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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Verena Benedikt:

Tiefgreifende, rührende Geschichte

Danke, liebe Melanie Horngacher für das Leseexemplar. Ich habe das Buch seit gestern in beinahe einem Rutsch verschlungen. Eine Geschichte voller Tränen, dem ein oder anderen Lachen und voll Wärme und Gefühl. Manchnal möchte man die Hauptpersonen schütteln, damit sie endlich aufwachen und die richtigen Schritte gehen.

Und trotzdem bleiben sie immer sympathisch und gut zu verstehen.
Der Roman erzählt die Geschichte von Marc und Juliana. Jule, die nach vielen harten Schicksalsschlägen gzwungen wurde, in einer Großstadt fern vom Dorf ihrer Kindheit ein neues Leben zu beginnen. Und Marc, der sich von der Vergangenheit nicht lösen kann und tief in Schuldgefühlen versinkt. Dann stirbt Jules Tante und sie treffen wieder aufeinander. Die Beiden, verbunden durch eine tiefe, geheime Liebe und getrennt durch so viele Missverständnisse, kämpfen schwer mit der Vergangenheit. Alte Wunden brechen auf und vieles tritt zutage, was viel zu lang verborgen lag.
Der Kampf der beiden Hauptfiguren ist herzzerreißend. So viel steht ungesagt zwischen ihnen und das Leben hat ihnen wirklich übel mitgespielt. Trotz der tiefen Traurigkeit der Geschichte schafft es die Autorin, den beiden unheimlich viel Leben einzuhauchen. Sie hat mich mit ihrer Geschichte gepackt und bis zur letzten Seite nicht losgelassen. Ich habe geweint und gelächelt und würde nun sehr gerne weiterlesen, wie es den Beiden noch ergeht. Also, alles richtig gemacht, liebe Melanie ???? Danke für ein paar tiefgründige, kurzweilige und emotionale Stunden.

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Rezensionen von KimVi:

Grandioser Abschluss der faszinierenden Familien-Saga

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung von Brigitte Riebe

1958 kehrt Florentine, die jüngste Tochter der Thalheims, von ihrem Aufenthalt in Paris, zurück ins heimatliche Berlin. Sie muss sich entscheiden, wohin ihr Lebensweg sie führen soll. Nach einer Anstellung im Kaufhaus der Familie steht ihr nicht der Sinn. Denn von Kindesbeinen an, steht für Flori fest, dass sie ihre besondere Gabe, das Malen und Zeichnen, vertiefen und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten möchte.

Die Erfahrungen und Eindrücke, die Flori in Paris sammeln konnte, haben diesen Wunsch untermauert. Deshalb ist es ihr großer Traum, an der Berliner Kunstakademie angenommen zu werden und damit allen zu beweisen, was wirklich in ihr steckt. Das fehlende Abitur ist nur die erste, scheinbar unüberwindbare Hürde, die sie auf diesem Weg nehmen muss. Doch manchmal muss man kämpfen, damit Träume Wirklichkeit werden können....

Nach "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus" und "Wunderbare Zeiten", ist "Tage der Hoffnung" der finale Band der 50er-Jahre-Trilogie von Brigitte Riebe. Im Zentrum der Reihe stehen die drei Thalheim-Schwestern. Im ersten Band lag der Fokus auf der ältesten Tochter Rike, im zweiten stand die mittlere Tochter Silvie im Mittelpunkt und in diesem Finalband dreht sich alles um Flori, die Nachzüglerin. Da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen aus den vorherigen Teilen einfließen lässt, kann man der Handlung des Finalbands sicher auch dann folgen, wenn man noch kein Buch der Serie gelesen hat. Dennoch ist es nicht empfehlenswert, da Brigitte Riebe wunderbar lebendige Charaktere erschaffen hat, deren Weiterentwicklung es, auch innerhalb der Familie, zu beobachten gilt. Es lohnt sich wirklich die Reihenfolge einzuhalten.

Dieses Mal steht Flori, die man in den vorherigen Teilen eher rebellisch, verwöhnt und egoistisch eingeschätzt hat, im Mittelpunkt. Der erneute Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn durch kurze Rückblicke, die harmonisch eingebettet sind, ist man gleich wieder mitten im Geschehen und freut sich über das Wiedersehen der liebgewonnenen Charaktere. Es ist beinahe so, als ob man selbst Teil der Familie wäre, da man sich sofort wieder heimisch fühlt. Nun hat man die Chance, Flori besser kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren, was die junge Nachzüglerin bewegt, wie sie ihre Stellung in der Familie sieht und was wirklich in ihr steckt. Und die Person, die man dabei entdeckt, scheint ein völlig anderer Mensch zu sein, als die Flori, die man in den vorherigen Bänden beobachtet hat. Denn Flori ist eine sehr empathische junge Frau, mit der man sich identifizieren kann, sobald man hinter ihre Fassade schaut. Deshalb kann man sich ganz auf sie einlassen und beobachten, wie sie die Verwirklichung ihrer Träume in Angriff nimmt. Da das natürlich nicht leicht ist, hofft und bangt man mit ihr. Brigitte Riebe gelingt es wieder mühelos, sowohl Floris Schicksal, als auch die Ereignisse innerhalb der Familie, so glaubhaft und lebendig zu schildern, dass man alles um sich herum vergisst. Der damalige Zeitgeist schwebt dabei zwischen den Zeilen und historische Begebenheiten verknüpfen sich schlüssig mit dem Leben der Thalheims und nehmen darauf Einfluss.

Aus den vorherigen Teilen ist ja bereits bekannt, dass es bei den Thalheims nie langweilig wird. Auch im Finalband hat das Schicksal für die Familie einiges vorgesehen. Dadurch kommt es zu einigen Wendungen und Überraschungen. Dabei gelingt der Autorin der Spagat, die Erfolge und Rückschläge intensiv zu vermitteln, ohne dabei ins Kitschige oder Unglaubwürdige abzudriften, ganz hervorragend.

Ein grandioser Abschluss der faszinierenden Familien-Saga, der nur dadurch etwas getrübt wird, dass man nun von den liebgewonnenen Charakteren Abschied nehmen muss.

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Rezensionen von heinoko:

Die opulente Familiensaga geht weiter

Gut Greifenau - Goldsturm von Hanna Caspian


Ob es daran liegt, dass ich nur Band 1 gelesen hatte, bevor ich nun aus Zeitgründen direkt mit Band 4 weiterlas? Die Faszination, die ich bei Band 1 gespürt hatte, fiel bei Band 4 leider etwas geringer aus. Mag sein, weil mir der direkte Anschluss fehlte, mag aber auch sein, dass die Erzählung in Band 4 generell so etwas vor sich hin plätschert und sich dabei sehr in Details verliert.

Für den Inhalt zitierte ich wegen der Fülle vieler einzelner Geschehnisse sinngemäß den Verlag: Pommern, Ende des 1. Weltkrieges, 1919-1923. Konstantin und Rebecca kämpfen mit den Folgen, die Misswirtschaft und Krieg auf dem Gut hinterlassen haben. Ungewiss ist, wie es mit Gut Greifenau weitergehen soll, solange Konstantin keinen Erben hat. Katharina dagegen lebt in Luxus und träumt weiterhin vergeblich vom Medizin-Studium. Auch bei den Dienstboten gibt es trotz größerer Freiheiten wenig persönliches Glück zu berichten. Die Zeit der der Inflation, die sogenannten goldenen Zwanziger, die nicht nur golden waren, überschattet alles. Und wohin man bei der Familie Auwitz-Aarhayn auf Gut Greifenau auch schaut, überall stösst man auf Konflikte, auf Auseinandersetzungen und Böswilligkeiten.

Ich mag den Schreibstil von Hanna Caspian sehr. Am ehesten finde ich das Adjektiv „sorgfältig“ stimmig für ihre Erzählweise. Doch nicht nur das, der Erzählstil ist auch der geschilderten Zeit angepasst, dabei detailgenau und anschaulich. Bereits nach wenigen Seiten versinkt man in der gräflichen Welt, leidet mit, diskutiert mit. Szene für Szene entsteht im Kopfkino. Die Autorin erzählt fesselnd, farbig, mit historisch umfangreich recherchierten Details. Auch wenn die Protagonisten mehrheitlich nicht unbedingt Sympathieträger sind – das Buch hat durchaus Suchtfaktor und ist Lesefutter für viele Stunden. Aber hier in Band 4 war ich sehr viel weniger diesem Suchtfaktor erlegen als in Band 1. Ich las und las, fühlte mich durchaus gut unterhalten, aber am Ende blieb außer einem Cliffhanger, der zu Band 5 verlocken will, nichts übrig. Das Kopfkino erlischt mit der letzten Seite und so gut wie nichts bleibt zurück, keine Gefühle, keine Bilder, keine einzelnen Begebnisse. Vielleicht lag es an mir.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein gelungenes Krimi-Debüt

Tödlicher Crash von Barbara Wimmer

Wien 2022 - Finanzminister Wolfgang Steinrigl, millionenschwer, ungut und abhoben ist auf dem Weg zu seinem Bruder Thomas, als sein Auto plötzlich ausbricht und gegen einen Baum prallt. Steinrigl ist sofort tot. Das Fahrzeug ist ein Flexus Alpha, jener selbst fahrenden Superschlitten aus den USA, von denen es nur ganze drei Stück in Österreich gibt.

Aber, kann wie das sein? Das Auto gilt als sehr sicher. Hat sich da jemand in den Bordcomputer gehackt und den unbeliebten Politiker aus dem Weg zu räumen?

Ins Visier der Polizei gerät Stefanie Laudon, eine investigative Journalisten, die sich selten ein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um Österreichs Innenpolitik geht. Dass sie mehrere Hochleistungscomputer im Schlafzimmer stehen hat und Kontakte zur Hackerszene hat, macht die Situation nicht einfacher.

Als sie in den sozialen Medien gezielt attackiert wird, geht sie in die Offensive. Sie hackt sich in den vollautomatischen Stall von Thomas Steinrigl und alle Welt findet den Bauern, der mit seinen Kühe spricht „süß“. Das ursprüngliche Ziel, nämlich den Leuten zu zeigen, wie verletzlich die EDV-Systeme sind, wird nicht erreicht. Aber der direkte Einblick in einen Bauernhof geht viral und beschert dem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht, unerwartete Einnahmen und Popularität.

Meine Meinung:

Dieser Krimi beschäftigt sich mit einem durchaus sehr ernsten Thema: Des Einhackens in EDV-Systeme und Manipulation von außen. Die Leser erfahren einiges über die Hacker-Szene, die oft im Auftrag von Firmen Sicherheitslücken aufspüren sollen. Keine Angst, das Computer-chinesisch wird gut dargestellt.

Der Krimi liest sich leicht und spritzig. Das eine oder andere Mal muss man auch ein wenig schmunzeln.

Die Charaktere sind gut dargestellt und man kann ihnen ihre Intentionen abkaufen. Die eifersüchtige Freundin Meggie, zum Beispiel, die Stefanie vernadert.

Neben dem Handlungsstrang in Österreich gibt es noch einen in weiter Ferne.

Die Autorin Barbara Wimmer weiß, worüber sie schreibt: Sie ist Journalistin und als Redakteurin ist die „Futurzone“ der Tageszeitung Kurier ihr Metier.

2018 wurde sie für ihre Technik-Reportage über KühltechnologieReportage mit dem „WINFRA“, dem Journalistenpreis für Wiener Infrastrukturberichterstattung ausgezeichnet. 2019 erhielt Wimmer den Prälat-Leopold-Ungar-Anerkennungspreis sowie den Dr. Karl Renner Publizistikpreis, jeweils für “herausragende Online-Berichterstattung” zu netzrelevanten Themen.

Mir hat dieses Debüt sehr gut gefallen. Die Story ist fesselnd erzählt, ein bisschen Humor, viel Technik und auch die zwischenmenschliche Seite kommt nicht zu kurz.


Fazit:

Ein überzeugendes Debüt aus Wien, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein gelungener hist. Roman

Die Tanzenden von Victoria Mas

Dieser historische Roman entführt uns in das Paris von 1885, genauer gesagt in das Hôpital de la Salpêtrière, dem im 19. Jh. wohl bekanntesten Krankenhaus Europas. Die Autorin erzählt an Hand von drei Frauen, Louise, Geneviève und Eugènie, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dennoch vieles gemeinsam haben.

Louise ist Patientin, die an der gynäkologisch bedingten Hysterie leiden soll und regelmäßig von Professor Charcot unter Hypnose gesetzt wird, um zum Gaudium der Zuschauer einen makabren Tanz auszuführen. Sie eifert jener Augustine nach, die Charcots liebstes Forschungsobjekt war.

Geneviève ist seit langem Oberaufseherin der Anstalt. Als Tochter eines Arztes denkt sie rational. Doch ihre medizinischen Ambitionen sind weder im Krankenhaus noch in der Gesellschaft gewünscht. So unterdrückt sie diesen Wunsch zu helfen genauso wie die Trauer um ihre jüngere Schwester Blandine, der sie nach wie vor Briefe schreibt.

Die dritte Protagonistin ist Eugénie Cléry, eine Tochter aus wohlhabendem Haus, die sich standhaft weigert zu heiraten. Sie ist überdurchschnittlich intelligent, selbstbewusst und hat die Gabe mit Verstorbenen zu sprechen. Und genau das bringt sie in die Salpêtrière. Geneviève beobachtet die Neue genau und kann wenig Verrücktes an ihr finden - 20 Jahre in der Anstalt machen sie in ihrer Einschätzung sicher. Als sich Eugénie der Aufseherin anvertraut, nimmt die Geschichte einen Verlauf, mit dem kaum jemand gerechnet hat.

Meine Meinung:

Der Klappentext ist ein wenig irreführend, was mich in meiner Ansicht, jene nicht zu lesen, wieder bestärkt.

Die Autorin webt um historisch belegte Personen und Begebenheiten einen fesselnden Roman, der manchmal ein wenig gruselig wirkt. Nämlich dann, wenn Umstände, weswegen Frauen in die Anstalt eingewiesen werden und in die „Behandlungsmethoden“ beschrieben werden. Um von eigenen Vätern, Ehemännern oder anderen (meist) männlichen Verwandten in die Salpêtrière eingeliefert zu werden, bedarf es wenig: Ein falsches Wort zur Unzeit, aufmüpfig sein, sich den gesellschaftlichen Konventionen nicht unterordnen oder ein Vermögen zu besitzen, dass anderwertig verwendet werden will. UNs schwupps, ist frau den „Behandlungen“ von Professor Jean-Martin Charcot ausgeliefert. Charcot und seine Kollegen experimentieren am lebenden Objekt. Die Patientinnen werden hypnotisiert mit Äther und Kokain süchtig gemacht, um jene Effekte hervorzurufen, die sie „den Tanz“ nennen. Oft genug wird auch brutale Gewalt angewendet, wie der mehrmals erwähnte „Druck auf die Eierstöcke“. Die im Nachwort beschriebenen Torturen lassen viele Leser dankbar und glücklich sein, im Hier und Heute zu leben. Obwohl, die oft leichtfertig verschriebenen Psychopharmaka sind auch Gewalt.

Historisch belegt ist neben Jean-Martin Charcot (1825-1893) auch „Augustine“, selbst wenn man ihren echten Namen nicht weiß. Sie ist jahrelang die „Vorzeigepatientin“ und entwischt in einem unbemerkten Augenblick in Männerkleidern auf Nimmerwiedersehen.

Augustine ist nicht die einzige, die aus der Anstalt fliehen kann. Eine prominente Insassin, der die Flucht gelingt, ist Jeanne de Saint-Rémy, die Drahtzieherin der sogenannten „Halsbandaffäre“ rund um Marie Antoinette. Nachdem ihre Rolle in dem Kriminalfall entdeckt wurde, wird sie zu lebenslange Haft in der Salpêtrière verurteilt. Nach rund einem Jahr Aufenthalt kann sie fliehen und nach schreibt im Londoner Exil ihre Memoiren. Ihre Helfershelfer bleiben unentdeckt.

Das von Ludwig XIV. in Auftrag gegeben „Hôpital de la Salpêtrière“ war nicht nur Krankenhaus sondern hauptsächlich Asyl für Frauen, Arme und Obdachlose, um diese aus Paris fern zuhalten. Heute ist die Salpêtrière Teil der „Universität Pierre und Marie Curie“.

Fazit:

Ein gelungener historischer Roman, der zeigt wie leicht unangepasste Frauen im 19. Jahrhundert im Irrenhaus landeten. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mir gut gefallen

Elsässer Intrigen von Jean Jacques Laurent

Dieser siebte Fall für Major Jules Gabin ist mein erster. Trotzdem kann dieser Krimi gut ohne seine Vorgänger gelesen werden.

Nachdem Gabin weiter an seiner Karrriere basteln will, kommt ihm die Versetzung in die schöne Stadt Colmar ganz recht. Noch bevor er so richtig angekommen ist, muss er sich mit dem Tod einer Prostituierten beschäftigen.

Schnell ist klar, dass es sich um einen Mord handelt. Gabins Chef, Captaine Debrac, und die Kollegen legen sich recht bald auf den deutschen Geschäftsmann als Täter fest. Nur Jules Gabin kommen Zweifel, zumal die Tote über korrupte Flics an höherer Stelle auspacken wollte.

Der Einstieg in die neue Dienststelle wird von allerlei Unstimmigkeiten überschattet. So scheint Debracs Stellvertreter nicht der zu sein, wofür er sich ausgibt. Ein Maulwurf?

Nebenbei muss sich Gabin mit dem Verschwinden von Eric Duval, seinem Nennonkel und ehemaligen Mitarbeiter von Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing. Duval ist als „Elder Statesman“ nach wie vor politisch aktiv und für seine Extra-Touren bekannt. Ist Duval der Kontakt, den die Tote gesucht hat?

Meine Meinung:

Dieser Krimi spricht wie viele andere ein weit verbreitetes Problem in Frankreich an: Die Agenden der Exekutive sind auf drei Behörden verteilt: Die „Police Nationale“ (Innenministerium), Die „Gendarmerie Nationale“ (Innen- und Verteidigungsministerium) und die „Police Municipale“ (Gemeindepolizei, die dem jeweiligen Bürgermeister unterstellt ist). Hierarchie- und Kompetenzgerangel sind an der Tagesordnung und die oft schlechte Bezahlung, vor allem der unteren Chargen, lässt manchmal den einen oder anderen wegschauen und/oder die Hand aufhalten.

Die Stimmung auf der Dienststelle ist denkbar schlecht. Gabin matcht sich sofort mit Benoît, dem Chef-Stellvertreter, bei dem er das Gefühl hat, er sei nicht der, der er vorgibt zu sein. Einzig Yvonne scheint den Newcomer ein wenig zu mögen.

Jules Gabin ermittelt in verschiedene Richtungen und macht sich so seine eigenen Gedanken. Dabei unternimmt er mitunter Alleingänge, die weder vom Chef noch von den Kollegen goutiert werden.

Gänzlich unsympathische finde ich seine Freundin, die Untersuchungsrichterin Joana. Sie ist ehrgeizig, eifersüchtig und sollte eigentlich wissen, dass er über ein laufendes Verfahren nichts ausplaudern darf. Warum also quetscht sie ihn ständig aus? Außerdem spielt sie ständig die beleidigte Leberwurst, wenn er entweder zu spät kommt oder einen Termin überhaupt absagen muss. Ermittler bei der Mordkommission zu sein, ist eben kein 8-Stunden-Job. Die sollte er so schnell wie möglich wieder loswerden.

Die Auflösung des Falles ist stimmig und für mich nicht ganz überraschend, obwohl ich kurz auch Joana in Verdacht hatte, ihrem Ehrgeiz einiges zu opfern.

Gut gefallen hat mir die Beschreibung von Land & Leuten und der Ausflug in die köstlich Kulinarik des Elsass‘.

Fazit:

Ein spannender Krimi, der Lust auf eine Reise in das Elsass macht. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Rezensionen von begine:

Der Kreis der Geschichte von Inge und Wolfgang

Inges Krieg von Svenja O'Donnell


Die Schriftstellerin Svenja O'Donnell hat eine deutsche Mutter und einen irischen Vater.
Der Roman „Inges Krieg“ führt uns nach Königsberg in Ostpreußen in Zeiten des zweiten Weltkrieges.

Die Autorin erzählt die Geschichte einer jungen Frau Inge Wiegand mit ihren Eltern und ihrer kleinen Tochter.

Diese Geschichte erzählt Inge ihrer Enkelin, die sie nach den Erlebnissen ausfragt und nachfragt..
Svemja O'Donnell fährt 2ßß9 nach Königsberg auf den Spuren ihrer Großmutter. Sie fährt die Stationen ab, die Inge auf der Flucht erlebt hatte. Die Familie landet kurz in Dänemark, die Erfahrungen dort sind ein Alptraum. Dann schafften sie es nach Norddeutschland.
Diese Generation musste viel erleben und verdrängen um überhaupt weiter leben zu können. Vieles dieses Romans kannte ich aus den Erinnerungen meiner Vorfahren, die mich immer wieder aufwühlt. Diese Generation musste für die fürchterlichen Taten der damaligen Regierung leiden.
Svenja O'Donnell recherchiert die Geschichte genau und detailliert.
Es ist ein Stück Zeitgeschichte unserer Vergangenheit.

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Rezensionen von Minigini:

Der 6. Band mit Rosa, Henner und Rudi

Zum Teufel mit den fiesen Friesen von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert

Eigentlich wollte Rudi das Wochenende frei haben, da sein tot geglaubter Vater aus Kanada zu Besuch auf die Insel kommt und bisher noch nicht ahnt, dass er einen Sohn hat. Aber dann kommt doch alles anders:

Rosa hat einen Beinaheunfall mit einem angeschossenen Motorradfahrer und kurz darauf wird eine Kiterin ermordet.

Gemeinsam mit seinem Kollogen Schnepel ermittelt Rudi in alle Richtungen. Wer hat ein Motiv? Was verbindet die Toten?

Es ist der 6. Band mit Rosa, Henner und Rudi.. Irgendwie kommt aber das gemeinsame Ermitteln diesmal etwas zu kurz. Rudi leidet unter Liebeskummer und Rosa hat auch ein Auge auf einen Mann geworfen. Am Ende trägt aber doch wieder jeder seinen Teil zur Lösung des Falles bei.

Wie schon die vorherigen Romane der beiden Autoren, ist auch dieser leicht zu lesen. Es ist ein solider Küstenkrimi, bei dem man auch immer wieder schmunzeln kann. Mittlerweile kennt man schon den Charakter der meisten Romanfiguren und freut sich auch, diese wieder zu treffen. Henner ist mir diesmal etwas zu träge gewesen.

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Rezensionen von Claudia R:

Backes ermitteln wieder ...

Nur Rudi tanzte schräger von Dany R. Wood

Klappentext:

Autsch! Dorfpolizist Jupp wird von seiner Inge zum Tangokurs genötigt und beide schlittern in eine echte Katastrophe: Streit, Lügen und Blutergüsse vom Allerfeinsten. Und dann wird der feurige Tanzlehrer auch noch tot aufgefunden: Treppensturz. Voll die Sauerei!
Für Schnelldenker Jupp ist sofort klar, dass ein feinfüßiger Argentinier niemals über seine eigenen Quadratlatschen in den Tod stolpert.

Plötzlich steht die ganze Tanztruppe unter dem Verdacht, den Tangogott absichtlich geschubst zu haben. Aber wird man gleich zum Mörder, nur weil man keinen Rhythmus im Blut hat?
Während Jupp mit Inge tatkräftig ermittelt, schwebt Schwiegermutter Käthe als Geheimagentin und "Dancing-Queen-Mum" übers Parkett – jedem das Seine.
Bei diesem verzwickten Fall stößt Familie Backes nicht nur knie-, bein- und hüftmäßig an ihre Grenzen, sondern kommt auch mächtig ins Schwitzen. Das "Let’s dance"-Fieber ist ausgebrochen – Jupp ist fix und fertig!

Cover:

Das Cover wirkt bunt und schräg und macht auf sich aufmerksam. Mit einer glitzernden Discokugel, einer alten Kassette, auf der Omas Disco Mix steht und einer gediegenen großbemusterten weinroten Tapete ist dieses Cover ein richtiger Blickfang. Auch optisch passt es sehr gut zu den anderen Covern aus dieser Reihe.

Meinung:

Dies ist bereits der 3. Band dieser Tollen Reihe um das Ermittler-Trip rund um Jupp Backes. Auch ohne die vorherigen Bände zu kennen, kann man in dieses Abenteuer starten, aber mit macht es einfach mehr Spaß. Ich hatte den Vorgängerband gelesen und war daher sehr gespannt wie es mit Jupp, Inge und den anderen weiter geht.

Der Schreibstil ist einfach wieder herrlich locker, amüsant und auch sehr rasant. Es liest sich sehr angenehm und flüssig und man kommt sehr gut und schnell voran.

Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und sind durch nummeriert. Da es wieder sehr spannend und fesselnd geschrieben ist, möchte man die Kapitel gar nicht zum Pause einlegen nutzen, obwohl sie sich dafür sehr gut eignen.

Die Charaktere sind einfach wieder herrlich und sehr gelungen. Diese sind sehr gut ausgearbeitet und man merkt ihre Emotionen und auch ihren tollen kleinen Eigenheiten.

Jupp wird von seiner Frau Inge, dazu überredet an einem Tanzkurs teilzunehmen, das allein sorgt schon für so einige Erheiterung. Als dann noch der Tanzlehrer tot aufgefunden wird, geht das rasante ermitteln los und so ziemlich jeder ist verdächtig.

Vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle auch nicht mehr verraten, da ich sonst zu viel vorweg nehmen würde.

Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht mit zu ermitteln und den Backes dabei über die Schulter zu schauen, wie sie in dem Fall voran kommen. Es ist spannend und fesselnd. Bis zum ende, wusste ich nicht wer der Täter war und wurde damit sehr überrascht. Immer wieder tauchen neue Verdächtige auf, so dass es stets spannend bleibt. Dazu die sehr humorvolle und witzige Art durch Wortwitz und Situationskomik. Dies macht dieses Buch zu einem spannenden Leseerlebnis. Temporeich und rasant geht es voran und überrascht mit unvorhersehbaren Wendungen und Geschehnissen.

Fazit:

Eine toller temporeicher Krimi, mit der gewissen Portion Humor und Skurrilität, der durch tolle Charaktere und einer fesselnden Ermittlerarbeit überzeugt.

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Rezensionen von Manfred Fürst:

Lesbar, aber ohne Substanz

Nur Rudi tanzte schräger von Dany R. Wood

Jetzt ist es wieder so weit: Nach „Der Neid des Fremden“ (1988), „Der Fremde in deinem Leben“ (2019 eB), nun „Ich bin näher als du denkst“ (2020 eB).
Es ist wirklich ein vergnügliches leichtes Lesen, ein noch nicht ernst zu nehmendes, sprich anspruchsloses Geplausche und Geschreibsel über einen Menschen, nicht nur von Hybris geblendet und von inneren Dämonen gejagt, sondern der wirklichen Hilfe benötigt.

Ab in die Nervenheilanstalt zu den Koryphäen, die mit Läserstrahl im Gehirn umgehen können.
Absoluter GirlsTalk, vom Vernachlässigen bis zum Überfliegen. FENN, der arme Tropf plant seine „Karriere“ über die Sekretärin Sonia. Die Mädels tauschen Parfum, ach wie süß. (nochmal) Der arme Fenn - erste Absage und bereits von einem Hurrikan erfasst. Fenn sollte sein Gehirn an ein Anatomisches Institut "verkaufen" und dafür eine finanzielle Entschädigung für die Körperspende erhalten, ist er doch so klamm. Er ist ein Muster eines total Bekloppten. Doppelt gefährlich?
Es reiht sich eine langweilige Szene an die andere: Kind-Kind-Mutter-Vater-Geplapper. Das Hüpfen der Vögel ist deren Sprache, überaus originell und bewusstseinserweiternd. Trautes Heim nicht allein: Fenn und Sonia (Sony), noch unspektakulärer geht es nicht mehr (und das ist noch freundlich ausgedrückt). Caroline Graham wird es schwer haben, um den Ansprüchen einer Nachfolgerin von Agatha Christie gerecht zu werden. Manche Szenen haben Monty Python-Muster.
Greg, dass er von einem bestimmten Ufer kommt lässt sich an den Dialogen köstlich erahnen. „Orgiastische“ Szenen - Fenn und Sonia im Kamasutra.
Ganz im Gegensatz lesen sich Kapitel 7 und 8. Atemlose Spannung bei der Suche nach Sonia, die erschütternde Entdeckung und die Aktivitäten der Polizei. Man ahnt, weil man Fenn noch nicht gefunden hat, dass seine Polizeiuniform zum Einsatz kommen wird. Und das tut sie. Showdown mit Rosa und Fenn. Mit dem finalen Schuss löst sich die Spannung.
Caroline Graham entpuppt sich mit „Der Fremde in deinem Leben“ als eine Krimiautorin im typischen britischen Schreib- und Erzählstil; Mit DCI Barnaby mag sie zwar weltweit Erfolg haben, aber ich zappe immer über die Sendungen. Liebe Caroline, alles Gute zum 90er. Ich gehöre jetzt schon nicht mehr zu deinen Lesern.

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