Kunden em pfehlungen
Rezensionen von heinoko:
Steinerne Gärten - steinerne Herzen
Der Kies muss weg von Tjards Wendebourg
Ach, wenn doch alle, die dieses Buch betrifft, es auch lesen würden!
Ein frommer Wunsch, der wohl nicht erhört wird, fürchte ich. Das ist schade, sehr schade. Denn das Büchlein ist klug und humorvoll geschrieben, sehr informativ, dazu modern gestaltet, an manchen Stellen mit QR-Codes versehen.
Erschreckende Fotos belegen die erschreckenden Textteile. Aber auch hoffnungsvolle Ideen hat der Autor angefügt. Er klärt sehr umfassend auf, weshalb die „Verschotterung“ der Vorgärten nichts als Nachteile mit sich bringt.
Tjards Wendebourg provoziert, er schont die Leute nicht, die den Vorgarten als Satire seiner selbst mit Steinen zupflastern oder zuschütten. Er entlarvt sie als hörig dem vermeintlichen Modetrend. Er hält denen den Spiegel vor, die solche Steinwüsten für modern halten und glauben, der Nachbar würde sie für besonders ordentlich halten, wenn keine Pflanzen die besenreine Steinfläche stören. Man möchte den Steinwüsten-Gestaltern am liebsten Wort für Wort vorlesen: Steine sind nicht pflegeleicht! Im Gegenteil. Kostengünstig sind sie auch nicht. Sie haben nichts mit Natur zu tun, sie sind naturfeindlich und umweltschädlich. Sie sind der Tod der Artenvielfalt. Da hilft es auch nicht, halbherzig stattdessen ein kleines Insektenhotel aufzuhängen. Wobei festzuhalten ist: Nicht die Steine an sich sind schuld, sondern die Lieblosigkeit, die Geschmacklosigkeit ihres Einsatzes. Steine dürfen sein, aber mit der Natur als Vorbild, das heißt organisch-lebendig eingesetzt im Einklang mit der Natur. Grüne Vorgärten können pflegeleicht gestaltet werden, sie leben, sie atmen. Nicht zu vergessen: Ein Garten macht keine Arbeit, sondern Freude. Steine machen nur Arbeit, nichts sonst.
Am beeindruckendsten war für mich der Abschnitt aus dem Grundgesetz Artikel 14 (2): „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
Nicht umsonst ist dem Buch eine Postkarte angefügt (mit QR-Code zum Selbstausdrucken), die man in so manchen Briefkasten werfen könnte – in der Hoffnung, das eine oder andere steinerne Herz zu erreichen…
Rezensionen von bibuschka:
historisches Tagebuch eines rebellischen Teenies
Ich erwarte die Ankunft des Teufels von Mary MacLane
Das Buch „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ von Mary MacLane beinhaltet die authentischen Tagebuch-Aufzeichnungen einer 19-jährigen im Jahr 1901. Mary lebt mit ihrer Familie in einer Bergarbeiterstadt in Montana, die vom Arbeiterleben ohne gesellschaftliche oder kulturelle Höhepunkte geprägt ist.
Das Tagebuch bildet zum einen die gesellschaftlichen Zwänge, denen insbesondere die Frauen im Amerika des fin de siècle unterworfen waren, ab. Zum anderen lässt die Gedankenwelt der Autorin aber auch interessante Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit zu. So zeigt Mary typische Merkmale einer pubertierenden Jugendlichen, die zwischen gefühlsbezogenen Extremen hin- und herspringt. Auch ihr völlig überzogenes Selbstbild der Überlegenheit lässt Rückschlüsse auf ihr Alter zu. Im Zentrum ihres Daseins steht die unendliche Langweile und intellektuelle Unterforderung, auf die sie mit Provokation reagiert. Tatsächlich wurde ihr Tagebuch damals veröffentlicht, was einen Skandal heraufbeschwor. Letztlich gelang es ihr dadurch, ihrem Leben eine andere Richtung als dem vorgezeichneten Weg zu geben.
Mein Fazit:
Ein hochspannendes Psychogramm einer Jugendlichen, die zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort unter anderen gesellschaftlichen Randbedingungen gelebt hat. Mir hat es sehr gefallen. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die gerne Biographien oder Individualschicksale lesen oder geschichtlich interessiert sind. Ich wünsche dem Verlag viel Erfolg!
Rezensionen von begine:
Ruhrpottgeschichte
Ein Traum vom Glück von Völler Eva
Der Roman „Ein Traum vom Glück“ von Eva Völler zeigt die Zeit nach dem Krieg.
Der Roman endet 1951 im Ruhrpott.
Katharine ist in Berlin ausgebombt, sie flüchtet mit ihren beiden Töchtern Inge und Bärbel zu ihrer Schwiegermutter Mine .
Sie verdient sich mit der Schneiderei ihren Lebensunterhalt.
Sie träumt von einem Modeatelier.
Dann steht plötzlich der Neffe Mine ihres Mannes Mine als Spätheimkehrer vor der Tür und wird von seiner Großmutter aufgepäppelt.
Er sieht ihrem vermissten Mann Karl ähnlich.
Die Autorin hat die Zeit ganz gut dargestellt.
Man kann sich das Leben dort genau vorstellen. Die einzelnen Personen des Romans sind so anschaulich beschrieben, als wenn man dabei ist. Die Atmosphäre wird uns gut nahe gebracht.
Rezensionen von nil_liest:
Ein wenig James-Bond, ein wenig Douglas Adams
Qube von Tom Hillenbrand
Wir schreiben das Jahr 2020 und ein epidemischer Virus versetzt die Welt in Angst und Schrecken. Wem dies noch nicht genug an gruseligen Nachrichten ist und den Blick in die Zukunft richten möchte, sollte zu Tom Hillenbrands futuristischer Thriller-Reihe greifen um die Welt der Hologrammatica. Der erste Band ‚ Hologrammatica‘ erschien genau vor einem Jahr und wurde gefeiert, nun legt Tom Hillenbrand nach mit ‚Qube‘.
Die Verschmelzung von Science-Fiction und Thriller geht weiter!
Ich kannte den ersten Band der Reihe nicht, daher fiel es mir in der Tat an der ein und anderen Stelle schwer so viele futuristische Elemente zu verarbeiten – eine Art Information-Overload, aber das gab sich und die Spannung überwog.
‚Qube‘ versetzt uns ins Jahr 2091. Ein Journalist ist dabei Informationen über einen Zwischenfall, den sogenannten Touring II, ans Licht zu bringen. Ein Supergau einer KI (Künstlichen Intelligenz) die Jahre zurück liegt. Und nicht nur das, ein ‚Qube‘, also einen kleinen Würfel mit besagter KI, soll es noch geben. Da dieses Thema bei der UNO höchste Priorität hat, wird der Investigativjournalist observiert. Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und die Unbelehrbaren diesen Qube zu finden und nicht zu aktivieren. Wird die Menschheit gerettet?
Neben diesem spannenden Szenario gibt sich Tom Hillenbrand größt mögliche Mühe ein realistisches Zukunftsszenario zu entwerfen. Ich konnte mir gut vorstellen, dass Lebenswirklichkeiten in diese Richtung gehen können. Die Details sind durchdacht und abgefahren – es macht Spaß sich einzudenken und diese doch sehr veränderte Welt der Zukunft aufzusaugen.
Ironischerweise, liest sich dieses Buch wohl besser als physisches Exemplar, da am Ende ein Glossar ist, dass ich zumindest gerne mal Bemüht habe und sogar mit 2 ebook readern jongliert habe um das technische Defizit zu kompensieren.
Fazit: Abgefahren gut! Ein wenig James-Bond, ein wenig Douglas Adams – ein Sciene-Fiction Thriller für alle die Gehirnjogging auf andere Art betreiben wollen!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Leichte Krimilektüre
Waldviertelfluch von Maria Publig
Dieser Krimi ist der dritte aus der Reihe um die umtriebige PR-Lady Walli Winzer, die als Hobby-Ermittlerin der örtlichen Polizei ein Dorn im Auge ist.
Anders als in der lauten Großstadt Wien geht es im kleinen Waldviertler Ort Großlichten eher gemütlich und beschaulich zu, außer, es geht um ein Erbe.
So auch diesmal, als während einer Weinverkostung einer der größten Winzer tot hinter dem Presshaus aufgefunden wird. Recht bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat, nur wer?
Die beiden Söhne, die unterschiedlicher nicht sein könnten? Die angebliche Russen-Mafia? Und was haben die Machenschaften des Bürgermeisters mit dem Tod des Winzers zu tun?
Walli fischt im Trüben, stochert in den Leben der Leute herum und wird, das kann Dorfpolizist Grubinger überhaupt nicht verstehen, zur „Leiterin“ der Ermittlungen ernannt. Geht’s noch? Eine Modepuppe aus Wien, ohne jegliche kriminalistische Ausbildung? Warum musste er, Grubinger, die Bank der Polizeischule drücken und die Schnepfe darf ermitteln?
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist mein erster aus der Feder von Maria Publig. Die beiden Vorgänger warten schon auf dem eBook-Reader. Es ist nicht notwendig diese zu kennen, denn es gibt immer wieder Rückblenden. Allerdings, wird manches gleich mehrfach erzählt, was irgendwie lästig ist. Als Leser kann man sich schon merken, dass Walli ihren Reiterhof vor dem Abriss gerettet hat, indem sie dem Bürgermeister beim Kauf zuvorgekommen ist.
Der Krimi selbst ist leicht zu lesen. Man erfährt einiges über Land und Leute, gibt sich den kulinarischen Genüssen hin. Die Mega-Spannung gibt es nicht.
Dass eine Zivilistin in einem Mordfall ermitteln darf, ist ziemlich unwahrscheinlich.
Fazit:
Leichte Krimiunterhaltung mit kulinarischen Genüssen und Lokalkolorit, die mit knappen 4 Sternen belohnt wird.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich bestens unterhalten
Die Toten vom Lärchensee von Joe Fischler
Brütende Hitze liegt über Wien. Arno Bussi, Beamter im BKA, sitzt mit seiner großen, aber anderwertig verlobten Liebe im Schanigarten, da ereilt ihn ein Anruf aus dem Büro von Intimfeind und Innenminister Qualtinger. Er, Bussi, müsse sofort auf der Stelle nach Tirol, einen 5 Jahre alten Mordfall aufklären.
Der Cold Case ist so eilig, dass Bussi sogar fliegen darf, was in der österreichischen Reisegebührenverordnung für Beamte nur in äußerst seltenen Fällen erlaubt ist.
Was bitte, soll bei diesem alten und leicht angestaubten Fall plötzlich so dringend sein? Immerhin verheißt ein Erfolg in dieser Causa die Rehabilitierung Bussis, der nachdem er mit Qualtingers Ehefrau in flagranti ertappt wurde, in des Innenministers Ungnade gefallen ist. (siehe „Der Tote im Schnitzelparadies“).
Kaum ist Arno in Stubenwald am idyllischen Lärchensee angekommen, gibt es die erste frische Leiche und sie wird nicht die einzige bleiben. Der ursprüngliche Cold Case wird eine brandheiße Ermittlung, denn Arno Bussi ist klar, ohne die Lösung des alten Falles, kommt er dem Mörder des aktuellen nicht näher. Als gebürtiger Tiroler weiß Arno, dass es ein wenig dauert, bis er seine Landsleute zum Reden bringen kann. Ihm zur Seite steht der Dorfpolizist Bernhard mit seinem Lawinenhund a.D., der dem Schnee nachtrauert.
Meine Meinung:
Joe Fischler ist wieder ein köstlicher Krimi gelungen, der ein aktuelles Thema aufgreift: Die Zerstörung der Landschaft und dörflicher Infrastruktur durch Bau von Zweitwohnsitzen. Damit verbunden natürlich auch Einflussnahme und Korruption der örtlichen Politik.
Der Krimi wird aus Sicht von Arno Bussi in der Ich-Form erzählt, was dazu führt, dass der Leser mitten im Geschehen ist. Sei es, dass er auf der Insel mitten im Lärchensee ein amourösen Abenteuer erlebt oder sich in der Dorfbäckerei an einem (oder mehreren) Stücken Topfentorte (=Käse-Sahne-Torte) labt. Diesmal muss Arno auf seine geliebt hellblaue Vespa verzichten, was ihn auch ein wenig in der Bewegungsfreiheit einschränkt.
Diesmal hat der Autor unserem Arno Bussi einen interessanten Kollegen zur Seite gestellt: Bernhard, der nie ohne seinen Hund aus dem Haus geht. Dieser ist eine inzwischen außer Dienst gestellter Lawinensuchhund, der den Schnee vermisst und entsprechend depressiv wirkt.
Auch die anderen Mit- und Gegenspieler Arnos sind mit viel Liebe zum Detail charakterisiert.
Fazit:
Ein Krimi aus Österreich, der mich bestens unterhalten hat und 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung erhält.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
EIne berührende Lebensgeschichte
Goldfäden zwischen Himmel und Erde Glauben in dunklen Stunden von Mallmann Silke-Andrea
Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten und wollte es ursprünglich gar nicht lesen, weil ich mit Lebensgeschichten von Ordensschwestern nicht gut umgehen kann. Doch die Empfehlung das Buch zu lesen, kam doch eindringlich. Ich muss im Nachhinein sagen, dass es gut war, diesem Drängen nachzugeben.
Worum geht’s?
Silke-Maria Mallmann ist Ordensschwester in Klagenfurt. Sie ist das, was man als „Macherin“ bezeichnet. Sie ist Ansprechpartnerin für große und kleine Anliegen, die ihr von Aids-Kranken, Flüchtlingen und anderen Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, entgegen gebracht werden. Sie ist immer in Bewegung, kümmert sich und unterrichtet.
Und, dann, dann ist sie plötzlich mit der schrecklichen Diagnose Krebs konfrontiert und muss alles aufgeben. Sie muss sich ausschließlich auf sich selbst konzentrieren, was ihr überhaupt nicht leicht fällt. In den schmerzhaften Stunden im Krankenhaus, gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen, versucht sie dennoch auf Gott zu vertrauen. Obwohl es natürlich nicht ausbleibt, dass auch sie an „Gottes weisen Ratschluss“ zweifelt. Mehrere berührende Details sind: Ihre „Sorgenkinder“ wetteifern darum, wer das schönste Häubchen anfertigt, unter dem sie ihren, nach der Chemo kahlen Kopf verstecken kann, und, dass auch Muslime für sie beten ...
Die Autorin unterscheidet zwischen „Goldfäden“ und „Lametta“. Goldfäden sind jene Zusprüche, die es ehrlich meinen, auch, wenn die Wahrheit oft schmerzlich. Lametta sind alle jene für sie, die halbherzig oder nichtssagend sich ihr nähern. Dass auch manchmal aus „Lametta“ ein „Goldfaden“ werden kann, schildert sie in ihrer Lebensbejahenden Art.
Der Schreibstil ist flott, humorvoll und gut zu lesen. Die medizinischen Fachtermini sind gut erklärt, entweder als Fußnote oder im Anhang.
"Ich habe mein Leben nicht in der Hand. Ich nicht – aber jemand, der mein Leben einspannt mit goldenen Fäden wie eine Raupe im Kokon. Ich bin nicht mehr dieselbe wie vor der Krankheit. Dafür lebe ich dankbarer, bewusster, intensiver. Ich versuche nicht zu sehr zu planen, sondern jeden Moment bis zum Brunnenpunkt zu durchleben, an dem alles aus Gott herausströmt. Und ich bemühe mich, den Goldfäden zu vertrauen, die immer wieder in mein Leben hineingewoben werden und die Fadenkreuze bilden, die mir ermöglichen, das letzte Ziel nicht aus den Augen zu verlieren."
Fazit:
Eine berührende Lebensgeschichte, die Mut macht, auch in nahezu aussichtslosen Situationen, nicht ganz zu verzweifeln. Jeder kann seine „Goldfäden“ finden. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich gut unterhalten
Der Franken-Bulle von Harry Luck
„Spontanität will wohl überlegt sein!
KHK Horst Müller und seine Kollegin Paulina Kowalska müssen diesmal im Filmgeschäft ermitteln. Wie so manch anderer Krimiautor übernimmt Schriftstellerin Barbara Schauer eine kleine Rolle in der neusten Folge ihres „Franken-Bullen“ und wird prompt erschossen.
Irgendjemand hat die unbrauchbar gemachte, ehemalige Polizeiwaffe gegen eine funktionierende ausgetauscht. Nur wer?
Host Müller und Paulina Kowalska verfolgen zahlreiche Spuren, von denen die eine oder andere zuerst vielversprechend aussieht und dann als Sackgasse endet.
Meine Meinung:
Autor Harry Luck ist hier ein humoriger Krimi gelungen. Das Ermittler-Duo könnte unterschiedlicher nicht sein: Da der etwas zum Granteln neigenden und pedantisch wirkende Horst Müller und dort die junge Kollegin Paulina, die lieber Latte Macciato als Müllers Filterkaffee genießt. Die Wortspielereien, die sich beide liefern, wirken total authentisch. Hier ist nichts gekünstelt oder konstruiert. Das gefällt mir!
Ein paar Eigenheiten des Horst Müller kann ich bei mir auch entdecken. So kringeln sich bei mir ebenfalls die Zehennägel, wenn das Apostroph falsch verwendet wird oder Beistrichsetzung und Rechtschreibung fehlerhaft sind. Dass er alle Folgen der Krimiserie „Derrick“ und der „Schwarzwaldklinik“ auf Videokasetten aufgenommen hat, lässt ihn ein wenig verschroben wirken. Doch sind die aktuellen Serien um so viel besser? Ein gelungener Feierabend ist für ihn, mangels Freundin bzw. Ehefrau, ein (oder mehr) Gläschen Eierlikör und eine Folge mit Horst Tappert.
Mit der Technik kennt er sich nicht so gut aus, aber das macht Paulina wieder wett.
Ein interessanter Einfall ist der Plot im Plot. Der führt so manchen Leser in die Irre. Der Schreibstil ist flott und flüssig. Er sorgt mit dem Wortgeplänkel zwischen Horst und Paulina für so manchen Lacher.
Der Einblick in das (Krimi)Autorenleben sowie das Verlagsgeschäft haben mich auch ein wenig schmunzeln lassen. Es scheint doch weniger glamourös zu sein, als die meisten glauben. Wirklich kichern musste ich, bei der Erwähnung der Lektoratssoftware, die die Werke zweier Bestsellerautorinnen als nicht geeignet abqualifiziert. So kann sich auch eine KI irren, oder sind die beiden durch geschickte PR so gehypt worden?
Ich kannte vorher weder Autor Harry Luck noch seine Schöpfungen Müller und Kowalska. Was ist mir bislang entgangen! Daher habe ich „Bamberger Hörnla“, den ersten Fall für das kongeniale Ermittler-Duo auf meine Wunschliste gesetzt.
Fazit:
Ein Krimi, der mich bestens unterhalten hat und daher 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung verdient.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Tiefgründiger New Adult-Roman mit außergewöhnlicher Hauptthematik
Feeling Close to You von Bianca Iosivoni
Schon viel Positives hatte ich über das schriftstellerische Talent von Autorin Bianca Iosivoni gehört und freute mich unbändig über die Gelegenheit, mir endlich selbst eine Meinung diesbezüglich bilden zu können. Im Rahmen einer Leserunde durfte ich ihr aktuelles Werk "Feeling Close To You" lesen, welches den zweiten Band der "Was auch immer geschieht"-Reihe darstellt.
Aufgrund der vielversprechenden Leseprobe, die mir einen soliden Einblick in die Story vermittelt hatte, ahnte ich bereits im Vorfeld, dass dieses Buch mir in Sachen Schreibstil, Handlungsaufbau und Ausarbeitung der Figuren außerordentlich gut gefallen würde. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, ob ich mit meinem Eindruck recht behalten sollte und wurde nicht enttäuscht. Tatsächlich habe ich mir nach wenigen Kapiteln zusätzlich Band 1 der Dilogie bestellt ("Finding Back To Us"); beide Werke haben jeweils eine in sich geschlossene Handlung und können unabhängig voneinander gelesen werden.
Das traumhaft schöne Cover besticht mit einem zarten Blauton, der mit einem von goldenen Elementen durchzogenen Marmorhintergrund kombiniert worden ist. Diese optisch sehr ästhetische Gestaltung mag zwar nicht auf die Thematik Gaming schließen lassen, welche ein zentrales Element der Geschichte ist, wirkt jedoch äußerst geschmackvoll, elegant und einfach zeitlos schön. Auch der Glanzdruck des Buchtitels trägt zum edlen Eindruck bei. Das Cover ist definitiv ein Eyecatcher, auch bzw. vor allem in Kombination mit dem Vorgängerband, dessen Gestaltung hier in Form einer Spiegelung aufgegriffen worden ist. Meiner Meinung nach war es ein cleverer Schachzug, keine auf Videospielen basierende Coverabbildung zu wählen, da dies womöglich eine abschreckende bzw. einschüchternde Wirkung auf Leser/innen hätte haben können, die sich bisher wenig oder gar nicht mit Gaming beschäftigt haben. Ich selbst bin z.B. auch keine erfahrene Zockerin, im Gegenteil – und an einen Roman im optischen Videospiel-Gewand hätte ich mich wahrscheinlich nicht herangewagt. Zum New Adult-Genre hingegen passt das hübsche Cover ideal!
Teagan steht kurz vor ihrem Highschool-Abschluss. Sie ist die klassische Außenseiterin, weil sie anders ist als der Durchschnitt. Rein optisch hebt sie sich durch ihren casual style von ihren Mitschülern ab – selbstbewusst trägt sie ihre Tattoos und ihre neonlila gefärbten Haare zur Schau, während alle um sie herum eher dem Barbie und Ken-Ideal nachstreben. Auch charakterlich sticht Teagan aus der Masse hervor, indem sie Oberflächlichkeit jeglicher Art keine Bedeutung beimisst und sich nicht von aufgesetzter Freundlichkeit einlullen lässt. Aufgrund der Tatsache, dass sie früh erwachsen werden musste, hat sie eine genaue Vorstellung von ihrer Zukunft entwickelt – sie möchte Game Design studieren, denn in der Onlinewelt fühlt sie sich wohl, hier kann sie sich mit Gleichgesinnten austauschen, hier ist sie kein Freak, kein Sonderling. Nachts streamt sie live Videospiele und bessert mit den Einnahmen ihre Collegekasse auf – denn ihr Dad würde ein Studium finanziell zwar unterstützen, allerdings nur, wenn Teagans Studienfach etwas 'Vernünftiges', etwas 'Seriöses' wäre. - Nur über Teagans Leiche! In einer ihrer nächtlichen Sessions besiegt sie ausgerechnet den erfolgreichen Gamer Parker. Der mit einem eigenen YouTube-Kanal und Millionen von Followern gefeierte Star der Gaming Szene ist wenig begeistert, dermaßen vorgeführt zu werden von einer unbekannten Spielerin und will unbedingt mehr über sie herausfinden. Schon bald entwickelt sich ein Dialog zwischen ihm und Teagan; beide genießen den lockeren, ungezwungenen Chat und kommen sich trotz der räumlichen Distanz immer näher…
Man merkt, dass die Autorin selbst eine Vorliebe für Videospiele hat; ihre Begeisterung dafür ist in allen betreffenden Szenen deutlich spürbar - man möchte am liebsten direkt selbst zum Controller greifen und mitspielen! Ich könnte mir nun sogar vorstellen, mal eine Convention zu besuchen, so wie die RTX Convention in Austin, Texas. Die detaillierten, enorm ansprechenden Beschreibungen der Onlinespiele haben mich – zu meiner eigenen Überraschung - absolut mitgerissen, beeindruckt und mein Interesse für dieses Hobby geweckt. Nie hätte ich gedacht, dass ich die Schilderung von einzelnen Spielzügen oder Spielfiguren dermaßen spannend finden könnte! Insbesondere 'GuildWars' klingt wahnsinnig interessant – ich würde zu gerne auch einmal das tanzende Lama sehen! Mein Mann dachte, er hört nicht richtig, als ich beim letzten Einkaufsbummel vorschlug, dem lokalen Game Store einen Besuch abzustatten, haha! Wer sich selbst nicht mit Onlinespielen identifizieren kann und befürchtet, gewissen Szenen des Romans nicht folgen zu können, dem kann ich diese Sorge getrost nehmen - auch für Nicht-Zocker (und unerfahrene Neulinge wie mich) ist alles zu diesem Thema mehr als verständlich erläutert worden. Ich finde es großartig, dass die Autorin mit sämtlichen Vorurteilen aufräumt – Gamer sind nämlich nicht automatisch männlich, Nerds und von Gewaltphantasien besessen.
Teagan mag nach außen hin ziemlich tough (und auf manche Menschen vielleicht sogar einschüchternd und arrogant) wirken, aber im Grunde ist ihre harte Schale ein reiner Selbstschutzmechanismus – zu oft ist sie enttäuscht worden. Von ihrer Mom, ihrer (ehemals) besten Freundin, ihrem (Ex-)Freund… Ihre Devise lautet: 'Erwarte nichts und traue niemandem, dann wirst du nicht enttäuscht.' Auch in Parker habe ich mich prima hineinversetzen können; mir hat vor allem gefallen, dass er trotz seines riesigen Erfolges kein bisschen abgehoben ist. Sein Humor und seine spitzbübische, freche Art sind legendär und man kommt nicht umhin, sich ein klein wenig in ihn zu vergucken. Oh, und habe ich erwähnt, dass er auch noch unverschämt gut aussieht?! Kein Wunder, dass es zwischen ihm und Teagan gewaltig knistert! Die Nebenfiguren, allen voran Parkers gesamte WG, sind ein weiteres Highlight für sich – ich hoffe inständig, dass die Autorin irgendwann auch ihnen einen eigenen Roman widmen wird.
Den Schreibstil würde ich als humorvoll und beflügelnd bezeichnen; ich habe oft schmunzeln müssen, speziell im Hinblick auf den Chatverlauf zwischen Teagan und Parker. Diese Neckereien zwischen ihnen sind herrlich authentisch und wirken total realistisch. Besonders lobenswert finde ich, dass die Autorin ein locker-flockiges Buch geschrieben hat, ohne sich jemals des ansonsten in diesem Genre oft vertretenen, auf Krampf eingefügten Jugendslangs zu bedienen. Bravo! Auch auf den obligatorischen Bad Boy (den ich in der Regel recht gerne mag, es geht mir hier eher um die Außergewöhnlichkeit des vorliegenden Werkes) hat sie verzichtet; ganz so, als wolle sie sagen: 'Es geht auch anders!' Dennoch sollte man nicht meinen, dass alles eitel Sonnenschein ist und die feinen Töne, die tiefgründigen Themen zu kurz kommen würden. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die Situation in Parkers Elternhaus, deren Szenen mit so viel Feingefühl und Empathie ausgearbeitet worden sind, dass sie mir die Kehle zugeschnürt haben. Selbiges gilt für die Beziehung zwischen Teagan und ihrem Vater, die mich ob ihrer glaubwürdigen Darstellung voll und ganz überzeugt hat.
Die im Vorfeld angefügte Playlist passt hervorragend zum Romaninhalt, auch die als 'Level' bezeichneten Kapitel unterstreichen die Kreativität der Autorin. Der eher langsam ansteigende Spannungsbogen verleiht dem Werk etwas sehr Angenehmes, Entspannendes. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren, wobei gegen Ende Teagans Sichtweise überwiegt. Prinzipiell hat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, doch ich fand es für den Gesamteindruck nicht vorteilhaft, dass man gerade in solch einem bedeutenden Abschnitt relativ wenig Einblick in Parkers Gedanken erhält. Sicher, es sorgte kurz vor knapp nochmal für Spannung (und Drama), hat mir allerdings auch etwas Unbehagen bereitet, immerhin ging es bei seiner Backgroundstory um ein ernstes Thema. Prinzipiell hätte ich übrigens kein Problem damit gehabt, wenn der Fokus über die gesamte Handlung hinweg gänzlich auf Teagan gelegen hätte, aber nachdem Parker so sympathisch in die Geschichte eingeführt worden war, war es echt ein Jammer, dass sein Part gegen Ende nicht mehr die gleiche Intensität aufwies. So wirkte der Abschluss ein klitzeklein wenig einseitig und daher nicht ganz so 'rund', wie ich es mir gewünscht hätte. – Das nennt man wohl Jammern auf hohem Niveau, denn abgesehen davon kann ich dieses Werk nur in den höchsten Tönen loben und jedem empfehlen, dessen Herz für New Adult-Romane schlägt!











