Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Einfach unfassbar

Die Hölle war der Preis von Hera Lind

Nachdem ihre gute Freundin Eileen 1973 in den Westen „rüber gemacht“ ist, wissen Gesa Stein und ihr Mann Ed, sie wollen auch nicht länger in diesem Land ohne Meinungsfreiheit, ohne Reisefreiheit, unter Dauerbespitzelung leben. Sie wollen die Flucht wagen. Was leider schief geht. Gesa und Ed landen im Stasi-Gefängnis Berlin-Pankow…


Hera Lind erzählt hier eine Geschichte, die ganz nahe an der Realität liegt.

Gesa Stein hat ihr ihre Erinnerungen zur Verfügung gestellt. Herausgekommen ist ein Roman, den ich zwischendurch immer mal wieder zur Seite legen musste, um die Grausamkeiten, von denen hier berichtet wird, zu verarbeiten.

Gesas Lebensgeschichte beginnt in Rückblicken auf ihre Kindheit und Jugend, die sich sehr gut in die Gesamtgeschichte einpassen. Hier erklärt sich, warum sie zusammen mit ihrem Ehemann Ed unbedingt aus den Fängen dieses Regimes raus wollte. Als sie nach langen Entbehrungen endlich am Zenit ihrer Karriere als Tänzerin angekommen ist, wird sie genau so schnell zurückgeholt auf den Boden, um nur noch als Näherin von Ballettschuhen arbeiten zu können. Aber ihr Leben ist der Tanz und dort will sie wieder hin. Und zwar in der BRD.
Dieser Traum endet am 31.1.1974 am Kontrollpunkt Marienborn. Über das Stasi-Gefängnis Berlin-Pankow geht es zum Frauengefängnis Hoheneck, dann zum Stasi-Abschiebegefängnis Kaßberg. Am 11.8.1976 kommt sie zusammen mit ihrem Mann im Aufnahmelager Gießen an.

Klar, man hat immer mal wieder gehört, dass so ein Gefängnisaufenthalt kein Zuckerschlecken war. Aber es hier von einer Inhaftierten zu lesen, die dieses Martyrium zweieinhalb Jahre lang ertragen hat, das ist schon sehr krass. Es ist kaum zu glauben, zu welchen Gräueltaten, zu welchen Erniedrigungen die Wärter und Wärterinnen imstande waren. Und es ist unglaublich, zu lesen, was ein Mensch alles zu erdulden und zu erleiden imstande ist. Oft habe ich gedacht, dass es Gesa sehr zugute gekommen ist, dass sie bei ihrer Ausbildung zur Primaballerina immer wieder einen Satz ihrer Trainerin im Ohr hatte: „Hinter zusammenkneifen und durch“. Das hat sie durch manch schwer Situation gebracht, einiges leichter ertragen lassen. Andererseits ist es schön zu lesen, wie die kleinste Kleinigkeit Freude bereiten und Zuversicht erzeugen kann. Sie lernt hier sehr schnell mit dem Allerwenigsten zurecht zu kommen und zu überleben.

Ein fesselnder Roman, der mich noch mehr bewegt und erschüttert hat, weil ich immer vor Augen hatte, dass es sich um die Realität einer Frau in der DDR gehandelt hat. Ein Buch, das bei mir noch lange nachwirken wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von Ele:

Tod an Heiligabend

Der Schmetterling von Gabriella Ullberg Westin

Der Schmetterling, Skandinavien-Krimi von Gabriella Ullberg Westin, Ebook 293 Seiten, erschienen bei Harper Collins.
Ein typischer düsterer, grausamer Schwedenkrimi, atmosphärisch dicht.
Es ist am Heiligen Abend in Hudiksvall in Nordschweden, als die Ehefrau eines berühmten Fußballstars, vor den Augen ihrer Kinder, vom Weihnachtsmann getötet wird.

Johan Rokka, der ermittelnde Beamte, der nach über 20 Jahren in seine Heimat zurückgekehrt ist, übernimmt die Ermittlungen. Da es sich um die Frau seines alten Schulfreundes Mans handelt, muss er im Freundeskreis ermitteln. Kann es sein, dass er den Täter gut kennt?
Die einzelnen Kapitel sind mit Zeitangabe versehen, somit ist der zeitliche Rahmen übersichtlich gestaltet. Ein zweiter Erzählstrang, kursiv gedruckt und damit deutlich hervorgehoben, ist dazwischengeschoben, es handelt sich hier um die Tagebucheinträge des Opfers.
Der Erzählstil ist flüssig und sehr düster, die Spannung lässt im Mittelteil leider deutlich nach, und die Auflösung des Falls kommt überstürzt und zu plötzlich. Die Autorin hat den auktorialen Erzählstil gewählt. Die Handlungen der Charaktere und der Plot sind deshalb zu jederzeit nachvollziehbar.
Nachdem ich die Leseprobe des Buches kennengelernt habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Es klang vielversprechend und aufregend. Der Mittelteil jedoch zieht sich für meinen Geschmack, durch zu viele Nebenschauplätze, unerträglich in die Länge, die anfängliche Spannung lässt nach und die finale Lösung hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen, ich konnte das Buch während der Lektüre immer wieder aus der Hand legen, für meinen Geschmack einfach zu viel des Guten, da die Gründe für den Mord mit den falsch gelegten Spuren nichts zu tun hatten und nur Ratlosigkeit beim Leser auslöst z. B der Italientrip von Rokka. Die zahlreichen Figuren fand ich sehr verwirrend. Die Handelnden sind meist sympathisch und charakterlich gut angelegt. Der Protagonist, Kommissar Johan Rokka, natürlich mit einer Vorgeschichte und persönlichen Problemen, hat mir Freude gemacht, m. M. nach typisch für einen Skandinavien-Krimi. Hierbei werden Spuren für weitere Fortsetzungen gelegt, das Verschwinden von Fanny wird sich wohl wie ein roter Faden durch die Reihe ziehen. Die Kollegen bei der Polizei haben mir gefallen, Gründe warum ich einem weiteren Fall für Rokka, eine Change geben werde, auch um zu sehen wie sich die Charaktere weiterentwickeln. Insgesamt ist in dieser Krimi-Reihe noch Luft nach oben, deshalb von mir 3 von 5 möglichen Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ele

Rezensionen von Lesestern:

Ermutigung, Hoffnung und Zuversicht mitten im Alltag

Beginne jeden Tag wie ein neues Leben von Tomas Sjödin

Das neueste Buch von dem schwedischen Pastor und Autor Tomas Sjödin aus seiner Reihe Ruhe und Achtsamkeit mit dem Titel " Beginne jeden Tag wie ein neues Leben: von der Gewissheit, dass es hell wird " ist im März 2020 im SCM Verlag Brockhaus erschienen.
Es enthält wie seine bereits vorher erschienenen Bücher gesammelte Kolumnen, die Sjödin für eine schwedische Tageszeitung regelmäßig veröffentlicht.

Seine großen Themen sind Liebe, Zeit und Glaube, die in seinen Texten in Form von Erfahrungen, Erlebnissen und tiefen Weisheiten sich spiegeln.
Sjödin schreibt empathisch, sehr einfühlsam und ehrlich. Er berührt mit seinen Worten, seine Impulse sind kurz und angenehm zu lesen und vermitteln Hoffnung und Licht in dunklen Zeiten.
Selne Sichtweisen sind eingängig und wirken vertraut, andere sind neu, bewegen und regen zum nach- und weiterdenken an.
Neben aktuellen Formulierungen gibt es Begriffe, die auf Neuschöpfungen beruhen oder Worte enthalten, die nicht mehr zeitgemäß sind, aber unterstützend und sehr pointiert den Inhalt seiner Aussagen vermitteln.
Vieles enthält eine tiefe Wahrheit, die Sjödin behutsam und nachvollziehbar dem Leser offenbart.
Fazit:
Ein wunderbares und sehr schön gestaltetes Buch, in dessen Texte ich gerne eingetaucht bin.
Manches hat mich direkt angesprochen und manches muss ich noch wirken lassen.
Auf jeden Fall macht es mir große Freude darin zu lesen und seinen Gedanken nach zu spüren.
Deshalb werde ich es sicherlich noch oft in die Hand nehmen, sei es zur eigenen Lektüre oder um anderen daraus zu vorlesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesestern

Rezensionen von Bibliomarie:

Stella in Pelati

Beginne jeden Tag wie ein neues Leben von Tomas Sjödin

Stella, die temperamentvolle Italienerin fühlt sich eigentlich sehr wohl in ihrer neuen deutschen Heimat. Sie ist gerne Krankenschwester und das Ansehen und die Bezahlung in ihrem Beruf ist in Deutschland einfach besser. Wenn nur das verflixte Heimweh nicht wäre! Was liegt da näher, als sich ein kleines Feriendomizil in Norditalien zu kaufen, das nur ein paar Autostunden von ihrer süddeutschen Arbeitsstelle entfernt ist.

Natürlich gibt es in ihrer Preisklasse nur sehr renovierungsbedürfte Angebote, aber das schreckt sie nicht.
So ist sie nun in Pelati angekommen und genießt das Leben, die dicken Komplimente ihrer Landsleute, (so viel geschmeidiger als in Deutschland) und das Cafè, in dem so schon nach der ersten Bestellung zur Stammkundin wurde. Bekanntschaften hat sie schon eine Menge gemacht, natürlich an erster Stelle der fesche Maresciallo Michele Michelotte, der schon mal bei Strafzetteln ein Auge zudrückt und Marta, eine sympathische Frau aus dem Nachbardorf.
Doch eines Tages wird Martas Boot leer aufgefunden, sofort kommt die alte Sage der Seehexe im Dorf auf, die sich ein Opfer holte. Aber daran glaubt Stella nicht. Sie ist überzeugt, es war ein Verbrechen. Zusammen mit Michelotti und ihrer reichen Erfahrung in Kriminalfällen – sie ist eine eifrige Krimileserin – beginnt sie zu ermitteln.
Dieser Dorfkrimi hat Charme und eine liebenswerte Protagonistin. Ich bin nur zu gern ihren Ermittlungen gefolgt und wenn sie sich über die italienische Langsamkeit ärgert, weil sie inzwischen deutsche Effizienz schätzt, ärgert sich gleich darauf über uncharmante deutsche Männer und genießt die Aufmerksamkeit ihrer Landleute. Die Autorin kann auf diese Weise sehr witzig die üblichen Vorurteile einbauen und gleichzeitig entlarven. Ich habe mich wirklich an das Ufer eines oberitalienischen Sees versetzt gefühlt, die Atmosphäre ist einfach nur stimmig und sonnig. Der lockere Schreibstil der Autorin, der Wortwitz und das Temperament, das sie ihrer Hauptfigur mitgegeben hat, machen das Lesen zum reinen Vergnügen.
Es ist ein gelungener Sommerroman mit kriminalistischen Einschlägen und einer sehr überraschenden Auflösung.
Grade jetzt, wo wir alle in der Wohnung festsitzen und Reisepläne in weiter Ferne sind, war das Buch ein kleiner Lichtblick.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bibliomarie

Rezensionen von EdVanSchleck:

Ein schönes Buch mit sehr ernstem Hintergrund

Land unter bei Samuel von Weber Susanne

Samuel besitzt einen großen Flaggenatlas und findet die Flagge von Kiribati besonders schön. Allerdings dauert es nicht lange, bis er herausfinden muss, dass es das Land in Kürze wohl nicht mehr geben dürfte, denn es wird akut bedroht. Aber nicht etwa von feindlichen Nachbarländern, sondern vom Klimawandel.

Damit das Land, die Bewohner und natürlich auch deren wunderschöne Flagge noch lange weiter existieren können begibt sich Samuel auf die Mission Kiribati zu retten.

"Land unter bei Samuel" ist ein Kinderbuch, das einem sehr ernsten Hintergrund besitzt. Erstaunt war ich als ich herausfand, dass Kiribati ein tatsächlich existenter Inselstaat ist. Geschockt war ich dann, als ich lesen musste, dass davon auszugehen ist, dass das bereits 2050(!) ein Großteil der Inseln nicht mehr bewohnbar sein wird und spätestens 2070 dann komplett überschwemmt sein wird!!

Durch das Buch wird schon den Jüngsten vermittelt, wie wichtig Klimaschutz ist und dass globale Erwärmung nicht einfach nur bedeutet, dass es im Sommer etwas wärmer und im Winter weniger kalt ist. Ich finde die Umsetzung dieses ernsten Themas auf so eine kindgerechte Art und Weise sehr gut und ich hoffe dass Samuel es gelingt einen Plan zur Rettung von Kiribati zu finden, damit wir uns noch lange an der wunderschönen Flagge Kiribatis erfreuen können.

- by Valid_username

im Shop ansehen weitere Rezensionen von EdVanSchleck

Rezensionen von Almuth-Rexer@web.de:

Gute Idee - unglaubwürdiges Ende

Das Dorf der toten Seelen von Camilla Sten

In dem kleinen und abgelegenen Grubenort Silvertjärn im Wald von Norrland verschwanden vor 60 Jahren urplötzlich alle Bewohner. Zurück blieb nur ein Baby. In den Häusern der Dorfbewohner deutete nichts auf eine Flucht oder einen Umzug hin.
Alice Lindstedt, die gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen hat, möchte über diesen mysteriösen Ort einen Dokumentarfilm drehen.

Da ihre eigene Großmutter in dem Dorf gelebt hatte, aber kurz vor dem geheimnisvollen Verschwinden der Dorfbewohner weggezogen war, spürt Alice eine besondere Beziehung zu diesem Ort. Auch die Eltern und die jüngere Schwester ihrer Großmutter sind seit damals spurlos verschwunden.
Mit ihrem Team macht sie sich auf den schon abenteuerlichen Weg ins Dorf. Dort herrscht eine merkwürdige Atmosphäre, als ob der verlassene Ort nicht wirklich verlassen wäre.
Durch zunächst kleine, scheinbar zufällige Ereignisse wird das Gespenstische in dem Dorf immer raumgreifender. Nach und nach geschehen weitere seltsame Ereignisse, die darauf hindeuten, dass die Anwesenheit des Filmteams im Dorf nicht erwünscht ist. So hören sie Geräusche und fremde Stimmen in den Walkie Talkies usw. Spannend ist dies allerdings auch dadurch, dass Alice selbst eine Zeit lang mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Auch innerhalb des Teams gibt es alte Konflikte und Spannungen, sodass man nie genau weiß, wer oder was für die merkwürdigen Geschehnisse verantwortlich ist. Als das erste Teammitglied spurlos verschwindet und kurz darauf ein weiteres Teammitglied stirbt, geht es für alle nur noch ums Überleben.
Interessant sind die Einschübe aus der Vergangenheit, in denen Alices Urgroßmutter in Briefen an ihre fortgezogene Tochter über die Entwicklungen im alten Silvertjärn berichtet und sich so nach und nach ein Gesamtbild ergibt.
Dreiviertel der Lektüre haben mich angenehm gruselnd unterhalten. Der Schluss allerdings konnte mich überhaupt nicht überzeugen und war in meinen Augen überkonstruiert und völlig unglaubwürdig.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Almuth-Rexer@web.de

Rezensionen von EdVanSchleck:

Erdgeschichte mal anders

Einfach alles! von Lloyd Christopher

"Einfach alles!" ist ein Sachbuch, welches sich quer durch die Erdgeschichte hangelt. Auf den ersten Blick hätte ich erwartet, dass es sich um eine Art Lexikon handelt, in dem einfach alles ein wenig beschrieben wird. Das trifft hier allerdings nicht zu. Wie dem Untertitel, "Die GESCHICHTE der ERDE, ….

" eindeutig entnommen werden kann, handelt es sich hierbei tatsächlich um ein Geschichtsbuch.

Wie der Autor auch schon zu Beginn schreibt, umfasst das Buch nicht absolut alles (das ist schlichtweg unmöglich), aber es gibt einen sehr schönen Abriss über die wichtigsten Themen der Erdgeschichte und thematisiert somit alles ein wenig. Wird allerdings bedacht, dass in diesem Buch die geschichtlichen Ereignisse von gut 13,8 Milliarden Jahren Erdgeschichte zusammengefasst werden, finde ich die Seitenzahl mit ca. 350 Seiten relativ gering. Was mich dann noch erstaunt hat war, dass zu den einzelnen Themen nicht nur ein paar einzelne Fakten geliefert werden, um die Informationsdichte zu maximieren, sondern, dass die Themen im Fließtext und mit relativ viel Hintergrundinformationen behandelt werden.

Verschiedene Illustrationen und kleine Infoboxen mit Interessanten Fakten ergänzen die Erläuterungen sinnvoll und lockern die Themen auf. Somit kommt zu keiner Zeit das Gefühl auf, ein staubiges Geschichtsbuch in den Händen zu halten.

Ein Sachbuch über die komplette Erdgeschichte zu verfassen, das nicht nur die Kerninformationen, sondern auch ein wenig Tiefe rund um das Thema darbietet ist eine sehr ehrgeizige Aufgabe. Diese hat der Autor aber sehr gut gemeistert. Trotz der begrenzten Seitenzahl finde ich die Auswahl der Themen sehr gelungen. Ich persönlich habe keine Themen vermisst und finde dieses Buch durchaus unterhaltsam und lehrreich.

- by Valid_username

im Shop ansehen weitere Rezensionen von EdVanSchleck

Rezensionen von Lesemama:

Spannendes Steampunkabenteuer

Das Wolkenschiff – Aufbruch nach Südpolaris (Das Wolkenschiff 1) von Vashti Hardy

Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:

Arthur und Marie Brightstorm sind die Kinder des erfolgreichen Forschers und Entdeckers Ernest. Als dieser von einer Expedition nicht zurückkommt, müssen die Kinder in ein Waisenhaus, denn ihr Vater soll gelogen und betrogen haben.
Als die waghalsige Forscherin Harriet Culpfeffer zu einer Expediton in das gleiche Gebiet aufbricht, in dem Ernest verschollen ist, schließen sich Arthur und Marie der Expedition an.

So hoffen sie eine Spur von ihrem Vater zu finden.
Eine sehr abenteuerliche Reise beginnt ...

Meine Meinung:

Mich sprach das Cover und der Klappentext sofort an, ich mag auch Steampunk, die Ideen die dahinterstecken finde ich immer ganz großartig. Auch dieses mal wurde viel "experimentiert", oder kennt jemand Pechharz als Brennstoff.
Die Geschichte ist spannend und abenteuerlich, dadurch dass die Zwillinge ein Junge und ein Mädchen sind, fühlen sich auch alle Kinder angesprochen.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, die Beschreibungen der Landschaft, der Maschinen und der Menschen ist gut gelungen. Allerdings hat die Geschichte auch einige Grausamkeiten auf Lager, vor allem in Form von Eudora Vane, der Gegnerin von Ernest und auch von Harriet und den Kindern.
Zwar hat es am Schluss ein fast gutes Ende, dennoch fand ich es moralisch bedenklich dass Eudora mit ihren doch nachweislichen Morden durchkam.
Ein Buch, welches nicht gerade für zartbesaitete LeserInnen geeignet ist. Man sollte schon einiges ertragen können.

Am Ende reichte es dennoch für 4,5 Sterne, da ich es durchaus sehr Lesenswert finde. Ein Buch für jedes Geschlecht und auch für ältere Leser. Sehr empfehlenswert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesemama

Rezensionen von nanu?!:

Keine Handlung

Love factually von Penny Reid

"Love factually" ist der erste Band einer neuen Reihe namens "Knitting in the City" von Penny Reid.

Überzeugen konnte mich das Buch leider nicht, dabei gefiel es mir am Anfang recht gut. Vor allem wegen der Hauptfigur Janie die ich sehr erfrischend fand mit ihrer verrückten Art.

Immer wenn Janie nervös wird, haut sie ihrem Gegenüber all ihr triviales Wissen über ein beliebiges Thema um die Ohren. Da Quinn - die zweite Hauptfigur und der Hauptgrund für Janies Unsicherheit - ständig in Janies Nähe sein möchte, ist sie auch ständig nervös und plappert deshalb ohne Punkt und Komma das aus, was ihr gerade durch den Kopf geht. Dadurch entstehen lustige Dialoge die mich anfangs wirklich unterhalten haben.
Das mochte ich sehr an Janie, aber irgendwann wird klar das sie ansonsten ziemlich langweilig ist. Eigentlich ist sie ein kleines Mäuschen ohne Selbstvertrauen. Ein Mäuschen das nichts kapiert, selbst das offensichtlichste nicht. Und sie nimmt alles hin ohne nachzufragen.

Da nur aus Janies Sicht erzählt wird, bleibt Quinn relativ blass. Nie weiß man was er denkt, warum er tut was er tut, warum er so ein machohaftes Gehabe an den Tag legt. Die halbe Zeit zieht er Janie am Arm durch die Gegend, oder er führt sie umher indem er ihr seine Hand auf den Rücken legt und durch die Landschaft lenkt wie ein Pferd. Er ist bestimmend und besitzergreifend. Und Janie lässt alles mit sich machen ohne Fragen zu stellen. Noch nicht einmal im Restaurant darf sie selbst aussuchen was sie essen möchte.
Janie hat nichts besseres zu tun als alle drei Seiten zu erröten oder sich die Lippen zu lecken. Dafür neigt Quinn alle fünf Seiten fragend den Kopf zur Seite.

Nervige Hauptfiguren habe ich schon oft gehabt in Büchern, das ist auch nicht schlimm wenn die Handlung wenigstens stimmt. Nur leider ist in "Love factually" kaum Handlung vorhanden. Es passiert fast nichts. Meistens geht es darum wie heiß Quinn ist und wie Janie mit sich hadert. Sie möchte ihm gerne vertrauen, kann es aber durch Gründen nicht. Nur am Ende gibt es eine spannende Szene die aber leider auch wieder viel zu schnell aufgelöst wird. Es gibt unheimlich viele Längen in dem Buch, weil seitenlang einfach nichts passiert. Janies ewige Monologe nerven auch irgendwann nur noch. Die 460 Seiten sind mit Nichts künstlich aufgeblasen worden. Halb so viele Seiten hätten vielleicht einen interessanten Roman abgegeben.

Janies beste Freundinnen, die Strickgruppe die sich jede Woche trifft, hat mir allerdings sehr gut gefallen. Die Freundinnen waren lustig und lockerten den ansonsten ziemlich langweiligen Roman etwas auf.

Einen Punkt vergebe ich für den guten Anfang, und einen Punkt gibt es für die Szenen mit der Strickgruppe. Der Rest war leider sehr langweilig.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nanu?!

Rezensionen von Sabine M:

Alles ist anders

Miracle Creek von Angie Kim

Auch wenn das Jahr noch jung ist, kann ich eines mit Bestimmtheit sagen. Angie Kims Debütroman "Miracle Creek" wird eines meiner diesjährigen Lesehighlights sein.

Der Plot ist schnell erzählt. Eine koreanische Einwanderfamilie betreibt im verschlafenen Dorf Miracle Creek eine HBO-Anlage.

Diese Überdruckkammer wird zur Therapie u.a. bei Autismus eingesetzt. Eines Tages passiert dort ein folgenschweres Unglück. Durch einen Brand explodiert ein Sauerstofftank. Zwei Menschen sterben. Elizabeth, die Mutter des achtjährigen Henry, eines der Opfer, wird angeklagt, den Brand absichtlich gelegt zu haben.

Ich kann es eigentlich gar nicht richtig fassen, nicht benennen, warum mich dieser Roman so fasziniert.

Der Schreibstil der koreanischstämmigen Autorin ist sehr vielschichtig. Nüchtern, prägnant, einprägsam. Aber dann doch wieder fast poetisch und leicht. Man liest und ist schnell gefangen, will nicht mehr aufhören. Der permanente Perspektivenwechsel tut sein übriges. Jeder Abschnitt wird von einem der Protagonisten erzählt. Dabei schildert jede/r seine ganz eigene Sicht auf das Erlebte. Kleine und größere Lügen kommen zum Vorschein. Jeder hat seine eigenen Wahrheiten. Jeder hat einen Grund für seine Entscheidungen und bringt dadurch das Fass zum überlaufen. Es ist wie bei einem Dominoeffekt, einmal losgetreten, kann man es nicht mehr stoppen.

Das Buch hat so viele Facetten, dass man es nur schlecht einordnen kann. Eins ist es auf jeden Fall. Eine interessant, spannende Milieustudie, wie sie nur ein Einwanderland, wie Amerika, hervorbringen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sabine M