dazu längst noch nicht abgeschlossen, aber dieses eine Mal im Leben lässt Lotte sich nicht von ihrer Meinung abbringen: sie wird den letzten Wunsch ihrer Großtante erfüllen und die Reise antreten. Was soll schon passieren? Womöglich bringt dieser Ausflug die Frauen der Familie einander wieder etwas näher…denn irgendwie gibt es keine richtige Gemeinsamkeit und Vertrautheit mehr zwischen ihnen. Dann funkt Lotte das Schicksal jedoch gehörig dazwischen…bzw. ein Vulkanausbruch – oder ist es gar eine höhere Macht, womöglich Tante Charlie, die ihr ein Zeichen sendet?! Der Rückflug nach Deutschland endet jedenfalls verfrüht: mit einer Notlandung in Kanada. Weiterreise ungewiss. Während ihre Mutter etwas verloren in all dem Trubel wirkt, Luise fuchsteufelswild und Sophie zwar genervt, aber ansonsten entspannt ist, ist Lotte vor allem eines: verzaubert von Halifax und seiner Umgebung. Noch am Flughafen begegnet das Familiengrüppchen zufällig einem jungen Mann, der ihnen zu einer Unterkunft im zauberhaft idyllischen "Mapletree Bed & Breakfast" verhilft. Connor und Lotte haben nicht gerade den besten Start miteinander, aber trotz seiner irritierenden, ruppigen Art kann Lotte eine gewisse Faszination nicht abstreiten…und muss sich bald ernsthaft fragen, ob ihre Zukunft womöglich ganz anders ausschauen könnte, als ursprünglich geplant…
Miriam Covi hat ein wunderbares Talent, solch liebenswerte Charaktere zu erschaffen, die einem noch lange nach Beendigung der Lektüre im Gedächtnis bleiben. Ich habe mich direkt in die stets um Harmonie bemühte Lotte hineinversetzen können – ebenso in ihre Familienmitglieder. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die gutmütige Hazel, die man einfach nur knuddeln möchte. (Als Extra-Schmankerl gibt es im Anhang übrigens das Rezept zu ihrem legendären Lemon Meringue Pie – lecker!) Und dann ist da noch der charismatische Connor mit seinen strahlend blauen Husky-Augen…
Ein Highlight neben den traumhaften, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen (- Chester ist ein Ort, der wie gemacht für einen Wohlfühlroman scheint -) sind die durch und durch realistischen Dialoge. Auch die Dynamik zwischen den einzelnen Familienmitgliedern wird unheimlich glaubwürdig beleuchtet; man hat das Gefühl, mitten in einem Film zu sein. Ich hätte noch ewig weiterlesen können! Der Schreibstil ist sommerlich leicht und oft mit einer Prise Humor gespickt, wartet jedoch auch mit leisen Zwischentönen und ganz viel Emotionen auf. Auch interessante historische Informationen (wie z.B. der Hintergrund der lokalen Butterboxen) werden gekonnt miteingebunden in die Story.
Bereits das Cover verströmt für mich Urlaubsfeeling pur und lässt mit den abgebildeten Muscheln auf Meeresnähe schließen. Tatsächlich kam mir das Lesen wie ein Kurzurlaub vor und noch Wochen später huscht mir beim Gedanken an dieses Werk ein seliges Lächeln übers Gesicht.
Fazit: Ein zauberhafter, romantischer Wohlfühlroman mit sympathischen Figuren, Familiengeheimnissen, überraschenden Wendungen und großen Gefühlen vor der atemberaubenden Kulisse Kanadas!
Rezensionen von yellowdog:
harmlos, aber amüsant
Sommer in Atlantikblau von Miriam Covi
Bei Effi Liest hatte ich eine Parodie auf Effi Briest von Theodor Fontane erwartet, aber so weit kann man nicht gehen. Der Roman ist leider ziemlich harmlos.
Schauplatz ist Berlin, 1894. Die junge Effi hat mit den strengen Anstandsregeln dieser Zeit zu kämpfen.
Die Autorin Anna Moretti bemüht sich um ein Portrait des neunzehnten Jahrhunderts, doch es gibt viele Romane dieses Themas.
Dennoch interessiert mich diese Zeit immer noch.
Immerhin gibt es ein paar amüsante Szenen und auch ein paar gute Einfälle, z.B. der abgebildete Merkzettel auf vergilbten Papier sowie der Einsatz von Briefen. Außerdem noch gelungene Zitate vor den Kapiteln, z.B. von Freud, Friedrich Schlegel. Joseph Conrad und aus dem Damen-Conversationslexikon! Und schließlich sogar von Fontane himself!
Überwiegend ist der Roman routiniert geschrieben. Das ist in Ordnung.
Leider wirken die meisten Nebenfiguren leicht merkwürdig, z.B. Tante Auguste, dabei hat die zum Ende hin doch noch etwas zu bieten. Max von Waldau, für den sich Effi interessiert, hat wenig Profil.
Ich wünschte, mit hätte der Roman besser gefallen, doch ich kann diesmal leider nur gute 3 von 5 Sternen geben. Ganz informativ war dann noch das Nachwort der Autorin.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe – unbedingte Lese-Empfehlung!!
Zwei Handvoll Leben von Fuchs Katharina
Katharina Fuchs hat mit dem berührenden Portrait ihrer beiden Großmütter ein mitreißendes, in jeglicher Hinsicht herausragendes Werk geschaffen, das mich nicht nur restlos begeistert und emotional überwältigt hat, sondern ganz klar schon allein aufgrund des sensationellen Schreibstils die Auszeichnung 'bester historischer Roman' verdient! Ich lese wirklich gerne und viel, speziell Romane, die vor einem geschichtlichen Hintergrund angesiedelt sind – aber dieses Werk hat mich einfach umgehauen! Um es kurz zu machen: man möchte am liebsten allen Freunden und Bekannten die Lektüre dieser schicksalhaften Erzählung nahelegen; ich habe dies in jedem Fall getan, denn selten hat ein Roman so lange und intensiv bei mir nachgewirkt.
Die beiden jungen Frauen Anna Tannenberg und Charlotte Feltin führen ein Leben, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Der wohlbehüteten Charlotte mangelt es – zumindest in materieller Hinsicht – an nichts; sie liebt das Leben auf dem Hofgut ihrer Familie in Sachsen. Anna hingegen wächst in bitterer Armut auf, dafür mit umso mehr Liebe. In einem kleinen Örtchen im Spreewald kämpft ihre Familie ums Überleben und so zögert Anna letztlich nicht, in Berlin auf Arbeitssuche zu gehen. Die Großstadt erscheint ihr zunächst wie ein gefräßiges Monster – wohin Anna auch blickt, ist sie mit Lärm, Schmutz und menschlichem Elend konfrontiert.
Beide Frauen ahnen nicht, dass sich ihre Wege eines Tages kreuzen werden – viele Jahre später, nach zwei Weltkriegen, unendlich vielen Entbehrungen und mutigen Entscheidungen, stets geprägt von der Zuversicht auf eine bessere Zukunft.
Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Anna wie auch Charlotte; mühelos lässt die Autorin die Vergangenheit lebendig werden und uns Leser teilhaben an ihrer persönlichen Familiengeschichte. Der Mut und die Entschlossenheit der weiblichen Hauptfiguren – zu Zeiten, in denen Frauen eine eher untergeordnete Rolle in der Gesellschaft spielten und unfassbar viel Ungerechtigkeit und Leid erdulden mussten – haben mich wahnsinnig beeindruckt und inspiriert. Man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie man wohl selbst in gewissen Situationen gehandelt hätte. Beide Handlungsstränge werden so einnehmend und fesselnd, so intensiv, atmosphärisch und bildgewaltig aufgebaut, dass man sich partout nicht losreißen kann vor lauter Spannung und Mitfiebern. Trotz vieler Schicksalsschläge und dramatischer Ereignisse verliert sich dieses Werk niemals in Negativität, im Gegenteil; es bleibt damit der Lebenseinstellung der zwei starken Frauen (sowie überhaupt der damaligen Bevölkerung Deutschlands) treu.
Fazit: Ein literarisches Meisterwerk! Für mich mit Abstand nicht nur das Lese-Highlight des Jahres, sondern eines der bedeutenden Bücher, wie sie einem nur ganz selten im Leben begegnen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Die Pfarrerstochter
Sommer in Bloomsbury von Annie Darling
Dank dem Lesen von "Sommer in Bloomsbury" kenne ich nun das Datum der Erstveröffentlichung von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" - Verity liebt diese Geschichte total und fragt sich auch immer wieder was Elizabeth Bennet an ihrer Stelle tun würde.
Im zweiten Band rund um die Buchhandlung in Bloomsbury lernen wir also die im ersten Band sehr stille Verity Love besser kennen.
Aufgewachsen in einem turbulenten Pfarrhaushalt mit vier Schwestern, geniesst sie die Stille in ihrer Wohnung und im Büro der Buchhandlung.
Ihren Arbeitskolleginnen gaukelt Verity einen Freund vor, der es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Als sie eines Tages in einem Pub von ihren Freundinnen überrascht wird, gibt sie ihren Tischnachbarn kurzerhand als neuen Freund aus. Johnny spielt mit, auch ihm ist eine Schein-Freundin sehr willkommen.
Zusammen gehen sie fortan auf Partys, Hochzeiten und andere Events, die sie sonst beide abgesagt hätten, weil sie keine Lust hatten alleine die Einladungen anzunehmen und die Fragen nach einem/r Freund/Freundin zu beantworten. Doch wann sagen sie den anderen, dass das alles nicht echt ist?
Autorin Annie Darling bringt uns Veritys Leben in der Buchhandlung wie auch ihr Familienleben zuhause sehr nahe. Als Leser begreift man schnell, wieso sie gerne ihre Ruhe hat, obwohl ihre Familie sehr liebevoll, aber eben halt sehr chaotisch ist. Die Hochzeitsvorbereitungen für ihre Schwester sind lustig zu lesen, man fiebert mit ob auch wirklich alles gelingt. Verity ist eine feinfühlige junge Frau, die sich ruhig mehr zutrauen könnte.
Johnny hätte ich manchmal am liebsten geschüttelt, es ging mir zu lange, bis er hinter die Fassade einer gewissen Frau blickte. Aber im Grossen und Ganzen fand ich seine Lebensgeschichte nachvollziehbar.
"Sommer in Bloomsbury" habe ich gerne gelesen, dieser zweite Band hat mich oft zum Lachen gebracht. Obwohl in sich abgeschlossen, empfehle ich die Reihenfolge der Serie einzuhalten, um auch wirklich alle Zwischentöne und Bemerkungen zu den einzelnen Charakteren nachvollziehen zu können.
Auch für "Bücher in Bücher"-Fans - vor allem jene von Jane Austen - ist der Roman empfehlenswert, da wie oben bereits vermerkt, Verity ein totaler Jane Austen Fan ist und sie diese Begeisterung auch an Johnny weitergeben will.
Nun bin ich sehr gespannt auf den dritten Band, in dem es um Nina, die dritte Frau in der Buchhandlung der einsamen Herzen geht.
Fazit: Ein witzige, leichte Lektüre mit interessanten Figuren und für alle Liebesgeschichten-Fans empfohlen.
4 Punkte.
Rezensionen von liesmal:
"Und hätten die Liebe nicht..."
Die Dinge, die wir aus Liebe tun von Kristin Hannah
„Sie wünschte, sie könnte weinen wie zu der Zeit, als sie noch ein Kind war. Tränen reinigten die Seele, hieß es, und wenn man Glück hatte, spülten sie den Kummer fort.“
Seit vielen Jahren haben sich Angie und Conlan nach einem Kind gesehnt, doch dieser Wunsch wurde ihnen nicht erfüllt.
Gelitten hatten sie beide, doch Angie war so erfüllt von ihrem eigenen Schmerz, dass sie nicht erkennen konnte, dass Conlan ebenso traurig war wie sie. Daran ist schließlich sogar ihre Ehe gescheitert.
Angie verlässt die Großstadt und kehrt zu ihrer Familie zurück in einen kleinen Ort am Pazifik. Nach dem Tod des Vaters haben Angies Mutter und ihre Schwestern das Restaurant allein weitergeführt. Jetzt hat Angie sich vorgenommen, das Restaurant aus den schwarzen Zahlen herauszuholen.
Zufällig begegnet Angie einem jungen Mädchen. Lauren lebt allein mit ihrer Mutter, bekommt von ihr allerdings keine Unterstützung. Doch sie ist fleißig und versucht alles, um studieren zu können. Angie bewundert Laurens Stolz, ihren Ehrgeiz und ihre Stärke, und sie möchte ihr gern helfen.
Kristin Hannah erzählt eine aufrüttelnde Geschichte mit einem gewohnt fesselnden Schreibstil. Sie zeigt dabei Unterschiede auf zwischen Arm und Reich und den „verschiedenen Welten“, in denen die Menschen leben. Gibt der eine für ein Essen in einem Restaurant bedenkenlos so viel Geld aus, wie die andere braucht, um mehrere Wochen davon zu leben, dann macht das natürlich nachdenklich. Doch die Autorin zeigt auch, dass Liebe, Fürsorge und Freundschaft keiner materiellen Werte bedürfen.
Mir gefällt dieser „bittersüße Roman über das, was man manchmal loslassen muss, um lieben zu können“.
Gut – besser – Kristin Hannah! Sehr gern empfehle ich diesen Roman über Hoffnung, Liebe, Vertrauen, Angst und Sehnsucht und über das Suchen und Finden.
Rezensionen von Bibliomarie:
Für mich eine Entdeckung
Fünf Lieben lang von Aciman André
Paul ist 12 Jahre alt, als er zum ersten Mal das Begehren spürt. Auf einer italienischen Ferieninsel beginnt er für Nanni, einen Schreiner der für seine Eltern arbeitet, zu schwärmen. Er weiß das Gefühl noch nicht zu benennen, erst sehr viel später wird er erkennen, dass er zum ersten Mal liebte.
Paul wird ein erfolgreicher Mann, der sein Leben lang die Liebe sucht. Er findet sie bei Männern und Frauen. Und doch scheint er unfähig, eine Beziehung zu halten. Wichtig ist ihm das Erobern, das Umkreisen, das vorsichtige Herantasten. Dann zeigt er sich in all seiner Verletzlichkeit und er entblößt sein Innerstes.
Die Sprache dieses Romans ist großartig. Was für ein Stilgefühl! Leichtigkeit und Melancholie haben sich dabei zu einer Einheit verbunden. Pauls Gefühle - Herzschmerz, Sehnen, Unsicherheit - beschreibt der Autor so unmittelbar und echt, dass ich sie zu spüren begann. Seine Liebesgeschichten vibrieren vor Sinnlichkeit.
Während Paul von Nanni zu Chloé, zu Manfred, zu Claire und all den anderen Figuren findet, die in wenigen Sätzen und Handlungen erstaunlich präzise portraitiert werden, blieb mir Paul immer etwas geheimnisvoll. Trotz seiner ständigen Untreue, auch seiner Wankelmütigkeit, war er verletzlich und immer auf der Suche nach der wahren Liebe, die er wohl nie finden wird, oder besser, sie nie erkennen wird. Denn kaum hat er sich verliebt, beginnt er zu analysieren, jeden Satz und jede Bemerkung zu hinterfragen und verliert dabei den Menschen aus den Augen.
Ich kannte den Autor nicht, der wohl schon mit seinem ersten Roman einen großen Erfolg erzielte. Nun bin ich gespannt auf seine anderen Romane.
Rezensionen von Lesemama:
Beeindruckende Familiengeschichte
Der Zopf meiner Großmutter von Alina Bronsky
Zum Buch:
Die Großmutter von Max soll früher eine gefeierte Tänzerin gewesen sein, heute führt sie mit eiserner Hand und vielen Urteilen das Flüchtlingswohmheim und ihre Familie. Vor allem Max Großvater hat nichts zu lachen.
Meine Meinung:
Bisher las ich von Alina Bronsky nur ein Jugendbuch, fand dieses aber sehr gut geschrieben, ich mag vor allem, dass sie ihre Wurzeln mit einfließen lässt.
So kam auch dieses Buch in meinen Lesebeutel und wurde mit großem Interesse gelesen.
Ich mag den Schreibstil sehr gern, aber vor allem mag ich wie die Autorin die Figuren darstellt. Man ist mittendrin in der "Familientragödie", spürt die Lebendigkeit und die Nöte der Menschen.
In diesem Buch geht es in erster Linie um Max, dann aber auch wieder nicht und man muss auch mal um die Ecke denken. Ein sehr gutes Buch, welches mich unterhalten könnte, auch wenn ich das Jugendbuch einen Dicken lieber mochte, wird es nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein.









