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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LEXI:

Das Portrait einer faszinierenden Persönlichkeit

Die englische Fürstin von Sabine Weigand

Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, Fürstin von Pless, Gräfin von Hochberg und Freifrau zu Fürstenstein – das Portrait einer faszinierenden Persönlichkeit

"Ich habe versucht, dich zu lieben.“ (Daisy – Mary Theresa Olivia Cornwallis-West)
„Das ist nett von dir, meine Liebe, aber nicht nötig.

“ (Fürst Hans Heinrich von Pless, Graf von Hochberg)

Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, „Daisy“ genannt, ist das erstgeborene Kind einer Aristokratenfamilie, ein temperamentvoller und ungezähmter Wildfang. Die prekäre finanzielle Lage veranlasst ihre Eltern dazu, ehrgeizige Heiratspläne für ihre Tochter zu schmieden. Als Debütantin bezaubert Daisy bei ihrer Einführung in die Gesellschaft mit ihrer Schönheit und ihrem Charme, sie wird umschwärmt und erobert die Männerwelt Londons im Sturm. Die Werbung eines schwerreichen Fürsten aus deutschem Uradel bedeutet für Daisys Eltern die Erfüllung all ihrer Träume. Obgleich das Mädchen den langweiligen, kühlen und äußerst reservierten Dreißigjährigen nicht mag, bleibt ihr keine Wahl. Nach der Eheschließung mit Fürst Hans Heinrich von Pless muss die Achtzehnjährige ihre Familie und ihr Heimatland verlassen und sich in ihr neues Leben im prunkvollen Fürstenstein einfügen, das von Vorschriften, Verboten und Zwängen beherrscht ist.

Sabine Weigand erzählt in diesem beeindruckenden Portrait die Geschichte einer wenig bekannten, faszinierenden Persönlichkeit und nimmt ihre Leser mit auf eine interessante Reise, die im Jahre 1883 beginnt. Die Erzählperspektive der Autorin wechselt mit Erinnerungen Daisys als Ich-Erzählerin, diverse Zeitungsartikel über die Fürstin, aber auch die Wiedergabe zahlreicher Briefe aus Korrespondenzen mit der Fürstin bereichern dieses Buch ungemein. Sabine Weigand Autorin konzentriert sich in erster Linie auf die Lebensgeschichte ihrer Protagonistin, dank ihrer hervorragenden Recherchearbeit fungieren die politischen Ereignisse jener Zeit als aufwühlende Rahmenhandlung. Man erfährt von Daisys Schwierigkeiten, sich in Deutschland zurechtzufinden, ihrem Ringen um die Zuneigung ihres kalten und unnahbaren Ehemannes sowie die Geburt ihrer gemeinsamen Kinder. Das Luxusleben der englischen Fürstin in ihrem prunkvollen Zuhause wird ebenso thematisiert wie der verschwenderische Umgang ihres Ehemannes mit seinem Reichtum oder das Aufbegehren der jungen Ehefrau, wenn es um soziale Gerechtigkeit und Wohltätigkeit geht. Entgegen der Kälte und Gleichgültigkeit ihres Ehemannes den Armen gegenüber riskiert Daisy sehr viel, setzt sich laufend über Hans Friedrichs ausdrückliche Verbote hinweg, um Not und Elend zu lindern. Die junge Fürstin wird von der Bevölkerung hochgeschätzt und als „Engel von Waldenburg“ verehrt. Durch ihr mutiges Engagement und dank ihrer diplomatischen Art ist ihr sogar Kaiser Wilhelm sehr zugetan. Doch als Europa zielstrebig auf einen Krieg zusteuert, scheitert auch Daisy mit ihren Bemühungen, auf die Regenten und hochrangige Entscheidungsträger positiv einzuwirken.

Die Figuren dieser Handlung wurden sehr detailliert ausgearbeitet, den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten großzügig Raum gegeben. Daisy und Hans Friedrich sind zwei starke Protagonisten, gefangen in einer lieblosen Ehe und völlig konträr im Denken und Handeln. Ihnen wurden zahlreiche Nebenfiguren – fiktive, wie auch historisch belegte Persönlichkeiten – zur Seite gestellt. Meine größte Sympathie galt dem bescheidenen und treuen Joschi Siebenbürger, der von Daisy unter die Fittiche genommen wurde und schon bald als persönlicher Begleiter und Beschützer der Fürstin fungierte. Auch die liebevolle alte Bedienstete namens Emma Kollischan zählte zu meinen absoluten Favoriten – die lebenskluge Frau mit dem großen Herzen erwies sich für Daisy als ganz besonderer Segen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir ausnehmend gut gefallen. Die persönliche Geschichte der Daisy von Pless wurde durch die Emotionen, Gedanken und Träume der jungen Frau bereichert. Die politische Situation in Europa und der Ausbruch des Krieges stellten wertvolle geschichtliche Hintergrundinformationen dar. Das verschwenderische und prunkvolle Leben des Adels und die herrschenden Standesdünkel bildeten einen starken Kontrast zum Überlebenskampf der bettelarmen, hungernden Bevölkerung. Sabine Weigand legte besonderes Augenmerk auf die Arbeiter in den Kohlebergwerken des Fürsten. Die Geschichte des bettelarmen Bergarbeitersohnes Josef Siebenbürger wurde kapitelweise als „Joschis Geschichte“ eingebunden. Soziale Missstände, bittere Armut, aber auch das Aufgebehren der Bevölkerung waren gewichtige Themen dieses Buches.

Durch die zahlreiche Korrespondenz der Fürstin darf der Leser die Ereignisse intensiv miterleben. Angesichts der Vielzahl an Namen empfand ich das im Buch befindliche Personenregister als wichtiges Element. Der für mich interessanteste Abschnitt war der Anhang, in dem die Autorin nicht nur die wichtigsten Eckdaten des Lebens der Daisy von Pless dokumentierte, sondern auch darauf hinwies, bei welchen Ereignissen es sich um Fiktion, und bei welchen um historisch belegte Tatsachen handelte.

FAZIT: Sabine Weigand hat mir ihrer Neuerscheinung „Die englische Fürstin“ eine eindrucksvolle Romanbiographie geschaffen, die mir ausgezeichnet gefallen hat. Historische Fakten und Fiktion wurden effektvoll zu einem imposanten Roman verwoben. Daisy von Pless – Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, die spätere Fürstin von Pless, Gräfin von Hochberg und Freifrau zu Fürstenstein – war mir bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt. Ich habe der Autorin höchst interessante Einblicke in das Leben und Wirken dieser mutigen und starken Frau zu verdanken. Begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Rezensionen von Lesemama:

Auch Hexen will gelernt sein

Green Witch von Russo Andrea

Zum Buch:
Elisabeth Aurora Vermeer hat ihrem zwölften Geburtstag entgegengefiebert, denn endlich erfährt sie welche Hexe ihre Ausbildung übernimmt. Denn am zwölften Geburtstag einer Junghexe kommen dreizehn Hexentanten um zu entscheiden welche Ausbildung passt.
Bei Lizzy soll die Kräuterhexe Camille die Ausbildung übernehmen, aber auch die Wasserhexe Ava zeigt Interesse.

Als allerdings gleich zu Beginn von Lizzys Ausbildung Camille verschwindet müssen Lizzy und ihre Freunde alles tun, um Camille und somit auch die Ausbildung zu retten ...

Meine Meinung:
Ich mochte schon das Cover unglaublich gerne, da war die Freude, dass ich das Buch auch lesen darf, groß. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte hat von Beginn an eine gewisse Spannung, die sich Seite um Seite mehr aufbaut. Dazu kommen immer wieder Situationen, die zeigen, wie besonders Lizzy und vor allem ihre Freundschaft zu Stina ist. Diese Freundschaft ist schon etwas ganz besonderes, denn eigentlich darf Stina überhaupt nicht wissen, dass Lizzy eine Hexe ist.
Mir gefiel auch der Schreibstil von Andrea Rossi, die ich bisher nur aus ihren Romanen als Anne Barns kannte. Ein kindgerechter Stil zieht sich durch das Buch, aber nicht gezwungen auf Jugendsprache gemacht, sondern immer wieder einzelne Situationen, in denen die Kinder unter sich sind. Auch fand ich die Kapitel angenehm kurz, so dass junge Leser auch noch schnell ein Kapitel lesen können. Denn trotz meiner Begeisterung für die Geschichte, darf och nicht vergessen, es ist ein Kinderbuch und für junge LeserInnen geschrieben.
Und hier fand ich die Spannung und auch das Ende des Buches optimal für die Zielgruppe, es war nicht gruselig, es war vor allem keine Seite langatmig, sondern von Beginn an eine tolle, spannende, abenteuerliche Erzählung, die auch älteren Lesern Spaß macht.

Ich habe das Buch jedenfalls sehr unterhaltsam gefunden und finde es schreit geradezu nach einer Fortsetzung.

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Rezensionen von rewareni:

Das Todesschiff

Im Langboot von D. O. Hasselmann

Unter dem Kommando von Kapitän George Harris verlässt das Segelschiff William Brown den Hafen von Liverpool, mit dem Ziel – Philadelphia. An Bord gibt es viele arme Emigranten aus Schottland und Irland. Darunter auch die Familie Askin, die ihr ganzes Hab und Gut in Irland verloren haben und lange Zeit in einem sogenannten ,,Workhouse“ unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten.

Auch den anderen Passagieren geht es nicht viel besser und sie hoffen in den USA ein neues Leben beginnen zu können. Auf ein neues Leben hofft auch der junge schwedische Matrose Alexander Holmes, der schon bald mit dem arroganten und von sich eingenommenen ersten Matt Francis Rhodes, seine unliebsame Bekanntschaft macht. Wie Tiere sind die Passagiere in dem Schiff eingepfercht und Rhodes geht es nur darum, so schnell als möglich mit dem Schiff an sein Ziel zu gelangen. Doch nur Alexander bemerkt die drohende Gefahr, doch sein heimliches Handeln wird bemerkt und das Unheil nimmt seinen Lauf.
,, Im Langboot“ von D.O. Hasselmann, ist ein sehr spannender und gut geschriebener Roman rund um das Segelschiff William Brown. Aus dem tatsächlichen Ereignis aus dem Jahre 1841, bei dem es viele Todesopfer gegeben hat, hat der Autor eine bildgewaltige Geschichte daraus gemacht.
Selten hat eine Covergestaltung so perfekt zu dem Roman gepasst wie hier, wo man in düsteren Farben das untergehende Schiff mit dem überfüllten Langboot sieht, wo es einen Kampf um Leben und Tod gibt.
Der Autor schafft es seine Leser von Beginn weg für sich und seine Geschichte einzunehmen. Der Schreibstil ist flüssig und beschreibt jede Szene so bildhaft, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Besonders die furchtbaren und grausamen Szenen, die sich im Langboot abspielen, werden sehr intensiv beschrieben. Die menschlichen Schicksale, die sich hier abspielen, sind sehr emotional und man leidet als Leser immer wieder mit, wenn es zu grausamen Szenen kommt. Sehr schön waren auch die beiden Gegenprotagonisten Holmes und Rhodes dargestellt. Der junge Holmes, der die drohende Gefahr erkennt und unter allen Umständen das Schiff und die Menschen retten möchte und ihm gegenüber der narzisstische Rhodes, dem es nur um Macht und Ruhm geht. Der Autor hat dabei sehr einfühlsam und auch brutal das menschliche Verhalten in Ausnahmesituationen beschrieben. Von der Verzweiflung der Menschen, wenn sie sich ihrem Schicksal ergeben müssen, bis zur letzten Hoffnung, dass es doch noch ein gutes Ende nehmen könnte. Aber auch die Resignation und geistige Verwirrtheit, wo es nur mehr ums eigene Überleben geht und das Wort Menschlichkeit nicht mehr existiert.
Ein toller und sehr spannender Roman, den ich gerne weiterempfehlen kann.

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Rezensionen von begine:

Ein Leben im Marschland

Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens


Was für eine rührende mitreißende Geschichte.
Die amerikanische Schriftstellerin Delia Owens hat mit ihrem Roman „Der Gesang der Flusskrebse“ ein besonders gutes Werk geschaffen.
Das Hörbuch wird von Luise Helm mit Gefühl gesprochen
Der Roman beginnt in den 50er Jahren.
Kyas Familie wohnt im Marschland in der Nähe der Küstenstadt Barkley Cove.

Der Vater ist ein Trinker und Schläger. Es ist erschütternd wie es Kya ergeht.
Sie bleibt als sechsjährige allein im Marschland zurück. Sie wird als Marschlandmädchen verschmäht. Es gibt nur wenige Bewohner die ihr ein wenig helfen. Sie fühlt sich von allen Verlassen. Sie lernt viel von dem Beobachten der Tieren

Wunderschön bildhaft wird die Landschaft, die Natur und die Tierwelt gezeichnet.
Die Autorin versteht es den Leser zu fesseln. Z
Der Roman ist eine ungeheuer spannende, manchmal traurige Lektüre.

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Rezensionen von begine:

Mal etwas anders.

Drei von Dror Mishani


Von dem israelischer Schriftsteller Dror Mishani habe ich noch nichts gelesen.
Sein Roman „Drei“ ist ihm gut und spannend gelungen, in einer etwas anderen Art.

Es sind drei Frauen, die hier jede ihre eigene Geschichte haben und nur einen Mann.
Der Wohnort ist Tel Aviv.
Die erste Frau ist Orna, die frisch geschieden ist und einen Sohn hat.

Sie sucht nach einem neuen Partner. Sie lernt den Anwalt Gil kennen, der mir gleich nicht geheuer ist.
Die Zweite ist Emilia eine Pflegekraft aus Lettland. Sie hat einen alten Mann gepflegt, mit dem sie gut klar kam, aber die nächste Patientin ist schwierig. Sie sucht Hilfe bei dem Anwalt Gil.
Die dritte Frau ist Ella, mit der es zu einer unerwarteten Wendung kommt.
Dror Mishani schreibt angenehm und raffiniert.

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Rezensionen von yellowdog:

Die Wirkung von Klassendenken

Zeige deine Klasse von Daniela Dröscher

Die noch relativ junge Schriftstellerin Daniela Dröscher schreibt ihre Autobiografie nicht aus Selbstzweck sondern um die Frage nach dem Umgang mit Klassenunterschieden zu diskutieren. Das ist eine interessante Fragestellung, die mich spontan interessiert. Die Wirkung von Klassendenken kann fatal sein und Scham auslösen.

Daniela Dröscher wuchs in der Mittelklasse auf. Die Erziehung der Eltern war zum Teil unterschiedlich geprägt, was sie als Kind verwirrte, aber auch prägte. Sie weiß um ihre Privilegien. Es geht um Gleichheit, Menschlichkeit, Sicherheit, sich fair verhalten, aber auch cool zu bleiben und gewinnen zu wollen. Etwas auch sich zu machen.
Ich teile die Werte, die Danielas Eltern vermittelten bzw. verstehe genau, wie sie auf das Kind wirkten.
Es wird erzählt in Abschnitten, von Kleinkind und Kindergarten bis Schulkind und Erwachsenenjahre.
Verglichen wird immer wieder mit den Werten der Eltern.
Interessant aber auch die anderen Bezüge, die sich in vielen Zitaten widerspiegeln.

Wer ähnlich in vergleichbarer Zeit aufgewachsen ist, erkennt vieles wieder.
Ich teile Erfahrungen der Autorin und bin froh, das über das Thema überhaupt mal geschrieben wird.

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Rezensionen von Petra:

verschiedenes Grau

Totenland von Michael Jensen

Klappentext

Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen.

Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

Meinung

ein neuer Autor, eigentlich Arzt und Therapeut, vielleicht kommt daher diese Empathie die er seinen Lesern mitgibt.
Er verwendet Wörter die der eine oder andere nachschlagen muss, dazu Gedichtzeilen von teilweise heute unbekannten Dichtern, aber alles trifft ins Schwarze
Er gibt Opfern ein fiktives Gesicht um es uns leichter zu machen das Grauen zu sehen und Mitleid für die Opfer und Abscheu für die Täter zu empfinden. Denn wie er selber schreibt ist ein Schicksal das wir einer Person zu ordnen können besser zu verarbeiten als abstrakte Zahlen.
Wir werden mit dem Trauma von Kriegsverletzten, KZ Häftlingen, versteckten Juden und Flüchtlingen konfrontiert alles fiktive Personen aber ihr Schicksal geht uns nahe.
Das Buch hat sein Ziel erreicht, gleichzeitig ist es ein sehr spannender Krimi der gut unterhält obwohl man ab der Mitte den Mörder kennt. Die besondere Situation zum Ende des zweiten Weltkrieg macht es , dass es bis zum Ende sehr spannend bleibt.

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Rezensionen von yellowdog:

lakonisch

Wie Frau Krause die DDR erfand von Kathrin Aehnlich

In Katrin Aehnlichs satirisch angehauchten Roman geht es um die andauernde Fremdheit zwischen Ost- und Westdeutschen. Mit der Protagonistin Isabella Krause gibt es eine sympathische Protagonistin. Eine optimistische Frau von 49 Jahre alt, eine unbedeutende Schauspielerin in kleinen Rollen, die jetzt doch mal eine entscheidende spielen kann.

Ihre Aufgabe, Leute für eine Fernsehserie auszuwählen, die über die damalige DDR erzählen. Doch auf Anhieb schmeckt den deutschen Produzenten nicht, was sie zu sehen bekommen. Wenn sich die erwartenden Klischees nicht erfüllen, ist das ein Grund zur Skepsis. Doch Isabella hat noch einen Einfall.

Ein feines Buch, bei dem mich aber auch nicht erstaunt, das es bei Antje Kunstmann bei einem unabhängigen Verlag erschienen ist.

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Rezensionen von heinoko:

Wirklich super?

Superflashboy und das Geheimnis von Shao-Shao von Salah Naoura


Ehrlich gesagt – ohne Test mit meinen Lesepaten-Kindern wage ich kein ernsthaftes Urteil über dieses Buch abzugeben. Aus Erwachsenensicht war mir alles viel zu super und vor allen Dingen viel zu durcheinander…
Klar verstehe ich, dass ein Junge, der Torben-Henrik heißt, viel lieber ein Superheld wäre, statt in seiner musikalischen Familie zu leben.

Schließlich kann er mühelos 40 Liegestütze! Er gerät durch einen geheimen Zugang in die Heldenstadt Hero City, dem Ort, an dem alle Superhelden wohnen. Doch sein unbedingtes Idol Flashboy erweist sich als Musikus mit Schaumstoffmuskeln, der eigentlich viel besser in die Familie von Torben-Henrik passen würde. Da könnte man doch die Rollen tauschen. Als jedoch Torbens bester Freund Mehmet verschwindet und mit ihm noch andere Kinder, muss dieser sich beweisen…
Die Geschichte ist actionreich, ein bisschen verrückt, streckenweise spannend erzählt. Sie enthält viele witzige Ideen, wie z. B. die sich selbst tragenden Schwebekoffer. Oder durchaus sinnvolle Gedanken wie die Tatsache, dass radioaktiver Müll aus dem Atomkraftwerk die Lebewesen verändert und dass man sich besser nicht ärgert, wenn man erfolgreich sein will. Aber dann wiederum schickt man seine eigene Kopie zum Zahnarzt. Dieses Vermeidungsverhalten gefällt mir nicht. Auch die Sprache gefällt mir nicht wirklich, sie ist durchsetzt mit Anglizismen, die ich für 8-jährige Leser für zu schwierig halte. Auch dass man beim Lesen schon mal schnell die Orientierung verliert, denn wer ist nun echt und wer eine Kopie von wem?
Wie gesagt, ich bin gespannt, wie „meine“ Kinder auf die Geschichte reagieren werden. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass das Buch eine super Geschichte mit super Handlung für super mutige, super tapfere kleine Lese-Helden ist, die im übrigen mit super ausdrucksstarken Illustrationen ausgestattet ist. Und dass die Botschaft ankommt, wie gut es ist, wenn man völlig unverstellt, ohne Verkleidung, zu seiner eigenen Persönlichkeit steht. Das wäre dann wirklich echt super!

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Rezensionen von yellowdog:

Überzeugt mich nicht so ganz

Meine wunderbare Frau von Downing Samantha

Der Roman Meine wunderbare Frau ist das Debüt der US-amerikanischen Schriftstellerin Samantha Downing. Das Buch erschien im Original unter dem Titel My Lovely Wife und erhielt viele positive Rezensionen.

Der Roman stellt ein nur vorgeblich normales Paar in den Mittelpunkt. Der Icherzähler ist mit seiner Frau Millicent seit 15 Jahren verheiratet, sie leben in einem Vorort, haben zwei Kinder und wirken durchschnittlich.

Er ist Tennislehrer, sie verkauft Immobilien. Schön bürgerlich also. Aber sie haben auch gemordet.

Das man mit negativen Protagonisten gute Literatur erschaffen kann, hat schon Patricia Highsmith mit ihrem Ripley bewiesen. An den kommen Samantha Downings Helden nicht ran, dafür sind sie zu zweit.
Das könnte faszinieren, aber der Roman hat einige Schwachpunkte. Die Handlung kommt nur schwer in Fahrt und stilistisch ist es eher fad.
Ganz gut gemacht sind noch die Passagen, die beschreiben wie er Millicent kennengelernt hat und sie ein Paar wurden.
Es fehlt mir aber leider an der psychologischen Gestaltung der Figuren viel. Sie bleiben einfach zu flach und unausgelotet. Die Story wird konsequent aus der Sicht des namenlosen Mannes erzählt und dieser Typ ist eher leer, Seine Frau wird mehr oder weniger dämonisiert. Das verhindert, das man einen Einblick in ihre Psyche, die offensichtlich stark beschädigt ist, bekommt.
Letztlich scheitert der Thriller für mich an dieser Erzählart. Ich konnte nicht wirklich in die Geschichte abtauchen.

Richtig Spannung kommt nur bedingt auf. Erst als es in der zweiten Hälfte noch Wendungen gibt, wird es interessanter, aber nicht glaubwürdiger.

Es gab dieses Jahr schon einige sehr gelungene Thriller-Debüts. Dieser gehört aus meiner Sicht nicht unbedingt dazu.

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