Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Castilleja:
Amélie
Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis von Silke Ziegler
Dieses Buch nimmt seine Leser mit ins südfranzösische Languedoc-Roussillon, nahe der Grenze zu Spanien und Andorra liegt das kleine Örtchen Collioure. Schon als ich gelesen habe, dass der Roman dort spielt, wurde ich von Fernweh gepackt und der Klappentext hat mich sehr neugierig gestimmt. Erst dachte ich noch, auch aufgrund des Covers, einen eher leichten Liebesroman in der Hand zu haben, doch dieses Buch ist tiefgründiger und nachdenklicher stimmend als gedacht - und so wurde ich positiv überrascht.
Protagonistin und Autorin Amélie reist nach Collioure in die Bäckerei ihrer Großmutter, an die sie so wunderbare Kindheitserinnerungen hat. Die Großmutter überreicht ihr ein altes Tagebuch und so kommt Amélie gemeinsam mit dem Journalisten Benjamin einem Geheimnis auf die Spur und nimmt den Leser mit in die Zeit der Besatzung während des Zweiten Weltkrieges. Gekonnt wechselt hier die Zeitperspektive und man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auf den zweiten und dritten Teil der Trilogie bin ich schon sehr neugierig.
Rezensionen von rewareni:
Corona
Das Corona-Ende von Matti Sund; Dorit Biel
Die Corona Krise hat die ganze Welt im Griff und mittendrin befinden sich Sebastian und Stefanie. In der Medizinforschung tätig, arbeitet Stefanie rund um die Uhr mit ihren Kollegen an einem wirksamen Medikament gegen Covid 19. Jeden Tag kommt sie erschöpft nach Hause, wo ihr Mann Sebastian als freiberuflicher Autor sich schon längere Zeit nicht mehr gesund fühlt und seine Krankheitssymptome jeden Tag stärker werden.
Um sich abzulenken schreibt Sebastian an einem Roman, der sowohl für ihn, als auch für Stefanie in den kommenden schweren Tagen eine willkommene Abwechslung sein wird.
Der Roman ,,Das Corona Ende“ ist ein besonderes Projekt der beiden Autoren Matti Sund und Dorit Biel. Beide haben den Roman in ihrer selbst verordneter 14- tägiger Corona – Quarantänezeit geschrieben, wo wahrscheinlich kaum ein anderer daran gedacht hätte sich in dieser Art und Weise mit dem Thema auseinander zu setzen. Weiters ist interessant, dass das Cover mit einem Schutzlack überzogen ist, das bakterien- und virenreduziert ist und nur mittels Licht und Sauerstoff wirkt. Interessant in dem Roman waren die vielen Dinge die während der Pandemie passiert sind und wo man manche Erlebnisse oder Ereignisse fast schon wieder vergessen hat, obwohl es nur ein paar Monate her ist. Wie der Hype ums Klopapier, Einkaufen mit Maske oder Verstöße gegen das Kontaktverbot. All diese Themen sind im Laufe der Geschichte immer wieder erwähnt worden. Womit ich aber meine Probleme hatte, waren die beiden Protagonisten Sebastian und Stefanie, mit denen ich überhaupt nicht warm werden konnte. Von Beginn weg war Sebastian ständig am jammern und sich selbst bemitleiden und wenn seine Frau ihn und seine Beschwerden nicht ernst genommen hat, war er schwer beleidigt und sein Tagesablauf hat im Grunde nur aus Essen, Trinken, Schlafen und Schreiben bestanden. Stefanie hingegen hat gut zwei Drittel des Romanes auch nicht viel getan außer nach Hause kommen, sich ärgern über Sebastian und wieder schlafen gehen. Ebenso waren mir ihre Dialoge zu steif und zu holprig. Gegen Ende hin ist einiges an schwermütiger Dramatik dazu gekommen, was fast schon ein wenig kitschig angemutet hat. Hingegen war der Roman im Roman, sprich, das was Sebastian immer wieder geschrieben hat, interessanter zu lesen und auch vom Schreibstil her und den Dialogen her, war es ganz anders. Er hat 5 ehemalige Freunde zusammen kommen lassen wo jeder Geschichten erzählt hat, wobei aber keiner wusste, ob es eine wahre war oder eine erfundene. Diese Nebenhandlungen haben mir vom Stil und dem Inhalt her sehr gut gefallen, obwohl sie im Grunde mit der Corona Geschichte nichts zu tun gehabt haben. Ein ungewöhnlicher Roman also, wo sich die beiden Autoren an ein sensibles Thema herangewagt haben, das uns leider noch lange beschäftigen wird. Es war auch mutig jetzt darüber zu schreiben, obwohl die Pandemie noch lange nicht beendet ist. Es sind viele Erinnerungen hoch gekommen und es sollte auch eine Warnung sein, dass jeder, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere eine Verantwortung trägt, damit das Corona Virus bald sein Ende findet.
Rezensionen von Rinaldo:
Das gängige Antidepressivum
Serotonin von Michel Houellebecq
Serotonin dürfte für den Zustand des bereits etwas ausgepowerten Autors viel zu schwach sein, obwohl sein hervorragender Stil und Ausdrucksweise bis jetzt noch nicht sehr gelitten haben. Er hat sich einfach übernommen, zu viel Nikotin, Alkohol und sonstiges Berauschendes, und jetzt wird die Rechnung präsentiert.
So schlaff und schlapp wie er sich fühlt, könnte er einem richtig leid tun. Doch sein letztes Stündchen hat bestimmt noch nicht geschlagen, so bald ihm wirkungsvollere Medikamente verordnet werden.
Rezensionen von Rinaldo:
Eine Ausnahme
Karte und Gebiet von Michel Houellebecq
stellt dieses Buch des französischen Autors dar, der normalerweise eine besondere Vorliebe für ausführliche, zum Teil unerträgliche und nicht enden wollende Beschreibungen sexueller Handlungen zu haben scheint.
Ohne besonders prüde sein zu wollen, wären sein Stil und seine hervorragende Ausdrucksweise vollkommen ausreichend, um sich diesbezüglich etwas dezenter zu verhalten.
Aber möglicherweise betrachtet er seine Art als sein unverzichtbares Markenzeichen.
Rezensionen von yellowdog:
Ein feines Buch
Ein Sonntag mit Elena von Fabio Geda
Ein Sonntag mit Elena ist ein geschickt komponierter Roman des italienischen Schriftstellers Fabio Geda. Clou ist die ungewöhnliche Erzählperspektive, bei der die Tochter des Protagonisten die Geschichte rückblickend erzählt. Zuerst dachte ich, das wäre zu kompliziert, aber dann stellt es sich als die genau richtige Art heraus.
So kann nicht nur von ihrem Vater, dem 67jährigen Witwer und seiner Begegnung mit einer jüngeren Frau und deren Sohn berichtet werde sondern auch von ihrer Familie, als die Mutter noch lebte und wie sie und ihre zwei Geschwister aufwuchsen. So entsteht aus den Erinnerungen auch eine Familiengeschichte.
Der Stil ist sehr fein, der Grundton humanistisch. Ein angenehmes Leseerlebnis.
Es ist ein sehr sympathisches Buch geworden, das ich sehr mag.
Rezensionen von BarbaraM:
Eine bedrückende Stimmung, verlassene Kinder – ein Leseerlebnis der besonderen Art!
Wir verlassenen Kinder von Lucia Leidenfrost
Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann die Kinder zu sich holen wollen. Die Kinder verrohen, rotten sich zusammen, stellen eigene Regeln und Gesetze auf, es herrscht Unordnung und Gewalt, oft geschieht vieles ohne Verstand, ohne an die Folgen zu denken.
Aber es gibt auch Außenseiter wie Mila, die nicht mitläuft.
Davon handelt der Debütroman „Wir verlassenen Kinder“ von Lucia Leidenfrost, der 2020 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 190 Seiten umfasst.
Der Roman ist in einem faszinierenden Schreibstil verfasst, denn Lucia Leidenfrost schafft es, in einer nüchternen, scheinbar einfachen Art so viel Atmosphäre zu schaffen, die mich gepackt hat, die mich bedrückt hat, die mich mitgenommen hat zu diesen verlassenen Kindern. Blitzlichtartig werden Situationen geschaffen, die die Verrohung der Kinder aufzeigen: ältere Kinder quälen und drangsalieren kleinere und teilweise auch die Großelteren, Langeweile und Frustration führen zu Gewalttätigkeit und Zerstörung, auf die Gelächter folgt… Ausweglosigkeit.
Als Leserin fragte ich mich oft, ist dies tatsächlich möglich? Ist dies denkbar? Lassen Eltern ihre Kinder zurück, um sich ein neues aufzubauen und holen die Kinder dann nicht nach – vergessen sie?
Der Roman bieten sehr viele Interpretationsmöglichkeiten und lässt den Leser am Schluss zurück - irgendwie verloren und geplättet, aber irgendwie auch sehr fasziniert.
Lest einfach selbst – das empfehle ich auf jeden Fall!
Rezensionen von Rinaldo:
Im Reich der Sagen
Erlebnis-Wandern! Außerfern - Sagen und Mythen entdecken von Christine Zucchelli; Daniela Deutsch
fühlt sich die Autorin besonders wohl.
Diese Kombination Tourenvorschläge mit Wanderskizzen und Zeitangaben, Abbildungen und als Draufgabe mit in das Gebiet passenden Sagen ausgeschmückt, ist eine nette Idee.
Da es halt leider doch ein wenig zu aufwändig erscheint, für einen netten Ausflug eigens ins Außerfern zu reisen, wären solche Büchlein auch für alle anderen Bezirke jederzeit willkommen.
Rezensionen von LEXI:
Ich werde Miss Arden nicht enttäuschen!
Die Farben der Schönheit - Sophias Träume von Bomann Corina
Ich werde Miss Arden nicht enttäuschen!
„Ich werde Miss Arden nicht enttäuschen!“
„Das ist löblich, aber denken Sie vor allem an eines: sich selbst nicht zu enttäuschen!“
Nach ihrer unerwarteten Kündigung erhält Sophia Krohn, eine ehemalige Chemikerin des Hauses Helena Rubinstein, die Chance auf einen Neubeginn bei deren erbitterter Konkurrentin Elizabeth Arden.
Für die junge Deutsche ist es nicht immer einfach, den Anforderungen ihrer neuen Vorgesetzten gerecht zu werden, dabei aber zugleich ihren Prinzipien treu zu bleiben. Loyalität steht für Sophia an erster Stelle, und Miss Arden entpuppt sich als strenge, gebieterische und manchmal auch launenhafte Vorgesetzte. Nach ihrer Grundausbildung wird Sophia eine verantwortungsvolle und interessante Aufgabe angeboten – doch sie muss sich hierfür zwischen ihrer Karriere und ihrem Privatleben entscheiden…
Der zweite Teil der „Farben-Trilogie“ schließt eng an den ersten an und ist in der Zeit zwischen 1929 und 1934 angesiedelt. War „Miss Arden“ einst die zutiefst verhasste Gegnerin ihrer ehemaligen Vorgesetzten Helena Rubinstein, wird sie im Nachfolgeband zu Sophias neuer Chefin. Die Autorin beleuchtet den historisch belegten „Puderkrieg“ zwischen den beiden konkurrierenden amerikanischen Kosmetikunternehmerinnen, diesmal jedoch aus der Sicht Elizabeth Ardens. Der Leser erhält Einblicke in den Charakter und das Leben dieser Pionierin der Kosmetikentwicklung, welche die Autorin gekonnt mit der Geschichte ihrer deutschstämmigen Protagonistin Sophie Krohn zu verknüpfen verstand.
Corina Bomann besitzt einen einnehmenden und flüssigen Schreibstil, der Hauptfigur werden interessante Nebenfiguren zur Seite gestellt. Das Hauptaugenmerk liegt zwar auf der Ich-Erzählerin Sophia, Elizabeth Arden und ihrem beruflichen und privaten Umfeld wird jedoch ebenfalls große Aufmerksamkeit zuteil. In Sophias Vermieter Mr. Parker, dessen liebenswerter Haushälterin Kate und Sophias ehemaliger Kollegin Ray Bellows darf man Figuren aus dem Vorgängerband wiederbegegnen. Sophias ehemals beste Freundin Henny Wegstein werden in diesem Band nur kurze Gastauftritte zuteil, durch die große räumliche Distanz und den übermächtigen Einfluss von Hennys Verlobtem Maurice Jouelle liegt die Freundschaft auf Eis. Ihre Eltern und ihre große Liebe Darren O’Connor waren ebenfalls wichtige Personen in Sophias Leben, der völlige Abbruch jeglichen Kontakts zu ihnen bringt Sophias Gefühlswelt ebenfalls ins Wanken.
Die Umsetzung dieser Geschichte hat mir gut gefallen, obgleich mich bestimmte Figuren und deren Handlungen bzw. Emotionen nicht ganz zu überzeugen vermochten. Durch die Nachforschungen der Protagonistin im Hinblick auf ein traumatisches Erlebnis in Paris vor einigen Jahren wird gleich zu Beginn ein kleiner Spannungsbogen eingebracht. Mit dem Wiederauftauchen signifikanter Personen aus dem ersten Teil kommt im letzten Abschnitt des Buches schließlich erhöhte Spannung auf, die mit starken Emotionen einher geht und mit einem völlig unerwarteten Cliffhanger endet. Ich bin gespannt auf den finalen Band dieser Trilogie!
Rezensionen von Rinaldo:
Sagenhafte Grüße
Geheimnisvolles Hall Sagen, Legenden und merkwürdige Geschichten aus der Stadt und ihrer Umgebung. Gebunden. von Zucchelli Christine
hat mir die Autorin anlässlich der sehr stark besuchten Präsentation in der Burg Hasegg, am 4. April 2012, ins Buch geschrieben, das ich jedem Haushalt im Bezirk empfehlen würde.
Viel Sagenhaftes über die Haller Altstadt kann man erfahren, auch über das Halltal, Absam Gnadenwald, bis ins Voldertal und nach Wattens reichen die zum Teil schaurigen Geschichten von Geistern, Priestern und Teufeln, passend schwarzweiss illustriert.
Die zum Titel passende Abbildung am Umschlag zeigt :
"Leichenzug vor der Pfarrkirche Hall i.T. 1838" , nach dem Original-Ögemälde im Haller Stadtmuseum.
Rezensionen von Rinaldo:
Eine Landkarte bereitlegen
Anno 1613 von Tirol nach Rom von Christine Zucchelli; Irmeli Wopfner
sollte man sich, wenn man die Reise der fünf lebenslustigen Pilger zumindest im Geiste mitwandern möchte. Neben den ausführlich illustrierten, zahlreichen kulturellen Besonderheiten findet man mehrere, in der heute recht ulkig klingenden Sprache des 17. Jahrhunderts beschriebene Erlebnisse der fünf Herren, u.
a. die in einem Südtiroler Gasthaus erfolgte Bestimmung der Qualität des Weines, durch Beigabe von Wasser, worüber sich der Wirth entsetzt und gekränkt zeigte:
"Wie mehr man Wasser darunter mischt, je mehr lobt und ehrt man den Wein, weil er so stark, gut, gerecht und unverfälscht ist; wer gscheid und wohlerzogen ist, den blossen Wein mit Wasser mischt".











