Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Für mich hätte es ruhig ein wenig spannender sein dürfen
Gemeinsam mit ihrem Anführer Stephan, leben die Geschwister Cayenne und Joshua außerhalb der Gesellschaft. Sie kennen kein Zuhause, leben meistens draußen und das Survival- und Outdoortraining nimmt einen großen Teil ihrer Zeit in Anspruch. Freunde und Bekanntschaften gibt es für die beiden nicht.
Stephan drillt sie und bereitet sie auf mögliche Bedrohungen vor. Den Grund dafür kennen die beiden nicht. Mittlerweile hat Cayenne genug von diesem Leben. Sie sehnt sich nach einem normalen Alltag. Als Cayenne im Wald brutal angegriffen wird, ahnen die Geschwister, dass Stephans Vorsicht und sein harter Drill einen Grund haben. Doch Stephan schweigt und lässt sich nicht in die Karten schauen. Der Kampf ums Überleben hat begonnen, doch wer ist hinter ihnen her? Und wem kann man eigentlich vertrauen?
Ohne langatmiges Vorgeplänkel, wird man sofort mitten ins Geschehen geworfen. Die Atmosphäre ist düster, bedrohlich und man ist sich der Gefahr, die zwischen den Zeilen schwebt, von Anfang an bewusst. Da man nicht ahnt, was eigentlich los ist, verfolgt man gebannt die Ereignisse und kann sich keinen Reim darauf machen. Die Spannung ist sofort spürbar und das Interesse an der Handlung wird unmittelbar geweckt. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da es einige sehr brutale und actionreiche Szenen gibt, die detailliert beschrieben werden.
Die bereits früh aufgebaute Spannung kann allerdings leider nicht durchgehend gehalten werden, da das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird, die man zunächst nicht miteinander in Verbindung bringen kann. Es gibt Phasen, in denen man regelrecht an den Seiten klebt und es vor Spannung kaum noch aushalten kann, doch, gerade am Anfang, überwiegen die Szenen, in denen man zum Beobachter von Ereignissen wird, die scheinbar nichts mit dem Überlebenskampf der Geschwister zu tun haben. Man stellt sich zwar die Frage, wie sich das alles verbinden wird, doch zunächst hat man eher das Gefühl, dass man auf der Stelle tritt und dass die Handlung nicht vorangetrieben wird. Im Nachhinein ergibt alles einen Sinn, denn die unterschiedlichen Fäden verknüpfen sich schlüssig miteinander und gipfeln in einem hochspannenden, dramatischen Finale.
Ein Thriller, der mit einem hohen Spannungslevel startet, der aber leider nicht durchgehend gehalten werden kann, sondern zwischendurch stark abflacht, um dann am Ende allerdings wieder steil anzusteigen.
Rezensionen von Petra:
Entscheidungen
Eine unerschrockene Lady von Christi Caldwell
Entscheidungen werden hier verlangt die nicht so einfach sind. Aber wieder mal wird das für und wider sehr humorvoll dargelegt. Das ist es was mir an den Büchern von Christi Caldwell so gut gefällt: der Humor, die ausgefallenen Persönlichkeiten und die, Sozialkritik an den Zuständen der Regency Zeit.
Eine eigenwillige Mischung die so, selten vorkommt. Die Frauen sind stark und die Männer sind für ihre Zeit sehr modern.
Der Schreibstil ist locker und anrührend so das man die ganze Zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest.
Ich habe die Hoffnung, da es einige interessante Nebenfiguren gab das es weitere Bücher um die Besitzer der Spielhöllen geben wird.
Rezensionen von Tara:
Eine magische Geschichte – zauberhaft & poetisch
Eine unerschrockene Lady von Christi Caldwell
"Der Dachs, der Wind und das Webermädchen" ist eine weitere Geschichte aus der Reihe „Kinder der Erde“ des Autors Jay Kay. Inhaltlich haben die Bücher nichts miteinander zu tun und man kann sie unabhängig voneinander lesen. Aber eines haben sie gemeinsam, sie sind einfach berührend und poetisch.
Der garstige Dachs und der listige Fuchs schließen sich gegen die Menschen zusammen. Während der Dachs vergeblich den Menschen eine Lektion erteilen möchte und ihnen den Nordwind nehmen will, gebaren sowohl die Frau des Kaisers als auch die des Webers eine Tochter….
Der Schreibstil des Autors ist unglaublich schön, poetisch und märchenhaft. Er setzt seine Worte so gekonnt und treffend, dass ich nach den ersten Seiten komplett in dieser magischen Geschichte versunken bin. Seine Charaktere sind einzigartig, total fantastisch und gleichzeitig so authentisch, dass man die Atmosphäre der Geschichte und den eisigen Kälte spüren kann.
Die Geschichte ist zart und mächtig zugleich, leise Worte mit einer großen Wirkung, die nach dem Lesen noch lange nachklingen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Opulent erzählt und penibel recherchiert
Das weiße Gold der Hanse von Ruben Laurin
Dieses Buch entführt uns in das mittelalterliche Lübeck.
Der wohlhabende Kaufmann und Ratsherr Bertram Morneweg besucht 1275 die Baustelle des Heiligen Geist Hospitals. Der junge Maler Johannes soll das Gebäude mit Fresken ausstatten. Doch leider ist er verliebt und die Angebetete soll mit einem anderen verheiratet werden.
Um ihn abzulenken, erzählt Morneweg die Geschichte eines Jungen, der 1231 bei einem Piratenüberfall nicht nur seinen Vater sondern auch das Gedächtnis verloren hat. Nur ganz knapp entgeht er dem Tod, weil er von einem Kauffahrer aus dem Wasser gefischt wird, in dessen Haushalt er als Knecht aufgenommen wird. Man nennt ihn Moses und dieses Leben ist kein Zuckerschlecken. Es lässt sich nur ertragen, weil er in Rebecca, der jüdischen Sklavin, so etwas wie eine große Schwester hat.
Meine Meinung:
Dieser historische Roman hat mich in den Bann gezogen. Zwei opulente Handlungsstränge sind ineinander verwoben. Zum einen jener aus 1275 und der andere, der die Geschichte des Waisenknaben erzählt.
Wir erfahren viel über die damaligen Lebensumstände der Menschen in Lübeck. Wie sie leben, leiden und sterben. Da musste ich über das heimliche Gebet von Morneweg schmunzeln, das er gemurmelt hat als sich Burchard, der wichtigtuerische Bischof der Marienkirche, darüber darüber aufregt, dass die armen Leute ihren kirchlichen Beistand bei den Minderen Brüder (=Franziskaner) suchen, deren Gebühren geringer sind.
„..Schenke diesem zornigen und stolzen Mann endlich einen Kardinalshut. In Rom kann er unserem schönen Lübeck keinen Schaden zufügen. In Deiner grenzenlosen Güte, Amen. (S.40).“
Dem Autor ist abwechslungsreicher, spannender und opulenter Historienroman gelungen. Auch wenn wir eher die dunklen Seiten des Lebens als seine Sonnenseiten kennenlernen. Gut gelungen ist dem Autor die Balance zwischen Gottesfürchtigkeit, Glauben und Zweifel zu halten. Am Beispiel der Jüdin Rebecca wird die Judenfeindlichkeit der Zeit anschaulich dargestellt. So findet das Progrom von 1221 in Erfurt Eingang in die Geschichte. Die Gespräch über den rechten Glauben und die Warnung Rebeccas an Moses etwas über ihre jüdische Herkunft verlauten zu lassen, prägen den Jungen. Deswegen wird er immer wieder gedankliche Zwiesprache mit Gott halten - ein schöner Gedanke.
Das mag ich, wenn historische Details so subtil in einen Roman eingebaut werden, dass niemand merkt, dass es hier ein wenig Nachhilfe in Geschichte gibt.
In einer Zeit ohne Krankenversicherung oder Pensionsvorsorge sind arme Menschen auf Barmherzigkeit von Kirche und den Wohlhabenden angewiesen. Nachdem die Kirche in der Gestalt von Burchard hier eher auslässt, zeigt Morneweg Mitgefühl und Tatkraft. Er gibt nicht nur Almosen, sondern auch Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Beschreibung der (See)Reisen nach Schweden, Kiew oder Nowgorod, um Handel zu treiben, sind gut dargestellt und in den geschichtlichen Kontext eingewoben. Ähnliches kenne ich aus anderen hist. Romanen. Hier scheint die Quellenlage gut zu sein. Überhaupt ist dieser Roman penibel recherchiert. Auch die Sprache ist der Zeit angepasst. Sehr spannend ist die Umrechnung der unterschiedlichen Währungen. Das lässt Rubin Laurin immer wieder Moses oder einen anderen der Kaufleute machen, so das diese Informationen Teil des Romans sind.
Einzig den Titel finde ich nicht ganz passend. Als „Weißes Gold“ wird immer Salz bezeichnet. Doch das kommt als Handelsgut nicht wirklich vor. Vielleicht sind die seltenen weißen Tiere, die an den diversen Königshöfen gerne gesehen sind?
Bertram Morneweg und andere Mitspieler sind historisch belegte Figuren, wie wir aus dem Nachwort erfahren. Das Glossar bietet eine Menge interessanter Informationen über die Hanse und ihre Handelsbeziehungen. Eine Zeittafel, eine historische Landkarte sowie ein Personenverzeichnis zu Beginn des Buches, ergänzen diesen historischen Roman.
Fazit:
Ein penibel recherchierter und fesselnd erzählter historischer Roman aus dem 13. Jahrhundert, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Das weiße Gold der Hanse von Ruben Laurin
Berufsdetektiv Heinz Sablatnig soll sich „unauffällig“ darum kümmern, wer Saskia Frenzen, dem umjubelten Star, der „Starnacht am Wörthersee“ einen Drohbrief geschrieben hat. Kontaktiert wird er wieder vom Chef der „Fiducia“-Versicherung, für die er in der Vergangenheit schon einige Fälle erfolgreich gelöst hat und die die Ausfallshaftung für dieses Event trägt.
Doch diesmal ist Heinz nicht ganz bei der Sache. Er wirkt unkonzentriert und ausgepowert. Dabei war er doch erst in Südamerika auf Urlaub.
Es gelingt recht bald den Urheber des Drorbriefes ausfindig zu machen. Als Saskia, Heinz und die Visagistin Anne in eine weiße Stretchlimousine steigen, wissen sie noch nicht, dass eine der beiden Frauen ermordet werden wird.
Meine Meinung:
Roland Zingerle nimmt in diesem Krimi das Show-Business ein wenig auf’s Korn. Egal welche Schlagzeilen, Hauptsache überhaupt Schlagzeilen - alles ist gut für’s Geschäft. Auch dass manche Stars ein bestimmtes Image pflegen (lassen) und in WIrklichkeit ganz anders sind, kommt zur Sprache.
Neben der Hauptfigur Sablatnig begegnen wir wieder seiner Schwester Sabine, die ja Kriminalbeamtin ist und in diesem Entführungsfall ermittelt. Das scheint jetzt ein wenig unglaubwürdig, da sie ja als Schwester befangen sein könnte. Doch die Personaldecke bei der österreichischen Polizei ist dünn, also lassen wir sie ermitteln.
Auch Beinahe-Freundin Verena Bacher und der Journalist Willi Egger haben wieder ihre Auftritte.
Wie dann der Drahtzieher ausgeforscht und überführt wird, ist wieder gut gelungen. Auf die Auflösung, warum Heinz Sablatnig diesmal nicht ganz so souverän agiert, müssen die Leser länger warten.
Gut gefällt mir, dass die traumhafte Kulisse des Wörthersees wieder eine Rolle spielen darf.
Fazit:
Ein Kärnten-Krimi, der das Showbusiness und die „Starnacht am Wörthersee“ ein wenig auf die Schaufel nimmt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von nanu?!:
Für den kleineren Geldbeutel
Das weiße Gold der Hanse von Ruben Laurin
"Große Küche für kleines Geld" kündigt Rachs neustes Kochbuch gleich auf dem Cover an. Was das Buch verspricht, hält es auch: Die Rezepte sind alle preiswert, weil mit größtenteils regionalen Produkten gekocht wird.
Ab und zu findet sich ein etwas teureres Produkt, Garnelen zum Beispiel, oder fangfrische Dorade.
Das sind aber wirklich nur Ausnahmen.
Christian Rach arbeitet mit Gemüse, welches bei uns in jedem Supermarkt zu finden ist. Sehr viel Wurzelgemüse, Kohl, Kartoffeln und frische Kräuter kommen zum Einsatz.
Selbst die exotischsten Lebensmittel die Rach benutzt sind problemlos zu kriegen, weil mittlerweile in fast jedem Supermarkt mindestens ein Asia-Regal steht. Sojasauce, Fischsauce, Erdnussmus oder Sesamöl sind also keine weltbewegenden Zutaten mehr.
Die Lebensmittel in diesem Buch stellen den Koch am heimischen Herd also schon mal vor keinem unlösbaren Rätsel. Das ist nicht selbstverständlich!
Die Gerichte selbst sehen trotz der einfachen Lebensmittel sehr schick und anspruchsvoll aus. Zu jedem Essen gehört ein tolles Photo, so kann man sich selbst davon überzeugen.
Aber trotzdem sind sie nicht schwierig nachzukochen. Dafür sorgen Schritt für Schritt Anleitungen die leicht verständlich geschrieben sind. Ab und zu gibt es von Rach einen Extra-Tipp, damit auch ja nichts schief gehen kann.
Von der Dauer der Zubereitungszeit sind immer so zwischen dreißig und sechzig Minuten angegeben.
Die Gerichte sind einerseits nicht zu überkandidelt sodass man sie nicht zuhause nur für sich selbst kochen mag, weil die Mühe sich nicht lohnen würde. Andererseits sind sie aber auch nicht so einfach, dass man sie nicht für eingeladene Gäste kochen würde.
Unter den Rezepten gibt es zwar viele Klassiker die man schon kennt, aber sie wurden mit einem pfiffigen Extra von Rach versehen. So werden völlig neue Gerichte daraus.
Zum Beispiel serviert er die Minestrone mit einem Petersilien-Pesto welches der Suppe eine ganz spannende Würze verleiht. Die Spargelsuppe bekommt einen Schuss Kokosmilch und eine deftige Einlage verpasst. Das Cassoulet wird mit Chorizo serviert, das gibt der Suppe den richtigen Biss.
Neben den Suppen gibt es auch ein Kapitel für Salate. Hier gibt es tolle selbstgemachte Vinaigrettes und Salate mit Obst und/oder Rohkost, mit oder ohne Fisch und Fleisch. Die Salate sehen so toll aus, da braucht man nicht mehr.
Das Kapitel für Gemüse gefällt mir am besten. Hier werden tolle originelle vegetarische und sättigende Gerichte vorgestellt, mit Beilagen wie Polenta oder selbstgemachte Reibekuchen. Da kommt man gar nicht auf die Idee Fleisch oder Fisch zu vermissen. Das sage ich als Nicht-Veganer.
Ein Kapitel mit Ofengerichte wo all die Flammkuchen, Pie's, Frittatas, Tartes, Pizzen und sonstige Aufläufe ihren Platz finden, gibt es auch.
Dann folgt ein Kapitel mit Reis- und Nudelgerichten. Auch hier gibt es fleischlose Rezepte wie in jedem anderen Kapitel auch.
Bei den Hauptgerichten sieht man die auf nobel getrimmten Klassiker in der Sparversion am besten, finde ich.
Hier wird Bratwurst mit Rotkohl gekocht, aber völlig anders gewürzt was das ganze Gericht neu erfindet und aufwertet.
Hier gibt es Kohlrouladen, aber mit karamelisierten Äpfeln serviert was super zusammen passt. Oder Hackbällchen mit Rahmwirsing, aber mit Pastinakenstampf.
Und die Lammhaxen erst, die werden stundenlang langsam geschmort bis das Fleisch von alleine von den Knochen fällt.
Auch die Fischgerichte sehen vorzüglich aus, vor allen Dingen etwas kalorienreduzierter und feiner als die Fleischgerichte.
Die Desserts kommen etwas zu kurz am Ende. Dafür gibt es ein Kapitel mit Grundrezepten für Mayonnaise und andere Dressings und Saucen.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch rundherum gelungen ist. Selbst mit kleinstem Geldbeutel kann man seine Gäste beeindrucken, wenn man denn will.
Für jeden Geschmack ist etwas dabei und wer nichts findet, ist selber Schuld.
Rezensionen von yellowdog:
Zweiter Teil der Saga
Das Ritual des Wassers von Eva Garcia Saenz
Das Ritual des Wassers ist nach Die Stille des Todes der zweite Teil der Kraken-Reihe. Die baskische Autorin Eva Garcia Saenz setzt gerne zwei Erzählebenen (Gegenwart und Vergangenheit) ein und lässt die Hauptfigur Inspector Unai Ayala immer persönlich in die Fälle involviert sein.
Jetzt ist seine Jugendfreundin Annabel ermordet aufgefunden worden.
Als Experte für Fallanalyse wirkt er an der Ermittlung mit, obwohl er nach der schweren Verletzung aus dem dem letzten Fall eigentlich noch nicht wieder im Dienst ist.
Neben diesem Fall beschäftigt Ayala auch die Schwangerschaft seiner Chefin Alba, denn das Kind könnte von ihm sein.
Die Autorin lässt den Leser dicht an den Figuren dran sein, insbesondere natürlich Ayala, dessen Gedanken man folgt. Er ist eine gute Hauptfigur, der den Roman trägt.
Zu den guten Nebenfiguren gehört neben Alba auch Ayalas Großvater, der zwar alt ist, ihn dennoch unterstützt, wo er nur kann.
Auffällig auch, dass viele Figuren eine schwierige Jugend hatten, die sie prägte.
Im Vergangenheitsplot 1992 ist Ayala noch ein Jugendlicher. Ereignisse von damals haben auch noch aktuell Bedeutung. Die Kombination der Erzählzeiten passt gut.
Das Ritual des Wassers ist nicht so stark wie der erste Teil, was Beschreibungen der Umgebung angeht, dafür ist er geradliniger und das Privatleben des Protagonisten wird intensiver.
Rezensionen von Pink Anemone:
Eine gelungene Ausgabe des Klassikers und vor allem für Einsteiger geeignet
Vernunft und Gefühl von Jane Austen
Die eine ist voller Lebenslust und Temperament, die andere beherrscht und vernünftig … Marianne Dashwood ist das genaue Gegenteil ihrer älteren Schwester Elinor, und so stürzt sie sich nach dem Tod ihres Vaters kopflos in eine Romanze mit dem begehrten Frauenschwarm John Willoughby – und wird bitter enttäuscht.
Doch als auch Elinor entdeckt, dass sie von dem Mann ihres Herzens hintergangen wurde, müssen die ungleichen Schwestern lernen, dass sie den Weg der Liebe nur mit Unterstützung der jeweils anderen finden können ... (Klappentext)
ღღღღღ
"Die Familie Dashwood war schon lange in Sussex ansässig. Von Nachbarn und Bekannten allgemein geachtet, lebte sie seit Generationen ehrbar und anständig auf Norland Park, dem herrschaftlichen Wohnhaus inmitten ihres großen Anwesens."
(S. 5 - Der berühmte erste Satz)
Elinor und Marianne Dashwood sind Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Marianne, 16 Jahre, ist die Impulsive, welche sich nur allzu gern von ihren Gefühlen leiten lässt und auch keinen Hehl daraus macht was sie fühlt. Elinor,19 Jahre, ist hingegen von ruhigem Gemüt und die Rationale, welche denkt, bevor sie spricht und lieber manches ungesagt lässt.
Als ihr Vater überraschend stirbt, bricht für die Familie Dashwood eine Welt zusammen. Die bis dahin gut situierte und gut behütete Familie erlebt den sozialen Abstieg, da der Großteil des Erbes an den älteren Stiefsohn geht und dieser sich dazu bemüssigt fühlt nur das Notwendigste für die Stiefmutter und die Halbschwestern zu tun. Seine Frau sieht das Anwesen gleich als das ihre an, zieht ein und möchte Schwiegermutter und Schwägerinnen so schnell wie möglich aus dem Hause haben. Während Mutter und Marianne ihrem Leid und ihrer Trauer fröhnen, versucht Elinor das Beste daraus zu machen.
Das fällt ihr besonders leicht, als Edward, der Bruder ihrer Schwägerin, häufiger zu Besuch ist und sie sich in ihn verliebt. Es werden die ersten zarten Bande geknüpft, doch Edward hat ein Geheimnis.
Auch bei Marianne geht es liebestechnisch zur Sache, denn das Mädchen verliebt sich Hals über Kopf in den gutaussehenden Willoughby und beide machen keinen Hehl daraus, wie sehr es zwischen ihnen funkt. Ein Skandal! Vor allem als sich herausstellt, dass dieser ein ziemlicher Hallodri ist und Marianne für eine bessere Partie sitzen lässt.
Vorbei ist es mit der Hoffnung im Hause Dashwood und das Drama nimmt seinen Lauf ... im wahrsten Sinne.
">>Elinor, Elinor, wer nur wenig leidet, darf nach Herzenslust stolz und unabhängig sein, darf sich gegen Beleidigungen wehren und Kränkungen heimzahlen, ich kann es nicht. Ich muss Gefühle haben, ich muss unglücklich sein, und von mir aus soll sich daran ergötzen, wer will.<<"
(S. 191)
"Vernunft und Gefühl" wurde von Jane Austen bereits im Alter von zwanzig Jahren begonnen und erschien erstmals 1811. Wie in all ihren Romanen geht es auch hier um Liebe, Heirat, Gesellschaftszwänge und das liebe Geld. Hier werden, wie der Titel schon vermuten lässt, Vernunft und Gefühl gegenübergestellt, welche von den beiden Schwestern Elinor und Marianne verkörpert werden. Dies auf die typisch überspitzte Weise, die Jane Austen so eigen ist.
Wie auch die anderen Jane Austen-Romane, lebt auch dieser von seinen Figuren, wobei man mit manchen mitleidet (was bei mir definitiv nicht Marianne war) und mitfiebert, während man andere am liebsten quer durch das Buch schütteln würde. Austen spielt auch hier mit den Extremen und man erlebt viel Drama mit Tränen und Herzeleid, begegnet aber auch skurrilen Figuren und der ein oder anderen Situationskomik.
"Lady Middleton hätte nicht höflicher sein können, auch wenn sie Elinor und Marianne in Wirklichkeit nicht leiden mochte. Da die beiden weder ihr noch ihren Kindern schmeichelten, hielt sie sie für unfreundlich, und weil sie gern lasen, für satirisch - freilich ohne recht zu wissen, was 'satirisch' eigentlich bedeutete, aber das war unwichtig. Es war ein geläufiger Tadel, und er wurde gern erteilt."
(S. 250)
Ich muss zugeben, dass ich nur bei Literaturklassikern hin und wieder zu Büchern mit romantischer Handlung greife, während ich bei zeitgenössischen Romanen diesbezüglich einen großen Bogen darum mache.
Vor allem die Romane von Jane Austen haben es mir hierbei angetan, was an ihrer Erzählweise liegt. Diese enthält nämlich immer parodistische und humoristische Züge und sie macht auch vor Gesellschaftskritik nicht Halt. Mit spitzer Zunge und mit so mancher Übertreibung wird hier manches angeprangert und aufs Korn genommen, was damals in der patriarchischen Gesellschaft Gang und Gäbe war.
Vieles ist also mit einem Augenzwinkern zu verstehen und so manches sollte man sich zu Herzen nehmen, vor allem was es zur damaligen Zeit bedeutete eine Frau zu sein.
">>... Wir konnten uns nie auf die Wahl eines Berufs für mich einigen. Mir wäre die Kirche am liebsten gewesen - bis heute. Aber das war meiner Familie nicht flott genug. Sie rieten mir zur Armee, was wiederum mir viel zu flott war.<<"
(S. 105)
Wie auch schon "Stolz und Vorurteil" aus dem Penguin-Verlag, wurde auch dieser von Andrea Ott übersetzt. "Vernunft und Gefühl" wird also ebenso etwas modernisiert und verständlicher an die LeserInnen gebracht und eignet sich daher vor allem für Jane Austen-Beginner, welche mit dem altbackenen Schreibstil des Originals nicht ganz klar kommen. Falls man dieses Buch also z.B. für die Schule lesen und besprechen soll, ist diese Ausgabe genau das Richtige.
Für diejenigen, welche den klassischen Schreibstil des Originals bevorzugen, empfehle ich die Ausgabe aus dem dtv-Verlag, mit der Übersetzung von Helga Schulz.
Fazit:
Obwohl weiterhin "Stolz und Vorurteil" zu meinen absoluten Favoriten unter den Jane Austen-Romanen zählt, besitze ich auch von "Verstand und Gefühl" mehrere Ausgaben. Trotzdem war es auch diesmal wieder ein Vergnügen die Dramen im Hause Dashwood zu verfolgen. Ich habe geseufzt,, mit den Augen gerollt und gelacht. Dies lag nicht nur an der gelungenen Story und Jane Austens typisch frechen Schreibstil, sondern auch an der gelungenen modernisierten Übersetzung.
Andrea Ott zeigt, dass moderne Übersetzungen von Literaturklassikern nicht immer das Original kaputt machen müssen, sondern dies ebenso auf behutsame Weise erfolgen kann.
Ich bin gespannt, welche Austen-Romane noch im Penguin-Verlag von dieser Übersetzerin erscheinen, denn so erreicht man auch LeserInnen, welche vom klassischen Schreibstil des Originals eher abgeschreckt werden.
© Pink Anemone (inkl. Book-Soundtrack, Leseprobe)
Rezensionen von spozal89:
Ein neuer Fall für den Inspektor
Das Ritual des Wassers von Eva García Sáenz
Klappentext:
Die Tote hängt an den Füßen an einem Ast. An einer historischen Kultstätte im Baskenland. Und sie war schwanger.
Für Inspector Ayala alias Kraken geht es ans Eingemachte: Seine erste Liebe Annabel wird ermordet aufgefunden, hingerichtet nach einem keltischen Opfer-Ritual, ertränkt in einem historischen Wasserkessel.
Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Jemand scheint Menschen zu töten, die bald Mutter oder Vater werden. Kraken nimmt zusammen mit seiner Kollegin Estíbaliz die Ermittlungen auf. Er muss sich beeilen, denn seine Chefin Alba ist schwanger – und das Kind könnte von ihm sein.
Schon der erste Band "Die Stille des Todes" hat mich begeistert und ich habe mich tierisch auf die Fortsetzung gefreut. Das Buch beginnt erneut recht grausam und blutig und für mich persönlich wirklich mit einer Gänsehaut. Der Fall ist in sich abgeschlossen, aber ich empfehle, Band eins gelesen zu haben, damit man die Pesonen und Hintergründe versteht.
Die Spannung die bereits am Anfang entstand, hat für mich bis zum Schluss angehalten und ich habe mit Begeisterung den Fall verfolgt. Vor allem die Rückblicke in die Vergangenheit von Kraken haben mir gut gefallen und ich fand es klasse, wie das alles mit dem Fall zusammen hing. Den historischen Hintergrund durch das keltische Opferritual fand ich auch sehr interessant und die Autorin hat das alles wirklich sehr gut geschrieben - ihr Schreibstil ist allgemein sehr angenehm, trotz des grausamen Themas.
Rezensionen von Anja:
süße Idee – fragwürdige Moral
Ein Schweinebär im Schlafanzug von Andreas Langer; Katalin Eva Pop
Optik:
Ein kleiner Schweinebär zu jedem Kapitelanfang sowie mehrere, überwiegend einseitige schwarz/weiß Zeichnungen verbildlichen die Handlung und das Chaos, welches mehrfach entsteht.
Schriftgröße und Absätze sind übersichtlich.
Am Ende des Buches befinden sich noch Mitmachseiten/Rätsel.
Dabei handelt es sich allerdings hauptsächlich um Buchstabenrätsel.
Sprache:
Grundsätzlich ist der Text leicht verständlich geschrieben und damit passend für die Altersgruppe. Es gibt viel wörtliche Rede.
Die 10-jährige Jule ist die Ich-Erzäherlin der Geschichte und schildert ihre Erlebnisse mit ihrem 7-jährigen Bruder Sascha, der eines morgens plötzlich ein Schweinebär ist.
Handlung – Achtung Spoiler
Grundsätzlich finde ich die Geschichte ja ganz süß. Sasha richtet beim Essen immer wieder eine Schweinerei an, sodass seine Eltern ihn oft einen Schweinebären schimpfen. Und plötzlich ist Sascha wirklich einer – halb Bär, halb Schwein. Nun hat so ein Tier natürlich Bedürfnisse – er möchte sich im Dreck suhlen, fressen und natürlich auch sein Geschäft verrichten. Das aber möglichst, ohne dass die Nachbarn im Mietshaus von dem Chaos etwas mitbekommen. Das kann natürlich nur schiefgehen.
Und obwohl mir die Idee gefallen hat und ich die chaotische Geschichte oft ganz witzig fand (abgesehen davon, dass ein wenig zu viel Kacke – oder auch Stinker, wie es im Buch heißt – darin vorkommt – … der Schweinebärenkot hat übrigens die Optik eines Hundehaufens …) hadere ich letztlich mit der Aussage der Geschichte.
Es ist ein Aufruf für das Annehmen anderer, so wie sie sind. Für das Akzeptieren von Schwächen und Fehlern.
Weil die Eltern Sascha immer wieder als Schweinebären bezeichnen, wird er plötzlich einer. Nun ist er noch viel schweinischer und macht noch mehr Dreck. Aber erst, als die Eltern ihn und sein Chaos in dieser Form akzeptieren, verwandelt er sich zurück, wobei der ganze Magieaspekt keinerlei Erklärung findet. Von nun an wollen die Eltern Sascha nicht mehr als Schweinebären beschimpfen (gut so) und er darf bei jedem Essen weiter ordentlich matschen (nicht so gut).
Und damit habe ich nun irgendwie doch ein Problem. An einer Stelle ganz zu Beginn meint Jule zwar, die Eltern seien zu streng, der Sascha könne es halt nicht besser, aber ansonsten gibt es keine Hinweise darauf, dass Sascha körperlich/ geistig nicht in der Lage ist, unfallfrei zu essen. Nun finde ich, dass ein Grundschulkind doch schon ein gewisses Benehmen am Tisch gelernt haben sollte. Aber halt nein, das braucht Sascha ja nun nicht mehr. Denn er darf nun bei jedem Essen eine Schweinerei veranstalten. Versprochen! Schließlich akzeptieren die Eltern ihn jetzt endlich, wie er ist. Und wenn mal was daneben geht (was bei Sascha immer der Fall ist!), dann wird Sascha halt gewaschen. Und seine Klamotten auch. Und das mehrfach am Tag. Das scheint mir doch eine etwas fragwürdige Moral. Was mir komplett fehlt, ist Saschas Beteiligung an der Sache: der Plan, es gemeinsam besser zu lernen oder zumindest ein gewisses Bemühen seinerseits… Da bleibt wohl nur zu hoffen, dass auch Saschas Lehrer/in sowie Eltern von Mitschülern, oder wo er sonst noch in Essenssituationen gerät, genauso tolerant mit seinem Essverhalten umgehen…
Fazit
Vielleicht ist es einfach das falsch Thema oder zumindest die falsche Altersgruppe, um die eigentlich wichtige Botschaft zu vermitteln: Einander zu akzeptieren und zu respektieren, wie wir sind. Aber dass ein 7-jähriger beim Essen jedes Mal ein Schlachtfeld anrichten darf, sodass Kind, Tisch und alles, was sich sonst noch im Umfeld befinden, von Lebensmitteln eingematscht sind, was von den Eltern bereitwillig allein bereinigt wird, und nur die Eltern sich in diesem Fall ändern müssen, scheint mir nicht der richtige Ansatz…







