Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lealein1906:
Gespenster- und Hexenabenteuer
Der kleine Hui Buh Verspukt und zugehext! (Bd. 1) von Rogler Ulrike; Veenstra Simone
Ein wirklich lustiges und verspieltes Kinderbuch ist der erste Band von „Der kleine Hui Buh“. Obwohl mir das Titelbild gar nicht so gut gefallen hat, ist der Inhalt echt klasse, macht Kindern viel Freude und eignet sich auch zu (etwas längerem) Vorlesen. Außerdem werden neben ein bisschen Quatsch auch viele tolle Werte vermittelt.
Ich gebe vier Sterne für dieses Buch.
Die Geschichten vom Schlossgespenst Hui Buh werden viele kennen. Doch wie Hui Buh als er klein war? Das wird hier erzählt. Zusammen mit seiner Freundin und Hexe Hedda Hex bekommt er Unterricht im Spuken. Dass er dabei tolle Abenteuer erlebt, zum Beispiel mit den Schulkindern oder auf dem Feuerwehrfest ist fast schon selbst verständlich.
Der Schreibstil hat mich für ein Kinderbuch ab 5 Jahren total überzeugt. Schwierige Wörter werden, wenn sie benutzt sind, erklärt. Auch beim Vorlesen hilft die einfache Sprache natürlich. Die Abenteuer von Hui Buh und Hedda Hex sind wirklich lustig.
Was mir auch gut gefallen hat, dass die beiden Schwächeren helfen und auch mal den richtigen Leuten einen Denkzettel verpassen. Aber natürlich treten sie auch – gerade bei ihren Hex- und Spukübungen – gerne mal in Fettnäpfchen, bei denen man sich ordentlich vor Lachen verkringeln kann.
Viele bunte, oft große, und schöne Illustrationen runden das positive Leseerlebnis ab. Ich fand auch schön, dass es ein Doppelband war, so konnte man gleich noch eine zweite Geschichte lesen. Ich bin auch schon gespannt auf den nächsten Teil. Da mir trotzdem noch etwas richtig außergewöhnliches für ein Top-Kinderbuch gefehlt hat, bleibe ich bei sehr guten vier Sternen und empfehle das Buch auch gerne weiter.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Thriller der Sonderklasse
Oxen. Das erste Opfer von Jens Henrik Jensen
Zwei Hunde baumeln an Bäumen, in Spanien und in Dänemark. Dazu gesellen sich etwas später die getöteten Hundebesitzer. Besonderer „Modus Operandi“? Ein „Mülltaucher“ im Kopenhagener Nordwesten taucht unter im Rold Skov, dem größten Waldgebiet im Norden von DK: Niels Oxen. Er schlägt tief im Wald sein Lager auf und will seine Ruhe haben.
Wird er nicht bekommen.
„Schön hier, findest du nicht? Die Dänen haben Glück, die haben so ein schönes Land, überall ist es sauber und hübsch, keine Armut, keine Probleme. Eigentlich müssten sie das glücklichste Land der Welt sein, nicht wahr?“ (Zitat aus OXEN). Das wird sich herausstellen.
Auf Schloss Nørlund Slot am Rande von Rold Skov kommt Hans-Otto Corfitzen, Ex-Botschafter und Doyen der dänischen Diplomatie zu Tode, zwar an einen Stuhl gefesselt, aber offensichtlich nicht getötet. Oxen war vor Ort. Dieser Tod alarmiert nicht nur die komplette Polizeihierarchie, sondern versetzt den dänischen Inlandsgeheimdienst PET in helle Aufregung. Vordergründig sucht man einen Mörder, jedoch viel wichtiger scheint den Ermittlern und vor allem dem PET folgendes: „Was hat es mit dem Tod von Corfitzen auf sich und welches Geheimnis verbirgt Nørlund Slot?“ Die Polizei stöbert OXEN, den höchst dekorierten Kriegshelden Dänemarks im Wald auf und will ihn zum Mörder stempeln. Das PET glaubt selbst nicht daran, sieht aber in OXEN ein nützliches Werkzeug und engagiert ihn für ihre Recherche. Als zusätzliche Motivation für OXEN hängt man seinen Hund, Mr. White ebenfalls an einem Baum auf. Flashback 1: Spielfilmenthusiasten erkennen eine Parallele zu „John Wick“. In Zusammenarbeit mit der toughen Margrethe Franck vom PET („einbeinige Lara Croft“), loyal zum PET, sollen sie die Morde aufklären und das Geheimnis von Corfitzens Nørlund Slot lüften. Um aus Shakespeares „Hamlet“ zu zitieren: „Etwas ist faul im Staate Dänemarks.“
Es entspinnt sich zwischen den beiden ein Arrangement der Kooperation, es bleibt jedoch ein latenter Zweifel an der Aufrichtigkeit des anderen. Inwieweit können sie sich trauen? Die zweite Ebene ist das PET. Beide sind nicht sicher, ob sie genug Rückhalt haben, ob ehrliche Kommunikation stattfindet und besonders OXEN ist äußerst misstrauisch, ob er nicht nur ein „nützlicher Idiot“ ist.
Er stellt sich heraus, dass die Mordserie nur indirekt mit dem Geheimnis um Nørlund Slot zu tun hat. OXEN und Franck vertrauen einander immer mehr und leisten erfolgreiche Aufklärungsarbeit. Müssen aber erkennen, dass ein Staat im Staat existiert, der die Wahrheit mit unverblümter Gewalt an die gewünschte Realität anpasst. Beruhigend für uns Leser, dass wir nicht alles wissen was in unserem Staat vor sich geht. Es war zu erwarten, dass OXEN und Franck dem Tod durch Genickschuss entgehen sollten, warten doch OXEN 2 und OXEN 3 auf die Leser.
Jens Henrik Jensen bringt als ehemaliger Journalist all seine schriftstellerischen Qualitäten ein. Erzählstil ist spannend und dicht, voller Überraschungen und doch führt er den Leser zu einem befriedigenden Ende. In Kombination mit dem exzellenten Schreibstil stellt OXEN 1 einen wahren Pageturner dar und ist zu Recht ein Bestseller. Auf zu OXEN 2.
Flashback 2: In „Staatsfeind Nr. 1“ (mit Will Smith und Gene Hackman) spricht die Frau von Will Smith die bedeutsamen Worte „... wer überwacht die Überwacher der Überwacher...“
Flashback 3: „No Way Out“ (mit Kevin Kostner und Gene Hackman), Politiker tötet seine Geliebte.
Rezensionen von Marie aus E.:
Einfach zauberhaft
Jane Austen - Little People, BIG DREAMS (Deutsche Ausgabe) von María Isabel Sánchez Vegara
Welch Glück, dass der Insel-Verlag diese Reihe mit ins Programm aufgenommen hat.
Little People, big Dreams lautet die Überschrift über alle Bände im Deutschen und das trifft es sehr gut.
Kindgerecht wird das Leben von Jane Austen aufbereitet. Absolutes Highlight sind die wunderschönen Tusche-Zeichnungen, die alle doppelseitig sind und damit richtig viel Raum zum Eintauchen in das Leben Janes bieten.
Dazu gibt es jeweils nur um die zwei Sätze Text je Doppelseite - und trotzdem vermittelt das Buch in knappen Worten das Leben und vor allem die Träume Jane Austens.
Neben den hinreißenden Illustrationen ist das Buch auch sonst ein richtiger Hingucker: wunderschönes Vorsatzpapier und ein Leinenstreifen, der die Buchdeckel verbindet.
Eigentlich ist es ein Bilderbuch, aber es ist nicht nur für kleine Kinder geeignet.
Für sie sind die schönen Illustrationen, auf denen man so viel entdecken kann und die kurzen Sätze natürlich perfekt.
Aber auch unsere kritische Zehnjährige sagte: "Wunderschön" und möchte weitere Bände der Reihe kennenlernen.
Und für uns Erwachsene ein richtiges "Hach-mein Herz-geht auf" Buch.
Besonders gut gefällt mir als Mädchenmama an der Reihe ja auch, dass viele starke Frauen vorgestellt werden, es gibt aber auch männliche Vorbilder in der Reihe.
Und nicht zuletzt lohnt es sich, sich die Reihe mal auf der Verlagsseite anzusehen, hier gibt es einen so schönen Trailer dazu, der auch die anderen Bände vorstellt. So liebevoll und pfiffig, schaut ihn euch an.
Rezensionen von Streiflicht:
Macht Lust auf mehr
Rache im Odenwald von Susanne Roßbach
Da ich bereits die beiden Vorgängerromane gelesen habe, war ich umso gespannter auf Fortsetzung und wollte das Buch unbedingt lesen. Alex habe ich in mein Herz geschlossen, auch wenn sie ein bisschen verrückt ist – oder vielleicht gerade deswegen. Es macht Spaß, mit ihr herumzuschnüffeln, den Verlobten zu ärgern und sich in gefährliche Situationen zu begeben.
Auch wenn ich ihr Handeln nicht immer gutheißen kann, ist es umso unterhaltsamer und lustig das zu lesen. Ich habe immer wieder gelacht, wie schön, wenn man das auch bei einem Krimi mal kann. Ich mag es, wenn sich die Genres so ein bisschen mischen, wenn ein Krimi auch Humor und Beziehung, Liebe und Drama in sich hat. Und das ist der Autorin auch in dieser dritten Auflage wieder bestens gelungen.
Der Fall ist spannend und unterhaltsam, gleichzeitig ist das Geschehen immer wieder auch witzig, ironisch und ganz nah am Alltag. Die Figuren wirken sehr echt und realistisch. Die Autorin schreibt wie aus dem Leben gegriffen, das macht ihre Bücher so.
Man kann dieses Buch auch hervorragend lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Seiteneinsteiger sind also herzlich willkommen. Noch mehr Spaß macht es natürlich, wenn man Alex Geschichte kennt. Ich mochte schon die beiden Vorgänger, aber dieses Buch hier hat mir am besten aus dieser Reihe und der Feder von Susanne Roßbach gefallen.
Rundum gelungen, spannende und lustige Unterhaltung, das sorgt für Lesespaß!
Rezensionen von Streiflicht:
Wunderschön und weise
Agatha Merkwürdens Racheblumen Gebunden. von Skinner Nicola
Dieses Buch sollten nicht nur Kindern lesen, sondern auch alle Erwachsenen. Um wieder zu wissen, was wirklich zählt und wichtig ist. Auf wunderbare und zugleich weise Art werden Werte wie Freundschaft, Treue, Ehrlichkeit, Naturschutz und so weiter thematisiert. Nicht trocken oder mit erhobenem Zeigefinger, sondern kindgerecht und in einer abenteuerlichen, wunderbaren Geschichte verpackt.
Die Sprache und die tollen Zeichnungen sind kindgerecht und zugleich wirklich schön. Das Cover hat mir schon auf den ersten Blick gefallen und seit ich die Geschichte kenne, bin ich noch begeisterter. Sehr gelungen.
Nach nur wenigen Seiten war ich in der Geschichte drin und mochte Melissa sehr. Gleichzeitig hab ich sehr mit ihr gefühlt und gehofft, dass ihr Leben besser, fröhlicher und bunter wird. Und genau das ist dann auch passiert. Der Weg dahin war aber nicht leicht, sondern steinig und schwer... mehr mag ich aber nicht verraten, sonst ist ja der ganze Lesespaß dahin.
Nur so viel: Wer mit diesem Buch erstmal angefangen hat, der wird nicht mehr aufhören können zu lesen. Bis er die ganze Wahrheit weiß. Egal wie alt er ist! Das ist sicher!
Rezensionen von Suska:
30 Jahre alte Geheimnisse
Agatha Merkwürdens Racheblumen Gebunden. von Skinner Nicola
In einem Wald findet ein Mädchen die Leiche der 14-jährigen Aurora, die vor 30 Jahren auf einem Campingausflug mit ihrer Schwester und deren Freunden verschwunden ist und nie gefunden wurde. Detective Jonah Sheens macht sich nun mit seinem Team daran, diesen Cold Case wieder aufzurollen. Er entdeckt dabei immer wieder kleine Geheimnisse und Ungereimtheiten in den Aussagen der Freude.
Wird er den Mörder finden?
Die Erzählweise ist eher ruhig, die Perspektive wechselt zwischen den Ermittlungen in der Vergangenheit und dem Campingabend vor 30 Jahren, hier hauptsächlich aus der Sicht von Aurora. Nach und nach erfährt der Leser, was an dem Abend wirklich passiert ist, immer im Abgleich mit den Aussagen der Freunde. Neben den kleinen Geheimnissen ist auch das komplexe Beziehungsgeflecht Thema des Romans. Es geht um Vertrauen, Misstrauen und Abhängigkeiten. Auch die Auswirkungen des Verschwindens auf das weitere Leben der Figuren spielt hier eine Rolle.
Manchmal war es nicht so einfach, den Ermittlungen zu folgen, die Nuancen in den Aussagen zu erkennen und den Überblick zu behalten. Das machte das Lesen zeitweise etwas zäh. Die Auflösung kam dagegen dann ganz plötzlich.
„Bis ihr sie findet“ ist der Debütroman der Autorin und gleichzeitig der Auftakt einer Reihe rund um Detective Sheens und sein Team. Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde, weiß ich noch nicht.
Rezensionen von heinoko:
Bedrückende und beschämende Milieustudie
Menschen neben dem Leben von Ulrich Alexander Boschwitz
1942 torpediert ein deutsches U-Boot das britische Passagierschiff, auf dem sich der 27-jährige Ulrich Alexander Boschwitz befindet. Boschwitz wird dabei getötet. Zwei Romane sind von ihm geblieben und wurden glücklicherweise von Peter Graf herausgegeben. Unfassbar tiefen Eindruck hinterließ bei mir „Der Reisende“.
Aber auch das vorliegende Buch, das Boschwitz mit 22 (!) schrieb, ließ mich in seiner Intensität erschauern. Welch ein Autor!
„Menschen neben dem Leben“ könnte keinen besseren Titel haben, denn es schildert das Berlin in den 1930er Jahren, in der Zeit der Weltwirtschaftskrise, und zwar die Welt der „kleinen Leute“, des Lumpenproletariats, der Menschen, die weit weg von Varieté und ausschweifendem Nachtleben um ihr Überleben kämpfen und um jedes Stück trocken Brot betteln müssen. Für die es einem Fest gleicht, wenn sie sich nach einer ertragreichen Betteltour ein Essen in einem der zur damaligen Zeit modernen Automatenrestaurants leisten können. Wir lernen Protagonisten kennen, deren Leben sich reduziert hat auf das Stillen der Grundbedürfnisse, die aber dennoch auch von Sehnsucht nach ein paar unbeschwerten Stunden erfüllt sind. Und so finden sie sich abends immer wieder im Fröhlichen Waidmann zusammen, einer typischen Berliner Kneipe. Der blinde Sonnenberg, der am Tag Streichholzschachteln verkauft und voll innerer Wut steckt, mit seiner geistig zurückgebliebenen Frau, die so gerne in Schaufenster guckt. Oder Tönnchen, der alles verspeist, was sich nur finden lässt. Der feige Grissmann, die verrückte Frau Fliebusch, der zu lang geratene klapperdürre Fundholz - jeder der Protagonisten verkörpert ein für die damalige Zeit typisches Leben als Bettler, Kriegsheimkehrer, Prostituierte, Verrückte. Sie treffen zusammen im Fröhlichen Waidmann, und obwohl sie nichts Gemeinsames haben außer der bitteren Armut, so gelingt es dem Alkohol auf sezierende Weise, ihre wahren Persönlichkeiten zum Vorschein zu bringen. Der Roman schildert diese aus der Zeit ins Elend Geworfenen mit einer Intensität, dass man glaubt, den Geruch feuchter modriger Kellerräume nie mehr loszuwerden. Und immer wieder hatte ich beim Lesen die Zeichnungen von Heinrich Zille vor Augen.
Ein unfassbar dichter, intensiver, eindrücklicher, lange nachwirkender Roman, der mich bedrückte und beschämte gleichermaßen, denn wie schreibt der Herausgeber Peter Graf in seinem Nachwort so treffend: „… bei der Lektüre von Ulrich Alexander Boschwitz wird einem … die eigene alltägliche Gleichgültigkeit gewahr, denn man weiß von fremdem Unglück immer so viel, wie man wissen will…“
Rezensionen von Stinsome:
Leider ist der Fantasy-Aspekt ein Teil der Liebesgeschichte - und nicht andersherum.
One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau
Ich wusste auch ohne den Klappentext, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Das Cover ist einfach nur wunderschön, obwohl ich Gesichter darauf eigentlich nicht so gerne mag. Hier jedoch ist es ein absoluter Blickfang, der eine gewaltige Fantasy-Geschichte andeutet. Leider musste ich während des Lesens feststellen, dass die Geschichte, die dahinter lauert, dem Cover leider ganz und gar nicht gerecht wird.
Das Buch hat sehr stark begonnen. Wir lernen Mailin kennen, die in ihrer Freizeit eine Kampfsportschule besucht und sich für ihre Schwester einsetzt, die im Wachkoma liegt. Während ihre Mutter aus Überforderung schon mit dem Gedanken spielt, ob ein Heim nicht die beste Pflege für Vicky bieten würde, setzt sich Mailin energisch dafür ein, dass sie bei ihnen bleibt. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrer Pflegerin hat sie noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass Vicky alles um sich herum mitbekommt und wieder aufwachen wird. Als sie nach einem Streit mit ihrer Mutter die Kampfsportschule aufsucht, geschieht auf einmal etwas Merkwürdiges: Es fühlt sich an, als würde sie zu Staub zerfallen, und plötzlich wacht sie in einer anderen Welt auf: Lyaskye.
Gemeinsam mit Mailin lernt der Leser diese andersartige Welt kennen, begegnet Killerkaninchen und sich bewegenden Bäumen, das volle Fantasy-Feeling kommt auf. Und dann ist da dieser Typ, der mysteriöse Fremde, der sich nicht mit Namen vorstellen möchte, sich aber dazu bequemt, sie zu retten. Er ist der einzige Mensch weit und breit und obwohl er alles andere als vertrauenswürdig aussieht, bittet Mailin ihn, sie nach Rubia zu bringen, damit sie einen Weltenspringer finden kann, der sie zurück in ihre Heimat bringt. Dass das nicht ganz so läuft, wie sie es sich vorstellt, nimmt der Klappentext bereits vorweg. Sie soll Königin werden, aber das ist mit einem nicht unerheblichen Preis verbunden: ihrem Leben.
Die Grundidee, die dem Buch zugrunde liegt, halte ich für originell – ich habe bisher nichts Vergleichbares gelesen. Das Worldbuilding ist facettenreich und interessant, immer wieder kommen neue Aspekte auf, die der Geschichte etwas Besonderes beisteuern. Es hätte ganz großartig werden können, aber leider hapert es an der Umsetzung.
Zu Beginn des Buches war ich noch sehr zuversichtlich, dass ich dieses Buch mögen würde. Es schien, als hätten wir mit Mailin eine starke Protagonistin vor die Nase gesetzt bekommen, die eine rebellische Königin abgeben würde. Mir haben ihre Gedanken und ihre Kommentare gefallen, weil sie mich immer wieder zum Grinsen gebracht haben. Außerdem gefiel es mir, dass sie kämpfen und sich daher anscheinend auch selbst retten kann. So ist es in gewisser Weise auch, aber von Seite zu Seite haben sich die Momente gehäuft, in denen sie furchtbar naiv und kopflos gehandelt und gedacht hat. Ständig schwankt sie zwischen vorschnellem Vertrauen und dicht folgendem Misstrauen. Da habe ich den Draht zu ihr verloren, weil ich manches einfach nicht nachvollziehen konnte.
Ein anderer Aspekt, der mich zu Beginn begeistern konnte, war ihr mysteriöser Begleiter. Ja, ich weiß, klingt nach Klischee – und ist auch eins. Trotzdem fand ich seine trockene, geheimnisvolle Art spannend. Sie hat mich auf die Liebesgeschichte zwischen ihm und Mailin neugierig gemacht. Irgendwann war es aber gerade diese Art, die mich genervt hat. Die ständigen Lügen, die ausweichenden Antworten und die fast schon zwanghafte Geheimniskrämerei waren irgendwann anstrengend. Zwar hat dieses Verhalten seinen Ursprung in seiner Vergangenheit, aber irgendwie … ich weiß nicht. Es war mir zu gewollt, dass er der geheimnisvolle, düstere Fremde ist, der alles und jeden in seinem Umfeld belügt und niemandem seinen echten Namen nennt.
Und trotzdem gab es etwa hundert Seiten im Buch, die mich fast schon enorm gelangweilt haben, weil er nicht dabei war. Da hat sich bei mir langsam der Gedanke festgesetzt, dass die Handlung einfach nicht genug ist, um die Geschichte alleine zu tragen. Es brauchte die Liebesgeschichte, um interessant genug zu sein – und das ist übel, denn ich bevorzuge Bücher, in denen die Romanze ein kleiner, nebenstehender Teil ist, der den Leser mitfiebern lässt und möglichst lange hinausgezögert wird. Das hätte hier für mich nicht funktioniert, denn dafür ist die Handlung zu simpel gestrickt, um durchgehend zu fesseln. Es mag den einen oder anderen Twist geben, aber letztendlich sind auch diese vorhersehbar und es ist ein bisschen nervig, dass die Protagonistin in Gegensatz zu einem selbst noch viele Seiten mehr braucht, um die Situation zu durchschauen.
Nach besagten Seiten ohne den Typen wurde es ein klein wenig besser. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, es kommt etwas Bewegung in die Sache und gegen Ende herrscht dann völliges Chaos. Leider ist nicht nur der Inhalt chaotisch, sondern auch die Struktur der Handlung, weshalb ich auf den letzten fünfzig Seiten wohl die meiste Zeit einfach nur verwirrt war. Mailin wechselt so schnell ihr Vorhaben, dass ich nicht folgen konnte, welchem Plan sie jetzt gerade eigentlich nachgeht. Und genauso verhält es sich auch mit den anderen Figuren, irgendwie sind ihre Pläne nicht sonderlich durchdacht, das meiste läuft mit der Hau-drauf-Methode ab – und doch wird dem Ganzen irgendein Sinn und ausgiebige Überlegung unterstellt. Das war ein einziges sinnloses Hin und Her, als hätte sich die Autorin gedacht, wenn sie nur genug Chaos stiftet, dann mogeln sich ihre Figuren da irgendwie durch.
Die Handlung schwankt also zwischen interessant, spannend, langweilig und chaotisch, um letzten Endes irgendwie keinen richtigen Sinn erkennen zu lassen. Die Liebesgeschichte ist der rote Faden, der sich durch das Buch zieht. Von Anfang an unterschwellig präsent, weiß der Leser, wohin sich das entwickeln wird. Noch dazu haben wir die typische Konstellation: ahnungsloses, aber rebellisches Mädchen trifft auf geheimnisvollen, düsteren Fremden, der sie nicht an sich heranlässt – und dann doch irgendwie. Oder auch nicht. Bei ihm weiß man das nicht so genau. Die beiden haben ein paar süße Momente, die aber leider nichts Besonderes sind. Man fiebert zwar mit, aber bedauerlicherweise nicht mit den typischen Schmetterlingen im Bauch.
Ich bin ziemlich planlos, wenn es darum geht, zu mutmaßen, was sich für Band 2 erwarten lässt, denn irgendwie ist alles offen. Es gibt einen Cliffhanger, den ich nicht so richtig verstehe bzw. nicht zu deuten weiß, und der mich deshalb schon ein bisschen neugierig auf die Fortsetzung macht. Gleichzeitig wird eine interessante Ausgangssituation geschaffen – für die Liebesgeschichte. Was alles andere angeht: Keine Ahnung, dafür waren die letzten Seiten einfach zu wirr und undurchsichtig. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Fortsetzung lesen werde, denn trotz des interessanten Worldbuildings konnte mich die Handlung einfach nicht genug packen.
Fazit
Leider wird die Handlung dem wunderschönen Cover und dem interessanten Worldbuilding nicht gerecht. Man hätte mehr daraus machen können. Auf mich wirkte es, als wäre die Handlung um die Liebesgeschichte herum entworfen worden, denn Letztere ist es, die die Geschichte trägt. Schade, ich habe mir mehr erwartet. Cover, Worldbuilding und ein paar spannende Momente lassen mich noch 3 Sterne geben.
Rezensionen von yellowdog:
Taxifahrten durch die Nacht in Brüssel
One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau
„Ich warte auf dich am Ende der Straße“ ist der Debütroman des belgischen Schriftstellers Jerome Colin aus dem Jahr 2018.
Der Icherzähler ist ein 38jähriger Taxifahrer in Brüssel und in der Midlife-crisis. Zwar ist er verheiratet und hat Kinder, doch zufrieden ist er nicht. Sein Vater ist jung gestorben.
Man kann während der Taxifahrten mit wechselnden Fahrgästen oder Wartezeiten seinen Gedanken folgen.
Es gibt auch Fahrgäste, die er regelmäßig fährt, z.B. Henry, ein älterer Mann in Hawaiihemd, der immer nur ein Ziel hat. Die Bar Le Jardin des fleurs. Sie verstehen sich nicht schlecht, ihre Gespräche gehen über das Leben und haben einen philosophischen Anklang.
Man kann von dem wehmütigen Erzähler, der sich kurzfristig von seiner Frau getrennt hat und nur noch von seiner Liebe mit Marie denkt, genervt sein. Aber die eine oder andere seiner Überlegungen kann man als Mann gut folgen. Vermutlich ist es nicht direkt ein Buch für Frauen, obwohl es betont sensibel geschrieben ist. Mir persönlich haben die musikalischen Einsprengsel gefallen, z.B. A Love Surpreme von John Coltrane, denn ihm ist Musik sehr wichtig.
Ein Ereignis wirft dann alles um und führt den Roman zu einem für mich befriedigen Ende.
Vielleicht kein wichtiger Roman, doch für einen Debütroman nicht schlecht und Potential des Autors ist erkennbar.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein sehr persönlicher Einblick in die Kindheit
Kinder der Poesie von Barbara Rieger
„Kinder der Poesie“ ist quasi der zweite Band zu „Melange der Poesie“. Statt Kaffeehäusern stehen Kindheitserinnerungen bekannter Schriftsteller im Fokus von Autorin Barbara Rieger und Fotograf Alain Barbero.
Folgende 18 Autoren, geboren zwischen 1924 bis 1994 haben uns einen Einblick in ihre höchst persönliche Kindheit gewährt: Theodora Bauer · Dimitré Dinev · Milena Michiko Flašar · Barbara Frischmuth · Sabine Gruber · Norbert Gstrein · Josef Haslinger · Bodo Hell · Elias Hirschl · Alfred Komarek · Barbi Marković · Friederike Mayröcker · Robert Menasse · Petra Piuk · Kathrin Röggla · Julian Schutting · Anna Weidenholzer · Daniel Wisser
So lesen wir von Friederike Mayröcker und ihrer Großmutter, begleiten Josef Haslinger durch seine Schulzeit im Klosterinternat oder halten mit Norbert Gstrein Rückschau auf eine Kindheit, die im heutigen Licht ein wenig anders aussieht als damals.
Diese sehr intimen Gedanken werden durch einfühlsame Texte von Barbara Rieger ergänzt. Alain Barbero steuert geniale schwarz/weiß Fotos bei, die den Geschichten noch mehr Tiefe verleihen.
Gut gefällt mir auch, dass dem Geburtsjahr jedes Autors ein "was sonst noch geschah" beigefügt ist. So kann der historische Kontext gut hergestellt werden.
Das ungewöhnliche Format (A4 quer) hebt sich von den vielen Büchern in den Regalen ab. Die Verarbeitung ist hochwertig.
Fazit:
Ein wenig anders als „Melange der Poesie“, dennoch kann ich mit gutem Gewissen eine Leseempfehlung und 5 Sterne vergeben.









