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Rezensionen von bookloving:

Herausforderndes Romandebüt

Je tiefer das Wasser von Katya Apekina

Mit „Je tiefer das Wasser” ist der Autorin Katya Apekina, die in Moskau geboren wurde und im Alter von drei Jahren mit ihrer Familie in die USA übersiedelte, ein bemerkenswertes Romandebüt gelungen, das einen mit seiner Intensität unter die Haut geht und lange Zeit nicht mehr loslässt.
Im Mittelpunkt ihres erschütternden Familiendramas steht das Schicksal der beiden Schwestern Mae und Edith.

Schon bald kann man sich der enormen Sogwirkung dieser dramatischen, verwirrenden Erzählung nicht mehr entziehen und ist gefesselt von der eindringlichen, beklemmend-düsteren Stimmung. Mit immer neuen Einblicken in das Leben einer dysfunktionalen Familie wird man unweigerlich von einem fatalen Strudel an Emotionen und Obsessionen immer mehr in die Tiefe gezogen und wird mit den Abgründen der menschlichen Psyche konfrontiert.
In oftmals recht kurzen Kapiteln werden die Geschehnisse abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Hauptfiguren Mae und Edith erzählt. Geschickt präsentiert die Autorin die beiden Sichten in unterschiedlichen Erzählformen und verleiht den beiden Schwestern dadurch sehr individuelle, unverwechselbare Stimmen. Maes Perspektive ist rückblickend in der Vergangenheitsform verfasst und enthält gelegentliche Bezüge zur Gegenwart, während Edies Sicht in der Gegenwartsform ist. Zudem sind gelegentlich Perspektiven weiterer Nebenfiguren aus dem näheren Umfeld der Familie wie beispielsweise ihr Vater Dennis, ihre Tante Diana oder die neue Freundin ihres Vaters Amanda, eingeschoben, die die Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel beleuchten und völlig andere Einblicke liefern. Daneben finden sich auch noch einige Ausschnitte aus Briefen, Tagebüchern, Telefonaten, Interviews und psychiatrischen Notizen.
Sehr anschaulich hat Apekina die Seelenzustände der beiden sehr unterschiedlichen Geschwister und ihre vielschichtigen, ambivalenten Charaktere in teilweise sehr drastischen Szenen herausgearbeitet. Während die 16-jährige Edie sich für die psychisch kranke Mutter verantwortlich fühlt, sie aus der Psychiatrie retten möchte und auf Konfrontation zum Vater geht, sucht die 2 Jahre jüngere Mae die Aufmerksamkeit des Vaters und ist froh dem unerträglichen Alltag mit der labilen Mutter entkommen zu sein. Allmählich beginnt sie immer mehr in die Rolle ihrer Mutter zu schlüpfen, und die Grenzen zu ihrem eigenen Selbst scheinen sich in beängstigender Weise aufzulösen. Äußerst instabile Persönlichkeiten lernen wir kennen, die von den Schatten der Vergangenheit gezeichnet und mehr oder weniger stark geschädigt sind. Nahezu jeder Charakter hat mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen, versucht der Spirale aus Zweifeln, Wut, Trauer, Schuldzuweisungen, Egozentrik, Selbstbetrug und seelischen Verletzungen zu entkommen, seine Impulse zu verstehen und sich schließlich neu zu definieren. Die Autorin zeichnet das verstörende Bild einer ungesunden, selbstzerstörerischen Familiendynamik, aus der keiner der Betroffenen unbeschädigt entkommen kann.
Sehr versiert erzählt die Autorin ihre chaotisch und unstrukturiert wirkende Geschichte in verschiedenen, nicht stringenten Episoden, die dennoch Bezug aufeinander nehmen und gekonnt ineinanderfließen. Allmählich fügen sich immer mehr Fragmente aus einem vielfältigen Stimmengewirr zusammen, die die Geschehnisse aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchten und sehr individuelle Wahrnehmungen widerspiegeln. Jede Figur erzählt eine eigene Version der Geschichte und hat sich ihre ganz persönliche Wahrheit zusammengefügt.
Ungemein fesselnd aber auch eine große Herausforderung ist es für uns Leser, die Hintergründe und Ereignisse aus einer verwirrenden Mischung von Vermutungen und bruchstückhaften Details allmählich selbst zu einem eigenen Gesamtbild zusammen zusetzen. Wie im wirklichen Leben wird man bei diesem Roman die absolute Wahrheit nicht finden und muss sich damit abfinden, dass Widersprüche und einige Geschehnisse ungeklärt bleiben. So sind schließlich viele Deutungen der Fantasie der Leser überlassen.
Äußerst passend zu ihrer Geschichte um die zwei Schwestern beendet die Autorin ihren Roman mit einem offenen, aber stimmigen Ausklang.

FAZIT
Ein intensives, bewegendes Romandebüt mit einer verstörenden, sehr faszinierenden Geschichte, die den Leser auf ganzer Linie herausfordert.

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Rezensionen von bookloving:

GROSSARTIGER HISTORISCHER ROMAN

Raffael - Das Lächeln der Madonna von Martin Noah

Mit seinem großartigen Debüt „Raffael - Das Lächeln der Madonna“ hat der deutsche Autor und Kunsthistoriker Noah Martin einen lehrreichen und äußerst fesselnden historischen Roman über Raffael Sanzio, einen der bedeutendsten Maler der Renaissance, vorgelegt, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 500.

Mal jährt. Mit einer interessanten Mischung aus packendem Abenteuerroman, tragischer Liebesgeschichte und anschaulicher Vermittlung von kunsthistorischen Details und geschichtlichen Fakten ist Noah Martin ein opulentes, überaus überzeugendes Epos gelungen, das Fans von anspruchsvollen, historischen Romanen begeistern wird.
Gekonnt entführt uns Martin in seiner packenden und wendungsreichen Geschichte ins Italien zur Zeit der Renaissance. Es ist eine kulturhistorisch äußerst faszinierende Epoche in der einzigartige Kunstwerke, grandiose Bauwerke und bedeutende Gemälde geschaffen wurden, die noch heute zu den bedeutendsten Werken der Menschheit zählen. Mühelos tauchen wir dank des wort- und bildgewaltigen Schreibstils in die atemberaubende Kulisse des reichen Oberitaliens mit seinen unzähligen Stadtstaaten und Provinzen ein und erleben eine schillernde, bewegte Zeit voller Intrigen, Korruption, Mordkomplotte und grausamer Eroberungskriege.
Im Mittelpunkt des Romans steht das kurze, aber ereignisreiche Leben, die künstlerische Entwicklung und das überaus produktive Schaffen des jungen Raffael Sanzios (1483-1520), einem wahren Universalgenie und bedeutendsten Meister der Hochrenaissance, und natürlich auch die verwickelte, tragische Geschichte über seine heimliche Liebe zur hübschen Bäckerin Margherita Lutti aus Siena. In einem weiteren Handlungsstrang begleiten wir den jungen Daniele, einen Freund Raffaels aus Urbino, während seiner klerikalen Laufbahn in Rom und haben Anteil an seinen aufreibenden Erlebnissen als Schreiber des umtriebigen Monsignore Bernardo Dovizi im Vatikan.
Äußerst detailverliebt und opulent hat Martin seine Handlung mit zahlreichen faszinierenden Hintergrundgeschichten angelegt und die fesselnde Lebens- und Liebesgeschichte Raffaels darin eingebettet. Im Laufe der vielschichtig angelegten Handlung begegnen wir etlichen bekannten historischen Persönlichkeiten. Glücklicherweise ist dem Roman mit dem “Dramatis personae“ ein äußerst umfangreiches Personenverzeichnis vorangestellt, so dass man stets den Überblick über die äußerst zahlreichen fiktiven Figuren sowie die historisch verbürgten Persönlichkeiten behält. Die etwas verwirrende Anzahl der Charaktere lässt sich jedoch nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten sehr gut zuordnen. Zur besseren Einordnung und Orientierung findet sich auf den Vorsatzblätter zudem eine hübsche, farbig illustrierte Landkarte von Italien anno 1500, in die neben der Kennzeichnung der unterschiedlichen Herrschaftsgebiete auch die wichtigsten Schauplätze der Geschichte eingezeichnet sind.
Ob nun die brutalen Schlachtszenen von Cesare Borgias Kriegszügen, Szenen aus dem Alltag hinter den Mauern des Vatikans mit intriganten Kardinälen und dem machtbesessenen, skrupellosen Papst Alexander VI. oder Raffaels Erlebnisse während seines rastlosen Schaffens und seine Begegnungen mit den berühmten Künstlern Michelangelo oder Leonardo da Vinci – Martin ist es hervorragend gelungen, ein facettenreiches Sittengemälde jener Zeit zu zeichnen. Gekonnte bringt er uns auch die damaligen Zustände in den Städten, die Alltagsprobleme der einfachen Bevölkerung sowie die hochkomplexe politische Lage nahe.
Hervorragend hat der Autor die sorgfältig recherchierten historischen Details zu den gesellschaftlichen, kunsthistorischen und politischen Hintergründen der damaligen Zeit mit seiner interessant inszenierten und sehr spannenden fiktiven Geschichte verwoben, die mit ihren zahlreichen Erzählsträngen und häufigen Szenenwechseln für viel Abwechslung sorgt. Wie der Autor in seinem sehr interessanten Nachwort erläutert, hat er sich bemüht der belegten Historie in seinem Roman gerecht zu werden, geht aber auch darauf ein, dass er sich natürlich einige künstlerische Freiheiten genommen und historische Fakten verändert hat.
Die detaillierten, lebendigen Beschreibungen der zahlreichen, vielschichtig ausgearbeiteten Charaktere und Schauplätze wirken äußerst authentisch und facettenreich, so dass man sich als Leser alles sehr plastisch vorstellen und mühelos in die damalige Zeit eintauchen kann. Der lebendige und sehr ausdrucksvolle Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen, wobei für meinen Geschmack einige Dialogen sprachlich allerdings etwas zu modern geraten sind.
Äußerst lehrreich sind auch viele Passagen, in denen auf die Herstellung der damals verwendeten Farbpigmente, seinen Entwurfsmethoden und speziellen Vorbereitungsprozesse bei seinen Gemälden und Fresken eingegangen wird. Sehr ausführlich und anschaulich erläutert Martin Raffaels besondere künstlerische Stilmittel beispielsweise bezüglich Komposition, Lichtwirkung oder Anatomie sowie seine interessanten Studien zur Perspektive. Trotz seiner recht kurzen Schaffensphase hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das wir auch heute noch als beeindruckende Altar- und Madonnenbilder, prächtigen Gemälden sowie den grandiosen Ausmalungen der Stanzen im Vatikan bewundern können.
Dieser Roman hat mich auf jeden Fall neugierig auf die Arbeiten dieses außergewöhnlich talentierten Künstlers aus der Renaissance gemacht und ist zugleich eine wundervolle Liebeserklärung an Raffael und sein Schaffen.
FAZIT
Ein beeindruckender, fesselnder historischer Roman zu Zeiten der italienischen Renaissance – opulent, mitreißend erzählt, hervorragend recherchiert, und äußerst lehrreich. Ein großartiges, sehr lesenswertes Debüt!

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Rezensionen von Minigini:

Eine Geschichte über Freundschaft

Wie ein Leuchten in tiefer Nacht von Jojo Moyes

Wieder einmal hat die Autorin bewiesen, dass keines ihrer Bücher dem anderen gleicht. Jedes ist für sich wunderschön.

In dieser Geschichte geht es um die Engländerin Alice, die versucht, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beginnt sie für die Satteltaschenbücherei zu arbeiten und findet dort Freundinnen.

Sechs Frauen, mit unterschiedlichen Schicksalen bekommen dort eine neue Aufgabe und bringen mehr als nur Bücher in die Berge.

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Rezensionen von Dreamer:

Die Geschichte geht ans Herz

Die Geheimnisse meiner Mutter von Jessie Burton

Wie geht man damit um, wenn einen die eigene Mutter als Baby verlassen hat und man nicht einmal weiß, warum? Das ist irgendwie die zentrale Frage, die in "Die Geheimnisse meiner Mutter" thematisiert wird.

Die beiden Protagonisten der Geschichte sind Elise (die Mutter) und Rose (die Tochter).

Die Kapitel, in denen beide vorkommen, sind zwar relativ wenige, aber das heißt nicht, dass die Geschichte der einen nichts mit der der anderen zu tun hat. Mir jedenfalls hat die Geschichte beim Lesen fast das Herz gebrochen.

Da ist zum einen Elise, die irgendwie so dahintreibt, hin- und hergerissen zwischen Neid, Missgunst, der Angst, verlassen zu werden und impulsiven Reaktionen. Und da ist Rose, die sich in einem Leben eingerichtet hat, dass sie nicht besonders glücklich macht, aber das sie wenigstens gewohnt ist. Bis sie durch ihren Vater erfährt, dass der letzte Mensch, der ihre Mutter wohl gesehen hat, bevor diese verschwand, die Schriftstellerin Constance Holden war. Und so macht sich Rose erst einmal auf die Suche nach Constance, in der Hoffnung, dass diese ihr die Geheimnisse rund um das Verschwinden ihrer Mutter eröffnen kann.

Meine Meinung

Die Geschichte ist definitiv komplex. Erst im Nachhinein ist mir aufgegangen, wie unterschiedlich die einzelnen Personen dargestellt werden, je nachdem, in welcher Zeitenebene man als Leser den einzelnen Personen begegnet. So war mir Matt in der Zeitlinie von Elise zuerst nicht sonderlich sympathisch, mit der Zeit aber bin ich mit ihm warm geworden. Elise war für mich von Anfang an eine schwierige Persönlichkeit - ihr Verhalten war zum Teil gedankenlos, zum Teil auch einfach mit unrealistischen Erwartungen verbunden, manchmal beinahe grausam. Rose hingegen ist meiner Meinung nach innerhalb der Geschichte gewachsen, an ihren Herausforderungen, an tragischen Entscheidungen, an der Auseinandersetzung mit Fragen zu ihrem eigenen Leben.

Auch wenn das Cover den Leser vielleicht eher an ein Schwimmbad oder den Strand denken lässt und diese Assoziation definitiv mit der Geschichte zu tun hat, handelt es sich hier nicht um leichte Sommerlektüre - sondern um eine Geschichte, die nachdenklich macht und zu weiten Teilen einen melancholischen Ton anschlägt. Sie ist großartig erzählt, reißt einen mit und fesselt bis zum Ende. Daher vergebe ich auch fünf von fünf Sternen und empfehle das Buch gerne weiter!

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Rezensionen von Tara:

Ein ganz besonderes Buch – motivierend & inspirierend

Weil jeder Tag besonders ist von Biyon Kattilathu

„Weil jeder Tag besonders ist“ ist ein ungewöhnliches Tagebuch des Motivationstrainers Biyon Kattilathu, was mir durch seine Gestaltung schon optisch ausgesprochen gut gefallen hat.

Das Buch begleitet einen durch den Tag, stellt Fragen, die zum Nachdenken anregen und die dafür sorgen, dass man kurz pausiert und sich auf das Wesentliche konzentriert.

Dafür ist nicht viel Zeit erforderlich, laut Autor jeweils 2 Minuten morgens und abends.

Durch die insgesamt sechs Fragen am Tag werden die Gedanken auf die positiven Momente des Tages gelenkt und die Wahrnehmung auf die schönen und motivierenden Aspekte im Leben gestärkt. Um diese festzuhalten gibt es unter den Fragen jeweils eine Leerzeile für eigene Notizen.

Das Buch begleitet einen sechs Monate. Neben den Fragen gibt es motivierende Sprüche, Zitate, Geschichten zum Thema Glück und Mandelas zum Ausmalen.

Die Inhalte dieses Buches sind nicht wirklich neu, aber die Aufbereitung ist einfach rundum gut gelungen, so dass man ohne großen Aufwand Motivation und Inspiration finden kann.

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Rezensionen von marsu:

Allein

Weil jeder Tag besonders ist von Biyon Kattilathu

Oje, gefangen auf einer einsamen Insel, das ist an sich ja schon schlimm genug, aber dann auch noch eingeschlossen in einem Raum. Wie kommt man hier nur wieder raus? Da hilft nur, sich auf das Rätselabenteuer einzulassen. Zwei tolle Rätselaufgaben erwarten euch hier - am meisten Spaß macht es natürlich, wenn man gemeinsam knobelt, bastelt, schneidet, klebt etc.

Die Spielanleitung enthält alle wesentlichen Punkte und ist gut verständlich, fällt auch nicht zu lang aus, so dass sie eh nicht gelesen wird. Aber bevor man die Erklärungen lesen kann, muss man die Seite auftrennen, wenn man sich denn traut. Und so wird die erste Spannung aufgebaut. Und damit nicht allzu großer Frust aufkommt, wenn man doch mal scheitern sollte, gibt es am Ende die Lösungen - aber auch die sind verschlossen. Auf der letzten Seite gibt es noch eine Auswertung, wie gut man abgeschnitten hat (je nachdem, wie oft man sich Hilfe geholt hat). Die Textmenge ist passend, auf den Seiten gibt es immer wieder tolle Zeichnungen.

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Rezensionen von marsu:

Helden

Young Rebels von Benjamin Knödler; Christine Knödler

Das Buch beginnt mit Louis Braille, dem Erfinder der Blindenschrift. Weitere vorgestellte Personen sind zum Beispiel Amika George, eine Frauenrechts-Aktivistin oder der australische Poetry-Slammer Solli Raphael, der für soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz slammt und mit 12 Jahren den australischen Poetry Slam Preis gewann.

Am Ende des Buches gibt es ein kurzes Glossar, das einige Begriffe erläutert, die im Buch auftauchen. Im Hinblick auf die jugendliche Leserschaft hätte ich mir da manch einen Begriff mehr gewünscht. Gut finde ich, dass es im Anhang ein Quellenverzeichnis gibt. Für jede der vorgestellten Personen gibt es eine Zeichnung, dann einen biographischen Text, eingebunden sind Zitate und farblich abgesetzt immer noch einen informativen Kurztext. Vor der nächsten vorgestellten Person eine Seite mit einem sich wiederholenden passenden Symbol, das das Buch gut auflockert. Sehr informativ, interessant geschrieben, zum Blättern oder auch von vorne bis hinten Durchlesen, immer wieder Hervorholen, zum Staunen, zur Erkenntniserweitern und einige Artikel sicherlich auch zum Nachmachen anregend.

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Rezensionen von BarbaraM:

Ein wunderbares Buch über die Geschichte Tibets und zweier tibetischer Freunde

Der Kaufmann und der Rinpoche von Aljoscha Long; Ronald Schweppe

„Der Kaufmann und der Rinpoche: Leben, Sterben und Dazwischen“ von Aljoscha Long und Ronald Schweppe verfasst ist 2020 im Diederichs Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten.

Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass es sich hier um ein wirklich sehr lesenswertes, tiefsinniges und berührendes Buch handelt, das ich schon jetzt zu meinen persönlichen Highlights 2020 wähle.

Dorjee Wanchuck und Sonam Tsering sind seit Kindesbeinen an wirkliche Freunde. Zwar haben sie sich immer einmal wieder aus den Augen verloren, aber niemals aus dem Herzen. Dorjee und Sonam sind ganz unterschiedliche Wege in ihrem Leben gegangen. Dorjee strebte nach Macht und Geld und wurde letztendlich ein wohlhabender tibetischer Kaufmann und Sonam entschied sich für den Weg eines tibetischen, buddhistischen Mönches und ein Leben im Kloster. Als der Kaufmann im Sterben liegt, bittet er seinen Freund um die Lesung des Tibetischen Totenbuches, den Bardo Thödol. Sonam erfüllt seinem Freund diesen letzten Wunsch und begleitet ihn auf seinem Weg durch die Zwischenwelt, den Bardo. Auch hier erweisen sich beide als tief verbundene Freunde. Eingebettet ist diese wunderbare Freundschaftsgeschichte in die historische Geschichte Tibets.

Aljoscha Long und Ronald Schweppe haben in ihrem Buch einen tollen Schreibstil gefunden: flüssig, locker, leicht, unterhaltsam, tiefsinnig, berührend… Ach, ich mag gar nicht aufhören, davon zu schwärmen, denn der Schreibstil hat mir einfach so sehr zugesagt und ich habe die ganze Geschichte einfach sehr genossen. Die Autoren haben es von der ersten Seite an geschafft, dass ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen wollte, ich war einfach so sehr in der Welt von Sonam und Dorjee gefangen und es hat mich wirklich tief berührt. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in die beiden gegnsätzlichen Protagonisten hineinversetzen.
Man merkt, dass Aljoscha Long und Ronald Schweppe viel Herzblut in ihr Buch gesteckt haben und jedes Wort sehr bewusst und voller Gefühl und dem nötigen Wissen geschrieben haben.
Ich habe durch dieses Buch viel über den Buddhismus erfahren und auch über die Geschichte Tibets. Dies hat mich sehr bereichert und dieses Buch wird sicherlich noch lange in mir nachwirken.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich wunderbar unterhalten, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und ich weiß nun ein bisschen mehr über die Grundgedanken des Buddhismus und die Geschichte Tibets.
Ein toller Roman, ein wunderbares Leseerlebnis. Vielen lieben Dank hierfür!

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Rezensionen von dorli:

Ein Krimihighlight!

Das Haus am Moor von Heike Denzau

Hauptkommissarin Lyn Harms kehrt nach einem Jahr Elternzeit an ihren Arbeitsplatz bei der Kripo Itzehoe zurück und bekommt es gleich an ihrem ersten Arbeitstag mit einem dramatischen Fall zu tun – das spanische Au-pair-Mädchen der Familie Fahrenkrug wurde bei dem Versuch, die Entführung des 11-jährigen Theo zu verhindern, erstochen…

Jana Roffler und ihre Freundin Neele Haack sind aus einem Kieler Kinderheim ausgebüxt.

Die 14-jährigen Mädchen sind auf dem Weg ins Herrenmoor, wo ihnen das ehemalige Häuschen von Janas Uropa als Unterschlupf dienen soll. Was die beiden nicht ahnen - die abgelegene Kate wurde auch von Theos Kidnappern als Versteck auserkoren…

„Das Haus am Moor“ ist bereits der siebente Fall für Lyn Harms und ihre Kollegen, dieser Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Heike Denzau wartet in „Das Haus am Moor“ mit einem Kriminalfall auf, der von Anfang an fesselnd ist und Seite um Seite immer dramatischer wird. Fast atemlos verfolgt man das Geschehen rund um den querschnittsgelähmten Theo, der im Dachzimmer der Kate festgehalten wird, und der Ausreißerin Jana, die sich aus Angst vor den gewalttätigen Kidnappern in der Abseite versteckt hat. Die Autorin treibt die Spannung hier durch laufend neue Ereignisse und überraschende Wendungen immer wieder in die Höhe, so dass man unaufhörlich um die Kinder bangt und mit ihnen mitfiebert.

Während die Entführer dem Leser von Anfang an bekannt sind, bleibt der Auftraggeber der Bande bis zum Schluss im Verborgenen. Klar ist nur recht schnell, dass es sich bei diesem Auftraggeber um jemanden aus Theos näherem Umfeld handeln muss, denn die Entführer wissen Dinge über ihn, die nur ein Insider kennen kann. In diesem Part des Krimis kann man prima miträtseln und mitgrübeln, wer aus Theos Familie für die abscheuliche Tat verantwortlich sein könnte – ein tolles Verwirrspiel, denn es könnte irgendwie jeder von ihnen gewesen sein.

Ab und an gönnt Heike Denzau dem Leser eine kleine Verschnaufpause von dem aufwühlenden Geschehen und man kann einen Blick auf die familiären Angelegenheiten der Kommissarin werfen. Hier geht es zwar manchmal auch ein wenig stürmisch zu, bleibt aber im Rahmen von Alltagsturbulenzen, wie sie eigentlich jeder kennt.

Die Autorin glänzt nicht nur mit der beeindruckenden Fähigkeit, Situationen und Emotionen überaus mitreißend zu schildern, sie hat auch ein ausgesprochen gutes Händchen für Figuren. Jeder einzelne der Akteure spielt die ihm zugedachte Rolle ausgezeichnet und handelt glaubwürdig. Selbst Nebenfiguren wie zum Beispiel Lyns Tochter Sophie wirken echt und tragen ihren Teil zur Unterhaltung bei.

„Das Haus am Moor“ hat mich durchweg begeistert – ein Krimi, der mit einer fesselnden Handlung, nervenkitzliger Spannung und ausdrucksstarken Figuren überzeugt. Ein Highlight!

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Rezensionen von dorli:

Schatten des Zorns

Schatten des Zorns von Dani Pettrey

FBI-Agent Declan Grey versucht seit zwei Monaten, den Mördern seines Kollegen Steven Burke auf die Spur zu kommen. Im Zuge seiner Ermittlungen ist er auf Hinweise gestoßen, die einen terroristischen Anschlag in absehbarer Zeit vermuten lassen. Obwohl Declans Vorgesetzter Alan King die Befürchtung hat, dass sie Gespenstern hinterherjagen, gewährt er Declan eine Frist, um Beweise für seine Vermutung zu finden und stellt ihm dafür die attraktive Krisenberaterin Tanner Shaw zur Seite…

Zur gleichen Zeit wird Griffin McCray von dem Investmentberater Haywood Grant gebeten, Beweise dafür zu finden, dass sein Geschäftspartner Kundengelder veruntreut.

Als Haywood während einer Tagung tot in der Badewanne seines Hotelzimmers gefunden wird und sich selbst in einem Abschiedsbrief der Veruntreuung sowie eines Doppelmordes bezichtigt, glaubt Griffin nicht an einen Selbstmord und will den Dingen gemeinsam mit der Privatdetektivin Kate Maxwell auf den Grund gehen…

„Schatten des Zorns“ ist bereits der dritte Teil der „Das Baltimore-Team“-Reihe. Auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Bände war ich schnell mittendrin im Geschehen und hatte schon nach kurzer Zeit das Gefühl, mit allen Figuren gut vertraut zu sein.

„Schatten des Zorns“ bringt alles mit, was man von einem amerikanischen Agententhriller erwartet. Die Spannung ist durchgehend auf einem hohen Niveau, es gibt rasante Action mit dramatischen Verfolgungsjagden und dem einen oder anderen Schusswechsel. Die Schurken sind immer zur Stelle, und attackieren die Guten, wenn diese sicheres Terrain verlassen, werden aber von den Helden durch Umsichtigkeit, Geschick und Durchhaltevermögen ein ums andere Mal zurückgedrängt.

Obwohl mich der Part, in dem es um die Zerschlagung des Terrornetzwerks geht, durchaus gefesselt hat, empfand ich den Teil, in dem Griffin und Kate die Umstände rund um den vermeintlichen Selbstmord Haywoods aufklären, wesentlich spannender.

Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen in diesem Thriller eine große Rolle, sowohl die Liebe wie auch die enge Freundschaft der „Chesapeake Pirates“ nehmen einen wichtigen Part ein.

Ein bisschen schade finde ich, dass Dani Pettrey ihren Protagonisten nicht mit mehr Ecken und Kanten ausgestattet hat. Die Frauen sind alle atemberaubend schön, intelligent, selbstbewusst und agieren zielgerichtet. Und auch die Männer strotzen nur so vor positiven Eigenschaften und sind unglaublich attraktiv, superintelligent und kampferprobt, gleichzeitig aber auch einfühlsam und fürsorglich.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Akteure sich nicht allein auf ihr Können verlassen, sondern in schwierigen Situationen immer wieder Kraft und Unterstützung in einem Gebet suchen.

„Schatten des Zorns“ hat mir insgesamt gut gefallen – Freunde von Geschichten mit spannungsgeladener, actionreicher Handlung kommen hier voll auf ihre Kosten.

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