Kunden em pfehlungen
Rezensionen von signalhill:
Alle Fragen bleiben offen
Silberflut - Das Geheimnis von Ray's Rock. Bd.1.Bd.1 von Alex Falkner
Alle Fragen bleiben offen
"Silberflut - Das Geheimnis von Ray's Rock" von Alex Falkner ist ein Kinderbuch, das ich als Erwachsene nur so verschlungen habe, und das passiert mir bei Kinderbüchern gar nicht so oft. Das Buch ist der erste Teil von zwei Teilen über zwei Gruppen von Kindern, die zurückbleiben auf einer einsamen Insel, nachdem ihre Klassenkameraden und auch die anderen Bewohner oder Volontäre auf der Insel spurlos verschwunden sind.
Es gibt einige Rätsel auf der Insel, u.a. natürlich die Frage, was mit den anderen Schülern passiert ist. Doch auch die Pflanzen ranken und wachsen erstaunlich schnell, und die Karte der Insel scheint auch noch Geheimnisse für sich zu behalten..
"Silberflut" ist aus der Sicht zweier sehr verschiedener Kinder aus der Gruppe geschrieben. Jedes Kapitel oder jeder Perspektivenwechsel endet mit einem Cliffhanger, und so muss man immer weiter lesen, denn es bleibt einfach spannend. Dabei kann man sich mit der Kindergruppe selbst wenig anfreunden; sie bleiben sehr eigen, und Milla, das erzählende Mädchen, ebenso auch voller Rätsel.
Ich hoffe und denke, es ist kein Spoiler, wenn ich hier nun meine Kritik anbringe. Das Buch war für mich ganz klar ein Fünf-Sterne-Buch, bis ich dann doch gemerkt habe worauf alles hinaus läuft: Wenn ich den einen Teil eines Buches lese und weiß, dass es einen zweiten Teil gibt, so denke ich dennoch, dass jeder Teil soweit in sich abgeschlossen ist, dass er Sinn macht. Aber der Titel, einem geübten Leser eigentlich mehr oder weniger verspricht, dass das Geheimnis von Ray's Rock gelüftet wird, verspricht hier zuviel (ich weiß, er verspricht das nicht, aber wenn ich ein Buch lese über ein Geheimnis, dann lese ich es, um das Geheimnis herauszufinden).
Am Ende bleiben alle Fragen offen, nichts wird geklärt, und der Leser wird gezwungen, den zweiten Teil zu lesen. Wenn man so ein Buch schreibt, dann doch lieber als dicker Doppelband als so! Ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt, um die Lösungen zu bekommen.
Und so hatte ich sehr großen Lesespaß, bin aber am Ende sehr enttäuscht und werde den zweiten Teil sicher nicht kaufen, weil ich als Leser mich nicht von der Taktik eines Autors abhängig machen möchte. Dies wäre ein fantastischer dicker Band oder Doppelband geworden, liebe Frau Falkner!
Den Outdoorgedanken hat die Autorin bei den Bedingungen der Kinder im Wald sicher nicht an ihre Leser und Leserinnen weiter getragen. So möchte wohl keiner ein Zeltlager überleben. Aber die Autorin kann wirklich gut schreiben, und ich würde auch weitere Bücher von ihr lesen, da sie ihr Handwerk wirklich gut versteht.
Rezensionen von signalhill:
Für viele immer noch ein aktuelles Thema
Goodbye, Bukarest von Astrid Seeberger
Für viele immer noch ein aktuelles Thema
"Goodbye Bukarest" von Astrid Seeberger ist vielleicht ein Buch für alle, die immer noch die Folgen des Krieges in sich tragen, auf welche Weise auch immer. Sei es ein verschollener Vater oder Opa, eine Familiengeschichte mit Gefangenschaft und Leiden des Krieges, für uns Nachfahren sitzt doch der Schmerz auch nach solch langer Zeit oft tiefer, als man glauben mag.
Begleitet wird dieser vor allem durch ein Unwissen, nur eine Ahnung, von Dingen, die man niemals herausfinden wird.
So ist "Goodbye Bukarest" nicht nur die Suche nach dem verschollenen Onkel Bruno, sondern ein Eintauchen in die Vergangenheit, ein Erinnern an Gefangenschaft im Krieg, Straflager und Leid.
Die Figuren selbst bleiben vielleicht etwas blass, aber es geht hier wohl um die Erinnerung, den Umgang mit unfassbaren Härten des Krieges, den unbeschreiblichen Willen, doch überleben zu wollen und mit den Widrigkeiten fertig zu werden. Wer so etwas erlebt hat, ist weit entfernt von Normalität.
Seeberger hat ein außergewöhnliches Buch geschaffen, das fast schon etwas kurz geraten ist. Wer heute noch einen Bezug zu dieser Zeit hat, wird dieses Buch in kürzester Zeit beenden.
Rezensionen von signalhill:
Auf einer fiktiven Insel
Doggerland. Tiefer Fall von Maria Adolfsson
Auf einer fiktiven Insel
Den ersten Teil von Maria Adolfssons "Doggerland" kenne ich nicht, habe aber auch hier die Leseprobe gelesen. "Doggerland - Tiefer Fall" ist also mein erster Fall mit der Ermittlerin Karen Eiken Hornby. Zuerst fand ich die Idee einer Ermittlerin auf einer fiktiven Insel befremdlich und hatte vermutet, es handele sich hier um Fantasy, aber das ist nicht der Fall.
Generell mag ich aber Romane mit viel Lokalkolorit und vielleicht Orten, die so spannend sind, dass ich hinreisen würde. Das geht bei "Doggerland" aber nicht.
Die Ermittlerin Karen Eiken Hornby ist nicht wirklich unglücklich, als sie dem Weihnachtsrummel entfliehen darf, um ihrem Chef eine Thailand-Reise zu gönnen und an seiner Stelle zu ermitteln. Dabei geht es erst nur um einen Toten, schließlich aber um viel mehr...
Der Roman verwendet viel Zeit und viele Seiten auf die Schilderung von Personen und privaten Dingen. Der Krimi tritt oft in den Hintergrund. Dabei wäre weniger manchmal mehr. Dennoch möchte ich hier ca. 4,5 Sterne vergeben, denn der Roman ist durchweg spannend, und auch die Figuren haben mir größtenteils recht gut gefallen. Ich würde sagen, die Fortsetzung oder der erste Teil wären auch Bücher für mich, kein Muss, aber einige nette Leseabende.
Rezensionen von signalhill:
Großformatiges Bilder- und Informationsbuch für Kinder und Erwachsene
Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere von Katarzyna Gladysz; Joanna Wajs
Großformatiges Bilder- und Informationsbuch für Kinder und Erwachsene
Ich bin ganz begeistert vom Großformatbilderbuch "Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere", illustriert von Nikola Kucharska. Es fängt schon damit an, dass das Buch, erschienen im Ravensburger Verlag, sich außen leicht samtig und sehr angenehm anfühlt.
Innen bekommt man eine Vielzahl an Bilder und Informationen.
Die Bilder können auch schon von den Kleinsten betrachtet werden; die Informationen sind erst ab dem Grundschulalter greifbar. Aber auch ich habe durch das Buch noch viel gelernt. Die Informationen sind z.T. lexikonartig, und sie sind gut verständlich für Schulkinder, aber eben auch Erwachsene.
Ich bin auch in den Naturwissenschaften zuhause, weiß aber gar nicht soviel über die Zeit der Dinos und anderer ausgestorbener Tiere. Für mich ist aber auch die Seite über die Wissenschaftler, die Paläontologen, oder die Seite über die prähistorischen Tiere in Museumsbeständen interessant. So kann man z.B. mal schauen, ob man sich irgendwo diese Tiere in der Nähe anschauen kann.
Es gibt sogar auch eine Mischung aus Wimmelbild und Comic, und jede Seite ist ganz anders, aber dennoch zusammen passend, gestaltet. Auch die Seite über die ausgestorbenen Vögel hat mir gut gefallen.
Mein Fazit ist, dass "Ausgestorben" eine tolle Mischung von Spaß, Bildern und Informationen zu den ausgestorbenen Tieren liefert. Viele Kinder interessieren sich für das Thema, und im Hinblick auf unsere Zukunft in das Thema aktueller denn je!
Rezensionen von Miro76:
Was sit wahr und was nur so dargestellt?
Die Wahrheit der anderen von Daniel Zipfel
Im Dezember 2012 besetzten einige Flüchtlinge die Votivkirche in Wien und forderten anfangs Verbesserungen beim Dolmetschdient, Sprachkurse, Unterricht für die Kinder und später auch Arbeitsgenehmigungen und Aufenthaltstitel. Da sie nicht gehört wurden, traten einige von ihnen in Hungerstreik.
Diese Geschichte und wahrscheinlich auch deren Darstellung in den Medien inspirierte den Autor zu diesem Roman.
In diesem Roman beginnt alles mit einem Protestmarsch in der Wiener Innenstadt. Ein geflüchteter Pakistaner ist ums Leben gekommen und es wird protestiert gegen Abschiebungen und Polizeigewalt. Aus Zufall gelingt dem Journalisten Uwe Tinnerman ein Foto, das den Anschein erweckt, als hätte ein Polizist die junge Pakistanerin Veena Shahida geschlagen. Er erkennt sofort die Brisanz dieses Bildes und stört sich nicht daran, dass die junge Frau in Wirklichkeit gestürzt ist und der Polizist ihr nur aufhelfen wollte.
So nimmt alles seinen Lauf. Es werden Fakten geschaffen, um eine Geschichte zu erzählen. Die junge Frau ist erst empört, spielt dann aber schnell mit, weil sie sich Hilfe für ihren Aufenthaltstitel erhofft.
Von ihrer Anwältin erwartet sie nicht mehr viel. Sie hat das Gefühl, ihre Geschichte nicht erzählen zu können. So ergeht es auch den anderen Flüchtlingen. Sie möchten endlich gehört und gesehen werden und Uwe Tinnermans scheint ihnen das zu ermöglichen.
Diese Geschichte dreht sich immer wieder. Wer erst glaubwürdig und sympathisch wirkte, kann sich im nächsten Moment als Lügner entpuppen und wer hartherzig wirkte, zeigt plötzlich Empathie. Man weiß nicht, was man glauben kann und will. Nur der skrupellose Journalist Uwe Tinnerman zieht sein Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch, denn er will Karriere machen.
Als Leser*innen stehen wir vor der großen Frage, was ist Wahrheit, wie dehnbar ist dieser Begriff und wie gehen wir in Zukunft mit "Fakten" um. Die Medien besitzen eine Gewalt, die definitiv hinterfragt und kontrolliert werden muss.
Kann Daniel Zipfels Geschichte Realität werden? Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass sich die einzelnen Medien auch gegenseitig kontrollieren und das weiterhin seriöse Recherche betrieben wird. Auf jeden Fall sollte man sich gut überlegen, wo man sich informiert!
Der Roman ist sehr gelungen und lässt uns mit einer Menge Fragen zurück. Aber so ist es ja auch im wahren Leben. Da wissen wir auch nicht immer wie alles ausgeht. Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für diesen vielschichtigen Roman, der ganz einiges an Realitätsbezug vorweisen kann.
Rezensionen von marsu:
La Salpêtrière
Die Wahrheit der anderen von Daniel Zipfel
Das Hospital La Salpêtrière in Paris erlangte im 19. Jahrhundert unter dem Arzt Charcot Berühmtheit. Er hat hier sogenannte "Hysterikerinnen" behandelt und an ihnen Experimente durchgeführt, gerne im Rahmen der öffentlichen Freitagsvorlesungen, an denen natürlich nur Männer teilnahmen.
Die französische Autorin Victoria Mas hat in ihrem Roman Ereignisse im März 1885 beschrieben aus Sicht von drei unterschiedlichen Frauen. Da ist zum einen Louise, die schon mit 12 Jahren eingewiesen wurde und sich Berühmtheit wünscht, wenn sie als Versuchsobjekt zu den Vorlesungen gerufen wird. Dann gibt es noch Geneviève, die seit nunmehr 20 Jahren in der Salpêtrière arbeitet und für die Charcot alles bedeutet. Und zuletzt die Bürgertochter Eugénie, die sich ein wenig mehr Freiheit wünscht und die Geistererscheinungen hat. Alles in dem Roman läuft auf den Ball hinaus, der einmal im Jahr im Hospital abgehalten wird. Doch dieser nimmt schlussendlich gar nicht so viel Raum ein. Den Schreibstil und auch die Geschichte empfand ich als "sehr französisch" im positiven Sinne. Ein Buch, das ich sicherlich noch einmal mit mehr Ruhe lesen werde, was mir beim ersten Lesen schwer viel, weil ich immer weitergelesen habe.
Rezensionen von Claudia R:
Draconica - fesselnd, spannend, ereignisreich
Dragon Tale - Herz des Drachen von Aylin Hacker
Klappentext:
Was wirst du tun, wenn dein inneres Feuer erwacht?
Nachdem Monica sich an ihr neues Leben als Prinzessin gewöhnt hat, überschlagen sich die Ereignisse erneut und eine alte Bedrohung kehrt schleichend zurück. Doch auch abseits von Draconica läuft nicht alles glatt.
Als wäre das nicht genug, entdeckt Monica eine neue Seite an sich, die droht, die Kontrolle zu übernehmen.
Ihr inneres Feuer scheint ein ganz eigenes Leben führen zu wollen und es gibt jemanden, der behauptet, mehr zu wissen. Jemanden, den Monica niemals dachte, wiederzusehen.
Monicas Geschichte geht weiter - ihre Geschichte über Feuer, Freundschaft und Abenteuer, aber vor allem - Drachen.
Cover:
Das Cover hat mich sofort begeistert, da es mystisch und magisch zugleich ist. Nicht nur die Vorderseite, sondern auch die Rückseite hat mich begeistert. Denn beide Seiten sind sehr passend zum Buch und zur Geschichte und gefallen mir sehr gut. Die Vorderseite zeigt zwei der Charaktere, der Geschichte in ihrem Element und auch der Hintergrund ist sehr schön gestaltet und stimmig. Das Cover macht neugierig und Lust darauf mehr zu erfahren.
Meinung:
Dies ist bereits der zweite Teil von Dragon Tale und nichts für jemanden, der nur auf kurze Fantasy Abenteuer steht, denn dies hier ist do viel mehr.
Um diesen zweiten Band zu lesen sollte man zuvor den ersten Band gelesen haben, da es ansonsten schwer werden wird, dem Ganzen und der Geschichte zu folgen.
Zwar war es schon eine Weile her, als ich den ersten Teil gelesen habe, aber dennoch bin ich sehr gut wieder in Draconica angekommen.
Auch Monica hat es mir sehr leicht gemacht, den Ereignissen und Geschehnissen zu folgen. Den auch wenn es auf den ersten Blick ein sehr dickes Buch zu seien scheint, so ist dieses doch sehr fesselnd und spannend und geht leider wieder viel zu schnell vorbei.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Zu dem ist es sehr action- und ereignisreich, so dass die Geschichte sehr lebendig und feurig rüberkommt. Schon nach wenigen Seiten möchte man das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und auch die Sprünge in den Perspektiven und Handlungen sind zwar teils sehr abrupt, machen aber dadurch eine gewisse Spannung aus, so dass man stets den Handlungssträngen folgen möchte und jederzeit gern mehr lesen und erfahren möchte. Der Spannungsbogen wird von Beginn an bis zum Schluss sehr hoch gehalten.
Auch die Charaktere haben mir wieder sehr gut gefallen. Allen voran Monica, aber auch Margarette, Tam und all die anderen, die wirklich wundervoll ausgearbeitet und sehr gut beschrieben werden und so einige haben es ganz schön in sich und man erlebt die ein oder andere Überraschung und leider werden auch einige Opfer gebracht.
Doch zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da ich ansonsten zu viel vorweg nehmen würde, was ich gar nicht möchte und empfehle daher diese tolle Reihe einfach selbst zu entdecken und zu lesen, denn es lohnt sich.
Man sollte sich nicht von der Dicke des Buches abschrecken lassen, sondern lieber jede einzelne Seite genießen.
Toll fand ich auch wieder die Karte zu Beginn des Buches und das Glossar ganz am Ende des Buches. Dieses hat mir durchaus sehr gute Dienste geleistet.
Das Buch und die Geschichte ist sehr umfangreich, spannend und sehr liebevoll mit vielen tollen Details gestaltet. Man merkt wieviele Gedanken und Herzblut die Autorin in dieses Werk gelegt hat und auch die einzelnen Verbindungen kommen erst nach und nach ans Licht und man erfährt immer mehr über die Welten und die verschiedenen Verknüpfungen und auch über so manch interessante Bindungen in Draconica. Das ist das tolle an diesem Buch, das man immer wieder überrascht wird und es sehr ereignisreich und spannend vorangeht und auch das Ende hat einen Cliffhanger zu bieten, der neugierig auf den dritten Band macht.
Mich hat dieses Buch zu 100% überzeugt und gefangen genommen. Ich bin sehr begeistert und möchte mehr. Daher hoffe ich, nicht allzu lange warten zu müssen.
Fazit:
Eine wundervolle, ereignisreiche und fesselnde Fortsetzung, die einen ganz in ihren Bann zieht und zurück nach Draconica führt.
Rezensionen von Bibliomarie:
Bussi in Tirol
Die Toten vom Lärchensee von Joe Fischler
Arno Bussi fristet sein Polizisten-Dasein im Archiv. Da wird er vom Innenminister Qualtinger persönlich auf einen Cold Case in Tirol angesetzt. Vor 5 Jahren kam dort ein Wirt ums Leben, aber weder Täter noch Motiv sind aufgeklärt worden. Kaum ist Arno in Stubenwald am Lärchensee angekommen, überschlagen sich dort die Ereignisse.
Ein typischer Regionalkrimi mit viel Humor und Bezug auf lokale Eigenheiten, das ist wirklich unterhaltsam zu lesen, vor allem wenn der Autor mit so viel österreichischen Schmäh aufwartet. Bussi ist ein liebenswerter Zeitgenosse, auch wenn er meist in jedes Fettnäpfchen tappt. Die Bewohner von Stubenwald sind sehr urig dargestellt, besonders der örtliche Polizeiposten hat mit Franz Bernhard ein richtig kauziges Original, wobei ihm sein Hund Bernhard, einen Lawinenhund mit sommerlicher Dienstflaute fast die Show stiehlt.
Joe Fischler verteilt Seitenhiebe auf die Politik, die Stubenwalder Bürgermeisterin bekommt reichlich ihr Fett weg, genau wie der örtliche Investor um den sie publicitysüchtig herumscharwenzelt. Auch wenn Arnos Ermittlungen manchmal aus dem Ruder laufen, es gibt Ereignisse, an die er sich am nächsten Morgen nur noch sehr undeutlich erinnert, lässt er sich nicht beirren. Er nimmt Hunger, Kälte und Mücken in Kauf, widersteht der örtlichen Spezialität, der Käse-Sahne-Torte vom Bäcker Baldauf, er gibt eben alles.
Ich mochte schon die „Veilchen“-Romane des Autors und war deshalb auf „Die Toten vom Lärchensee“ besonders gespannt. Den ersten Einsatz von Arno Bussi habe ich wohl verpasst, aber es war kein Problem gleich einzusteigen. Ein wenig habe ich den Charme der frühen „Veilchen-Romane“ vermisst, hier driftete mir der Humor doch öfters in Klamauk ab. Die Idee des Plots ist schon gelungen, besonders wenn ich an den Bezug zu Bussis erstem Kontakt mit Stubenwalds Dorfbrunnen denke, aber verliert sich fast in den ganzen Verwicklungen und kleinen Nebengeschichten.
Ein amüsanter Ösi-Krimi, aber auch mit Luft nach oben.
Rezensionen von Sago:
Sprachkunst trifft Fantasy
Die Silbermeer-Saga (Band 1) - Der König der Krähen von Katharina Hartwell
Dieser erste Band der Silbermeersaga ist einfach märchenhaft! Nicht nur weil sich die junge Edda aufmacht, ihren entführten Bruder Tobin zu suchen wie einst Gerda ihren Bruder Kai im Märchen von der Schneekönigin. Nein, hier stimmte für mich einfach alles: die wunderschöne Aufmachung, der bildgewaltige Sprachstil, der Einfallreichtum der Autorin, die teils düstere Atmosphäre und die plastischen Charaktere.
Die Findelkinder Edda und Tobin leben in einem kleiner Fischerdorf, aus dem regelmäßig Kinder verschwinden. Als es Eddas kleinen Bruder Tobin trifft, sieht Edda nur einen geflügelten Schatten. Zurück bleibt eine geheimnisvolle Feder. Eine Hexe prohezeit Edda, ihr Bruder befände sich auf fernen Inseln. Auch Eddas Freund Teofin kann Edda nicht aufhalten. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Fremden Brand macht sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder. Ein aufregendes farbenprächtiges Märchen beginnt...
Hier findet sich Fantasy fern aller Klischees. Mit Edda hat die Autorin eine starke Identifikationsfigur geschaffen und mit Brand einen Antagonisten, der so ambivalent und geheimnisvoll erscheint, dass es eine wahre Freude ist. Schade nur, dass es nun heißt, ein Jahr auf die Fortsetzung zu warten. Ich habe aber keinen Zweifel, dass mir die Geschichte bis dahin im Gedächtnis bleiben wird.
Rezensionen von PFIFF:
Mitreissende Biographie von Antonio Vivaldi
Vivaldi und seine Töchter von Peter Schneider
Antonio Vivaldi wurde von seiner Familie auserkoren, das Priesteramt auszuüben, was der Familie Vorteile brachte und ihm selbst Vergünstigungen.
Er unterrichtete in einem Mädchenpensionat für Waisenkinder und Straßenmädchen, die so eine Chance bekamen, durch gute Erziehung einen Ehepartner zu bekommen und so versorgt zu sein.
Eigentlich bestand das Lehrpersonal nur aus Frauen. Der Priesterstand erlaubte Vivaldi jedoch unter Aufsicht einer Erzieherin die Mädchen in allen Künsten der Musik zu unterrichten. Er schuf so das größte und berühmteste Mädchenorchester der damaligen Zeit. Die Auftritte waren gefragt und gut bezahlt. Vivaldi selbst schuf Kompositionen für seine Schülerinnen, je nach Begabung.
Die Naman der Mädchen richteten sich nach ihrer Profession, wie Maria Soprano oder Anna Viola.
Doch dass er trotz Anziehung zu einer seiner Schülerinnen keine körperliche Nähe erlaubt und geduldet war, machte ihm zu schaffen, dass er nie eine Familie haben würde.
Trotz seiner Erfolge und seinem Fleiß starb er in Armut.
Die Biographie ist spannend und interessant zu lesen, natürlich besonders für Vivaldi Fans.










