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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ecinev:

akuter Jugendneid

Du bleibst mein Sieger, Tiger von Maxim Leo; Jochen Gutsch

Es ist nicht leicht für den Vater wenn vor der Kinderzimmer Tür der 18-jährigen Tochter riesige Schuhe stehen und der Vater bei einer Party von der Jugend zum Bierholen degradiert wird anstatt mitzufeiern. Dort trifft er auf Gott mit dem er eine Unterhaltung führt. In der Parfümerie ist er ein dankbares Opfer der Schönheitsindustrie.

Bei einer Männerreise muss er erkennen, dass die besten Feiern um 21.45 Uhr enden und nicht mehr um Mitternacht beginnen.

Der Großteil dieser kurzen Geschichten über die zweite Pubertät im Leben eines Mannes hat mich gut amüsiert. Ein Teil ist jedoch auch zu übertrieben und wird zum Klamauk.

Der Schreibstil ist lebendig, witzig und das Buch ist eine nette Erholung für zwischendurch.

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Rezensionen von Ecinev:

Mokka mit Kardamon

Die geheime Mission des Kardinals von Rafik Schami

Glaube versezt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker. Ein italienischer Kardinal wird auf geheimer Mission in Syrien ermordet. Von Glaube und Liebe, Aberglaube und Mord erzählt dieser farbenprächtige Roman.

Besser kann man das Buch von Rafik Schami nicht beschreiben. Der letzte Fall für Kommissar Barudi bevor dieser in den Ruhestand geht hat es in sich.

Die italienische Botschaft in Damaskus erhält ein Fass Olivenöl geliefert. Doch statt Öl befindet sich die Leiche eines Kardinals der bis vor kurzem Gast in der Botschaft war bevor er zu einer geheimnisvollen Mission in den Norden des Landes aufgebrochen war.

Was hat ein italienischer Kardinal im Norden Syriens zu suchen, bei der Beantwortung dieser Frage stößt Barudi auf etliche Hindernisse. Gemeinsam mit einem italienischen Kollegen gelingt es den beiden schließlich die wahren Täter zu entlarven und müssen am Ende erkennen dass das Ansehen des Staates doch über der Gerechtigkeit steht.

In einem beeindruckenden, fast blumigen Schreibstil beschreibt Schami das gesellschaftliche Leben in Syrien am Vorabend des Krieges. Man genießt dieses Buch am besten mit einem heißen Mokka mit Kardamon.

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Rezensionen von Ecinev:

Social Mobbing

R.I.P. von Sigurdardóttir Yrsa

Stella jobbt neben der Schule in einem Kino. Sie freut sich darauf von ihrem neuen Freund abgeholt zu werden als sie plötzlich überfallen wird. Der Überfall und die Entführung werden per Snapchat an ihre Freunde übertragen die nicht glauben können was sie dort zu sehen bekommen. Die Polizei tappt im Dunkeln da es noch keine Leiche gibt.

Wenig später wird ein weiterer Jugendlicher überfallen und entführt und alles auf Snapchat übertragen.

Die Freunde der Opfer sagen einhellig wie beliebt die Jugendlichen doch waren aber man ahnt bereits das etwas anderes dahintersteckt. Die Psychologin Freyja soll die Ermittlungen der Polizei unterstützen. Erla und Huldar und das Team bemühen sich den Fall schnell zu klären um den Jungen vielleicht noch zu finden.

Ich war etwas enttäuscht von dem Buch und den Hauptpersonen. Die Stimmung im Kommissariat ist mies, die Psychologin mit ihren persönlichen Unzulänglichkeiten wirkt unsicher. Das Thema Mobbing auf extreme Weise dargestellt zieht sich durch das ganze Buch. Die beiden Jugendlichen haben in ihrer Schule Mitschüler extrem gemobbt und auch die Erwachsenen sind nicht davor gefeit.

Allgemein ist das Thema sehr interessant wenn auch sehr extrem dargestellt, die Grundstimmung in dem Buch sehr negativ. Die Spannung die ich aus den Vorgängerbänden kenne, kommt hier nicht richtig auf. Das ganze wirkt eher wie eine Sozialstudie mit kriminalen Beiwerk.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer:

Kurzweiliges Lesevergnügen

Der Sprung von Simone Lappert

Zu Beginn bzw. im ersten Drittel liest sich das Buch wie eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Viele Figuren aus unterschiedlichsten Milieus, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, werden in kurzen Kapiteln vorgestellt.
Danach werden die losen Fäden der Geschichten langsam in Zusammenhang gebracht.

Obwohl ich eigentlich keine Kurzgeschichten mag, oder vielleicht deshalb, weil es dann eh keine gewesen sind, hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Locker dahin zu lesen, dennoch nie seicht.
Jeder/Jede der Figuren scheint einen an der Waffel zu haben. Aber ist das im "richtigen" Leben bei genauer Betrachtung nicht genau so?
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Der Puppenspieler von Palermo

Pasta d’amore - Liebe auf Sizilianisch von Lucinde Hutzenlaub

Ein tolles Cover ziert den Liebesroman von Lucinde Hutzenlaub. Es verspricht Sizilien und Essen. Beides gibt es, letzteres oft, aber die beiden Stühle auf dem Cover reichen bei weitem nicht für die ganze Bartolami-Sippe. Wer dazu gehört, wird zu Beginn des Romans im Familien-Stammbaum festgehalten.

Im Hinterland von Palermo steht das Anwesen der Familie, die Fattoria, und ist die Heimat mehrerer Generationen. Nur die 32jährige Aurelia lebt nicht mehr auf Sizilien. Sie ist Mathelehrerin in Bologna und hat sich gerade (und endlich) von ihrem amerikanischen Freund getrennt - sehr zur Freude ihrer sizilianischen Familie, die sich für Aurelia einen Sizilianer wünschen. Insbesondere ihre Urgrossmutter, Donna Lucia. Die gibt sich sterbend und offenbart ihren letzten Wunsch: Aurelia muss heiraten!

Die Familie kommt auch gleich mit einigen Vorschlägen hervor, da flüchtet Aurelia schnell wieder nach Bologna in ihre ruhige weiss-graue Wohnung. Doch in drei Wochen sind bereits wieder Sommerferien, die muss sie zuhause im Süden verbringen. Und sie möchte auch, vielleicht trifft sie ja den Freund ihres Bruders wieder: den Puppenspieler Matteo.

Aurelia wird als ruhiges Mathegenie beschrieben, die sich mit dem Zählen von Wörtern und anderen Zahlenspielen beruhigt. Anstatt Donna Lucia den Vogel zu zeigen und ihr und dem Rest der Familie klar zu sagen, was sie von einer arrangierten Hochzeit hält, hält sie den Mund und will selbst auf Männersuche gehen.

Donna Lucia, das 93jährige Oberhaupt der Bartolamis, ist hart und verletzend, zu allen. Besonders zu ihrer Tochter Valentina, dessen Ehemann Federico und aktuell Aurelia gegenüber. Ihre dicke Brille würde sie hässlich machen, so würde sie nie einen Mann finden - und noch weiteren Mist muss sie sich anhören. Immer wieder. Und Aurelia? Die glaubt das doch tatsächlich, so naiv und eingeschüchtert ist der Keks - wie Aurelia von ihrer Familie genannt wird.

Der Klappentext machte mich neugierig auf diesen Roman. Die Idee mit der angeblich sterbenden Nonna, deren letzten Wunsch die Familie erfüllen soll, ist theoretisch witzig, aber die Umsetzung war leider gar nicht mein Fall. Die Geschichte wirkte auf mich zu bemüht, mir fehlte die Natürlichkeit.

Schuld daran sind unter anderem die enorm vielen italienischen Sprichwörter. Sie werden zwar subito übersetzt, sind in der Häufigkeit einfach zu viel, denn fast jedes Gespräch auf La Mimosa beinhaltet ein Sprichwort. Diese geflügelten Worte bilden das Grundgerüst des Roman, was als Stilmittel sicherlich gewollt ist von der Autorin und wahrscheinlich Pfupf in die Sache bringen soll. Mir sagt das nicht zu, auf mich wirkt diese ewige Zitiererei gestellt und distanziert mich von der Geschichte.

Dazu gab es einige grobe "Missverständnisse", bei denen eine einfache Nachfrage direkt in der Situation oder zumindest kurz darauf bei jemandem aus der Familie alles viel einfacher und vor allem glaubwürdiger gemacht hätten.

Des Weiteren konnte ich auch nicht viel mit den Figuren anfangen. Sie waren mir zu hart, zu stur, zu naiv, zu doof. Gefallen haben mir Stella, Valentina und Matteo; die alle drei aber nur Beiwerk waren - ja, auch Matteo. Toll immerhin, dass ihm ein traditioneller sizilianischer Beruf verpasst wurde.

Fazit: Mit "Pasta d'Amore" bin ich nicht warm geworden; zu konstruiert ist diese Geschichte um Aurelia und Donna Lucia.
3 Punkte.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Wehret den Anfängen!

Als die Nacht sich senkte von Herbert Lackner

Dieses Buch ist eigentlich die Vorgeschichte zu „Die Flucht der Dichter und Denker“ in der Herbert Lackner den Exodus zahlreicher jüdischer Geistesgrößen aus Österreich beschreibt.

Hier beleuchtet der Journalist und Buchautor Herbert Lackner die Jahre von 1918-1938.
Beginnend mit dem kläglichen Verhalten von Ex-Kaiser Karl, der den provisorischen Staatschef Karl Renner in seinem letzten Domizil in Österreich, im Schloss Eckartsau, nicht empfängt, weil Renner sich nicht protokollarisch korrekt angemeldet hat, spannt er den Bogen bis zum Anschluss an Hitler-Deutschland.

Wir begegnen jenen Personen, deren Flucht im ersten Buch beschrieben ist. Zum Beispiel Alma Mahler-Werfel, die mit zwei jüdischen Ehemännern verheiratet und trotzdem eine glühende Antisemitin war. Ein Widerspruch, der schwer zu ertragen, aber dennoch häufiger vorgekommen ist, als man glaubt.
Herbert Lackner zeichnet ein präzises Bild der österreichischen Politik der Zwischenkriegszeit. Die übertriebene Furcht vor Kommunisten und Sozialisten, lässt die Nazis erst so richtig aufkommen. Dass sich weder die katholische noch die evangelische Kirche mit Ruhm bekleckert haben, lehrt die Geschichte.

Der Brand des Justizpalastes nach dem „Schandurteil von Schachendorf“, der folgende Bürgerkrieg, der Mord an Dollfuss - alles Mosaiksteine, die den Weg in den Austrofaschismus und in die Diktatur geebnet haben.

Interessant auch die Erwähnung Adolf Hitlers, der schon im Oktober 1920 einen dreistündigen Monolog über die „Judenfrage“ gehalten hat.

Den Titel finde ich sehr gut gewählt. Denn genauso wenig wie die Nacht plötzlich hereinbricht, so ist der Nationalsozialismus nicht vom Himmel gefallen. Lange Zeit hat man zugesehen, nichts dagegen unternommen, mit der Ideologie geliebäugelt bis es letztendlich zu spät war.

Wie immer, ist auch dieses Buch penibel recherchiert. Es bietet neben einer eindringlichen, präzisen Sprache auch jede Menge weiterführende Literatur, die zum Weiterlesen anregt.

Fazit:

Das Buch zeigt auf, dass es wichtig ist, sich für die Demokratie stark zu machen. Denn der Ungeist des Totalitarismus schleicht sich mit leisen Schritten (wieder) an. Ein absolut lesenswertes Buch, das wachrüttelt.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein humorvoller Rückblick in die 1960er

Als die Nacht sich senkte von Herbert Lackner

Bernd Mannhardt ist den meisten von uns als Schöpfer des KHK Hajo Freisal und dessen Assistentin Yasemin Gutzeit bekannt. Diesmal plaudert er aus dem Nähkästchen und in seinen Kindheitserinnerungen als Dreikäsehoch in den 1960er Jahren.

Seine ersten Eindrücke sind eine Eintopf kochende Großmutter und ein eher unkonventioneller Opa, der manchmal die Spüle für andere Zwecke missbraucht.

Das alles spielt sich in einer Mietskaserne „Altbau, Hinterhaus, erste Etage links“ in Berlin-Neukölln ab.

Gemeinsam lernen wir „Hamlet“ kennen, jenen schwarz/weiß Fernseher mit Nussholzfurnier, der wohl zu jener Zeit in beinahe jedem Haushalt gestanden ist.

Wir teilen so manche Erinnerung an eine unbeschwerte Kindheit und Freiheit, die es heutzutage für die Kids nicht mehr gibt. Querfeldein alleine durch die Straßen eilen? Ohne das andauernde Tracking durch ein Mobiltelefon? Heute völlig unmöglich, damals ganz normal mangels Überwachungs- und Ortungsgerät. Man war froh, einen Festnetzanschluss zu haben.

Die Episode mit dem Pfeilschuss, der beinahe ins Auge ging, hat mich kurz die Luft anhalten lassen.

Ein wenig später erleben wir die ersten frühen schriftstellerischen Ergüsse. Froh bin ich, dass es mit der Sangeskarriere nichts geworden ist. Als Autor finde ich Bernd Mannhardt echt klasse.

Mit viel Humor und Selbstironie nimmt mich Bernd Mannhardt in sechs Kapiteln auf die Reise in seine (und auch meine) Vergangenheit mit. In eine Zeit, als Musik aus dem Radio oder vom Plattenspieler kam. Sehr aufschlussreich ist auch die beinahe kriminelle Ader des werten Herrn Autors. DAS habe ich mich nie getraut. Nun kann er ja als Krimi-Autor seinen Neigungen ungestraft, ja sogar bezahlt, nachgehen.

Den „Hamlet“ gibt es nicht mehr, Schokolinsen schon und hoffentlich bald einen neuen Krimi aus der Feder unseres verehrten Autors.

Fazit:

Ich habe mich herrlich amüsiert und ein wenig wehmütig an die eigene Kindheit und Jugend zurückgedacht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Wenn Loretta ermittelt ist gute Laune vorprogrammiert

Darf`s ein bisschen Mord sein? Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs. 14.08.2019. Paperback / softback. von Minck Lotte

Loretta Luchs ist umgezogen. Bei einem Streifzug durch ihr neues Viertel lernt sie Gitti Scheffer kennen, die einen kleinen Tante-Emma-Laden betreibt. Ihr geht es gerade nicht so gut: sie hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Unsere herzensgute Loretta greift natürlich helfend ein, bringt Gitti ins Krankenhaus und hilft im Laden aus.

Dabei erfährt sie, dass Gitti bedroht wird: sie soll ihr Haus verkaufen. Als dann auch noch ein Toter neben dem Haus liegt, ist Loretta nicht mehr zu halten und zusammen gehen Minipli-Man und Hornbrillen-Girl auf Gangstersuche.

Es ist nun schon der elfte Fall für Loretta Luchs, wo ich ihr und Erwin beim „ermitteln“ über die Schulter schauen darf. Es ist so schön, die alten Bekannten aus dem Ruhrpott wiederzulesen. Loretta, ihren Chef Dennis Karger, Doris und Erwin, und natürlich Frank mit "Kropkas Klümpchenbude“ und seine Freundin Bärbel. Sie alle sind mir in den letzten Lesejahren richtig ans Herz gewachsen. Und nun kommen noch Gitti und die manchmal nervtötende Frau Sievers hinzu.

Lotte Minck hat eine so tolle Art zu schreiben, dass sich meine Mundwinkel immer wieder nach oben ziehen oder ich sogar mal laut lachen muss.
Die Ruhrpott-Atmosphäre kommt durch den immer wieder eingestreuten Ruhrpottdialekt, vor allem durch Gitti und Frank sehr gut zum Ausdruck. Er wird aber nur so dezent eingestreut, dass ihn auch „Südländer“ oder „Nordlichter“ sehr gut verstehen können.

Der Fall, in den Loretta diesmal rein gerät, könnte sich genau so oder so ähnlich wirklich zugetragen haben. Nur dass hier die Polizei nur am Rande zum Zuge kommt und Loretta und Erwin sich mal wieder als Privatermittler betätigen. Er glänzt durch seine Spannung, die auch im Hintergrund immer präsent ist und lässt sich gut nachvollziehen. Das Ende kommt mir hier sogar etwas zu schnell.

Spannend, mitreißend, humorvoll – einfach gute Unterhaltung – die neue Krimödie von Lotte Minck.

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Rezensionen von BarbaraM:

Anders als erwartet – abgedreht. Enttäuschend? Vielleicht?!

Mittwoch also von Lotta Elstad

„Mittwoch also“ - von Lotta Elstad verfasst - ist 2019 im Verlag Kiepenheuer und Witsch erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 292 Seiten.

Hedda ist eine Frau in den Mitdreißigern und stellt fest, dass sie ungewollt schwanger ist. Sie sucht einen Arzt für eine Schwangerschaftsabbruch auf und dieser erklärt ihr, dass sie vorher eine Bedenkzeit von drei Tagen einhalten muss.

Ich möchte hier vorweg schicken, dass meine Erwartungen an das Buch nach dem Lesen des Klappentextes nicht erfüllt wurden. Dieser versprach einen humorvollen Beitrag über das Recht auf Abtreibung inklusive klarer feministischer Agenda eingebunden in eine interessante Geschichte um die Protagonistin Hedda, die ungewollt schwanger wurde. In meinen Augen wurde das Buch diesem Anspruch nicht gerecht. Vielleicht verstehe ich aber unter anderem auch die Art des Humors nicht.
Tatsächlich habe ich eine Auseinandersetzung zum Thema „Abtreibung“ erwartet, Gedanken zu Pro- und Contra-Argumenten, Einblicke in das Gefühlsleben von Hedda, Entwicklungsprozesse in egal welche Richtung, eine gewisse Anteilnahme durch den Leser, Einblick in die Welt von Freunden und des Vielleicht-Vaters Im Hinblick auf eine mögliche Abtreibung.
Ich jedoch wurde mitgerissen in Heddas Welt und gleichzeitig abgestoßen ob ihrer Verdrängung, Planlosigkeit und gefühlten Chaoses. Enttäuscht von pseudointellektuellen, langatmigen Monologen ihrer Freunde und letztendlich von der mir persönlich zu wenigen Auseinandersetzung mit dem Thema „Abtreibung“ – von Humor für mich: keine Spur!

Lotta Elstads Sprachstil bewundere ich nach wie vor sehr und er passt absolut zu Hedda und bildet auch all die anderen Figuren gekonnt ab. Sie schreibt rasant, mit sehr viel Druck, fordert ihre Leser, stresst und hetzt. Sicherlich besonders und hervorstechend in dem oftmals vorherrschenden Einheitsbrei.

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Rezensionen von yellowdog:

Besondere Momente

Träume am Ende des Weges von Michael Böhm

Der Autor dieses Buches schreibt über Momente im Leben berühmter Persönlichkeiten und nicht selten erzählt er dabei auch ein ganzes Stück ihrer Biografie.
Es ist kein besonders wichtiges Buch, aber doch gut lesbar.
Wenn Michael Böhm die Gedanken oder Gespräche dieser Leute zeigt, sind sie ein Stück fiktiv.

Das muss man sich bewusst sein als Leser, ansonsten ist an dieser Vorgehensweise nichts auszusetzen. Ein wenig pathetisch geht es manchmal zu, aber das ist nicht schlimm.
Die Auswahl ist interessant. Mich überzeugen am meisten die Texte über Schriftsteller, z.B. Lawrence Durrell, das ist auch die titelgebende Geschichte.
Aber auch Maler oder Musiker, wie Verdi, kommen vor.
Der längste Text ist ein Essay über Heinrich der Seefahrer.
Sehr schön ist der informative Text über Fontane. Ich mag auch die Stimmung in der John Steinbeck sich befindet, als er Jenseits von Eden schreibt.
Meine absolut favorisierten Texte sind aber die, wo der Autor Begegnungen zweier Persönlichkeiten schildert: Monet und Maupassant sowie Die Spaziergänger von Montgnola. Das sind Hermann Hesse und Thomas Mann, gute Freunde seit langen. Im Mittelpunkt der Besuch Thomas Manns bei Hesse im Jahr 1934. eine schwierige Zeit, aber durch die gemeinsam verbrachten Stunden, entsteht eine Gelöstheit.
Das ist wirklich gut geschildert und ein wenig dieser Atmosphäre überträgt sich auf mich beim Lesen. Ich denke, das ich noch mehrmals zu diesem Buch greifen werde.

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