Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Weihnachts-Wohlfühl-Roman mit einem zuckersüßen Protagonisten
Kater Anton und der Weihnachtsengel von Angela Troni
Kurz zum Inhalt:
Ella und ihr Kater Anton sind zurück aus Frankreich - doch Ella hat Liebeskummer, da ihre Beziehung mit Xavier erstmal auf Eis gelegt ist.
Stattdessen stürzt sie sich mit einer Vehemenz in die Arbeit: ihr neu gegründetes Geschäftsmodell, mit dem sie die berühmten Honigkuchen von Madame Bernard aus Dijon in Deutschland zur Weihnachtszeit verkaufen will.
Doch als Jungunternehmerin hat sie es schwieriger als gedacht, und die Arbeit nimmt sie voll in Anspruch. Anton fühlt sich natürlich vernachlässigt und streift umso mehr in der Gegend herum. Dabei lernt er den Jungen Samuel kennen, der in Schwierigkeiten steckt. Dem will Anton natürlich helfen.
Und als dann auch noch Antons Liebste, Siamkatzendame Lissy, zu ihm und Ella zieht, weil Oma Gerda sich das Bein gebrochen hat, scheint sein Leben perfekt zu sein...
Meine Meinung:
"Kater Anton und der Weihnachtsengel" ist der zweite Teil um den liebenswürdigen Kater und sein Frauchen Ella. Die Geschichte kann jedoch eigenständig gelesen werden; alle wichtigen Vorkommnisse aus dem Vorgängerband werden hinlänglich erklärt und in die Geschichte verwoben.
Der Schreibstil von Angela Troni ist flott, humorvoll, kurzweilig. Es ist eine weihnachtliche Wohlfühl-Lektüre, die gute Laune macht, mit einem zuckersüßen kätzischen Protagonisten, den man einfach ins Herz schließen muss.
Die Szenen sind abwechselnd aus Sicht von Anton, bei der man toll in dessen Gedankenwelt abtauchen kann, bzw. im Erzähl-Stil geschrieben.
Selbstverständlich gibt es - wie es sich für einen Weihnachts-Wohlfühl-Roman gehört - ein Happy End in allen Bereichen.
Von den Nebenfiguren möchte ich noch Isi, Ellas beste Freundin erwähnen - denn so eine Freundin wünscht sich jede Frau! Extrem hilfsbereit, und immer ein offenes Ohr und gute Ratschläge-aber nicht aufdringlich!
Und natürlich Oma Gerda mit ihrer Lissy. So eine Nachbarin hätte sicher auch jeder (und jede Katze-ich sag nur: Leckerlis) gern :)
Besonders hervorheben möchte ich den Humor, wenn Kater Anton die Menschen aus seiner Sicht betrachtet. Dabei war natürlich am witzigsten sein Vergleich von Ella mit einer rolligen Katze - ich musste so viel lachen! :) und folgende Zitate:
S. 204 "Nein danke, es muss nicht besonders schön sein. Es ist für meine Schwiegermutter."
S. 205 "Und Gott am sechsten Tag so: 'Ach komm, scheiß drauf! Morgen ist Abgabe, ich lass das jetzt so'"
Und ein schöner, wahrer Satz:
S. 249 "Freiheit ist, etwas zu dürfen. Freiheit ist aber auch, etwas nicht zu müssen."
Das Cover passt auch sehr gut zur Geschichte und in die Weihnachtszeit: Ein extrem süßer Kater (auch wenn Anton schon erwachsen ist ;) schaut den Leser mit großen Augen direkt an, dahinter die Winterlandschaft, und das ganze in weihnachtlichen Farben.
Fazit:
Ein winterlicher Weihnachts-Wohlfühl-Roman mit einem zuckersüßen Protagonisten, den man nicht nur zu Weihnachten lesen kann. Ich wurde sehr gut unterhalten und vergebe 5 Sterne!
Rezensionen von Lesemama:
Reality TV in Buchform
Wild Games - In einer heißen Nacht von Jessica Clare
Zum Buch:
Abby ist Journalistin und schreibt hauptsächlich Buchrezensionen. Als bei einer Reality-Show eine Kandidatin abspringt, beschließt ihre Chefin, Abby soll undercover an der Show teilnehmen und einen Enthüllungsbericht schreiben.
Kurz darauf findet sich Abby im pinken, knappen Bikini unter den Kandidaten wieder.
Besonders Dean geht ihr auf die Nerven, wäre er nur nicht so heiß und gut aussehend ...
Meine Meinung:
Ich muss sagen, dass neue Cover passt besser zu Story, ist Dean doch ein heißer Typ. Das Blümchencover der Taschenbuchauflage könnte täuschen.
Die Geschichte hat tatsächlich etwas von Reality TV, ich las das Buch kurz bevor das Dschungelcamp im Fernsehen kam und sah durchaus Parallelen.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Die Geschichte beginnt gleich mehr oder weniger mitten im Geschehen, nach und nach steigert sich die Show. Wegen mir hätte es gerne noch ein wenig ausführlicher sein dürfen.
Ich mochte Abby, sie war so herrlich bockig und die Szene mit den Farbbechern konnte ich mir richtig vorstellen.
Ein Liebesroman, klar, die Protagonisten verlieben sich, klar, es kommt zu Intrigen, für eine Realityshow dringend nötig. Es ist romantisch, es ist prickelnd. Kurzum, mir hat es gefallen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Pseudointellektuelles Geschwurbel
Rate, wer zum Essen bleibt von Philipp Tingler
Ein Roman, der von der Kritik als umwerfend rasant und komisch hochgelobt wird.
Natürlich hat mich das neugierig gemacht. Umso größer war dann allerdings die Enttäuschung.
Im Endeffekt war es nur pseudointellektuelles Geschwurbel, das auf 50 Seiten amüsant sein kann, nach 100 Seiten fade wird und spätestens ab 150 Seiten nur mehr mühsam ist.
Es sind allerdings 207 unendlich lange und ermüdende Seiten. Was als Kurzgeschichte oder Theaterstück witzig sein kann, muss nicht zwingend als Roman funktionieren.
Es mag zwar doppelbödig sein und eventuell auch entlarvend, vielleicht steckt tatsächlich irgendein tieferer Sinn darin, aber der hat sich mir nicht erschlossen, weil ich ab der Hälfte schon genervt war von dem hohlen Geschwätz.
Fazit: „ Betonschicht drüber und was essen“ (S 201)
Rezensionen von yellowdog:
Etwas zu routiniert
Die englische Gärtnerin - Blaue Astern von Martina Sahler
Martina Sahler hat mal wieder einen Roman vorgelegt, den Beginn einer Trilogie. Es geht um eine junge Studentin, die gerade ihren Abschluss in Botanik gemacht hat und in in London beim Kew Garden anfängt. Es gibt ein paar gute Beschreibungen zum Garten.
Charlotte ist eine für die damalige Zeit emanzipierte Frau, leidenschaftlich und engagiert, die sich aufgrund der Verhältnisse doch dem Druck der gesellschaftlichen Erwartungen beugen muss.
Zudem steht sie zwischen zwei Männern und einen heiratet sie um die Familie abzusichern.
Der Roman ist souverän geschrieben, aber auch vorhersehbar. Ähnliche Konstellationen gab es schon und somit ist der Roman nicht unbedingt bahnbrechend.
Charlotte ist leidenschaftliche Gärtnerin und träumt davon, bei Expeditionen zur Feldforschung in Fernost eingesetzt zu werden. Doch dazu kommt es leider nicht. Schade, das hätten interessante Abschnitte werden können.
Überwiegend hat mir der Roman ganz gut gefallen und bei Gelegenheit werde ich auch die weiteren Teile der Reihe lesen.
Rezensionen von yesterday:
Terror, Drogen und Rachepläne: Für Zack Herry geht es wieder rund
Zack Herry / In den Klauen des Falken von Kallentoft Mons; Karolina Anna
Terror in Zacks Revier: Zack Herry, grenz-genialer, vom Leben nicht immer begünstigter und teilweise jenseits von Gut und Böse agierender Polizist (Teil einer Sondergruppe von Ermittlern) muss sich in seinem fünften Band entscheiden. Könnte ich ein Kind erschießen, wenn hunderte Menschenleben davon abhängen?
Wie sehr dieser Moment im Rest des Buches noch nachwirkt, wie genau er in die Hauptstory verstrickt ist, erfährt man als Leser nicht gleich, hat aber immer das Gefühl, dass er noch eine größere Rolle spielen könnte.
In “In den Klauen des Falken” vermisst die Polizei einen ihrer wichtigsten undercover-Ermittler. Er sollte mittels einer Kontaktperson eine Stockholmer Drogen-Gang überwachen. Ist er in Gefahr? Und was passiert mit dem eingeschleusten Helfer?
Wie für die Zack-Herry-Krimis typisch, überschlagen sich bald die Ereignisse, da Zack, seine Kollegin Deniz und die anderen der Sondereinheit mit ihren Ermittlungen ins Wespennest stechen. Leichen werden gefunden, Machenschaften in Gang gesetzt und auch Zacks Freund Abdula spielt wieder eine Rolle.
Als Kenner der bisherigen Bände war ich hier besonders neugierig, wie sich der Einfluss der neuen Co-Autorin Anna Karolina äußern würde. Ich fand, dass vor allem die erste Hälfte des Buches was Harry betrifft, einen etwas ruhigeren Touch hatte, aber Erzählstil und Pageturner-Qualitäten der Reihe haben sich nicht verändert.
Die Bände lassen sich auch einzeln lesen, aber es gibt durchaus manchmal detaillierte, manchmal kürzere Andeutung an ältere Ereignisse. Wer einfach nur schwedischen Thrill-Kick erleben möchte und sich nicht an Andeutungen stört, der kann bedenkenlos zu diesem und jedem der anderen 4 Bücher mit Zack Herry greifen. Oder natürlich die Serie von Beginn an starten, um dranzubleiben.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Sogar noch spannender als der Vorgänger!
Die Bildermacherin und der böse Wolf von Christiane Omasreiter; Kathrin Scheck
Erneut entführen uns Christiane Omasreiter und Kathrin Scheck in das landschaftlich wunderschöne Südtirol, in die kleine, anheimelnde Gemeinde Pfunders – wo jeder jeden kennt, Traditionen bewahrt werden und man höllisch aufpassen muss, nicht ins Gerede zu kommen. Der Dorftratsch ist zwar oft übertrieben, scheint aber immer auch ein Fünkchen Wahrheit zu enthalten.
Und unter Umständen könnte die Aufdeckung gewisser Geheimnisse tödlich enden…
Obwohl dies der zweite Band einer Buchreihe ist, kann man den Ereignissen problemlos folgen, da die Geschichte eine in sich geschlossene Handlung hat. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass die Autorinnen den schwierigen Spagat geschafft haben zwischen ausreichender Bereitstellung von Hintergrundinformationen und der Vermeidung von Spoilern zum ersten Roman - das gelingt nur selten, toll!
Amalia ist wieder in Pfunders – das Großstadtmädel kehrt endlich zurück zu ihren Wurzeln, zurück in die Heimat. Lange hatte sie mit ihrer Entscheidung gehadert, ihr beruflich erfolgreiches Leben als Modefotografin in Berlin aufzugeben, um im Pustertal als freie Fotografin zu arbeiten und somit den Beruf ihrer geliebten Oma Zille weiterzuführen, deren Tod Amalia noch immer sehr schmerzt. Womöglich hat sich die junge Frau jedoch ein wenig zu lange Zeit gelassen, ehe sie Nägeln mit Köpfen machte: die zarte Annäherung mit ihrem Jugendfreund Felix ist im Sande verlaufen – nachdem er immer wieder von ihr vertröstet worden ist, hat der attraktive Mann sich anderweitig umgeschaut…und wirkt sehr glücklich mit seiner Neuen. So hatte sich Amalia ihre Rückkehr ganz und gar nicht vorgestellt! Abgesehen von ihrem Liebesleben gibt es auch im Ort Probleme: zwei Biologinnen erforschen das Verhalten von Wölfen, die seit Kurzem in das Pfundrer Tal zurückgekehrt sind und sprechen sich vehement für den Schutz der Tiere aus. Der Großteil der Dorfbewohner ist allerdings beunruhigt – viele trauen sich nicht mehr in die Wälder, die Bauern bangen um das Wohl ihrer Tiere, der Hotelier Walter Acherer befürchtet ausbleibende Touristen. Die Lage spitzt sich zu, als wenige Tage später ausgerechnet Amalia auf einer Ski-Tour auf die zerfleischte Leiche einer der beiden Biologinnen stößt. War die allgemeine Angst vor dem 'bösen Wolf' also tatsächlich berechtigt? Bald schon erkennt Amalia, dass der Schein in Pfunders oftmals trügt – nicht nur im Falle der getöteten Frau. Egal wie majestätisch die schneebedeckten Berge in der Sonne glitzern und wie einladend die idyllischen Berghöfe anmuten – das Böse lauert häufig dort, wo man es am wenigsten vermutet.
Ich möchte nur soviel verraten: man tappt sehr, sehr lange im Dunkeln, ehe man die düsteren menschlichen Abgründe einiger Figuren erkennt. Ich war in vielerlei Hinsicht komplett überrascht! Dennoch kommen Humor und Lokalkolorit nicht zu kurz, vor allem über einige der reichlich eingewobenen dialektischen Begriffe – die im Anhang allesamt im Glossar nach entsprechenden Kategorien aufgelistet werden – habe ich schmunzeln müssen.
Das Cover ist ganz dem Genre entsprechend in kühlen, dunklen Farben gestaltet und hinsichtlich der Abbildung dem Vorgängerband angepasst worden. Die glänzende Schrift im Reliefdruck wertet das Cover optisch noch zusätzlich auf.
Fazit: Genau so sollte ein Regional-Krimi sein! Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung!
Rezensionen von Tara:
Ein weiterer toller Band der Pferdeflüsterer-Academy
Pferdeflüsterer-Academy, Band 5 - Zerbrechliche Träume von Gina Mayer
„Pferdeflüsterer-Academy: Zerbrechliche Träume“ ist der fünfte Band in dieser Reihe von der Autorin Gina Meyer. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden und in diesem Band gibt es einen Standortwechsel von Snowfields in ein Renngestüt. Dadurch rückt der Rennsport in den Vordergrund.
Cyprian leidet, da sein Vater seinen Appaloosa-Hengst Eclipse an den Trainer Macmillan verkauft hat, der mit grausamen Methoden arbeitet. Zoe möchte ihrem Schwarm Cyprian helfen und Eclipse retten. Dafür bewirbt sie sich als Nachwuchsjockeys auf dem Renngestüt.
Wie auch schon die ersten vier Bände ist auch dieser in einer lebendigen und flüssigen Sprache geschrieben. Die Autorin versteht es junge Leser zu fesseln, da sie ihre Charaktere authentisch darstellt und die Verbindung zwischen den Pferden und Charakteren zu spüren ist. In diesem Buch stellt Gina Meyer die Missstände des Reitrennsports dar und beleuchtet diese von einer kritischen Seite. Die Informationen über den Reitsport, verschiedenen Pferderassen und den Umgang mit Pferden sind informativ und genau richtig für pferdebegeisterte junge Leser ab zehn Jahren.
Meinen Töchtern hat auch dieser Band wieder gut gefallen und wir hoffen auf zahlreiche weitere Bände mit Zoe.
Rezensionen von AKWagner:
So geht Freundschaft!
Wege zur Freundschaft von Ulli Reichmann
Das ist ein Buch, das ich mit Sehnsucht erwartet habe! Inzwischen habe ich es schon zweimal gelesen und immer wieder darin geblättert und nachgelesen und die darin enthaltenen Ratschläge nicht nur erfolgreich, sondern mit wachsender Freude angewendet. Es wird Zeit, meine Begeisterung in einer Rezension zu teilen.
Ich gehe ihn nun also, den Ulliweg, den Weg der Freundschaft. Und er ist das Beste, was mir nach jahrzehntelanger Hundehaltung und einer ganz guten Kenntnis und Anwendung verschiedener (allesamt nicht-aversiver) Trainingsmethoden passieren konnte. Die Ullihunde-Methode geht weit darüber hinaus. Denn Ulli Reichmanns Vorstellung von Freundschaft mit dem Hund ist keine, in der das höher gestellte Wesen von oben herab das niedere mit Kommandos oder Signalen zum Funktionieren bringt und in der der Mensch seinem Hund seine Freundschaft gewährt, wenn er gehorsam und (seit einigen Jahren ja auch gefälligst) mit Freude seine Kommandos befolgt (oder korrekt auf die Signale reagiert). Ulli Reichmann geht es um ein echtes Miteinander auf Augenhöhe.
Die Grundlagen ihrer Methode finden sich in drei bereits erschienenen Büchern, begonnen hat alles mit der Liebeserklärung an jagende Hunde. Und dazu also nun das Praxisbuch, in dem die Methode konkret beschrieben wird. Da für Ulli Reichmann das Jagdverhalten der Schlüssel zur Seele eines jeden Hundes ist (auch wenn er nur wenig Jagdleidenschaft zeigt), lehrt sie uns, wie wir diesen Weg der Freundschaft konkret gehen können, wenn wir einmal den Entschluss gefasst haben, unseren Hund „bei der Jagd“ zu begleiten und ihn für seine Fähigkeiten zu bewundern. Nicht gegen ihn, sondern mit ihm.
Jagen beginnt ja mit dem Aufnehmen einer Spur, einer Witterung, dem Verfolgen dieser Spur, dem Orten des Wilds und dem lautlosen Heranpirschen, ohne es aufzuschrecken. Und das können wir nicht nur zulassen, sondern unseren Hund dafür feiern und ihm Partner dabei werden. Auch wenn wir die weiteren Schritte (das Hetzen/Töten und Fressen einer Beute) natürlich nicht zulassen, den Hund machen solche „Jagd“-Spaziergänge außerordentlich zufrieden und er wird uns dafür noch mehr lieben. Dieses Miteinander, das sich bei mir und meinen Hunden allmählich einstellt und sich auf alle anderen Lebensbereiche auswirkt, das möchte ich nicht mehr missen.
Man kann das Buch als Einführung benutzen, denn es zeigt das Schleppleinen-Handling, gibt Hinweise zur optimalen Körperhaltung, enthält Tipps für die Suche nach einem für unseren Hund passenden „Revier“ (das bei einem meiner Hunde interessanterweise genauso die Stadt wie der Wald ist …), erklärt zum Beispiel, wie man den Hund durch „Rausloben“ dazu bringt, freiwillig von einer Spur abzulassen (ich habe es nicht glauben wollen, aber es hat tatsächlich vom ersten Mal an funktioniert, ohne jedes Training), bezieht das Jagdverhalten der wichtigsten Hunderassen ein, und vieles mehr. Aber man kann es auch – wie ich – als Nachschlagewerk benutzen, wenn man sich noch einmal vergewissern will, wie das noch mal ging mit dem „Handhochspiel“.
Etwas mehr als 18 Jahre ist es nun schon her, dass im Animal Learn Verlag die Übersetzung der Calming Signals der Norwegerin Turid Rugaas erschien und damit ein völlig neues Verständnis für den Hund ins Rollen gebracht wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass mit diesem Buch aus demselben Verlag eine neue Revolution in der Hundewelt ausgelöst wird, die in einem immer größer werdenden Kreis bereits zu keimen begonnen hat.
Rezensionen von Petra Sch.:
Auftakt einer schwedischen Polit-Thriller-Trilogie
Blutblume von Boije af Gennäs Louise
3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Die 24jährige Sara aus der Kleinstadt Örebro hatte es in letzter Zeit nicht leicht im Leben - sie wurde vergewaltigt, und etwa ein halbes Jahr später kam ihr Vater unter mysteriösen Umständen beim Brand des Ferienhauses der Familie ums Leben.
Daraufhin zieht sie nach Stockholm, um dort auf andere Gedanken zu kommen.
Sie arbeitet in einem kleinen Imbiss, bis sie dort Bella kennenlernt, die ihr nicht nur einen Job in der PR-Agentur anbietet, in der sie arbeitet, sondern Sara darf auch von ihrer schäbigen Vorstadtwohnung zu Bella in ihr luxuriöses Apartment ziehen.
Doch es geschehen immer mehr seltsame Dinge, die Sara an ihrem Verstand zweifeln lassen. Passieren diese Geschehnisse tatsächlich, oder bildet sie sich alles nur ein aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung? Bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann; nichts scheint, wie es ist.
Und sie findet in ihrem Elternhaus viele Ordner ihres Vater, in denen er Zeitungsausschnitte zu politischen Skandalen in Schweden seit den 70er Jahren gesammelt hat. Ob und wie hängen diese Ordner mit den seltsamen Vorkommnissen in Zusammenhang?
Meine Meinung:
"Blutblume" ist der erste Teil einer Trilogie, was mir erst nicht so ganz bewusst war. Leider ist dies in der Inhaltsangabe nur einmal kurz erwähnt, was ich wohl übersehen hatte. Direkt am Cover ist auch nichts vermerkt.
Die Geschichte ist aber in sich geschlossen. Mehr oder weniger - natürlich wurde eine entscheidende Sache für die Folgebände offen gelassen.
Die Geschichte ist in ich-Form von Sara geschrieben, somit kann man als Leser noch tiefer in die Gedanken- und Gefühlswelt von Sara eindringen und nimmt alles noch intensiver wahr.
Louise Boije af Gennäs hat mit ihrer Widerstandstrilogie eine Geschichte politischer Verschwörungen unerklärlichen Ausmaßes geschrieben: wie viel Macht hat der Staat? Bzw. wieviel vertuschen die Obrigkeiten, um sich und ihresgleichen zu schützen? Glauben Menschen mit Geld und an der Macht tatsächlich, dass Gesetze für sie nicht gelten und sie mit allem durchkommen?
Sehr befremdlich und vor allem angsteinflößend finde ich, dass diese Zeitungsartikel und diese unaufgeklärten Affären echt sind. Mich überkommt es kalt, wenn ich daran denke, dass dies alles Realität ist. Intrigen, Täuschungen, Manipulation und Menschenhandel in einem Land, das als eines der sichersten, fortschrittlichsten und sozialsten (!!) Europas gilt.
Meine Meinung zu dem Buch ist zwiegespalten: einerseits fand ich es extrem spannend, was Sara zugestoßen ist und wie mit ihrer Psyche gespielt wird. Nichts ist, wie es scheint. Ich jedoch habe zu keiner Zeit an Saras Verstand gezweifelt.
Doch manchmal war es etwas langatmig - vor allem die trockenen (aber dennoch höchst interessanten) Zeitungsausschnitte haben den Lesefluss immer wieder etwas unterbrochen. Und auch das Wer und Warum, was Sara passiert ist, hat sich nur ganz langsam aufgebaut, und der Schluss hingegen wurde viel zu schnell abgehandelt.
Auch ist mir überhaupt nicht klar, warum Sara derart gejagt und mit ihrem Verstand gespielt wird. Ist in ihrer Vergangenheit noch etwas passiert, das sie aus ihrem Gedächtnis verdrängt hat? Denn sonst hätte 'man' einfach die Akten von ihrem Vater stehlen und entsorgen können, denn dann wäre sie diesen verschwiegenen Affären nie auf die Spur gekommen... Aber das wird sich wohl auch erst in den Folgebänden auflösen.
Ich bin neugierig, wie sich die ganze Geschichte (fiktiv) aufklären wird.
Die Bedeutung des Käfers auf dem Cover erschließt sich erst beim Lesen, doch leider ist der falsche Käfer abgebildet. Darauf hätte man eigentlich achten können.
Fazit:
Auftakt einer Widerstands-Trilogie, bei der eine taffe junge Frau gegen die Machtkämpfe und Verwirrspiele der Reichen und Mächtigen kämpft. Ich vergebe 3,5 Sterne.
Rezensionen von rainbowly:
Emotional oder rational?
Falling Skye (Bd. 1) von Frisch Lina
Die Welt
In den Gläsernen Nationen, die USA der nahen Zukunft, werden Menschen in Traits - Rationale oder Emotionale - eingeteilt. Diese Einteilung soll Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität oder Ähnlichem verhindern. Ausserdem soll die Kategorisierung zeigen welcher Lebensweg, welcher Beruf ideal ist, weil er zur festgestellten Trait und somit der natürlichen Veranlagung passt.
Rationale übernehmen die Führung des Landes, leitende Positionen, verantwortungsvolle Aufgaben - alle Aufgaben die rationale Entscheidungen erfordern. Die Emotionalen übernehmen den Rest - Pflegeberufe, Dienstleistung, Kindererziehung... alles was eine emotionale Bindung zu anderen erfordert.
Gestaltung
Wow, was für ein unglaublich schönes Cover! Es funkelt und glitzert und strahlt einem entgegen. Mich hat es sofort begeistert!
Charaktere
Skye hat ihren Lebensweg schon genau vor Augen - mit 18 Jahren wird sie zur Kristallisierung gehen und als Rationale eingestuft werden, dann wird sie gemeinsam mit ihrem besten Freund Elias auf die beste Uni des Landes gehen und ihm endlich ihre Liebe gestehen können. Doch dann kommt alles anders.
Skye macht eine spannende Entwicklung durch. Nicht untypisch für dystopische Jugendromane, aber trotzdem fesselnd zu lesen und absolut nicht langweilig! Sie ist mutig, mitfühlend, selbstständig, hält an ihren Prinzipien fest, verschliesst die Augen aber auch nicht vor Unerwartetem.
Fazit
Eine fesselnde Story, die auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Denn viele Ansätze der Geschichte sind nicht gar nicht so abwegig, sondern finden sich in unserer aktuellen Gesellschaft bereits wieder. Und man stellt sich selbst Fragen wie: Wie sehe ich meine Welt? Meine Gesellschaft? Bin ich mir meiner Freiheiten bewusst? Und ist mir klar, dass das nicht überall auf der Welt so aussieht? Was für Opfer würde ich für meine Freiheit bringen?
Oder auch Überlegungen wie leicht Menschen beeinflussbar sind, welche Dynamik eine Gruppe entwickelt und wie leicht Wertvorstellungen verdreht werden können.
Ich hätte mir gerne noch mehr Einblick in die Meinung der Allgemeinheit gewünscht. Da Skye auf eine Schule geht die rationales Verhalten fördert und in ihrem Umfeld emotionales Verhalten als negativ gewertet wird, fühlt man sich wie in einer Blase. Ich hatte dadurch das Gefühl dass Emotionale und Rationale alles andere als gleichwertig gesehen werden. Und so war mir die Argumentation, dass die Traits Diskriminierung verhindern sollen nicht so ganz logisch. Hätte man parallel vielleicht auch Einblick in die Schule gehabt in der emotionales und kreatives Handeln gefördert wird, wäre vielleicht ein ausgeglicheneres Bild entstanden.
Ausserdem ging mir das „falling in endless love“ am Ende ein wenig zu plötzlich. Vor allem weil mir die Entwicklung der beiden am Anfang richtig gut gefallen hat!
Aber ich mochte die Geschichte, die Beziehungen zwischen den Figuren, das dystopische Szenario und ich freue mich wirklich auf Band 2 der Dilogie der im Herbst 2020 erscheinen soll!











